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Full text of "Jahresbericht über die leistungen und fortschritte in der gesammten medicin ... [1.]-51 jahrg.; 1866-1916"

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Jahresbericht über die leistungen 
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JAHRESBERICHT 

OBBB DIB 

LEISTUNGEN UND FORTSCHRITTE 

' U41Z3 

GESAMMTEN MEDICIN. 

(FORTSETZUNG VON V IRCHOW'S JAHRESBERICHT.) 



UNTER MITWIRKUNG ZAHLREICHER GELEHRTEN 

HERAUSGEGEBEN VON 

W. WALPEYER und C. FOSNER. 



XXXVII. JAHRGANG. 

BERICHT FÜR DAS JAHR 1902 

KRSTKR BAND. 



BERLIN 1903. 

VERLA«; VON AUGUST HIRSCH WALD. 

NW„ UNTER 1»BN LINDEN No. «8. 



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An unsere Leser. 



Dem ehrenden Anerbieten der Verlagsbuchhandlung, den V ire ho w sehen 
Jahresbericht fortzuführen, haben wir geglaubt Folge leisten zu müssen. 

Jahrelange gemeinsame Arbeit mit dem von uns gegangenen Meister auf den 
verschiedensten Gebieten, auf denen sein reicher Genius sich bethatigte, hat uns 
einen Einblick in die besonderen Zwecke gestattet, die er mit der Herausgabe des 
Jahresberichts verfolgte: Mitwirkung an dessen kritisch-referirenden bezw. redac- 
tionellen Aufgaben hat uns seit langer Zeit mit diesem Unternehmen so eng ver- 
knüpft, dass wir mit Freude auch weiter unsere Kräfte in seinen Dienst stellen. 

Wir verhehlen uns nicht die Schwierigkeit dieser Aufgabe; wir erkennen 
nur zu wohl, wie weit vorläufig noch Wollen und Vollenden von einander entfernt 
sind. Das ideale Ziel, welches Virchow dereinst vorschwebte, als er die Heraus- 
gabe übernahm, ist heut schwerer zu erreichen, denn je. Die Zahl der literarisch 
Thätigen ist stetig gewachsen: neue Wissensgebiete haben sich erschlossen und 
bilden die Stätten emsiger Einzelforschungen; Nationen sind aufs regste in den 
.Uitbewerb eingetreten, deren Production vor einigen Jahrzehnten sich noch kaum 
bemerklich machte. All 1 diese Arbeit eines Jahres zu sammeln, übersichtlich darzu- 
stellen, die wirklichen Fortschritte vom vergänglichen zu trennen, ja, nur Titel und 
Fundorte der einzelnen Veröffentlichungen aneinanderzureihen, ist eine Aufgabe ge- 
worden, deren einwandsfreie Lösung nicht mehr mit Zuversicht versprochen werden 
kann. Und doch ist gerade bei der Hast moderner Publieationsweise nÖthiger als 
früher eine geordnete Zusammenfassung des ganzen Ertrages jährlicher Produetion, 
um denen, die selbstständig arbeiten oder die über den Fortschritt bestimmter 
Forschungsgebiete sich unterrichten wollen, wenigstens die — leider nur zu oft 
vernachlässigten — Quellen zu nennen, aus denen sie zu schöpfen haben. 

Der Jahresbericht hat daher zweierlei anzustreben, soll er dieser seiner 
Aufgabe gerecht werden: die möglichste Vollständigkeit, damit wenigstens kein 
wichtiger Hinweis dem Suchenden entgehe: die möglichste Uebersiehtlichkeit, die 
ihn die einzelnen Angaben am richtigen Ort und im richtigen Zusammenhange 
finden lässt. 

Zur Vollständigkeit bedarf es eines Zuflusses von literarischem Material, der 
wenigstens alle wichtigen Fundstätten umfasst. So viel wie möglich stellen wir 
'üese unseren Mitarbeitern zur Verfügung. Es ist aber von jeher der Stolz des 



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IV 



Jahresberichts gewesen, dass die Gelehrten, welche die einzelnen Berichte, als gewiegte 
Sachkenner, bearbeitet haben, aus eigener Initiative beisteuerten, was ihnen zuging 
und nützlich erschien. Wir benutzen diese Gelegenheit unseren Mitarbeitern für 
diese über das eigentliche Maass ihrer Verpflichtungen ninausgehende Mühewaltung 
auch hier zu danken; wir appelliren auch weiter an ihre stets in so reichem Maasse 
bethätigte Hingabe. Wir wenden uns aber auch mit der Bitte um Mitwirkung an 
alle unsere Leser, an die literarisch Thätigen aller Nationen, die uns durch Zusen- 
dung von .Separatabzügen in unseren Bemühungen auf's wirksamste zu unterstützen 
vermögen. Je mehr sich die Ueberzeugung Bahn bricht, dass jede solche Zusendung 
nicht nur im Interesse des Jahresberichts liegt, sondern auch in jenem des Autors 
selber, um so näher werden wir dem erstrebten Ziele kommen. 

In der Anordnung des Berichts sind wir in diesem Jahre noch der seit ge- 
raumer Zeit bestehenden Gepflogenheit gefolgt. Wir verkennen nicht, dass die bisher 
befolgte Eintheilung ihre Mängel hat. Manche Gebiete haben in der letzten Zeit 
eine Entwicklung genommen, die eine besondere Berücksichtigung gebieterisch for- 
dert; insbesondere wird unerlässlich sein, der experimentellen Therapie, der Bacterio- 
logie. wie auch manchen Hülfsdisciplinen eine schärfer gesonderte Stellung anzuweisen, 
auch innerhalb einzelner Grenzgebiete neue Einteilungen zu versuchen. Gewisse 
Schwierigkeiten werden immer bestehen, und die Unterbringung mancher Themata 
wird immer Sache eines etwas willkürlichen Ermessens bleiben: es wird stets haupt- 
sächlich darauf ankommen, dass die Dinge nur überhaupt im Jahresbericht enthalten 
sind. Ein genaues Sachregister wird über manche Zweifel in der Anordnung am 
besten weghelfen! 

Wenn wir diesmal noch keinerlei grundsätzliche Neuerungen vorgenommen 
haben, so hat dies einen wesentlichen Grund darin, dass zur Zeit, als Virchow 
starb und wir die Herausgabe übernahmen, über den grössten Theil des literarischen 
Materials bereits im Sinne der von ihm angegebenen Eintheilung verfügt war: wir 
behalten uns indes» Acndeningen in der hier angedeuteten Richtung für den nächsten 
Jahrgang vor. 

Bei unserer Thätigkeit wird es stets unser Bestreben sein, den Jahresbericht 
in dem Sinne fortzuführen, der ihn unter Virchow's Aegide auf seine gegenwärtige 
Höhe gebracht hat; auch jedes Bemühen, ihn darüber hinaus zu heben, wird von 
dieser Auffassung geleitet werden. L T nd wie sein Bild uns dabei als unvergänglicher 
Leitstern vor Augen stehen wird, so möge auch unsern Lesern des Heimgegangenen 
Gedächtniss bewahrt bleiben durch das treffliche Portrait, mit «lern wir diesem ersten, 
nach seinein Tode ausgegebenen Bande einen dauernden Schmuck, eine symbolische 
Huldigung verleihen durften! 

Mögen auch fürder alle am Fortschritt unseres Wissens und Könnens inter- 
essirten Aerzte dem althistorischen Jahresbericht, einem der stolzeren Denkmäler 
deutschen Fleisses, deutscher Arbeit, ihre Gunst und ihre Theilnahme erhalten! 

Berlin, im Mai 1903. 

W. Waldeyer. 0. Fosner. 



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Inhalt des ersten Bandes. 



Anatomie umd FkysitUgie. 

Descrlptive Anatomie, bearbeitet von Prof. Dr. 
\V. Krause in Berlin 1—44 

I. Handbücher, Atlanten, plastische Nach- 
bildungen und Allgemeines 1 

IL. Anatomische Technik 4 

III. Osteologie 4 

Zähne 10 

IV. Myologie 13 

V. Splauchnolugic 15 

VI. Angiologie 26 

VII. Neurologie 30 

VIII. Sinnesorgane 34 

n) Sehorgan 34 

t») Gehörorgan 35 

c) Andere .Sinnesorgane 36 

IX. Anatomie der Rassen 38 

a) Anthropologie, Allgemeine«*, Hand- 
bücher 38 

b) Allgemeine Rassenanatomic .... 40 
e) Speeielie Rasseuanatomie .... 42 

Histologie, bearbeitet von Prof. Dr. W. Krause 
in Berlin 45—74 

I. Lehrbücher 45 

II. Mieroscop und microscopische Technik . 45 

a) Microscop und microscopische Appa- 
rate 45 

b) Zeichnen, Microphotographie . Hülfs- 
mittel 46 

c) Untersuchungsverfahren, Harten, Fär- 
ben, Einbetten u. s. w 48 

III. Elementare Gewebsbestandtheile, Zellen 52 

IV. Epithelien und Integumentbildungeu 54 

V. Bindesubstanz 56 

a) Bindegewebe, elastisches Gewebe, Fett- 
gewebe 56 

b) Knochen, Knorpel, Gelenke . . . 57 

VI. Ernährungsflüssigkeiten u. deren Bahnen 57 

a) Blut, Lymphe, Chylus 57 

b) Gefässc,Lympbknötchen, seröse Räume 61 

VII. Muskelgewebe, eleetrische Organe . . 63 

VIII. Nervengewebe 64 

a) Structur der Ganglien, Nerven und 

der Centraiorgane 64 

b) Nervenendigungen 70 

IX. Drüsen 73 

Entwickeln ngsgeschtchte, bearbeitet von Prof. 
Dr. J. Sobotta in Würzburg . . . . 75-110 

1. Lehrbücher, Technik, Allgemeines . . 75 

II. Generationslehre 75 

A. Allgemeines 75 

B. Spermatogenese 76 

C. Eibildung, Eireifuug, Befruchtung . . 79 



Salt« 

HI. Allgemeine Entwicklungsgeschichte . . 80 

A. Furchung, Gastrulation und Keim- 
blätterbildung bei den Wirbclthieren SO 

B. Entwickelungsphysiologischcs ... 83 

C. Histiogenese und Regeneration . . 86 

D. Dottersack, Eihäute, Placenta bei den 
Wirbelthieren 87 

IV. Speeielie Entwicklungsgeschichte der 

Wirbelthiero 89 

A. Entwickelung des Wirboltbicrkopfcs 
(excl. Zahneotwickelung) . ... 89 

B. Organentwickelung 98 

C Varia 109 

V. Dcscendenzlehre 1 10 

Physiologische und pathologische Chemie, be- 
arbeitet von Prof. Dr. A. Loewy und Dr. 
C. Neuberg in Berlin 111—237 

1. Lehrbücher. Allgemeines 111 

II. Bestandteile von Luft, Nahrung, Körper. 
Gäbrungen 127 

III. Blut, Transsudate, Lymphe, Eiter . . 139 

IV. Milch 163 

V. Gewebe, Organe 167 

VI. Verdauung, verdauende Fermente . . 178 
VII. Harn 192 

VIII. Stoffwechsel. Respiration 212 

Physiologie. Erster Theil. Allgemeine Physio- 
logie, Physiologie des Kreislaufs, der Athmung, 
der Absonderung und der thierischen Wärme, 
bearbeitet von Privatdocent Dr. P. Schultz in 
Berlin 238-272 

I. Lehrbücher. Allgemeine Physiologie. Zeu- 
gung 238 

H. Herz uud Kreislauf. Physiologie des 
Kreislaufes 247 

III. Athmung (Mechanik und Innervation). 
Thierische Wärme 257 

IV. Verdauungsmechanik. Secretion und Re- 
sorption. Physiologie der Drusen ohne 
Ausführuugsgang 261 

Physiologie. Zweiter Theil. Allgemeine und 
speeielie Physiologie der Muskeln und Nerven, 
. Physiologie der Sinne und des Central nerven - 
Systems, Psvcbophysik, bearbeitet von Privat- 
docent Dr. P. Schultz in Berlin . . . 272—306 

I. Allgemeine Muskel- und Nervcuphysio- 
logic. Electrophysiologie 272 

II. Speeielie Nervenphysiologie. Sympathicus. 
Speeielie Bewegungslehre. Stimme und 
Sprache 282 

III. Physiologie der Sinne 288 

IV. Nervöse Centraiorgane. Psychophysik . 297 



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VI 



Inhalt des ersten Bandes. 



Seile 



Allgemeine Medicia. 



Pathologische Anatomie, Teratologie und 
Onkologie, bearbeitet von Prof. Dr. P. Gra- 
witz in Greifswald 307— 

A. Pathologische Anatomie 

i. Allgemeine Werke und Monographien 

II. Allgemeine pathologische Anatomie . . 

III. Specielle pathologische Anatomie . . . 

a) Blut und Lymphe, Milz, Lymph- 
drüsen 

a) Circulationsorgane 

c) Respirationsorgan c 

d) Digestionsorgauc 

e) Harnapparat 

f) Ueschlechtsapparat 

g) Knochen und Gelenke . . . . 

h) Muskeln 

i) Nervensystem 

k) Haut 

I) Schilddrüse, Nebennieren, Hypo- 
physis, Thymus 

B. Teratologie und Fötalkrankheiten . . . . 

I. Allgemeine Werke und Abhandlungen . 

Allgemeines, Doppelbildungen. . . . 

II. Kopf und »als 

III. Rumpf und Extremitäten 

IV. Respirations- und Circulationsorgane . 

V. Digestionstractus 

VI. Urogenital organe 

C. Onkologie 

I. Allgemeine Werke und Abhandlungen . 

Allgemeines 

II. Angeborene Geschwülste, Dermoide, Te- 
ratome 

III. Fibrome, Myxome, Lipome, Chondrome . 

IV. Angiome 

V. Myome und Neuruine 

VI. Sarcome 

VII. Adenome und Cystome 

VIII. Carcinoino 



338 

307 
«07 
307 
»11 

311 

312 
»14 
»IC 
32-2 
322 
824 
324 
325 
32G 

32G 
328 
328 
»28 
»28 
329 
329 
»21» 
»2t» 
329 
329 
330 

331 
331 
331 
332 
332 
334 
»36 



Pflanzliche und thierische Parasiten, bearbeitet 
von Prof. Dr. 1». Grawitz in Greilswald 339- 350 

A. Pflanzliche Parasiten 339 

I. Spaltpilze. Allgemeine Werke und Ab- 
handlungen 339 

1. Allgemeines »40 

2. Specietler Theil »43 

a) Tuberculose und Lepra . 343 

b) Pin-uruouie 345 

c) Typhus und Bacterium coli com- 
mune. Dysenterie .... »45 

d) Cholera 346 

e) Pc»t »4«; 

f) Rotz 346 

g) Milzbrand 346 

h) Eiterung 347 

i) Gasphleginone, Schaumorgane. 347 
I) Sehimmelerkrankungen . . . 349 

B. Thierische Parasiteu 349 

Allgemeines 349 

Bandwürmer 349 

Verschiedene Würmer 349 

lnsecteo »49 

Protozoen, Blutparasiten .... 350 

Allgemeine Pathologie, bearbeitet von Prof. Dr. 
Dr. 0. Israel in Berlin 350 »59 

I. Allgemeines (einschliesslich Vererbung, 

Ki -ber etc.) Lehrbücher 350 

II. Pliv?.k;iliM-he Krankheitsursachen . . . 351 



III. Parasitäre Krankheitsursachen. Infection, 
Intoxication, Immunität und Heilung, ein- 
schliesslich der biologischen Differenzi- 
rung in Albuminate 351 

a) Allgemeines 351 

b) Specielle Untersuchungen . . . 852 

IV. Allgemeine pathologische Morphologie . 856 

Pathologische Neubildung .... 356 

Allgemeine Therapie, bearbeitet von Prof. Dr. 
Hugo Schulz in Greifswald 359-366 

Allgemeines 859 

Diät 300 

Mcchanotherapie 361 

Photo- und Thermotberapic . . . .361 
Hydro- und Balneo-Therapie .... 362 

Klima 3G3 

Inhalation 364 

Infusion, Transfusion 364 

Blutentziehung 365 

Infection und Antipyrese 365 

Serumtherapie 365 

Organsafttherapie 366 

Geschichte der Hedidn nd der Kraakkelten, 

bearbeitet von Prof. Dr. Pagel in Berlio 367-480 

I. Allgemeines, Bibliographie, Zeitschriften, 
Wörterbücher und Kucyclopädien . . . 367 

II. Geschichte der Mcdicin im Allgemeinen 
und in einzelnen Ländern und Städten. 
Geschichte des ärztlichen Standes und 

der med. Ethik 36S 

III. Geschichte des medicinischen Unterrichts, 
einzelner Universitäten, medicinischer 
Schulen und Institute. Krankenhäuser. 
Gesellschaften und Zeitschriften . . .371 

IV. Medicin bei den alten Culturvölkern des 
Orient». Mcdicin der Naturvölker und 
prähistorische Heilkunde. Jüdische (nach- 
exilischc) Mcdicin 376 

V. Medicin des elassischen Alterthums . . 379 
VI. Mcdicin des Mittelalters (arabische, by- 
zantinische, latino-barbarischc Medicin) 384 

VII. Die Medicin der Neuzeit 386 

VIII. Mathematik. Naturwissenschaften, Biologie, 

allgemeine Pathologie 388 

IX. Therapie, Diätetik, Pharmacologie, Toxi- 

eologie. Hydrotherapie, Balneologie. 

Krankenpflege 38S 

X. Hygiene. Sanitätspolizei, Staatsarznei- 

künde, Militärhygiene, Thierarzneikunde 390 
IXa. Chirurgie, Orthopädie, Geburtshülfe, Pflege 

der Neugeborenen . ...... 393 

IXb. Augen-. Ohren-, Hals-, Nasen- und Zahn- 

heilkunde 895 

XII. Seuchen, innere Medicin, Kinderheilkunde 397 

XIII. Haut- und venerische Krankheiten . . »98 

XIV. Psychiatrie uud Nervenleiden .... 898 

XV. Mythologische und Volksmcdicin ; rnedici- 
nische Mystik, Curiosa. Varia. Weibliche 
Aerzte. Medicin in Weltgeschichte, Lite- 
ratur und Kunst (med. Culturgeschichte) 399 

XVI. Biographiea, Gedächtnissschriften (Necro- 
loge ohne nähere Angaben) 405 

XVII. Todtenschau 410- 

Mctlicinlsche Geographie und Statistik. — Ei- 
demiarke Krankheiten, bearbeitet von Stabs- 
arzt Dr. Schwiening in Berlin und Marine- 
Oberstabsarzt und l'rivatdocent Dr. Rüge in 

Kiel 430—468 

A. Mcdicinische Geographie und Statistik be- 
arbeitet v..ii Stabsarzt Dr. Sc h w ie n i n £ in 
Ii. i Uu 43U 



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Inhalt dks brstkn Bandes. 



VII 



Seite 

I. Zur allgemeinen medicinischen Geogra- 

und Statistik 480 

II. Zur specicilen medicinischen Geographie 
und Statistik 433 

1. Europa 433 

a) Deutschland 433 

b) Oesterreich-Ungarn .... 438 

c) Balkanstaatcn 441 

d) Schweis 441 

e) Italien 441 

0 Spanien 443 

g) Frankreich 443 

h) Belgien 445 

i) Niederlande 445 

k) England 445 

1) Dänemark, Schweden, Norwegen 447 

m) Russland 447 

2. Asien 448 

3. Afrika 449 

4. Amerika 450 

5. Australien, Südseeinseln .... 450 
III. Zur geographischen Pathologie. . . . 450 

B. Endemische Krankheiten bearbeitet von Ma- 
rine-Oberstabsarzt und Privatdocent Dr. 
Rüge in Kiel 453 

1. Malaria 453 

2. Gelbfieber 463 

3. Pest 465 

4. Lepra 466 

5. Dysenterie 467 

6. Framboesie 467 

7. Beri-Beri 467 

8. Dengue 468 

9. Alcppo-Beule 468 

10. Pellagra 468 

11. Filariakrankheit 468 

12. Trypanosomakrankheit .... 468 



Oeffentliehe Medicii, Arzneimittellehre. 

Gesundheitspflege nnd ibertragbare Thier- 
krankheltea, bearbeitet von Geh. Med.- Rath Prof. 
Dr. Max Kubner und Privatdocent Dr. Martin 
Ficker in Berlin 469-552 

1. Allgemeine 469 

2. Wohnstätten und deren Complexe 

als lufectionsherde 474 

a) Städte 474 

b) Haus-, Bau- und Wohnungs- 
hygiene 474 

c) Abfallstoffe 475 

3. Beleuchtung, Heizung und Ventilation 479 

a) Beleuchtung 479 

b) Heizung und Ventilation . . 480 

4. Kleidung 480 

b. Schiffe, Eiseubabnen und aridere 

Transportmittel 481 

6. Desinfection 481 

7. Luft 485 

8. Wasser 487 

9. Boden 492 

10. Nahrungs- und Genussmittel . . . 492 

a) Allgemeines 492 

b) Animalische Nahrungsmittel . 495 

a) Fleisch, Eier 495 

ß) Milch und Milcbproducte . 497 

c) Vegetabilische Nahrungsmittel 499 

d) Genussmittel. Alcohol und al- 
coholische Getränke . . . .501 

e) Conservirungsmittel. Karben . 503 



seit© 

1 1. Infectionskrankheiten 507 

a) Allgemeines 507 

b) Tuberculose 513 

c) Blattern und Impfung . . .519 

d) Ansteckende Geschlechtskrank- 
heiten 521 

e) Diphtherie 522 

f) Typhus abdominalis .... 524 

g) Paratyphus 528 

b) Milzbrand 529 

i) Rauschbrand 530 

k) Rotz 530 

1) Tetanus 530 

tu) Masern 531 

n) Scharlach 531 

o) Tyhpus exanthematicus ... 532 

p) Lepra 532 

q) Influenza 532 

r) Pneumonie 532 

s) Cerebrospioalmeningitis . . . 533 

t) Cholera asiatica 533 

u) Bubonenpest 538 

v) Gelbfieber 535 

w) Actinomyces 536 

x) Malaria 536 

y) Hundswuth : 539 

z) Dysenterie 540 

aa) Keuchhusten 541 

bb) Coutagiiisc Augenentzündungen 541 
cc) Andere Infectionskrankheiten . 542 

12. Gewerbehygiene 543 

13. Gemeinnützige Anstalten und Einrich- 
tungen 545 

a) Schule und Kinderpflege . . 545 

b) Krankenhäuser und Kranken- 
pflege 548 

d) Entbindungsanstalten und Heb- 
ammenwesen 549 

e) Pflege der Neugeborenen und 
Säuglinge 549 

0 Irrenpflege 551 

g) Gefängnisswesei) 551 

h) Taubstummenpflege .... 552 

14. Tod 552 

Leicbeu- und ßestattungswesen . 552 

Gerichtliehe Medlcln, bearbeitet von Pr.»f. Dr. 
Di t trieb iu Prag 552—587 

I. Grössere Werke und Aufsätze allgemeinen 
Inhalts 552 

II. Monographien und Jourualaufsätze . . 555 

A. Verletzungen. — Plötzlicher Tod. — 547 
Leicheuerscheinungen 555 

B. Verbrennungen 5G8 

0. Erstickung 570 

D. Vergiftungen 571 

E. Gerichtliche Geburtshilfe .... 576 

F. Untersuchungen an Neugeborenen . 578 

G. Delictc gegen die Sittlichkeit. Ge- 
schlechtliche Verhältnisse . . . .581 

H. Kunstfchler 583 

1. Untersuchung verdächtiger Spureu . 583 

Forensische Psychiatrie (streitige geistige Zu- 
Htiinde), bearbeitet von Prof. Dr. E. Siemcr- 
ling in Kiel 587-589 

I. Allgemeines, Lehrbücher 587 

II. Selbstmord 587 

IU. Strafrechtliche Ztircchnungsfähigkcit. Dis- 
positionsfähigkeit. Entmündigung . . . 587 

IV. Simulation 588 



VIII Inhalt des 

Seite 

V. Casuistik. Zurechnungsfähigkeit bei ein- 
zelnen Formen 588 

VI. A leohol. Alkoholische Geistesstörung . 588 

VII. Epilepsie und epileptische Seelenstörung 589 
Vlll. Hysterische Geistesstörung 589 

XI. Verrücktheit (Paranoia). Querulanten- 

Wahnsinn 589 

X. Perverser Sexualtrieb ...... 589 

Ph&rniacologie und Toxicologie, bearbeitet von 
Prof. Dr. Oscar Liebreich in Berlin . 590—648 

I. Allgemeine pharmakologische und tel- 
eologische Studien 590 

Lehrbücher 595 

II. Die einzelnen Arzneimittel und Gifte . 596 

Electrotheraple, bearbeitet von Prof. Dr. M. Bern - 
hardt in Herlin 648 660 

I. Allgemeines. Physiologisches. Klectru- 
diagnostik. Methoden 648 

II. Kleetrotherapie der Nerven- und Muskel- 
krankheiten 65" 

III. Kleetrotherapie anderer Organe. Galvauo- 
eliirurgie. Electrolysc 658 

IV. Elcetrotherapeutische Apparate . . . 660 

Balneologie, bearbeitet von Sanitätsrath Dr. 
Thilenius in Soden a. Taunus .... 660 -675 

I. Allgemeines. Lehrbücher. Zeitschriften 

Lehrgegenstände 660 

II. Untersuchungen. Geologisches .... 665 

III. Wirkungsweise einzelner Mineralquellen 668 

Bäder 669 

Inhalatiouen 671 

IV. Seebäder 671 

Klimatologie 671 

Hydrotherapie 673 

Monographien 674 

Hygiene 674 

Technisches 674 

Einrichtungen 675 

TMeneachea nud ansteckende Thier kraakhel 

tea, bearbeitet von Prof. Dr. E Hellberger 

in Dresden und Prof. Dr. Schütz in Berlin 675 — 74it 



ersten Bandes. 



I. Seuchen und Infectionskrankheiten . . 675 

A. Ueber Seuchen, Infectionskrankheiten und 
Microorganismen im Allgemeinen . . . 675 

B. Seuchen und Inlectionskrankhciten im 
Einzelnen 676 

1. Rinderpest 676 

2. Milzbrand 678 

3. Rauschbrand 680 

4. Lungenseuche 

5. Pocken 

6. Rotz 681 

7. Wuth 684 

8. Maul- und Klauenseuche . . .690 

9. Räude 694 

10. Tubcrculose 694 

11. Influenza (Brustseuche, Pferde- 
staupe) 706 

1*2. Schweincrothlauf, Schweineseucbe 
und Schweinepest 707 

13. Actinomycose und Botryomycose 711 

a) Typische Actinomycose .711 

b) Atypische Actinomycose .712 

c) Botryomycose 713 

14. Tetanus 713 

15. Hämoglobinurie s. Pi'roplasmosis .714 

16. Bösartiges Catarrhaltieber . . .716 

17. Malignes Uedem 716 

18. Seuchenhafter Abortus . . . .716 

19. Hundestaupe 716 

20. Tvphus s. Morbus maculosus . .717 

21. Druse 718 

22. Trypanosoraosen 718 

23. Verschiedeue Infectionskrank- 

heiten 721 

II. Geschwülste und constitutionelle Krankheiten 722 

Hl. Parasiten 723 

IV. Sehlachtvieh- und Fleischbeschau. Nahrungs- 
mittelkunde. Oeffentlichc Gesundheitspflege 724 

1. Allgemeines. AusführungderSchlacht- 
vieh- und Fleischbeschau .... 724 

2. Kraukheiton der Schlachtthicre . . 725 

3. Fleischbeschauberichte 726 

4. Trichinenschau 729 

5. Fleisch, Fleischpräparat«, Fleisch- 
consum und seine Gefahren . . 730 

6a. Schlacht- und Viehhöfe 734 

6b. Schlachtmethoden 735 

V. Milehkunde 736 



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< 



KÜSTE ABTHEILUNG. 



Anatomie und Physiologie. 



Descriptive Anatomie. 

bearbeitet von 
IVof. Dr. W. KKATSK in Herlin. 



I Handbücher. Atlanten, plastische Nach- 
bildungen und Allgemeines. 

1) Adelung, N. von. Erwiderung auf die Vor- 
eilige zur Minderung der wissenschaftlichen .Sprach- 
verwirrung. Zopi. Anz. Bd. XXV. S. 649-052. — 

Ancel. P.. Documents recueillis ä la salle de dis- 
-ection de la facultc de medecinc de Nancy. 3e me- 
moire, semestre d'hiver 1901 — 1902. Muskclvarietiiten 
u. s. w . Bibliogr. anat. T. X. F. 3. p. 163-182. 
Aver 6 fig. — 3) Ballowit/.. K., Ferdinand Sommer +. 
Attat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 16 u. 17. 8. 494 bis 
49ß. — 4) B a r d e e n , CR, Spalteholz' Atlas of anatomy. 
Bulletin of the Johu Hopkins university. 1901. Vol. 
MI. No. 121—123. p. 190—191. (Kcccnsion.) — 5) 
Rardeleben, K. von. Handbuch der Anatomie des 
Menschen. Jena. Lief. 8. Th. 1: Disse. .T., Haru- 
erganc. Bd. VII. Th. 1. 170 Ss. mit 88 Fig. - 6) 
Üaudouin, VI., Un nouveau ras de croissance precoce 
*-hez un cnf;vnt. Gazette medic. de Paris. Annee 
XXXVIII. T. II. No. 38. p. 305. — 7) Börry. R. .1. 
.V. Regional anatomy. 8. Vol. I— III. — 8) Bianchi, 
>\. Kare anomalic nei sistemi museolare, vascolare cd 
•■eeo riscontrate in un' onesto bracciante. 1901. Atti 
Seil" accad. d. lisiocritici in Siena. Ann« CCX. Vol. 
XIII. No. 7 c 8. p. 235-236.— 9) Born, P., Com- 
P^ndium der Anatomie. Ein Kepetit. der Anat.. Histo- 
l'l'. u. Entwicklungsgeschichte. 8. — 10) Bournc, 
'i.C. An introduetion to the study of the comparative 
untomy of animals. 8. London. Vol. II. The coelo- 
nutv metazoa. — 11) Brösike, G„ Anatomischer Atlas 
ie« gesammten menschlichen Körpers. S. Berlin. Bd. I. 
-'. Abth (Bericht f. 1901. S. 1. No. 16.) — 12'M.'ar>, G., 
Ii valore numerico dell' uomo. Nuovo metodo per va- 
luUie lo sviluppo fisico. Giorn. de soc. ltal. dell' 
ijpetie. Anno XXIV. No. 1, p. 1 — 23. — 181 Cara- 

J»k«ih«rieht d*r |NU»tM Medioii». 190J. B4 I. 



don na, (i. H-, Costitiizione anatomica e topogratica 
«Je I Ic regioni del piedc dei bovini. 1901. Torino. 52 
pp. Con 13 tav. — 14) Chiarugi, (i.. L'inscgrmrticuto 
dell' anatornia dell' uomo secondo i nuovi rcgolamenti 
universitäre. Monit. zo«'log. Italiano. Anno XIII. No. 
10. p. 270-277. — 15;Colenso, R. .1., Landmarks of 
artistic anatomy. 8. London. With 6 pls. — 16) 
Currado, (».. Rapporti tra le varie parti del corpo fe- 
tale ed altre considerazioni in ordinc all' identila (stu- 
dio medico-legale ed antropologico). Giorn. d'assoc Na- 
poletana med. e natural. Anno XII. P. 2. p. 67 — 82. 

— 17) Crver. M. IL. Studie« of the internal anatomv 
of the face! Philadelphia. White Dental Mfg. Co. 1901. 

— 18) Cunningham. D. J., Textbook of anatomy. 8. 
London. With 824 ligs. - 19) Cuyer. E., Anatomie 
artistinue des animaui. 8. Avec 143 tig. — 20; 
Da ff ii er. F., Das Waehsthum des Menschen. Anthro- 
pologische Studien. Leipzig. VIII und 475 Ss. Mit 
3 Fig. — 21) Dekhuyzen, M. C. Dr. P. Zaaijcr +, 
Anat! Anzeiger. Bd. XXII. No. 17 u. IS. — 22) 
D'Evant, T., Manuale di anatornia umana normale con 
speciale riguardo alle prntiche applicaziont medico-chi- 
rurgiche. 8. Koma. 23) Disse, .1.. Harnorgane in 
K. v. Bardeleben, Handbuch der Anatomie. Lid 8. 
Jena. 170 Ss. Mit 86 Fig. — 24") Eekley, W. T. and 
C. B., Regional anatomy of the head and neck. Lon- 
don. — 25) Ellen berger, W. und H. Baum, Hand- 
buch der vergleichenden Anatomie der Hansthieie. 10. 
Aufl. Hertin. 1903. XVI u. 1004 Ss. Mit 565 Fig. 

— 26) Escribano Garcia, V., La anatornia y los 
auat>''inic.'s Kspanoles del siglo XVI. Conferencia dada 
en el Ateneo Medico-Escolar. 1901. por el Catedratico 
de Anatornia. 8. Granada. 48 pp. Con 6 tig. 27) 
Fan et Cuyer, Anatomie artistinue du corps huinaiu. 
8. Paris. Avec 17 pl. et 41 tig, 2S) Faun , L , 
Essai d'ötude comparat. de l'homme droit . t de rhomme 

1 



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2 



Krause, Desckiptivk Anatouik. 



gauche. 8. - 29) Perrauniui, I.., lieber die seeun- 
däre Mctamcric der Gliedmaassen, Centralbl. f. innere 
Medicin. No. 48. S. 1185—1101. Mit IÜ Fig. -- 30) 
Kick, K., Vorschläge zur Minderung der Wissenschaft - 
lichen Sprachverwirrung. Anat. Anzeiger. Bd. XX. No. 
18. S. 46-2—163. — 31) Fort, .1. A., Anatomie dc- 
scriptive et disseetiou. 6ecdiiion. T. I — 1 IE. 3000 pp. 
8. Paris. Avec 10 pl. et 2228 lig. — 32) Fraeukcl, 
M., Anatomische Vortrüge für das Staatsexamen. T. III. 
Die 20 splanchnologischen, neurologischen, angiologi 
sehen Vortrage des mediciuischen Staatsexamens mit 
Berücksichtigung der topographischen und entwicke- 
luugsgescbichtliehen Verhältnisse. 8. Leipzig. VIII u. 
141 Ss. - 33) Fürbringer, M., Morphologische Streit- 
fragen. I. Nervus troehlcaris. II. Rabl's Methode und 
Behandlung der Extremitätenfragc. Morphol. Jahrb. 
Jahrg. XXX. H. 1 u. 2. S. 85-274 - 34) Der- 
selbe. Erklärung. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 4 
u. 5. S.94 — 95. (liegen II. Virehow in Betreff eines 
Unterschiedes zwischen mechanischer und morphologi- 
scher Auffassung, den F. nicht anerkennen will.) — 35) 
Geyer, 0.. Der Mensch. Haud- und Lehrbuch der 
Maassc. Knochen und Muskeln des menschlichen Kör- 
pers. Für Künstler. 8. Stuttgart. Mit 14 Taf. und 
408 Fig. — 36) Giroud, (i., Ubservations sur le. dc- 
veloppcment de l'enfant. Petit guide d'anthropometric 
faroiliale et scolaire. 8. i'aris. — 37) Guiot, Cl.. 
Anatomie topographi<|ue de la löge commissurale du 
ponee et de f index. 8. Paris. — 38) lleath's prac- 
tieal anatomv. A manual of disseetiou. 8. London. 
9th ed. by Lane. With 321 figs. — 39) Heitzmann. 

C. Atlas der descriptiven Anatomie des Menschen. 9. 
Aufl. Herausgegeben von K. Zuckerkandl. Wien u. 
Leipzig. Gr. S. 283 Ss. mit 343 Fig. — 40) Lang- 
ton. J.. Holden'» Anatomy. Philadelphia. Vol. 1 and 
II. 843 pp. — 41) Hughes. A. W . A manual of 
practical anatomv. Edited by A. Keitb. 8. London. 
308 pp. With 4 pls. and 151 ligs. P. II. Abdomen 
and thorax. P. III. The head, neck and central ner- 
vous system. 8. London. — 42) Jackson. C. M, 
Anatomv for the practitioner. Read at the lifty-third 
annual meeting of the American medical association. 
Journ. of the American med. assoe. 8 pp. With 4 (igs. 
— 43) Derselbe. A method of teaching regional ana- 
tomy. Ibidem. 16 pp. With S figs. — 44) Jordan, 

D. Starr , The colors of lishcs. American natura- 
lis». Vol. XXXVI. No. 430. p. «03-808. — 
45) K I u n /. i u ge r , C. B.. Sprachsünden in der Zoolo- 
gie. Verhandlung, des 5. internal. Zoologen-Congresses. 
Berlin 1901. S. 900-909 (Nachtrag). - 4ß) Koelli- 
ker, A. von. I>ie Golgi- Feier in Pavia. Aua«. Anzeiger. 
Bd XXII. No. 16. S. 325-328. - 47) Hers- Ib.-. 
Zur Erinnerung an Hudulf Virehow. Ebeud. Bd. XXII. 
No. 2 und 3. S. 59 -62. — 48; Kumaris. .). und 
G. Selavunos, I'eber einige Varietäten der Muskeln, 
Getässe und Nerven. Ebenda*. Bd. XXII. No. 7 u. 8. 
S. 142-152. Mit 4 Fig. - 49) Langer. C. v.. Lehr- 
buch der systematischen n. toju •graphischen Anat.'.mie von 
C. Toldt," 7. Aull. 8. \Vi,i, XVu.sIü.s. Mit 3 Tat. 
und 6 Fig. - 50; Loeb. J.. Zusrunmcnstelluiig der 
Ergebnisse einiger Arbeit-n über die Dynamik des 
thiertseheii Wachsthum.-. Anh. f. Eritwiekelung-meehaii. 
1903. IM. XV. II. 4. S. fi«9~ 678. - 51) Madrid. 
S. de. El in' '■(••de- coiiiparado y gcie lico en la evolucimi 
de I is cienrias hiologieas. 1901. Buenos Aires. Anales 
de Sun. lad Militär. Anno III. No. 11. p. l-4n\ (Kurze 
Ccbcr-ieht ■ i • ■ i- Geschichte der Anatomie von Aristo- 
telvs bis auf die allenieueste Zeit ) 52) Magna- 
nimi. It.. Sulla -uperlieie del corpo umano. Attidella 
s..c. Knmana di antrop..l. 19«H. \\,|. VIII. F. 2. p 114 
bis 120 - 53) Marlin, P.. Lehrbuch der Anatomie 
der H.uisv rigeOii' re 8. Stuttgart. VIII und 888 Ss. 
Mit t'.Ol Fig. 54 Martinotti. G.. O -sarc Tir.ifTi +. 
Anatom. Anz' -iger. Bd. XXI. No. IS und 19. S. 555 
bis 558. 55' Merkel, F., Athmungvrgat.e. 1 82 Ss. 



Handbuch der Anatomie des Menschen, von K. von 
Bardelchen. Lief.' 9. Bd. VI. Abth. 1. Mit 89 Fig. 

— 56) Derselbe, I'eber die Dar.itellungsweise der 
allgemeinen Anatomie. Eröffnungsrede. Verband!, der 
Anat. Gesollseh. auf der 16. Versamml. Halle a. S. S. I 
bis 8. - 57) Moorhead, T. (i., The relative weights 
of the right and left sides of the body in Ihe foetus. 
Journ. of anatomv. Vol. XXXVI. P. 4. p. 400—404. 

— 58) Morris, Treatise on human anatomv. Hy va- 
rious authors. 3d ed. 8. London. 59) Mueklcy, 
W. J., Studenl-s manual of artistic anatomy. 2th ed. 8. 
London. — 60) Nücke, P., I'eber Variationen an den 
fünf inneren Hauptorganen : Lunge, Herz. Leber, Milz 
und Niere. Zeit.schr. f. Morphol. u. Authropol. Bd. IV. 
II. 3. S. 589- 598. - 61) Osawa, Gakutaro. Bei 
träge zur Anatomie des japanischen Riescnsnlamauders. 
8. Tokio. 207 Ss. Mit 44 Taf. - 62) Poirier. P. *«t 
A. Charpv, Traite d'anatomie humaine. 2e edit. 8. 
Paris. T. IL F. 2. Avec 150 (ig. F. 4. Les lympha- 
tiejues. Avec 117 (ig. T. III. Systeme nerveux. — 63) 
Pulli;. F.. Carlo Cattauco come antropologo c come 
etnologo. Arch, d antropol. Vol. XXXII. F. 1. p. 166 
bis 170. — 64) Rädl. E.. Bemerkungen zu den Vor- 
schlägen von K. Eick, die wissenschaftliche Sprach- 
verwirrung betreffend. Anatom. Anzeiger. Bd. XXI. 
No. I. S. 27— 29. — 65) Kamön y Cajal, S.. Textura 
del sistema nervioso del hombre y de los vertebrados. 
F. 6. Ton 145 (lg. — 66) Bauber, A . Lehrbuch der 
Anatomie des Menschen. 6. Aufl. Bd. I. Abth. 1. 8. 
Leipzig. X u. 921 Ss. Mit 1143 Fig. Bd. II. 1903. 
9«7 Ss. Mit 900 Fig. — 67; Ketzi us, G.. Skrifter 
i skilda ämnen iämte nagra bret nf Anders Ketzins. 
8. Stockholm. XXVIII u. 288 pp. — fiS) Bieber, P., 
Introductiou ä fetude <le la figure humaine. 8. Avec 
figures. — 69) Sachs. IL, Bau und Tbätigkeit des 
menschlichen Korpers. 8. Leipzig. Mit 37 Fig. — 70) 
Sauo. F.. Inleiding tot de studie van het vijfde hals- 
segment bij den mensch. Handel, van het vijfde 
Vlaainsch Natuur- en lieueeskundig Congres. geh. tc 
Brügge op 29. Sept. 1901. 7 Ss. Mit 5 Fig. — 71) 
Santesson, C. Ii., Axel Kev. Nordisk med. arkiv. 
Bd. XXXIV. 1901. F. 3. S 1-12. — 72) Schider, 
F., Plastiscli-anatomi>eher Hand-Atlas. 4 Mit 116 Taf. 
-- 73) Sehmalt/., Anatomische Colleghelt-Skizzcn. 
2. Aull. Berlin. Mit 25 Taf. 4. — 74) Schult/.e, 0„ 
Atlas und Grundriss der topographischen und ange- 
wandten Anatomie. 4. München. 1903. 156 Ss. Mit 
70 Taf. ii 23 Fig. 75: Schwalbe, G . Ernst Mehnert. 
Anat. Anzeiger. * Bd. XXII No. 17 und 18. S. 387—392. 
7«) Derselbe. Wilhelm Ptilzner. Ebenda*. Bd. XXII. 
No. 22. S. 481-487. 77 Derselbe, Dasselbe. 
ZeiUehr. f. Morphol. u. Anthrop. Bd. V. H. 3. S. V 
bis XII. — 78) Seleuka. E.. Studien über Entwicke- 
lungsgesehichte der Thiere. 4. 1903. Herausgcg. von 
F. Keibel. IL 10 Menschenaffen; .Schädellehre. Mit 
I Taf. u. tu Fig. 79) Smith, S., How to study 
an itomy. New York medical record. Vol. LXIII. No. 1. 
p. I (i. -- So Sormani, G., Commemora/.ione del 
prof. Giuho Bizzozen». Giorn. d. soeietä Italiaua di 
igiene. 1901. Ann- XXI11. No. 6. p. 249—263. — 
81; Tenehini, L, Compendio di anatomia umana nor- 
male. 8. Milano Vol. I e IL p. XV e 342: p. IX 
,. 4(jt;, - 82) Terry, R. ,1.. A one-year anatomical 
eour.se. American iourn. of anat. Vol. I. No. 4. 
p. 507 508. — 83) Thierry. E, Le eheval. Ana- 
tomie, physiologie etc. Paris. Avec 5 pl. et 87 fig. 

- 84: Thilo. <)., Maschine und Thierkörper. Bericht 
über d. Verharidl. d. 5. intorrtat. Zouiogen-Congresses 
zu Berlin. 1901. S. 501 5i>3. S5i Toply. K.. 
Rieardus. Anglicus, Anatomia. c. a. 1242 — 1252. Ad 
lidem cod. sus. n. 1634 in bibl. Pulatma Vindob. etc. 
4. Wien. Cum 1 lab. — 86' Treves. F. Surgical 
applied anatomy. New ed.. rovi<ed by the author, 
with the assislauee of A. Keitlt. Luiiduii. 1901. 
571 pp. With 80 ligs. - 87,i Triepcl, IL, Einlührung 



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Krause, Dkscriitivb Anatomie. 



3 



iü die physikalische Anatomie. Thcil 1 : Allgemeine 
KJastifitiits- und Festigkeitslehre in elementarer Dar- 
stellung. Teil 2: Die Elasticität un<] Festigkeit der 
menschlichen (iewebe und Organe. S. Wiesbaden. X 
u. 232 Sa. Mit S Taf. u. 23 Fig. - 88) Vol terra, 
V.. Sui tentativi di applieazione dellc matematidie alle 
scieuze biologiche c social i. 8. Koma. 194)1. 26 pp. 

— 89) Welckcr, II., Gewichtawerthe der Korperorgane 
hei dem Menschen und den Tbieren, herausgegeben von 
A. Brandt. Arch. f. Authrop. Bd. XXVIII. H. 1 u. 

S. 1—89. — 90> Wcuglcr. J., Ein Versuch, das 
speeiftsehe Körpergewicht beim Menschen zu bestimmen. 
Wiener med. Wochenschr. .lahrg. MI. No. 37. S. 1739 
Iis 1742. No. 38. S. 1799-1802. — 91) Wieders- 
In- im, lt., Der Bau des Menschen als Zeugnis» für 
seine Vergangenheit. 3. Aufl. 8. Tübingen. V III u. 
243 Ss. Mit 1 Taf. u. 131 Fig. — 92) Derselbe, 
Vergleichende Anatomie der Wirbelthicre. Für Studi- 
rt-ude bearbeitet. 5. vielf. uragearb. u. stark vermehrte 
Auflage des Grundriss der vergleichenden Anatomie der 
Witbelthiere. 8. Jena. XIX u. 686 Ss. Mit l Taf. 
u. 379 Fig. — 93) Wilson, J. T., The medical curri- 
rulum. Australasian med. gazette. Febr. p. 1 — 4. — 
H) Ziehen, Tb., Macroscopisehe und microscopisehe 
Anatomie des Gehirns. Anatomie des Nervensystems, 
v. Barde leben, Handbuch der Anatomie.) 8. Jena. 
Bd. IV. 2. Lief. S. 403 576. Mit 1 Taf. u. 123 Fig. 

— 95) Zuckerkandl, F., Atlas der topographischen 
Anatomie. II. 4. Becken. 8. Wien. 25. 413—593. Mit 
113 Fig. 

Die Baseler anatomische Nomenclatur ist 
jetzt auch in dem weitverbreiteten anatomischen Atlas 
v -Ii H e i t z in a n n (39) durchgeführt, den Zuckerkandl 
:u 9. Auflage herausgegeben und vielfach umgearbeitet 
hat. Die Abbildungen sind farbig gehalten und nament- 
lich die Muskeln braun colorirt. 

In einer sonst sehr anerkennende!! Rocension von 
Spaltehol z' Atlas beanstandet Bardeen (4) die Ver- 
wendung lateinischer Ausdrücke in der neuen anato- 
mischen Nomenclatur. Statt Foramen supraorbitale 
würde man in England lieber sagen: supraorbital 
; iramen, statt Spina tiasalis lieber: nasal spine u. s. w. 
Nun ist die englische anatomische Nomenclatur be- 
kanntlich «-in Gemenge von lateinischen und aus 
dem Lateinisch«!) genommenen englisirtcn oder cor- 
rumpirten Ausdrücken, denen noch einige englische 
Wörter wie spieen statt Spien oder Lien beigemischt 
sind: hier wäre es gewiss nöthig. etwas mehr Ordnung 
zu schaffen. Der Schwerpunkt der Sache liegt aber 
anderswo. Man kann eine internationale Nomen- 
clatur weder deutsch noch englisch herstellen, höchstens 
■twa französisch, weil dies Jeder versteht, falls die 
Nomenclatur nicht lateinisch sein soll. Die letzteren 
Ausdrücke kann jede Nation, wie sie will, in ihre eigene 
Sprache übersetzen, wenn nur einmal bei jedem Aus- 
druck der lateinische hinzugefügt wird. Spricht man 
beispielsweise von einer Viper, so weiss keiu Zoologe, 
*.is das sein soll, die Pelias oder Vipera berus kennt 
•ledermann. Die Begründung der wissenschaftlichen 
Zoologie auf die von Linne geschaffene lateinische 
Nomenclatur scheint Bardeen nicht beachtet zuhaben. 

In diesen Berichten über Anatomie und Histologie 
«.-rden jährlich etwa 2000 Titel (diesmal 1950) auf- 
führt. Ein nicht unbeträchtlicher Theil der Abband 
lungeu ist theils in Sprachen geschrieben, deren philo 



logische Schwierigkeit sie hindert, sich in den Cultui- 
liiiidcrn zu verbreiten, theils sind sie gewöhnlich noch 
dazu in schwer zugänglichen Berichten gelehrter Gesell- 
schaften oder auch in neu entstehenden Zeitschriften 
kleinerer Länder enthalten. Um der daraus entstehen 
den, alljährlich zunehmenden Verwirrung abzuhelfen, 
schlägt K. Fick (30) vor, die referirendcu Journale und 
Jahresberichte sollten consejuent nur die vier eigent- 
lichen Cultursprachen berücksichtigen, v. Adelung 
(1) will jedenfalls das Russische von dieser Beseitigung 
ausnehmen, freilich ohue die oben erwähnte sprachliche 
Schwierigkeit in Betracht zu ziehen. 

Den Bemerkungen über wissenschaftliche Sprach- 
sünden (Her. f. 1901. S. 3) hat Klunzingcr (45) 
noch Einiges hinzugefügt. Besonders ist vor hybriden 
Wortbildungen, die aus zwei verschiedenen Sprachen 
genommen sind, zu warneu, ferner vor lateinischen Zu- 
sammensetzungen . welche wohl im (iriechischen ge- 
stattet siud. Man sollte z. B. Neurolemm schreiben, 
statt Neurilemm, aber albifrons, nicht albofrons. Biologie 
bedeutet richtig die Lehre von den Lebcnseigetischafteu 
der Thierc und Pflanzen, keineswegs aber deren Mor- 
phologie, wofür es gewöhnlich fälschlich gebraucht wird. 

Die schwierige Frage, wie das Studium der Ana- 
tomie mit der Zersplitterung der Medicin in zahlreiche 
Specialfächer in Einklang zu bringen sei, erörtert 
Wilson (93) in einem interessant geschriebenen 
Artikel. Es wird nichts übrig bleiben, als zu einer 
Theilung der Arbeit zu schreiten, da unmöglich jeder 
Student der Medicin für die complicirten Verhältnisse 
der Nervenbahnen und Ganglienzellengruppen in dem 
nervösen Centraiorgane interessirt werden kann. Um 
gekehrt meint Lewellys Barker (Bericht für 1901, 
S. 2), der einen Abriss aus der Geschichte der Ana- 
tomie giebt, das Studium des centralen Nervensystems 
solle für ebenso wichtig gelten als irgend eine chirur- 
gisch interessante Gegend, wie z. B. das Perineum. An 
den neuen italienischen Vorschriften für das Studium 
der Medicin tadelt Chiarugi (14). dass die topo- 
graphische Anatomie verhältnissmässig vernach- 
lässigt sei. Selbst Solche, die in den ersten beiden 
Studienjahren gute Kenntnisse in der descriptiven Ana- 
tomie erworben haben, vergessen die letztere während 
der klinischen Semester zum Theil. Die sehr grosse 
Mehrzahl der Studirenden sucht mit möglichst wenig 
Kosten und namentlich mit möglichst geringer An- 
strengung durch das erste Examen zu kommen. Im 
ersten Studienjahre sollte die allgemeine und irr. letzten, 
fünften Jahre die topographische Anatomie mehr in den 
Vordergrund gestellt werden. 

Die Studirenden in einem einzigen Jahre in der 
Anatomie auszubilden, hat Terry (82) in Chicago 
unternommen. Das Resultat war, wie vorauszusehen, 
dass die Dinge zwar gelernt wurden, aber nicht recht 
haften wollten. 

Die Methode von Gegenbaur uud seinen 
Schülern wird von Fürbringer (83) in einer grossen 
Abhandlung vertheidigt. Mau muss Morphologie und 
Anatomie auseinander halten und liofleu, das* manche 
als caenogenttisch betrachtete Vorgänge sich -.ehliess- 

r 



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4 Kkausk, Dbhci 

lieh noch besser aufklären lassen werden. Dohm und 
Kabl (Bericht f. 1901. S. 7) hatten sich gegen die von 
F. vertheidigte Richtung gewendet und Kabl hatte 
hervorgehoben, dass physiologische und cntwiekelungs- 
geschiehtliehe Erwägungen bei letzterer Methode eine 
nur sehr untergeordnete Holle spielen. F. eröitert dann 
spt-eiell die Kreuzung des N. trochlcari«, die Arelii- 
pterygiumhypothese u s. w. 

Die Kingeweide der rechten K ör pe r Ii äl 1 t e beim 
Fötus sind nach Moorhead (57) vom fünften Monat 
au im Verhält niss von 52,6 : 47.4 schwerer als die der 
linken Körperhälfte. Hierzu tragen die Hrusteingeweide 
ebenso wohl bei, als die Baucheingeweide. 

t'ao (12) stellt nach dem Vorgänge von Pignet 
(1900) eine empirische Formel auf. um bei der Beur- 
teilung der körperlichen Beschaffenheit Militärpflich- 
tiger sich auf bestimmte Zahlen wert hc stützen zu 
können. Sei die Körperhöhe 164 cm. der Brustunifang 
82 cm und das Körpergewicht 52 kg, *o erhält man 

164- (82 + 52) = 30 
und die letztere Ziffer drückt den numerischen Werth 
(Vakre numerico) des betreffenden Mannes in Betreff 
seiner körperlichen Entwicklung aus. Beispielsweise 
stellt sich bei den Ziffern 160— <86 + 62) — 12 die 
körperliche Entwicklung weit günstiger heraus. Wenn 
nämlich bei gleicher Körperhöhe der Brustumfang steigt 
und die Schlussziffer kleiner wird, so kann man auf 
bessere Kntwickelung schliessen, ohne dass freilieh 
obige Formel einen mathematischen Werth besitzt. 

II. Anatomische Technik. 

1) Addison, C, Three musetun preparations to 
illustrate the method of preparing speeimens by immer- 
siug thcin for various periods in a Solution of bleaching 
powder, to bring out with morc distinrtness ligameritou* 
and fibrous strueturcs. .lonrn. of anat. Vol. XXXVII, 
P. 1. With one tlir, — 2) A Ilain, L , Conservation 
des cadavres par le foruiöl; avantages et inoonvonients 
de la forniolisatinn en toxieok.gie S. The*". Bordeaux. 

- .'Ii Andres, A., Di un nuovo iustrument» misura- 
lore per la somatornelria (soinatometro a compis*..). 
Kendie. iie| istit. I.oinb. di sejenze. \'.,l. XXXV. 
F. 12. p. 529 533. ton 4 tav 4) Berliner.)'.. 
Die Kntwickelung der Moulagenteehnik. Deutsche med. 
Fresse. No. 11 S. IC. — 5i Bradley. Cham-ck, 
A.. A method i.f cranioinetry for mammul.s. Froe. o! 
the R physic, soe. ff Edinburgh. Vol. XV p. 4.'! bis 
53. With 4 fig*. • <'.) Bröselt, A., Ein neues Leichen- 
i'onserviinngsverfahren. Wiener iiiedieiii. W-'-ehenschr. 
•lahrg. I.II. No. 7. S. 310. 7; I! u r zy n s k i. A.. 

Leber die Coiiserv irung der Oi^ane in ihren natürlichen 
Farben. Poln. Areh. I. In. I. "a. med. WNs-msch. 1901. 
Bd. I. II. 1. S. 33. — v re.mil. \ .. Teohniquc de 
Fautopsjc du eoetir. L i Semainc im die No. 40. p ,'{21 
Ion 323, Avec I lig. 9) Ciwl. Rentgenucgativo 

der oberen Bni-t,qo)'t ur des Menschen. Areh, f. Anat. 
Fhysi,,[. Abth. II, 3 4. S. 341 - 10' Dmialdson, 
IL IL, !>(! a |..niiula l >r determining the weight <>f the 
central r,vi\-i|s s\ st, rn of the trog fl"!ll the weight and 
le t .i;lh .,, its -i.titc be-dy . >. 1903 - II) tiuille- 
inmo t, IL. Scia^r.iuiiin-.s oi tle^enaux du thorax : leur 
emjd-i p-ur Ii if.Mvis.iti..!, des anomalies et p.oir la 
meiisu! iti-.n d-s v.r^aiies. «'..mptes rend. de laead, de 
Paris. T. fXXXIV. N... 25. p. 1524 152«. 12 
H am an n . F n u-u< r Röntgen tisch. F..rt.scbr. a. d. 
• iebiett d r 1! • ' u V |s > r ■ < 1 1 len. Bd. V. IL «. S. 354 
bis .".5S. Mit Fig. - 13': II ard e s t y . .1. Nein e,,| 



'TIVK ANATOM1K. 

teehnique 8. London. With 4 tigs. — 14) II erring. 
A. F., A new method of teaching the macroscopical 
anatotnv of the central nervous svstem. Bullet, of the 
Johns Hopkins Hosp. Vol. XIII." No. 133. p. 85. - 

15) Kadyi. IL. Das Fornialdehyd im anatomischen In- 
stitute der Lemberger Universität. Polu. Areh. f. bi 

u. med. Wisselisch. 1901. Bd. I. H. 1. S. 16. 

16) Killian. Ii., Ein Vorlesungsmodell der Nase und 
ihrer Nebenhöhlen. Areh. f. Laryngol. Bd. XIII. II. 1. 
S. 1—8. Mit 4 Fig. — 17) Lachi, F., L"n apparecehio 
per la rapida maeerazionc delle ossa. Monitore zoolo- 
gico Italiano. Anno XIII. No. 3. p. 6«— 71. Con 
una tig. — 18) Lenhoss.'k. M. von. Ein kleiner Bei- 
trag zur Technik des anatomischen Unterrichtes. Anat. 
Anzeiger. Bd. XXII No. 23. S. 502-504. — 19) 
Marpmaun.G., Eine neue f.nservirungsfHissigkeit für 
zoologische Objecto. Zeitschr. f. angew. Microsc. 1901. 
Bd. VII. H. 9. S. 235. — 20) Heynes. II , Sur un 
nouveau mode de conservation des pieces anatomiqnes 
par un melange de sublime et de formol. Marseille 
medie. 15. avril. — 21) Sabin. R. F., An alias of 
the medulla and mid braiu. 8. Baltimore. 1901. — 
22) Symington. J.. Are the cranial contents displacod 
and tlie hrain damaged bv freezing the entire head? 
.lourn. of anat. Vol. XXXVII, P. 2. p. 97-106. 
With one pl. (Abbildung eines Gehirns, welches durch 
das Gefrieren nicht beschädigt worden war). — 23) 
Terry, R. .1., Seetions of deealeified body. American 
journ. of anat. Vol. 1. No. 4. p. 508. — 24) Walsem, 
G. 0. van. Das Aufsagen des Schädels ohne Verletzung 
der Dura mater. Virchow's Areh. Bd. CLXX. H. 2. 
S, 366-373. Mit 1 Holzschn. 

Die an der Universität in Ithak.i übliehe Methode 
der Leichen Conservirung in abgekühlten Räumen hat 
Kcrr 'Bericht f. 1901. S. 4 speciell beschrieben. 

Um die Osteologie der Nasenhöhle zu er- 
läutern, benutzt Killian (16; ein zerlegbares Modell. 
Auch von der Nasenhöhle des menschlichen Fötus aus 
dem 6. Schwangerschaftsmonate giebt K. eine Ab- 
bildung. 

Einen Apparat um Knochen zu maceriren und 
zu entfetten, hat Lachi (17) onstruirt, der mehrere 
Vorzüge vor dem älteren Veilaliren von Teich mann 
(1SS7; haben soll: namentlich wird der unangenehme 
Geruch vermieden. 

HI. Osteologie. 

Ii Addison, C. A cervieal rib ou eacb side. 
.lonrn of anat. Vol. XXX VII. F, 4. p. LXXIV-LXXVI. 
With one tig. — 2) Adolphi. H.. Leb-r ein Hunde- 
skelett mit sogenannten Halsrippen bei nur 26 Frä- 
sacialwirbeln. Morphol. Jahrbuch. Bd. XXX. II. 1 
u. 2. S. 374 - 375. — 3 Aleziis. IL. Quelques ad- 
aptations fonctie.nnelles du rachis cervical chez les 
inammileri's. ("ompt. rend. de la 30 me session de 
rassoeiatieii traue, pour l'avaucement des seMcnc. :i 
Ajaccio en 1901. P. II. p .582 5>s. Avec II fig — 
4: Derselbe, I.'arficulatioii du eomle de la taupe. 
t'otuptes rend. de la soe. de biolog. T. I.IV No. 36. 
f.. 1499—1501. — 5) Derselbe, Le membre pelvien 
du Kangourou. t' .mpt. rend. de r.iss .c. des auabunistes 
traue, a Montpellier, p. 87—89. — «All i rd . De la laxite 
des l'g.ini'ii'.s aiticulaii-. ■> de la uiain. 1901. These. S. 

Bordeaux. 8) A t I . P. et L S-n n rt. Sur les 

Variation* des segtnents vertebroestaux chex l'homme. 
B;bli..graphie anat. T. \. F. 4 p. 214- 2.">9. Avec 
7 lig. - 9 '• Dieselben, De quelques Variation* dans 
V n-itibic d-s v>-r t.'-Hres eh./. 1 ' 1 1 . • t : 1 1 1 1 . * . lear inter. 
{•rvtati-n. Journ. i)e l aii.it. Ann •■ AX.WIII. No. 3. 



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Krai.sk, Dhscriptivk Anatomie. 



5 



217-258. Avec 2 pl. — 10) Anderson, R. J., 
the relationships of the praemaxilla in the bears. 
Niture. lt>01. Vol. LX1V. No. 1CG7. p. 587. — 
II; Derselbe, Dasselbe. Heport of the 71. mecting 
'■i the British association for lli<: ndvanceruent of 
>citiire at Glasgow in 1901. p. 681 u. 682. 12) 
Derselbe, Dasselbe. Internat. Monatsschrift f. Anat. 
Bd. XIX. H. 5 ti. 6. S. 167-175. Mit l Taf. u. 
h Ftp. — Iii) Derselbe, A note on the occipito- 
.•»tliiid articulation in sonie arctoi'is. Juiirn. of anat. 
V.l. XXXVI. I'. 4. p. 368-. '{71. With 15 ligs. 

14) Derselbe, A note on the prcmaxilla in so nie 
mammal*. Verband!, 'les 5. intern. Zoologen Congresscs. 
Berlin. 1901. S. 1118—1127. Witt» 40 ligs. 15) 
Hersel bc, Some questions with rcfcrcnce to <.ceipit.il 
ooiidyles. British med. jonrn. Nu. 217«. p. 7S5. - 
l^i Authon v. L'cvolutk'ii du pied huniaiii. Revue 
sneiitü. 1903. T. XIX. \o. 5. p. 129—1:19. Avec 
21 (ig. — 17) Bahr, F., Der Oberschenkelknochen als 
statisches Problem. Aich. f. k liti. Chir. Bd. 1. XVIII. 
II. 1. 1 S. IS) Barclay, K- Smith, Two rare 

v-rtebral auomalies. .lourn. of anatomv. Vol. XXXVI. 
P. 4. p. 372-374. With 2 ligs. — l</> Bcddard. F., 
"ii the carpal organ in the female Hapalcmur griseus. 
I'roeeedings of the zool. soc. of London. Vol. II. 1'. 1. 

158—163. With 4 ligs. 20) Bern nie Ion. 
.1 K. van, l'eber das Os praemaxillare der Moiio- 
tr.tuen. Verhandl. des 5. intern. Zoologon-Cotigre.sscs. 
Berlin. l'JOI. S. 596 u . 597 (Bor. f. 1901. S. 5). 
21) Bianehi, S., Sulla divisionc dell' o.so parietale 
e sul suii sviluppo. Atti dell' accad. dei fisioeritici di 
Sien,-». 1901. Vol. XIII. No. 7 e 8. p. 23«. — 23) 
Boege, K., Zur Anatomie der Stirnhöhlen (Sinus fron- 
tales). Inaug.Diss. 8. Königsberg i. l'r. 55 Ss. Mit 
einer Taf. — 24) Bogusat, II., Anomalien und Varie- 
täten des Brustbeins. Iiiaug. -Diss. 8. Königsberg i. Pr. 
34 Ss. — 25) Bovcro, A-. Mancanza quasi eompleta 
«Ulla »<]uama temporalis nel eranio umano assoeiata 
ad altre anomalie. Archiv. Italiano di otologia riuol. 
e lariug. Vol. XIV. F. 1. p. 1—13. Con 2 lig. — 
26] Derselbe, Dasselbe. Compt. rend. de la session 
des anatom. franeais ä Montpellier, p. 262—271. Avec 
2 lig. — 27) Brcmc, G, Lieber die durch Pacehioui- 
scLe Granulationen verursachten F.indrückc der Schädel- 
knochen. Zcitschr. f. Morphol. u. Anthropol. Bd. V. 
H. 3. S. 415- 437. Mit 5 Fig. 28) Broom, lt., 
Remarks on certain diflerences in the skull ol Dievno- 
donts, apparentlv due to sex. Proceedings of the zoolog. 
society. London'. Vol. II. P. 1. p. 86-88. Wilh 
2 figs. — 29) Brühl, G., Die Zweitheilung der Neben- 
b GLleo der Nase. Zeitschi. f. Ohrenheilk. Bd. XXXX. 
H. 4. S. 343-354. Mit 10 Taf. - 30) Büdinger. 
K , Der Spongiosabati der oberen Extremität. Th. 1. 
Zcitschr. f. Heilkunde. Bd. XX1U. H. 12. S. 305-376. 
Mit 5 Taf. u. 46 Fig. — 31) Caradonna. G. B., 
t-Vstituzionc anatomica e topogralica delle regioni del 
piede dei bovini. 8. Torino. 1901. 52 pp. Con 13 tav. 
— 32! Deperet, C, Sur le> caracteres craniens et 
les affmites des I.ophiodon. Compt. read, de Paris. 
T ( XXXIV. No. 22. p. 1278-1281 Avec 2 lig. - 
33; Dieulafc. L., Les ailcrons rotulieus et les liya- 
ments propres de la rotule. Bibliogr. anat. T. XI. 
V. 2. p. 79—88. Avec 3 lig. — 84) Le Double, 
A. F., La fossettc eerebelleuse moyennc. Kstellc uu 
itigniate auntornnjue caracteristique du eriniincl-nc r 
ibidem. T. XL F. 1. p. 56 — 78. Avec 9 fig. - 
25; Derselbe, A propos d'un eas de coinmuitication 
de la fente sphenoidalc et du trou grand roud de 
l ilisphenoide bumain. Compt. rend. de la sessiou de 
l'assooiat. des anatomistes franeais a Montpellier, 
p. 207-208. Avec une fig. — 3«) Derselbe. Sur 
-J'jei<|iies variations des trous optiqties. Ibidem, p. 209 
t-b 212. Avec une lig. — 37) Derselbe. Du redrossc- 
n- -hl de ia courbure ü coueavite inft rieure et de l'etat 



rectilignc de l'articulation sr|iiamo-parietale. Ibidem, 
p. 213-215. Avec 2 fig. - 38) Duckvorth, W. L. H., 
On an unusual form ol nasal bone in a human 
skull. Journal of anatomv. Vol. XXXVI. Vol. XVI. 
P. 3. p. 207—259. Wilh 2 ligs. 39) Derselbe, 
A note on irregularities in the couformation of the 
post orbital wall in skulls of IIyloh.it?* Mullcri, and 
of au aboriginal native of Australia. Ibid. Vol. XXXVI. 
P. 3. p. 260- 262. With 2 ligs. 40) Dukes, L. 
and S. A. Iwen, Anomahes in the eervieal and Upper 
th-T.icic: region. involving the eervieal vertebrae, first 
rib. and brachial Plexus Ibidem. Vol. XXXVI. P. 8. 
p. 290 - 291. 41) Khrmann. .1., Note sur uue 
anomalie rare de la votite palatine. Gazette med. de 
Strasbourg. No. 6. p. 45 46. Avec une fig. — 42^ 
Klsworth, C. Remarks on the anatomv of the tempo- 
ral bone. British med. journ. No. 2174. p. «15. - 

43) Fere, Ch. et F. Papin, Note Sur quelques Varietes 
de la direetion du tnembre suptrieur. Jonrn. de l'anat. 
T. XXXVIII. No. 2. p. 105-111. Avec 4 Hg. - 

44) Fischer, B.. Leber die liaumengiübcheii. Foveao 
palatinae. Inaug.-Diss. 8. Königsberg. 26 Ss. Mit 
einer Tai'. — 45) Florence. Des variations de l'app.v 
reU hyo'i'dieu. Kcho medical de Toulouse. 1901. T. XV. 
p. 190. — 46) Fossataio, F., Riecreho sperimentali 
sul distaeco traumatico dell* epilisi capitale del femore, 
con «'sserva/ioni sulla struttura auatomica del eollo del 
femore e suM' etiologia della coxa vara degli adolescenti. 
Ann. med. navale. Anno VIII. Vol. II. F. 1 e 2. 
p. 5-23. Con una tav. e fig. ■ 47) Frassetto, F.. 
Contributo alla t«oria rlei .|uattro centri di ossilk-azione 
nell' osso parietale dell' Uomo e dei Primati. Rollet, 
dei inusei di zool. ed anat. comp. d. R. univ. di Torino. 
Vol. XVII. No. 423. 3 pp. Con una lig. — 48) Der- 
selbe, Sur les Uitaiiclles du eräue chez Thomme les 
prirnates et les mammifV-res en gtneral. üssai d'une 
theorie topographique. L'Anthiopologie. T. XIII. No. 2. 
p. 209-218. Avec 3 (ig. — 49) Derselbe. Dasselbe. 
Compt. rend. de la 12 e sess. du congres Internat, 
d'anthropol. et d'archeol. prehist. ä Paris en 1900. 10 pp. 
Avec 3 lig. — 50) Derselbe, Sul foro epitroclearc 
(foramen supra-condy loideum internum) nell' omero dei 
Primati. Rollet, dei Musei di zool. ed anat. comp. d. R. 
univ. di Torino. Vol. XVII. No. 424. p. 10. Con una fig. - 
51) Derselbe. Plagiocelalia c plagioprosopia nei Pri- 
mati. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 1. p. 25 -30. 
Con 3 tig. -- 52) Derselbe, Osservazioni cnmparative 
sul foro olecranico. Atti d. soc. Romana di antropol. 
1901. Vol. VIII. F. 3. p. 264—296. — 53) Gaupp, 
F., Uclier die Ala temporalis des Saugethicrschiidels 
und die Regio orbitalis einiger anderer Wirhelthicr- 
schadel. Anat. Hefte. Bd. XIX. H. 2. S. 159-230. 
Mit 15 Fig. — 54) Ghillini, C. e S. Canevazzi. 
Considerazioiii sullc condizioni statiche dello schcletro 
umano. Bullet, di scienze medie. 1901. Anno I.XX1I. 
V. I. F. 11. p. 544 552. — 55) Dieselben, Sülle 
condizioni statiche del femore. Policlinico. Vol. IX- 
F. 1 e 2. p. 47 — 52. Con tig. - 56) Dieselben. 
Uelier die statischen Verhältnisse des Oberschenkel- 
knochens. Aich, für klin. Chir. Bd. I.XV. II. 4. 
S. 1014-1022. Mit 2 Fig. (Her. f 1901. S. 6). 
— 57) Dieselben. Dasselbe. 8. 1903. — 58) 
Giutfrida-Ruggeri, V.. I n caso di atrolia dell' ala 
magna dello sf'-noide e altre partieolarita nella norma 
laterale. Considerazioiii sul signiticato gcrarchico delle 
anomalie rrauichc. Monit. zoolog. Italiano. Anno XIII. 
No. 1. p. 7 — 13. Con 2 lig. — 59i Gregor. K., Die 
Kntwiekelung der Athemmeehanik im Kindesalter. 
Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 6. S. 119 -125. - 
601 Griffiths. .1., The normal position of the big toc. 
Jouru. of anat. Vol. XXXVI P. 4. p. 344-355. 
With 8 lit;s. — 61) llarniati. N. Bislo.p, \ eliild 
possessing the minimal form nf ii»sura faeialis. .b.urn. 
of anat. Vol. XXXVII. P. I. - «->. II um: I «an-! er, 



r, 



Krause, Pbscriptivk Anatomib. 



A., Untersuchungen über die Ossification des mensch- 
lichen Fussskeleles. Zcitschr. f. Morphol. u. Anthrop. 
Bd. V. II. 3. S. 488 - 508. Mit I Tut. u. 29 Fig. — 
63) Hatcher, J. Beil.. Structure of Ihe pelvie girdle 
in the Saiiropoda. Science. Vol. XVI. No. 400. 
p. 349- 350. — «4) Le Hello, 1'., Actions muscu 
laires et ligamcnteuscs preposces nu maintien de la 
Station debout et devenant des inlcrmediaires indis- 
pensable.-* dans l'utilisation des forces locomotriees chez 
le cheval. Journ. de l'anat. XXXVIII. No. 3. p. 276 
bis '281. Avee 2 tig. — 65) Hepburn, I). and D. 
Watcrston. The pelvie ravity of the Porpoise (Pho- 
eoena communis) as a guidc to the deteruiiiialion ol a 
sacral region in Cetaeea. Report of the 71 st meeting 
of the British associalion for the advaneement of seienee 
at Glasgow in 19(11. p. 680 681. - 66) Hrdlieka. 
A., Certaiu raeial eharaetoristics of the base of the 
skull. Anieriean Journal of auatomy. Vol. I. No. 4. 
p. 508 — 509. — (-7) Derselbe, New instances ol com- 
plete division of the nialar hone, vrith mdes nu in- 
completc divinion. Amerienn. Naturalist. Vol. XXXVI. 
No. 424. p. 273 294. With 15 ligs. — 118) Hülsen, 
K., Die Druckfestigkeit der langen Knoehen. Die 
mechanische Bedeutung der Beziehung der Lange zum 
Diameter der Knoehen. Wrhandl. d. 5. intern, Zoolog. - 
Congrcsscs. Berlin. 1901. 8. 452 — 4(10. Disru«M"n: 
Rom, Ct. Tornier (Bericht f. 1901. S. 7). — fi9) 
.laekel, 0., Die Zusammensetzung des Sehnlteigürtcls. 
Kbeudas. S. 610-612. Mit 1 Fig. — 70) .laja, F., 
Sopra uu easo di assenza congenita parziale della tibia 
destra cd assenza dei duc astragali. 1901. Atti di 
soc. chirurg. Italiana. 17 pp. fori tig. — 71) Jnf|uet. 
Ktude du si|uelette ccphalii|ue d'une Carpe Dauphin. 
1901. Bull, de la soe. des sc. de Bucarest. Anne« X. 
No. 6. p. 544 - 557. Avcc 2 pl. — 72) Joachims- 
thal, (i.. l'eher Structur, Lage und Anomalien der 
Kniescheibe. Arch. i. Anat. I'hysiol. Abth. H- 8 u. 4. 
8. 351—360. — 78) K asper, " A., L eber den Atlas 
und Fpistropheus bei den plcurodireti Schildkröten. 
Arb. a. d. zool. Instit. d. Univcrs. Wien. T. XIV. H. 1. 
36 8s Mit 5 Fig. — 74) Keith, A., The extent. to 
»hieb the posterior segments of the body have been 
transmuted and suppressed in the cvulutiou of mau and 
allied primates. Joutn. ol anat. Vol. XXX VII. P. 1. 
p. 18-40. Wiih 4 ligs. — 75) Derselbe. Inflation 
of the nasal eanal in the skulls ol adult Gorillas and 
Cbimpanzecs and the relative development of the sinus 
maxillaris and inferior meatus in man and ape. Und. 
Vol. XXXVI. F. 4. p. XLV11-LL With 3 ligs. 
76) Kempson, F. C, Fmargination of ihe patella. 
Ibidem. Vol. XXXVI. P. 4. p. 419—420. With 3 rigs. 

77) Kerr, J. G, The origin of the paired limbs ol 
vertebrates. Report of the "Ist meeting of the British 
association f. the advaneement nf seienee at Glasgow 
in 1901. p. C93-695. -- 78) Kidd. W. The stcrnal 
angle in man. Juurn. of anat. Vol. XXXVII. P. 1. 
p. l.XVll— LXX. With one (ig. — 79) Kirmiston, 
F , Les difformites aequises de l'appareil locomoteur 
|H'iidant Tenfanee et l'adoleseence. 8. Paris. Avec 
43(1 tig. — 80! Kühler, A. A.. Untersuchungen über 
die Phalangeiibäiider der Hiusthiere und das Vor- 
kommen der Sesarnbeinc an den Zehen der Fleisch- 
fresser. Inaiig.-Diss. 8. Bern. 22 8». Mit 7 Fig. — 
81; Derselbe, Dasselbe. Arel). f. wissensch. u. pract. 
Thietheilk. Bd.XXIX. II.lu.2. 8. 69 -108. Mit 7 Fig. — 
82 1 Launois. I'. F. et P. Boy. Des relations qui 
existent entre iVtat des glandes genitales mä-les et le 
d- veloppement du Miueltlte. Compt. rend. de la soe. 
de biulog. T. L IV. NU. 1. 83 Lawrence, Dukes 
and 8. A. Owen. Anomalie* in the ceivieal and upper 
thoracic region, involving the. eervical vcrlcbrae. lirst 
rib and hraehial plexus. Journ. of anat. Vol. XXX VI. 
P. 3. p. 290- 291. - 84) Lüben. N.. l'ntcrsuchun- 
gen zur vergleichenden* Segmenul - Anatomie. Petrus 
Cimper. D.II. AH. 1. 8. 44" 134. Met 2S afb. - 85) 



Lycklama ;'< Nijeholt, H. .1., Bericht f. 1901, S. 10, 
Z. 33 v. o. I. Radius statt L'lna und umgekehrt. 
86) Maealister, A.. A note on the third oecipital 
condyle. Report of the 7IJst meeting of the British as- 
sociation f. the advaneement of science at Glasgow in 
1901. p. 7S9. 87) Derselbe, 8ome notes on the 
morphology of transversc vertebral processes. Ibidem, 
p. 789. • 88) Maephail, A.. Riidimentarv tirst dor- 
sal ribs. Journ. ol anat. Vol. XXXVII. P 1. p. LXX 
bis I.XX1V. With 4 ligs. 89) Maggi, I... Interim 
alla formazionc del foro sovraorl.itale. Rendie. del istit. 
Lomb. delle seienee. Vol. XXXV. F. 16. p. 706 — 714. 
(.'on lig. — 90) Derselbe, Postfrontalt e sovraorbitali 
negli animali e neiruomn adult«. Ibid. Vol. XXXV. 
F. 12. p 534 -541. Co,, lig. 91) Derselbe. 

Note eraniologirhe. 8. Puvia. 28 pp. •- 92) Der- 
selbe, Semiossicini lontanellari eoronali e lambdoidei 
e andamento di sulure nel cranio de manimiferi e 
dell'uomo. Ibid. 1901. Vol. XXXIV. F. 18. p. 1 105 
bis 1117. Con una tav. — 93) Markowski. J., l'eber 
die Varietäten der Ossificntiou des menschlichen Brust- 
beines und über deren morphologische Bedeutung. Pol- 
nisches Arch. I. biolog. Wissenseh. Bd. I. Ii. 3. 8. 375 
bis 510. Mit 8 Talein. — 94) Mehncrt. F.. Ratiten- 
becken, als Beleg für meehaiiisehc Umgestaltung in der 
Ontogenie und phylogenetische Beziehung zum Becken- 
gürtel der Dinosaurier. Anatom. Anzeiger. Bd. XXI. 
KrgHiizungshelt. 8. 249 -253. — 95) Meis, de und 
Parascandolo. Anatomie und Pathologie der .Stirn- 
hohlen des Hundes. Deutsche thierärztl. Woeheiisehr. 
1903. Jahrg. XI. No. 8. 8.17—20. No. 5. 8. 41- 44. 

— 96) Merkel, F.. Bemerkungen zum Beckenwacbs- 
thum. Anat. Hefte. II. 64 u. 65. 8. 121 — 150. Mit 
4 Tal. -- 97! Morcstin. H., Doigts et orleils super 
numeraires. Bullet, de la soc. anat. de Paris. Armee 
LXXVII. T. IV. No. 1. p. 64-66. — 9S) Mouret, J.. 
Rapports du sinus frontal avec les cellules ethmoidale.s. 
Bull, du congris de la soe. fram.aisc de l'otol. ä Bor- 
deaux en 1901. 44 pp. Avee 22 fig. — 99) Der- 
selbe. Sinus frontaux supplementaires. Compt. rend. 
de la Session de l'assoe. des anatom. frane. ä Montpellier, 
p. 25—27. — 100) Nussbaum. M., Zur Anatomie 
der Orbita. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. Suppl. 8. 137 
bis 143. — 101) Nystrom. A.. l'eber die Formver- 
änderungen des menschlichen Schädels und deren Ur- 
sachen. Archiv f. Anthrop. Bd. XXVll. IL 4. 8. 623 
bis 642. — 102) Osborn, Hg. F., Vertebrate paleon- 
tologv at the Carnegie museum. Science. 1901. Vol. XIV. 
No. 354. p. 578-579. — 108) Pancoast, H. K.. 
Orvieal rib. Medic. bull, of the univ. of Pennsvlvania. 
Vol XIV. No. Ii. p. 394. — 104) Parker'. C. A.. 
A skull showiug an unusual number of Wormian bonos 
associated with iinperfect skeletal development. Ameri- 
can journ. ol anat. Vol. I. No. 4. p. 510 (172 Schalt- 
knoehen in den Deck knoehen des Schädels). — 105) 
Patel, Sinus frontaux et cellules ethmoidales anorma- 
leinen t dt veloppes. Lyon medical. No. 9. p. 319 — 320. 

— 106) Pa te 1 1 an i - Rosa , 8., II bacino osseo dei 
vertebrati specialinente «lei manimiferi. Arch. di ostet. 
Anno IX. No. 4. p 214-250. No. 5. p.28«.t-320. No.fi. 
p. 359-384. No. 7. p. 456-471. No. 8 p. 528-536. 

- 107) Peyiot. Recherche* sur les ligamcuts ante- 
rieurs actils et passifs, et plus particulierement sur lo 
ligament de l'articulation coxo-fciiiorale. These. 8. Bor- 
deaux. — 108) Philippe, L., Appendiee xiphoide. 
8. Tonion. Avec une pl. — 109) Piersol, Ci. A., 
Congenital perforations of the parietal bonos. Medical 
bullet, of the nuiv. of Pennsylvania. Vol. XV. No. 6 
and 7. p. 203. — 110.- Rauber, A., Os styloideuin 
carpi uud Processus suprarondvloideus humert beider 
Korperhälftcn. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 9. 8.263 
bis 268. Mit 4 Fig. - 111) Derselbe. Zur Kennt- 
niss des <»s stvloideum carpi ultimale. Fbenda_selb.st. 
Bd. XXII. NÖ. 9 u. 10. 8. 210-214. Mit 3 Fig. — 
112) Derselbe, Zur Kenntnis* des Os interfroutalc 



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Krause, Dkncriptivr Anatomir. 



7 



und *upranasale. Ebcndas. Bd. XXII. No. 9 u. 10. 
S. 214-221. Mit 7 Fig. — 113; Kegälia, E.. Colle- 
z*ooe osteotogiea di E. Regälia in Firenze. 15)01. Arch. 
di antropol. e etnol. Vol. XXXI. p. 265-270. — 114) 
Kegnault, F., Sur im cas d'absence du ncz et de 
divisiou de Tos parietal. Bullet, de la soc anatomique. 
Paris. Annee LXXV1. T. III. p. G4I— 643. Avec une 
(ig. - 115) Derselbe. Stiturc orbit<>-fronto-inaxillaire. 
Itid. Aim.'e LXXVII. T. IV. No. 5. p. 479-483. — 
lli>i Reichenhaeh, Stromer, v. F., Die Wirbel der 
Landraubthiere. Zoologien. Bd. XV. H. 36. Stuttgart. 
Liefg. I ii. 2. VIII u. 276 Ss. Mit 5 Taf. -- 117) 
Sabatier, A.. Du systeme sternal des vcitebres. 
t.Vmpt. reud. de fa-ssoc. des anatomistos franc. :'« Mont- 
pellier, p. 99 102. 118) Salvi, (!., LV.rigine ed il 
signitieato delle fossette laterali doli' ipofisi dclle ca- 
vit.i premandibolari negli embrioni di alcuui Sauri. 
Archivu. Italiano di anat. Vol. 1. F. 2. p. 197 -232. 
('ort 2 Uv. e 10 lig. (Entwickelungsgcschiehtlioh.) 
119) Sato. T., veber die Hiiuligkeit von Residuen der 
KisMira mastoideosqamosn und der Sutura frontalis bei 
den verschiedene» Hassen und Geschlechtern. Zeitsehr. 

I. Ohrenheilk. Bd. 41. 11. 4. S. 25*5 — 305. — 120) 
Sehaffer. J.. Ueber die Sperrvorrichtung an den 
Zehen der Vögel. Zeitsehriit für wissenschaftliche- Zoo- 
logie. Bd. LXXII. II. 3. S. 377-428. Mit 3 Taf. - 
121; Schlesinger. L'eber die Beziehungen zwischen 
Schädcljrrös>e und Sprncbentwiekluiig. Inaug.-Diss. 8. 
Breslau. 29 Ss. ~ 122) Schoo*', G„ Vergleichende 
Untersuchungen über die Befestigung der Hippen an '1er 
Wirbelsäule mit besonderer Berücksichtigung ihrer Lage 
zur Arteria vcrtebralis. 8. Inaug.-Diss. Heidelberg. 1903. 

— 123, Derselbe, Dasselbe. Morphol. Jahrb. Bd.XXXI. 

II. 1. S. 1—43. Mit einer Taf. u. 6 Fig. — 124} 
Schwalbe, 0., Gehirnreliet der Aussenfläche des 
Schädels. Arch. f. Psychiatrie. Bd. XXXVI. Bericht 
über d. Versammlung .südwestdeutscher Neurologen. 
S. 6— S. (Discussion: Hitzig, Fürstnor. — Nach 
Froissac, La töte de Bichat wurde Bichat's Schädel 
üir den eines Raubmörders gehalten.) — 125) Der- 
selbe, lieber die Beziehungen zwischen Innenform und 
Aussenfortn des Schadeis. Deutsches Archiv lür klin. 
Med. Bd. LXXIII. S. 359-408. Mit 5 Fig. - 126) 
Sick, C, Die Entwickclung der Knochen der uuteron 
Extremität, dargestellt in Röntgenbildern. 4. Hamburg. 
Fortschr. a. d. tiebiete d. Röntgenstrahlen. Ergänzungs- 
band IX. 9 Ss. Mit 9 Taf. - 127) Siebenrock, F., 
L'eber die Verbindungsweise des Schultergürtels mit dem 
Schädel bei den Teleostiern. 8. Wien. Mit 3 Taf. • — 
128) Derselbe, Dasselbe. Annalen des R. R. uatur- 
hist Hofmuseum. 1901. Bd. XVI. II. 3. S. 105 bis 
141. Mit 3 Taf. — 129) Stauen leanu, ti.. Des 
rapports auatomiques entre le »iinis de la face et 
fappareil orbito-oculaire. Arch. d'ophthalm. No. 2. 
p. 108—132. No. 4. p. 248-274. Avec 4 pl. et 
11 fig. — 130) Derselbe, Dasselbe. These. 8. Paris. 

— 131) Derselbe. Sinus frontaux doubles. Bullet, 
de la soc anat. de Paris. Armee LXXVII. T. IV. No. 2. 
p. 168. — 132) Starks, E. Chapin., The relationship 
aud osteology of the caproid tishes or Antigoniidae. 
Proc. of the ü. St. natur. museum. Vol. XXV. No. 
1297. p. Ö65--572. With 3 figs. — 133) Derselbe, 
The Shoulder girdle and charaeteristic osteology of the 
lemibranchiate tishes. Ibid. Vol. XXV. No. 1301. 
p 619-631. With 6 figs. 134) Staurenghi. C, 
Ricerehe di craniologia degli ticceli. Atti d. soe. Ital. 
d. scienze natur. Vol. XXXXI. F. 3. p. 373-378. 

- 135) Derselbe. Ueber die Theorie der Finsehie- 
buug der Ossa praeinterparietalia zwischen die Ossa 
interparietalia des Mcnscheo. Verhandl. d. Gesellsch. 
Deutscher Naturf. u. Acrztc auf der 73. Vc-rsamml. in 
Hamburg 1901. Med. Abth. Tli. II. Hälfte 2. S. 529 
bis 533. — 136) Stieda, L., Ueber die Scsambeine 
des Kniegelenks. Anat. Anzeiger. Bd. XXL Fr- 
gänzungsheft. S. 127—130.— 137) Derselbe, Ueber 



die Foveolae palatinae (Gaumengrübchen). Ebendas. 
S. 130—131. — 138) Supino, F., Ricerche sul cranio 
dei Teleostei. 1. Scopclus Chauliodus Argyropelceus. 
Ricerehe del laboratnrio dell' anatomia di Roma. 1901. 
Vol. VIII. F. 3 e 4. p. 249- 273. Con 3 tav. 
139) Sutton. J. Bl , Ligaments, their naturc and mor- 
phology. 3d cd. 8. London. — 140) Tenchini, L. 
e U. Zimmert. Di im uuovo processo anomalo dell' 
os sphenoidale dell' uomo. Rivist. sperim. di freniatr. 
Vol. XXVIII. p. 469 -4S3. — 141) Terry. R. .1., A 
noto on the supracondvlar process. American journ. 
ofanat. Vol l. No.4. p.509. - 1 42) Der s e I be . A skeleton 
with rudimeutary elavicles, divided parietal bonos and 
other anomalous condition*. Ibid. p. 509 510. (s. 
Journ. of. anat. Vol. XXXIII.) - 143) Thilo, O. 
Die L'mbildiingen am Knochengerüste der Schollen. 
Zoolog. Anz. Bd. XXV. No. 669. S. 305—320. Mit 
19 Fig. — 144) Thouinire, F., Considerations ana- 
torniques sur le sinus maxillaire. 8. These. Paris. 
1901. — 145) Toldt, C. jun., Die Japanerschädel des 
Münchener anthropologische» Institute«. Arch. I. An- 
thropol. Bd. XXVIII. H. I tt. 2. S. 143-183. Mit 
2 Fig. — 146) Trolard, A., Les gouttieres ethmoido- 
frontalcs dites olfactives. Finde d'anatomic topo- 
graphiquo. Journ. de fan.it.. Armee XXXVIII. No. 6. 
p. 561- 569. Avec 2 (ig. — 147) Valenti, G , Sopra 
uii caso di costa radoppiata osservato nel uomo. Rcn- 
dieonti dell' acad. di seien/t' dell' istit. di Bologna. 
1901. T. IX. 8 pp. < on tav. 148) Vircho w, H.. 
l'eber Eiiizclmcehanismen am Handgelenk. Archiv f. 
Anat. Physiol. Abth. H. 3 u. 4. S. 369 388. — 
149) Derselbe, Die Weiterdrehung des Naviculare 
carpi bei Dorsalreflexiou und die Bezeichnungen der 
Handbänder. Anat. An/.. Bd. XXI. Ergänz» n'gsheft. 
S. 111—125. Mit 2 Fig. (Discu*sion : Eick, Virchow). 
— 150) Willis ton, L. W.. On the cranial anatomy 
of the Plesiosaurus. American journ. of anatomv. 
1901. Vol. 1. No.4. p. 518. - 151) Derselbe. 
On the skeleton of Nyetodactylus with restoration. 
Journ. of nnatom. Vol. I. No. 3. p. 297 306. With 
one tig. 152) Wilms. Die Entwickclung der Knochen 
der oberen Extremität, dargestellt in Röntgenbildern. 
4. Hamburg. Fortschr. auf dem Gebiete der Röntgen- 
strahlen. Ergänzungsband IV. 15 Ss. 7 Taf. mit 
34 Röntgenbildern. — 153) Wilson, J. T., On the 
skeleton of the snout of the mammary foctus of mono- 
tremes. Procedings of the Linneuu soc. of New South 
Wales. 1901. Nov. P. 4. p. 717 - 737. With 6 pls. 
154) Woo d w a rd , A. Smith, On two skull* of the ornitho • 
saurian Rhamphorhynchus. Annals of natur. bist. 
Vol. IX. p. 15. With one pl. - 155) Zannotti, 
P., La fontanella metopica ed il suo siguilicato. Bull, 
d. scienze med. Anno LXXIII. Vol. IL F. 7. p. 395. — 
156) Zimmerl. U., Intoruo all 1 etmoide ed al decorso 
dell' arteria e del nervo etmoidale nel .eax'allo. 8. 
Pirma. 1901. 12 pp. Cou 2 tig. 

Wirbelsäule. — Die Verhältnisse der Wirbel in 
der Lumbosacralgegend erörterte Keith (74) bei Men- 
schen und Affen mit Rücksieht auf die Nervenverthei- 
lung. Beim Neger liegt die Stelle, an welcher der Ueber- 
gang von der Lendcnwirbelsäule zum Kreuzbein stattfindet, 
um den dritten Theil eines Wirbelsegmentes weiter cau- 
dalwärts nls bei weissen Rassen: im Mittel ist nämlich 
bei letzteren der 24. Wirbel der 1. Sacralwirbel. 

Ein Schwänzchen, das beim neugeborenen Kinde 
etwa 3 cm lang war und binnen 6 Monaten auf 7 cm 
Länge heranwuchs, besehrieb Harrison (Bericht für 
1891. S. 6). Fs enthielt keine» Knochen, nur alveo- 
läres Bindegewebe. Blutgefässe liebst Gefässnerven, Fett 
ii. s. w. und war mit zahlreichen Haaren bedeckt. — 



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H 



Krause, Dbscriptivr Anatomie. 



Die vier kleineren Zilien des rechten Kusses hatten nur 
je zwei Phalangen. 

Thorax. — In scharfer Weise wenden sich Anecl 
und Scncert {$) gegen die Theorien von Rosenberg 
und Topinard (1877) über die Ausbildung einer 
künftigen Form des Menschengeschlechtes mit nur elf 
Brustwirbeln. Die Sache ist einlach die. dass die durch 
Kntwickclung von Halst ippen am 7. Cervicalwirbel ein- 
getretene Sti.rung sieh in caudaler Richtung foitpflmzt, 
und das Resultat ist. dass in den betreffenden Fallen 
ils Varietät nur 23 prae.sacrale Wirbel existiren. Das 
Auftreten einer 13. Kippe heim Menschen ist mit Va- 
riationen des Os saerum verbunden. Kehlt die zwöllte 
Rippe, so ist das letztere stärker entwickelt. Zwei von 
einander unabhängige Störungen, die zusammenwirkt n 
oder entgegengesetzt wirken können, treten oben und 
unten an der Wirbelsäule auf. Welche von diesen 
beiden Störungen als die primäre anzusehen ist, lässt 
«ich zur Z.-it nicht entscheiden. 

Rippen. -•• Maephail :'S8) sah bei einem Kaffern 
rudimentäre erste Hippen und Addison . I, 1 beiderseits 
eine Halsrippe. — Drei neue Füll« \<»n Orvicalrippcn, 
deren einer eine Negerin betraf, hat Brush (Bericht I. 
1S01. mitgetheilt. 

Die oft schon discutirte Verschiedenheit des 
männlichen und weiblichen Sternum untersuchte 
Bognsat (24) von Neuem an 3S männlichen und 20 
weiblichen treckenen Jirustbeinen. Das Verhältnis« der 
Länge des Mauubrium /.um Corpus sterni ergab sich 
beim Mann = 44.2. beim Weibe =• '>]/, 100 (vergL 
Bericht f. ISO", S. 10, wo die entsprechenden Ziffern 
— 45,4 und bb.H lauten). B. bespricht auch die man- 
nigfachen Anomalien und Varietäten des Sternum. 
Ossa suprastcrnalia kamen dreimal zur Beob- 
achtung. 

Sternum. -- Entsprechend dem St ernal winke 1 
fand Kidd (78) einen Haarwirbel in der Brustbaut und 
in den Haarst römen eine horizontale Abgrenzung in 
gleicher Höhe, von welcher Linie ab nach oben die 
Wollhaare aufwärts und unterhalb dieser Linie abwärts 
gerichtet sind. Wahrscheinlich repräsentirt diese An- 
ordnung ein fötales Kntwickelungsstadiuro, das dem 
0. Schw »ngerselialisiuDiiat entspricht. 

Schädelknochen. — Das (Jehirnrelief der 
Aussenfläcbc des .Schädels erörterte Sc h wa I be (124, 
12. r >). Ks gelang nachzuweisen, dass die Obcrflächeu- 
Verhältnisse bestimmter Partien des Gehirnes an der 
Aubseutläche des Schädels .sich ausprägen. Ks findet 
dies vor Allem an den von Muskeln bedeckten Theileu 
des Schädels statt, also besonders au dem vou Muskeln 
bedeckten unteren Theil der Schuppe des Hinterhaupt- 
beines und in der Schläfengegeud. Au ersterer kann 
man beinahe ausnahmslos die Wölbungen der Kleinhirn- 
hemisphären als Protuberanliae etrebellates sich vor- 
wölben seilen nur] an dem noch mit Haut und Muskeln 
bedeckten Schädel durchfühlen. Bei einigen Thiercn 
ist überdies dem K leinhii nwurm entsprechend noch eine 
deutliche Kiniiientia ^ermiana an der Ausscnseite des 
Hinterhauptbeines wabr/unehnien, z. B. bei Lemur. 
Viel luaüiiigl.iltigcr ist das •iebirnreliel au: der Au.ssen- 



fläche der vom M. temporalis bedeeklen Schädelfläche. 
Kine deutliche, vom grossen Keilbeinflügel schräg nach 
oben und hinten auf das Scheitelbein sich fortsetzende 
Rinne, welche als Sulcus sphctioparictalis s. Sylvii e\ 
ternus bezeichnet wird, theilt die Schläfengegeud in ein 
oberes vorderes, kleineres Stirnlappengebiet und in 
einen unteren und hinteren, grösseren Schläfenlappen 
abschnitt. Im erstenu tritt gewöhnlich noch im tie- 
biet des Stirnbeines, nicht selten aber auf Scheitelbein 
und grossen Keilbeiuflügel übergreifend, eine meist 
kreisförmig begrenzte Protuberanz hervor, welche, wie 
die Vergleichung mit dem Iiiio-nrelief des Schädels er 
gab, einer Impr-^ssio digitata entspricht, die durch den 
oberen Theil der Pars triangularis der dritten Stirn 
Windung erzeugt wird. Sie kann Pndubcrantia gyri. 
frontalis inferioris hei.ssen. Das am weitesten lateral- 
wärts vorspringende Relief der Aussenfläehe des 
Schläfenlappengebictes entspricht stets der mittleren 
Schläfeiiwiudung und ist in der Mehrzahl der Fälle 
durch eine besondere, genau dem Verlauf der zweiten 
Schläfen Windung entsprechende Wulstung, Protuberautia 
gyti temporalis mcdii, ausgezeichnet. In manchen 
Fällen ist auch der hinterste Abschnitt der dritten 
Schläfenwindung als leichter Wulst unmittelbar über 
dem nach oben vom Poms acusticus externus gelegenen 
Theil der Crista supramastoidea als besondere W'ul 
stung, Protuberautia gyri temporalis inferioris wahr/u 
nehmen. Kndlich kann mau nicht selten auch einen 
im Gebiet des vorderen oberen Theiles der äusserlich 
sichtbaren Sutura s<|uamosa verlaufenden dritten Wulst 
wahrnehmen, der auf das untere Scheitelbeingebiet 
übergreift. Kr entspricht der ersten oder oberen 
Sehläfenwindung und ist Protuberautia gyri temporalis 
Miperioris benannt worden. Dies Windungsrelief der 
äusseren Oberfläche der menschlichen Schläfengegeud ist 
individuell sehr verschieden, bald beiderseits, bald 
rechts, bald links mehr ausgebildet. 

Anderson (13) schildert die Form derCondyli 
oecipitales bei verschiedenen Saugethieren, nament- 
lich bei Bärenarten. 

Unter der Bezeichnung Condylus occipitali* 
tertius werden bisher zwei ganz verschiedene Dinge 
nach Macalister ;t*6) zusammen geworfen. Entweder 
handelt es sich um eine mediane Ossilieation in der 
Chordascheide oder aber um einen lateralen, gewöhn- 
lich paarigen Fortsatz des Os occipitale, der durch eine 
laterale Verdickung des ursprünglichen Arcus des Ocei- 
pitalwirbels entsteht. 

Die Kossa cerebcllaris media bezeichnet Le 
Double (34) als Kossula : Fossette). Sie ist sehr aus- 
geprägt bei Pithecanthropus, findet sich nach Lom- 
broso(187S) sehr häutig bei den Juden, die eine mehr 
nervii.se Ras->e sein sollen; die fragliche Fossa entspricht 
nach Beuedikt (ISOO; einer stärkereu Ausbildung des 
Sinus erueiatus. Die Benennung als Fossa Aymaiiana 
(Bericht f. 1001. S. 0) stützt sich auf eine Statistik 
Lombroso's an 10 Schädeln, von denen 4 sie zeigten. 
Bei Europäern liudet sie sich in pCt., bei Geistes- 
kranken in 10 12. bei Verbrechern in 1« pCt. Am 
häutigst,-., soll sie IM eh Marin.. ■ISS'.»; bei Nei.scc- 



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Krausk, Dkscriptive Anatomie 



B 



hindern, Amerikanern und Australiern auftreten, näm- 
lich mit 50, 2« und 22 pCt. 

Die Basis craini bietet bei Weissen, Negern und 
Indianern n.u-li Hrdlicka (G6) grosse Differenzen dar. 
Oer üriiud scheint wesentlich in der stärkeren oder 
»rfiwächeren Entwicklung des liehimes gesucht werden 
xu müssen. 

Leiter das Forarn en supraorbitale bemerkt 
X uns bau tu (10O), dass es von der Umgebung, auch 
ft-nii im Knochen nur eiu .Suleus ausgebildet ist, doch 
dur.-li festes Bindegewehe, wie durch ein Ligament, ge- 
trennt i»t, obgleich am maecrirten .Schädel nur ein Ein- 
schnitt zu sehen ist. N. beschreibt auch allerlei Vnrie- 
•.iter» der Orbita und handelt ausführlich von der Orbita 
de> Schafes. Der M. retractor bulbi scheint beim 
V nichen von den medialen, an der Fissiira orbital«. 
Mipcrior entspringenden Fasern des M. rectus lateralis 
reprüsentirt zu werden. 

Xaeh Rauber (112) zeigen etwa 1 pCt. der 
.-rhädel in der anatomischen .Sammlung zu Dorp.it 
Spuren einer S t i r u f o n tan e 1 1 e, Foiiticulus medio-fron- 
■ ilis. K. will lieber Foutieulus intei frontalis saget» und 
d.-u tn dieser Fontanelle gelegenen Knochen als i .u inter- 
t'fontalc bezeichnen, was sprachlich jedenfalls richtiger 
wt Die genannte Fontanelle wurde von (lerdy 1.S37, 
•m Kontieulus supranasalis von Velpeati zuerst be- 
schrieben. 

Die Sinus frontales hat Boege (23) in 323 Fallen 
untersucht und nur ."Sinai eine Perforation des Septum 
rr-iiul- beobachtet. Die Höht- der Sinus betrug durch- 
schnittlich 20,S— 22,5 mm, die Tiefe in sagittaler Rich- 
tung — 23,1 mm. Die linke Stirnhöhle war au 
.'US Schädeln in 50,7 pCt., die rechte nur in 24,6 pCt. 
die grössere. In 4,9 pCt. fehlten beide, in 4,4 pH. 
die rechte, in 2,5 pCt. die linke Stirnhöhle. Was die 
Terminologie betrifft, so unterscheidet B. vier Wände: 
l'anetes orbitalis, frontalis, cerebralis. racdialis und 
ebenso viel Winkel: Anguli stiperior, anterior, posterior, 
lateralis und ausserdem sechs Kanten. 

Die Oberfläche der Lamina cribrosa oss. ethmoi- 
dalis wurde von Trolard (146) geschildert, der auch 
auf die Dura mater, Blutgefässe und Nerven dieser 
Region eingeht. 

Bei einem Schädel des alten Aegyptens fand Duek- 
»orth (38) ein ungewöhnlich langes linkes Nasen- 
bein; beim jungen Gorilla erstreckt sich ein Fortsatz 
des Us iueisivum längs des lateralen Bandes der Aper- 
lura piriformis bis zum unteren Bande des Nasenbeines, 
worin <1 i o Erklärung der Varietät zu finden ist. 
Duck worth (39) schildert auch Schädel von Hylo 
bates Mulleri und einem australischen Eingeborenen mit 
ungewöhnlich weiter Fissura orbitalis inferior. D. er- 
schliesst daraus, dass in dieser Hinsieht die Affen eine 
über den Menschen hinausgehende Fortbil- 
dung, nämlich Verengerung der bei Säugethieren weiten 
Fissur aufweisen. 

dt sie b tsk nochen. — Ueber die Beziehungen der 
lutermaxillaria zu anderen (iesichtsknochen gitbt An- 
derson (12) eine mit vielen Abbildungen ausgestattete 
l'tbcr.icht. Folgende Resultate lassen sieb aufslelb-n. 



Während die Intermaxillaria mit wenigen Ausnahmen 
mit den Stirubcinen sich verbiuden, variirt die Naht- 
linie bei den Bären. — Die Verbindung wechselt in 
ihrer Länge und ihrem Character. Die Irouto nasale 
Verbindung ist verschieden in der Lage mit Bezug auf 
die Augenhöhle. Sie liegt bei llalayanus vor der Höhe 
der fror, to- maxi Haren Naht, in derselben Höhe bei Ursus 
Americanus . und maritimus. - - In einigen L'anidae 
nähern sieh die Interrnaxillaria den Stirnbeinen, aber 
in amleren Speeles findet sieh ein belräehtlieher Zwisclien- 
raum zwischen diesen Knochen. - Die den Bären ver- 
wandten Kassen gleichen den letzteren in der Annähe- 
rung oder wirkliehen Berührung der Stirn- und Ober- 
kieferbeine. Bei den Seehundeu ist die Anordnung ganz 
abweichend. 

Von deu Foveae palatinae, die schon AI bin 
(1756^ und Morgagni (Epistolac anatomicae. Venet. 
1762) bekannt waren, lieferte Fischer ^44; ausführliche 
und sehr dankenswerthe litterarische Nachweisuiigen. 
Diese Foveae hat kürzlich der Zahnarzt Herbst jun. 
(Bericht f. lüöl. S. 7) von Neuem eutdecki und sie 
als „Foramina palatma superiora" bezeichnet. F. land 
sie an 2».'» Erwachsenen und 537 Kindern im Leben 
bei 72, 3 pCt. der ersteren und zwar bei 68,2 pCt. der 
Männer und 77,4 pCt. der Frauen. Bei Kindern bis 
zum 14. Lebensjahre waren sie nur in 53,5 pUt. vor- 
handen. Die triieroseopisebe Untersuchung ergab, dass 
wie bekannt diese (iaumengruben von alveolären Schleim- 
drüsen ausgelullt werden. Stieda(läO) nennt diese 
von Loos (Bericht f. 1U00. S. 12) als Foramina palatina 
posteriora bezeichneten iiaumeugrübciien Foveolae pala- 
tinae. 

Obere Extremität. — In dem gleichzeitigen Vor- 
kommen von einem Processus supracondyloideus huineri 
und einem Os styloideum beiderseits zwischen den 
0»s. multangulum minus, capitatum uui metacarpale II. 
u. III erkennt Kauber (110) ein alterthumliehes Vor- 
kommnis. Bei Befunden von Varietäten au Hand- oder 
Fusskuoehen sollte thun liehst auf anderweitige Varie- 
täten am Skclet geachtet werden. 

Eine gründliche Untersuchung der Spougiosa 
des Humerus führte Büdiuger (30) zu dem Resultat 
dass die hergebrachten Anschauungen von Wolff über 
den statischen Aufbau der ersteren oder die Culmann- 
sche Knocheiitheorie allenfalls für das Femurende. 
keineswegs aber für die übrigen Knochen des Skeletes 
und speciell für das freibewegliche Oberarmbein Gültig- 
keit habeu. 

Unter 1U4 Fällen fanden F< re et l'apiu (43) den 
Winkel, welchen der Humerus und der Margo 
ulnaris des Vorderarmes mit einander bilden, meist 
= L55— 170", die Variationen reichen aber von 14U bis 
1"6 U ; gewöhnlich ist der Winkel am linken Arm etwas 
grösser, seltener au leiden Armen gleich. 

Handgelenke. — H. Virchow (UU) hat seine 
Untersuchungen über den Mechanismus der Handbe- 
wegungen fortgesetzt. Es ergab sieb, dass das Os navi- 
culare, welches bei seitlichen Bewegungen mit dem Os 
lunatum gebt, bei Dorsalllexiüii der Hauptsache nach 
der distalen Reihe der Handwtirzelkn^dieii f.. Igt. Bei 



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10 



Krahsb, m.scRirriVR Anatomik. 



seitlichen Bewegungen kommt eine feste Einheit, nämlich 
das Os uavicularc nebst dem Os lunatum, hei Dorsal- 
flexion als feste Einheit das Os lunatum mit dem Os 
triquelrum zur Verwendung. — Was die Ligamente 
der Handwurzel betrifft, so untersrheidet V. Iii beson- 
ders 7.u benennende Faserzüge wie folgt: 

I. Portio radialis lig. earpi trnnsversi: 2. I.ig. 
radioearpeum volare, a) Pars radiolunata, b) Pars radio- 
capitata, e) Pars radiotriquetra: 3. Lig. nlnoearpeum 
volar»- ; -I. Ligg. navilunata. a) f. ig. nnvilunatum volare, 
b) Lig. navilutiatum dorsale: 5. Ligg. luiiotri<)uetra, 
a) Lig. lunotri'iuetruiii volare, b) Lig. lunotrwiuetrum 
dorsale; G. Lig. navitrapezium laterale; 7. L' Innre Wand 
der Scheide des Flexor earpi radialis: .s. Lig. pisohntna- 
tum; 9. Lig. pi.sometaearpcum, a) Pars ulnnris. b) Pars 
radialis; 10. Lig. earpi volare radiatuin (Ligg. capito- 
earpalia volaria), A. Pars diarthrotica, a) Lig. navi- 
eapitatum, b) Lig. triqiictrocapitatum. e) Lig. pisoeapi- 
tntutn, B. Pars ampbiarlhrotiea: 11. Lig. hamotri<piolrum 
volare; 12. Lig. navitrapezoides volare; 13. Porti«» ear- 
jiea lig. earpi dorsalis; 14. Lig. radiotriiiuctruni dor- 
sale; IT». Lig. capsulocarpeum dorsale, a) Pars trans- 
versa (Lig. navitri-iuctrum dorsale): b) Pars longitudi- 
nalis; 16. Ligg. interearpea dorsalia, a) Lig. hamotri- 
■pietrum dorsale, b) Lig. navitrapezoides dorsale. 

In einer anderen Abhandlung hat H. Virehow (IIS) 
auch die Ei n ze I m echan i smen am Handgelenk 
ausführlich geschildert. 

Hecken. - Das Ratitenbecken untersuchte 
Mehnert (94) bei den verschiedenen Species aus den 
Welttheilen, wo Straussarten vorkommen, und fand sehr 
erhebliehe Differenzen. Zunächst würde daraus folgen, 
dass diese Laufvogel phylogenetisch einander gar nicht 
so nahe .stehen, wie es den Anschein hat; M. findet 
aber, dass einige Besonderheiten bei keinem anderen 
Vogel vorkommen und bezeichnet solche Bildungen als 
Monomorphoscn. die uieht auf atavistischem Wege, son- 
dern aus mechanischen Verhältnissen zu erklären sind. 

Untere Extremität. — Bahr (17; kommt wie 
Büdiugcr (30) am Humtrus zu dem Resultat, dass 
die Ausführungen von Culmaini und Wollt über die 
statische Beanspruchung des Femur vollkommen 
unhaltbar sind. Namentlich die Lage der gefährlichen 
(Querschnitte in der Diaphyse steht im Widerspruch zu 
der genannten Theorie. 

Einen Kindruck im oberen Thcil des lateralen 
Bandes der Patella beschrieb Kempsou (76): diese 
Varietät fand sich auch bei alten Aegypten.. Sie ist 
von der Insertion des M. vastus lateralis abhängig. 

Die Axeu der grossen Zehe und des ersten 
Metatarsalknoehcns liegen nach (iriffiths (60- nicht 
in einer gerade» Linie, sondern die Zehe weicht lateral - 
wärts ab. Dies gilt für moderne Engländer, alte Briten, 
alte Griechen, Neger und Australier in gleicher Weise. 
Die Zehe kann abdueirt und adducirt werden: betin 
Stehen auf einem Fusse berührt sie den Boden, nicht 
aber beim Stehen auf beiden Füssen. Hierauf gründet 
G. eine dem Ref. nicht ganz verständliche Theorie des 
Mechanismus beim Gehen. Die Abductioii '1er grossen 
Zelle dient zum Tragen der Körper! ist und um den 



letzten Abstoss (push) beim Abrollen des Enstes vom 
Boden /u geben, welches letztere aber nicht in einer 
Geraden stattfindet. 

Zähne*). 

1, Adlol'f, 1'.. Zur Frage narh den heutigen Sauge- 
thier/.aliufornicn. Zeitschr. f. Morphol. u. Anthropol. 
Bd. V. II. ."i. S. 357-382. Mit 1 Taf. u. 5 Holzschn. 

— 2; Derselbe, Zur Kenntnis* des Zaluisvstems von 
Ilyrnx. Ebenda«. Bd. X. II. I. S. IST -200. Mit 
'2 Taf. !!) Amoedo. <>., Les dents du Pithocan- 
thropus eiectus de Java. U.unplcs reud. de la 30 ine 
sess. de Tassociation fr.iin.aise pour Pavancement des 
scienees ä Ajaccio 1901. P. 2. p. 1 P.'.> 1197. Avcc 
4 tig. — 4/ Anderson, lt. J,. A note on the Pre 
maxilla in some maniiiials. Verhaudl. «1. V. internal. 
Zoologen Congresses zu Berlin, p. IIIS- 1127. With 
40 ligs. — 5) Andreseu, Y , Beitrag zur Histologie 
des Schmelzes. Deutsche Monatssehr. I Zahiiheilktinde. 
Jahrg. XX II. S. S. 3i:> 351. Mit einer Taf. 

i>) Bild, A.. Die Entwickeliiugsgcschichte des Zaliu- 
systein-» bei Sus domesticus und »las Verhältnis* d<r 
Lippeiifntehenanl.ige zur Zihnleisle. Anatomischer An- 
zeiger. Bd. XX. No. 17. S. 401 410. Mit 12 Fig. 
7> Brndley, O »'harnoek. On Uo eases ol dental 
anomale, .l.juru. of anatomv. Vol. XXXVI. P. 4. 
p. 356—367. With 6 lig,. -- 8i Galli, G., Deila 
prima e seeonda dentizione. 8. Napoli. 1901. p. 60. 

— '.') tiaudry, .\., Sur la simililude des dents de 

1 lioiiime et de i]uch'|ucs animaux. l'ompt. reud. de la 

2 e sess. du eougres internat. d'aiiihröpol, et d'archcol. 
pr-hist. \ Paris en 1900. p. 37—46. Avec 14 flg. - 
10) Derselbe. Dasselbe. Compt. rend. de Taead. de 
Paris. T. CXXXIV. No. 5. p. 260—270 — 11) 
Latham, V. A.. Kesumc of the hUtology of the dental 
pulp. Journ. of the Aineiican med associat. Vol. XXXVI. 
No. 2. p. 63. — 12) Loche. VV., Zur Entwicklungs- 
geschichte des Zahnsystems der Snugethiere. Zoologien. 
H. 37. II. Tb. Phylogenie. H. 1. Die Familie der 
Eriuaceiden. 103 Ss. Mit 4 Taf. u. 59 Fig. i Referat 
von M. Fürb ritiger im Morphologischen Jahrbuch. 
Bd. XXXI. II. I. S. 116 121.) — 13) Morgenstern. 
M., Einige strittige Fragen aus der Histologie und Ent- 
wickelungsgeschichte der Zähne. Verhaudl. d. »iesellscb. 
deutscher Naturforscher u. Aerzte auf der 73. Vers.miml. 
in Hamburg. 1901. Theil II. 2 Hälfte. 8. 4S4-4S7. 

— 14) Derselbe. Leber den Nachweis von Fibrillen 
und Fasern im normaleti Schmelze. Deutsche Monats 
schritt f. Zahnheilk. Jahrg. XX. H. 9. S. 401—414. 
Mit 1 Taf. 15) Noe, J., Vitesse de croissance des 
liicisives ehe/, les Lcporidcs. t'oillptes relid. de la SoC. 
de biol. T. LIV. No. Ii;, p 531-532. — 16; Der- 
selbe, La croissance des dents du lapin. Revue 
scientif. T. XVIII. No. 22. p. 699. - 17) Ranke. 
J., Die doppelten Zwischenku Icr des Menschen. Sitzungs- 
ber. d Bavr. Aead. d. Wissenschaften. DKM. S. 497 
bis 503. Mit Fig. — 18; Kegt.ault, F.. Lallongomcnt 
des dents ineisives cbeu les rongeurs. Bullet, de la 
soe. anat. Paris. Armee LXXV1I. T. IV. No. 7. 
p. 738-789. 19; Schaffer, J., feber neuere Unter- 
sui'hungsmethodeu des Knochen- und Zahngewebes und 
Ergebnisse derselben. Centralblatt t'iir Physiologie. 
Bd. XV. Nn. 20. S. 613-614. — 20; Seheff. ' J., 
Leber einen abnormen Verlauf des Canalis mandibularis. 
Oesierr.-uiigu. Yierteljahrssehr. f. Zahnheitk. Bd. XV III. 
No. 1. S. 1. 21; Smreker. E. L' ber die Dar- 
stellung der Kittsubsiauz des Selimcl/es menschlicher 
Zahne. Anatomischer An/.. Bd. XXII. No. 22. S. 467 
bis 47o'. Ma 5 Fig. — 22; Smith. Elliot (i., On the 
presence of an additional inei.v.r tooth j M a prehistorie 

•) Das nachstellende Ret' rat ist von Prof. W a 1 - 
deyer erstattet. 



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Krause, Üescriptive Anatomie. 



11 



Frvritutt. Journ. of anatomy. Vol. XXXVI. 1'. 4. 
p. 38«. — 23) Derselbe, Note on the presence of an 
.itra pair of molar teeth iii a I.emur fulvus. Proc. o? 
Iho ny.l societv of London. Vol. II. P. 1. p. «1 «2. 
\V:th one tig. — 24) Tims, Marett 11., On the suc- 
ssi>» and homologies of the molar and premolar teeth 
in the mammalia. Journ. of anat. Vol. XXXVI. I'. 4. 
p. 321 -343. With 3 tigs. — 25) Derselbe, The 
ciolution of teeth in the mammalia. Ibidem. Vol. 
XXXVII. P. 2. p- 1.11-14!'. 2«) Walkhofr, O. 
I):.' diluvialen menschlichen Kiefer Belgiens und ihre 
[iithrtdiden Eigenschaften. In: Solenka. „Menschen- 
affen*. «. Lieferung. \\ ii-sbad.-ii. 190». — 27) Wirren, 
K, On the teeth of l'etromy/.on and Myxiue. i,»uart. 
J.um. "I microsc. seienee. Vol. XLV. P. 4. p. «31 
l.is «3«. With one pl. - 28) Wietersheim, K., 
l'rber ein abnormes Rattcngebiss. Anatom. Anzeiger. 
Bd. XXII. No. 25. S. 5«9 573. Mit 4 Fig. iDer 
rrebte obere Inrisor aus der Mundhöhle nach hinten 
la-rati^e wachsen und dann posthornförmig umgckiüriiiiit, 
ähnlich wie die Canini beim Hirscheber; der linke obere 
lüri-^r in derselben Weise nach ..ben ausgewachsen, je. 
doch dabei in der Mundhöhle verblieben, so dass er den 
lurten Gaumen durchbohrte und bis an die Wurzel 
«eines rechten Partners vorgedrungen war. Eine ge- 
nügende Erklärung für das Zustandekommen dieser 
>*ltenen Anomalie lies* steh nicht gewinnen, es sei 
ilt-iiu, dass matt eine Abweichung der Längsachse des 
».umim cerebrale nach links daliir verantwortlich 
m.vhen wollte ) 

Die bedeutsamste Arbeit über den Bau der Zähne 
:>us dem Jahre VJOO*) ist die von W. Gebhardt: 
.lieber den ftinetionellen Bau einiger Zähne", Archiv 
für Kritwickelungsmeehanik der Organismen, Band X. 
!;»00. G. versucht für die Zahne in ähnlicher Weise, 
wie es für die Knochen bereits geschehen ist, die Be- 
ziehungen zwischen Bau und Function vom Gesichts- 
punkte der Festigkeitslehre und den verwandten teeJi- 
niseben Wissenszweigen aus rein mechanisch aufzuklären. 
Kr verweist zuerst darauf, dass für den Schmelz und 
die Verbindung des Zahns mit der Alveole bereits 
einige Untersuchungen vorliegen und dass auch Koll- 
mann für das Deutin, gestützt auf seine Untersuchun- 
gen bei Elefantenzähnen, einen derartigen Zusammen- 
hing vermutbutigsweise ausgesprochen hat. 

G. theilt seine Arbeit in zwei Abschnitte: in dem 
ersten giebt er eine Ucbersieht der gefundenen That- 
sacben, besonders der histologischen, im zweiten wird 
die Bedeutung dieser Funde für die Zahnfunctiou er- 
läutert; schliesslich bespricht Verf. den Antlieil, den 
die zwei eventuell beteiligten gestaltenden Wirkungs- 
weisen, die ererbten Wachsthumsvorgänge und die fuue- 
tionelle Anpassung im Sinne vuii Koux, an der Her- 
vorbringung der verschiedenen Gestalten haben können. 

Für die histologischen Untersuchungen macht Verl. 
auf die hohe Bedeutung der von v. Kbner entdeckten 
eonstanteu optischen Eigenschaften der Fibrillen des 
Dentins aufmerksam, welche die vollständige Erkennt- 
niss ihrer Orientirung durch Untersuchung im polari- 
sirten Licht leicht und sicher ermöglichen. 

Im ersten Kapitel besehreibt (5. die Schneide- und 

*) Im nachfolgenden Berichte sind noch Arbeiten 
aus den Jahren 1900 und 1901 nachgetragen worden. 

Wa 1 d e y e r. 



Eckzähne des Flusspfcrdes, im zweiten die Stosszähne 
der Elefanten, im dritten giebt er einige Bemerkungen 
über das Cement der Elefanten- und Klusspfcrd- 
schneidezähne, im vierten werden die Stosszähne des 
Ebers und des Hausse b Weines besprochen, im fünften 
die Zähne von l'hy seter, Trichechus und von 
Monodon. im sechsten die H au b t h i e rean i n e u . die 
Zähne vom Ga n ge sga v i a I und die Zahne vm Python, 
im siebente» die Fi seh zahne. Kur die sehr genauen 
Einzelheiten der Beschreibung in diesen Abschnitten 
ninss auf das Original verwiesen werden. 

Was die Bedeutung der im eisten Theile beschrie- 
benen Stmcturen und Gestaltungen anlangt, so mag 
Einiges hervorgehoben sein. So bespricht Verf. die 
mechanischen Vei hiilttiis.se der sogenannten Fangzähne. 
Nimmt mau beide Theile derselben, Wurzel und Krone, 
so lässt sieh zeigen, dass sowohl für die Rieglings- wie 
für die Torsionsfestigkeit die Krone einen sogenannten 
Körper gleicher Festigkeit ohne gefährlichen 
<,>iir rschnit t darstellt, während mit der Wurzel das 
Gleiche hinsichtlich der Strebefestigkeit der Fall ist. 
Die Biegungsfestigkeit hat dabei ausnahmslos in dem 
Sinne Berücksichtigung erfahren, dass der Zahn das 
Zurückweichen des einmal Gepackten ohne abzubrechen 
wirksam zu verhindern im Staude ist. In der ent- 
sprechenden Richtung hat deshalb eine deutliche Ver- 
längerung des Ztthnqucrschuittes stattgefunden. Bis- 
weilen sind noch besondere Strebeleisten vorhanden, 
welche in der Nähe der Hauptbiegungsebcne an die 
Krone herangehen und eine mechanische Verstärkung in 
ähnlicher Weise bewirken, wie die Frotilirungen der in 
der Technik gebräuchlichen Träger. Bei Körpern, 
welche bei Beanspruchung am freien Ende mit der an- 
deren Seite fest eingelassen sind, liegt der gefährliche 
tiuersehnitt nahe der Eiumauerungsstelle unmittelbar an 
der Befestigung. G. zeigt, dass die Form der Zähne 
hier der Function in bester Weise angepasst ist. Der 
Wurzeltheil des Säugethierfangzahnes hat gleiche Strebe- 
und Druckfestigkeit. 

Die Anforderungen an die Zahnwurzeln lassen sich 
durch eine Form erfüllen, welche in ihrem versenkten 
Thcil einen Rotationskörper darstellt, der durch Rotation 
einer Parabel um ihre Axc entsteht. Bei der Fangzahn- 
wurzel ist diese Form in sehr grosser Annäherung 
realisirt. 

Weiter bespricht G. die Beziehung der Fibrillen- 
verlaufsrichtung zur Function und die der Verkalkung; 
die letztere bringt namentlich für die Erzieluug der 
Biegung*- und Strebefestigkeit Vortheile. 

Als besondere Schutzeinrichtungen für den Zahn 
und seine Umgebung müssen der Schmelz und das 
Cement gelten, schon Ktemod und Grasset haben 
nach dieser Richtung hin die Structur des Schmelzes 
untersucht, hier kommt nun auch das Cement in Be- 
tracht. Weiterhin geht Verf. auf die Bedeutung der 
spiraligen Form mancher Zähne ein, wobei da.s bekannte 
Werk Fischer'» „Das Drehungsgesetz u. s. *.* heran- 
gezogen wird. 

Was das Verhältniss der Fibrillen und Grundsub- 
stanz in Zahn und Knochen anbetrifft, so sagt Verf. 



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12 



Krause, Dbscriitjvk Anatomjk. 



im Anscbluss an v. Ebner, dass mau sich Fibrillen 
und Grundsubslanz als im gegenseitigen elastischen 
Gleichgewicht befindlich denken müsste, dass die Fi- 
brillen von der Grundsubstauz gespannt gehalten wür- 
den und dass sie ihrerseits in ihrem Bestreben nach 
Kntspannung diese comprimirten. Durch dieses Ver- 
hällniss werde garantirt, dass schon bei geringen De- 
formationen die Festigungseigensehaften beider abwech- 
selnd sofurt in Action treten können, was ohne Span- 
nung unmöglich wäre. 

Was die Frage nach ererbt«-!) und functioiiell an- 
gepassten Bildungen anbelangt, so spricht sich G dahin 
aus, dass ohne Zweifel alle diejenigen Eigenschaften, 
welche bei allen /.ihnen, auch bei denen niederer 
Wirbelthierc. gemeinsam vorkouimen, als ererbte Wachs- 
thurnsvorgänge angesehen werden müssen: dahin ge- 
hören die constanteu Lagerungsvcrhültnissc der gröberen 
und feineren Holilriiume im Zahn, die ebenso constante 
Verlaufsrichtung der Fibrillen zu den Dcutinkanälehen 
und der Hauptmasse nach annähernd in der Längsrich- 
tung des Zahnes. Für die Spiralwindungen sowie für 
die Entstehung der Curven im Elcfantenzahu besteht 
die grosse Wahrscheinlichkeit, alles durch funetionellc 
Anpassung zu erklären. 

Ein anderer gestaltender Einrtuss der Function der 
Zähne liegt in ihrer physiologischen Abnutzung: wobei 
an den Abgang vieler Backzähne durch den Gebrauch, 
an das Wetzen der Schweinshauer und an die stete 
.Schärfung der ohne Gebrauch monströs degenerireuden 
und selbst den Tod ihres Trägers herbeiführenden 
Nagezähne erinnert werden mag (s. Bericht über No. '28 
dieses Jahres. Wiedersheim). 

H. Martin, s. Xo. 24, S. 1*2 des vorigen Be- 
richtes, kommt zu dem Ergebnisse, dass bei Vipera 
aspis ein lutermaxillarzahn bestellt, der auch noch 
einige Zeit nach der Geburt gefunden wird utid kein 
so ephemeres Gebilde darstellt, wie es Böse auf- 
gefasst hat. 

Bei den Oviparen Ophidien dient, wie Sluiter ge- 
zeigt hat, dies Gebilde dazu, die Eischale zu durch- 
bohren. Hiervon kann bei Vipera aspis nicht die 
Bede sein, da die jungen Tlmrc nur sehr dünne Ki- 
hüllcn zu durchbohren haben und da das Zahngebilde 
selbst niemals nach aussen durchbricht, sondern stet» 
von der Sehleimhaut ühcrklcidet bleibt. Martin hält 
daher den Irttermaxillarzahu von Vipera aspis lür eine 
atavistische Bildung, welche darauf hinweise, dass 
die Vorfahren dieser Thierform von einem gemeinsamen 
Stamme mit eierlegenden Arten, deren Eier noch eine 
feste Hülle hatten, sich abgezweigt haben. 

Harrisoii. Xo. 18 u. \'J des vorjährigen Berichts, 
giebt eine eingehende Darstellung über die merkwürdige 
Dentition von Uatteria punctata. Ihm zufolge 
besteht eine besondere embryonale Dentition, welche 
mehrere Monate vor Ausschlüpfen des Thieres kleine 
Zähnchen hervorbringt, und zwar 'J jederstits im Ober- 
kieler, 8 im Unterkiefer, welch« noch vor der Geburt 
wieder verliiren gehen und sieh nicht in;', dein Kuocheu 
verbinden. Nach der Geburt ersehenen in den Kielern 
abwechselnd g. •bellte kleinere und gr.-.>- iv Zähne, von 



denen die ersten?« einer zweiten, die grösseren einer 
dritten Dentition angehören. Im Unterkiefer ver- 
schmelzen die Zahne dieser beiden Dentitionen mit. 
einander. Wegen der vom Verf. hieran geknüpften Be- 
trachtungen über die phylogenetische Stellung von 
Uatteria ist auf das Original zu verweisen. 

A d I o f ( {•>) bespricht die Beza h n u n g von H y ras 
und gelangt zu dein Ergebnisse, dass dieselbe keinerlei 
Verwandtschaft mit einem Nagethiergebiss aufweise, 
vielmehr Annäherung an die Ingulatcndenlition, ins- 
besi'iidere an die Suidae, erkennen lasse > ( Vorhanden- 
sein eines Zahn wechseis. auch im Bereiche der immer- 
wacbsendeii Nagezähne, lange Persistenz des Milch- 
gebisses, vier mit Wurzeln versehene Schneidezähne im 
Unterkiefer, das Vorkommen von Eckzähnen im Milch- 
gebisse und auch noch in der permanenten Reihe, vor 
Allem ungulateiiähnliche I'rämolaion;. Es niuss ange- 
nommen werden, dass die heutige Bezahnung von llvrax 
aus einem geschlossenen ungiilatenähnlichen Gebisse 
hervorgegangen ist. Die nagezalinäliiiliche Ausbildung 
der erste« Schneidezähne, welche ihrerseits eine Ke- 
duclion der übrigen Schneidezahne und Eckzähne her- 
vorgerufen hat, ist eine CoiiVcigen/er-ehcinuug. 

L'cber die Entstehung der heutigen Säuget hier/ahn- 
formen äussert sich Adlotf (lj im Wesentlichen wie 
folgt: Mit Cope und Osbornc hält er den Tntuber- 
cularzahn lur die Grundform, aus der sieh die Mehrzahl 
der complictrteu Säugcthicrzahulornun entwickelt habe. 
Wie aber der Tiitubcrcularzahn selber entstanden sei, 
sei bis jetzt noch nicht aufgeklärt. Im Ganzen spricht 
sich Verl. lur die Verschmelzungshypothose aus, giebt 
aber zu, dass auch sie noch nicht alles klarstelle. Verf. 
weist auf die Wichtigkeit hin, welche Verschmelzungen 
zwischen verschiedenen Dentitiousreiheu z. B. prä- 
lactealen und laetealeu Zahnen haben. So fand er. 
dass bei einem atavistischen 4. Schneidezahn beim 
Schwein eine Verschmelzung zwischen prulaetealer und 
Milchdeutitiou vorhanden war: demnach müssen auch die 
Schneidezähne als cornpiicirtere Gebilde betrachtet 
werden, ebenso die Eckzahne und l'rämolaren. Am 
Aulbau der ersten Dentition bethc;ltge sich noch die 
pralaoteale Zahnrcihc, ebenso werde auch die per- 
manente Dentition das Material mehrerer Reptilien- 
deutitionen in sich enthalten. Wenn solche Ver- 
schmelzungen bisher nur bei der ersten Dentition 
beobachtet seien, so erkläre sieh das daraus, dass die- 
selbe das primitive und coiiservative Element darstelle, 
während die Ersalzdetitition nach jeder Richtung bin 
„modernisirt" erscheine. 

Sm reker (-M) glaubt auf Gruud von dunklen 
Linien, welche er an Schliffen durch den Schmelz von 
Zähnen, die m Alcohol aufbewahrt waren oder Irisch 
untersucht wurden, um die Sebmelzprismeii herum auf- 
treten sieht, die Existenz einer inlerprismatischen Kitt- 
substanz im Sinuc v. Ebner*» erwiesen zu haben, 
während bekanntlich Walk hol! ebensowenig wie Ref. 
sich lur eine .solche Kiltsubstuiz aussprechen konnten. 
Ks muss wiederholt betont werden, dass solche Silber- 
linieii nur beweisen, dass ein Niederschlag von Silber 
stattgefunden habe, keineswegs a W t , ,]a.ss eine Kitt- 



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KKAUKK, l»BSC-HirTIVB AXATOMIK. 



13 



Substanz an der Stelle dieses Niederschlages vor- 
handen sei. 

Walk Ii» ff (siehe No. 42 u. 4:5 des vorigen Jahres 
und No. 26 dieses Jahres) hat die diluvialen Kiefer und 
Kieferreste, insbesondere die belgischen Kieferfunde, 
einer genauen Untersuchung unterworfen. Diese dilu- 
vialen Kiefer zeigen pitheeoidc Eigenschaften, keineswegs 
aber dürfen sie. wie für einen Theil von ihnen seiner 
Zeit II. Virchow behauptet hatte, als pathologisch an- 
gesehen werden. Sie, wie die in ihnen «och vorfind- 
liehen Zähne, waren vorwiegend für die Kanfuiictioncn 
ausgv bildet, während die Kiefer der postdiluvialeu Zeit 
eine geringere Ausbildung nach dieser Function hin 
zeigen, dagegen eine alltnälig sich steigernde nach der 
Seite der Sprachfunction. Audi noch heule finden sich 
bei tiefgehenden Völkern Kieferformen, die an jene 
diluvialen erinnern. Dieses, sowie zahlreiche Ueber- 
gangsformen, sprechen gegen die Meinung Schwalbe's 
und King's, dass die Meuschcn. denen jene altdiluvinlen 
Reste angehören, eine besondere Gattung dargestellt 
hatten: sie müssen vielmehr als direete Vorfahren der 
heutigen Mensehen angesehen werden. 

IV. Myologie. 

1) Adolpbi, H. L'eber den Ursprung des Mus- 
culus piriformis am Korper des menschlichen Kreuz- 
beine". Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. II u. 12. 
Mit 7 tig. — 2) Alezais, H„ Etüde anatomioue du 
cobave (Cavia Cobaya). journ. de l'atiat. Armee 
XXXVIII. No. 3. p. 259-275. Avec 6 fig. No. 6. 
p. 624 — 648. Avec 10 (ig. (Myologie d. unteren Ex- 
tremität.) - 3) Derselbe, Les addueteurs de la euisse 
chez les rongeurs. Ibid. Annee XX XVII I. No. 1. 
p. 1—13. Avec 8 tig. — 4) Derselbe, Le tendon 
d'Aehillc chez 1'liorame. Comptes rend. de la session 
de l'associat. des anatoinistes frane. a Montpellier, 
p. 86. 5} Aneel, P.. Documetits recucillis ä la 

salle de disseetion de la faeulte de medeciue de Nancy. 
Bibliographie anatomioue. P. X. F. 3. p. 163 182. 
Avec 6 lig. — G) Barbaiin. P.. La region mastoi 
dienne. S. Gazette des höpitatix. 1903. Armee 
LXXVI. Xo. 7. p. 57-G2. No. 10. p. 89-93. 
Avec 13 fig. 7) Bender. 0., Ein En II von ein- 

seitigem, fast vollständigem Fehlen des Musculus cu- 
cullaris. Münch, med. Woehetischr. Jahrg. XXXXIX. 
No. 10. S. 412 -413. Mit 1 Fig. — 8; Bianchi. S., 
Hare anomalie rjei sistema miiscolare, vaseolare ed osseo 
riscontrate in uu onesto bracciante. Atti dell' aeead. 
dei fisioeritici di Siena 1901. Vol. XIII. No. 7 u. 
8. p. 235—236. — 9) Bovero. A.. Kieerche morfo- 
logiehe snl musculus ciitarieo-mucosus lahii. Atti dell- 
aef-ad. di seienze di Torino. T. LH. 60 pp. Coli t.iv. 
— 10) Burkard, 0., Zwei seltene Anomalien an der 
Musrulatur der tiefen Lage der Hinterseite des Unter- 
schenkels. Archiv f. Anat. Anat. Abth. II 5 u 6. 
S 344-346. Mit 1 Fig. - 11) Burne. Ii. IL. Flexor 
earpi radialis of elephant. showing great development 
\>t claitic tissue. Journ. of anal. Vol. XXXVII. P. 1. 
p.LXll— LXIV. With 2 figs - 12 Cals.G., Kccherches 
-ur quelques musclcs de la region pectoralc au point 
dr vue de l'anatomie eonipaive. Bibliogr. anat. T. XL 
V.U. p. 89— III. Avec.Vfig.- 13} Chaine. J. Coutri- 
bulion ä la myologie de la region sus-hyoidienne du 
fifairrau (Meies taxus Pall.). Compt. rendus de la soe- 
ciete de biol. P. LIV. No. 20. p. 674-676. - I4i 
Derselbe. Contribution ä la myologie des Chondro 
pfervgiens. Proc« s-veibaux de la soe. des sc. physiques 
et nat. Bordeaux. 1901. 2 pp. — 15.) Derselbe, 



Sur le depresseur de la macheire inferieure du Clirv- 
sotis amazone. (Clirvsotis amazoiiicus L.) Ibid. 1901. 
3 pp. — 16) Derselbe, Sur la Constitution de la 
region sus hvodirime chez les vertehrcs en gineral. 
Ibid. No. 12. p. 428—430. —17) Dal U A cqua, U.. 
Morfologia delle aponevrosi addominali delTuomo. Policli- 
nie,». Anno VIII. Vol. VIII -C. F. 9. p. 401-417. F. 10. 
p. 485-498. Con una tav. (Bcr. f. 1901. S. 12.) - 

18) Delitzin. S. N., Ueber eiuen superuumeräreu 
Muskel des Unterschenkels (Musculus solcus accesso- 
rius?), welcher den Nervus tibialis durchbohrt. Inter- 
nationale Monatsschr. f. Anat. Bd. XIX. H. 10—12. 
S. 349—354. Mit einer Taf. — 19) Le Double. 
Sillou temporo-parictal externe. Comptes rend. de l'associa- 
tion des anatomistes francais ä Montpellier, p. 204 
bis 206. Avec 6 fig. 20) Drüner, L. , Musculatur 
der Urodclen. Zool. Jahrb. Abth. f. Anat. 1901. 
Bd. XV. S. 435—662. Mit 7 Tnf. 21) Favaro. 
G , Ricerche sulla morfologia e sullo sviluppo dei mus- 
coti gracili del dorso (musculi supra earinalcs) dei 
Teleostei. Areh. Ital. di anat. Vol. 1. F. 3. p. 448 
bis 490. Con 3 tav. — 22) Derselbe, Cenni ana- 
tomo embriologici intorno al Musculus retractor areuum 
branchialium dorsalis nei Teleostei. Monit. zool. Ita- 
liano. Anno XIII. No. 5. p. 119— 124. - 23) Fischer, 
Ü., Das statische und das kinetische Maass für die 
Wirkung eines Muskels, an ein- und zweigelenkigcn 
Muskeln des Oberschenkels. Abhandl. des k. Sachs. 
Gcsellsch. d. Wissensch. Math.-phys. CL Bd. XXVII. 
No. 5. V u. 106 Ss. Mit 12 Taf. -- 24) Frecus. 
Fosse iliaquo interne: phlcgmon intermusculoperiostique 
de cette fosse. 8. These. Moutpellier. 1901. — 
25) Fürbringer. M., Zur vergleichenden Anatomie 
des Brustschulterapparates und der Sehultcrmuskeln. 
Jenaische Zeit>ehr. f. Naturwiss. Bd. XXXVI. H. 3 
u. 4. S. 289— 73G. Mit 5 Taf. — 26) Gaetani, L. 
de, Alcune anomalic museolari. Atti della R. accad. 
Peloritana. Anno XV. 17 pp. Con una tav. — 
27) Griff ith, T. Wardrop. Note on a ease of muscu- 
lar abnormalitv observed during lifo. Journ. of anat. 
Vol. XXXVI. V. 4. p. 387-388. With 2 figs. - 28) 
Grönroos. IL, Zwei Oberarmmuskeln bei der Gattung 
Hylobates. Sitzungsbericht der Gesellsch. naturforsch. 
Freunde. N». 10 S. 245 252 (M. bieeps brachii etc.). 
— 29) G r oh in a ii n . F. W., l'eber die Arbeitsleistung 
der am Ellbogengelenk wirkenden Muskeln. 8. Leipzig. 
S. 1—16. - 30; Hein, F.. Hernia lumbalis. 8. Ber- 
lin. 63 Ss. Inaug-Diss — 31) Huntington, G. S., 
Present problems of myological research and the sig- 
niticance and Classification of miiscular variations. 
American journ. of anatomy. Vol. I. No. 4. p. 511. 

- 32) Juvara, E.. Topographie de la region lombaire 
en vue de la ponetioii du cnnal rachidien. Sernainc 
med. No. 9. p. 65 — 68. Avec 8 flg. — 33) Kumaris. 
.1. und G. Sclavniios. L'eber einige Varietäten der 
Muskeln, Gefässe und Nerven. Anat. Anz. Bd. XXII. 
No. 7 u. 8. S. 152- 15G. 34) Laidlaw, P. P.. 
A Mipraclavicularis proprius 'Gniber). Journ. of anat. 
Vol. XXXVI. P. 4. p. 417 418. - 35) Mazzone, 
Una rara anomalia del muscolo flessore superficiale 
comune delle dita. Policlinico. Anno IX. Vol.lX — C. F.6. 
p. 289-292. Con tig. ■- 36) Me Murrieh. .1. Play, 
fair. The. phyl»geny of long ilexor muselc*. American 
journ. of anatomy. Vol. 1. No. 4. p. 511 — 512. 

37) Me Murrieh. J. Playfair and R X. Waterman, 
Note on the oeeurrence ,uid sjgnirieatice of the tibio- 
aslragalus anticus. Ibidem. Vol. I. No. 4. p. 512. — 

38) Muri. A.. Maiioanza del musodo grando pettorale. 
Monitore Zoologien Italiano. Anno XIII. No. 1. p. 13 
bis 17. — 39) Orrü. E.. Su di «in inii-eolo sopranu- 
nierario e sulla dispo>izione rlelle aponenrosi fiel 
dorso della tn.ino ueiriMino. Ihid. Anno XIII. No. } 
[>. 84 - 87. (.'on una lig. 4<>i PapilLnilt, G.. Co- 
io'so et coiiiiexioiu de 'jueb]iie> ntuse|<> de la mimiqne. 
Revue de l'eeotc d'anthropol. <]•■ Paris. No. 6. p. •_>« ) 1 



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14 



Kkaisk. Dksoriftiyk Anatomik. 



bis 204. Avec une (ig. 4 I) Pardi. F.. r.u ittorfo- 
lopa eomparata dei tnuscolt psoas miliar, ilio -psoas o 
<|tiadratus lumboruin. Atti della soc. Toscana di sei 
cttz« natur. Vol. XIX. p. I 05. Con 3 tav. — 42; 
Rcgnault, F., Lea causes des auomalies ntusrulaires. 
Comptcs rend. de l.i sessinn de l'associat. des auato- 
mistes franc. ä Montpellier, p. 19—20. 43) Rou- 
vit-re, H.. Note sur quelques pnints dt 1'auatoinic des 
museles addueteurs de la cuisse. Ibid. p. 117 -127. 
Avec 3 lig. — 44) Sehaffer, .1., l'eber Knorpelbil- 
duiigcn an den Beugesehnen der Vogel. (Yutralbl. fiir 
Physiol. Bd. XVI. No. 4. S. 118-120. — 45} Der- 
selbe. Eine Sperrvorrichtung an den Zehen des Sper- 
lings, Fasser domesticus L. Biolog. Centralbl. Bd. XXII. 
No. II. S. 350 -352. — 46} Souque*. A.. Absencc 
congcnilale des museles grand et petit pectoral. Nou- 
vclle Iconographie de la Salpetrige. Annee XV. No. 2. 
p. 131-137. Avec 2 pl. - 47) S tat k e witsch , Zur 
Anatomie des Wiekelsehwanzes, 1. Die Faseien und 
Muskeln des Schwanzes von (ereoleptis caudivolvuli. 
Physiologiste Russe. T. II. No. 36 40. p 255 bis 
261. Avec 3 tig. - 48) Sticda, L„ l'eber die Sesam- 
beine des Kniegelenkes. Anatom. Anzeiger. Bd XXI. 
Supplem. S. 127—130. 49) Tenehint, L, Di uti 
nuovo muscolo sopranumerario della regioue poste- 
riore dell'antibraecio umano i M. extensor digiti indieis 
et medii) consociato ad un fasei»lo manidio. Monitore 
zoolog. Italiano. Anno XIII. No. 3. p. 57—66. Con 
una tav. — 50) Tobler, L. Der Achtelbogen des 
Mensehen, ein Rudiment des Fannieulus caniosus der 
Mammalia. Morph. Jahrb. Bd. XXX. H. 3. S. 453 bis 
507. Mit 27 Holzschn. — 51} Iriepel, H, l'eber das 
Verhältniss zwischen Muskel- und Sehnen. pjerschuitt. 
Anat. Anzeiger. Bd. XXI Suppl. S. 131-136. <Dis- 
cussion: Fiek, Triepel.) — 52} Valenti. <i.. Sopra In 
origine della musrulatura negli arti eatidali dell'Axo- 
lotl. R.-ndie. dell'lstil. di Bologna. 1901 1902. Vol. VI. 
F. I. p. 43-44. -- 53) Varaglia. S., Di akutie dis- 
posizioni miologiehe poeo note della regionc del po- 
plite iieM'uomo (regio genu posterior). (iiorn. d. ad'ad. 
di medi ■. di Torino. Anno LXV. No. 6 e 7. p. 401 
bis 406. 

Das Verhältniss zwischen Muskchjuerschniit und 
Sehnenquersehnitt bezeichnet Triepel (51; als i}uer- 
schnitts.piotient. Der Sehnenquerschnitt hangt, 
was sein-- Grösse betriff!, wesentlich von zwei Momenten 
ab, erstens von der Thätigkcit des zugehörigen Muskels 
und zweitens von Vererbung. Derjenige Theil des Sehnen- 
Querschnittes, der aut Rechnung der Vererbung kommt, 
ist auf den Gebrauch zurückzuführen, den unsere Vor- 
fahren von ihren Muskeln gemacht haben, worin ein Be- 
weis für die Vererbung erworbener Eigenschaften zu 
finden sein soll. — In der Diseussion bezweifelte Fi c k 
(51), dass ein grosser ( 'uerschtiitts.|Uotient einen be- 
sonders lebhaften liebrauch des Muskels, sei es in der 
Jetztzeit oder iu der Vorzeit, beweis-. 

Fin Schema vom Bau d-s M. pectoralis major 
hat Lewis (Berielif f. 1901. S. 13) veröffentlicht. 

Den A eh sei bogen leitet T'bler (50) nach dem 
Vorgänge von Turner ;IS«7) vom Fannieulus earnosus 
der Saugethieie ab und begründet diese Aufstellung 
durch eine ausgedehnte, bei d.-n Monotonien beyinuende 
und namentlich aiteh die Primaten berücksiehtiirende 
l'ntersucliungsreihe. Mit der l'ars abdominalis d.-s M 
pectoralis major kann der Aehselbee«n in Beziehung 
treten; auch den M. sternalis leitete Turner v a» dem 
genannten Fannieulus ab. während \V„„d i|',,„-, „: the 
II. soc. of I.ondi-n. Vol. XIV u. XVi; und Ferrit, 



(1S73,i den Aehselb-.geu für einen rudimentalen M. 
dorsoqiiiroehle.iris erklärten. Erstorer wurde nach T. 
tu zwei Fallen von dem unteren N. thoraealis anterior 
itinervirt. 

An der Facies pclvina des Kreuzbeines beschreibt 
Adolphi (I) gebugene Ursprungsltuieii des M. piri- 
formis, die als Liticae piriformes bezeichnet 
weiden. Sie linden sich am 2. und 3. Sacralwirbcl und 
der genannte Muskel greirt bei kräftig entwickelter 
Musculatur auf den Korper mindestens vou einem Sa- 
cralwirbcl über. Bisher licss man den Muskel von 
der Vorderfiaehe des Us sacrum entspringen, und Wal- 
deyer (Becken. 1900. Fig. 26 pi) bildet kleine Knochen- 
zaeken an der Stelle der sog. Lincae piriformes ab 
(Ref.). Am 3. Sacralwirbel fand A. auch beim Ürang- 
utan und CJtimpanse eine «olche Linie. 

Eine vortreffliche Schilderung der Regio lum- 
bales hat Hein (30) gegeben, nämlich des Raumes 
zwischen der 12. Rippe, der Lendenwirbelsäule und der 
C'rista iliaca. Ks werden auch das Trigonum lumbale 
s. Fetiti und das Trigonum lumbale superius von 
liyrtl (Tetragonum lumbale, Ref.) als Bruchpforteu für 
Lumbalhernicu erörtert. Es sind von letzteren bisher 
57 Fälle besehrieben, doch liegen nur zwei Sections- 
berichte vor. 

Varietäten. — Zahlreiche interessante Mtiskel- 
varietäten aus dem Fräparirsaal von Nancy wurden von 
Ancel ;5i beschriehen. Seine Zahlenrcsultate weichen 
nicht unerheblich von den gewöhnlich angenommenen 
ab. sie sind an 20 Leichen gewonnen, deren KÖrper- 
hölilen nicht secirt waren, sowie an 45 anderen. Wie 
es scheint, ist hauptsächlich den Studirendeu die Be- 
antwortung sich aufdrängender Fragen tiberlassen. Bei- 
spielsweise soll der M. plantaris in 15.6 statt in etwa 
5 -7 pCt. gefehlt haben. Einmal entsprangen alle 
Aoste der A. axillaris aus einem gemeinschaftlichen 
Stamm. — Einmal wurde ein M. sternoclavicularis ante- 
rior beobachtet, von welchem A. eine hübsche Ab- 
bildung giebt. 

Kutnaris und Sclavuno» (33) theilen Beobacb- 
tungeii über Varietäten von Muskeln (und Arterien) aus 
dem Fräparirsaal in Athen mit. Fin M. sternalis 
kam 6 mal zur Beobachtung; er hing zumeist mit dem 
M. pectoralis major zusammen, von dem er eine selbst- 
ständig gewordene Aberration darzustellen scheint. Ein- 
mal wurde der Muskel von einem perforireuden Haut- 
zweige aus dem N. intcrc-stalis II durchbohrt. 

Den M. sternalis will ( als 12 als M.pracster- 
n a Iis bezeichnen und scharf vom M. supracostalis, den 
Wood beschrieben hatte, unterscheiden. Letzterer 
Muskel gebort iuch Rüge :TS92, zum System des M. 
obli'|uits abdotnitiis extenius. C thetlt auch zahlreiche 
vergleielien-l auatotnisehe Daten mit. In den beiden 
voti Kutnaris '33) utiter.sitcliten Fällen kamen die 
Muskelnerven aus dem N. intet c-.-stalis 1 oder II u. III. 

ober« Extremität. - l.aidlaw (34) beschreibt 
einen Fall eines M. su p r ae l a v ic u I ari s proprius; 
bisher waren nur 8 Falle bekannt 

Knien üb- :,a: ..e. •. Mu-kel. der im zweiten Intcr- 
st.tmui interosseum metaearpi entsjiringt und mit einet 



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Krai-se, Dknckihtivk Anatomik. 



15 



•tonnen Sehne sich an der proximale» Phalanx des 
Mittelfingers inserirt, fand Orr» (39) 4 mal an 9 Händen. 
Es handelt sich um den in .'5-7 pCt. beobachteten 
il. ex t eii so r digitorum manus hrevis, den 0. nicht 
zu Lcntieii scheint. Udingens hatte Barclay Smith 
Bericht I. 1896. S. 17. No. 49) eine Statistik dieser 
Anomalie nach Untersuchung von 50 Händen mitge- 
tkilt. in welchen 35 mal Spuren des Muskels gefunden 
wurden. Nach v. Bardel eben handelte es sieh je- 
d'>eh um aecessorische dritte Köpfe von Mm. interossti 
dorsales, die 23 mal im zweiten Intermetaearpalrautn vor- 
kamen. Eine andere Varietät desselben Muskels, näm- 
lieh einen überzähligen Streckmuskel des 2. und 3. Fin- 
ger*. M. extensor digiti indicis et medii hat 
Ten chi n i (49) besehrieben und eine literarische Ucbcr- 
siebt der in Betracht kommenden Varietäten am Vorder- 
arm hinzugefügt. Der Muskel entspringt am Lig. carpi 
Hörsäle. 

Untere Extremität. Im Kopf des Caput 
mediale des M. gastroenemius findet sieh in 
äusserst seltenen Fällen ein Sesambein. Dies ist be- 
reits von Heister (Compendium anatomicum. 1727. 
Tab. I.) abgebildet und St i e d a (48) hat jetzt einen 
neuen Kall von einem Manne beschrieben. Das Sesam- 
hein articulirte mit dem Condylns mediali* femoris. Der 
Xarne ist von den Samen des Sesamum indicum berge- 
oommeii. die keine abführende Wirkung haben, und 
ur>prünglich arabisch. 

Ein überzähligen Muskel, der mit der al» M. 
s'jleus aeeessorius bezeichneten Varietät nicht ganz 
übereinstimmt, fand Delitzin (18) hei einem Manne 
im rechten Unterschenkel; der Muskel entsprang vom 
Capitulum libulae. war lang und dünn« inscrirte sich 
mit einer langen Sehne an den Calcaueus oberhalb des 
Processus medialis. In einer 7 cm langen Strecke 
durchbohrte der Muskel den X. tibialis in der 
Mitte der Länge des Unterschenkels, der M. plantaris 
war gut ausgebildet. Einige andere Kalle sind früher 
beobachtet, doch kein solcher, in welchem der X. 
ttbialis sich theilte und mit zwei wieder zusammen- 
fließenden Aesten den Muskel umgab. I m eine Varietät 
des M. plantaris kann es sich nicht handeln, eher um 
einen selbstständig gewordenen Fibulart heil des M. 
solcus: beim Oraug-utau fehlt dem letzteren die Tibial- 
portion. 

Einen M. talotibialis anterior, der von der 
Tibi» zum Talus verlief, während die Fibula fehlte, 
beschreiben Mc. Murrich und Waterman (37). Bis- 
tier sind nur 5 Fälle bekannt. Jedenfalls gehört der 
rudimentäre Muskel zur Extcnsorengruppe. 

V. Splanchnologie. 

1) Adaciii. B.. Leber den Penis der Japaner. 
Zeitschr. f. Morpbol. Bd. V. II. 2. S. 351-35«. - 
L' Aik in, W. A., The separate funetions indifferent 
part«. of the rima glottidis. Journ. of anat. Vol. XXXVI. 
P. 3. p. 253— 25«. With one pl. — 2a) Akutsii, Bei- 
träge zur Histologie der Satticnblasen nebst Bemer- 
kungen über Lipochrome. Virchow's Areh. Bd. ULXVIII. 
H. :;. S. 467 - 485. — 3) Alexais. II, Anomalie de 
division du poumou droit. Uompt. rend. de la soc. 



de biob.g. T. LV. Xo. 3. p. 144 — 145 (Reun. biol. 
de Marsrille). — 4) Altuchoff, N., Ungewöhnlich 
langer Wurmfortsatz. Positio mesentcrica. Anatomischer 
Anzeiger. Bd. XXU. Xo. 9 u. 10. S. 206-210. Mit 
1 Fig. — 5) Arnold, .1., Ueber Plasmosomeu und 
(iranula der Nierenepithelien. Vireh. Arch. Bd. CLXIX. 
H. 1. S. 1 — 17. Mit 1 Taf. — «) Derselbe, Ueber 
vitale und stiprnvitalc Urauulafärbung der Nierenepi- 
thelien. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. Xo. 15. S. 417 bis 
425. — 7) Arsimoles, I... La fossettc sus-amygdalienne 
et les ahees pcri-amygdaliens. Recherche* sur leur siege 
anatomique. These de Toulouse. 8. Paris. — 8) 
Barpi. U., La lunghezza dell' iutestiuo nei Solipedi. 
tiiorn. dell' ippologia. Pisa. 1901. No. «. 10 pp. — 
9) Barth, E., Leber die Wirkungsweise des Musculus 
cricothyreoideus und ihre Beziehungen zur Tonbildung. 
Deutsche Monatsschr. f. Zahnheilk. Jahrg. XX. H. 9. 
S. 187—223. Mit « Fig. - 10) Beeker. V., Unter- 
suchungen an der Mundschleimhaut von Cryptobraucbus 
japouicus. Inaug.-Diss. 8. Berlin. 60 Ss. — 11) 
Ben slcy, R. R. , The cardiac glands of mammals. 
American journ. of anat. Vol. II. No. 1. p. 105—156. 
With 16 figs. - 12) Bcrard, L. et C. Dcstot, Note 
sur la circulation arterielle du rein. Journ. de l'anat. 
et de la phvsiol. Annee XXXVIII. No. C. p. 570-575. 
Avee 3 pl. — 13) Bernard. L. et Bigart. Etüde 
anatomo-pathologiquc des capsules surrenales dans 
quelques intoxications experimentales. Journ. de 
phvsiol. T. IV. No. «. p. 1014-1029. - Avec 1 pl. 
— 14) Diesel beu, Reactions histologiques des sur- 
rcnales au surmennge rniisculaire. Compt. rend. de la 
soc. de biolog. T. LIV. No. 34. p. 1400—1401. — 
15) Dieselben, Note sur l'aspect macroscopique des 
capsules surrcnales du cobaye ä Tetat normal et patbo- 
logique. Bull, de la soc. anatom. Annee LXXVII. No. 8. 
p. 835—837. — 1«) Dieselben, Quelques detail» 
de la strueture des glandes surrenales normales du 
cobaye, deceles par l'acide osmique. Ibid. Annee LXXVII. 
No. 8. p. 837- 839. 17) Bogomoletz. A.A., Bei- 
trag zur Morphologie und Mierophysiologie der Brunner- 
schen Drüsen. Archiv f. microscop. Anat. 1903. Bd. LXI. 
IL 4. S. 656-667. Mit 1 Taf. — 18) Bounamour, S., 
Recherches histologiques sur la secretion des capsules 
surrcnales. Comptes rend. de tu sess. de l'associat. des 
anatoiTiistes fran«;. ä Montpellier, p. 54 — 57. — 19) 
Bor das, L., Le tu he digestif de la nymphe d'Ache- 
rontia atropos L. Compt. rendus de la soc. de bio- 
logie. T. LIV. No.86. p. 1495-1496. — 20) Bossi, V., 
Ricerche sopra alcuni orgaui annessi all» porzione pcl- 
vica dell" uretra maschile dei mammiferi domestici. 
Pisa. 1901. Nuovo Ercolaiti. Anno VI. No. 18. p. 351 
bis 355. No. 19. p. 361—367. No. 20. p. 381—387. 
No. 21. p. 401-410. No. 22. p. 421— 430. Con 3 tav. 

21) Bothezat. P.. Coutribution ä l'etude des auo- 
malics du foie. Bullet, des scienc. et de la soc. de 
Jassy, Mars-Avril, 1901. — 22) Bourland, R. C, 
The sphineter superior. American Journal of anat. 
Vol. I Xo. 4. p. 515. — 23) Bovero, A.. Ricerche 
morphologiche sitl Musculus cuianeomucosus labii. 
Mein. d. R. accad. d. scienze di Torino. T. LH. p. 1 
bis 60. Con una tav. (s. Myol.) - 24) Brandt, A.. Ueber 
Backentaschen. Verband!, des 5. interiiat. Zoologen- 
Congr. Berlin. 1901. S. 598-600. — 25) Brasil, L., 
Notes sur Pintestin de la Peetinaire. Arch. de 
zoolog. experiinent. T. IX. p. 1 — IV. Avec 6 fig. — 
26) Brissaud et Dopter, Note sur les dirTercnccs de 
voiume des lobules hepatiques du foie humaiii. Gaz. 
hebdom. de medec. No. 57. p. 661 — 663. Avec 4 fig. 

27) Browicz. T., Einige Bemerkungen über die 
Leber /.eile. Anzeiger d. Aead. d. Wisseusch, zu Krakau. 
Mathem.-naturw. Cl. No. 2. S. 130— 13«. - 28) Der- 
selbe, Dasselbe. Bullet, interii.it. de l'aead. des scienc. 
de Cracow. p. 130—13«. (Polnisch.) — 29) Dersel be. 
Die Beziehungen zwischen den iutraaciti>scn Blut- 
capillaren und den ititracellulären Ernährungscanälchcn 



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10 



KUACSK, DKSCkll'TIVK Anatomik. 



der Leberzelle. Anal. A ii/,«.iyi.r. IM. XXII. No. 7 u. 8. 
S. 157 — 162. - 30) Derselbe. Meine Ausicht*'i» über 
den Hau dir Leberzelle. Virehow's Areh. Bd. CLXYIII. 
II. 1. S. 1—22. Mit I Taf. - 31) Derselbe, Be- 
merkungen zum Aufsätze IL Hein/.: Ucber Phagoeytose 
der Lebergcfässciidothelien. Areh. f. mictoscop. Anat. 
Bd. L.X. II. 1. S. 177-181. — 32; Büugncr, von. 
Zur Anatomie und Pathologie der Galleuorganc und 
des Pancreas. Allgem. Wiener med. Zeitung. Jahrg. 
XLYII. No. 50. S. 529. - 33) Burow. W., Beiträge 
zur Anatomie und Histologie des Kehlkopfes einiger 
Haussäugethiere. Archiv f. wissetisch. u. practische 
Thierheilkundc 1901 — 1902. 8. Berlin. HJ. XXVIII. 
II. 3 ii. 4. S. 312—358. -17 Ss. Mit I Taf. u. 3 Fig. 
— 34) Cahuzac, P.. Kontribution a lYiude des or- 
ganes lymphoides du pharynx et de lamygdale en 
partieulkr dans leurs rapports avec l'infcetion. 8. 
These He Lyon. 1901. — 35) (aldeione. C, Con- 
tributo allo studio delle glandole a secrezione grassa 
uclla mueosa orale doli* uorao, Giern. Ital. di malattie 
veuerce. 1901. Anno XX.XVI. F. 5. p. 572—581. 
Con tav. -- 36) Capcllani. S., Contributo all' isto 
logia dell' ovidutto. Arehivio Ital. di gineeol. Anno V. 
No. 1. p. 1—20. — 37; Capobianeo, F., Contributo 
alla eostituzione dello strato cuticolo-ventrieolare dello 
stomaco muscoloso dcgli ueeelli. Bollet. della soeietä 
di nnturalisti in Napoli. 190). Vol. XV. p. 1G0. — 

38) Carmiehael. K. Scott, Preliminary nole <m the 
Position of the gall-bladder in «he human subject. 
Journ. o/ anat. Vol. X.XXVII. P. 1. p. 70-72. 

39) Ca the lin. F., Sur la topographie des eapsules 
snrrenale.s de l'homme adulte. Bullet, de la soc. anatom. 
de Paris. An nee LXXV1I. T. IV. No. 2. p. 215-217. 
Avec 2 tig. - 40) Cavalie et .lolyet. Sur le rein 
du dauphin. Compt. rend. de la soc. de biol. T. LXIV. 
No. 24. p. 878-880. - 41) Chaine. J . Sur la Con- 
stitution de la region sus-hvoidienne che», les vertöbrc.s 
en gcneral. Ibidem. T. I.IV. No. 12. p. 428—430. 
42) Derselbe, Anatomie comparöe de certains museles 
sus-hyoidiens. Bull, seientif. de la Franee et de la 
Belgif|ue. T XXXV. p. 1—209. Avee 8 pl. — 43) 
Cristiani, H. et A. Cristiani. Hecherehes sur les 
eapsules snirenaks. Journ. de phvsiol. T. IV. No. 5. 
p. 8:57—844. Avee une pl. 44) Dieselben. De la 
greffe des eapsules surn'nales. Ibidem. T. IV. No. 6. 
p. 9S2— 997. Avec une pl. — 45) Ciaccio. C. 
(.'omunieazione sopra i canalienli di secrezione nclle 
eapMile soprarenali. Anat. Anzeiger. IM. XXII. No. 23. 
S. 493-497. Mit 3 Fig. - 4«) Civalleri. A.. Sülle 
Glandulae parathvreoideae dell' uomo. Polielinico. 
Anno IX F. 3 'p. 97-109. Con tav. •- 47> Cla- 
mann. Ductus omphaloentericus persisteiis Deutsche 
med ,-. W.M-dtnsrhr. IM. XXVIII. Nu. 23. S. 415—416. 
Mit einem Hol/sehn. (Bei einem 4 Wochen alten Kinde 
bestand eine Dünndauntistel am Nabel: Sectkn wurde 
nicht gemacht ) — 4S Co | ,, m b i n i . I'eber einige fett- 
secernirende Drüsen der Mundschleimhaut des Menschen. 
Monalsh. f, praet. Dermatol. Bd. XXXIV. No. 9. S. 423 
bis 437. Mit einer Fig. — 49) Crispiuo, M.. Con- 
tributo all' istologia delle l'mia/.ioni anncsse alla glau- 
dola tiroide. Polielinico. Vol. IX. F. 7. p. 294-311?. 
Con nna tav. 50: Di en lafe. L., Caia.-tere terminal 
des art -ies du rein. Bibliographie atiatoiiii<|iio. T. XI. 
F. 4. p. 261 — 264. Avec une tig. (Die Aeste der 
Nieren -irterien sind Endarlerien.) — 51) Dis.se, Unter- 
suchungen iil. er die Durchnänginkeit der jugetMlieheu 
MageirDrirmwaipl für Tiiherkelbjeillrn. Berliner klin. 
W-cheiischr. 1903 No 1. S. 1 10 Mit I Fig. - 
52. DiV'.n. A. F. a A. B i r in i u ^ Ii a in , The peii- 
t. loiiin ol" the pelvic eavitv. Tr.ins.vtioris of the H 
acad. of med. in Ircland. 1901. V..I. XIX. p. 360 377. 
With .'l pls. - I ) i e > i- 1 |m n , 1 >., — I r>. .iMiirn of 
anal. V,.|, XXXVI. P. 2. p. 127 111. Wi'h ..t.e nl 

54 'i Drap.. I".. Cambiauicnli di Lima <• di -t: utturn 
dell' epiteüo intestinale duranle rassorbiuiento <ki giasM. 



Kicerche del laboratorio di anatomia di Roma. 1901. 
Vol. VIII. F. 1. — 55) Derselbe, Lo stato attuale 
della dottiina dell' assorbimento intestinale c il vita- 
lismo moderno. Medicina moderna. 1901. Anno II. 
No. 12. p. t?. — 56) Eberth. C. .1. u. C. Müller. 
I'eber die Tvson'.sehen Drüsen. Verband I. des Vereins 
der Aer/te zu Halle. 1901. S. 108. — 57) Edmunds, 
W.. Further Observation* ou the thyroid gland. Journ. 
of pathol. and baeteriol Vol. VIII. No. 3. p. 288. — 
58) Eggcling. II., Eine Nebenniere im Lig. hepato 
duodenale. Anatom. Anzeiger. Bd. XXI. No. 1. S. 13 
bis 16. Mit einer Fig. — 59) Eitel, G., Beiträge zur 
Anatomie und Chirurgie des Processus vermiformis. 

1901. Inaug.Diss. 8. Berlin. 40 Ss. (Auch ver- 
gleichend-anatomisch.) — 60) Enriques, P., La milza 
come Organe d'escrezione cd i leueociti pigmentati del 
duodeno. (Rana esculenta.) Archiv, ltaliano di anat. 
Vol. I. F. 2 p. 347-361. Con una tav. - 61) 
Ep piliger. H., Beiträge zur normalen u. pathologischen 
Histologie der menschlichen Galleneapillarcn mit be- 
sonderer Berücksichtigung der Pathogenese des Icterus. 
Auf Grund einer neuen Färbungsmethode. Beitr. z. 
pathol. Anat. Bd. XXXI. H. 2. S. 230-295. Mit 
einer Taf. — 62) Erdheim, J.. Zur normalen und 
pathologischen Histologie der Glandula thyreoidea. para- 
ihvreoidea und Hvpophvsis. Ebendas 1903. Band 
XXXIII. H. I u. "2. S*. 158-236. Mit 32 Fig. — 
(?3) Fe I icine , Lydia, Beitrag zur Anatomie der Neben- 
niere. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 7 u. 8. S. 152 
bis 156. - 64) Fick. J., Ueher präputiale Schleim- 
hautgänge mit LittreVhon Schleimdrüsen und deren 
gonorrhoische Erkrankung. Dermatolog. Zeitschr. Bd. IX. 
H. 4. S. 516-530. Mit 2 Taf. — 65) Fl ei seh mann . 
A., Cloake und Phallus der Amniotcn. Morphogcuetische 
Studien. 8. Leipzig. Mit 3 Taf. u. 37 Fig. — 66) 
Derselbe, Morphologische Studien über Cloake und 
Phallus der Amniotcn. 1. P. Unterhössel, Die Ei- 
dechsen und Schlangen. 2. K. Hellmuth, Die Schild- 
kröten und Krokodile. 3. C. Pomaver, Die Vögel. 
4. 5. A. Fl e i seh m an ii . Die Säugethierc. Die Stilistik 
des l'rodäum und Phallus bei den Amniotcn. 8. Mit 
3 Taf. n. 37 Fig. — 67) Frieben. A.. Zur normale» 
Anatomie und Histologie des Wurmfortsatzes. Jahrb. 
d. Hainburgiscli'Mi Staalskrankeiianstalten. 1899 — 1900. 
Bd MI. S. 101 105. — GS) Frommer, A, Zur 
Casuistik der Anomalien des Dickdarmes. Arch. f. klin. 
Chirurg. Bd. LXVII. H l. S. 27—57. Mit 5 Fig. — 
«55P Fuchs. IL. I'eber das Epithel im Nebenhoden der 
Maus Anatom. Hefte. Bd. XIX. H. 2. S. 311-347. 
Mit 3 Taf. — 70) Fürst, T. Lnppenbildung an der 
Mi!/ eines Neugeborenen. Anatom. Anzeiger. Bd. XXI. 
No. 16 u. 17. S. 491—493. Mit einer Fig. — 
71) Galasso. F., Anatomia macroscopica e raicrosco- 
pic.i della mueosa palatina di Muraena helena, con 
speciale rignardo alla questione dell' appareeehio 
velenifero. 1901. Catanzaro. 8, 34 pp. Con 3 tav. 

- 72} Ganfini. ('.. Siruttura e sviluppo delle cellule 
interstiziali del testici.lo. Arehivio ltaliano di anat. 
Vol. L F. 2. p 233 294. Con 4 tav. — 73) Gaupp, 
M., Les vis<-«-re.s de la greiiouille. Journ. de l'anat. 
Annee XXXVIII. No. 4. p. 4f.9 - 471. — 74) Gen- 
tes. L., Ikts de Lang-rhaus dans le paucreas du liou. 
Compt. rend. de la -or. de biolog. T. LIV. No. 16. 
p 535 536, 75.1 ii< '• rard. G., Cireulation renale. 
La voi'ite ai ' i i t<- 1 !•* sus p> ramidale existe f eile? Compt. 
rend. de la srssi,.n le |',i.s,.riat des anatomistes frnne. 
:'i Montpellier. p 175 - 178. Avee une tig. --- 76} 
Derselbe. Sur la Situation top..|;raphi<|uc des eapsules 
surr nales die/ rbomnie. Iblcb-m. p, 179 -183. — 77) 
Ghika. C. Finde sur le t'nmus 8. Tl).-se. Paris. 
1901. - 78 : < i i a e o m i n i . F.. Contributo alla eonos- 

eetiza delle c-»ps\|le siiire-i ia uei < 'i r |nsf, oni. I. Sülle 
eapsitle surri iiali dei Pi-tromiz.-nli. ^1 ■ -i: i I ■ jr» - ».Oolo^ic» 
ltaliano. Anno XIII N". 6. p. 143 •■-162. Con 2 tav. 
— 79 Derselbe. Sulla esistenza della vstanza mi- 



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Kkm sk, Oksckum-ivk Axatomik. 



17 



dollare nclle eapsule suireiiali «K'i Teleostei. Ibidem. 
Nu. 7. p. 183 IS!». - SO) Derselbe, Sopra l.i (ine 
>1 ruttura delle capsule surrenali degli anlibi c sopra i 
nidi cellulari del simpatico di ouesti vertebrati. (iabin. 
di zool. e di an.it. comparat. di IN rugia. 8-4 pp. Con 
3 tiv. cd uua tig. — 81) (iiannelli, F., Hicerchc 
istulogiche sul pancreas degli uccelli. Monitore zool. 
Italiatio. Anno XIII. No. 7. p. 171—183. Con 3 (ig. 
- 82; tiiannelli, L. e Ii. Lunghetti, Ricerche ana- 
tomo-eofuparat. sul punto 'Ii passn^gio dclf intestino 
medio nt'l terminale. Atti dcll' accad. di setenze med. 
1901. Anno LXXV. F. 4. p. 285 312. C t. una tav. 
— 83) Mi Iis, F., Le ligament transvor.se du bassin. 
Ligamentum tratisversum pelvis (Winslowi). Sa signi- 
ficatiou. Compt. reud. de la Session de l'associat. des 
am tomist es fran.;. a Montpellier, p. 111 — 113. — 84) 
Derselbe, Rapports de Füret. re dans le planchcr 
p'Ivitti de la femme. Ibidem, p. 114—11«. Avee 
iine tig. — 85) Miraud, C'ontribution a l'ctude des 
valvules du eol de la vessie. 8. These de Bordeaux. 

.SU) ii I c y , F., Besinne des preuves des relations 
|ui existent enlre la glandc thyroi-ie et les glandules 
paratbvroides. 1901. Areh. ital. de biol. T. XXXVI. 
f. I p. 57—58. — 87) Derselbe, Dasselbe. 1901. 
i'omptes rend. du 5. congres international de pbysio- 
K'gie. — 88) Montier de la Roche, A., Modilicalions 
tiM.'l'.giques du pancreas chez le cobav<\ Bibliographie 
iii.it. rni.jne. T. XI. F. 4. p. 282 293. Avee 3 lig. 

89) Moodall, J. S., Tlie eomparative histolgv «i 
the Urethra. .lourn. of auat. Vol. XXXVI. 1'. 3. 
p. XI.V. - - 00) Mosset et Fronst. Le musclc r.-et.i- 
ur- thr.il. Son iinportanee dans les Operations par 

\ 'ie perineale, rn particulicr dans la pro>taleotoinie. 
Hüllet, de la soo. anatom. des Paris. Antiee I.XXVI1. 
T IV. No. 5. p. 125-431'.. Avee 4 lig. IM} Mras. 
V.. Heolx-iehes aiiatf.nii<|iies sur les veines du tonis, 
s. Avee 15 lig. 92; Mriffith, F.. A eas.- .,( super 
iiuiiM-r.irv breast in tue axilla of an adult male. Werbe. 
»ew>. !'J03. Vol. LXXXII. So. I. p. 21 22. Willi 
•'» tigs. — 93) tiryn teilt. F., V.iseularisatiou des eorps 
siirrenaui chez les Sevllium. Compt. rend. de l'aead. 
•le Paris. T. CXXXIV. No. «. p. 5«2 504. - 94: 
Derselbe. Dasselbe. Compt. rend. de la soc. de bio- 
!>ge. T. L1V. No. 5. p. 111 140. - !»5) Der 
■<elbc, l.cs corpsMJprarcnauxch.cz quelques squalcs et 
leurs ripports avee le sy steine arteriel. Compt. rend. 
de la sevsion de l'associat des .matomistes fran«;. .i 
Montpellier. p. 31-34. — OtV. Derselbe. Distribution 
'les eorps supr.irenaus des Plagiostome.s. ('. r. d. Paris. 
T. CXXXV. No. G. p. 330 332. — 1)7) Derselbe. 
>(ruct ure des Corps suprareuaux «les Flagiostomes. 
Ibidem. T. CXXXV. No. 8. p. 373 374. 98) 
Derselbe, Sur le eorps interrenal des Flagiostomes. 
Ibidem. T. CXXXV. No. 10. p. 43!» 141. - US) 
•inerini. M.. Sur les (Ines modilieatinns de struetnre 
du rein et du foie dans la fatiuue. Areh. ital. <le biol. 
Vol. XXXVII. F. 2. p. 200 -202. -- 100) (iuitel. 
F., Sur le rein de I.epadogastcr himaeulatus Fbin. et 
niieroeepbalus Bronk. Bulletin de la soriete seienlif. 
de füue.st. No. 1. p. 161-178. Avee 5 tig. — DM) 
Derselbe, Sur le rein des Lepadogaster Mouanii 
Larepede et Candollii Kisso. Ibidem. 1901. T. X. 
\o. 2. p. 24!» 253. — 102) Hansemann. D. von, 
l'eber die Struetur und da« Wesen der Mefässinseln 
des Pancreas. Verb. d. Deutschen Pathol. Mose||soh. 
4 Tagung. Hamburg 1901. Berlin. S. 187 I!»»:. Mit 
2 Tat. — 103) Hauch. F., Gm nyroerries anatomi og 
deres udvikling. Kjobenhavn 1901. Inatig. -Dissen. 
101 pp. Met 3 Taf. - 101) Hclbing, IL, IVber den 
Darm einiger Selaehier. Anatom. An/ricer. Bd. XML 
Xo. 1!». S. 400- 407. Mit 3 tig. 105» Helly, K , 
Die Blutbabnen der Milz und deren fuiietionelle Be- 
deutung. Archiv f. mieroscop. Anal. Brl. LXI. S. 215 
bis 272. Mit einer Taf. und 17 Fi«. 10«' Der- 
selbe, Die Mlandulae duodenales (Hrni.nei i ais Bc- 

J»hre*l* t i*bt der (»amnttn M^dicin. Mi. BJ. 1. 



stimmungsmittcl der Dnodenalläuge beim Mensehen. 
Anatom, Anz. Bd. XXII. No. 19, S. 118- 422. Mit 
einer Fi«. — 107; Derselbe, Zur Milzfrage. Fbendas. 
Bd. XXII. Xo. 20 u. 21. S. 431-437. Mit einer Taf. 
u. 2 Fig. (Krwidening au Weiden reich). 108) 
Derselbe. WechscMcziehungeii zwischen Bau und 
Function der Mi!/.. Wiener klin Wocheiiscbr. Jahrg. XV. 
No. 32. S. 811—813. — 10!») Hepburn, I). and 
Waterston, The pelvie eavity of tbe porp^ise (Phu- 
eaena communis) as a guide to the determin ition ot a 
sacral regioii in Cetacea. Hep. of the 71 st meetingof tbe 
British assoei.it. für the advane.ol scienc. atMlasgow. 1901. 
p. «80 «ST. ■ 1H» Herring. P. T , Cornparative 
anatomy and embry.dogy of tbe Malpigbian bodies. Proe. 
of tbe Senttish mierose. soeiet. Vol. III. p. 109—113. - 
Uli Hesse, R . Zur Kenntniss der Mesebleehtv..rgane von 
Lumbriculus variegatus. Zool. Anz. Bd. XXV. No. 'iSO. S. (;20 
bis «22. Mit 2 Fig. -- 112) II i 1 ton , W. A., The morphology 
and tlevelopmetit of intestinal folds and villi in verte 
brates. American Journal of anatomy. Vol. 1. No. 1. 
p. 459 50G. With 7 pls. - 113) Holmgren. F. 
Ueber die Safteaualeben der Leber/eilen und der Fpithel 
Zellen der Nebenniere. Anat. Anz. Bd. XXII. No. 1. S. 9 
bis 14. M. 3 Fig. — 114) Derselbe, Ueber die Troplm- 
spongien der Nebenhodenzellen und der Lebergangzellen 
von Delix poinatia. Ebendaselbst. Bd. XXII. No. 4 
u. 5. S. 83 — 8«. Mit 2 Fig. — 115) Derselbe, 
Weiteres über die Trophospongien der Leberze II cn um! 
der Darmepitbel/.elleu. Kbendaselbst. Bd. XXII. No. 
1«. S. 313-323. Mit 8 Fig. - II«) Derselbe. 
Weitere Mitthcilungen tiber die Tropbuspoiigi' lo-aioil- 
ehen der Nebennieren vom Igel. Fbendaselbst. 1903. 
Bd. XXII. N... 22. S. IT«- 481. Mit 7 Fig. - 117) 
II unser, »i. I... Intraeellular eanalieuli o( tbe I iv er. 
Science. V-.l. XV. Nu. 387. p. 874 875. — IIS) 
.lack son, C. M., <>n the strnetiire of the eorpf.ra ci- 
veruosa in Ibe domestie eat. American journ. of auat. 
V..I. IL N... I. p. 73 SO With 7 ligs. -- 119) 
.liiger. A., Die Physiologie und Morphologie der 
Schwimmblase der Fis'ehe. Pfluger's Archiv. 1903. Bd. 
CXIV. II. 1 n. 2. S. «5-138. Mit 1 Taf. ti. 2 Fig. 

120) Jagie. Normale und pathologische Histologie 
der »ialleneapill iren. Ivu Beitrag zur Lohr'- vom le 
terus und der biliaren Cirrhose. Beitr. /.. path. Anat. 
Ild. XXXIII II. 1 u. 2 S. 3o2— 32«. Mit 1 Taf. — 
121 Illing, M , Leber die MaiobOn und das liaumeu- 
segel des Sehweines. Areh. f. Wissenschaft', ii. pract. 
Thierheilk. Bd. XXIX. H. 3 u. 4. S. 411 12«. 
122) Johnson. Roswell Hill, Vartations in the distri- 
bution of the bile duets of the eat. American jourual 
of anat. Vol. I No. 4. p. 512-513. 123) John 
stone. .1.. t.)n eervical glatids of Marsupials. Proeeed. 
of the biolojjieal soeiet v of Liverpool. 1901. Vol. XV. 
p. 354 -3«2. With 2'fins. - 124) Jones. F. Wood. 
The musctil.itute of the bladder and Urethra. Journ. ot 
anatom. Vol. XXXVI. F. 4. p LI LVI. With 1 figs. 

• 125) K a 1 1. e n s t e i n . .1., l'eber die elastischen F.e 
sern im Kehlkopfe mit besonderer Ib-rüeksiehtigung der 
funetioii' llcii Struetur uml der Function der wahren und 
falschen Stimmlippe. Areh. f. I.arvng. 1903. 15 I. XIII. 
II. 3. S. 329 352. - 12«: K ehr.; IL. F.ne seltene 
Anomalie dir Mallengange. Miinch. med. Wocbenschr. 
.labrg. X.XXXIX. No. «. S. 229. Mit 1 Fig. — 127/ 
K ei bei. F.. /.ur Anatomie «les FrogenitaU-anals der 
Feliidna aculeata v,ir. tvpica. Anatom. Anz. Bd XXII. 
Xo. 11 u. 15. S. 3«M "305. Mit 2 Fig. 128; Kidd, 
W„ The direeti..« of bair on tbe human arm. Laroet. 
l'»01. p. 1531 a. 1(598. 129) konigstein. II, 

Notiz zu einer Oeuceetilunge i.Delpliinus delphis). Anal. 
An/.'joor. Bd. XXII. No. 23. S. 497 — 500. Mit 2 Fio. 

- 130) Kose, W., l'eber das Vorkommen einer Ca- 
rotisdriise und der ehromaftiuen Zellen bei Vogidn. 
Nebst Bemerkungen über die K ierio-iispalteiiderivate. 
Fbendaselbst. Bd XXII. No. 7 u. 8. S. t«2 170. - 
131 Kotzenberg, W.. Zur Fnlwiek- Jung <br Ring- 

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Krause, Descriptive Anatomie. 



muskelsehicht an den Bronchien der Säugothiere. Arch. 
f. microsc. Anat, "Bd. LX. H. 3. S. 460— 468. Mit 

1 Taf. u . 2 Fig. — 1 32) K r a n e n b u r g , W. K. H., Sur les ccl- 
lutes des glandes de l'estomac qui soeretent de l'acidc 
chlorhvdrique et Celles qui secretent de la pepsine. 
Arch. du Muse« Teyler. T. VII. p. 245— 309. Avec 2 pl. 
(Ber. f. 1901, S. 17.) — 133) Kraus, 0., Zur Anato- 
mie der Ileo-Cocealklappc. Mitthcil. d. Gesellschaft f. 
innere Med. in Wien. Bd. I. No. 8. S. 127. — 134) 
Lagucsse, E., Sur la strueture du pancreas chez 
quelques ophidiens et partieulierement sur les ilots 
endoorines. Arch. d'anat. microsc. T. V. F. 3. p. 2ß. r > 
bis 377. Avec 2 pl. — 185) Derselbe, Sur la strue- 
ture du pancreas chez le Galeus cauis. Bibliograph, 
anat. T. X. F. 4. p. 260-272. Avec 7 tig. — 136) 
Derselbe, Sur quelques formes primitives des ilots 
endoeriues dans le pancreas des sclaciens et des ophi- 
diens. Compt. rend. de la session de I'assoeiation des 
anatomistes franc. ä Montpellier, p. 14 — 18. — 137) 
Derselbe, Trois leeons sur la strueture du poumon. 
I/Keho med. du Nord. Lille 1901. C4 pp. Avecl6fig. 
— 138) Lagucsse, E., et A.Gontier de lalioche. 
Les ilots de Laugerhans dans le pancreas du cobaye 
apres ligature. Compt. rend. de la soeietc de biol. T. 
LIV. No. 24. p. 854—857. — 139) Lapieque, L., 
Sur la relation entre la longucur de l'intestin et la gran- 
deur de l'animal. Ibid. 1903. T. LV. No. 1. p. 29 
bis 31. — 140) Lcgry, Th., et F. Kegnault, Pre- 
senco de corps thvroi'des normaux chez les A Chondro- 
plaies. Ibidem. T. LIV. No. 17. p. 567-568. - 
141) Lchrcll, F., Histoehemisehe Untersuchungen über 
das bindegewebige Gerüst der Milz der Wirbclthiere. 
Internat. Monatsschr. f. Anat. Bd. XX. No. 4-6. S. 
171-206. Mit 8 fig. — 142) Letulle, M., Autopsie 
des glandes surnnales. Bull, et de la sooiete anato- 
mique de Pari». Annee LXXVU. T. IV. No. 1. p. 
341—342. — 143) Lctulle, M., et Nattan Larrior, 
Les capillieuks biliaires intra-trabeculuires dans les le- 
sions du foie. Compt. rend. de la societe de biolog. 
Pari.-. No. 24. p. 842-843. — 144) Leven.-, PA. 
On the biologiral relationship of prostata. Medical 
News. Vol. LXXIX. No. 25. p. 981. - 145) I.evi, 
(}., Dimostrazionc cd illustrazione di preparati miero- 
scopici di capillari biliari. Sperimentale. Anno LVI. 
F. 3. p. 462- 463. - 146) Li motu M., Ktude histo- 
logique et histogctiiquo de la glande interstitielle de 
l'ovaire. Arch. d'anat. microsc. T. V. F. 2. p. 155 
bis 190. Avec 2 pl. — 147) Derselbe. Dasselbe. 8. 
Th.se. Nancy. 1901. 6M pp. Avec 2 k pl. — I4S) 
Derselbe. Note sur les vacuoles de la granulös;» di s 
follicules de de Graaf. Bibüogr. anatom. T. X. F. 3. 
p. 153 159. Avec 7 (ig. — ' 149) Loisel, G., Sur 
l'otigiue du testicule et sur sa nature glandulaiie. 
Comptes rend. de la sockte de biol. T. LIV. N... 2. 
p. 57 — 59. — 150) Derselbe, Sur le lieu d>-rigine, 
la nature et le io!e de )a seeretion interne du testi 
eule. Ibidem. T. LIV. No. •>!. p. 1031-1038. Avec 

2 fig. - 151) Löuubcrg, K., Zur Keuntniss <1 es Kehl 
saekes beim Rrnnthier. .Anatom. Atizeiger. Bd. XXI. 
No. 16 u. 17. S. 467— 174. Mit 3 Fig. - • 152) Lonsky. 
F.. Zur Anatomie des Darmrohres und des l'rogenital- 
systemes von Hyrax. 8. Breslau. — 153^ Lühcke. 
».»., Beiträge zur Kenutuiss der Sehilddrüs«'. Virehow's 
Archiv. Bd. «LXVII. IL 3. S. 490 532. Mit 2 Taf. 
-- 154) Lueante. A,. Coiitribution ä l'etude de la 
iiieiisuratiou du tborax: dcscriptioti d un nouvel appa- 
reil. S. Th, sc de Paris. 1901. •- 155) Lüneburg, 
K., Beitrage ztn KnUickelung und Histologie der Knänol- 
«Itüscn in der Achselhöhle des Menschen. Inaug.-Diss. 
8. Rostock. 34 Ss -- 156) Maudoul. IL. Sur la 
cause iles eoloratiotis ehaiigeaiils des t. gumenis. Compt. 
rend. de l'aris. T. < \X\V. No. I. j.. 65 r,6. — 
157) Mau m ns. .1., Les coceuui.s des oiscaux. Annalos 
iles sciences uatur. Zoolog. Annee I. XXVII. T. XV. 
N->. 1. p. 674 676. Avec I l'.g. -- 158) Derselbe, 



Sur 1c troisieme coecuui des oiseaux. 8. Bull, du mus. 
de l'bist. uatur. l'aris. No. 1. p. 36—38. — 159) 
Maurcl, E., Rapports du poids du foie au poids total 
de l'animal. Compt. rend. de la soc. de biolog. 1903. 
T. LV. No. 1. p. 43—45. — 160) Derselbe, Rap- 
port du poids du foie ä la surfaee totale de 
1'aniinal. Ibidem. No. 1. p. 15 bis 48. — 

160) Derselbe, Rapport du poids du foie au poids 
total et ä la surfaee totale de l'animal. Transact. of 
the R. acad. of med. of Ireland. Vol. XX. p. 111. — 

161) Menard, f., Des varietes anatomiques de l'appen- 
dice caecal et de leur iufluence sur la pathologie de 
l'appendicite. 8. These. Paris. — 162; M ende, II. v.. Ein 
Beitrag zur Anatomie der menschlichen Nebenniere. 
Königsberg i. Fr. 8. Inaug.-Diss. 31 Ss. — 163) Merk, L., 
Experimentelles zur Biologie der menschlichen Haut. 
III. Vom histologischen Bilde bei der Resorption. 
Sitzungsbericht der K. Goselisch. d. Wissensch, z. Wien. 
Math.-naturw. Cl. Abth. III. S. 715-747. Mit zwei 
Taf. (Bericht f. 1901. S. 17.) — 164) Mingazzini, 
P., La seerezione interna nell' assorbimento intestinale. 
Ricerche del laboratorio di anatomia di Roma. Vol. 
VIII. F. 2. Co« una tav. e 2 tig. — 165) Mongour. 
Sur la lixation de la limite inlorieure de l'estomac par 
la simple inspeetion. Compt. rend. de la soc. de biolog. 
T. LIV. No. 20. p. 676 -677. -- 166) Monks. G H . 
The normal appendix, ils length, it.s mesentery. and its 
posilion or direotion. as obtained in 656 autopsies. 
Boston med. journ. Vol. CXVII No. 22. p. 581 bis 
583. (Der Processus vermiformis war bei 641 Männern. 
Frauen und Kindern 1 — 24 cm, im Mittel 7.9 cm lang). 
— 167) Müller, C, Lieber die TysouVmen Drüsen 
beim Menschen und einigen Siiugethieren. 8. Iuaug.- 
Dissertation. Halle a. S. 21 Ss. — 168) Mulon, 
P„ Note sur la Constitution du corps cellulaire des 
cellules dites spongieuses des capsules sumnales chez 
le cobave et le chifu. Compt. rend. de la soc. de 
biolog. ' T. LIV. No. 32. p. 1310-1312. — 169) 
Neuville, IL. L'intestin valvuläre de la Chimerc 
monstrueuse. (Chimaera motistrosa Lim.) Bullet, de 
la soc. philom. de Paris. T. III. No. 3 et 4. p. 59 
bis 66. Avec 4 fig. — 170) Noc, .1., Influence pre- 
poiiderantc de la taille sur la longueur de l'intestitic. 
Compt. rend. de la soc. de biolog. T. LIV. No. 36. 
p. 1489— 1491. — 171) Norris, II N , Tho origiu of the 
so-called ventraler Kiemenrest and of the corpus pro- 
pericardiale of the frog. Anatom. Anzeiger. Bd. XXI. 
No. 16 u. 17. S. 433-442. Mit 7 Fig. - 172) Nus- 
baum, .1. u. .1. Machowski. Die Bildung der concen- 
trisehen Körperchen und die phagoey totischeri Vorgänge 
bei der Involution der Ainphibienthymus nebst einigen 
Bemerkungen über die Kiemenreste und Epithclkörpcr 
der Amphibien. Anatom. Anz. Bd. XXI. No. 3 u. 

4. S. 110-127. Mit 5 F;g. — 173) Oberndorfer, 
S , Beiträge zur Anatomie und Pathologie der Samen- 
blasen. Beitr. /.. pathol. Anat. Bd. XXXI. II. 2. 

5. 325—346, Mit 1 Taf. -- 174) Oppenheim. A.. 
Das Versehwinden der Leberdämpfung bei Meteorismus. 
Deutsche med. Wochen, ihr. Bd. XXVIII. No. 27. 
S. 481—482. Nicht durch künstliche Füllung des 
Dünndarmes mit Luft an der Leiche.) — 175) O rl a n d i , 
S., Sulla struttura dell' intestina dcl I n Squilla mentis 
Atti dclla soeicta ligustica di seienze uatur. 1901. 
Anno XII. Vol. XII. p. 24. Coli 2 tav. Ber. f. 1901. S. 
17). — 1 76) Pasclikis, It., Zur Kenutuiss der accessn- 
riselien Gänge am Penis. Sogenannte parauretbrab- 
Oänge. Areh. i. Devmatol. Bd. I X. IL 3. S. 323 
bis 342. Mit 1 Taf. — 177 Patten. C. .1 . The form 
and position of the thoracic and abdominal viscera f.f 
the rufl'ed Ictmir (Leinur variuO. Traiisartions of iho 
R. acad. of. nndie of Ireland. V.d. XX. p. 441—473. 
Witb 5 pls. - - 1 TS) Peiser, A.. Leber die Form rler 
Drüsen <b s mensrhlich-n Verdauungsapparates. Areb. 
f. microsc. Annt. Bd. IAI. II. 3. S. 391 403. Mit 
1 Tat. — 179) Pensa.A.. Osserv.vioni a proposito di 



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Kruse, DK^Hinivi; Anatom ib. 



I't 



nd» particolarit.i «Ii strutlura del timo. Rcndic. d. 
istit. L>mb. dellc seienzc. Vol. XXXV. F. 1«. p. 799 
bis 810. Con una tav. — 180) Pestalozza. E. Con- 
tributo allo studio della formazione dell' imeue. Annali 
di ostetricia. 1901. Anno XXIII. No. 8. p. 841 bis 
S50. Con una tav. — 181) Peter, K., Anlage und 
Homologie der Nasenrauscheln. Anat. An/.. Bd. XXI. 
Ergänzungsheft. S. 150-151. — 18») Phisalix. C, 
Köle de la rate, dans la formation des hi'maties chez 
les Vertebrcs inforieurs. Compt. rend. de la soeietc de 
hiologie. T. LIV. No. 1. p. 4-5. 18») Pick. L, 
l'eber die Anordnung der elastischen Fasern im Uterus. 
Eine Erwiderung an Herrn N. Iwanoff. Vireh. Areb. 
Bd. CLX.X. H l. S. 1H9-170. (Bestreitet eine all- 
gemeine radiale Anordnung obiger Fasern behauptet zu 
Laben.) — 184) Plecnik, ,)., Zur Histologie der Neben- 
niere des Menschen. Areb. f. mierose. Anat. Bd. LX. H. 3. 
> 414-427. Mit3Fig. — 185)P Olicard, A., Constitution 
Kmpho-myeloide du stroma conjunetif du testieule des 
jeuoes Rnjides. Corapt. rend. de la societe de biolog. 
T. LIV. No. 5. p. 148-150. - 186) Derselbe. 
Dasselbe. Conipt. rend. de Pacad. de Paris. T. ( XXXIV. 
No. 5. p. 207—209. — 187) Po Udo r, Des ennaux 
de Partner; de leur peristanoe chez la femme sous 
forme de- couduits ä debouehe vaginal. 8. These de 
Bordeaux. 1901. — 18S) Popta, Tanna, M. L., Note 
preliminaire sur les appendices des brauchics chez les 
poissons. Bullet, du musee d'hist. iiaturelle de Paris. 
l?OI. No. 1. p. 11-12. - 189) Heese, A. M., 
Structure and development of the tbyroid gland in 
Petromvzoti. Proceed. of the aeademv of natur. seienee 
nf Philadelphia. Vol. I.IX. P. 1. p. 81— 112. With 
4 pls. — 190) Regaud, C. et A. Policard, Notes 
histologiques sur la seeretion renale. II. Lc segment 
c he du tulie urinifere de la lamproie. III. Le seg- 
i-ncut a bordure en brosse du tubc urinifere. Compt. 
retid. de la societe de biologie. T. LIV. No. 3. p. 91 
bis 93. No. 4. p. 129-131. — 191) Dieselben, 
Dasselbe. IV. Notes bistologiques sur la seeretion 
renale. Le» diverticulcs glandulaires du tube contournc 
de la lamproie. Ibid. No. 17. p. 554-555. — 192) 
Dieselben, Les segments ä cellulcs vibralilcs du tube 
urinifere des ophidiens. Bibliogr. anat. T. XI. V. 2. 
p. 119. Avec 3 fig. — 193) Dieselben. Etüde sur 
le tube urinifere de la lamproie. Compt. iend. de la 
v.ssion de fassoeiat des anatomistes Irane. ü Mont- 
pellier, p. 245- -261. Avec 11 fig. - 194) Revell, 
D. <J.. The panercatie duets in the dog. American 
ourn. of anat. Vol. L No. 4. p. 443- 458. With 
14 tigs. — 195) Ribadeau-Duinas, L., Reeherelus 
>ur les aspects de la ccllule renale du cobaye dans 
»ori acte secretoire. Compt. rend. de la soc. de biolog. 
p 484— 4S5. — 196) Roith, ()., Die Füllungsvcrhält- 
iji»sc des Dickdarms. Anat. Hefte. Bd. XX. IL I u. 
2. S. 19-72. Mit 7 Fig. - 197) Rossi. <f , Di al- 
eune propriet.i mierochimiche delle isole del Langer 
l.ati.-. Monitore zoologico Italiano. Anno XXX. No. 8. 
p. 205-215. — 198) Derselbe. Dasselbe Sperimcn- 
ule. Anno LVI. F. 4. p. 570-573. — 199) Rüge, 
«r., L'eber die äusseren Form Verhältnisse der Leber bei 
den Primaten. III. Die Leber der platrrrhinen West- 
affen. Morphol. Jahrb. Bd. XXX. II. I u. 2. S. 42 84. 
M;t 17 Fig. — 200) Sa tili, E.. Contributo allo studio 
'teile anoinalic dei reni. Archivio Italiano di ginecol. 
1901. Anno IV. No. 2. p. 115— 12«?. Con fig. - 
201)8 ca I ia. R..Mi«difieazio))i istologiche della tinüde dopo 
lYslirpazionc del l'ovaja. Ibidem. Anno IV. No. <">. 
p- 496—501. — £02) Schäfer, E. A., Ou nutritive Chan- 
nels witbin the liver eells which eommunieate with the 
lobular capillarics. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 1. 
S. 18 - 20. Mit einer Fig. — 202a) Sehepens, <».. A 
propos de prostates. Verhandlungen d. 5. internal. 
Zoologen Congresses. Berlin 1901. S. 101*',. 20 \) 
>eh tater, ti.. Kritisches zur Frage vom Bau der Lcber- 
xellc. Anat. Auzeiger. Bd. XXII. No. 13. S. 249 bis 



259. Mit 1 Fig. — 204) Sch m i nc k e, A , Zur Kennt- 
niss der Drüsen der menschlichen Regie rcspii utoria. 
Archiv für mierose. Anat. Bd. LXI. IL 2. S. 233 bis 
bis 243. Mit einer Taf. — 205; Sc hoo nder mark , 
J. J., De bouw en de verrichtingen der geslachtorganeii 
van den man. 8. Amsterdam. — • 206} Shcpherd. 
R. K.. The form of the human spieen. .lourn. of auat. 
Vol. XXXVII. P. 1. p. 50 f.9. With » figs. — 207; 
Sellheim. II., Das Verhalten der Muskeln des weib 
liehen Beekens im Zustand der Ruhe und unter der 
(Jeburt. Wiesbaden. 16 Ss. Mit 9 Taf. u. 16 Fig. - 
208) Derselbe, Der normale Situs der Organe im 
weiblichen Becken. Allgem. Wiener med. Zeitung. 
Jahrg. X LVI I. No. 51. S. 540. (Discussion : Freund). 

- 209) Derselbe, Eine neue Darstellung des nor 
malen Situs der Organe im weiblichen Berken. Wiener 
med. Woch. Jahrg. LH. No. 52. S. 2474 2478. Mit 
4 Fig. — 210) Seuege, II., Etüde sur Piudcpcudaucc. 
auatomique et physiologique des lobes du foie. Transaet. 
of the R acead. of med. Irdand. Vol. XX. p. 33 — 46. — 
211) Spangaro, S.. Sur les moditicatiuns histologiques 
que subisseut le testieule de 1'horame et les preini- res 
voies de eonduetiou du sperme depuis la naissance 
jusou'ä la vieillesse, avec eonsideratiuii speciale sur le 
Processus d'atrophie. sur le dcveloppemcnt du tissti 
elastique et sur le presenee de eristaux. 1901. Arch. 
ital. de biol. T. XXXVI. F. 3. p. 429—439. — 212) 
Derselbe, LV'ier die histologischen Veränderungen 
des Hodens, Nebenhodens und Samenleiters von «ieburt 
au bis zum «Jreisenaller, mit besonderer Berücksichti- 
gung der llodenatrophic, des elastischen (iewebes und 
des Vorkommens von Crvstallen im Hoden. Anatomische 
Hefte. Abtb. I. 11. 60. Bd. XVIII. II. 3. S. 593 bis 
771. Mit 2 Taf. — 213} Stephan. P, Sur les hoino- 
logies de la eellule interstitielle du testieule. Compt. 
rend. de Pacad. de Paris. T. CXXXIV. No. 5. p. 299 
a 302. — 2141 Derselbe, Dasselbe. Compt. rend. de 
la soc. de biol. T. LIV. No. 5. p. 146—148. — 215) 
Stepherd. R. K.. The form of the human spieen. 
Journ. of anat. Vol. XXXVII. P. 1. p. 50 69. With 
3 ligs. — 216) Stieda. L., Das Vorkommen freier 
Talgdrüsen am menschlichen Körper. Zeitsehr. f. Mor- 
phologie u. Anthropologie. Bd. IV. H. 3. S. 443 bis 
462. Mit 1 Taf. — 217} Derselbe, l'eber freie Talg 
dnisen. Wiener med. Wocheuschr. Jahrg. LH. No. 3<>. 
S. 1441 — 1444. 218) Derselbe, Leber Talgdrüsen. 
Verband I. der Gesellsch. Deutseher Naturf. u. Acr/.te 
auf fler 73. Versamml. in Hamburg 1901. M<-dic Abth. 
Th.il II. Hälfte 2. S. 527 529. — 219: Strick 
la n d - «iood n 1 1 , .1.. The comparative bistology of the 
Urethra. Journ. of anatomv. Vol. XXXVI. P. 4. p. 405 
to 416, With 5 figs — ' 220) Suckstorff. Beitrag 
zur Kenntuiss des Kehlkopfes der Marsupi. itier. Zeit- 
schrift f. Laryugol. Bd. XI II. H. 3. S. 390 3!»7. Mit 
1 Taf. — 221) Talke. L.. peber die grossen Drüsen 
der Achselbohlenhaut des Mensehen. Areb. f. mierose. 
Anat. 1903. Bd. LXI. 11.4. S. 537-- 555. Mit ein. r 
Taf. 222) Tehaealoff. B.. Reeherehes an itr.nii |.i 's 
>ur l'obliteratir i» de Taptpendice vermieulaire. S, Tb' 
tlen-ve. 1901. — 223 Töpfer. IL, l'eber Muskeln 
und Knorpel in den Tonsillen. 8. luaug. Diss. Leipzig. 
32 Ss. - 224: Thompson. Bericht f. 1901. S. 24. 
Z. 33 v. o. I Coelom statt Coc-um. - 225; Troves. 
M., hitorim alla fre'|iien/.a ed al signilicato della stria- 
tura ungucale trasvrsa nei normali. nei eriminali *■ 
negli alienati. Arch. di psiehiatr. 1901. Vol. \.\ll 
F. 6. p. 549 — 557. Cn una tav. cd una fig. -- 226) 
Trevor. R. S.. A very long vermifnrin aj.pendix en- 
elosed in a eanal behitid the c.ieeum and ascending 
colon. Journ. of anat,.my. Vol^XXXVI. P. 3. p. XLII 
to XLIV. With one tig. 227 Triboudeau, Note 
sur les pheiionieties histoL>gi'|ties de la s^'-crelion el de 
l'urinc dans les cellules des tubes cntitoiirnes du rein 
che/, les serpents. Compt. rend. de la soc. de biolog'c 
T. LIV. No. 4. p. 131 133. - 228) Derselbe. L„ 

•2* 



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20 Kuau.se, Hf.sci 

tuhe urinifcre des serpenls cotitient trois especes 
distinetes «r»'-pithc! tum sccrctoire. Ibid. T. LIV. No. 20. 
p. G77-«79. — 229) Tricomi-Allegra, Studio 
su IIa mammclla. Atti della R. Aocad. Pcloritana. 
Messina. 1901. Anno XVII. 57 pp. Com 3 law — 
240) Van Trotsenburg, .1. A.. Die topographische 
Beziehung der Thränendriisc zur lateralen Orbitalwand, 
als DilTerenzmerkmal zwischen Ost- und WestafTen. 
Petrus Camper. D. 1. All. 2. S. 2118 — 227. Mit 9 Fig. 
— 24 T Vialle ton . I,., Les hmphatiiucs du tuhe 
digestif de la torpide (Torpedo marmorata Kisso). Arch. 
d'anat. microsc. T. V. K. 3. p. 37« -47«".. Avec 2 pl. 

242} Voirin. V., Feber die Bedeutung der soge- 
nannten Samcnbla-sen ( Vesieulae Nominales). spe« i>.ll bei 
Thicren. Zeitsehr. f. Thiermed. Bd. VI. II. 4. S. 2«3 
bis 283. — 243) Vosseier. .1., Feber den Bau der 
Dünndarmzotten. Verhandl. d. Deutschen zoolog. Go- 
sel Isch. auf der 12. Jahresvcrsamml. S. 203—213. — 
244) Waldeycr, W., Feber das Verhalten der Pars 
prostatiea urethrae bei starker Füllung der Harnblase. 
Ompt. rend. de l'associat. des anatomistes franc. Mont- 
pellier, p. 35- 3«. — 245) Warren, Demonstra- 
tion of a model of the thoracic and abdominal viscera 
prepared from a human subject hardened in formalin. 
Boston meilieal nnd surgieal journal. Vol. CXLVII. 
No. 7. p. 177—184. With 7 pls. 24«) Weiden - 
reich. K., Studien über das Blut und die blutbildenden 
und zerstörenden Organe. Arch. I. miorosp. Anatomie. 
Bd. LUV. H. 3. 8. 459-507. Mit 2 Tat. u. einer 
Fig. — 247) Derselbe, Zur Müzfrage. Anal. Anzeiger. 
Bd. XXII. No. 13. S. 2G0 2r»7. Mit 2 Fig. 24$) 
Wcissflog, W.. Fascrverlauf der Miiseulatur des 
Magens vom Pferd, Sehwein, 1 1 mit] und Katze. Archiv 
f. Wissenschaft!, u. prart. Thierheilk. Bd. XXIX. II. 3 
u. I S. 2$« -331. Mit 18 Fig. -- 249) W.-ski. O., 
Beitrage zur Kenntniss des microscopisehen Baues der 
menschlichen Prostata. Iiiaug.- Disscrt. 8. Greifswald. 
40 Ss. — 250) Derselbe, Dasselbe. Anatom. Hefte. 
Bd. XXI. H. 1. S. Gl - 9«. Mit 1 Taf. u. 2 Fig. 
251) Wiedershcim. IL, Fe her den Kehlkopf der Ga- 
noiden und Dipnoer. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 24. 
S. 522 535. Mit 9 Fig. - 252) Wiesel, .1.. Beiträge 
zur Anatomie und Kntwiekehmg der menschlichen 
Nebenniere. Anat. Hefte. Bd. XIX. II. 3. S. 4S5— 521. 
Mit 4 Tat. — 253} Wilder, II. Hawthorue. Palmsand 
Sole.-,. American j'ourn. of anat. Vol. I. No. 4. p. 423 
to III. With 21 tigs. — 254) Wys.smann. F, Zur 
Anatomie der Klatienlederhaut. Arch. f. wis>eiisehnftl. 
... pract. Thierheilk. Bd. XXVIII. II.fi. S. 577 - «25. 
Mit einer Taf. und 3 Fig. 255) Zander. I". Feber 
Talgdrüsen in der Mund- und Lippenschleimhaut. 8. 
Wür/.burg. r.MM . Mit einer Figur. (Bericht f. DHU. 
S. 19) 25«) Zuekerkandl. F.. Feber die Nasen- 
musclo I der Monotremen. Anat. Anzeiger. IM, NM. 
X... Fl. S. 3S« 391. Mit 4 Fig. 

Haut. — Die. grossen S e Ii w e i s s <l r ü s e n der 
Achselhöhle erlangen ihre Grösse nach Lüneburg 
: 155) bei Knaben erst zur Zeit der Pubertät, bei Mäd- 
ehen schon früher, sogar im 9. Lebensjahre, doch tritt 
die Seeretion bei beiden Geschlechtern immer erst zur 
Zeit der Pubertät ein. Fs wird der hellere, in die 
Lichtung des Canatos hervorragende Seeret ionspfropfen 
abgvstosscn. wobei eine Art von Kittleiste zwischen 
let/.U-reui und dem sitzenbleibenden, dunkleren, kern- 
haltigen, protoplasmatisoheii Theil auftritt. — Ferner 
hat Talke (221) ein.- detaillirte Schilderung des fei- 
neren Baues der grossen Sehweis.sdrüscr, in der Achsel- 
gegend des Menschen geliefert. 

Den M. labii proprius bezeichnet llovci" (23; 
als M. eutaueo nute-iMis labil und verfolgt ihn durch 



•tive Anatomie. 

die Saugethierreihe. Er wird als Saugtm.sk el der Lippe, 
namentlich beim Neugeborenen, betrachtet, presst aber 
auch wie die Mm. incisivi die Lippen an. Abzuleiten 
ist der Muskel vom System des Platysma. 

Bau c Ii einge weide. - Stieda ('s. Neurolog. 
No. 91) spricht sich sehr entschieden gegen Nacke 
aus, der alle möglichen Varietäten der Brust- und 
Baucheingeweide, die sich zufallig bei Nerven- 
kranken gefunden haben, ah Degenerationszeichen 
im Sinne von Lonibroso deuten will. N. hat beson- 
ders das Herz, die Lungen, die Leber, Milz und Niere 
untersucht. Die Degenerationszeichen oder Stigmata 
sollen eine persönliche Minderwertigkeit darthun ; N, 
hat 101 Paralytiker darauf untersucht. Weder diese 
Varietäten, noch Bildungshemmuugen oder seilest Ab- 
normitäten einzelner Kingeweidc haben nach S. irgend 
etwas mit den Hirnfunctioiicn zu thun. 

Hin zerlegbares Modell der Bauoheingcwcide 
wurde von Warren (245) mit Löschpapier von einem 
«5jährigen Manne erhalten, dessen Leiche mit Formalin 
gehartet wurden war. Die Lage der Kingeweide kann 
nicht überall als normal betrachtet werden, auch war 
die Modelliriiug an verschiedenen Stelleu nicht sehr gut 
gelungen und die Abbildungen flössen wenig Ver- 
trauen ein. 

Magen. - Den jugendlichen M agen, vom Fötus, 
von Neugeborenen und auch von Tbiereti hat Disse 
(51) mit Rücksicht auf die Dnrehgängigkcit der Schleim- 
haut für T ii b e r k e I bae i 1 1 <■ ii untersucht. Jede Epi 
thclialzelle der Schleimhaut des Fötus im letzten Monat 
enthalt nahe der freien Fläche einen kugligen < .rl< r 
linsenförmigen Seh lei m pfropf, der aus Körnchen be- 
steht, welche sich mit Säure- Hubin rollt färben. Ebenso 
färbt sieh beim Erwachsenen die continuii liehe Schleiin- 
decke. In der Fläehenansicht sehen die Sehleimplröpfc 
fast wie Zellenkcrne aus. letztere liegen aber tiefer und 
färben sich mit Hiimatoxy Iii. blau, während das Zellcn- 
prot.'plasma farblos bleibt. Sehr wesentlich ist nun. 
dass eine cntinuirliche, wenn auch dünne Schleimdecke 
erst während des crslen Lebenslage* des Neugeborenen 
entsteht, indem jeder Sehlcimpfrupf in die Breite wachst. 
Vor der Bildung dieser Schlcimdccke kann also eine 
Iiitceti..ii vom Magen her durch ßaetcrieu erfolgen, 
nachher nicht mehr. Jedoch scheint bei verschiedenen 
Thieren die Dauer der Periode, wo kein Schutz vor- 
handen ist, verschieden zu sein und muss noch genauer 
festgestellt werden. 

Darmeanal. Wo die Grenze des Duodenum 
gegen das Jejunum anzunehmen sei. unterliegt immer 
noch den Contra eisen. m-istentho:ls wird das erst.re 
wold bis zum Scheitel der Fh-xura duodetiojejunalis, 
wo sich der M. suspensorius duodeni ansetzt, gerechnet. 
Helly (KM3) ist auf die .sinnreiche Idee gekommen, die 
Verbreitung der Gl. duodenales s. Brunnen zu be- 
nutzen, was ohne Zweifel der descriptiven Anatomie 
ihre Aufgabe >ehr erleichtert, der Verbreitungsbezirk 
stimmt thatsächlich mit der obigen Grctubcstimnning 
ii herein. 

Die Diiodenaldrüseu studirte Bogomoletz 
(17) bei den verschiedenen Säugethieren mit mannig- 



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KitAiisK, Dksckihtivk AnaTomik. 



:»ch variirtcii Experimente» der Fütterung u. s. w. Es 
sind wirklich alveolare, uicht-tubulöse Drüsen: sie sou- 
d<ru ausser Sehleim auch Eiweiss ab. 

In mehreren Abhandlungen hat M i n gazzi n i (164) 
(vcrgl. Bericht für 1901. S. 17} die morphologischen 
Veränderungen des Darmcpithels während 
<J«r Verdauung bei Wirbellosen und Vertebraten, 
lumentlich ScyUimn stellare niid Mus deeumanus, ge- 
schildert. Grosses Gewicht wird auf die Leucoeyten 
und deren Schicksale bei der inneren Secrction gelegt, 
.sie ernähren sich im Epithel, wanden» in das Binde- 
gewebe der Darmzotten ein, vermehren »ich. zerfallen 
io zwei oder mehr Theile und werden von den Gcfassen 
•der Darmzotten aufgenommen. 

Eine merkwürdige Varietät des Processus ver- 
miformis hat Trevor {22») beschrieben. Derselbe 
mar nicht nur sehr lang, soudern auch in einen fibrö- 
sen, hinter dem Caeeum und Colon ascendeus aufstei- 
genden (.'anal eingebettet. — Ferner beobachtete 
Altuchoff (4) eineu ungewöhnlich langen Processus 
vermiformis von 21) cm Länge auf (5 mm Dicke. Tre- 
vor ;22C.) und Grcgorieff haben einen solchen von 
24 cm gesehen. 

Rectum. — An der Basis der l'lica recti trans- 
versa findet Bourland (22) constaut eine beträchtliche 
Verdickung der Ringmuskelfaserschicht, die als ein M. 
sphiticter ani superior (oder tertius) bezeichnet werden 
kann. 

Leber. — Eine merkwürdige Thatsache haben 
Brissand et Dopter \2G) aufgedeckt. Der rechte 
Lappen der Leber besteht aus Läppchen, die viel 
grosser sind, als die des linken; diejenigen des Lobuhis 
caudatus stehen in der Mitte. Bekanntlich schwankt 
die Dicke der Leberläppclteu zwischen <»,S- 1,5 mm, 
dass aber die Grosse in deu verschiedenen Lappen eine 
verschiedene ist, erscheint überraschend. B. et D. 
Laben mit Recht auf Zahlenangaben verzichtet und dalür 
sehr anschauliche Abbildungen aus den genannten 
Lappen von vier Individueu gegeben. Dass die Läpp- 
chen eine grössere Länge als Dicke haben, scheint den 
VerfJ. unbekannt zu sein, jedenfalls hallen sie ganz 
kleine Lappchen für Entwicklungsstufen, nicht für zu- 
fällig getroffene dünnere Enden der gewöhnlichen 
Läppchen. 

In den Leberzellen existirt nach Browicz (HU) 
ein Gerüst, das sog. Trophospongium, in welchem die 
iutraccllulären Canälchen verlaufen, s<> dass dadurch 
ein schwammiger Bau entsteht. Aber das niicro- 
scopische Bild der Zelle ist nur ein Augenblick.sbild 
und die EiUtcnz von intracellulären Canälchen hangt 
mit der von Vacuolen in der Leberzelle zusammen. 
Krstere sind ursprünglich leer, inhaltslos, unsichtbar 
und erst wenn sie mit irgend einem Inhalt gefüllt sind, 
kommen sie zum Vorschein, um nach Entleerung de> 
Lihaltes wieder zu verschwinden. Die Vacuolen sind als 
der Ausdruck erweiterter intracelluliirer Cuniilehen zu 
betrachten. Letzter«; häugeu mit den im leeren Zu- 
stande fadenförmigen intercellulären Canälchen zu- 
sammen. 

Wie Schäfer (202) angiebt, haben bereit* im 



Jahre hSWfi Carlier und Simpson Injectionen der 
inlracelluläreu Canälcheu in den Leberzelleu von der 
Pfortader aus mit Leim und Carmin vorgenommen. — 
Im Gegensatz zu Ilolmgren (113, 116) bestreitet 
Browicz (211), dass die von Schäfer (202) abge- 
bildeten iutraccllulären Canälchen auf Extravasaten be- 
ruhen. Ilolmgren hingegen erklärt diese von 
Schäfer abgebildeten injieirteii Canälchen innerhalb 
der Leberzellen für Kunstproducte, die durch Extra- 
vasate entstanden sind. Dagegen bildet Ilolmgren 
(113,) selbst intraeelluläre Gallciigänge aus der Leber 
des Igels ab, die gleichzeitig mit helleren Satt- 
caniilchen iu den Leber/eilen vorhanden sind. Intra- 
eelluläre Saftcauälchen in der Nebenniere, die in 
der Zona fasciculata und reticularis am zahlreichsten 
sind, stimmen mit den Saftcauälchen der Ganglien- 
zellen, Leberzellen und Darmepithelzellen überein. In 
den Zellen der Nebenniere bilden sie nahe dem Zelleti- 
kern ein Kuäuel, in dessen Centrum zwei oder drei, 
durch Eiscnhämatoxyliu sich iärbeudeCeutrosomcn liegen. 
Es scheint, dass au verschiedenen Stellen einer und der- 
selben Zelle die verschiedenartigsten chemischen Um- 
setzungen stattfinden können. — Die von ihm soge- 
nannten Trophospoogion findet Ilolmgren (115) am 
leichtesten iu den Leberzellen des Igels, namentlich bei 
hungernden Thieren: nach Fütterung mit Kohlehydraten 
traten sie zurück. - Aber auch iu Darmepithelzellen 
und im mittleren Theile vou Bechcrzellen sind sie vor- 
handeu. 

In den Kernen der Leberzelleu des Kaninchens 
beschreibt Schlatcr (2U3) sechs sehr regelmässige 
Kernkörperchensysteme, welche zusammen eine 
Art von ÜcU' dcr darstellen, dessen Begrenzungslinien 
von Chromatiukörncheureihen gebildet werden. Tram- 
busti (18%) und Browicz ; l$l)S; scheiueu sie be- 
obachtet, jedoch die hellere Vacuole im Innern des 
Octaeders für pathologisch augeschen zu haben. 

Gallenblase. Die Lage der Gallenblase 

untersuchte Carmichael (.'18) beim Menschen. Ihr 
Fundus lag keineswegs am freien Ende der 'J. Rippe, 
sondern in beträchtlicher Entfernung davon, in den 
meisten Fällen aber unter einer vou der Mitte der 
Clavieula herabfallenden Senkrechten. — Eine delaillirte 
Beschreibung der Gallenblase nebst Re con s t ru c t i o n 
bei 601'acher Vergvösserung hat Sudler (Bericht für 
1801, S. 18} gegeben. Krstere betrifft leider nur das 
Schwein, den Hund und die Katze. 

Mit Rücksicht auf die chirurgische Praxis stellte 
Büngner (32) an einer nicht angegebenen Zahl von 
Leichen fest, dass der Ductus choledoehus in 
Ü5 pCt. aller Fälle durch die Substanz des Panercis- 
kopfes in einer Länge \oii durchschnittlich 2 cm ver- 
läuft. In t>8— Dl» ]>Ct. mündet er getrennt vom Duc- 
tus pancreaticus in durchschnittlich 2 mm Ent- 
fernung Von letzterem auf dem Boden des in der 
Papilla duodcnalis liegenden Divcrticulum Vatcri. 
In lOpCt. der Falle gab der Ductus pancreaticus einen 
Ductus accessorius ab. der in verschiedener Ent- 
fernung vom Haiiplgaiige in d.is Duodenum müud« ■!• . 
B. glaubt, da^s seiue Resultate von den hergebrachten 



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Krause, Desoriptivb Anatomir. 



anatomischen Lehren abweichen. Riebt auch an, wie er 
selbst sich bisher die Sachen Vorgestellt hat. 

Pancreas. — Die von Mankowski beschriebene 
Eigenschaft der Inseln im Pancreas, Silbersalze in be- 
sonderem Maasse zu reduciren, konnte Rossi nach 
Eiperimenten an Hunden und Kaninchen nicht be- 
stätigen. 

Milz. V.l. der Milz stellt Shepherd (2<>6) 
zwei typische Formen auf. Entweder hat sie eine 
Facies diaphragmatici, die S. Facies parictalis nennt, 
ausserdem eine Area renalis und eine Area gastrica. 
In der zweiten Form linden sich an der Facies vis- 
eeralis drei Areae, indem eine Area coliea vorhanden 
ist; die Milz gleicht dann einem Tetraeder. 

I>ie Milz eines neugeborenen Kindes hat Kürst 
(70; in Würzburg beobachtet, die aus fünf rundlichen, 
meist weit von einander getrennten Lappen bestand. 

Nach Hclly (I0\) hat die Milz ein überall von 
einer regelmässigen Eudolbelschicht ausgekleidetes, da- 
her geschlossenes i'icfässsystom mit sehr durchlässigen 
Wandungen. Der»irad der Durchlässigkeit unterliegt höchst 
wahrscheinlich physiologischen KinAüssen: Lympbgefäss- 
des Milzparenehyms sind in keiner Form nachweisbar, Die 
Milz ist zufolge ihrer anatomischen und physiologischen 
Eigenschaften eine regionäre Lymphdrüse für das Blut. 

N a s e. - .Vach S ehmi n c k e i 204 } besitzt das Drüsen- 
epithel der menschlichen Regio rospiratoria zwei Zcllcn- 
aitcii; die Seeretion beider ist ein granulärer Process. Man 
kann unterscheiden die Phasen der Seeretbildung, der 
Seeret reife und der Sccretausstossung. Die Secrctaus- 
ste.ssiing geschieht bei den Kiweisszeilen ausser ins Haupt- 
lumeii in zwischcnzelligcSecreteapillaren : beiden Schleim- 
/.-liefi nur ins llaiiptlumeii. Es existirt auch bei normaler 
Si-ereti.m ein Kuheznst.iud der /.eilen; während dieser 
Srcrctioiispause sind die seeretleereu Kiwcisszellen und 
Sehbümzel len morphologisch einander vollkommen gleich. 

Es bestehen Wege, auf denen die zur Sccretbildung 
bestimmten Stoile in die Zelle liineingelangon. um hier 
in Gestalt der firanula ausgefällt zu werden, sie sind 
aufzufassen als Fortsätze d-r I.ymphbahnen des inter- 
stitiellen Gewebes in die Zeile. 

Kehlk pi. - Der Vorschlag, eine Huna ear- 
liiagine i >o:i der Kima ligamentosa (glottidis} 
zu unterscheiden, anstatt Pars voealis und l'ars respi- 
ratoria zu sagen, wird von Aikin (2). der damit et- 
was Neues zu bringen glaubt, erneuert. Die Ausdrücke 
der Baseler anatomischen Nonienelatur lauten bekannt* 
I k-Ii Pars intereartilaginea und intermembranaeea. 

Heim Henthier beschreibt L. nnberg (l'»L einen 
Kelil sack, der beim castrirb n männlichen und beim 
weiblichen K«uithier etwas kleiner ist. 

Glomus carotieum. Hei allen von ihm unter- 
su. -Ilten Vögeln fand Kose ;I30) eine Carotisdrüse. 
die auch als Paraganglion carotieum bezeichnet 
wild. Sie liegt nahe der vi!, thyreoidea und stellt eine 
Anhäufung v-m chmniatlinen Zellen dar. die auch im 
sympathischen i irenzstrange und im sympathischen 
(inigli'Oi der V"L r el vorkommen. 

H ir no r g a Ii e. -- Niere. Nach den Tingirungs- 
Ve.sl.eheu vi. Mall Bericht I... l'.H)l. S. 17! seheint 



die Basalmembran der Harucanü leben sieh wesent- 
lich wie elastische Fasern zu verhalten. 

Die N i e re n c p i th e I ie n hat Arnold (5. C) 
untersucht und mit verschiedenen Farbstoffen Versuche 
über supravitale und vitale Färbung der Nieren-Kpi- 
thelien angestellt. Es ergaben sich folgende Resultate. 
Hei der supravitalen Färbung mit Neutralroth treten 
sehr bald an den Epithclien der gewundenen Harn- 
canälcheu rothe tiranula im inneren Drittel, d. h. 
zwischen Kern und Iniiensaum, auf: nach einiger Zeit 
färben sich auch nach aussen vom Kern gelegene tira- 
nula. • Bei vitaler und supravitaler Färbung mit Me- 
thylenblau zeigen diese Epithelformen blaue tiranula 
theils am Irmeiisaum, theils in unregelmässiger \ er- 
theilung über die Zelle. Später dehnt sich aber die 
Granulalärbung bis zur Basis der Zellen aus und es 
tritt eine lichtblaue Färbung der ganzen Stäbchen ein, 
welche die intensiv gefärbten tiranula enthalten, 
lnjieirt man gesättigte l.osungeu von Iudigearmin oder 
l.ithionearmin in das Enterhautbindegewebe, so linden 
s'.eh gelärbte Körner nur inneren Abschnitt der Epi- 
thclien der Harncinälehen, während die übrige Substanz 
und die Kerne ungefärbt bleiben Mittelst Chlor- 
uatrium Usiniumsäure oder Jod Jodkalilosungen isolirte 
Stäbchen zeigen einen granulösen Hau: sei es, dass sie 
nur aus Keiheri von Granula mit und ohne Bindeglieder 
zusammengesetzt erscheinen, oder als mehr gleichartige 
Gebilde, in welche tiranula eingebettet liegen, sieh 
darstellen. — An litirten Präparaten kommt die gra- 
nuläre Structur der Stäbchen durch rcihenP>rmige An- 
ordnung der Plasmosomen und tiranula zum Ausdruck. 

Nebenniere. — Die postmortale Hohlcu- 
bildnng in der Nebenniere, von welcher ihr alter 
Name Capsula atrabiliaria herstammt, hat v. Mende 
(ll>2) wiederum untersucht, l'nter 104 Nebennieren von 
52 Leichen wurde sie bei 23 Nebennieren angetroffen. 
Die Spaltbildung zeigte sich mitunter schon 4 bis 
8 Stuudeii nach djm Tode, zumeist aber nach 15 bis 
20 Stunden. Die weissbläulicln* oder weissröthliehe 
Marksubstanz war vollkommen gut erhalten, doch schien 
sie 5 mal etwas erweicht zu sein. Die Spaltbildung 
kann sowohl an den Enden der Nebenniere, als mehr 
in deren Mitte beginnen, stets befindet sie sich in der 
PigmenUehicht der Kindcnschicht nahe der inneren 
Grenze der letzteren, so dass eine von bräunlich be- 
legten Wänden umschlossene, mit bräunlicher Flüssig- 
keit gefüllte Spalte auftritt. Die pigmentirten Zellen 
zerfallen und ihre Kerne werden frei. Der Process ist 
der sogenannten Selbstverdauung des Magens zu Ver- 
gleichen. 

Ein neues deutsches Zeitwort .müllern" bat 
Plecnik (IS4.) lür das Einlegen in II. Müller'sche 
Flüssigkeit erfunden. An gemüllerten Präparaten der 
Nebenniere zeigten sich die Losliehkeitsverhaltnissc der 
Körnchen in den Hi n d en ze I len verschieden von den- 
jenigen wirklicher Fettki'.rnchen. Man darf daher eine 
grosse Kornernieiige in der Nebennierenrinde niebt als 
Product einer fettigen Degeneration ansprechen. 

Fräulein Felicinc ((»:>) erklärt die Marksubstanz 
der Nebenniere für eine Drüse mit innerer Secrction. 



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Krause, Descriptive Anatomie. 



23 



Das Secret gelangt aus der Nebennicrenzellc in inter- 
cellulärc Gange, von da beim Kaninchen in ein cen- 
tral«, Lacuncusystcm oder bei der Ratte und Maus in 
eine eiuzige wandungslose Lactinc. Aus den Lacunen, 
in welchen sich rothe Blutkörperchen befinden, geht 
das Seeret iu ein kleines Lymphgefäss, welches direet 
irj die venöse Blutbahn einmündet. Vielleicht ist jedoch 
Fraulein Felicine in der DifTerentialdiagnose von Blut- 
gerissen nicht ganz glücklieb gewesen. 

Die parasympathischen Organe von Zucker- 
kand I (s. Neurol. No. 107) erklären Bon namour (IS) 
und Pinatelle für constant beim Fötus und Neu- 
geborenen, beim Erwachsenen siud nur noch Rudimente 
vorbanden. Ks sind weder Lymphdrüsen, noch sym- 
pathische Ganglien, sie liegen jederseits neben der 
Aorta abdominalis in der Hobe des Ursprunges der 
A. mesenteriea inferior. 

Männliche G e s e h 1 e e h t s o rg a n e. — Prostata. 
Die Gestalt der Epilhelialzcllcn in den Alveolen der 
Prostata hält Weski (2">0j nach L'ntersuehung eines 
vierzigjährigen Mannes für sehr wechselnd, obgleich die 
Auskleidung stets einschichtig ist. und dafür sind das 
jeweilige Secretionsstadium und auch die Lage der 
Zellen niaassgebend. Nach Ausstossung ihres Si-cretes 
nimmt der Uöbendurchmesser der Zellen von O.O40« bis 
auf 0.005 mm ab. Die Mcinungen[über die Schichtung des 
Epithels gingen bisher sehr auseinander, jedenfalls ist 
die Driise zu den tubulo alveolären zu rechnen. W. 
nimmt die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit der 
Existenz einer Membrana propria um die Drüscnhohl- 
räumc an. doch hat er sie nicht darstellen können. 
Schliesslich handelt W. von den Lymphkiiötehcn, elasti- 
><-hen Fasern, Prostatastcincu u. s. w. 

Sa men b läse n. — Die seltene Gelegenheit, die 
Saraenbl.usen eines im Anfange der Brunstperiode ge- 
schossenen Elches (Cervus alees) zu untersuchen, führte 
Kolster (s. Ilisl'd. Ccutr. Nerv. No. *.'•) zu der An- 
sicht, dass ein Zusammenhang mit der Gesehleehts- 
thatigkeit stattfindet. Das Epithel wird theilweise ab- 
gestossen unter Ausscheidung einer glasig-scholligen 
Masse, und dann regenerirt es sich. Diese Masse 
dürfte dem Samen beigemischt werden. 

Nach S tieda (210) ist der Ausdruck Tyson'.sche 
Drüsen jrtzt endlieh zu streichen. S. fand Drüsen 
sowohl an der Glans penis als am Präputium, au 
letzterem haben sie auch Eberth und Müller (öfi) 
gesehen. Nach Nagel (Berieht f. ISM. S. 20) linden 
sich Talgdrüsen an beiden Flachen der Labia minora 
und im Präputium elitondis. S. unterscheidet freie 
Talgdrüsen ohne Haare von den Talgdrüsen mit Haaren 
'die Bezeichnung als Talgdrüsen rührt bekanntlich von 
C. Krause, 183.'*, her), die man als Haarbalgdrüscn 
bezeichnete. Erstere entstehen nach Bonnet direet 
aus der Epidermis, ohne Vermittetung von Haaranlagen. 
Die Angabe von Heule (Berieht f. 1844. S. 34) über 
Haare an beiden Flächen der Labia minora scheint S. 
nicht zutreffend zu finden. 

Unter 13 Leichen sah Müller (IfiT) nur bei einem 
Minne 3 Gl. praeputiales, ebenfalls solche heim 
Pferde, bei der Ratte, beim Hunde und Kaninchen am 



Präputium und bei der Fledermaus in der Glans penis. 
Die Verbältnisse sind also bei den verschiedenen Säugern 
sehr verschieden. — Zu bemerken ist nachträglich, dass 
v. Koelliker (Bericht f. 1897. S. 24) auf 850 Schnitten 
beim Menschen 2S theils tubulösc, thcils mehr oder 
weniger verästelte Talgdrüsen gefunden hatte. 

Penis. Bei der Hauskatze und bei anderen 
.Sätigethiercn, nicht aber beim Menschen, fand Jack- 
son (118) reichliches Fettgewebe in den Corpora eaver- 
nosa penis, namentlich in den distalen Abschnitten, 
jedoch nicht im Corpus cavernosum urethrae. 

|1) Browicz. T.. lieber intravasculäre Zellen in 
den Leberblutcapillareu. Gazeta lekarska. No. 9. ItKH). 
— 2) Derselbe. Das mieroseopische Bild der Leber- 
zelle nach intravenöser Hämoglobininjeetion. Spra- 
wozdanie Akademii Umk-jetiiosei w Krakowie. No. 11. 
1900 — 3) Derselbe, Intussuseeption der Erythro- 
eyteu durch die Leberzelle und die daraus möglichen 
Bilder der Leberzelle. Rosprawy Wydziatu matema- 
tvczno-pozydiiiezego Akademii Umiejetnosei w Krakowie. 
Bd. XXXVIII. p. 235 23!». 1W0. - 4) Derselbe, 
Bau der inlcrcellulären Gallengänge und ihr Verhält- 
nis* zu den Blutcapillaren. Sprawozdania zesynnosei i 
posiedzeii Akademii I miejetnosci w Krakowie. No. 1. 
Bd. V. 1Ü00. 

Innerhalb der Lebcrbluteapi Maren von Hunden und 
Menschen (Neugeborene und Erwachsene) hat Browicz 
(1) an Längsschnitten grosse, längliche, in das Gefäss- 
lumen vorragende, bald der Wand eng anliegende (wand- 
stäudige), bald von der Wand abgelöste Zellen beob- 
achtet. Die abgelösten Zelleu liegen bald nahe an der 
Wand mit ihrer Längsachse der Gctässlangsacbse parallel, 
von der Wand durch schmalen, freien Raum abgegrenzt; 
bald sitzen sie noch mit ihrem einen, schwanzförmigen 
Ende an der Wand fest und ragen sonst in biniförmiger 
Gestalt frei ins Gefä-sslunieu hinein, bald liegen sie frei 
im Lumen inmitten von rolhen Blutkörperchen. Die au 
den l'mbiegungsstfcllen der Blutcapillaren waudständigeu 
Zelleu sind mit ihrer tiestalt dem Umbiegungsbogen 
angepasst. Der Zclleiikcni ist bläschenförmig, länglieh: 
iu manchen Zellen werden zwei Kerne beobachtet; das 
Cytoplasma ist körnig und besitzt manchmal eine Art 
von gegen das Gefässlumen geriehteteu Ausläufern. Die 
waudständigeu Zellen tragen zum Autbau der Gefäss- 
wand eigentlich nicht bei, und es ist leicht, die letztere 
am äusseren, wandatilicgendeii Rand der Zelle zu unter- 
scheiden; die Zellen sind in unregelmässigen Abständen 
in den Gefässeu zeistreut und haben weder mit den 
gewöhnlichen Endothclzellcn noch mit Leucocytcn irgend 
etwas Gemeinsames. Im Innern der Zellen werden sehr 
häufig rothe und weisse Blutkörperehen, Vacuolen und 
gelbe oder braune Pigmeutkörner angetroffen. Iu Folge 
des Lmstandes, dass diese Zelleu ihren wandstäudigen 
Sitz leicht verlassen, wird manchmal in pathologischen 
Zuständen der Leber eine Anhäufung dieser Zellen in 
den Leberblutcapillareu beobachtet. Die Aufgabe dieser 
Zellen scheint in der Verarbeitung von verschluckten 
rothen Blutkörpereheu in Pigmente zu bestehen. Einige 
Wochen nach der der Krakauer Academie der Wissen- 
schaften zugestellten Mittheilung der Untersuchungen 
des Verf.'s ist im „Aich. f. micr. Anat." eine Arbeit 
von Kupffer erschienen, welcher unabhängig von Yvrt'.'s 



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•21 



Krause, Descuiptivb Anatomie 



Untersuchungen und vei mittelst einer anderen Methode 
zu, der Hauptsache nach, übercinslimineiideM Krgeb- 
nissen gelangte. Von Kupffer werden die wand- 
standigen Zellen d> r Leberblute.ipillareu als inCcgriren- 
der Ucst.uidtln.il der «tefä.sswand aufgefasst : dabei wird 
von ihm behauptet, dass diese Zellen «-ine nach Art des 
Syneytiums gebaute Schicht bilden. Diese abweichende 
Darstellung Kupffer's wird vom Verf. auf die von 
Kupffer angewandte Metbode (künstliche Inject ion) 
bezogen. Verf. arbeitete nämlich an nicht injieirten 
Objecten. an denen (besonders bei Formalingefrierschuitt- 
methode) die Ablösung von einzelne», wohlbegrenzten 
Zellen von der tiefüsswand genau verfolgt werden kann 
und an denen, wie erwähnt, sogar ein Entstehen einer 
Art von Fmbolie der Leborhlutcapillaren mit diesen 
Zellen (in pathologischen Zustünden) festgestellt wird. 
Sonst wird vom Verf. in Anbetracht der K u p ffer'scheti 
Untersuchungen der Satz, diese Zellen seien kein inte' 
grirender Bettaudth. 11 der «ielüsswand, in der Weise er- 
läutert, dass diese Zellen jedenfalls mit der etwaigen 
äussere» Wandsehieht in keinem innigen Zusammen- 
hange stehen. Die Frage bezüglich der Existenz von 
zwei tiefässwandsehichten in den Lebcrbluteapdiaren 
bleibt übrigens noch ollen; falls dem nicht so wäre, 
dann wäre der Zusammenhang der geschilderten Zellen 
mit der (iefasswnnd als inniger aufzufassen, was übt igen* 
die Möglichkeit des llineingelangens unveränderter 
rother Blutkörperchen aus den Bluteapillareu ins Innere 
der Leberzelle '[wie dies naeii Verf.'s Untersuchungen 
unter normalen Umstanden cotist int geschieht) leichter 
erklärte. Dass den wandstaudigen Zellen die Bildung 
eines (in seinem weitere» Schicksal unbekannten) Pig- 
mentes zufallt, wird durch die Verarbeitung der in die 
Zellen eingeschlossenen rothen Blutkörperchen in Pig- 
inetitsehollen dargelhan. Diese Verarbeitung spricht bei 
Berücksichtigung der Thatsaehe, dass die Krythrecv ten 
in unverändertem Zustande ins Innere d> r Leherzcllon 
gelange», gegen die Annahme, die wandstandi gen /.eilen 
seien mit Vermitteluug von Hämoglobinlransporl für die 
Leherzelleli beschäftigt. 

Vier Stunden nach i:i!ra\enoser lnjectio» von 
Merck'seber Hai». ;:tohinb sung (0.4 0,5 g pro kg) fand 
Verl'. "J in d<-n Leber/.cllen des Hundes (F. rmaliu- 
gefri«-tmetbvd<-) ausser den bereits früher beobachteten 
iutranucicareii HumogSobincrystalleu und Krythroe\ ten 
iniierhalb des t.'y toplasinas oder <b .1 Kerns oder inner- 
halb beider braune und fast schwarze körnig der aber 

in Vacuoleu ciugcsohloss.-nc nadeliörmige Pigment- Ab- 
lagerungen. In den Hai». .globincry stalle enthaltende» 
heim I. waren dies- Pigmentahl.agcruiigcn meistens, nicht 
zu s. le ii, al.ee,, l)rn davui. ob die letztere], im Cyto- 
plasina der I < : n. tl. n i- n Zeile zu linden waren oder 
hielit. f alls aber ausnahmsweise- innerhalb des Kerns 
die et »ahnte» l'igtneut ablagerungcii neben Hani" gl< d>in- 
eiyst.ilh.ii e : ,r.gesclil...>sen waten, dann Ligen die eis'ercri 
in den durch den Harn, globincry stal I seitwärts ver- 
•1: ■ n K ■ • 1 1 1 • Iii. ilen. Durch do.-es K\p.-i im nt wird 
da- I ! 1 -• 1 1 1 1 w lang'-ii \..u Ib. in in bis ins Ken. um re 
der Leber/eile 1-a normalem Hunde darg • ! tum . In 
einer und 'le i-.. :! • 1. /. ::,■ kennen : t.Vw.allc vn 



zwei nahe verwandte» .Substanzen en tüteheu. In den 
iu A leohol gehärteten Leber.stüoken waren keim cry- 
stallinische braune Pigmontablagerungeu zu finden, es 
fa den sich nur intranuelearc Hümoglobinerystalle : da 
nun Formali» nicht im Stande ist. i» reiner Hamoglo- 
binh-sung crystalÜnischen Niederschlag hervorzurufen, 
so wäre daraus zu schliessen, dass das iu der Leber- 
zelle angesammelte Hämoglobin Veränderung-'» anheim- 
fallt, dass es i» eine crystallisirbare und z. B. vermit- 
telst Formali» dadurch nachweisbare Modilicatioii durch 
die Zelle umgewandelt wird. Beide Crystalüsationsvor 
gange 1 Cry stallisatnm des Hämoglobins und crystalli- 
nische nadeliormige Pigmeutablagerungen) fasst Verf. 
als postmortale Erscheinungen auf. Die durch das an- 
geliihrtc Experiment entstellenden microscopischen 
Bilder der Leberzelle sind den Bildern, welche in den 
Zollen von Muscatnusslebei u bei Krwachsenen uud von 
normalen Lebern bei Neugeborenen vom Verf. nachge- 
wiesen wurden, vollkommen gleich. Dadurch wird also 
experimentell die vom Verf. vertretene Anschauung be- 
kriiltigt, dass innerhalb der Leberzelle, den Kern in- 
begriffen, ein Caiiäleheusystem bestellt und dass dem 
Leberzellkerne eine Holle bei tiallcupigmentsecretion 
zufällt. Ausserdem ist das angeführte Kxperiment in 
Rücksieht auf die iu den Zellen des Melauosarcoms v<>tn 
Verf. neben den künstlich hervorgerufenen Hümatotdin- 
erystallen beobachteten nadeiförmigen (mit den nun iu 
der Leberzelle beobachteten identischen) Pigmcnlabla- 
gcrungen wichtig, weil dadurch die Anschauung, Mela- 
nin stamme von Hämoglobin ab, eine weitere Stütze be- 
kommt. 

In den Leberzellen eines normalen Hundes, fünf 
Stunden »ach intravenöser Hamoglobininjection (0,5 g 
pro kg tiewicht; fand Veif. (.'i, (wie dies nach den frü- 
heren Untersuchungen des Verf. zu erwarten war Hämo 
globincry stalle in den Keinen der Leber/eilen, in an- 
deren I.ebei/ellen scharf umgreii, te. rundliche Häufchen 
eines dunkelbraunen bis fast schwarzen, vom Verf. als 
eine weitere Metamorphose des Hämoglobins ^entstanden 
unter dein Einflüsse des Formaliiis) bezw. als ILimatin 
aufgefiissten Pigmentes, endlich nadelförniigo, braune 
bis braunschwarze dyslalie in Vacuoleu der Kerne oder 
auch des Cytoplasma der Lcberzelleu. Ausserdem 
erregten die Aufmerksamkeit des Verf. rothlich bis 
fuchsinroth gefärbte, im Cytoplasma zerstreute Kugeln 
von verschiedener «ir. sse. Diese Kugeln färbten sich 
nicht nur mit S-Fuchsiu, sondern auch mit Kosin und 
Picrin.siiure, an unge: irbteu Schnitten erschienen sie 
farblos -der sehr schwach gelblieh, glanzlos. F.me 
niihefe Untersuchung /.« igte, dass die kleineren Kugeln, 
welche stellenweise gruppenweise in Vacuoleu des Cyto- 
plasma angesammelt waren, an Form. Grosse u. s. w. 
den F.r\ tln -)e_\ ten ..■i.ii.ni einspreche», die, w ie es Verf. 
Iruher nachzuweisen veriuoehte, als solche in das Cyto- 
plasma und nachher in len Kern der normalen Leber- 
zellen aufgenommen werden und dein Kein das Material 
zur Bildung von tiallenfarbstotfen liefern. Ks erhellt 
nun aus den angeführten Befunden, dass nicht nur ein- 
zelne, sondern >e|b»t zahlreiche Erythrocytc» von der 
Leberzeile aufgenommen weide» k-ümen und sieh in 



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Kral'sr, Desciuitivb Anatomik 



2F> 



minrl begrenzten Räumen im C\ toplastna anhäufen 
i-ua-:u. In mehreren Zellen waren im Cytoplasma Va- 
«üleu vorhanden, welehe tlicils wohlg-staltetc. mit l'i- 
emuaure gelb färbbare Erythrocyten neben randstän- 
ii^en. mit S- Fuchsin roth färbbare und bald scharfe. 
(:ild verschwommene Contnren aufweisende, kiig«lfl»r- 
ni^e Gebilde entbieltun, thcils innerhalb eines die Va- 
cj-le ausfüllenden homogenen, rothlich gefärbten In- 
ini!« einzelne oder mehrere gelh gefärbte Erythrocyten 
[i- lierbergter». 

Die kugelförmigen, mit Säurefuchsiu roth gefärbten 
if SilJe »erden vom Verl. als veränderte und fuchsin- 
u nehmende Erythrocyten betraebtet. Diese verschie- 
r:i* Karbeaufnahmefähigkeil mancher Krythrocyten, 
fd'he in verschiedenen physiologische» und patholo- 
!M-h*ti Zuständen nicht nur des Lebergewebes sondern 
-.ich anderer Gewebe, Vom Verf. festgestellt wurde, be- 
■>(, dass Ery tliroey ten innerhalb der Zellen Aendc- 
rMi/cn in ihrem chemisehen Verhalten unterliegen. 
Knd >li beobachtete der Verf. im Cytoplasma mancher 
'.-rzellen mehr oder weniger kugelige (iebilde von 
•• wJjiede uer Grösse, welche in scharf begrenzten Va- 
. en lagen und bald nur gelb, bald nur fuchsinroth 
.•■lärht waren, bald endlich gemischte Färbung mit all- 
ni.LLiücLein L ebergauge der rothgefärbte» Theile in die 
; ■ tigrf.irbten Abschnitte zeigten. Solche »iebilde 
i- iTrt der Verf. mit Rücksichtnahme auf die anderen, 
vi- zusammenschmelzenden Erytbroeyten zusaramen- 
; 'titen (iebilde als durch Zusammenballen der Ery- 
:l.r"'yten etitstnudeii , wobei die zusammengeballten 
t.-ivfjrücyten allmählich eine Aeuderung erleiden, wo- 
'lirrh endlich homogene, tothgefärbte Kugeln von ver- 
' denor Grösse entstehen. 

Innerhalb der Zellkerne hat Verf. fuchsinroth ge- 
irMe crystall förmige Gebilde beobachtet, welche er auf 
"■und seiner vorliegenden und frühereu Untersuchungen 
:ir Krythrocyten, eventuell llämoglobiucrystalle halt. 
Die vom Verf. beobachteten Ililder geben das Bild 
Zustande'* der Leberzelle wieder, welches in dem 
/'■üpunkte besteht, wann dieselbe l'uirt wurde, gleich- 
en ein Augenblicksbild. Was mit diesen kugelför- 
r eii Gebilden geschieht, lässt der Verf. einstweilen 
iihwgestcllt : es lässt sich jedoch vermuthen, dass eine 
male Lcberzcllc das in den Kugelgebilden enthaltene 
Material weiter verarbeiten kann. 

Von Interesse erscheint die Bemerkung des Verf., 
diese intracytoplasmatischcn Kugelgebilde an ähn- 
■ I -■ Gebilde, welche in pathologischen Geweben in den 
W.eti auftreten, an manche iutracellulare Einschlüsse 
Xircom- und Careinomzellen, an die Fuchsink>'irper 
l; :i ~ ssf 1 's u. dgl. erinnern und daraut hindeuten, dass 
1 ■-■:lri intraeelluläre Einschlüsse auch aus zusammen- 
; i ^llten Erythrocyten eutstchen können. 

Der Arbeil liegen zahlreiche Zeichnungen bei. 
An ungefärbten Präparaten bieten die Leberzelleu- 
'»'ken nach Browicz (4; stellenweise gleichsam ein 
>; i.'Mules Gefüge dar, weil die Zellgrenzen, welche an 
'irren .Stellen hervortreten, nicht sichtbar sind. An 
i'-iirbten Präparaten sind manchinal hie und da d.e 
^;i S rcnzlmicii mit Eosin tiefer roth gefärbt, als das 



Cytoplasma der Leberzelb n: au anderen Stellen sind 
diese tiefer roth gefärbten Linien nicht zu sehen. Ver- 
mittelst der van Giesoirschen Methode ist es möglich, 
besonders und hauptsächlich in pathologischen Lebern 
diese Linien fuchsinroth zu färben, wobei das Cyto- 
plasma gelb gefärbt erscheint. Innerhalb dieser Grenz- 
linien sind stellenweise Knotenpunkte zu sehen: an 
anderen Stellen .sieht mau statt des Knotenpunktes ein 
Lumen. An tjuerdurchschnitten der intratrabecu- 
lären gallcgefullten Gallengänge, in welche interccllu- 
läre, offene, leere Gallengänge einmünden, sieht man, 
dass beide Arten der Gallengänge von scharfen, feinen, 
fuchsinrothen Linien begrenzt sind. An anderen Stellen 
sieht man statt der ofleiieu, iutercelluläreu Gallengänge 
nur feine, fuchsmrothe, einfache, iutercelluläre Linien. 

Wetter werden manchmal in den Lcberzellenbalken 
statt der fuchsinrothen bezw. eosintielrothen Zeilgrenz- 
linieii gallige Streifen, welche die einzelnen Leberzellen 
von einander trennen, beobachtet; .stellenweise reicht 
der gallige Streifen nur bis zur Mitte der Zellgrenze, 
von da an erscheint ein rothgetärbter einfacher Streifen, 
welcher bis zur Wand der benachbarten Blutcapillare 
reicht. Hinzuzufügen wäre noch, das, au isolirten 
Leberzellcu die Färbung bis an den äussersteu Rand 
des Cytoplasmas meistens gleichmässig erscheint, wo- 
durch die in den zusammenhängenden Zellbalken sicht- 
baren eosintiefrolhen bezw. fuchsinrothen Zellgrenz- 
linien als von der Zelle gesonderte Gebilde erscheinen. 

Aus diesen Bildern ist zu schlössen, dass die 
intercclluläreu Gallengänge nicht wandungslos und nur 
rinnenförmig« Ausnöhluugcu der Randpartie der anein- 
ander grenzenden Zellen sind, sondern dass dieselben 
eigene Wandungen besitzen und ein selbstständiges 
Caualsystem bilden, eine Anschauung, welche durch 
altere Forscher mehr oder weniger bestimmt ausgesprochen, 
später aber meistens vergessen wurde. Die mit Eosin 
tiefroth gefärbten bezw. (bei vaD Gieson's Methode) 
fuebsiurotben Zcllgienzlinicii müssen demnach als zu- 
sammengefallene iutercelluläre Gallengänge betrachtet 
werden. Was die Structur der selbständigen, äusserst 
feinen Wandungen der intraacinöseo, intercellulären 
Gallengänge anbelangt, so betrachtet sie der Verf. 
einstweilen als structurlos, obwohl es ihm nicht als un- 
möglich erscheint, dass eine zellige Structur existiren 
kann. 

Ausser den leeren, zusammengefallenen, intercellu- 
lären Galleugängen, welche bis an die Blutcapillarciiwand 
reichten, beobachtete Verf. iutercelluläre gallegefüllte 
Gänge, welche hart an der Wand der Bluteapillaicn 
anscheinend blind endeten. Diese Befunde deuten auf 
einen innigen Contact zwischen den intercellulären 
Gallengangeu und den Bluteapillaren hin. Dass 
zwischen denselben keine offene Verbindung besteht, 
ist einleuchtend: sie können auch nicht, wie es auf 
den ersten Blick aussieht, blind endigen, dagegen 
spricht schon der Umstand, dass die Leberzelle, wie 
dies unter Umständen zu beobachten ist, vm Gallen- 
gänge ringsum umgeben ist. 

That.-äcblich war Verf. im Staude, nachzuweisen, 
da^-s die au die Blutcapillarciiwand aii-.'..'-seiid<-ii ii.M 



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26 



Kralt.sk, Dbsckii'Tivk Anatomie. 



oellulärc« C.allcngänge. Ausläufer besitzen, die an be- 
stimmten Stellen längs der Wand der Blutcapillarcn, 
zwischen derselben und den anliegenden Lebcrzcllen 
hinziehen. Dieses Verhältnis^ der inlraacinösen tiallcn- 
gange zu dt:» Bluteapillaren erklärt uns den leicht 
constatirbareii Befund von (Lille innerhalb der Blut- 
eapillaren in Lehern ntil intra.viiivjser Gallcnslaimng 
heim Menschen. Wo die sehr feinen Wan flu it^en der 
der Blnteapillarenwand benachbarten liallengange, so- 
wie die Wand der Bluteapillaren cinreisseu und Halle 
sich ins Flut ermesst und auf dem Blutwege in den 
allgemeinen Kreislauf gelangt. Deutliche .Spuren dieses 
Vorganges fand Verf. sehr hantig in der Mensehenlehcr 
heim Icterus, weicher im A n»chliiss an ein mecha- 
nisches Hindernis* des lialknabflusso» zu .Stande kam. 
Kbensolohe Bilder finden sich it< den Lehern Von 
Hunden, hei denen Icterus mittelst Tokij leiidianiin 
hergerufen werden ist. — Der Arbeit liegen mehrere 
naturgetreue Abbildungen bei; ausserdem giebt Verl. 
zwei grobschematisehe Bilder des gegenseitigen Ver- 
hältnisses /wisi hen den I.eherzcllen, den iiitercelhitiireii 
und mtratrabe. ularei. (ialh ngangen und den Bhit- 
eapillarcti, wie sieh der W-H. dasselbe s. inen Fnter- 
suehuiigcii zu Folg.' v i-irstollt. 

I'ifrhaswtvxki Krakau i.. 

VI. Angiologie. 

1) Ausset, I.e tn-ne de r.irh'-re hypogastn-[uo. 
l.erriu de M. tiilis. Mtntpellk-r in- dieal. T. XIV. 
No. I p. 73. No. 5. p. 97 101. la; Barpi. F.. 
Intorno ai rauii dell' aorta addoinmale ed all' irrigaziono 
arteticsa del ganglio sem;nulare del plesso solare e 
delle eapsule surrenali negü e-iuiui. in i carnivori e nei 
ri)dit"ii doinestiei. Arvh. ital. di aii.it. Vol. I. F. .'5. 



p. 4»1 



«'.,n .'! tav. 



•>: Berard. I.. et C. 



Do.stot. Note >ur la eirciilation arterielle du rein, 
.lüiirn. de l'anat. T. XXXVlll. p. 570 - 575. Avee 
II pl. — 3) Hertel F, D. L'aiteria »..ab. linguale. 
Monitore /.... legieo Itaüan o. Arne' XIII. No. 1. p. 23. 
S«. 2. p. 39 40. -- 4 Derselbe. II co.vinlto men- 
tale mcdiano. L'arteria sottolinguale. L'arteria s..".:>- 
uieiitale. Archivio di aik.it. Vol. II. F. 1. p. 1 — ."10. 
Co« 2 tav. — 5) Blair. Valray F., Three anouialks 

i. | thoracic bhtodve»»cN. Atnerie. ji.urn. of anal. Vol. I. 
No. I. p. 513. i Ktniiial kam eine A. subclavia doxtra 
vjii der C.tivexttal. ein anderes Mal von der concaveii 
Seite des Anas aortae.j — G Bo si, V. >■ <i Spani- 
paui, Kion-he. »ui vasi lintalie; degli arti dei cuvallo. 
Nimvo Kreelani. F.'Ül. Ann.. VI .Ni. 18. p. 341— 34G. 
Cr. 2 tav. (Ber. f. l»o], S. 25'. — 7 Bradley, <>. 
Chaniock. A case of lett anterior (superiot 1 Vena 
cava in the dog. Auat. Anzeiger. Bd. XXI, No. 5. 
p. 142— 144. Willi one tig. s. Btcmer, .F. I.. On 
the "rigin ol the pulmonary artcries in mainmai». Aitiene. 
journ. uf auat. Vol. I. ' No. 2. p. 137 — 144. With 
» tigs. ») Brunn, von. Die Lymphknoten der 
Fiiteikicferspeieheldi iise. Archiv f. Chirurg. Bd. LXIX. 
II. 3. S. U57 — GG.s. Mit 2 II..d/.»clui. Zweimal wurde 
c.iie L\ iiipliMgi.il.dul l Mibmaxill iri.s eiligev.dil-.sseii in 
der Fi.terkiefer.speicheldrii.se beebacblet.) — 10; Bug- 
«ii'ti. I'... La bride ligarnenteuse du grand dci.tcJe. 
C'.'iuptes rei.d. de la .se.ssi..n de lassMfi.it. de» atiatom. 

ii. iu... .i Montp-'llier. ]>. 7 '.(. A\ec une lig. — - 11 
Cab ibbe, iL, Fna rari>»itu:» anouialia dei tr-iiehi cle: 
si ..ri^inate. delfare.« aortii-.>. Atti deil - aecad. dei tisi,.- 
entici di SieM.i. Anie.! - X. FMiF X.,. ;i e 10. p. 31i» 
bis 3^3. C,.n uua (ig. - Vi- Cainerun, S., Te-rhi.- 



sity id internal carotid arteriös. British med. Journ. 
Voi. I. p. S'J3. — 13,i Capurro, M. A., Sulla eir 
ciiiazioiie »anguigria «»rmale e di cunpens" del lestic..le.. 
Anat. Anzeiger Bd. XX. No. 23 u. 24. S. 577-59*. 
Cen G lig - 14 Cun eo, B., Note Mir les gangbon« 
lymphati'|ucs regknaux <iu rein. Bull, de la soe. 
an •» t"r>iii |ii4- de Baris. Annee LXXVII. T. IV. No. 2. 
p, 23a 23G. - 15) Cuiieo et Marrille, Note Mir 
les Iviiipliatiqn-s du gland. 1901. Bullet, de la suc. 
auat.' \nnee LXXVL T. III. N«>. 9 p. G49-G51. 
No. 10. p. G71-G74. IG) Dali" Aequa. I. c A. 
Meueghetti, Sülle aiteiie di II l faeeia nei!" UOluo. 
Monitiue zo.il. Italiai)... Anno XIII. No. 9. p. 243 
bis 245. 17 1 Davisou, A., The lymph system in 
the c\tn inities ot the eat. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. 
No. G. p. 125 12$. With 2 lig». — IS? Deeloux. 
L. Fxamen d un g.uigli. n pcnien. Compt. rend. des 

seai < de la v-eiete" de Chirurgie. Seanee du 7. mal. 

p. 53S ,)3t». 19 Del:i/.i n. S. N, Kin Fall von 

Inselhildiing an der Vena iliaca externa dextra. Int- r- 
nalMiiale Monatssehr. f. Anat. Ibl. XIX. H. 10 12 
S 355 35S. Mit einer F g. 20: Demme, k . 

F-ber «ie!iiv., m .malten im l'li.irynx. Veihandl. d. <ie- 
sellseh. Deutsche:' Naturt n. A'-rzte auf d. 73. Versamml. 
in Hamburg. Theit 11. 2. ILilltc S. 370-374. - 
21. Dorvanx. A. F.. De la p-rsistance simple du 
canal artciiel. S. Fiese de Lille, Hiol. 22) [>u 
elatix. I!., Aiioinalies de l'epigaslri.jue et l'obturatriee. 
Bulletins de la soeiete anat.uii. .)>• Fans. No. 1, p. 5S 
bis 5:i, 23) Fbner. \. von. Feber die natiirliehen 
Fndeti .ha He i vni ii sk .■ I Li s.-i ii . (Vutraibl. f. Fhv.si"!. 
Bd XVI. II. l'.t. S. 1 3. 24; Fu.rcntini', F. 
Di uu ait.'inalia di riuniotie delle due radiei d>d median • 
in rajip..rto alla b'gatura deü'arteria asceilare ed oiue- 
rale. Uiorn. med. Fsereito. Anno L. Nu. 4. p. 391 
bis 3i>2. 25} l'leurv, S. C...i»tributi.ui ä l . tu F- 
du s\s|eme Iv inpli.it i i'ie. Struetuie de» ganglu.iis 
lympbati.pii s ij.; I'e.e. S. The»e de Montpellier. G9 pp. 
Ave' 2 pl. et iiiii' lig. -- 2G': tierard. ii.. De Fane- 
vivsiue riu canal atti rieb Journ. de l'auat. Ann e 
XXXIX. No. I. p. I- 10. Avee une lig. - 27. 
«ierota. M, Sur les gangliuns prevesieaux. Compi. 
rend. des s. ane. > ,■],• ia s. ei. t. de Chirurgie. S'-aiiee 
du 7. uiai. p. 537 53s. 'Deseloux. Ibidem'. - - 
2S; <iery. Cha>ie«et de. Fu eis d'aitcre du tcrl m<-diau 
aiiormalemeiii develt-ppee et tra'.ersaut le ueif m.'-dian. 
Bull. ! de la soe. atia-.otm |ne de |';u>. Aiime LXXVII. 
T. IV N.. 2. p. 202- 205 Avee lig. - 2 l J) ti i I i s. 
F.. Le tr.uie de Tarteie hypogastri'jue. Le^on recueill;.- 
et publice |.ar Ausset. Montpellier midical. No. 4. 
p. 74. No. 5. p. »7—101. — 30 > Ii rosser, 0., l'eh-i 
arteri... venöse Aiiast.jm.-en an den Fxtremitäteneiid' ii 
beim Menschen und den kral beitragenden Sriugethieren 
Arch. f. m.erese. Anat. B 1. LX. 11. 2. S. 191-21«: 
Mit 2 Tal. u. 2 Fig. 3 I i llöeg. N.. Feber optic- 
eiliare Venen. liiaie's Aich. 1»03. Bd. LV. IL 
S. 25G-2G4. Mit 2 Fig. - 32) Hofmann, II. K . 
Beitrag zur Kenntnis» der l'urkinje' sehen Fäden 
itu lierzinuskei. S. Wur/l-urg. Mit 2 Tat — 33 
Derselbe, üa»selbe. Zeitsehr. f. wisseiiseb. Zool. 
Bd. LXXI. II. 3. S.4S.; --5U7. Mit 2 Talein. — 34 
,'aeksun. t . M . Au investigatioii of the vnscnlar 
System of Bdelkslvüia Dutnbexi, .lourii. of the Ciueiii- 
naii s. .-. et natur. historv. Vol. XX. No. 1. p. 13— 4 S. 
With 3 pl». and 10 ligs. 35: .luch. O., Feber Blut 
ver.sor einig d-.-r Handwurzeikuoelieii. Inaug.-Diss. S. 
(iöltingeii. F.tOl. i?5 Ss. :!•;; Keith, A . The ana- 
tomy of the valvulär no elnnisin round the venous ori- 
lie. s 0 f the right and lett auncks with seine observa 
ti "ii» i.u the inurplulogv ...f the lieart. .luurn. <d anat. 
Vol. XXXVII I*. 2. p* II XXXVI. With 24 iigs. - 
37: Lang. A., Fünfaiidzwatizig Thes- n über den phv- 
!,i-etiet;s, hen Fi'sprung und die rnorphologische Bedeu- 
tung der Ceiiiraltheih* des Blnlgelasssystems der Thiei e. 
\ lertelj dirssebrift der inlurforseh. üeselbeh. in Zürich 



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Kraürk, Oescrhtivr Anatomie. 



27 



Jahrg. XLVU. S. 393—421. -- 38) Lcgros, R., Con- 
trit.ution h 1%-tude de l'appnretl vasculaire de l'Am- 
pfiioxus. Correlation des parois du corps. Mitth. a. d, 
z,ol. Station zu Neapel. Bd. XV. p. 487—554. Avee 
4 pl — 39) Levi, G., Morfologia delle arterie iliaehe. 
Arehivio Italiano di anatoraia. Vol. I. F. 2. p. 295 
bis 34C. F. 3. p. 523- G05. Con una tav. e 60 (ig. 

— 40) Li vini, F., II lipo normal«; e le variazioni 
>kUi earotidc esterna. Sperimentale. 1901. Anno I.V. 
K 3. p. 463. A iiiio XVI. F. 4. p. 473-48«. — 41) 
M in ii, Ueber den Mechanismus der ßlutbeweguiig in 
i-r Vena jugularis interna. Zeitschrill für Ohn-nheilk. 
M. XXXX. 11. 4. S. 354-359. - 42) Marceau, E., 
Vte sur la strueture du roeur ehez h-s vertehri-s in- 
yrieurs. Compt. rend. de la soo. dt- biolog. T. 1.1 V. 
Xf. 2«. p. 981—984. 43) Derselbe, Note Mir la 
^rueture des libres musculaires cardiaques ehe/, les 

• va-jx. Ibid. T. LI V. Xo. 3«. p. 1485 I4S7. -44) 
l>er>elbc, Keeherches sur l'histologie et le develop- 
ptrncnt coniparcs des (ihres de Purkinje et des (ihres 
r.-irdi.iques. These. 8. Nancy. 72 pp. Avec 2 pl. (Ber. 
f. 1^0 1 . S. 25;. — 45; Mareille, M. Lymphati. iu<s 
•t ganglions iliopelviens. 8. Th-'-se de Paiis. 46) 
Mi taillier, L. Beiträge zur Anatomie und Physio 
l-ne des Herzens und der grossen Gelässstämme der 
\Wersäugethi<re. 8 Breslau. 1901. -- 47; M.-riel, 
\ sur le syM-'ine veiiteux pai a-ombilioal et omhilioo- 
i<-<eal. Bullet, de la soc. anatomique. Paris. Atni'-e 
I.XXVII T. IV. Xo. 5. p. 469-471 Avee une 1ig. 

- 4! i > Moorhead. T. Gilman, Tortuositv of internal 
nrctid arteriös. British med. journ. Vol. I. No. 2145. 
f. 332- - 49) Neuville. II., Kontribution 5 l'etude 
'I'.- la v.isculari:>ati»n intestinale ehez les '.'yolostomes 

• t les S. lacn-ns. 8. These de I'aris. 1901. Ann. des 
MM.nees nat. zoidog. XIII. No. I. 2 et 3 II« pp. 
Avec une pl. et 22 (ig. (Ber. f. I9UI. 8. 25). — 50) 
iikinezye, .1., Division pneoce de fart.'-ro h'-patique 
■Joat la 'brauche droit« presente avee le ehole.ioqiie et 
ks voies biliaires des eonnexions tres intimes. Bullet. 
'.r la soc. anatomique de Paris. Arno e LXXVII. T. IV. 
No. 2. p. 197—199. Avec une (ig, -- 51) Paruisetti, 

Anomalie <iel poligono arterio.sO del Willis nei de- 
\.r. jm-nti in rapporto emi altcra/.ioni del cervcll» e del 
(•in.Te. Arcb. di psichiatria. Vol. XXIII. F. 1. p. 1 1 
M> 27. Cor» una tav. — 52) Parsons. F. Ct., Un (he 
irrangemeut of the branches of the mammaliau aortie 
iireh. Journ. of anat. Vol. XXXVI. P. 4. p. 3S9— 399. 
With tigs. — 53) Poirier, P.. Note sur les ganglioiis 
ivmphatiqucs de la vessie. Bullet, de la sociote de 
hirurgie. p. 559 — 5C0. (Die von Gerota au der Vor- 
Verflache der Harnblase injicirtcu Lymphdrüsen sind 
irKiij.stante Schaltdrüsen.) - 54) Polya, A. E. und D. 
Navratil, Untersuchungen über die Ly mphbahnen der 
Wangenschleimhnut. Deutsche Zeitschrift lür Chirurg. 
Bd. LXVI. H. 1 u. 2. S. 122-175. Mit 4 Fig. - 
55) Potain, De la mensuration du coeur par 
'<\ percussion et la radiographie : comparaison 
ics deux methodes. 1901. La semaine medi- 
ale. Nu. 53. p. 417 bis 419. Avec une tig. — 
■'»6. Ketterer, E., Parallele des ganglions lymphatiques 
']'-■> mainmiferes et des oiseaux. Coinpt. rend. de la 
«»ion de Tassoeiat. des anatomistes frane t Moiit- 
p-elHer. p. 184 — 203. Avec 5 (ig. — 57) Houbaud. L., 
•ontribution 5 l'etude anatomique des lymphatiques du 
larvm. 8. These de Paris. — 58) Suchard. E., Strue- 
ture du bulbe du coeur, du tronc arteriel et des 
v iixseaux , qui parttnt de ee Iroue ehez quelques 

• »traeiens. Arcb. d'auat. mierosc. T. V. F. 3. p. 457 
l jis484. Avec 2 pl. 59) Taylor. It., Stanley and 
I. M. P. Grell, Rare anoinalv of the aortic areh. 
J mm. of anat. Vol. XXXVI. P! 3. p. 2S.S-289. With 
•:r't tig. — CO) Vas tari n i - Crc s i , Ii., Commuuieazi>^ni 
Brette tra le arterie et le vene (anastomosi arten»- 
»«lost;. Monitore zoologico Italiano. Anno XUI. No. G. 
[>. 13f» -142. — 61) Vial leton, L., Les lymphatiqu' s 



du tube digestif de la Torpille (Torpedo marmorata, 
Risso). Arcliivcs d'anat. mieroscop. T. V. F. 3. p. 378 
bis 45«. Avee 2 pl. ■ 62) Viannay, Note sur l'ana- 
tomie de l'arti-re pedieiise et sur la ligature de eette 
artere. Lyon med. No. 3. S. 84 — 87. — 63) Vriesc. 
Bertha de. Ucber die Entwicklung der Extremitäten- 
Arterien bei den Säugethielen. Ana!. Anzeiger. Er- 
gänzungsheft. Bd. XXL S. 160- -161. (Ibsctission : 
Stieda, Broman, Uoux , Grosser. — «4 Dieselbe, 
Ib.'i'herehes sur Tevolution des xaisseaux saugiiin» 
des membres ehe/. Fhomme. Areh. de biol. T. XVIII. 

F. 4. p. «65 -730. Avec 4 pl. 65) Waldeyer, 
W., Das Trigonnm subelaviae. 4. 1903. Bonn. 7 8s. 
Mit 2 Tal. — «6) Warr> i», E.. A noi<- on a eertain 
Variation in the blood-system of rana lemporaria. 
Zonl. Anzeiger. No. «6« 8. 221 222. 67) Wood, 

G. B.. Anomalous position of the common earotid. vtsible 
in the pharynx. American journ. ot med. sc Vol. CXXIV. 
Xo. :;. p. 478. 

Her/.. Freie Enden von H er/.m u sk e I fasern 
isolirte von Ebner (23) inieioscopiseli au den Faser- 
ringen der ller/.ostien und an den Sehnen der Papillar- 
muskeln. Gegen lleidcnhaiu werden die durch 
quere Kittlinit-u begrenzten Ahthei hingen <b-r Muskel- 
fasern Jils durch loeale .Selirumpfuiigsersoheiiiuugen be- 
dingte Absterbet* rselieiuungcn gedeutet. Am-h ent- 
spricht die Kittlinie nicht der (.»uermenibnn eines 
Miiskelfaehes, sondern einer Scheibe anisotroper Substanz. 

Die Purkinje'schen Fäden des ller/.muski ls sah 
llolmann (32). der unter v. Koelliber's Leitung 
arbeitete, bei Itindsembryonen. beim Kalb»', Riude. 
Kallinchen, bei «1er Maus, Ratte, beim llühuehen- 
embryo, bei »lor Taube und am besten beim Schaf, 
nicht aber beim Mensehen. Sie liegen im Endooardium, 
Myoeardiumuiidauehim Pcrieardium. Seit v. Koel liker's 
(1852, Untersuchungen werden ihre Zellen für Muskel- 
/.eilen gehalten, die auf embryonaler Stufe stehen ge- 
blieben sind. II. bestätigt, dass die Zellenstränge eon- 
tinuirlieh und auch seitlich in gewöhnliche Herzmuskel- 
fasern sieh fortsetzen. Auch erstrecken sieh die Muskel- 
librilleii ihrer Wandsehieht continuirlieh von Zelle zu 
Zelle. Viele Zi llen haben zwei Kerne, die durch ami- 
totische, seltener durch mitotische Theilung entstehen. 
Es können bis zu 4 Kerne in einer Zelle vorkommen. 
Die Bedeutung der Purkinje'schen Fäden besteht nach 
II. darin, dass sie Herzmuskelbüiidel bilden, die theils 
das Wachsthum des Herzmuskels bewirken, theils aber 
die im späteren Leben zu Grunde gegangenen 
oder gebrauchsunf ähig gewoidcneti Herz- 
muskclfasern ersetzen. 

Arterien. — Line sehr zeitgemässe Darstellung 
der Kntv.ickelung der Arterien an den Extremi- 
täten des Mensehen hat Fräulein De Vriesc (64) 
geliefert, unter Berücksichtigung der Varietäten und der 
vergleichend-anatomischen Daten. Leider ist die deutsche 
Literatur bei der Besprechung der Homologien der 
oberen und unteren Extremität nur unvollständig be- 
rücksichtigt. Schon früher hatte Fräulein De Vriesc (63) 
eine übersichtliche Darstellung ihrer Resultate wie folgt 
gegeben. Leber die ursprüngli-'he Anlage der Arterien 
giebt es zwei Theorien: Xach der ersten (Kraus»', 
Baader. Stieda. v. Meyer) soll das arterielle 
System in .seinen (iiundl.igeii ein Netzwerk sein. 



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28 



K KAU SR, DesCRM'TIVR ANATOMIE. 



welches die Gewebt auf das vollständigste durchdringt 
und in dem sich später einzelne Rohren differeneiren 
und dendritisch verzweigen. Nach der zweiten Theorie 
(Rüge, Hoehstetter, Gegcnbaur, Zuckerkand I) 
besteht ein gleichmässiges Netz niemals, aber es ent- 
wickeln sich j, r auz bestimmt gelagerte, deutlich erkenn- 
bare Gefässbahnen. welche allerdings nicht alle den 
detlüitiven Zustand erreichen. Man kann nun die Um- 
wandlungen der Arterien in drei Stadien eintheilen. — 
Stadium I : Die Gefässe zeigen sich als indifferentes 
Netz, welches die Gewebe durchdringt. Neben einer 
grosseren, nach allen Richtungen Zweige liefernden 
Axiallücke, welche man nur proximalwärts auf einer 
sehr kurzen Strecke verbreitet findet, und einem peri- 
pheren Gefäss (der sog. Randvene) findet man nur ein 
Geflecht, ohne Unterschied zwischen Arterien und Venen. 
Diesem gleichmüssigen Netze begegnet man, wenn die 
Glieder sich als einfache, aus embryonalen Zellen zu- 
sammengesetzte Knüspcben zeigen. F.ine arterielle 
Lücke umhüllt die Nerven au der Stelle, wo diese in 
die rudimentären Glieder ziehen. Die proximale Axial- 
lücke ist vielleicht die Anlage einer bestimmten Arterieu- 
bahn, aber man darf sie nicht eine deutliche, in be- 
stimmter Richtung gelagerte Arterie nennen. — 
Stadium II : Die Extremitäten sind ungegliederte 
Stümpfchcu, in denen das Skelet durch ein central 
verdichtetes Gewebe angelegt ist, und die Nervei) die 
einzigen, differenzirten Organe sind. In diesem Stadium 
nehmen die Gelasse eine bestimmte Richtung au, sie 
begleiten die Nervenverzweigungen. Ks ist dieses ein 
echtes Orieutirungsstadium für die Gcfiisszweige, nach 
welchem von einem indifferenten Netze keine Rede mehr 
sein kann. In diesem Orientirtingsprocess scheinen die 
Nervenzweige die Hauptrolle zu spielen, es bildet sich 
um jeden Nerv ein Netzwerk endothelialer Rohrchen 
ungleichen Calibers (das Hauptrohr begleitet den Nervus 
interosseus volaris und den N. fcrnoralis). Die nerven- 
begleitendcn Netze sind miteinander durch mannig- 
fache Anastomosen verbunden. Kin direetes Verhältnis* 
zwischen Volumen der Nerven und Gcfüssstämme be- 
steht nicht. — Stadium III: Der definitive Kreislauf 
bildet sich aus durch Woiterentwickelung einzelner, die 
Nerven begleitender .Stamme oder die Gertechte mit- 
einander verbindender Anastomosen, wodurch sich die 
Hauptgefässbahneu der Glieder entwickeln. Mit der 
Differenziatiou des knorpeligen Skelets haben schon 
Hanptgefässe die Stellen der primitiven, die Nerven 
begleitenden Netze eingenommen, und wenn die Muskeln 
angelegt sind, ist meistens der arterielle Typus des 
Erwachsenen schon vorhanden. 

Eine sehr daukenswerthe Uebersieht des Verhaltens 
der grossen Stamme des Aortenbogens bei den ver- 
schiedenen Sängethieren hat l'arsous (52.) gegeben, 
zugleich mit Registrirung der Varietäten. Bemerken s- 
werth ist, das.s das merkwürdige von Cuvier und 
Mayer beobachtete Auftreten eines Truucus earoti- 
eus communis beim Klephautcu in sieben neueren 
Fallen nicht beobachtet werden kannte, vielmehr kam 
die A. carotis smistra aus der A. anouyma. Ferner ist 
merkwürdig, da.» je zwei Exemplare vonornithorrbyncLus 



und Eehidua das beim Menschen normale Verhalten auf- 
wiesen. 

An 100 Leichen hat Livieii (40) die Varietäten 
der A. carotis externa und ihrer Acste untersucht. 
Ueberhaupt. aber natürlich nicht gleichzeitig, können 
IC Aeste aus «1er erstereu entspringen. Die A. pharyngea 
asceiidens s. phary ngobasilaris will L. A. pharyngo- 
meningea nennen, was lür die Vereinfachung der ana- 
tomischen Nomenelatur wenig forderlich sein dürltc. 

Nach Dali' Ac<]ua und Meneghetti (16) war an 
300 Schädeln der Anfing des Canalis iufraorbitalis 
24G mal zu einem Foraineu geschlossen. Die A. infra- 
orbitalis gab selir häutig einen grösseren Ast zum 
Saccus lacrimalis und zum Ductus nasolaerimalis ab, 
welchen die deutschen Handbücher aus dem Ast für 
den M. obli'juus oculi inferior herzuleiten pflegen. - • 
Die A. angularis kam au 34 Köpfen nur 1 1 mal aus 
der A. maxillaris externa; von letzterer stellen die Ver- 
fasser eine ausführliche«- Beschreibung in Aussicht. 

Die Varietäten der A a. subungualis und suh- 
meutalis erörtert B e r t e 1 1 i (3 , nainenilich auf Grund 
der Vcrgleiehuug mit den l'erissodactylen , Arliodac- 
tylen und Carnivorcn. Danach existirt ursprünglich 
ein Truucus linguomandibularis, der beim 
Menschen zur A. maxillaris externa wird; von diesem 
Truucus entstehen, auch bei den AflVu, die Aa. lingu- 
alis und maxillaris externa, von der letzteren wie bei 
den Perissodaetylen und Carnivoren die A. subungualis. 
Von der A. subungualis wird bei deu zuletztgeuannteu 
Säugern die A. submentalis abgegeben. Aus diesen 
Ursprungsverhältnissen sind die beim Meusehen beob- 
achteten Varietäten abzuleiteu. 

Als Trigonum a. vertebralis, besser Trigonuni 
snbclaviae bezeichnet Wa I d ey er (05) ein Dreieck am 
Halse, welches lateralwärt* vom M. scalenus anterior, 
medianwärts vom M. longus colli und nach unten von 
der Ulavicula, in der Tiefe auch von der ersten ILppe 
begrenzt wird. Das Trigonum snbclaviae enthält eine 
Menge der wichtigsten Theile, Arterien, Venen, Nerven, 
deren Lage genau beschrieben wird: bei tiefer Inspi- 
ration steigt rechterseits die Pleurakuppel bis über deu 
oberen Rand des Rögens der A. subclavia dextra in die 
Hohe. 

Aus 47 Fällen der Verzweigung der A. axillaris, 
die jedoch von Studircnden aufgezeichnet wurden, will 
Hitzrot (Bericht für KHJl. S. 24) nicht weniger als 
7 verschiedene Typen ableiten. 

Die (iefässlöehei der H an d w u rz c I k n oc h e n 
sitzen nach .luch (35} zumeist an deren Dor-alseiten 
au Stellen, die von Bäiiderausätzeii Irei siiol. Am 
reichlichsten, nämlich von vier kleinen Arterien wird 
das Os pisilorme versorgt. 

In Betreff der i r t e r i e 1 1 e n < ' i r c u I a t i o n in der 
Niere beklagen sieh Berard et Destot (2). d.uss ihre 
früheren. LS1»G 1ULHJ in französischen l J io\ inzblättei n 
publieirten Arbeiten über die Radiographic der Aeste 
der Niercnarteiieu in den neueren französischen Hand- 
büchern (und ebensowenig ausserhalb Frankreichs, Ref. ) 
berücksichtigt worden seien. 

An Ii' Leichen untersuchte Gilis (2») die Lag.' 



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KltAl'SK, PKSCKiniYK ANATOMIK. 



■"(er Tlieilungsstelle der A. iliaca communis. 

|j,.gt rcchterseits 2. 4, linkerseits 2.1 cm oberhalb 
-kr Art:culatio saeroiliac.i. und zuploirh .'! cm rechter- 
viK 'liegen 'JA cm linkerseits von der Medianebene 
entfernt. Fünfmal entsprang die A. ilinlumbali* aus 
dir A. bypogastrica selbst. Nach hinten und median- 
warts von letzterer verläuft die V. Ii v pogastrica und 
I cm latcralw.irts der Ureter. Alle diese Verhältnisse 
kj ii tun die Unterbindung der A. hypogastriea er- 
schweren, indem nämlich ihr chirurgisches Segment, wie 
^'i-inu et Duval (llcvue de Chirurgie. 18f)S) ,-s ge- 
nannt haben, sehr kurz wird. — Auch Levi (at>) hat 
-ii.-.' ausführliehe Abhandlung über die An. iliaca 

ommunis und by pogastrica veröffentlicht, lileieh- 
ailioig sind die embryoualen und vergleichend anato- 
mischen Verhältnisse berücksichtigt, die Nomenclalur 
f. 'Igt der von Zuck erk an d I. Sehr zahlreiche und 
klare schematisehe Abbildungen tragen wesentlich zum 
Verständnis* bei. Vom Menschen wurden 50 Falle 
untersucht, die Lange der einzelnen Arterien, die Häulig- 
k'-it des Ursprung« ihrer Aeste u. ». w. statistisch test- 
;-'-!''IIt. Die Literatur, namentlich die Angaben von 
'/uani. Jastschiu.sk i u. A. sind ausführlich berück- 
vchtigt. 

Den direkten U ebergang von Arterien in 
Venen studirte Va s t a r i u i - f res i > ('»()' .an Kaniuchcu- 
1 r. sowie im Nagelbett und der Haut der Kudpha- 
I irigt-r» der Finger beim erwachsenen Menschen. Die 
' ''['ergangssegmeiite von Arterie jut Vene sind mit 
s'wkcii Kingmuskclfascrn, einem Bulbus «der Spbincler 
mit Visa vasorum ausgestattet. Die Länge dieser 
Jsfgruente beträgt im (tanzen 0.2 0,8 mm. II«y c r 
!>74. 1S7<»; hatte dergleichen bereits früher beschrieben, 
■'•i.s> Tschauss«w (1874). — Ferner vermochte 
iir.-sser ('M')) wie früher bei Fledermäusen (Bericht I. 
1:*01. 8. 2*!) auch beim Menschen derartige Anasto 
:noseti in grosser Zahl sowohl im Nagelbett, als in der 
V.-fjtralseite der letzten Finger- und Zeheuphalangen 
: i'-luijwcis.Ti. (i. bildet aueli l'latleuuutdi l!e eines 
'» iäisknäucls aus diesen Stellen al». Ausser dem 
Mi-Dsehen untersuchte <i. das Kaninchen, die Hatte 

< 

Hiustnaus, Katze und den Hund, wobei sieh etwas ab- 
»•i'lionde Verhältnisse ergaben. Vielleicht kann be; 
■Jen Fledermäusen durch Schliessung und Ocffiiung der 
Ai lsti.niosen die Flughaut in den Kreislauf eingeschaltet 
.in-] andererseits ausgeschaltet werden. 

Venen. — Eine Kingbildung an der rechten V_ 
iliaca externa dextra, die von der gleichnamigen 
Arterie durchbohrt wurde, hat Delitz in CD.») bch- 
■i'-'b'et. Die V. hypogastriea dextra mündete sclbst- 
■' uidigin die V. cava inferior, in der H*>he des 4. Lenden- 
wirbel». 

Vv. pulmonales. Eine abnorme l.uugeiivene. 
h> in die V. syionyma sinistra einmündet, lührte nach 
ii'air (5) etwa den sechsten Theil des Hintes aus der 
Lunge zurück. 

Lymphgefässe. _ \y lc Lympbgelässe im Ohr 
and an der Bicepssehne der Katze beschreibt Davis><u 
17 nach Injcctionspräparaten, die grosse Extravasat» 
«iliielten. 



Ausser prävestealeu Ly mphoglandu lae, die im 
Cavum praeperitonaeale gelegen und von (Jerola (27) 
besehrieben sind, existirte einmal nach Deselnux (27) 
in einem Falle eine Lymphoglaudula peni.s (penion) 
1,5 cm vor der Wurzel des Penis im subcutanen Binde- 
gewebe an der Seite des letzteren. 

Die Lymphgefässe der Wa n ge ri sc h I ei m hau t 
und die zugehörigen Lymphdrüsen haben Pölya und 
Navratil (, r >4) mittelst Eiustichinjectionen untersucht. 
Viel neues Anatomisches ist dabei nicht herausge- 
kommen; als von chirurgischem Interesse heben die Verff. 
folgende Satze hervor: 

1) Die Lymphgefässe der Wangenschleimhaut mün- 
ib n in der Kegel sämmtlich in die siibmaxillaren Lymph- 
drüsen; ausnahmsweise können einzelne Lymphgefässe 
auch in die in der Uarotissubstanz eingebetteten oder 
in die am unteren Rand der Parotis oder nächst dem 
Augulus mandibular liegenden oberflächlichen oberen 
Cervicaldrüsen einmünden. — 2) Die Lymphgefässe des 
unteren Zahnfleisches münden in die siibmaxillaren und 
submentalen Lymphdrüsen. — 3) Von den Lymph- 
gclässen des oberen Zahnfleisches ziehen die meisten 
mit den Lymphgelässen der Wangenschleimhaut zu den 
siibmaxillaren Lymphdrüsen, eiu kleiner Theil gelangt 
mit den I.ymphgefässen des (iaumens in die oberen 
tiefen Cervicaldrüsen. 4) Die Lymphgefässe der 
ti.iumenlvigcn und der Tonsillen gehen zu den «bereu 
tiefen Cervicaldrüsen. - 5} Die Lymphgefässe der 
Wangenhaut führen zum grössten Theile in die sub- 
mentalen, die pat «tischen, rlie am unteren Pa - otisrandc 
liegenden oberflächlichen oberen eerviealen und in die 
suhmaxillaren Lymphdrüsen; einzelne Lymphgefässe 
können aber auch direet zu den eoutralateralcn siib- 
maxillaren und beiderseitigen tiefen oberen Cervical- 
drüsen ziehen. -- (5; Die Lymphgefässe der Lippe 
münden in der Hegel in die Lymphdrüsen der submen- 
talen und siibmaxillaren Region, zuweilen aber auch in 
die tiefen Cervicaldrüsen. Sowohl die submaxillaren 
wie auch die tiefen Cervicaldrüsen können, bei Erkran- 
kung der einen Seite, auf beiden Seiten mit ergriffen 
weiden. — 7) Die vom Miindbodeu kommenden Lymph- 
gefässe münden in die submaxillaren und tiefen eervi- 
ealen Drüsen. - 8) Im Verlaufe der aus der Wange 
stammenden Lymphgefässe sind ziemlieh häutig kleinere 
Drüsen eingeschaltet, welche auf dem Unterkiefer oder 
dem Wangenmuskcl liegen. - 0) Di« Lymphgefässe 
der Wangenschleimhaut ziehen zum grössten Theile eine 
.Strecke lang auf der Kaseie des WangeumuskeK nach 
unten, einige sind zum grossen Theile von der Fascia 
bueropharyngea umhüllt: sämmtlichc stehen weiter unten 
in engem Verhältnisse zum Periost des Unterkiefers, 
d. h. liegen unmittelbar auf oder in demselben. Da 
sowohl der Wangenmuskcl wie auch das Periost des 
Unterkiefers verhältnissinässig frühzeitig in die carcino- 
matöse Erkrankung einbezogen werden, so ist in Folge der 
so eben hervorgehobenen anatomischen Thatsache die 
Möglichkeit gegeben, dass das Carcinom in die Lymph- 
gefässe einbricht und sieb von hier aus weiter fort- 
pflanzt. - l<>) Die Vasa efferentia der parotischen und 
oberflächlichen eerviealen Lymphdrüsen ziehen zu den 



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30 



Krapsk, DBsruimvK Anatomie. 



gleichseitigen, »lie 'Kr subma- illarcu imd subim-ntalen 
Lymphdrüsen zu den beiderseitigen tiefen Cervicaldrüsen. 
— 11) Diejenigen tiefen Cervicaldrüsen, welche beim 
Carcinom der Wangenschleimhaut und der mit letzterer 
in der Regel genieinsam eikrankcnden Gebilde ;uif pri- 
märe oder secundärc Weise den Sit/, carcinomatöser 
Metastasen bilden kormeit, liegen zwischen dem hinteren 
Digastricusbaueh und dein Omohyoideus; erst nach Er- 
krankung dieser Drüsen kann eine Erkrankung der 
supraclavicularen Drüsen Platz greifen. Eine Ausnahme 
bilden die parotischen Drüsen, welche mit den supra- 
elavieularen in direeter Verbindung stehen können, so- 
wie die vom vordersten Theile des Muudbodens kommen- 
den Lymphge fasse, die zuweilen direet in die supra- 
elavieularen Drüsen ziehen. Kür die überwiegende 
Mehrzahl der Kälte gilt indessen die obige Hegel, da 
die parotisehen Lymphdrüsen überhaupt nicht häufig er- 
kranken und überdies auch mit den oberen tiefen Cer- 
vicaldrüsen in Verbindung stehen; der vorderste Theil 
des Mundbodens wieder wird wohl selten bei einem uoeh 
operirbarcu WarTgcnearcinom mit ergriffen sein. Eine 
Berücksichtigung dieser anatomischen Thatsaelten er- 
giebt, dass durch das L'ebergreifcn des Carcinoma von 
der Wangeuschlcimhaut auf die benachbarten Gebilde 
das Gebiet. d--sseu Drüsen erkranken können, ausser- 
ordentlich erweitert wird. 

Nach alledem kann man .sagen, dass die Zahl der 
hinsichtlich dei Metastasenbilduug in Betracht kommen- 
den Drus-.-ii mit der Ausbreitung des Carcinoma im 
Sinne einer geometrischen Progression wachst, 
und natürlicher Weise auch die Wahrseheiiiliehkeit und 
Möglichkeit einer Heilung in demselben Verhältnisse 
abnimmt. Dieser Umstand beweist wohl am besten die 
Wichtigkeit der Frühdiagnose und des frühzeitigen ope- 
rativen Eingriffes. 

VII. Neurologie. 

1} A new mctliod of teaching the mieroscopical ana- 
tomv of tbe central iki\..us system. .lohn Hopkins 
llos'pital bull. April, p. 85. With 4 ligs. Die Slu- 
direnden .sollen (iehirne in Thon modellin ii V. — 2'i 
Anse meni'irabb: de Wrisberg, .i gauche. Bullet, de la 
soe. an.it. de Paris. Annee LXWII. T. IV. No. 2. 
p. 189- -UU. Avee 2 lig. 3) Aut-n. G., und H 
Zingerle. Bau, Leistung und Erkrankung de.- mensch- 
liehen St irnhirncs. 1. Th. Fe-tse| ir i:t der Grazer l.'ni- 
versität für 1901. V u. Uli S>. Mit 28 Tat. — 4) 
Armour. D. .1.. The pr,.grc»s of anatemy towards ad- 
vancing the snrgerv oi tbe braiu. Praetitioiier. Vol. 
L.XIX. .No. 4P2. No. 1. p. 449 463. — 5) Bar- 
deen, Charles Busse! I. A Statistical study of the ab- 
dominal and hurder nerves in man. American jotirn. 
of an.it. V.d. I. No. 2. p 203-228. With 14 pls. 
a. S tigs. - IV: Barrat t. J.t> Wakelin. The form and 
form-relatinjis ot tlie human cerebral ventricular eavitv. 
.I..iini. o! au.t!. \\d. XXXVI. P. 2. p. 10« -125. 
With ene pl. and 15 ligs. H v. f. 190 1. S. 11. 7j 
Barth. E, Die Innervation de> K. hlUpfes nach dem 
gegenwärtigen .Siai,de der |-V.ts-.dinfig. Kort sehr. d. Med. 
B.l. XX. N... :tn. S. 1017 1022 S)Blaschko, A.. 
Die Ne.-veti\ertlie)lui.g in der Baut in ihrer Beziehung 
zu d n Eikvarikiiiie ii der Haut. ll'Ol Wien. 5S Ss. 
Mit 2»; Tat. — '.♦}' B .. I k . I... Beitrüge zur AtTenanab- 
inie. III. Der Ph xu> cervice.braehialis der Primaten. 
Petrus Camp.r. D. I. 1. Aflev. p. 371 ÖG7. Met 



311 afbeeld. 10] Derselbe. Dasselbe. Ablh. IV. 

M-orphol. Jahrbuch. Bd. XXAI. H. 1. S. 44- 84. Mit 

1 Taf. u. 2(i Holzsehn. — 11) Dersn lbe, Hauptzüge 
der vergleichenden Anatomie des Cerebellum der Säuge- 
thiere. mit besonderer Berücksichtigung des mensch- 
liehen Kleinhirn*. Monatsschr. f. Psychiatrie. Bd. XII. 
H. 5. S. 432-467. Mit fi Fig. — 12) Bradiey. 0. 
Charnock, On the development and horaology of tbe 
mammalian e-rebellar lissures. Journ. of anat. Vol. 
XXXVII. P. 2. p. 112-130. With 5 pls. - - 13) 
Brugsch, Th.. u. E. Uuger. Die Entwickeluug des 
Ventrieulus terminalis beim Menschen. Archiv f. micro- 
seop. Anat. Bd. LXI. H. 2. S. 220- 2:12. Mit K Fig. 

- 14) Bumm. A.. Leber die Beziehungen des Hals 
Svmpathicus zum Ganglion ciliare. Sitzungsber. der 
li'esellseh. f. Morphol. und Phrsiol. 1901. Bd. XVU. 
H. 2. S. 59-64. — 15l Bi'irck h ard t . K.. Das Ge- 
hirn zweier subfossi|er Kiesenlemuren aus Madagasc.ir. 
Verband I. des 5. intern. Zoologen-Congresses. Berlin. 
U)OI. S. 601 -609. Mit 2 Fig. (Ber. f. 1901. S 27.) 
— 16)Cabibbe. G.. II peso delf encefalo nei Sienesi. 
1901. Atti dell' aeead. dei fisioeritiei di Siena. Anno 
CCX. No. il c 10. p. 287-294. - 17) Cccca. R., 
Sopra una nuova varietä nella innervazione delle dita 
de| piede e eonsiderazioni sulla patogenesi dei morbo 
di Morton. Bull, di seienze med. Anno LXXIII. Vol. 
IL F. 8. p. 447. — LS) Cogber, IL F.. The bran- 
ehial nerves of Amblvstoma. Science. Vol. XV. No. 
SSO. p. 576. — 19) Coghill, G E. The cranial 
nerves of Amblvstoma tigrinum. Journ. of compnr. 
neun-l. Vol. XII. No. 3. p. 205 -2S9. With 2 f>\>. 

— 20) Colueci, C, e M. Sciuti, Bicerchc sperimen- 
tali ed istologiohe sui veniricoli eerebrali. Ann. di 
nevrol. Anno XX. F. 2. p. 297—308. Con 4 flg. — 
21) Coijuet, lt.. Anomalie des nerfs median et mus- 
eu!o-cutane. Bulletins de la societe anatomi«|ue de 
Paris. No. 1 p. 93-95. Avee une %. — 22 
Crisafulli. E.. 11 teleneefalo degli Scylli. Riv. d. 
patol. nervosa. 1901. Vol. VI, F. 11. 'p. 481—490. 
Con una fig. 23) Cunningham, D. .1 , Tbe inferior 
parietal lobule. Dublin quart. journ. Vol. CXIU. p. 
295. — 24) Deila Rovere, D., e B. de Vecehi. 
Anomalia dei cervelletto. Rivista di patolog. nervös. 
Vol. VII. F. 6. p. 241-254. Con fig. — 25) Die- 
selben, Dasselbe. Prima osservazmne di seizzioue in 
due lobi dei verme. Bullet, delle seienze med. 1901. 
Anno L.X.X1I. Vol. 1. F. 9. p. 477-478. — 26) Dide. 
M.. et L. Chenais, Nouvelle metbode de mensurations 
cerebrales. Alrophie relative du lobe parietal par rap- 
port au lobe frontal etc. Revue neurol. No. 10. p. 
443 — 447. Avee une lig. — 27^ Dorello. P., S«:.pra 
lo sviluppo dei solchi c dell«: eirconvoluzioni nel cer- 
vello dei maiale. 8. Ricerehe di anat. norm, dei univ. 
di Roma. Vol. VIII. F. 3 e 4. p. 211—247. Von 
una tav. - 28; Edinger. L.. l'ehcr das Vogelhirii. 
Arcb f. Psyebiatr. Bd. XXXVI. S. 28-30. — 29 
Faleone, C, Sulla organogeni.i com pa rata dei midol! ■ 
spinale. 1901. Atti dell' accad. med.-chir. di Napoli. 
Anno LV. No. 5. — 30) Kiore n ttiio, E„ Di un' 
anomalia di riunienc delle due radici dei median>t iu 
rapp .rto alla b natura dell' arteria ascellare ed omerale. 
Giorn. med, Fsereit... Anno L. No. 4. p. 391— 392. — 
31; Hammer. E., Das Lü engeliirn. Internat. Monats 
schritt f. Anat. Bd. XIX. IL 7- 9. S. 262 -303. Mit 

2 Taf. u. 21 Fig. — 32) llardesty. Irving. Obser 
vations on the irodulla spinalis of the elephant witL 
some eomparalive studio-, ..f tlie iutumcsceiitia eervicalis 
and the neureiies of tbe celumna anterior. Journ. ..t 
eomparat. neurol. Vol. XII. N... 2. p. 125-182. — 
33': llatseh- k. B. und II Schlesinger. Der Hirri- 
stamm des Delphins. Arbeiten a. d. neurol. Institut in 
Wien. IL S. 1 — 117. Mit 25 Fig. • Vergleichen «i- 
niial •iiiisrh;. — 34 i Herrick, C. .1. The cranial nerves 
and cutaueoiis sensc organs ..f the North American 
silureid tislics. Journ. of eomparat. neurol. 1901. Vol. XL 



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KRAUSE. DESCKII'TIVK Anatomir. 



31 



Xo. S. p. 177-240. With 4 pis. — 35) U» rubel, 
Sl. A . Sur le eerveau des Phaseolosome. Compt. rem), 
de l'iicad. de Pari«. T. t XXXIV. No. 2«. p. 1603 -1605. 

— - • *3 ■ Holl, M., l'eber die Insel des Menschen- und 
Autliropoidengehirnes. Areh. f. Anat. Anat. Abth. 
H. I u. 2. S. 1—44. Mit 2 Taf. — 37) Derselbe, 
Zur Morphologie der menschlichen Insel. Fbendas. 
H. 5 u. 6. S. 330 - 334. Mit einer Taf. 38.) Ja-iuet. 
M., Anatomie comparee du Systeme nerveux sympathnjue 
renieal dans la serie des Vcrtcbros. Hüllet, de la soe. 
d»s seienees de Buearcst. 1901. Xo. 3 et 4. p. 240 
bis 302. Avec 20 tig. — 39) Imamura, Shinkiebi. 
Bei trag* zur Histologie des Plexus eborioideus des 
Menschen. Arbeiten a. d. neurol. Institut d. Univers, 
zu Wien. H. 8. S. 272-280. Mit einer Taf. — 40) 
Johns ton, .1. B., The brain ol Potromyzon. .lourn. 
of eompar. neurol. Vol. XII. No. 1. p. 1—86. With 
* pis. — 41) Kingston, Bart<m .1., Salmo salar., 
The digestive traet in kelts. Jmiru. of anat. Vol. XXXVI, 
P. 2. p. 142-147. With 2 pis. - 42) Küster, G 
u A. Tschermak, lieber Ursprung und Rndigung des 
N. depressor und X. laryngeus superior beim Kaniueben. 
Archiv f. Anat. Anat Abth. Suppl. S. 255- - 294. 
Mit 2 Taf. und 5 Fig. — 43) Kuhlbrugge, .1. II F., 
Das Gehirn von Petropus edulis. Monatsschr. f. Psv- 
rhiatr. Bd. XII. II 2. p. »5- 89. Mit 4 Fig. 44; 
Koslowsky. .1. J., Zur Frage über die Nerven der 
Speiseröhre bei den Säugethicien. Travaux de la »oe. 
imperiale des naturalistes de St. Petersboutg. T. XXXII. 
Liv. 2. p. 1 — 51. Avec 3 pl. (Russisch). — 45) 
Kreuzfuebs, S., Die Grösse der Oberfläche des Klein- 
hirns. Arbeiten a. d. neurol. In>tit. d. L'niv. zu Wien. 
H. I». S. 274-278. — 46} Maealister. A. Soni* 
notes ou tbe inorphology ef trarisverse vertcbtal pro- 
eesses. Report of the 71 st Meeting of (he British assoe. 
for tbe advane. of seience at Glasgow. 1901. p. "SU. 

— 47) Macdonald, C. F. and F A. Spit/ka, Mental 
-tatus of Czotgosz. I.ancet. p. 352-356. — 48) 
Marcband. F., Ueber das Hirngewieht des Menschen. 
< Leipzig. — 49) Derselbe, Dasselbe. Biolog. Ceti- 
•ralblatt. Bd. XXII. No. 12. S. 376 -382. - 50) 
Derselbe. Dasselbe. Abhandl. d. K. Sachs. Gesellseh. 
■i. Wissenseh. Math.-pbys. Cl. Bd. XXVII. N\.. 4. 
S. 92. — 51) Marengbi, (i.. Section intraeränienno du 
nerf optique chez les mammiferes Mapin). Areh. ital. 
de biolog. Vol. XXXVII. F. 2. p. 274-278. - 52, 
M.itiegka, II. L'eber das Hirngewieht der Menschen. 
Sitzungsber. d. k. bdhm. G.-sellseh. d. Wissensch. 75 Ss. 

— 53) Me Murricli, .1. Playfair, On (he spinal homo- 
l'gues of the cranial nerve eompouents, Science. 
V.l. XVI No. 380. p. 578-579. - 54) Moehi. A.. 
S-pra una proposta di studio eolletlivo sul peso del!' 
eiicefalo negli Italiani. Areh d. antropol. Vol. XXXII. 
F. 1. p. 233-235. — 55) Monakow, von. Die 
Narietätcti in der Anlage der Fissura ealcarina und die 
t'issura retrocaloariua. Areh. I. Psych. Bd. XXXVI. 

— 26—28. (Diseussion : Fischer, v. Monakow). 

*»'•':• MrM.rhead. T. G.. \ study of Ihe cerebral c.rtex 
■'i a ease of congenital absenee of tbe left lipper iimb. 
' um. of anat. Vol. XXXVII. P. 1. p. 40-49. With 
•'•n<j pl. — 57) MottaCoco, A., Sul polere ostew 
^erieticj della dura madre. < '.mtribulo all' istologia 
1'!la dura madre oncefaliea in aleuni vertebrati inferleri. 
Amt. Anzeiger. Bd. XXII. No. I p. 1—9. Cm 3 tig. 
- 58) Nachtrieb, II. F.. The lateral liue svst.m <".f 
I'ohodon spathula. Science. Vol. XV. No. 380. 

581—582. — 59) Ohe rs t e i n er. II.. Nachträgliche 
Bemerkung zu den seitlichen Furchen am Rückenmark»'. 
Arbeiten a. d. neurol. Institut il. Univ. zu Wien. II 8. 
v 396 — 100. Mit einer Fig. - 60) i»n.'-di. A.. Die 
Verbindungen der oberen und unteren Kehlkopfnerveu 
m Gebiete des Kehlkopfes. Areh. f. I.arvngol Bd. XII. 
Ii. 3. S. 450-453. — 61) Derselbe. 'Die t.chre vm 
der centralen Innervation des Kehlkopfs. Wiener kliti. 
Rundschau. Jahrg. XVI. No. 16. — 62) Derselbe, 



Beitrage zur Kenntniss der Kehlkopfnerveu. Malhcm.- 
ii. naturwissensch. Berichte aus l'ngarn. 1901. Bd. XVII. 
S. 39 -«19. Mit 16 Fig. <i3) Derselbe, The An- 
nexion of the is.dated respiratory (ihres of the recurrent 
with the svmpathetic and eardiac nervös. British med. 
jonrn. No. 2174. S. 578 - 579. With 2 tigs. — 64) 
<>rrn. F., Sulla pni probabile omologia del nervo 
seiatieo. 8. Cagliari. 1901. 14 pp. — 65) Patel, Un eas 
d'anomalie de Situation du svnipathi.|iic cervieal chez un 
n-gre. Lyon medic. Amme XXXIV. Nc 29. p. 87— 89. — 
66) I'eitit, A. et J.Girard. Sur la fonetmn secre- 
toire et la morphologic du plexus chonoides des veu- 
tricules lateralis du .svst-me nerveux central. Areh. 
d'anat. miero.se. P. V. T. 2. p. 213- 264. Avec 1 pl. 
et 6 Ii«. — 67) Dieselben. Dasselbe, Bullet, du 
museum d'bistoire natur. No. 5. p. 358. — 68) Die- 
selben, Dasselbe. Compt. rend. de la soc. de biolug. 
T. LIV. Nl.. 20. p. 698-699. 69i Peyroiiny, 
Recberebes anatomi'pics >ur !e passage du nerf feinoro- 
eutane au niveaii de l'areade de Fallope. Gazette 
hebdom. des sc. med. Bordeaux. N"n. 13. p. 147—148. 

— 70) Probst, M., Zur Anatomie und Physiologie des 
Kleinhirnes. 8. Berlin. S6 Ss. Mit 3 Taf. -- 71) Der- 
selbe, Dasselbe. Areh. f. Psvcbialr. Bd. XXXV. IL 8. 
S. 692 — 777. Mit 3 TM. - 72) ^uanjer. A. A., Zur 
Morphologie der lnsula Reilii und ihre Beziehungen zu 
den Opereula beim Menschen. Petrus Camper. D. IL 
All. 1. S I 28. Met 1 pl. 73) Ret/ins. G, Das 
Gehirn des Physikers und Pädagogen Per Adam Silje- 
stiöm. Biolog." Untersuch. Bd. X. S. 1-13 Mit 3 Taf. 

— 74) Derselbe, Zur Morphologie der Insel Reilii. Ibid. 
S. 14 21. Mit 3 Tal. - 75) Derselbe. Zur Kenntniss 
d-r tiehirnb asis und ihrer Ganglien beim Menschen. 
Ibidem. S. 67 72. Mit 8 tig, - 76) Rossi.U., Sopra 

1 lobi laterali della ipofisi. P. 1. Pesci ;Selaei). Arehi- 
vio Italiano di anat. Vol. I F. 2. p. 362 — 391. ( on 
5 tav. — 77) Sa I *i, (i.. Sopra le eavita cetaliehc dei 
rettili. Atti della soc. Toseana di scienze natur. 1901. 
Vol. XII. p. 242-244. — 78) Schulz. Zur Frage der 
Innervation des Musculus cucullaris. Deutsche Zeitsehr. 
f. Nervenheilk. Rd. XXIII. II. 1 u. 2. S. 125 136. Mit 

2 lig. — 79) Schwalbe, G , Zur Topographie des 
Kleinhirns. Anat. Anzeiger. Bd. XXL Frgan/.uugsbeft. 
S. 92— 110. Mit 2 Fig. (Diseassion : Marchand.} 

80) Sbroud, Bert B . Contribution to the morphology 
of tbe cere bellum. No. IV. Variation» in the human 
lingula. American j-uini. of anatomy. Vol. I. No. 4. 
p. 518 (die Lingula kann 7 i^iierlaniellen aufweisen). 

— - 81) Smith, G Llliot, On the natural preservatiou 
of the l>raiii :n the ancient Kgvpts. .lourn. of anat. 
Vol. XXXVI. P. 4. p. 375 -3S0." Willi 2 figs. — 82) 
Derselbe, The primäre swbdivision of the mammaliau 
cerebellum. Ibidem. Vol. XXXVI. P. 4. p. 381—385. 
With i.we lig. — 83) Derselbe. Ou the homologie.s ot 
the cerebral sulei. Ibidem. Vol. XXXVI. P. 3. p. 309 
bis 319. With 3 ligs. •- 84) Sperino, G.. L'encefalo 
dell' .iii.ifoiuici. Carlo liiitenimni. Rivisla di fteniatria. 
1901. Vol. XXVII. F. 2. p. 548-5S1. - 85;. Spitzka, 
K. A , Descriptiou of the brain of a regentieide. American 
j.iiirual of anatomy. Vol. 1. N>>. 4. p 517. -• M',) 
Staderini, IL, Aunolazinni a im reeente lavoro sul 
veiitrieuLis terminalis n.li' uorno. Anat. Anzeiger. 
Bd. XXII. No. 23. S. ö«m> - 502. — 87':- Derselbe. 
II trrzo occhio. IVpifisi e piu parlie<darineut<' il nerv» 
parietale del Goi-vliis (.eeell.itus. Cut:n,ia. 21 pp. 
Com una tav. -- 8S Ster/.i. G.. Recherehes sur Pirna- 
t"inie «•onipare« et sur l'^nto^cn-se d. s nieninges. Areh. 
ital. de biob.gie. T. XXX VI 1. 1.2. p. 257' 269. - 
8;i; Derselbe. Intim. • all i di\ isLOn' della ilura midie 
dalF end-'cranio. Montiere z-ioh^ic». Italiano. Anno XIII. 
No. 1. p. 17 22. 90: Derselbe. Ri et ehe in- 
t..rie. all' anat.'inia eoinparata cd all' ..in. 
delle m.'niiigi. P. I. Menind mid.dlari. Atti del 
R rstituto Venet.. di s.-ieiize. Anno l'.'Ol. 
T. LX. P. IL p. 1101- 1372. Cm 5 tav. - 



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KltAfsK. Dr.MUM'TIVK Anatomik. 



!M) Stieda, K., P. Xäcke, einige innere somatische 
Degcncrations/.oiehen bei Paralytikern und Normalen. 
Biolog. Ocutralblatt. Bd. XXII. No. 20, 21 und 22. 
S. t.so— 700. - 92) Swiecinsky, Ii., Cavum Meckel», 
clude d'anatomie humainc et comparee. 8. Jassy. 1901. 
55 pp. Aver unc pl. — 93) Symington. J . Un the 
temporäre fissures ol the human cerebral hemispheres. 
with observatinns on the Development of the hippo- 
campal tissurc and hippoeampal formation. Report of 
the 71 st meeting of the British assoeintion for the ad- 
vnncement of science at Glasgow in 1901. p. 798. — 
94) Szäkalt, .1, Leber das Ganglion ciliare bei un 
seren Haussieren. Areh. für Thierh.ilk Bd XXVIII. 
II. 5. S. 476-483. Mit 5 Fig. - 95) Toulouse, K. 
et L Marehand. I.e cerveau. 8. Paris. 154 pp. Avee 
tigures. 9fi) T ri e o m i - A 1 1 ogr a , G.. Due casi di 
duplieitä del suleus Rrdandi. Atti dell'aeead. Pob.ri- 
tana. 1901. Anno XV. 7 pp. — 97) Trolard. A . 
Notes sur le bulbe et les nerfs olfaetifs. Journ. de 
l'anat. Armee XXXVIII. No. 5. p. 555—559. Avee 
2 tig. -- 98) Derselbe. t,'uel<|ues particularitö-, sur 
Tiiitiervation de la face. Ibidem. N<>. 8. p. 3 1 *> — 32n\ 
Avee 3 lig. — 99) Waldcyor. W., Ueber Gehirne 
von Drillingen. Correspondenzblaü der deutschen Gc- 
sellseh. für Anthropol. Jahrg. XXXIII. No. 11 u. 12. 
S. 128. - 100) Weinberg. H.. l'eber einige unge- 
wehnliche Befunde an .ludengehirnoii. Bi.d. < 'entralbl. 
Bd. XXIII. No. 4. S. 154— 1«2. (Drei Gehirne mit 
mehreren Varietäten). — 101) Derselbe, Die Inter- 
ccntral brücke der Carnivoren und <ler .Suleus |{»hnidi. 
Anat. An/einer. Bd. XXII. No. 13. S. iiW— 380. Mit 
4 Fig. 102) Zappcrt, .1.. l'eber eine Rückenmarks- 
furche beim Kitide. Arbeiten a. d. neurol. Institut der 
l'niv. zu Wien. II. S. S. 281—285. 1»H.' Ziehen. 
T.. l'eber d' ii Hau des Gehirn« bei den Halbaffen und 
bei Galcopilhccus. Anal. Anzeiger. Bd. XXII. No. 24. 
S. 5t »5 522. Mit 7 Fig. — 104) Ziugerle. II. Zur 
Morphologie und Pathologie der Insel des, menschlichen 
Gehirnes. Archiv für Anat.. anat. Abth. H. 5 und fi. 
S. :IH5 34.5. Mit 1 Taf. — 105) Zuekerkandl. F.. Zur 
Morphologie des Aftengehirnes. Zeitschrift für Morphol. 
ii. Anthropol. Bd. IV." H. 3. S. 4»:3 499. Mit 3 Taf 
und 3 Fig. — lOf.) Derselbe. Zur Phylogenese des 
Balkens. Centralblatt für Phvsiol. Bd. XVI. No. 20. 
S. 589-592. - 1 07 1 Derselbe. l'eber Nebenorganc 
iles Sympathicus im Retropcritonealraum des Menschen. 
Anat.' Anzeiger. Suppl. 1901. Bd. XIX. S. 95 -1<>7. 
Mit <i Fi£. 10S) Derselbe. l'eber Xcbenorj;.iue 

des Sympathien*. Wiener klin. Wochenschrift. 1901. 
No. 51. s. 13. 

Rücken mark. — Seh.-.» I s 7n waivn weitere Unt- r- 
suchungeri für erforderlich erachtet, um zu entscheiden, 
ob der V e n t r i c u I u s terminalis <]•■* Rückenmarkes 
etwa einen l'eberrc-d. vom unteren Fiele des Sinns 
rhomboidales der Saugethier - F.mbn onen darstelle. 
Brugsch und L'nger (13: haben dies.' Frage jet/t 
verneint und zugleich de Angaben von Argutin s ky 
(Bericht f. 1*98. S. 2"-': widerlegt. Nach Untersuchungen 
von fi menschlichen Kmbryonen von 2.5 — 9 cm Körper- 
lange stellt il i-r Ventriculus terminali.s eine vnn Flimm« r- 
epithel ausgekleidete Krweiterung des t.Viiirab'anales 
des Rückenmarkes, dar. Der Ventrikel zerlallt in zwei 
Abschnitte, einen ■ 'li> r< ri, der sieh ;ins dem Ontral- 
canal de> Conus in. dullaris herleitet, und in einer, 
unteren, der dem Centraleanal des einstigen caudal.Ti 
Fpitlicliohres des Rückenmarkendes. des späteren Filum 
terminale entstammt. Die < i e u r . . 1 1 . -r m d-s Ventrikel« 
ist der 1 »est alt des ('••nns m . .!i;l laris atu-'passt tu , rj 
ebenfalls .•■.misch. Der w.. i ll nuclii^- obere Abschnitt 



des Ventriculus terminalis trägt gewöhnlich zwei lateral: 
Ausbuchtungen, denen sich eine dorsale ntid ventral» 
Ausbuchtung zugesellen können. Der unterste Ab- 
schnitt des Ventriculus terminalis ist sackförmig und 
meist glatt «amlig. Der Ventrikel stellt also ein 
conische Krweiterung des Centralcanales im unteren 
Fnde des Conus medulinris und im Anfange d> s Fi lue- 
terminale vor. deren oberer weiterer Abschnitt meist. n> 
Ausbuchtungen besitzt. Der untere Abschnitt endi„. 
blind im Filum terminale. 

Gehirn. — Das G e h i rn g .• w i r h l hat March, in.] 
49. (bei Hessin) iu 1173 Fallen, unter welchen 441 
erwachsene Männer und iW Frauen waren, bestimn '. 
Frstere hatten im Mittel 1400. letztere 1275 g G.-h:rn- 
gewiclit. Dies ist um 60 7(> g weniger als gewöhnlich 
angenommen wird, es handelte sieb aber um Kranke 
die im Hospital gestorben waren und ohne Zweifel zu 
meist blutarm gewesen sind. 

Zum ersten Male liegt ferner ein Versuch vor. das 
Hirngewicht in sehr zahlreichen Fallen mit d. c. 
Beruf zu vergleichen. Ks wurden vou Matiegka .'52 
4 1 1> (iehiinc aus dem patbol'.giseben Institut in 1 'ri- 
nn. I 5!KI aus dein Institut fiir gerichtliche Mcdiciu 
«..•gen. Ks eigab sich in Grammen für 

Gelehrt.- (Juristen, Aerzle u. s. « ) 1500 
Gesch ift.-leute. Lehrer .... \W>*.'> 
Geweibsleute. Handwerker . . . 14 19.<". 

Diener. Aufseher 14.'15.7 

Arbeiter I4.U.5 

Tagelöhner 1410. 

Bei Zunahme der S'ehädelbr -ite wächst auch «las 
Gelurngewicht. 

Aus dem Kirrhh.'i von Kl Amrah in uln-r -Kgypti •, 
erhielt K 1 1 i » t 8 in i t Ii •<! den I n h a 1 1 v «■ n Sc h a rl e 1 n 
bei welchen keinerlei künstliche Muraiticinmg slatt- 
getuioleu hatte und .leren Begräbnisse vor alle in 
Kvyplen auteettetenen DMiastien zurückreichen. De- 
in den Schädeln gefundene schw irzliche Masse nimm' 
uiie, tahr zwei Drittel eines normalen Gehirne-, ein, kb-bt 
der Innen!! iche des Schädels an und gestattet, die Sulc: 
und liyri zu erkennen, welche S. mit grosser Deutlich- 
keit schemalisch abbildet. Die pbotographirte Gehirn 
niisM- zc'ei sie jedoch etwas weniger deutlich. 

Das Gehirn des Meuchelm-rdcrs t'/.nlgesz. der den 
icrdamerikanischen Präsidenten Me Kiuley get.oltet 
hatte, wurde v.nSpitzka >5) untersucht. Das Gehirn 
bot in Grösse. Gestalt. Gewicht und in seinen Win- 
dungen nichts Besonderes dar. 

Kleinh rn. •- Gestützt, auf die Untersuchung v-u 
Aflcn der neuen Weh erittsirt It • < I k (11) die |-' j „ 
tluilnijg des < '■•! .Sei I diu Ix.'in) Menschen. Anstatt 
der veralteten c.mplicirteti Nanien für 'be Hemispbär' i.- 
Absehn.lt.' gebraueiit II. ^anz einfach die Ausdrucke 
l.nbiis anterior. I.obtis [.. steii.a u. s. w. Für den Wurm 
ist die Kintheiliing in Vermis atiieii-r und posterior d- i 
Kvbräuehlicben vorzuziehen. Sie werden durch einen 
Suleus primarius getrennt. 

P i 25 Fi w.n l.-.'iieii 'and Schwalbe (79 15 mal. 
.:lse in HO pi ':, . in Hineinragen v-ui Theilen des t 'ere- 
bcllum. nämlic'u der T..n»il I e und dosl.obus cum.-s- 



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Krause, Dbscriptivk Anatomib. 



3S 



f ortuis in dcu Wirbeleanal. Ks ist durchaus noth- 
für eine zuverlässige Untersuchung dieser Gegend 
die knöcherne Schädelkapset von hinten her und nicht 
!,ur durch den gewöhnlichen horizontalen Sägeschnitt 
zu eröffnen. Am Kleinhirn unterscheidet S. einen 
Torus marginales cerebelli, der oben durch einen 
-ulcuspraemarginalis abgeschlossen wird ; letzterein 
fntspricht an der Innenfläche der Squama occipitalis 
liti Torus marginalis foraminis niagni, der quer 
verlauft und bis 1 cm vom oberen Rande des Foramen 
c-ipitale m agii um entfernt sein kann. Die Ursache des 
Umeiüwacbsens der erwähnten Theilc des Cerebellum 
in den Wirbelcanal ist wohl darin zu suchen, dass das 
Cerebellum in seinem Wachsthum den umgebenden 
Hüllen, namentlich dem Tentorium cerebelli voraus- 
geeilt ist und daher eine Raumbeengung erfährt. 
E:ne solche kanu auch pathologisch auftreten, z. B. nach 
March and durch Oedem des Ürosshirnes oder durch 
ii- schwülste in der Schädelhöhle, kommt aber auch ohne 
pathologische Gründe zu Stande. 

Grosshirn. — Die Homologie der Hirnwin- 
dungen und Furchen des Grosshirns hat Elliot 
.-niib (83) vergleichend-anatomisch bei den meisten 
Ordnungen der Wirbelthiere, entwickelungsgeschichtlich, 
> fk an Ausgüssen von Schädeln fossiler Tbiere ver- 
f-igt und ist zu äusserst interessanten Resultaten ge- 
k.mmen. Zunächst hat S. eingesehen, dass es nützlich 
i»t. zwischen Fissuren und Sulci zu unterscheiden, 
?:.>t»re stülpen bekanntlich nach der deutschen Auf- 
:iv>ung die Hirnbläschcnwand nach inuen hervor, die 
spater entstehenden Sulci thun das nicht. S. will 
;do<-h nur die Fissura hippocampi und rhinalis als 
echte Fissuren anerkennen. — Kein Wirbclthier hat 
irgend eine Furche mit den Säugern gemein. Die beiden 
^nannten Fissuren sind die einzigen, welche schon bei 
den Monotrcmen auftreten. Nur die Fissura hippo- 

i.opi ist allen Mammalicn gemeinsam, während die 
Fissura rhinalis bei kleinen BeuUltbicreri fehlt und bei 
n;anchen Primaten u. s. w. secundär obliterirt ist. Am 
nichtigsten ist die Bemerkung über den Sulcus cen- 
tralis s. Roland i. Elliot Smith glaubt, die meisten 
Hatomen würden seine Aufstellung für sehr verkehrt 

pr-'posterous) halten; es wäre aber doch nicht unmög- 

■ dass er sich hierin irrte. Die Sache ist nämlich 

■ irJach die, dass es einen Sulcus centralis uur bei den 
Primaten giebt. In diesen Sulcus ist der Sulcus supra- 
>yUiauus mit hineingezogen. Letzteren bezeichnen alle 
Tutoren mit Ausnahme von Holl (Bericht f. 1!)00. 

<$l) als Fissura Sylvii. Das ist aber ganz irrthüm- 
Hih. man könnte höchstens von einem Sulcus pseudo- 
\vlvius (besser Sulcus centralis spurius, Ref.) 
rrdeo. Die suprasylviane Furche kommt vor; sie findet 
■ich besonders ausgebildet bei Carnivoren, auch bei 
Bndypus, und umzieht zusammen mit der postsylvi- 
\htu Furche bogenförmig den falschen Sulcus centralis 
•W Carnivoren: fliesst sie mit dem Ausläufer der 
*':«ura rhinalis zusammen, so resultirt der irrthümlich 
v? Sulcus centralis der meisten Mammalien und dieser 
^' eine nach oben gerichtete Complication (hink) der 
F:üura rhinalis. 

J*hi*,beriebt der fMtmnUn Medieiu. l80-„>. Bd. I. 



Einen Gyrus intercentralis medius, der den 
Sulcus centralis in der Mitte seiner Länge überbrückt , 
fand Weinberg (101) auf beiden Seiten bei einer 
38jähr. Frau. Beim 5 bis 7 monatlichen Fötus besteht 
der Sulcus nach Cunningbam und Ketzins aus 
zwei getrennten Furchen. Diese Anordnung erhält sich 
beim Erwachsenen nur in 0,1—2 pCt. — Bei Carni- 
voren sind der Sulcus praesylvius von Krueg und di r 
Sulcus cruciatus von Lcurct zusammen dem Sulcus 
ceutralis des Menseben zu horaologisiren (vcrgl. oben 
Elliot Smitb). Seine Unterbrechung ist mithin eine 
Raubtbierähnlichkvit. — Auf eine einheitliche AufTassuug 
der Windungsbrücken am Mcuschcuhirn ist aber vor- 
läufig noch zu verzichten. 

Die Furchen in der Gegend der Fissura 
calcarina sind nach v. Monakow (55) sehr variirend 
und es lassen sich vier Typen unterscheiden. Am con- 
stautesten ist eine Fissura retrocalcarina, die sich vom 
hinteren Abschnitt der Fissura calcarina abzweigt, nach 
dem Ende des Cornu posterius des Scitenveutrikels bis 
2 cm tief eindringt und den Üccipitallappen in eine 
mediale uud laterale Hälfte trennen kann. 

Nach Holl (36) liegt der Insel des Mcnschcu, 
der Anthropoiden, Affen, Carnivoren und Ungulatcn 
eiue gemeinsame Form, nämlich eine Bogenwindung zu 
Grunde. Dieselbe ist um eine Furche herumgelcgt, 
welche in allen Fällen als Fissura cerebri lateralis s. 
Sylvii aufzufassen ist. 

Hirn nerven. — Die Zahl und Grösse der 
Löcher in der Lamina cribrosa oss. cthmoidalis 
hat Trolard (97) von 18 Schädeln mitgetheitt. — Der 
Bulbus olfactorius liegt nicht horizontal, sondern 
sein medialer Rand tiefer, der laterale weiter nach 
oben, so dass die uutere Fläche etwas latcralwärts 
sieht. 

Die Innervation der Gesichtshaut hat Tro- 
lard (98) an einigen Präparaten studirt, beschränkt 
sich jedoch in seinen Litcraturkcnnttussen wesentlich 
auf die französischen Handbücher. Zunächst wird 
Poirier widerlegt, in dessen Handbuch der Bezirk des 
Ramus nasalis externus des N. cthmoidalis anterior, 
der bekanntlich bis zur Nasenspitze hinabreicht, dem 
N. maxillaris superior zugeschrieben wird. Sodann soll 
der Verbreitungsbezirk des N. frontalis um ein Drittel 
zu vermindern sein, welche Abänderung wohl nur auf 
Differenzen der Nomenclatur hinauslauft. Auch den 
Ramus anterior des N. auricularis magnus scheint T. 
erst durch seine eigene Präparation kennen gelernt zu 
haben. 

Nach Köster und Tchermak (42) entspringt 
beim Kaninchen der N. depressor aus dein oberen 
Pol des Ganglion jugulare, das auch den sensibelu 
Portionen des N. vagus uud N. laryngeus superior zum 
Ursprung dient, und der Nerv endigt mit seinen peri- 
pheren Axeucv lindern in der Aorta. Er ist also nicht 
der sensible oder Reflexucrv des Herzmuskels, sondern 
ein solcher der Aorta. Der Nerv ist als ein Sicher- 
heitsventil aufzufassen, welches dem Herzen vorgesetzt 
ist und bei Ucbcrdruck im Herzen oder der Aorta ge- 
öffnet wird. Herrscht im linken Ventrikel oder der 

a 



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Krause, Dbscbiptive Anatomie. 



Aorta ein zu grosser Druck, wie beim Bergsteigen, f«>r- 
cirten Märscheu, übertriebenem Hadfabrcu oder anderen 
Anstrengungen, so bewirkt der gesteigerte Blutdruck 
unter gleichzeitiger Dehnung der Aortenwand eine von 
der Intima ausgehende Erregung des N. depressor, die 
ihrerseits reflectorisch die Thiitigkeit des vasomotori- 
schen Centrums herabsetzt. Unter ausgebreiteter Ge- 
fässdilatation sinkt der arterielle Druck ab und das 
Herz hat leichtere Arbeit, um so mehr, als auch die 
Zahl der Herzschläge vermindert wird. 

Rückenmarksnerven. — Früher hatte Bris- 
saud (Lee. Mir les malad, nerv. 1835— 1899) eine 
Theorie sog. secundärer Metamerie der Glied- 
maassen aufgestellt, mit der Ferranini (s. oben 
S. 2. No. 30) sich nicht befreunden kann. Amputa- 
tionseipcrimcute zeigten, dass im Halsmark der ope- 
rirten Thierc der Zerfall motorischer Ganglienzellen 
keineswegs in der nach Brissaud geforderten Reihen- 
folge, sondern im Gcgeuthcil ohne alle Ordnung vor 
sich geht. Die Gliedmaassen sind nicht etwa Mct.i- 
meren von Metameren, wobei diese seeuudären Meta- 
meren in longitudinaler Richtung getrennte Abtheilun- 
geu der Gauglienzcllcngruppcn darstellen würden, 
während die ursprüngliche Metamerie durch transver- 
sale Abtheilungen des Rückenmarkes ausgedrückt sein 
würde. 

Die .Statistik der Varietäten spinaler Ner- 
ven und Plexus durch Studirende allein betrachtet 
Bardecn (Berieht f. 1001. S. 4) als von sehr zweifel- 
haftem Werth. 

Bei einer grossen Anzahl von Affen untersuchte 
Bolk (9) die Vertheilung des Plexus cervicalis 
und brachialis. Mit Ausnahme der Antbropoidett 
ändert sieh bei den Primaten die Zahl der Wurzeln 
des gauzen Plexus brachialis nicht, so dass die seg- 
mentale Länge sämmtlichcr Bildungseeutra der Extre- 
mitätenmuskeln keiner nachweisbaren Einschränkung 
oder Ausdehnung aus diesem Grunde unterliegt. Ein 
Muskel oder Muskelcoroplcx ist zur Erreichung der de- 
linuiveu Gestalt nicht an ein Bildungscentrum von be- 
stimmter Ausdehnung gebunden. 

Sympathisches Nervensystem. • Die Ner- 
ven der Sameu blasen des Menschen hat Frankel 
{s. Histd. Centr. -Nervens. No. 48) präparirt und eine 
Anzahl grosserer (ianglien an denselben I» schrieben. 
Das Ganglion rectovesicatc dürfte mit der La- 
inina gatiglios.t vcsieohaemonboidalis von Valentin 
:'I841) identisch sein. Das Ganglion vesieosemi- 
nalo minus liegt nehen dem Ureter und ist vielleicht 
schon von Hirselifeld (IS6t'>) gesehen, der wenigstens 
ein Gangliort im Niveau der Uietcrmündung zur Seile 
der ILirnMusii beschrieben hat. Das Ganglion recto- 
vesie.ite. hängt mit dein Ganglion sacrate I des N. sym- 
pathieus Z'.isamtnen : dicht unter ihm liegt ein lu.ch 
-loseres Ganglion ves i c osemi n a le m.ijiis. l'n- 
mittelbar an der Samenblase linden sich noch zwei 
kleine Ganglia seminalia: vielleicht, hat sie Valentin 
als Gaughula plcxuum Uaieorum seminalium bti;annt. 



Vm. Sinnesorgane. 

a) Sehorgan. 

1) Addario.C, Sulla matrice del vitreo neirocehie 
urnano e degli animali. Ritorma medic. Anno XVIII. 
Vol. I. No. 17. p. 194-196. — 2) Derselbe, Ueber 
die Matrix des Glaskörpers im menschlichen und ibie 
rischen Auge. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. Nc. 1. S. 9. 

— 3} Allen, B. M„ Some observations upou the eye 
of Bdellostoma Stouti. Science. Vol. XV. No. .'177. 
p. 467 — 468. — 4) Apäthy, S. von, Die drei verschie- 
denen Formen von Lichtzellen bei Hirudineeu. Mit De- 
monstration von Neurolibrillcnpräparatcn nach der Hä 
mateiu- uud der Nachverg^ldungsmethode. Verhandl. 
des 5. Internat. Zoo logen -Congresses. Berlin. 1901. 
S. 707 — 726. — 5) Augstein, Gefässstudien an der 
Hornhaut und Iris. Zeitschr. f. Augenheilk. Bd. VII I. 
H. 3. S. 817 -334. Mit 2 Taf. u. 21 Fig. - 6: 
Bäcker, R., Die Augen einiger Gastropoden. Eine 
histologische Untersuchung. Arb. a. d. zool. Instit. d 
Uuivers. Wien. T. XIV. H. 2. 32 Ss. Mit 2 Taf. - 
7) Bernard. H. M.. Studies in the Retina, 0,uarterly 
journ. of microsc. scienec. Vol. XXXXVI. P. 1. X'>. lxl. 
p. 25-75. With » pls. — 8) Brauer, A. t Ueber 
einige vou der Valdivia-Expedition gesammelte Tiefsee- 
fische und ihre Augen. Sitzungsber. d. Geseüsch. d. 
Naturwissensch', zu Marburg. 1901. No. 8. — H, 
Derselbe. Ueber den Bau der Augen einiger Tiefsee- 
fische. Verhandl. d. Deutschen Zoolog. Geseüsch. a. d 
12. Jahresversaraml. S. 42 57. Mit 7 Fig. — 10 
Burkard. 0.; Ueber die Periorbita der Wirbelthiere 
uud ihre museulösen Elemente. Arch. f. Anat. Ana*. 
Abth. Suppl. S. 79-98. Mit einer Taf. — 11) Eigen- 
mann, CIL, The eye of Rhineura Floridana. Proeeed. 
of the Indiana academy of science for 1901. p. 106 107 
-- 12) Derselbe, Dasselbe. Proeeed. of the Washington 
aead. of scienees. Vol. IV. p. 533-540. With 3 pls. 

13) Derselbe, The history of the eye of Am- 
blvopsi*. Proeeed. of the Indiana academv of science 
for 1901. p. 101 — 105. — 14) Derselbe,* The history 
of the eve of the blind tish Amblvopsts. Science. 
Vol. XV. ' No. 379. p. 523-524. ' 15 Kl sehn ig. 
A-, Der normale Sehnerveneintritt des menschlichen 
Auges. Klinische und anatomische Untersuchungen. 
Microphotographien von O. Zoth. Denkschrift der K. 
Academie d. Wissensch., mathem.-naturwisseiisch. Cl. 
Wien. Bd. LXX. S. 219 303. Mit 8 Tal. u. 20 Fi*. 

— 16) Derselbe, Diagramm der Wirkungsweise der 
Bewegungsinuskeln des Augapfels. Wiener klin. Wochen- 
sehrilt. Jahrg. XV. No. 35. S. 883— S84. — 17) 
Fritsch, G., Bemerkung zu dem 1902 von Herrn 
Dr. Heine in Breslau veröffentlichten Aufsatz über d;e 
menschliche Fovea centralis. Griefe' s Archiv. 1903. 
Bd. LV. II. 2. S. 3S7-3S8. (IL hat einen Seiteu- 
rand der Fovea abgebildet.) — IS) Greeff, lt., Der 
Bau der Augenlider. Farbendruck'. Mit Text au den 
Seiten. Augenärztl. Unterricht stafelu von IL Magnus. 
Breslau. H. 23. - 19) Grunert, K., Die Lymph- 
bahnen der Lider. Bericht d. 29. Yersamml. d. Oph- 
thalmologischen Gesellschaft in Heidelberg. 19dl. 
S. 201 — 204. — 20 j Heine, L., Demonstration des 
Zapfenmos tiks der menschlichen Fovea. Ebendaselbst. 
1901 S. 265 266. Mit einer Tafel und 2 Kig. — 
21' Hesse, lt., Untersuchungen über die Organe der 
Lichteinptiuduiig bei niederen Thiereu. Zeitschr. t. 
wissetiseh. Zool. Bd. LXX1L IL 4. S. 565- 656. Mit 
einer Taf. u. 7 Fig. — 22) Derselbe, Ueber die 
Retina des Gastropodcnauges. Verhandl. d Deutschen 
zoolog. Gescllsch. a. d. 12. Jahresversaraml. in Glesse n. 
S. 121-125. Mit Fig. 23) Hoyle, W. E., On an 
intrapallial lumiuous organ in the ( ephalopoda. Ver- 
handl. des 5. mteniat. /.-I ..gen - Congresses. Berlin. 
1901. S. 774. — 24) Huber, G. C. The neuroglia of 
the optic nerve aud retina of eertain vertebrates. 



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Krause, PRscKiPTrvE Anatomie. 



3fi 



American Journ of anal. Vol. I. No. 4. p. 519. — 
ib) Kcrr, .1. Graham, Tüc developmcut of Lepidosircn 
paradox*. P. III. Developmcut of tbo skin and ila 
derivatives. Quarterlv journ. of raicroscop. science. 
Vol. XLYI. p. 417—459. With 4 pls. (Retina des 
erwachsenen Thieres; sie soll nur Stäbchen cuthalteu, 
die iL Wahrheit wohl Zapfen mit Oeltropfcn sein wer- 
duD.) — 26) Lauber, H., Anatomische Untersuchung 
des Auges von Crvptobranchns japeuicus. Anatom. 
Hefte. Bd. XIX. H. 4-5. S. 1 — IS. Mit 2 Taf. - 
27) De Lieto Vollaro, A., Disposition du tissu 
• iasti<]ue dans le Systeme trab£culaire sclero-corni'en, 
i t rapports de ce deruier avec la sclcrotique, le tendon 
du muscle eiliaire et la merubrane de Descemet. Areh. 
•iVpbthalruol. No. 5. p. 311—321. Avec 5 tig. — 
:'s; Lühe. W., L'eber sichtbare Lymphbahncu der 
hV.iria. München. luaug.-Diss. 13 Ss. 29) Neher, 
Ii. M . The eye of Palaemonetes antrorum. T'roc. of the 
Indiana Acad. of seieucc. 1901. p. 9fi— 101. With 
4 iigs. — 30) Nicolai, C, Eeu nieuwe spier in het 
■x'jf, Musculus papillae optici. Verhaudl. d. K. Akad. 
d. Wetensch. te Amsterdam. S. 2, Bd. IX. No. 3. 
13 pp. Met ecn pl. — 31) Pizon, A., Röle du pig- 
nerit dans le phenomene. de la vision. Verhandl. d. 
V Internat. Zoologcn-Cotigrcsses. Berlin. 1901. S. 839. 

— 32) Prokopenko, P., lieber die Vertheiluug der 
■ lastiscben Fasern im menschlichen Auge. Gracfe's 
Archiv. Bd. LV. H. I. 8. 94-120. Mit 2 Taf. — 
Mi Pütter, A., Die Augen der W : assersäugethiere. 
Zoolog. Jahrbücher. Abth. f. Anat. Bd. XVU. II. 1 
j 2. S. 90-402. Mit 3 Taf. u. 41 Holzsehn. - 34) 
L'crselbe, Die Anpassung des Säugetbierauges an das 
Wivfcrleben. Verhandl. d. 5. intern. Zool.-Congresses. 
Berlin. 1901. S. 613— G20. — 35) Sagaguchi, 
l'.bcr die Beziehungen der elastischen Elemente der 
< Urioidea zum Sehnerveneintritt. Monatsbl. f. Augen- 
r, ilk. Jahrg. XL. Bd. II. S. 120—134. Mit 2 Taf. 

— 36) Schmidt, Adele Therese, Zur Kenntniss der 
Tncladen-Augen und der Anatomie von Polycladus gayi. 
Arbeiten a. d. zool. Instit. zu Graz. Bd. VI. No. 6 
j. 7 S. 203—222. Mit 2 Taf. — 37) Dieselbe, 
Dasselbe. Zeitschr. f. wissenseb. Zool. Bd. LXXU. 
H 4. S. 545— 564. Mit 2 Taf. 88) Sloi.aker. 

R., The eye of the common mole. Sealops aquaticus 
naebrinus. Journ. ot compar. neuro!. Vol. XII. No. 4. 
p. 335-366. With 2 pls. — 39) Spee, K. von, Graf, 
l'-ber den Bau der Zonulafasern und ihre Anorduung 
im menschlichen Auge. Anatom. Anz. Bd. XXI. Er- 
cazungsbeft. S. 236— 241. (Discussion: H. Virchow, 
Fuchs.) — 40) Stock, W., Ein Beitrag zur Krage des 
Imitator iridis. Verhandl. d. Gesellsch. Deutscher 
Naturf. u. Acrzte auf der 73. Versamml. in Hainburg. 
IM!. Th. II. 2. Hälfte. S. 305-306. — 41) Szili, 
A. juu , Beitrag zur Kenntniss der Anatomie und Ent- 
wicklungsgeschichte der hinteren Irisschichten, mit be- 
•■Tjderer Berücksichtigung des Musculus sphineter pu- 
pillae des Menschen. Gracfe's Archiv. Bd. LIII. H. 3. 
• s . 459-498. Mit 2 Taf. — 42) Tribondeau, Mem- 
brane de Jacob de la retine des chats nouveaux-nes. 
t.ompt, rend. de la soc. de biol. T. LIV. No. 31. 
y. 1284—1285. — 43) Van Duyse, Membrane pupillaire 
ptrsistatite adberente ä la cornee. (iraefe's Archiv. 
Vr 4. S. 237 - 242. Avec une ßg. — 44) Derselbe, 
Terminaison paracristalliuienne d'une arUre hyaloidiennc 
;*rsi»taut€ et permeable. Arch. d'ophthalmol. No. 5. 
^ 305 310. Mit 3 fig. — 45) Velhagen, Ein selt- 

>iner Befund in einer nach Golgi behandelten Nctz- 
f-wt. Gracfe's Archiv. Bd. LIII. U. 3. S. 499-502. 
Kit tiner Fig. — 46) Virchow. Hans, Ueber Tcnon- 
vhen Raum und Tenon'sche Kapsel. 4. Mit 2 Tal. — 
IT Derselbe. Dasselbe. Ahhandl. d. K. Pr. Akad. 
i Wissensch. 4. S. 1-4S. Mit 2 Taf. — 48) Zürn, 

' Vergleichend histologische Untersuchungen über die 
Ketma und die Area centralis retioac der Haussäugethicre. 
Aich. f. Anat. Auat. Abth. Suppl. S. 99— 146. Mit 1 Taf. 



b) Gehörorgan. 

49) A lexander, G., Heber Entwicklung und Bau 
der Pars inferior labyrinthi der höheren Säugclhiere. 
Ein Beitrag zur Morphologie des Ohrlabyrinthes. Denk- 
schrift der K. Acad. d. Wissensch., mathem.-naturwiss. 
Cl. 1901. Wien. Bd. LXX. S. 429— 482. Mit 9 Taf. 
u. 4 Fig. (Ber. f. 1901. S. 32.) - 50) Derselbe, 
Zur Frage des posterabryonalen Wachsthumes des 
menschlichen Ohrlabvrinthes. Anat. Hefte. Bd. XIX. 
H. 3. H. 63. S."ä69- -578. Mit 1 Taf. — 51) 
Alexander, G., und A. Krcidl, Die Labyrinlhano- 
lien japanischer Tanzmäuse. Centralbl. f. Phvsiol. Bd. 
XVI. No. 2. S. 45—46. — 52) Baginsky", B.. Zur 
Frage über die Zahl der Bogengänge bei japanischen 
Tanzmäusen. Ebendaselbst. Bd. XVI. No. 1. S. 1— 4. 
Mit 1 Fig. — 53j Berg, W., Zur Corrosionanatomie 
des Schläfenbeins der Affen. Zeitschr. f. Morphol. und 
Authropol. Bd. V. H. 2. S. 315—345. Mit 3 Taf. — 
54) Brühl, G, Anatomische Besonderheiten des kind- 
lichen Gehororganes. Arch. f. Kiuderhoilk. Bd. XXXV. 
H. 5 u. 6. S. 430-437. — 55) Carazzi, Contributo 
all' istologia e alla fisiologia dei lamellibranchi. Inter- 
nationale Monatsschr. f. Anat. Bd. XX. II. 1—3. S. 
57—90. Mit 2 Taf. u. 5 Fig. (Ütoconien u. s. w. der 
Lamellibrauchier.) — 56) Coffey, Microscopical pre- 
parations of certaiu nerve eudings in the auditory tract. 
Dublin quart. journ. Vol. CXII1. p. 297. — 57)Coz- 
zolino, V., Tabulae otologicae. Zur Anatomie des 
Ohres und seiner Nachbarorgane. Mit eiklärend. Texte 
in deutscher, ital., engl, und franz. Sprache. 4. Wien. 
1603. 16 Ss. '6 Taf. mit 104 Fig. — 58) Denker. 

A. , Zur Anatomie des Gehororganes der Cetacea. Anat. 
Hefte. Bd. XIX. H. 2. S. 421—448. Mit 2 Taf. — 
59) Fauvel, P., Les otoeystes des Annelides Poly- 
chetes. Compt. rend. de l'a'cad. de Paris. T. CXXXV. 
No. 26. p. 1362- 1365. — 60) Fryd. C, Die Oto- 
lithen der Fische in Bezug auf ihre Bedeutung für 
Systematik und Altersbestimmung. Inaug.-Diss. 8. Kiel. 
1901. 54 Ss. — 61) Gemmill. .T. F., Ou the origin 
of the stnpes and ou its continuity with the Hyoid arch. 
Report of the 71 st meeting of the British assoc. for the 
advanc. of scieuce at Glasgow 1901. p. 788—789. - 
62) Harrison, H. Spencer, On the perilymphatic spaces 
of the Amphibian ear. Internat. Monatsschr. f. Auat. 
Bd. XIX. H. 7-9. S. 221- 261. Mit 3 Taf. u. 3 Fig. 

— 63) Held, H., Untersuchungen über den feineren 
Bau des Ohrlabyrinthes der Wirbelihiere. I. Zur Kennt- 
niss des Corti'schen Organs und der übrigen Sinnes- 
apparate des Labyrinthes bei Säugethicren. 8. Abhdl. 
d. K. Sachs. Gesellsch. d. Wissensch., mathemat.-phvs. 
Cl. Bd. XXVIII. No. 1. 74 Ss. Mit 4 Taf. u. 3 Fig. 

— 64) Herbig, Anatomie und Histologie des ti- 
bialen Gehörapparates von Grvllus domesticus. Archiv 
f mierosc. Anatomie. 1908. "Bd. LXI. U. 4. S. 697 
bis 729. Mit 2 Taf. u. 6 Fig. — 65) Johns ton , J. 

B. , The homology of the Solachian ampuliae. A Noto 
on Allis' neent Paper on Mustclus laevis. Anat. An- 
zeiger. Bd. XXI. No. 10 u. 11. S. 308-313. — 66) 
Kikuchi, Junichi, Untersuchungen über den mensch- 
lichen Steigbügel mit Berücksichtigung der Rassenunter- 
schiede. Zeitschr. f. Ohreiiheilk. Bd. XXXXI. IL 4. 
S. 333-353. Mit 4 Fig. - 67) Derselbe, Das Ge- 
wicht der menschlichen Gehörknöchelchen mit Berück- 
sichtigung '1er verschiedenen Rassen. Ebendaselbst. 
Bd. XXXXI. H. 4. S. 361—363. — 68) Derselbe, 
Beiträge zur Anatomie des menschlichen Ainboss mit 
Berücksichtigung drr verschiedenen Rassen. Ebenda». 
Bd. XXXXI. H. 2. S. 122-125. - 69) Kishi. K„ 
Das Gehörorgan der sogenannten Tanzmaus. Zeitschr. 
f. wissensch. Zool. Bd. LXXI. II. 3. S. 457—485. 
Mit einer Taf. - 70) Müller, F., I'cber die Lage des 
Mittelohres im Schädel. Wiesbaden. Fol. 1903. 35 Ss. 
Mit 17 Taf. u. 1 Fig. - - 71) Peter, B., Die Tuba 
Eustachiana des Pferdes im normalen und pathologi- 

3* 



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36 



Krause, Descriptivb Anatomie. 



scheu Zustande. Yerhandl. d. Gc-sellsch. Deutscher 
Naturf. u. Aerzte auf der 7S. Versamml. in Hamburg 
1901. Naturw. Abth. Thcil II. Hälfte 2. S. 610 bis 
612. — 72) Ravritz, B . Noch einmal die Bogengangs- 
frage bei japanischen Tanzmausen. Centralblatt für 
Physiol. Bd. XVI. No. 2. S. 42-43. — 78) Retzius, 
(f., Zur Kenntniss des Gehörorgans von Pterotraehea. 
Biolog. Unters. Bd. X. S. 84— 8G. Mit 2 Fig. — 74) 
Kohrer, F., On tbc relatiou between the formation of 
the auricle of anthropoid monkevs. British med.journ. 
No. 2174. p. Glü. — 75) Ruffini, A., I.a cassa del 
timpano, il labirinto osseo ed il fondo del condotto 
auditivo intorno nelP uomo adulto. Zeitschr. für 
wissensch. Zoolog. Bd. LXXI. H. 3. S. 359—896. 
Mit 1 Taf. u. 11 Fig. — 76) Sato, T., Vergleichende 
Untersuchungen über die Bogengänge des Labyrinthes 
beim neugeborenen und beim erwachsenen Menschen. 
Zeitschr. f. Obrenhcilk. 1903. Bd. XXXXTI. H. 2. 
S. 137—156. Mit einer Taf. — 77) Schmidt, C, Zur 
Anatomie und Entwickelung der Gelenkverbindungen 
der Gehörknöchelchen beim Menschen. Ebendaä. Bd. 
XXXXIIL S. 125-1GG. Mit 5 Taf. - 78) Schmidt. 
J., Vergleichend-anatomische Untersuchungen über die 
Ohrmuschel verschiedener Säugethiere. 8. Inaug.-Diss. 
Leipzig. 46 Ss. Mit 10 Taf. u. 1 Holzschn. — 79) 
Derselbe, Vergleicbend-histologischc Untersuchungen 
über die Uhrmuschel und die Glandulae ceruminales 
der Baussäugethiere. Archiv f. wissensch. Thierhcilk. 
Bd. XXVI11. H. 5. S. 510-522. Mit 2 Fig. 

c) Andere Sinnesorgane. 

80) Botezat, E., Ueber das Verhalten der Nerven 
im Epithel der Säugethierzunge. Zeitschr. f. wissensch. 
Zoologie. Bd. LXXI. H. 2. S. 211-226. Mit einer 
Taf. — 81) Broom, R., On the Organ of Jacobson of 
Elephant-Shrew. Macroscelides puboscideus. l'roc. of the 
zool. soc. of London. Vol. I. P. 2. p. 224—228. Mit 
einer Taf. — 82) Burckhardt, R., Die Einheit des 
Sinnesorgansystems bei den Wirbelthieren. 8. Jena. — 
83) Derselbe. Dasselbe. Verhandl. d. V. internat. 
Zoologen-Congresscs zu Berlin. S. 621—628. — 84) 
Uiion, R. M., The senses of snakes. Ebendas. 1901. 
S. 990-992. - 85) Giglio-Tos, F.., Sngli organi 
branehiali e laterali di senso nell' uomo nei primordi 
del suo sviluppo. Torino. Progresso medieo. Anno I. 
No. 5 e 6. 20 pp. Con fig. — 86) Uerrick, C. J., 
The sense of taste in ti.shcs. Science. Vol. XVI. 
No. 400. p. 345. - 87; Hilton, W. A.. The body 
sense hairs of Lepidopterous larvae. Anieriean Natural. 
Vol. XXXVI. No. 427. p. 561—578. With 23 figs. — 
88) Kiesow, F., Sur la presenee des boutons guslatifs 
ä la surfaoe linguale de l'epiglotte humaitie, avec 
quelques refiexions sur les meines organe.s <|ui sc 
trouvent dans la muqueuse du larvnx. Arch. italiennes 
de biologie. T. X.WV1II. F. 2. "p. 334-336. — 89) 
Linden. M. v., Gräfin. Ilautsinncsorgane auf der 
Puppenhülle von Schmetterlingen. Verhandlung, d. 
Deutschen Zool. Gesellseh. auf d. 12. Jahrcsvcrsammlg. 
Gies.scn. S. 12G-133. Mit 7 Fig. — 90) Mangakis, 
M.. Ein Fall vou Jacobson'schem Organ beim Er- 
wachsenen. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 3 i>. 4. 
S. 10«;-109. Mit einer Fig. — 91) Derselbe. L'c.r- 
gauc de Jacobson rhez Thömme aecompli. La Grece 
und. 1901. — 92) Phelps, E. Allis. jr.. The lateral 
svrjvurv svstem in the Muraenidae. Internat. Monats- 
schrift" f. 'Anat. Bd. XX. II. 4 bis 6. S. 125 — 170. 
Mit Ii Taf. — 9'A) Retzius, G., Weiteres zur Kenntniss 
der Sinneszellen der Evertebraten. Biole^. Unters. 
IM. X. S. 25-33. Mit 5 Taf. 94) Ru hasch kin. 
\Y., Ueber die Beziehungen des Nervus frigeminus zur 
Riechschleimhaut. Anat. Anzeiger. lid- XXII. No. 19. 
S. 107 — 415. Mit 4 Fig. — 95) Schenk. <>, Die 
antennalen Hautsionesorganc einiger Lepidojitercn und 
Ilymeriopteren. mit besonderer Berücksichtigung der 



sexuellen Unterschiede. 8. Mit 2 Taf. — 96) S c h m i n c k e , 
A., Zur Kenntniss der Drüsen der menschlichen Regio 
respiratoria. Arch. f. microscop. Anat. Bd. LXI. H. 2. 
S. 233—244. Mit einer Taf. — 97) Stahr, H., Ueber 
die Papilla foliata beim wilden und beim domesticirten 
Kaninchen. 8. Mit 3 Fig. — 98) Derselbe, Dasselbe. 
Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 12 u. 13. S. 354—361. 
Mit 3 Fig. — 99) Stauffacher, H., Ueber ein neues 
Organ bei Pbylloxora vastatrix PI. Allgcm. Zeitschr. 
f. Entoraol. Bd. VIII. No. 2 u. 3. S. 30-35. Mit 
4 Fig. 

Auge. — Das Auge der blinden RhineuraFlo- 
ridana hat Eigen mann (11, 12) untersucht. Die 
Rctioa besitzt Körnerschiebten und eine Ganglienzellen- 
schicht, aber keine Stäbchen und Zapfen und keine 
Opticusfaserschicbt. Jedoch sind einzelne Nervenfaser- 
züge vorhanden. Die Rhineura Floridana ist eine cx- 
tremitätenlose, wühlende, amphisbaene, in Florida lebende 
Eidechse, deren Augen verkümmert sind. Abgesehen 
von phylogenetischen Speculationen, wonach diese Ver- 
kümmerung schon im Miocan begonnen haben soll, leitet 
E. den erwähnten Mangel von Stäbchen und Zapfen in 
der Retina von ontogenetischer Degeneration her. Die 
Retinaschichtcn sind aber vergleichsweise gut diffe- 
renzirt. während das Auge im Ganzen, die Linse und 
namentlich der Glaskörper stark reducirt erscheinen. 

Graf Spce (39) lieferte eine ausführliche Beschrei- 
bung des Baues und des Verlaufes der Fasern der 
Zonula eiliaris im menschlichen Auge, die im Ori- 
ginal nachgesehen werden muss. 

Retina. — Mit Methylenblau und anderen Me- 
thoden untersuchte Vogt (s. Histol. Ceutr.-Nervensyst. 
185) die Gangl ieuze 1 len schieb t der Retina ver- 
schiedener Säugethiere. Die Neurofibrillen liegen im 
Axencylinderfortsatz der Ganglienzelten dicht an ein- 
pinander, durchsetzen continuirlich die Zellenkörper, 
manchmal nur an deren Peripherie verlaufend und 
setzen sich weniger gedrängt in die Dendriten fort. 
Dabei finden Anastomosen zwischen den letzteren 
statt, theils mittelst breiter Protoplasmabrücken, theil> 
zwischen feineren Ausläufern, in welche die Neuro- 
fibrillen continuirlich zu verfolgen waren. — Trotzdem 
will Embden (s. oben Vogt, 185) den Begriff des 
Neurons nicht ganz aufgeben, aber auf Grund physio- 
togiseher Experimente an Carcinas raaenas ihn .aus 
seiner Erstarrung lösen 1 '. 

Bern ard (7) hat eine Schlussübersicht seiner Unter- 
suchungen an der Retina gegeben. Auf Literaturangaben 
hat B. vorläufig verzichtet. Vom Mensehen hat B. sich 
ein Präparat verschafft, welches aus der Gegend der 
Ora serrata stammt: dieser Umstand ist B. jedoch ver- 
borgen geblieben. Daher wunderte er sich, keine 
Miiller'schen Faseru. wie sie gewöhnlich aussehen, in 
dieser Retina zu finden. — Was die Zapfen der Retina 
anlaugt, so sind sie bei den Amphibien nichts weiter 
als junge Stäbehen. Auf die Fische mit ihren schönen 
Doppelzapfcn ist diese Deutung nicht wobl anwendbar, 
aber in sehr jungen Tbieren soll sieb die Sache wie bei 
Amphibien verhalten. Auch bei den Primaten sind die 
Zapfen nichts weiter als Stäbrhen mit angeschwollenen 
Innengliedorn. Die ^uerstreifung der Aussenglieder 
hängt von der Existenz eines Netzwerkes in denselben 



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KRAUSE, t)RSCRIPTIVK ANATOMIÄ. 



37 



ab, die lichtbrechende Substanz der ersteren ist absor- 
b;rtes Pigment, die sog. Müller' sehen Fasern sind Streifen 
von solchem absorbirten Pigment, die in den Glaskörper 
eiuströmen ; die ganze Retina entspricht (in B-'s Präpa- 
raten, Ref.) einem Syneytium mit eingelagerten 
Kernen. Jedoch lindeu sich einige interessante Figuren 
(/.. B 24 a, '2b e), welche nämlich die kernhaltigen Zellen 
Aft Membrana fenestrata von der Forelle und der Frosch- 
lirve darstellen, woselbst sie bekanntlich schwer zu 
>eh<:n sind. 

Die Retina von Haussäugethicrcu , des Pferdes 
kiudes, Schafes, Hundes, der Katze und der Ziege hat 
Zürn (48) uutersucht und darin verschiedene Fovea« 
und Areae ceutrales gefunden. Die Silberchromat- und 
die Methylenblau-Methoden wollten nicht gelingen, auch 
gelang es nicht, an Alcoholpraparaten die drei Außen- 
häute im Zusammenhange zu schneiden. Die Abbil- 
Jjd^.-ii sehen nicht sehr vertrauenerweckend aus, doch 
ist die etwas schematisirte Darstellung der auffallend 
»ahlreichen Zapfen beim Schwein instruetiv. Wegen der 
IXtails ist auf das Original zu verweisen. 

L'eber das Auge der Wasscrsäugethiere hat 
l ütter (33, 34) sehr interessante Untersuchungen mit- 
^etht-ilt. Die Linse und die Cornea zeigen ein Ver- 
ti.iltniss ihrer Durchmesser zu einander von durch- 
schnittlich 1 : 1,738, mit Schwankungen zwischen I : 1,47 
bei Delphinapterus und 1 : 2 bei Odobaenus. Die zahl- 
reichen und sehr genauen Angaben über die Augen der 
untersuchten Thiere können hier nur erwähnt werden. 
Von physiulogischem Interesse ist aber das Mengenver- 
l;ilmiss der Stäbchen zu den Opticusfaseni. Die Be- 
rechnung der Anzahl dieser Fasern geschab durch Ver- 
iileichuDg des Opticusquerschnittes mit dem Querschnitt 
«er Opticusfaser. Es liegt auf der Hand, ganz abge- 
ben von den bindegewebigen Septis im N. opticus, 
•Iva dieses Verfahren wegen der ungleichen Dicke der 
Nervenfasern eigentlich nicht zulässig ist. Ks fanden 
iU'h auf 1 Qium Netzhaut an Nervenfasern bei: 
Macrorhiuus leoninus ... 103 

Phoca vitulina 74 

Walross 62 

Phocacna 28 

Delphinapterus 26 

Hyperodon rostratus ... 15 
Finwal 13 

Die Fötus haben mehr, so zeigte Phocaena com- 
munis von 53 cm Körperläuge 71 und eine 4 Tage alte 
Pbo,*a vitulina 177 Nervenfasern. Kein Wassersäugethier 
tat nach P. Zapfen; Delphinus hat aber eine sehr aus- 
gebildet« Area centralis. Bei Macrorhinu9 leoninus 
iommen hiernach 790— 1050 Stäbchen auf je eine Üp- 
'.icusfaser, bei Phoca barbata 2086, bei Pboca vitulina 
1M4, bei Odobaenus rosmarus 2300, bei Otaria jubata 
•iwa 2300, bei Balaenoptcra physalus 5095, bei Pho- 
caena communis 4850, bei Delphinapterus leucas 556Ü, 
b*i Hyperodon rostratus 7200 Stäbchen. Offenbar ist 
also der RaumsiDn der Retina bei den Wassersäuge- 
tbicreo schlecht entwickelt Hingegen ist die äussere 
Köroerschicht stark ausgebildet und zeigt bei Macro- 
rhiuus leoninus viele Körner übereinander; P. glaubt. 



die Zahl der Stäbchen sei 14,7 mal geringer, als die 
der äusseren Körner. Ausserdem aber tritt bei Em- 
bryonen des Weisswales ein neues Sinnesorgan 
in einem am unteren Cornealrande gelegenen Ree essus 
sclerae auf. Das neue Organ liegt hinter der Iris- 
wurzel im unteren Theil des Bulbus von Hyperdodon 
rostratus. Ks ist gegen Licht gut geschützt und dient 
vielleicht der Empfindung hydrostatischen Druckes. 
B«im erwachsenen Hyperodon rostratus befindet sich 
darin ein abgeschnürter Theil der Retina mit Stäbchen, 
äusseren und inneren Kürnern aber ohne Ganglienzellen. 
Ob Opticusfasern hineingehen, ist zweifelhaft. 

Eine Nebenretina, die ganz der von Püttcr 
(34) beschriebenen Ausstülpung der Retina entspricht, 
sah Brauer (8) an der unteren Wand des Tiefsee- 
fisches Gigantura chuni, mit eng gelagerten Stäbchen. 

Hans Virchow (47) hat in den Abhandlungen 
der Berliner Acadcmie der Wissenschaften eine de- 
taillirte, mit sehr schönen Abbildungen ausgestattete 
Arbeit über Tcnon'schen Raum und Tenon'sche 
Kapsel veröffentlicht, die wesentlich auf exaeter ana- 
tomischer Präparation beruht. Sie zerfällt in 12 C.v 
pitel, deren Inhalt aus der folgenden Uebersicht her- 
vorgeht. - 1) Das (iewebe des Tenon'schen Raumes- 

— 2) Die Tenon'sche Kapsel. — 3) Der supravaginale 
Raum. — 4) Die Kapselschlitzc. — ■ 5) Beziehungen der 
Kapsel zu den hiuterliegcnden Theilen. — 6) Dor 
blättrige Bau der Kapsel. — 7) Fascie des Horner'scben 
Muskels; Septuin orbitale. — 8) Levator palpebrae 
superioris; Ausbreitung und Fascie desselben, Fascien- 
zipfel, Schnenzipfel, abgelöste Bündel. — 9) Die acces- 
sorische Fascie des Rectus inferior und die septale 
Brücke des unteren Lides. — 10) Befestigung der 
Tenon'schen Kapsel in der »legend des medialen und 
lateralcu Lidwinkels. •- 11) Uebersicht über die im 
Vorausgehenden geschilderten Kapselbefestiguugeu, 
Sehnenzipfel, Fascicnzipfel und abirrende Muskelbündel. 

— 12)Locale Unterschiede im (iewebe des Tenon'schen 
Raumes. — Aus dieser Uebersicht leuchtet die Reich- 
haltigkeit des Inhaltes und diu Nothwendigkcit eigenen 
Studiums von selbst ein. Erwähnung kann hier wohl 
linden die besonders feste Anheftung der geraden Augen- 
muskeln au ihre Fascicnsehcidc, etwa 1 cm hinter 
ihrem vorderen Ende und die Bemerkung, dass die so- 
genannten Adminicula nicht mit dem Begriff der 
Sehnenscheiden der Augenmuskeln an sich vereinbar 
sind. 

Gehörorgan. — Von dem kuöchcrnen Labyrinth 
giebt Ruffini (7.*)) eine ausgedehnte und sehr sorg- 
fältige Beschreibung (s. auch Bericht f. 1901. S. 32). 

Mit Hülfe der Corrosionsmethode entwirft Berg 
(53) eine Schilderung der Hohlräume des inneren 
Ohres bei Affen. Uutersucht wurden Orang utati, 
Chimpanse, Gorilla, ferner Cynopithecium, Platyrrhinen, 
Prosimicn. 

Wie Pause (Bericht f. 1901. S. 34), wendet sich 
auch Kishi (69), der unter Leitung von Roux und 
Mehnert arbeitete, gegen Rawitz (Bericht für 1899. 
S, 29) in Betreff des Gehörorgans der japanischen 
Tanztnäu.se. InKishi's Heimath Iicl-vii diese Mäu^e 



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38 



Kraus«, Descrittivb Anatomie. 



chinesische und tanzen in sehr engen Käfigen nicht, 
aber in Europa erworbene thaten das auch nicht. Sie 
vermochten vielmehr über eine Hol/brücke von 5 bis 
10 mm Breite und 60 cm Lange in gerader Richtung 
zu laufen. Jedenfalls leiden die Tanzmäuse nicht an 
Schwindel, ihre Drehbewegung ist eine spontane Be- 
wegung und deren Ursache nach K. in einer von den 
Vorfahren ererbten Eigenschaft des Thieres zu .suchen, 
die diese durch Aufenthalt innerhalb enger Katige in 
China erworben haben könnten. Auch liegt keine Er- 
krankung des Labyrinthes vor, keine fettige Degenera- 
tion von Epithelialzellen des letzteren, keine Ver- 
schmelzung von Utriculus und Saceulus; keine Verle- 
gungen der Bogengänge existireu. Jedenfalls linden -.ich 
hierin keine Abweichungen vom Geherorgan der gewöhn- 
lichen grauen Maus. Ks wurden von letzteren 12. von 
den in Europa gezüchteten Tanzmausen 34 Stück unter- 
sucht. Von dem ganzen Gehörapparat der letzteren 
giebt K. eine sehr genaue Beschreibung. Dabei stellte 
sich heraus dass nur zwei Reihen äusserer llaar/.ellen 
in der eisten Windung des Ductus ochlearis vorhanden 
sind und ausserdem fehlt die bei der gewöhnlichen 
Maus deutlich entwickelte Stria vascnlaris fast gänzlich. 
Ungeachtet dieser Verschiedenheiten sieht K. als Ur- 
sache der Drehbewegungen eine Erkrankung des ner- 
vösen Ccntralorganes an. Die Tanzmäuse sind nicht 
etwa nervöse Geschöpfe, sondern taub und stumpf- 
sinnig. 

(ieruchsorgan. — Einen Raums olfaetorius 
n. trigeiniiii will Rubasehkin (91) unterscheiden. 
Er stammt aus dem Ganglion semiluuare und geht zu 
einem Ganglion olfactorium und trigemini. Dies 
sind zerstreut dicht unter der Schleimhaut der Regio 
olfactoria liegende bipolare Ganglienzellen. Sic entsen- 
den nach der letzteren hin feine varicösc Nervcu- 
librillen, die zwischen den Stäbchenzellen des Riech- 
epithcls frei endigen. Die Protoplasma- und Axen- 
cylinderfortsätze der Ganglienzellen bezeichnet R. als 
Deudriien und Axonen und erklärt beide für durchaus 
gleichartig. Die Beschreibung bezieht sich auf Uühuer- 
Embryonen vom 9. Bcbrütungstagc. 

Einen Fall von beiderseitigem Organ on vomero- 
nasale besehreibt Mangakis (90) vom Lebenden, 
einem jungen Soldaten in Athen. Die Gänge hatten 
62 mm Länge. 

Die Drüsen der menschlichen Regio respira- 
toria der Nase enthalten nach Schmincke (96) in 
ihren Acini theils Eiweisszellen, »wischen welchen 
Seereteapillaren verlaufen, theils Schlcim/.ellen ; auch 
giebt es solche, in denen beide Zellenartcn vor- 
kommen. Vergl. oben S. 22. 

Gesehmaeksorgan. — Blasse Nervenfasern in 
den Gesehmackskuospen tiugirte Botezat (SO) 
mittelst Methylenblau. Sie verhalten sieh vermöge ihrer 
Verästelungen wie Telodondrien, welche die sog. Ge- 
sehmacks7elleii umspinnen. Weder die letzteren, 
nocli die Deck Zellen in den Geschmacks- 
ktjnspen stehen mit Nervenfasern in Verbin- 
dung, sie sind ebensowenig nervös, wie die s.-g. Tast- 
zellen. 



Zahlreiche Gesehmacksknospcn sah Kiesow (88) 
an der oberen Fläche der Epiglottis beim Fötus, 
aber nicht mehr beim Neugeborenen. Die untere, dem 
Kehlkopf zugekehrte Fläche der Epiglottis enthielt bei 
einem 19jährigen Mädchen eine sehr grosse Anzahl 
von Geschmacksknospen, während an der oberen Fläche 
nur sehr wenige vorhanden waren. 

Einen Unterschied im Bau der Papillae foliatae 
rindet Stahr (9S) beim wilden und beim zahmen 
Kaninchen; bei ersterein reichen die Geschmacks- 
knospen an den Leisten weiter nach der Papillenober- 
fläche hin; diese Papillen sind also beim domesticirten 
Kaninchen zuriiekgebildet, wie auch das Gehirn relativ 
schmaler geworden ist, ..der sogar im Ganzen abge- 
nommen hat. 

IX. Anatomie der Rassen. 

a) Anthropologie, Allgemeines, Handbücher. 

1) Adelung: N. von, l'ebcr den jüngsten Fund 
einer Mammiithleiehe in Ostsibirien. 1901. Globn-. 
Bd. LWX. Nrt. i;. S. S.'» -87. - 2) Alsberg. M. 
Die Abstammung des Mensehen und die Bedingungen 
seiner Entwicklung. S. Cassel. XII u. 248 Ss. Mit 
24 Fig. — 3) Andres, A., Di uu uuovo istrument« 
misuratiire per la suinab-metria (somatomclro a cotti- 
passo). Kendie. del istit. liOmhardo di scienze. Vol. XXXV. 
F, 12. p. *)2y-f»33. Con 4 tav. - 4) Bartels. M., 
H. Ploss, Das Weib. 8. Leipzig. 1901. —5) Bei 
loni,C, 11 compasso indice. Arch. dipsichiat. Vol. XXIII. 

F. 2 e :;. p. 133— Iiis. Con tig. — 0) Bellucci, G , 
Collezione paletuologiea cd etnologiea d. Rellticci in 
Perugia. 1901. Arch. di antropol. Vol. XXXI. p. 2M9 
bia 312. — 7) Bertini. T., II contorno facciale e sne 
anomalie negli epilettiei, nei paranoiei e negli idmti. 
Archivio di psichiatria. Vol. XXIII. F. 4 e 5. p. 4"jo' 
bis 461. Con tav. — 8} Blasio, A. de, Forma gc">- 
metrica della faecia fra i delinqucnti Napoletani. Arch. 
di psichiatr. Vol. XXIII. F. 1. p. 60—64. Con una 
tav. — 9) Bourneville et G. Pau 1 • Bo n co u r , Con- 
siderations sur la morphoh.gie eränienne dans ses rapports 
avee les etats pathologi'|ues du cerveau. Bulletins d.' 
la soeiete d'anthropologie de Paris. T. II. F. 1. p. iL'» 
bis 46. Avec 4 pl. — 10) Bradley. O. Chanioek, 
A method of craniometry for mammals. Proeced. of 
the R. pbvsie.il soeietv of Edinburgh. Vol. XV. p. 4.". 
bis SC. With 4 ligs. - 10 Brandt, A.. Ueber 
ßackentaschen. Verhaudl. d. V. internat. Zoologen- 
Congresses zu Berlin. S. 598—600. — 12) Buschan, 

G. , Chirurgisches aus der Völkerkunde. 8. Leipzig. 
4C Ss. Mit 6 Fig. — 13) Cabibbe, C, II proecsso 
post-glenoideo nei erani di normali, di pazzi e di cri- 
minali, in rapporto a quello di varii mammiferi. Atti 
dell'accad. dei fisioeritici in Siena. Anno CCX. Vol. XIII. 
No. 0. p. 1S3 — 184. - 14) Clergeau. P., Sur les 
differencialtons adipe-ses et pigmentaires du type feminin 
au point de vue de la physiologie de 1'art et de l'an- 
thropologic. n. Avec 12 flg. — 15) Darwin, C„ Die 
Abstammung d-^s Menschen und die geschlechtliche 
Zuchtwahl, übersetzt v. P. Seliger. Leipzig. 12. Bd. 1 
u II. 10-14 Ss. Mit 78 Fig. — IG) Frassetto, F. 
Primi tentativi per sfndiare la variabilitä del cranio 
umano col metodo quantitative statistico di Camerauo 
e eul metodo Sergi. Atti d. soc. Romana di antropol. 
1901. V I. VIII. F. 3. p. l.j.'j — 197. Con tav. — 
17) Derselbe, Sur les funtanelles du eräne cbez 
l'homine, les primates et les mammiferes en general 
(Essai d'iine tloorie topograpbique). Compt. rend. de 
la 2e -• --:••!) du congn s internat. d'anthropol. et 



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Krause, Dbscriptive Anatomie. 



39 



dardieol. prebistoriques ä Paris en 1900. p. 464— 473. 
A«e 3 tig. — IS) Fischer. K-, Zur Vergleichung des 
Menschen- und Affenschädels in frühen Kntwickelungs- 
-udien. Correspondenzbl. d. dctitscheu Gesellsch. f. 
Anthropol. Jahrg. XXXIII. No. 11 u. 12. S. 153-155. 
• VJ) Frieden thal. H., Neue Versuche zur Frage 
nach der Stelluog des Menschen im zoologischen System, 
f. Berlin. — 20) Derselbe, Dasselbe. Sitzungsber. 
d K. Prcuss. Akad. d. Wissensch. 8. — 21) Fritsch, 
<i , fiummi-Stempel zur Herstellung der Körper- Schemata 
mm Hintragen anthropologischer Messungen. Zeitschr. 
i Ethnologie. Jahrg. XXXIV. H. 3 u. 4. S. 262—203. 

22) Fürst. C. M.. Index-Tabellen /um anthro- 
P"inetrischon Gebrauche. 4. Jena. 8 Ss. u. 29 Tab. 
— 23) (iiovannoxii, U., La misura degli angoli 
f.icrali senza uso di goniometro d'applicnzionc (mediante 
.'rnstnirione grntica). Archivio di antropol. Vol. XXXII. 
\. 1. p. 171 — 176. Con nua fig. — 24) Giuffrida- 
Kugg« ri, V.. Qualehe contestazione intorno alla piü 
winj filogenesi umana. Monitore zoolog. Italiano. 
Anns XIII. No. 10. p. 257—270. - 25) Derselbe, 
.'ul cosidetto infantilismo e sulf inferiorita somatira della 
d-nua. Ibidem. Anno XIII. No. 12. p. 316—321. — 
'!<•: Gladstone, Ii. J., tVpbalometric iustruments. 
1 um. of anat. Vol. XXXVI. P. 3. p. XXX1X-XM. 
W.ih 2 tigs. — 27) Oodin, I'.. Recherche» anthro- 
j-rattriques sur la croissanre des diverses parties du 
(•■■■rps. 8. — 28) Grcvers, .). G„ Dem nonveanx in - 
v'rumenUs craniometriques. L' Anthropologie. T. XIII. 
No. 2. p. 249. — 29) Derselbe. Dasselbe. Compt. 
r j n<i. de la 2c Session du eongres internal, d'anthropol. 
•t d'archrol. pn'historiqucs ä Paris, p. 510. — 30) 
"rünbaum. A. S. F., Note on the blood relationship 
: man and tbe anthropoid apes. Lanret. Vol. CVXII. 
V. 4090. p. 143. - 31) Hacckel. E., leber den 
lr>prung des Menschen. 6. Ew<iw. XV u. 80 pp. Mit 
! fnf. (Russisch). — 32) Hall, Winficld S., The eva- 
luition of anthropometrie data. Journ. of the American 
w4. assoeiation. 1901. Vol. XXXVII. F. 25. p. 1645 
'•i- 104». With 2 lig*. — 33) Hanotte, M., Recherohes 
; 'jr la trigonoct'phalie. L'anthropologic. T. XII 1. Nu. 5. 
p. 5S7— 607. Avec 4 lig. — 34) Hertzog, A., Los 
i-ithropologucs Allemands ä Metz. Mitth. d. Naturhist 
'< .-Filsch, in Colmar. 1901 u. 1902. Bd. VI. S. 199 
v i>225. — 35) Hopf, L. Philander. Neue medicinisehe 
•md anthropologische Märchen. Tübingen. 1903. 8. 
VII ii. 210 Ss. — 36) Jacobi. A., Die Grösscnver- 
tültnisse der «Schädelhohlc und der (iesichtshöhlen hei 
•im Menschen und den Anthropoiden. 8. Berlin. 1901. 
»Ss. — 37) Jones. R,. Grey hair and emotional 
•Mtes: an anthropologieal note. Lancet. Vol. CLXII. 
N . 4096. p. 583— 584. With 3 ligs. — 3«) Kirch- 
hof, Die Hühenmessung des Koples, besonders die Ohr- 
l.-he. Allgem. Zeitschr. f. Psychiatrie. Bd. LIX. II. 4. 
•v :)*i3— 389. — 39) Klaatsch. II.. Anthropologische 
und paläolithischc Ergebnisse einer Studienreise durch 
i>'utschland. Belgien und Frankreich. Zeitschr. f. 
Ethnologie. Jahrg. XXXV. H. 1. S. 92—122. Mit 
JTaf. — 40) Köhl , Neuentdeckte steinzeitliche Gräber- 
'-Mtt und Wohnplätze, sowie friihbronzczeitliche Gräber 
■:rA andere Untersuchungen. Corrcsponden/.bl. d. dtut- 
*hen Gesellsch. f. Anthropol. Jahrg. XXXIII. No. 10. 
•v 105- 113. Mit 6 Holzschn. (Hockergräber). — 
G Krause. W., Ossa Leibnitii. Anhang zu den Ab- 
b.\adl. d. K. Prcuss. Aead. d. Wissenscb. Berlin. Phvs.- 
natb. Cl. 4. Berlin. 10 Ss. Mit 1 Taf. — 42) Der- 
selbe, Schädel von Ucibniz. Zeitschritt f. Ethnologie. 
Jahrg. XXXIV. II. 6. S. 471-482. Mit 1 Taf. 
tMeussion: v. Hansemann. W. Krause, v. Lusehan, 
v Hanstraann. W. Krause). — 43) Krozywicki, 
Trine srstematique d'anthropologie. Races psychiques. 
Warschau. 309 pp. et 20 pl. (Polnisch.) — ' 44) Li- 
iorio. E., L'infundibolo paracoccigeo. Clinica mo- 
icroa. Anno VIII. No. 19. p. 213-220. - 45) Mac 



Donald, A., A plan for the study of man. With re- 
ference to bills to establish a laboratory for the study 
of the criminal pauper, and defective classes, with a bi- 
bliography of child study. 8. Washington. 166 pp. — 
46) Macdoncll, W. R.. ün criminal anthropometry 
and the identification of criminals. Biometrika. Vol. I. 
P. 2. p. 177-227. — 47) Manouvrier. L., Etüde 
sur les rapports anthropomi'-triques cn general et sur 
les prineipaks propoitions du corps. Memoires de la 
soc. d'anthropol. T. II. F. 3. p. 3—203. — 48) In 
Memoria del 30. anno della societä ltaliana d'antro- 
pologia. Arch. per l'autropol. 1901. Vol. XXXI. 
XV e 524 pp. — 49) Mariani, A., ed G. Prati. 
Nuovo goniometro per misurarc l'angolo facciale, il pro- 
gnatismo e tutti gli altri elementi del triangolo facciale. 
Arch. di psiebiatr. Vol. XXIII. F. 1. p. 43—48. Con 
2 lig. — 50) Martin, lt.. Wandtafeln für den Unter- 
riebt in Anthropologie. Ethnographie und Geographie. 
4. Zürich. 3 Ss. u. 8 Taf. — 51) Matiegka. H., Be- 
richt über die anthropologische Untersuchung der Ge- 
bein.- P. J. Safarik's. Silzungsber. d. anthropolog. 
Gesellsch. zu Wien. Bd. XXX. 4. Wien. — 52) 
Mayet. L., Table pour servir au calcul rapide de l'in- 
diee ci'pbalique. 8. Lyon. 1901. — 53) Mochi, Al- 
drobandino, L'istituzione di un laboratorio antropome- 
trico. Arch. per l antropol. 1901. Vol. XXXI. p.319 
bis 340. — 54) Derselbe. L'autropometria nelle 
scuole. Ibidem. Vol. XXXII. F. 1. p. 223-224. — 
55) Derselbe, I/istituzione di un laboratorio antropo- 
metrieo nel museo nazionale d'antropologia delP istituto 
di studi superiori in Firenze. Archivio di antropol. 
Suppl. 1901. Vol. XXX. p. 24. - 5fi) Netri. F.. 
Identifieazione dei reeidivi. Sistema dattiloscopico. 
Atti della soeieta Romana di antropol. Vol. VIII. 1901. 
F. 2. p. 121-123. — 57) Papillault, G.. Sur les 
angles de la base du enine. Compt. rend. de la 2e 
session du rongn s internal, d'anthropol. et d'archeol. 
prehistoriques a Paris en 1900. p. 498—503. Avec 
une flg. (Discussion: Hamy, Duckworth, Papil- 
lault.) — 58) Derselbe. Dasselbe. L'Anthropologie. 
T. XIII. No. 2. p. 248-248. Avec une fig. - 59) 
P'itzner, W.. Social-anthropologische Studie. IV. Die 
Proportionen des erwachsenen Menschen. Zeitschr. f. 
Morphol. u. Anthropol. Bd. V. H. 2. S. 201—314. 

— 60) Pigorini. L. Musco preistorico ed etnogralico 
di Roma. Archivio di antropol. 1901. Vol. XXXI. 
p. 313-317. - 61) Pittard, E., et G. Kitzinger. 
Quelques comparaisons des prineipaux diam< tres. eourbes 
et indices de 51 cranes de criminels. Arehives des 
sciences physic. et nat. 1901. T. XI. P. 4. — 62) 
Prochownick, L.. Kurzer geschichtlicher Rückblick 
auf die Entwickclung anthropologischer und ethnologi- 
scher Studien und Sammlungen in Hamburg vom Ende 
des 17. Jahrhunderts bis jetzt. Verhandl. d. Gesellseh. 
Deutscher Naturforscher u. Aerzte auf der 73. Vers, 
zu Hamburg. 1901. Tb. II. 1. Hälfte. S. 286-287. 

— 63) Pulle. F.. Carlo Cattaneo come antropologo 
e come etnologo. Archivio di antropol. Vol. XXXII. 
F. 1. p. 16«- 170. — 64) Regali a, F., II museo na- 
zionale d'antropologia in Firenze. Ibid. 1901. Vol. 
XXXI. p. 9 — 18. — 65) Reis. A., Einiges über die 
signaletische Photographie und ihre Anwendung in der 
Anthropologie und Medicin. 8. München. 13 Ss. — 
6«) Roscher. Die Anthropologie im Dienste der Cri- 
minalpolizei. Verhandl. d. ticsellsch. Deutscher Natur- 
forscher u. Aerzte auf der 73. Versamml. zu Hamburg. 
1901. Tb. II. 1. Hälfte. S. 292. - 67) De Sanctis, 
S., e P. Toscano. Le impronte digitali dei fanciulli 
normali, frenasteni< - iecc. Atti della sorietä Uoraana di 
antropol. 1901. Vol. VIII. F. 2. p. »'.2-79. p. 62 
bis 79. Con lig. — 68) St ratz. C. H.. Uebcr die An- 
wendung des von (?. Fritsch veriiffentlichten Messungs- 
scherna in der Anthropologie. Zeitschr. f. Ethnologie. 
Jahrg. XXXIV. H. I. S. 3« --38. - 69) Tinti. F. M., 



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40 



Krause, Dbscriptivb Anatomie. 



Counotati pcrsouali cd identificazione antropometrica. 
1901. Caltanissctta. 35 pp. — 70) TörÜk, A. von, 
und G. von LaszM, Ueber das gegenseitige Verhalten 
der kleinsten und grüssten Stirnbreitc sowie der klein- 
sten und grössten Hirnschädelbreite bei Variationen der 
menschlichen Schädelform. Zcitschr. f. Morphol. und 
Anthropol. Bd. IV. H. 3. S. 500—588. Mit 3 Taf. 

— 71) Verncau, It., L'n nouveau ccphalom«:tre. Compt. 
rend. de la 2e Session du congri-s intemat. d'anthropol. 
et d'archcol. pn-historiqucs ä Paris cn 1900. y. 504 
bis 509. Avee 4 flg. - 72) Viola, G., Dcscrizionc di 
una teeni'M antropometrica ad uso clinieo. Morgagni. 
Anno XXXXIV. IM. No. 5. p. 261— 299. Con 7 (lg. 

— 7a) Weinberg, lt.. Zur Technik des Taster-Cirkels. 
Zcitschr. (. Kthnologic. Jahrg. XXXIV. II. C. S. 493 
bis 49t5. Mit 2 Kig. — 74) Wilder, Harris Hawtborne. 
I'alms and Soles. American journ. of anat. Vol. I. 
XV 4. n. 423- 442. With 21 ligs. - 75) Woodhall, 

A. A., Kine Untersuchung über den Inhalt eines Mound- 
Sehädcls. Zeitschr. f. Kthnologic. Jahrg. XXXIII. II. ('•. 
S. 527 533. Mit 5 Fig. (Glaubt Hirnwindungen 
einer bröckeligen Masse in dem Schädel nachweisen zu 
könnr-ii.) 

I») Allgemeine Rassenanatomie. 

76) A propos de l'originc des Celtes. L'anthrupo- 
logie. T. XIII. No. 6. p. T7C 777. — 77) Adaciii, 

B. . Sogenannter Mongolcn-Kinderflcck bei Europäern. 
Anat. Anzeiger. Bd. XXII. Xo. 16. S. 323-325. 
78) Amnion, 0.. Tipi di razza in populazioni miste. 
1901. Archivin di antropol. Vol. XXXI. p. 377— 380. 

— 79)Blasio, A. de. Anomalie multiple iti un cranin 
di pnstituta. Archivio di psichiatria. Vol. XXIII. 
F. 2 c ». p. 249-251. - 80) Bloch, A., De l'origine 
des hrachyecphales ueolithiques de la Krance. Compt. 
rend. de la 2e Session du congres internat. d'anlhropol. 
et d'archcol. prehistoriques ä Paris en 1900. p. 271 
bis *J79. — 81) Boehcnck, Beschreibung der Schädel 
aus einer spatrümisehen Grabstätte, nahe dem Weiss- 
lhurmtbi<r in Strassburg. Mittheil. d. naturhist. Gesellsch. 
in Colmar. 1901 u. 1902. Bd. VI. S. 103 132. Mit 
N Taf. — 82) Branco. W., Der fossile Mensch. Ver- 
Imndl. d. V. internat. Zoologen-Congresses zu Berlin. 
1901. S. 237—261. Mit 5 Fig. — 83) Bzowski, 
Konstantv, Remarques sur lc croiseraent des races 
humaines. Warschau. 1901. T. XX. p. 481—486. 
(Polnisch.) — 84) Cancalon. La conservation des 
stations quaternaircs. Compt. rend. de la 2c Session du 
congres internat. d'antbropol. et d'arch<-ol. prehistoriques 
\ Paris en 1900. p. 192—194. — 85) Chantre, K„ 
l.'homme quaternaire daus le basin du Rhone. Compt. 
rciid. de la 30 e session de ('association franc. pour 
Pavancem. des sciences ä Ajaccio en 1901. P. I. 
p. 157-158. — SC) Cognetti de Martiis, L., NoU 
sullo spa/io temporale. Archiv, dt psichiatria. 1901. 
Vol. XXII. F. C. p. 609— 612, - 87) Cortellieri, 
.)., Fragmente menschlicher Schädel aus prähistorischer 
Zeit im Franzeusltader Moor. Prag. med. Wochensebr. 
Jahrg. XXVII. No. 38. S. 462—464. Mit 4 Fig. 
(Bruchstücke von drei Schädeln aus einem Pfahlbau 
d.-r Kupferzeit oder Steinzeit.) — HS) Cook, 0. F., 
lümtie evolution in man. Science. Vol. XV. No. 389. 
p. 927—933. — 89) Cotte, A. et Ch. Cotte, Sur uuo 
g rotte ossuairc pres Chäteauneuf-Ies-Martigues. Compt. 
r-nd. de racadeni. de Paris. 1903. T. CXXXVL No. 4. 
p. 255-256. — 90) Crump, .1. A., Trepliining in the 
South sens. Journ. of the anthropol. Institute. Vol. XXXI. 
P. p. 167 172. With 2 pls. - 91) Daffncr. F., 
Anthropologische Beiträge zur Kenntniss der Gesichts- 
btlduni;. 4. Braunsehweig. 1901. (Ber. f. 1901. S. 37.) 
-- 92; Deslislc. F.. Les deformations artificielles du 
eräne en France. Carte de leur distributiou. Bullet, 
de la s->c. d'anthropol. Nu. 2. p. 111 — 167. Avec 



9 fig. — 93) Doudou, E., Preuves indeniables, que 
la grotte de Spy ä <-te fouillee sans methode et que 
les ossements humairis qu'on y a deeouverts n'ont pas 
d'äge siir. 8, Seraiug. 1901. Bullet, de l'assoeiat. 
des disciples d' K. Doudou. T. III. — 94) Dubois, 
E., Pithecanthropus erectus. A form from the aneestral 
stock of mankind. 8. Washington. 1900. — 95; 
Duckworth, L. H., Les fraetures des os des orangs- 
outangs et la lesion femorale du Pithecanthropus erectus. 
L'Anthropologie. T. XI II. No. 2. p. 204—206. 
96) Derselbe, Dasselbe. Compt. rend. de la 2c session 
du congres internat. d'anthropol. et d'archcol. prehisto- 
riques ä Paris en 1900. p. 459— 461. — 97) Duncan, 
K. and Tb. 11. Bryce, Prebistoric man in the Island 
of Arran. Keport of Ihe 71 st meeting of the British 
association f. the advancement of science at Glasgow in 
1901. p. 795 797. - 98) Fl Inders, Petrie W. M.. 
The races of early Kgypt. Journ. of the anthropol. 
instit. of Great Bri'tain and Ircland. 1901. Vol. XXXI. 
p. 248 255. With 3 pH. — 99) Giuffrida-Kuggeri. 
V , Cn caso di atrofia dell' ala magna dello sfenoide e 
altre particolaritä nella norma laterale. Ctmsiderazioni 
sul signitieat" gerarchico delle anomalic cranichc 
Monitore zoolog. Italiano. Anno XIII. No. 1. . p. 7 
bis 13. Con 2 lig. — 100) Derselbe, Matcriale 
paletnologieo di uua caverna naturale di Isnello pres»- 
Ccfalie in Sieilia. Atti di soc. Koni an a di antropol. 
1901. Vol. VIII. F. 3. p. 337-363. Con 2 tav. 
101) Derselbe, Variations morphologiques du eräne 
humaiu. 8. Lyon. 1901. — 102) Gobincau, Graf. 
Versuch über dio Ungleichheit der Menschenrassen. 8. 
Stuttgart. Bd. I. — 103) Goldstein, F., Ueber die 
Kintheiluog der mittelländischen Kasse in Semiten, 
{Limiten und Jafetitcn. Zcitschr. f. Kthnol. Jahrg. 
XXX11I. H.6. S. 433^439. (Discussion: v. Luscban. 
Minden, Goldstein, v. Luscban. — G. hält die Söhne 
Sein 's u. s. w. für eine Eintheilung nach der Religion.) 

— 104) Gorjanovie'-Krambcrger. K., Der paläo- 
lithiscbe Mensch uud seine Zeitgenossen aus dem 
Diluvium von Krapina in Kroatien. Mittheil. d. 
anthropol. Gescllsch. in Wien. Bd. XXXII. H. 3 u. 4. 
S. 189-216. Mit 4 Taf. u. 18 Fig. - 105) Hacker. 
R., Katalog der anthropologischen Sammlung in Tübingen. 
Archiv f. Anthrop. Bd. XXVIII. Anhang. S. 1-52. 
(Das Wachsthum der Squama occipitalis vollzieht sieh 
unabhängig von den übrigen Schädelcomponenten.) — 
106) Hedinger, A., Neue keltische Ausgrabungen auf 
der Schwäbischen Alb. 1900 und 1901. Ebenda-selbst. 
Bd. XXVIII. H. 1 u. 2. S. 185—199. Mit 6 Taf. u. 
24 Fig. — 107) Heierli, J., Urgeschichte der Schweiz. 
Bibliogr. der schweizer Landeskunde. 1901. No. 5. 2 

— 108) Hertzog, A., Die prähistorischen Funde von 
Egisheim. Mittbeil. d. naturhist. Gesellscb. in Colmar. 
1901-1902. Bd. VI. S. 227-244. - 109) Hrdlicka, 
A., Certain racial charaetcristies of Üic basc of the 
skull. American journ. »f anat. Vol. I. No. 4. p. 508 
bis 509. — 110) Klaatsch, H., Ueber den neuen 
Fund von Knochenresten des altdiluvialcn Menschen 
von Krapina in Kroatien. Zeitschrift d. Deutschen 
Geol. Gesellschaft. Bd. LUI. H. 4. S. 44-45. — 
111) Derselbe. Occipitalia und Teroporalia der Schädel 
von Spv verglichen mit denen von Krapina. Zcitschr. 
f. Ethnologie. Jahrg. XXXIV. H. 6. S. 392-409. 
Mit einer Taf. u. 10 Fig. — 112) Derselbe, Ueber 
den gegenwärtigen Stand des Problems der Eiszeit- 
menseben. Correspondenzbl. d. Deutschen Gesellsch. f. 
Anthropol. Jahrg. XXXIII. No. 8. S. 68-69. — 113) 
Derselbe, Ueber die Variationen am Skelette der 
jetzigen Menschheit in ihrer Bedeutung für die Pro- 
bleme der Abstammung und Rasscnglicderung. Ebendas. 
No. 11 u. 12. S. 133 — 152. Mit 20 Fig. - 114) Der- 
selbe, Das Gtiedmaassenskclett des Neanderthal- 
menschen. 8. Jena. 1901. Mit 9 Fig. — 115) K I ei li- 
sch midt, 0., Ueber individuelles Variiren der Schädel- 



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Kraus«, Drscriptivb Anatomie. 



41 



form bei Eulen und beim Menschen. Verbandl. des 
:>. iutcmat. Zoologen -Congresses. Berlin. 1901. S. G40 
bis 642. Mit 4 Fig. (Discussion: W. Krause, Klein- 
schmidt.) — 116) Köhl, Das neuentdecktc Steinzeit- 
Hookergrabfeld von Flomborn bei Worms, ein« neue 
l'base der neolithischen Cultur. Correspondenzbl. der 
deutschen Gcscllsch. f. Antbropol., Ethnol. u. Urgesch. 
1901. Jahrg. XXXII. No. 10. S. 91-90. Mit einer 
Fig. — 117) Kulimann, J., Die Rassenanatomie der 
Hand und die Persistenz der Rassenmerkmalc. Arch. 
f. Antbropol. Bd. XXVIII. H. 1 n. 2. S. 91 — 141. 
Mit einer Taf. u. 10 Fig. — 118) Derselbe. Die 
Fingerspitzen aus dem Pfahlbau von Corcelettes (Schweiz) 
und die Persistenz der Rassen. Arch. per l'antropol. 
1901. Vol. XXXI. p. 403-412. Con 2 fig. - 119) 
Derselbe, Die Pygmäen und ihre systematische 
Sielluug innerhalb des Menschengeschlechts. Verhandl. 
'1. nattirforsch. Gesellsch. in Basel. Bd. XVI. S. 85 
bis 117. Mit 4 Holzschn. — 119a) Derselbe. Pig- 
rnäen iu Kuropa und Amerika. Globus. Bd. LXXXI. 
NV. 21. S. 325-327. 120) Kossinna, G., Die 
indogermanische Frage archäologisch beantwortet. Zeit- 
H-hr. f. Ethnolog. Jahrg. XXXIV. H. 5. S. 161-222. 
Mit 39 Fig. — 121) Krause, W.. Stamm von L'rcin- 
gebyrenen Australiens. Ebendas. Jahrg. XXXIV. H. 3 
uud 4. S. 263— 2C4. (Discussion: P. Staudinger, 
'i. Fritsch, F. Goldstern, G. Fritsch, P. Staudinger.) 

122} Laudois, H., Baumsargmenschen von Frecken- 
horst. Archiv tür Anthropologie. Bd. XXVII. H. 4. 
> 643— 646. — 123) Layard, Miss Nina F., Notes on 
i human skull round in peat in bed of the river Orwell, 
lpswicb. Report of the 71 st meetingof the British asso- 
datiou f. the advancement of seience at Glasgow in 
IWI. p. 7S9. - 124) Leboucq, H., L'eber prähisto- 
rische Tarsusknoehcn. Anatom. Anzeiger. Bd. XXI. 
Mjppl. S. 143-145. (Discussion: Klaatsch, II. Vir- 
chow, Fick, Kollmann, Waldcyur, Leboucq.) ~- 125) 
I. issauer. A , Beiträge zur Kenntnis* des paläo- 
lithischen Menschen in Deutschland und Süd-Frankreich. 
Zeitschr. f. Ethnologie. Jahrg. XXXIV. H. 3. u. 4. 
S. 279-293. Mit 10 Fig. (Discussion: Götze, Lissauer, 
<™ue.) — 126) Maggi, L., Note craniologiebe. 8. 
I'avia. 28 pp. — 127) Manouvrier, L., Sur Ic T sin- 
cipital. L'antbropologie. T. XIII. No. 2. p. 207—208. 

— 128) Derselbe, Dasselbe. Compt. rend. de la 2e 
session du coogrvs internat. d'anthropol. et d'archeol. 
prehistoriques ä Paris en 1900. p. 4G2-4G3. — 129) 
Derselbe, Notes sur quelques protiges humains cx- 
hibt's a Paris en 1901. Revue mensuello d'anthropol. 
T. XII. p. 11 — 19. — 130) Derselbe, Trepanation 
or.'mienne prehistorique post mortem. Bullet, de la soc. 
d'anthropol. de Paris. T. II. F. 1. p. 57 — 79. — 131) 
Morselli, E., II precursore dell' uomo (Pitheeantbropus 
Duboisii). 8. Genova. 1901. — 132) Muskat, G., 
leber eine eigenartige Form des Sitzens bei den soge- 
nannten Azteken. Zcitscbr. f. Ethnol. Jahrg. XXXIV. 
H. 1. S. 32— 36. Mit 2 Fig. — 133) Naegcli-Aker- 
Motn,H., Die Geminität in ihren erblichen Beziehungen. 
Historische Kritik falscher Angaben. Virchow's Archiv. 
Bd. CLXXX. H. 1. S. 151 — 168. II. 2. S. 305 -362. 

— 134) Nisticö, V., La plagiocefalia. ricerebe antro- 
pologichc. Riforma medica. Anno XVIII. No. 195. 
p 530—534. No 196. p. 542-547. — 135) Ny- 
ström, A., Ueber die Formenveränderungen des mensch- 
lichen Schädels und deren Ursachen. III. Die Schädcl- 
fonnen früherer und tiefer stehender Völker. Archiv f. 
Antbrop. Bd. XXVII. U. 4. S. 623 - 642. Mit 2 Fig. 

— 136) Olcchnowicz, W., Les races de l'Europe et 
leur rapport mutuet dans l'histoire. Warschau. 1901. 
T. XV. p. 541—565, 683-709. T. XVI. p. 17— 43. 

— 137) Richer, P., Note sur quelques caractcrcs ana- 
tomiques des jambes des statues «jgyptienneK. Compt. 
rend. de la soc. de biol. 1908. T. LV. No. 4. p. 151 
a 154. — 138) Romiti, G., Sopra i caratteri aua- 



tomici nci cadaveri dei criminali studiati nell' istituto 
anatomico della R. unmrsitä di Pisa. Arch. di 
psichiatria. Vol. XXIII. F. 1. p. 65—66. — 139) 
Schmidt, E., Der diluviale Mensch in Kroatien. Globus. 
Bd. LXXXI. No. 3. S. 48-49. — 140) Derselbe, 
Der diluviale Schädel von Egisheim. Ebendaselbst. 
Bd. LXXXI. No. 19. S. 306 - 307. — 141) Schoeten- 
sack.O., Ueber die Bedeutung der Hocker-Bestattung. 
Zcitschr. f. Ethnol. Jahrg. XXXIII. H. 6. S. 522-527. 
Mit einer Fig. — 142) Schwalbe, G., Neandcrthal- 
Kchädel und Fricsenschädel. Globus. Bd. LXXXI. 
No. 11. S. 165—174. Mit 4 Fig. - 143) Seligmann, 
C. G., A note on albinisro, with especial reference to 
its racial characteristics among Mclanesians and Polv- 
nesians. Lancet. Vol. CLXII1. No. 4125. p. 803 to 
805. With 4 tigs. - 144) Spitzka, E. A, Oontribu- 
tion to the eneephalic anatomv of the raecs. American 
journ. of anat. Vol. I. No. 4.' p. 516. Vol. II. No. 1. 
p. 25—72. With 20 tigs. (Ein Gehirn von einem Ja- 
paner, zwei von Papuas, drei von Eskimos.) — 145) 
Stratz, C. H., Einige neue Gesichtspunkte über den 
Einfluss der Rassen auf Körperform und Kleidung der 
Frau. Verhandl. der Gesellsch. deutscher Naturf. u. 
Acrztc auf der 73. Vcraamml. Hamburg. 1901. Th. II. 
Hälfte 1. S. 290-291. — 146) Strauch. C. Abnorme 
Behaarung beim Weibe. Zeitschrift f. Ethnologie. 
Jahrg. XXXIII. H. 6. S. 535-537. Mit einer Fig. 

— 147) Swinhoe, Rodwav, Prehistoric man iu Burma. 
The Zoologist. Vol. VI. p. 321—336. With oue pl. 

— 148) Szombathy, .1., Un ernne de la race de Cro- 
Magnon trouve en Moravie. Compt. rend. de la 2e 
session du congres internat. d'anthropol. et d'archeol. 
prehistoriques ä Paris cn 1900. p. 183 — 140. Avec 

3 fig. — 149) Teiles, S., La dcgencrescencc des races 
humaincs. Ibid. p. 496 —497. — 150) Derselbe, 
Dasselbe. L'Anthropol. T. XIII. No. 2. p. 241—242. 

— 151) Ujfalvv, C. de, Iconographie et anthropologie 
irano-indienne. P. IL L'Inde. Ibid. T. XIII. No. 6. 
p. 713—734. — 152) Verncau, R., Les fouilles du 
prince de Monaco aux Baoussc-Roussc. un nouveau type 
humain. Ibid. T. XIII. No. 5. p. 561— 5S5. Avec 

4 tig. et une tabelle. — 153) Derselbe, Les recentes 
di'couvertes de S. A. S. le prince de Monaco aux 
Baousse-Rousse. Un nouveau type humain fossile. 
Compt. rend. de l'acad. des sciences. T. CXXXIV. 
No. 16. p. 925—927. — 154) Verworn, M., Beiträge 
zur Kenntnis» der Vorgeschichte Thüringens. Zeitschr. 
f. Thüringische Geschichte u. Alterthumskuude. 1901. 
Bd. XX. S. 683-662. Mit 2 Taf. u. 14 Fig. (Hocker- 
skclette.) — 155) Voss, A., Projet de cartographie 
prehistorique internationale. Compt. rend. de la 2e 
session du congres internat. d'anthropol. et d'archeol. 
prehistoriques ä Paris en 1900. p. 195—197. — 156) 
Vukasovic, Vulctic, Prcmieres traces d'obscrvations 
prehistoriques chez les Slaves meridionaux aux 17. et 
18. si.clcs. Ibid. p. 438-445. — 157) Walkhoff, 
0., Die diluvialen menschlichen Knocheureste in Belgien 
und Bonn in ihrer structurellen Anordnuug und Bedeu- 
tung für die Anthropologie. Sitzungsber. d. k. Bayr. 
Acad. d. Wissensch. S. 305—310. 158^ Wateff, 
S., Anthropologische Betrachtungen der Farbe der Augen, 
der Haare und der Haut bei den bulgarischen Schul- 
kindern in der europäischen Türkei. Correspoudenzbl. 
d. deutschen Gesellsoh. f. Anthropol. Jahrg. XXXIH. 
No. 3. S. 23—24. — 159) Willis ton, S. W., A fossil 
man of Kansas. Science. Vol. XVI. No. 396. p. 195 
to 196. — 160) Wilser, L., Migrations prehistoriques. 
Compt. rend. de la 2e session du congres internat. 
d'anthropol. et d'archeol. prehistoriques ä Paris eu 
1900. p. 198-200. - 161) Zaborowski, M., Les 
Slaves consideres sous le rapport de la race et de leurs 
origincs, traduetion du francais par L. M. Wisla. 
Warschau. T. XVI. p. 209-218, 533 -547, 648-657. 
(Polnisch.) 



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42 



Krause, Dkscriptive Anatomie. 



c) Specielle Rassenanatomie. 

102) Bluc, Notes sur les eränes trouvös dans le 
fort pröhistorique, situ»? pres du lac Erie, distr. d'Ox- 
ford. comte de Kcnt. Proceedings of the Canadian lnstit. 
T. II. P. 4.' p. 93. (Dolichocephale mit Längenbreiten- 
index = 68—79.) — 163) Bolk. L., Kraniologische 
Untersuchungen holländischer Schädel. Zugleich ein 
Beitrag zur Kenntnis« der Beziehung /.wischen Form 
und Capacität des Schädels. Zeitschr. f. Morpliol. u. 
Anthropol. Bd. V. II. I. S. 135 — ISO. Mit II Fig. 

— 1(14) Broad, W. H., The skeleton of a n.V.ive Au- 
stralian. Journ. of anat. Vol. XXXVII. P I. p. 89 
bis 95. With 2 ligs. — 165) Buschan, G.. Zur Pa- 
thologie der Neger. Arch. per Pantropol. 1901. Vol. 
XXXI. p. 357 T 375. - ICC) Costa Ferreira, A. da, 
Sur la capacitc des eränes portugais. Compt. rend. de 
la 2e Session du eongies intei nation. d'anthropol. et 
d'arehcol. prehisloriquos ä Paris en 11)00. p. 474 bis 
475. - 1(17) Derselbe, Dasselbe. L'Anthropologie. 
T. XIII. No. 2. P . 219-220. - ICSI Del Cam- 
pana, 1)., Notizie intorno ai Ciriguani. Archivio di 
antropol. Vol. XXXII. F. 1. p. 17-144. Con. lltav. 
-- 169) De Castro, Brevi ceuni di antropologia nor- 
male e criniinale dell' Abissinia. Arch. di psichiatria. 
Vol. XXIII. F. C. p. 521» -538. Con ima tav. — 
170) Duck worth, W. I-.. Craniologieal notes on the 
aborigines of Tasmania. .lourn. nf the anthropologiea! 
institute ol Groat Britain and Ircland. Vol. XXXII. 
P. 1. p. 177-181. With 2 ligs. Beschreibung von 
fünf Schädeln.) — 171) Derselbe, A no(e on irregu- 
laritics in the eonformation of the post orbital wall in 
skulls of Hylobatos Mulleri, and of an aboriginal 
native of Australia. Journal <•! anatoinv norm. 
Vol. XXXVI. P. 3. p. 260-262. With 2 'ligs. — 
172) Fawcctt, Cieelv D. and Alice Lee, A seeond 
study of the Variation and eorrelation of the human 
skull, with special referenee to the Xagada Crania. 
Biometrika. Vol. I. P. 4. p. 408-467. With 7 pls. 
and 14 ligs. 17:1) Fcrton, C. Les premiers hahi- 
tants de Bonifaeio, leur origine. Compt. rend. de la 
30c session de l'association franc. pour 1'avancemeDt 
des sciences ä Ajaceio en 1901. P. II. p. 724—727. 

— 174) Friedrichs <>n. L., Australier. 20 ethno- 
graphische und anthropologische Tafeln, ausgeführt nach 
Anweisungen und Zeichnungen des Prof. Und. Vircliow. 
Jouni. d. Museum Godelfroy. II. 10 13 Ss. — 175) 
Fülleborn, F., Beitrage zur physischen Anthropologie 
der Nord-Nvassaländcr. Anthropologische Ergebnisse 
der Nvass.v und Kingagcbirgs-Expedüion der Heckmann- 
Wentzel-Sliltung. Berlin. Fol. 17 Ss. Mit 63 Taf. 
u. 2 Fig. - MC) Derselbe, Dasselbe. 2. Berlin. 
Deutsch-Ost-Afrika. Bd. V 1 1 1 . Mit 64 Taf. — 177) 
Girard, H., Notes atithropologiqucs sur <|uel'|ues Hon- 
danais oeesdentaux, Malinkes, Bambaras. Foulahs, So- 
ninkös etc. L'anthropolog.e. T. XIII. No 1. p. 41 
bis 56. No. 2. p. 167— 181. No. 3. p. .129-347. 

— 178) Derselbe. Observation anthropoin<-tri'|ue d'un 
Dauakil. Comptes rend. de la 30c session de l'asso- 
ciation franc. pour l'avaneemeiit des sciences a Ajaceio en 
1901. p. 784-789. P. II. Avcc 2 (ig. — 179] Giuffrida- 
Ruggcri, V., Scheletro di Batacco di Sumatra. Atti 
della societa Homana di Antropol. 1901. Vol. VIII. 
F. 2. p. 7. — 180) Derselbe. Appunti di etnografia eom- 
parata della Sicilta. Ibid. 1901. Vol. VIII. F. 3. p. 241 
bis 263. — 182) Gouthier de Charencey, C. Comte, 
Rices et langues du Japon. Compt. rend. de la 30 e 
session de Passoeiativu franc. pour l'avancement des 
sciences ä Ajaceio en 1901. P. II. p. 749 — 754. 
183) Gray. J . Mrasurcmctits of Papuan skulls. .lourn. 
of the anthropol. institute of Great Brifaiti and Ireland. 
Vol. XXXI. p. 261—264. — 184) Haberer, K. A.. 
Schädel und Skeletttheile aus Peking. Km Beitrag zur 
somatischen Ethnologie der Mongolen. !s, Jena. Bd. I. 
VIII u. 165 Ss. - lS.y: Iladdon. A. C. A sketeh of 



the ethnographv of Sarawak. Archivio per Pantbropol. 
Vol. XXXI. p. 341-355. - 186) Hnmy, E. T., 
Tvpes elhniques de Bhodope. Bulletin du inuseiim 
d'hist. natur. de Paris. No. 1. p. 6—10. — 187) Der- 
selbe, Les Dublas de Rulxar (Indc). Ibidem. No. 2. 
p. 82—84. — 188) llawtrey. Seymour II. C. The 
Lengua lndiansof the Paraguay.™ Chaeo. .lourn. of the 
authropol. institute of Great Britain and Ireiand. 1901. 
Vol. XXXI. P . 2*0 -299. With 7 pls. a. 3 ligs. - 
189; Herz. M., Der Bau des Ncgerfusses. Zeitschr. i. 
Orthopäd, t hir. Bd. XI. II- 1. S. 168—174. — 190) 
Ein neuentdecktes Hockergrabfeld bei Westhofen. Nach- 
richten über deutsche Alterthumsfunde. Jahrg. XIII. 
II 2. 8. 20- 23. — 191) Hodson. T. C, The nalive 
tribes of Mauipur. Journ. of the anthropol. institute 
of Great Britain and Ireland. 1901. Vol. XXXI. 
p. 300 309. — 192> llrdlieka. A , The crania of 
Ticnton, New Jersey, and their beariug lipon the .m- 
tiriuity of man in that region. Bullet, of the American 
inuseiim of natural bist. Vol. XXVI. Art. 3. p. 23 
bis 62. With 12 pls. — 193) Huntington. <i. S.. 
The frontal lissures in llie lirains of two natives of 
British New Guinea. American journ. of anat. Vol. I. 
No. 4. p. 512. (Zwei Papuas hatten einfach gebaute 
.Stirnwindungen.) 1 1»4 » Janko. J.. Les types ina- 

gvars. Compt. rend. de la 2e session du congres intcr- 
ii.it . d'anthropol. et d'nrcheol. prehistorio,ues ä Paris eu 

1900. p. 47«:. - 195; Jorgenseu. F., Ai.throp. k, 
giske L'ndem'.^elser fra faerörne. Aulropologia faeroica. 

4. Kopenhagen. 223 pp (L utersuchuug von 250 Fa- 
milien von den Faroern. in Bezug auf Kopfdiirchmesscr. 
Augen. Haare u. s. w. Ks waren 21 pCt. dolichocephal. 
25 pCt. mesocephal. 54 pCt. bracbycephal.) — 196) 
Karplus. .1. p., l'ehcr ein Anstr aliergehirn, nebst 
Bemerkungen über einige Negergehirne. Arbeiten a. d. 
neurol. Institut zu Wien. II. 9. S. 118—145. Mit 

3 Taf. ii. 13 Fig. 197) Koch, T.. Die Apiaka-In 
dianer (Kio Tapajos, Mato (Jrosso). Zeitschr. I. Elbnol. 
Jahrg. XXXIV. H. 5. S. 350-379. Mit 8 Fig. 
198) Kol Im an n. J., Die Gräber von Abydos. Corre- 
spondenzblatt d deutschen Gesellsch. f. Anthropol. 4. 
Jahrg. XXXIII. No. 11 u. 12. S. 119 -123. Mit 

5 Fig. — 199) Le h m an n - N 1 1 s ehe, B . Weitere An- 
gaben über die altpatagonisehen Schädel aus dem Mu- 
seum zu La Plata. Zeitschr. f. Ethnologie. Ja'irg. 
XXXIV. H. 5. S. 343 - 350. 200; Derselbe, 
I/homme fossile de la formation pampeennc. Compt. 
rend. de la 2e session du congres interuat. d'anthropol. 
et d'archeol. prehistoriques a Paris en 1900. p. 143 
bis 148. - 201) Derselbe, Die Gleichzeitigkeit der 
südpatagciiiM hen Höhlenbewohner mit dem Grypo- 
therinm und anderen ausgesinrhenen Thieren der ar- 
gentinischen Höhlerjtaur.a. Archiv f. Anthropol. Bd. 
XXXVII. II. 4. S. 5>3— 597. Mit 4 Fig. — 202) 
Lissancr, A . Die Anthropologie der Anaelioreten- 
Inseln. Zeitschr. r. Ethnol. Jahrg. XXXIV. H. 2. 

5. 130-131. — 203) I.u schau, F. von, Zwöl! 
Schädel von den Montawai-luselu in A. Maass, Die 
liebenswürdigen Wilden. 8. Berlin. 15 Ss. Mit 

6 Taf. u. 2 Fig. 204) Derselbe, Siebzehn Schädel 
von Chaculä in Guatemala in E. Seier. Die allen An- 
siedelungen in Chaculu. 4. 1901. Berlin. 7 Ss. Mit 

4 Taf. — 205; Majewski. E„ Objcts en bronce et 
les ossements humains de koniuehv distr. de Wilko- 
mierz. Wars.-hau. 1901. T. III. 'p. 85—93. Avec 
2 pl. ( Polnisch). — 206) Martin. H.. Physische An- 
thropologie der schweizerischen Bevölkerung. 8. Bern. 

1901. - 207) Derselbe, Das-elbe. Bibliographie d. 
schweizer. Land, skunde. 1901. No. 5. 2 208) 
Mathews, R. II.. Les indigenes n'Australic. L' An- 
thropologie. T. XML No. 2. p. 233 — 240. — 209) 
Mochi, A . Su aletine fot.'gralie rl i indigeni delle re- 
gioni eliopiehe. Archivio di antn pol. Vol. XXX11. 
F. 1. p. 227-230. — 210) Myers. C. S.. The 
bones of Ben Nekht. Report of the 71 st meeting 



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Krause, Dkbcriptive Anatomie. 



43 



ol the British assöciation for thc advancement of 
science at Glasgow io 1901. p. 797—798. — 
Xad ai 1 1 ac, de, Les Eskimos. L'Anthropologie. 
T. XIII. No. 1. p. 94-104. — 212) Papillault, G., 
L'hommc moyen a Paris. Variation» suivant le scxc et 
stiivaut la taille. Recherches anthropometriques sur 
200 cadavres. Bullet, de la societe d'anthrop. T. III. 
¥ 4. p. 393-526. Avcc 6 fig. — 213) Pauli. An- 
tropologisches und Ethnographisches aus Kamerun. 
Crrespondenzbl. der deutschen Gesellsch. f. Anthrop. 
1901. Jahrg. XXXII. No. 10. S. 112—117. — 214; 
Perthes, G., Leber den künstlich missgestalteten Fuss 
■i-r Chinesin im Hinblick auf die Entstehung der Bc- 
üsturigsdeformitätcn. Archiv 1. klin. Chir. Bd. LXVII. 
II .1 S. 020-051. Mit 13 Fig. — 215) Pittard. K, 
Anthropologie de la Roumanic. Etüde de 30 eränes 
rwjninins provenaut de Cocosä (Dobrodja). Bull' tili 
'l'- la societe des scicnccs de Bucarest. Armee XI. 
Nr.. I et 2. p. 114—127. - 210) Derselbe. Coritri- 
Ijutir.ii ,'i l'etudo anthropologique des Albanais de Do- 
Irodja. Ibid. Annee XI. No. 3. p. 302-311. — 217) 
)i>;rselbe, Contribution ä IVtude anthropulo^ique des 
T/igain-s dits Roumains. Ibid. Armee XI. No. I et 2. 
p. I2S 144. - 218) Derselbe, Contribution ä IVtude 
rmthropologiqiif des Tsiganes tnrkomans de Dobrodja. 
Ibid. Annee XI. No. 4. p. 457 — 408. — 219) Der- 
selbe, Cotitributions ä IVtude anthropologique des 
".r es de Dobrodja. Ibid. Antue XI. No. 1. p. 409 
Iis 481. ■- 220) Derselbe, Contribution ä lYludc 
.inthropologique des Ksquimaux du Labrador et de la 
laie d'Hudson. Bullet, de la sor. Neuehätcloise de geo- 
gTaphie. 1901. T. XIII. — 221) Derselbe, Anthro- 
pi-logio de la Roumairic. Contribution ,i IVtude des 
Tsiganes dits rouinains. L'anthropok.gie. T. XIII. 
N.. 3. p. 321 -328. — 222) Derselbe. Contribution 
i IVtude anthropologique des Albanais. N. Revue de 
l'-Vole d'anthropol. de Paris. No. 7. p. 240—240. — 
'.'23) Derselbe, Etüde sur 30 eränes roumains pro- 
vDatit de la Dobrodja. Revue mens. d'Antliropol. 
T XXIV. p. 20 22. — 224) Derselbe, Contribution 
i IVtude anthropologique des Bulgares. Societe d'an- 
"iiropologie de Lyon. 1901. — 225) Derselbe, Indices 
iVphaliques, facial et nasal de 105 eränes savovards. 
Archive* des sc. phvsiq. et nat. 1901. T. XI. P. 4. 
- 22«) Poll, H.. *L'eber Schädel und Skelette der 
Bewohner der Chathara-Inscln. Zeitschrift für Morphol. 
und Anthropol. Bd. V. II. 1. S. 1-134. Mit II Diagr. 

227) Quantz. IL, Skelettgräber von .Solkwitz in 
"it-Tbüringen. Nachrichten über deutsche Alterthums- 
funde. Jahrg. XIII. II. 5. S. 67—71. Mit 5 Fig. — 
22*; Ranke. J., Sechs Gehirne chinesischer Verbrecher 
•i:is Tsingt.au. Correspondenzbl. der deutschen Gesell- 
schaft für Anthropol. Jahrg. XXXIII. No. 11 und 12. 
« 155. — 229) Retzius, (1. und C. M. Fürst, An- 
tropologia suecica. Beiträge zur Anthropologie der 
Schweden. 4. 301 Ss. Mit 130 Tabellen, 14 Karten, 
7 Tafeln uud vielen Fig. — 230) Rivers, W. IL R., 
The eolour vision of Ihe natives of l'ppcr Egypt. 
.1 urn. of tbe anthropol. instit. of Great Britain and 
Ireland. 1901. Vol. XXXI. p. 229-247. 231) 
Kusse .11, B. R. G., Antiquities of Orknev. Journ. of 
■irat. Vol. XXXVI. P. 4. p. 422-423. — 232) Rut- 
liowski, L., Caracteristique anthropologique de la po- 
pulition rurale du district de Plonsk et de quelques 
districts avoisinants, a l'omission des nobles. Krakau. 
1901. T. V. 30 pp. Avec 4 pl. (Polnisch.) 233) 
derselbe, Les squclcttes et les eränes d*.s sepultures 
es rangees daus les distr.dcPlon.sk. Warschau. 1901. 
T. III. p . 49-59. (Polnisch.) — 234) Sarrazin, IL, 
iliccs humaines du Soudan franeais. 8. Paris. — 235) 
^charlau, B., Das Australierbeckcn. Abhandl. des 
K. ioolojr. und anthrop.-cthnog. Museums in Dresden. 
1903. Bd. X. 1902,3. No. 3. S. 1-33. Mit 1 Tai. 
und 1 Fig. (Ol australische Becken, 0 derselben aus 
dem anat. Institut in Berlin, s. Bcr. f. 1901. S. 39). 



— 236) Seeland, N., Le paysan russe de la Siberie 
occidentalc sous le point de vue anthropologique. 
Comptes rend. de la 2e Session du congres internat. 
d'anthropolog. et d'archeol. prehistoriques ä Paris en 

1900. p. 477—487. — 237) Semon, R„ Austnilicr 
und Papua. Correspondenzblatt d. deutschen (iesellsch. 
für Anthropol. Jahrg. XXXIII. No. 1. S. 4 -8. No. 2. 
S. 11-14. No. 3. S. 22-23. No. 4. S. 32-34. — 
238) Sergi, G., Crani arabi. Atti dclla soc. Romana 
di antropol. 1901. Vol. VIII. F. 2. p. 80-88. Con fig. 

— 239) Shrubsall. F. C, Notes on crania from the 
Nile-Wclle Watershed. Journ. of the anthropol. Insti- 
tute of Great Britain and Ireland. Vol. XXXI. p. 250 
bis 200. — 240) Sm-ilski, G„ Les Kaehoubes 
des environs du lae de Leba. Warschau. 1901. 
T. XXV. p. 153-172. p. 321-339 (Polnisch). — 
241) Sommier, S., Note volanti sui Karaciai ed alcunc 
misiirc di Abasä, Kabardini e Abaseth. Arch. per 
l'antropol. 1901. Vol. XXXI. p. 413 457. Con 
14 fig. — 242} Stahr, F., Thc physical charaeters of 
tbe Indiana of southern Mexico. Decennial public, of 
thc univ. of Chicago. Vol. IV. — 243) St ratz. C. IL, 
Die Körperformen in Kunst und Lehen der Japaner. 8. 
Stuttgart. X u. 190 Ss. Mit 4 Taf. u. 112 Fig. — 
244] Tedcschi, E. E,, Crani romani moderni. Saggio 
di una craniologia senza numeri. Atti d. soc. Romana 
di antropol. 1901. Vol. VIII. F. 3. p. 297-330. 
Con lig. — 245) Toldt, C. jun.. Die Japanerschädel 
des Müneliener anthropologischen Museum. Archiv 1. 
Anthropol. Bd. XXVIII. IL 1 u. 2. S. 143 1S4. Mit 
2 Ho]/.sehn. — 240) Toril, R.. Indices cranien et 
eephalique des insulaires de Kotosho (archipcl de Botel 
Tabago. ä l'- st de Formosc). Journ. of the anthropol. 
society of Tokio. 1901. T. XVI. No. 182. (Längen- 
breit enindet von 07 Männern = 79.5: von 44 Weibern 

— 77,1.) — 247) Ujfalvy, C. de, lconographie et an- 
thropologie irano-iudienne. P. IL L'Indc. L'anthro- 
pologi.-. T. XIII. No. G. (s. S. 41.) — 248) Vir- 
ehow, R-, Schädel aus Potiape (Karolinen). Zeitschrift 
für Ethnol. Jahrg. XXXIII. IL 0. S. 538. (Mit Tre- 
panation). — 249) Vitali, V, Gli Abbruzzesi. Studi 
antropologici in servizio della pedagogia. Atti d. societä 
Romana d. antropol. 1901. Vol. VIII. F. 3. p. 214 
bis 240. — 250; Vram, U. G., Crani svizzeri. Ibidem. 

1901. Vol. VIII. F. 3. p. 198-213. — 251) Wai- 
den berg, A., Das isoccphale blonde Rasscnelement 
unter Halligfriesen und jüdischen Taubstummen. «8. 
Berlin. 40 Ss. (Isocephalen haben einen Längenbrciten- 
index von 92 — 100. Die arnoritischeii Atavismen werden 
aus der jüdischen Rasse in Gestalt von Taubstummen 
elirninirt.) — 252) Watson, Miss Anne Mercer, Notes 
on Petrie's new race. Journ. of anal. Vol. XXXVI. 
P. 4. p. 421-422. — 253) Weinberg, R., Crania 
livonica. Untersuchungen zur prähistorischen Anthro- 
pologie des Balticum. Arch. f. d. Naturkunde Livlands, 
Esthlands und Kurlands. Dorpat. X u. 92 Ss. Mit 
5 Taf. — 254} Weitzccker, G., La donna fra i 
Basuto. 1901. Arch. di antropol. Vol. XXXI. p. 459 
bis 47S. - 255) We>.tcrl und. F. W., Studier i Fin- 
lands Antropologi. Fennia. 1901. XVIII. 2. Helsing- 
fors. — 250) Wettstein. E., Zur Anthropologie und 
Ethnographie des Kreises Diss.inis (Graubünden). 
Zürich. S. III ii. 182 Ss. Mit 4 Taf. u. Fig. -- 257) 
Wi den mann. Der Plattfuss des Negers. Deutsche 
med. Wocbenschr. 31. Juli. S. 503 — 5G4. 

Das neue Kepbalometer von Gladstone (20.) 
dient dazu, die Contour des Schädels in einer horizon- 
talen, durch die Gl iliella und die Protubcratitia occi- 
pitalis externa (occipital point?) gelegten Ebene auf- 
zii/.'ichtieii. 

Eine neue Rasse schiebt Verneau (152) zwischen 
die von Spy und Cro Magnoii ein. sie faiid sich in einer 



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44 



Kr ahsb, Descriptivb Anatomie 



Grotte von Baousse-Rousse. Diese Rasse war klein, 
dolichocephal, sehr platyrrhin, prognath, negroid; V. 
nennt sie auch wohl nigritisch. 

Kramberger (104) stellt eine Varietät des Homo 
ncandcrthalensis als Uomo krapinensis auf. Wäh- 
rend der erstere mesoeephal ist, war der Krapina- 
mensch mit einem Längenbreitenindex von 85,5 hyper- 
brachycephal, wenn man die Reconstniction des Schädel- 
daches aus weuigen kleinen Fragmenten als gelungen 
ansehen will. Der Sinus frontalis ist wie beim Ncander- 
thaler sehr entwickelt und erstreckt sich von der In- 
cisura frontalis bis zum Processus zygomaticus oss. 
frontalis; er ist gleichsam in den Supraorbitalrand 
lateralwärts hineingedrängt. 

Von einer dolichocephalcu prähistorischen Rasse 
von El Ainrali in Ober- Egypten beschrieb Miss Wat- 
son (252) 42 Schädel. Sie hält diese Rasse für eine 
Mischung von Libyern, Semiten, mit ein wenig Bei- 
mischung von Negern. 

Einen Talusiudex, nämlich die Sagittalläuge des 
Talus dividirt durch dessen grünste Breite, hat Le- 
boueq (124) aufgestellt. Er beträgt bei modernen 
Füssen 77,0, bei ncolithischen 80,0, bei dem zweiten 
Skelet von Spy aber 01,1. Nach Klaatsch (124) 
haben australische Skelette deu Talusindex 77— 81, 
Europäer 70—75, wenn man transversal zur Talusrolle 
misst. Virchow (124) fordert nicht ohne (irund, die 
Fussknoeben miUsten richtig aufgestellt werden. 

Kol I mann (124) erwähnt neolithische Pygmäen 
aus der Schweiz, aus Schlesien, vom Rhein bei Worms 
und Egisheim und aus Frankreich von drei Fundstellen. 
Ausserhalb Europas sind Pygmäen bekannt in Afrika, 
Asien, Peru, auf den Philippineninseln: die Pygmäen 
oder Rassenzwerge sind als die Stammformen der grossen 
Rassen aufzufassen; sie stehen auf der untersten Stufe. 
K. (119) macht es also wahrscheinlich, dass alle Men- 
schenrassen ursprünglich von Rassenzwergen abstammen, 
welche die eigentlichen Urrassen darstellen. Jeden- 
falls kommen Rassenzwerge in allen Erdtheilcn vor (vgl. 
auch No. 121). 

P.oll (226) hatte 15 Moriori-Schädel zur Ver- 
fügung, uud deren Beschreibung ist die Erörterung von 
97 früher in der Literatur erwähnten Schädeln hinzu- 
gefügt. Erfahrungsgemäß pflegt sich in der wissen- 
schaftlichen Beurtheilung nicht viel mehr zu ändern, 
nachdem einmal 100 200 Schädel desselben Stammes 
untersucht worden sind. Die Arbeit ist mithin von 
bleibendem Werth. — Die Morioris sind nicht mit den 
Maoris zu verwechseln; beide wohnen auf den Cba- 
thamsinseln und Neuseeland. Die Maoris sind vollkom- 
men civilisirt, obgleich sie bis 1835 noch Kannibalen 
waren und die Marions verzehrten. Die Maoris spielen 
Lawu-tenuis und Football, schiessen nach der Scheibe 
und habcu sogar bei der Regierung petitionirt. sie möge 
weitere englische Einwanderung auf Neuseeland ver- 



bieten. — Die Morioris sind vollkommen uneivilisirbar, 
sie sterben unrettbar aus, wie alle solche Stämme in 
Kroncolonien, und im Jahre 1897 waren nach Schau- 
insland, der die Schädel von Poll mitbrachte, nur 
noch 15 Morioris am Leben; um so werthvoller ist die 
vorliegende Arbeit. In Diagrammen combinirte P. bei 
etwa 20 Schädeln die Längeubreiten- uud Längcuhühen- 
Indices, indem erstere als Abscissen, letztere als Ordi- 
nalen aufgetragen wurden; danach waren 18,8 pt't, der 
Schädel dolichoorthocephal, 35 pCt. mesohypsieephal 
uud 40 pCt. mesoorthocephal. Diese diagramma- 
tischc Betrachtungsweise ist anschaulich und 
nachahmenswert!). Die Capaeität ist beträchtlich, von 
5f> Männerschädeln hatten 38 einen Inhalt von 1440 
bis 1G00 cem. — Ausserdem beschreibt P. noch drei 
ihm zur Verfügung gestellte Skelette. 

An fast 50 000 Recruten untersuchten Ketzins 
und Fürst (229) mit vielen Mitarbeitern die männlich** 
Bevölkerung Sehwedens in den Jahren 1SW. 97 und 
thcilten eine grosse Anzahl von Tabellen mit. Nach 
Untersuchung an 500 lebenden Schweden, von welchen 
101 brachycephal waren, kommt Nystrüm (135) zu der 
Ansieht, dass die Zunahme der Brachycephalie nicht 
etwa auf Beimischung zu dem ursprünglich dolicho- 
cephalcu Schwcdcristamm, sondern auf culturelle Ein- 
flüsse zurückzuführen sei. Körperliche Arbeit, nament- 
lich in vorgebeugter Haltung, s<ill Doliehocephalie be- 
dingen, geistige Arbeit dagegen Brachycephalie. wegen 
der mehr aufrechten Körperhaltung, l'ebrigens waren 
07 von den untersuchten Individuen von ausländischer 
Herkunft. 

Die Lehre von den l'lattfüssen der Neger er- 
klärt Widcnmann (257) für eiu altes Märehen: unter 
83 Erwachsenen kam der Plattfuss nur einmal vor. 
Allerdings ist aber die Fusssohle ziemlich dick, fleischig 
und sogar au der medialen Oberfläche vorgewölbt. 

Den blauen Pigmcntfleck am Rücken der 
Japaner hat Adachi (77) auch bei Kindern weisser 
Rasse gefunden uud glaubt, dass die denselben veran- 
lassenden Pigmentzellcn besonderer Natur sind. Sie 
linden sieh sehr verbreitet bei Affen; beim Menschen 
nur in einem frühen Stadium, wahrend sie später ver- 
schwinden. Aus dem Vorkommeu bei Savoyardcn und 
Auvergnaten wollte Baelz (7C) eine Stammesverwandt - 
sebaft zwischen Celteu uud Mongolen ableiten. 

Die gewöhnliche Vorstellung, dass das Eskimo - 
gehirn relativ klein sei, sucht Spitzka (144) nach 
Untersuchung von drei Gehirnen zu widerlegen. Eines 
wog 1048 g, war aber schon drei Jahre in Alcohol und 
Formalin aufbewahrt. Ein anderes, das eines Mannes, 
wog 1084 g, im frischen Zustande aber 1470 g, bei 
einem 12jährigen Mädchen wurden 1227 g gefuuden. 
S. giebt auch eine sehr dankenswerte Zusammenstel- 
lung der über Rassengehirnc bisher vorliegenden Lite- 
ratur. 



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Histologie 

bearbeitet von 
Prof. Dr. W. KRAUSE in Berlin. 



I. Lehrbücher. 

1) Alquier, L. et E. Lefas, Guide ptatique 
d'bistologic normale etc. 8. Paris. 423 pp. Avee 
151 fig. — 2) Böhm, A. A. und M. von Davidoff, 
Lehrbuch der Histologie des Menschen einschliesslich 
dtr microscopischen Techoilc. 3. Aufl. 8. Wiesbaden. 
XIV u. 417 Ss. Mit 278 Fig. - 3) Carazzi, D., 
' ontributo all'istologia e alla fisiologia dei Lamellibran- 
chl Intern. Mouatsscbr. f. Anat. u. Pbys. Bd. XX. 
H. 1 bis 3. p. 57—90. Mit 2 Taf. u. 5 Fig. — 
4) Golgi. C, Opora omnia. 4. Milano. I. e II. Isto- 
Icgi* normale 1870—1883. 397 pp. 2. Vol. Con 
57 tab. — 5) Hertwig, 0., Aufforderung zur Heber- 
lassuDg von microscopischen Präparaten für ein wissen- 
schaftliches Museum der vergleichenden und experimen- 
tellen Histologie und Entwicklungslehre am anatomisch- 
biologischen' Institut zu Berlin. Anat. Anzeiger. Bd. 
XXI. No. 1. S. 30-31. — 6) Ebner. V., von, A. 
Koellickcr'» Handbuch der Gewebelehre des Menschen. 
Bd. III. 2. Hälfte. VIII S*. u. S. 401 — 1020. Mit Fig.: 
1135-1479. - 7) Kocllicker, A. von, Handbuch 
drr Gewebelehre des Menschen. Bd. III. von V. v. 
Kbner. 2. Hälfte. VIII Ss. u. S. 401-1020. Mit 
344 Fig. — 8) Krippenstapel, F., Repetitorium der 
normalen Histologie und Anatomie des Pferdes. Berlin. 
> 94 Ss. Mit einer Taf. — 9) London, Ii S., Notes 
lustologiques. Arcb. des sciences biol. de Tinstit. imp. 
\k medec. experim. de St. I^tersbourg. 1901. T. VIII. 
Nr.. 3. p. 265—274. — 10) Mann, G., Physiological 
bistology, methods and tbeory. 8. Oxford. 504 pp. 
With figs. — 10a) Saunders Question Compends., 
RssentiaU of histologv bv L. Lerov. 2 d. cd. 8. Phi- 
iadclphia a. London* 263 pp. With 92 figs. - 11) 
Schäfer. K. A.. The essentials ol bistology. descriptive 
and practical, for the use of students. 6th d. 8. 
London. — 12) Schneider, K. C, Lehrbuch der ver- 
gleichenden Histologie der Tbiere. 8. Jena. 988 Ss. 
Mit »591 Fig. — 18) Sobotta, F., Atlantc e compen- 
Iii' di istologia e anatoraia microscopica dell' uomo. 
S. Milano. 294 pp. Con 80 Uv. e Hg. — 14) Stöhr, 
! J h.. Lehrbuch der Histologie und der microscopischen 
Anatomie des Menschen. 10. Aufl. 8. Jena. Mit 
•539 Fig. — 15) Szy mono wiez, L.. A textbook of 
hwtotogy and microscopic anatomy of the human body. 
locluding microscopic technique. 8. Philadelphia a. 
New York. 435 pp. With 57 pls. and 277 figs. 

Eine neue Definition giebt Mann(lO) von der phy- 
siologischen Histologie. Sie soll nicht nur die 
microscopische Anatomie umfassen, sondern den Bau, 
die chemische Zusammensetzung und die Functionen 
der normalen und pathologischen, sowohl thierischer als 



pflanzlicher Zellen. Nach M. ist der Ausbau der micro- 
scopischen Anatomie so gut wie vollendet; es ist Zeit, 
die Tinctions- und Einbettungsracthodcn auf eine wissen- 
schaftliche Basis zu stellen und mit dieser Aufgabe 
scheint sich M. zufolge seiner Darstellung, die wesent- 
lich microscopisebe Technik enthält, vorzugsweise be- 
schäftigt zu haben. 

Von den farbigeu histologischen Atlanten sind der 
von Sobotta (13) in italienischer, der von Siymono- 
wiez (15) in cuglischer Uebersetzung erschienen. 

n. Microscop und microscopische Technik. 

a) Microscop und microscopische Apparate. 

1) Ashe's two-speed fiue adjustmeuts. Journ. of 
the Quekett microsc. club. 1901. Vol. VIII. p. 131 
bis 136. With 3 figs. — 2) Ashe, Hastings apochro- 
mat. Journ. for applied microscopy. Vol. IV. p. 1442 
bis 1448. — 3) ßaker's portable diagnostic microscope. 
Ibidem. P. 1. p. 98 -99. With one fig. — 4) Beck's 
imperial microscope. Ibidem. P. 1. p. 95- -98. With 
one fig. — 5) Beck, C. A new micrometer microscope. 
Ibidem. P. 1. p. 119. (Um sehr grosse Ohjecte mit 
einer in 0,01 mm getbeilten Scala zu messen). — 6) 
Beck's micrometer microscope. Journ. of the R. micro- 
scop. society. P. 3. p. 357—358. With one fig. — 
7) Beck-Steinheil Orthostigmatics. Ibidem. P. 3. p. 
360. With one fig. — 8) Berger's fine adjustment. 
Ibidem. P. 5. p. 610. With one fig. — 9) Berg- 
mann, Das Trichiuoscop. Zeitscbr. f. Fleisch- u. Milch- 
hyg. 1903. Jahrg. XIII. H. 4. S. 111112. Mit 
1 Fig. — 10) Bourguet. A„ Nouveau dispositif per- 
mettant d'e viter IV-crascment des preparations micro- 
scopiques par le fait de leur mise au point pratiqut'e 
avec les forts grossisseraents. Zeitscbr. f. wisselisch. 
Mwcroseopie. Bd. XIX. H. 1. S. 35- -41. Mit 2 fig. — 
1 1) C/apski's cornca-cvepicee. Journ. of the R. microsc. 
society. P. 4. p. 484-485. With one fig. — 12) 
Gage, S. IL, The microscope. 1901. New- York. 8. 
VIII a. 299 pp. With 230 figs. — 13) Grenougb'.s 
Binoeular. Journ. of the R. microsc. society. P. 5. 
p. 607. With one fig. — 14) Griinberg , " V.. Zur 
Theorie der microscopischen Bildererzeugung. 8. Leipzig. 
1903. 90 Ss. Mit Fig. — 15) Gruvel, A., Traite 
••lOmentaire de raicrographie. Technique histologique. 
8. Paris. 111 pp. Avec tig. 16) Haas. G. C. F., 
Some evidence.s of unsrientitic conservatione in the «In- 
struction of microscopes. Journ. of the microsc. society - 
of New York. Vol. XV. p. 2-6. - 17) I) erse 1 he, 



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4f» 



Krause, Histologie. 



Dasselbe. Journ. of the i,^ueckeü microsc. club. 1901. 
Vol. VIII. p. IO!l. — IS) Jung. IL. Studcntcnmiero- 
tom B. Zeitschr. f. angewandte Mieröse. bd. VIII. 
H. 9. S. 236-243. — 19) Ives, F. E., Ein neues 
Binoeular-Microseop. CentralZeitung f. Optik u. Mechan. 
1903. Jahrg. XXIV. No. 4. S. 38-39. Mit einer Fig. 

— 20) Knap, W II-, Elementary medical micro- 
teebnique. V, VI, VII. Journ. for applied microsc. 
Vol. V. No. 1. p. 1 HOS. No. 2. p. 1652. No. 3. 
p. 1686. No. 4. p. 1730. No. 5. p. 1792. No. 6. 
p. 1848. No. 7. p. 1893. — 21) Kohler, A., Das 
Zeiss'sche Trichinoscop. Zeitschr. f. Fleisch- u. Milch- 
hyg. 1903. Jahrg. XIII. H. 4. S. 107 111. Mit 
2 Fig. — 22) L. B. E.. Notes on the microscope. I. 
Journ. for applied microscopy. Vol. V. No. 1. p. 1621. 

— 23) Derselbe. Dasselbe. II. Earlv aecessorios. 
Ibidem. Vol. V. No. 2. p. 1659. - 24) Lee, Bollcs A. 
et F. llcuncguy, Traite" des methodes techniques de 
1'aiiatomic microseopique, histologie etc. 3e ed. Paris- 
IX et 553 pp. — 25) Leitz' spherically. chromatically 
and astigmatically eorrected objective. Journ. of the 
R. microsc society. F. 8. p. 860—361. With one 
fig. — 26) Malcs-Watson two speed tinc adjustraent. 
Ibidem. P. 5. p. 599. With one »ig. — 27) Marp- 
mann, E., Präparir-Microsop No. 16, von K. Messter. 
Zeitschrift f. angewandte Microsc. Bd. VII. II. 10. 
S. 271—272. — 28) Messter, F., Präparir-Mieroscop. 
Ebendas. Bd. VII. H. 10. S. 271. — 29) Murbach, 
L., Demonstration eye-pieee. Journ. for applied micro- 
scopy. Vol. V. No. 2. p. 1648. With one fig. — 
30) Nelson. E. M., A bibliography of works dated not 
later tban 1700 dealing with the microscope and other 
optical subjects. Journ. of the B. microsc. societv. 
P. 1. p. 20- 24. - 31) Derselbe. The first English 
aehromatie objectives. Ibidem. P. 1. p. 16—19. With 
one fig. — 32) Derselbe, Notes. Holzapfels micro- 
scope. Ibidem. P. 1. p. 19—20. With one tig. — 
33) Dtrselbe. Two early mieroscopes bv Andrew 
Boss. Ibidem. P. 3. p. 351—353. With 2 figs. 

— 34) Derselbe, Wandel's ereeting microscope. 
Ibidem. P. 3. p. 291. — 35) Derselbe, An old 
rackwork draw-tube. Ibidem. P. 3. p. 360. — 
36) Ocrtel, T. E.. Medical microscopy. Designer! for 
students in lahorattry work atid for practil ioners. Phila- 
delphia. 374 pp. With 131 ligs. - 37) Pillischer's 
Leoticular Microscope. Journ. of the R- microc. soc. 
P. 3. p. 353-354. With one fig. — 38) Porsild, 
M.P., Ueber einen neuen doppelgelenkigen Tubushalter. 
Zeitschr. für wissensch. Microscopie. Bd. MX. H. 1. 
S. 41—44. Mit 2 Fig. -- 39; Pyes reading microscope. 
Journ. of tbc R. ruicroscopical society. P. 3. p. 358 
bis 359. With One fig — 40j Pye's Short table catheto- 
meter. ibidem. P. 3. p. 354 360. Willi one lig. — 
41) Kegaud, C. et A. Nachet. I ne nouvelle monturc 
de microscope munie d'une platine mobile reparable ä 
mouvements \r< s etendus. Arcbives d'anatomie microsc. 
1». V. F. 1. p. 17 21. Avec 2 fig. - 42) Rhein- 
borg, .1., Double-image dtses and eotnpkmentary intcr- 
ference colours. Journ. of the tyuckett mieroscop. club. 
1901. p. 151 — 152. With one ßg. — 43) Derselbe. The 
black and white dot phenomciR.n. .k.urn. of the R. 
microsc. society. P. 3. p. 867—370. With 6 figs. — 
44) Derselbe. The common basis of tlie theories of 
Miicroscopie visioti, treated without the aid of rnatiie- 
matical formulae. Zeitsch. f. wiss. Microsc. Bd. XIX. 
II. 1. 5. 1 -32. Mit 35 Fig — 45) Derselbe, D.isselhe. 

46) R..ss' new microscope. Journ. of the Ii. inicr. 
society. P. 2. ].. 231- 232. Willi 3 figs. 47. 
Schaffner, J. II., Oculars for general laboratory work. 
Journal for applied microscopy. Vol. 5. No. 2. p. 164*1. 
-- 48) .Schelf, r, W.. Das Mieroscop. .seine Optik, lie- 
schichte und Anwendung. 8. Leipzig. IV u. III Ss. 
Mit einer Tafel und 68 Fig. — 49) Seibert's large mo- 
del microscope No. II. Journ. ->( the H. micr^e. s.ie. 



P. 3. p. 354. With vue lig. {Das Microsoopstativ hat 
jetzt einen Drcifus-. statt eines Ilulciseiis erhalten. wa> 
natürlich eine Verbesserung ist.) — 50i Seibert's tri- 
veiling microscope. Zeitschr. f. angewandte Microscopie. 
1901. 8.141 — 143. Ibidem. P. 1. p. 98— 101. With 
2 tigs. — 51) Seibert's new dissection microscope. Ibi'i. 
P. 1. p. 101. With one ßg. 52) Seibert's lar,n- 
model microscope No. III. Ibidem, p. 101. — ~>'ii 
Seiberts laboratory microscope. Ibid. p. 101. Willi 
one ßg. — 54) Seibert's new projection microscope 
with elcctric ligbt. Ibidem, p. 103 — 104. With om- 
fig. — 55) Standing's imbedding microtome. Ibidem. 
P. 3. p. 375. - 56) Strehl. K., Ueber die Gauss- 
Bedingungen bei Microscopobjectiven. Centralzeituug f. 
Optik u. Mech. Bd. XXIII. S. 76—77. — 57) Der- 
selbe, Strenge Theorie der Lupe. Zeitschr. f. wi»s. 
Microsc. Bd. XIX. H l. S. 32 -34. Mit 1 Holzschn. 
58) Swift. J., a. Son, Swift's Aristou fiue adjustment. 
Journ. of the R. microsc. society. P. 6. p. 698. With 
oue fig. — 59) Treadle, Microscope adjustment. Eng- 
lish Mechanic. Vol. LXXV. p 207—208. With oac 
lig. — 60) Watsou's New Holos Fram microscope. 
Journ. o( the R. microsc. society. p. 8. p. 354. With 
one fig. — 61) Watson's new two-speed ßne adjust- 
ment. Ibidem. P. 3. p. 354— 357. With one tig. - 
62) Wcbb, .1. (.'.. Carpentcr and Westlevs old micro- 
scope. Ibidem. P. 3. p. 389. — 63) Williams, J. L.. 
Use and value of the microscope in dentistry. Journ. 
of the British dental association. Vol. XX III. p. 1 — 19. 
With 13 figs. - 64) Wolffhügel, K., Ein neues Tn- 
chinenmicroscop. Zeitschr. für Fleisch- und Milchhvf. 
1901. II. 3. o. 78. — 65) Zeiss' stand for brain s'ec- 
ti 'i»s. Journ. of the R. microsc. society. P. 4. p. 483 
bis 484. With one fig. — 66) Zeiss' Preparation staud 
and drawing apparatus for weak magiiißcations. Ibid. 
p. 485-486. With one fig. — 67) Zeiss" objectives. 
Ibidem, p. 487. (Diese Apochromatc sind jetzt dauer- 
haft.) — 68) Zeiss' smatler mechanical stave. Ibidem. 
P. 5. p. 605-607. With one fig. — 69)" Zeiss' small 
model polarisiug microscope. Ibid. P. 5. p. 613. With one 
tig. — 70) Zeiss' A objective. Ibidem. P. 5. p. 614' 
With one tig. — 71) Zeiss' assorted pairs for binocular 
objectives. Ibidem. P. 5. p. 614-615. - 72) Zeiss' 
orthomorphic eye-piece. Ibidem. P. 5. p. 615. — 
73) Zeiss' improved algascope. Ibidem. P. 6. p. 699 
Willi one fig. — 71 Zeis>' epidiascope. Ibidem. P. 6. 
p. 699—702. With 2 figs. 

Haas (16) fordert, man solle der Confusion end- 
lich ein Ende machen, welche aus den verschiedenen 
TubusPUigeii verschiedener Microscope. unrationeller 
Bezeichnung der Objective u. s. w. mit Nummern u. dgl. 
resultirt. 

Das Mieroscop, welches Rcgaud et Nachet (41) 
eoiistniirt hatten, zeichnet sich unter Anderem dadurch 
aus, das* das Stativ hinten citieu gebogenen Handgriff 
hat. so dass es leicht hin und her transportirt werden 
kann. 

b) Zeichnen, Micrnphuto^raphic, Hülfsiniitel. 

1) Abbe drawing camera. Journ. of tbc R. microsc. 
society. P. 1. p. 105. With One lig. - 2) AI brecht. 
Neue ('.Instruction eines Microtonis mit schiefer Ebene 
und ununterbrochen wirkender Micrometerschraube. 
Zeitschrift f. lnstrumcntenk. Hd. XXII. II 2- S. 60. 

- :>: Derselbe. Obiectivtriiger. t'cntralztg. f. Optik 
und Mechanik. Bd. XXIII. 8. 2. Mit 2 Fig. - 4) 
Alcock. F. IL. Rapid liltration apparatus. Pbarmaccut. 
jnirn. No. 1''.'j5. p. 666. With .<ne fig. — 5: An- 
drews. W.. St. pping d-.wn the Jeus of the human eye. 



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Krause. Histologie. 



47 



Nature. Vol. LXVI. p. 31 a. 56. (Will ein metallenes 
Puphragma von 5 min Weite vor das beobachtende 
.\ug»? bringen.) - (!) Augus, U. F., The apertometer 
utei its use. Journ. of the It. mierosc. societv. P. 4. 
p 488-490. With 2 ligs. — 7) Asch off. Microtome 
a ivrjgclatiou. Bullet, de la societe anatom. de Paris. 
T. IV. No. 3. p. 313-315. — 8) Bagshaw, W., Ele- 
mentar)' photomicrography. S. London. 70 pp. With 
»J pl>. — 9) Beek's, Ii. a. J., Observing prism for 
photomicrography. Journ. of tbc R. mierosc. society. 
I'. ü. p. 616. With one lig. — 10) Beck'.« micrometcr 
microscope. Ibidem. I'. 3. p. 357—358. With one lig. 
— 11) Berger's stercoscopic loups. Centralzeitung für 
' »ptib u. Mechanik. Journ. of the R. mierosc. society. 
P. 6. p. 698— 699. — 12) Borrel, A., Sur uu nouvel 
»ppareil broveur. Compt. rend. de la soc. de biolog. 
T. LIV. No. 36. p. 1468-1471. — 13) Bourguct, 
A , Nouveau dispositil permettant d'cviter Tecrasement 
d*s pr^paratioos microscopiques par le fait de leur 
misc au point pratiquee avec Ich forts grossissements. 
Zeitschrift f. wisseDsch. Mierosc. Bd. MX. H. 1. S. 35 
Iis 40. Mit 2 Fig. - 14) Derselbe, Dasselbe. Bi- 
Miogr. anat. T. XI F. 1. p. 1-6. Avec 2 lig. — 
1'») Brünings, W., Ein neuer Apparat für Blutkür- 
perchenzablung. Pfltiger's Archiv. 1908. Bd. XCUI. 
H. 9 u. 10. 8. 377-411. Mit 1 Taf. u. 3 Fig. - 16) 
Co Je, A. Ii., Projection microscopes using electric arc 
er oiyhydrogen light. Journ. for applied microscopy. 
Vol. V. p. 2012 -2013. With one flg. - 17) Der- 
selbe. Solar projection apparatus and its adjustmeut. 
Ibid. Vol. V. p. 1795-1797. With one lig. — 18) 
Coi, L'. 0., A convenierit and economical eabinet for 
mirroscopic.il slides. Journ. for appl. mierosc. Vol. V. 
No. 4. p. 1726. ~- 19) Crosbie. F., Dircctions for 
photomicrography. Lancet. 1903. Vol. 1. No. 4. S. 233 
bis 236. With 5 ligs. - 20) Davis, T. F., New Cover 
J.iss forceps. Journ. of the Quekett mierosc. elub. 1901. 
V I. VIII. p. 155—156. With 2 figs. — 21) Dear- 
ti'-ss. .!., Magiiiliers. Journ. for applied mieroscopv. 
im. Vol. IV. p. 1448-1449. — 22) Dennis. D. W.. 
Photomicrography. Journ. oi the mierosc. societv of 
Xew York. 1901. Vol. XVI p. 16-17. With one lig. 
— 23) Derselbe, I.aboratory photography. Photo- 
micrography II and III. An apparatus adapted to all 
kiods of werk. 1901. Vol. IV. No. 1 1. p. 1525. 1902. 
Vol.V. No. 1. p. 1618. No. 4. p. 1728. — 24) Dennis" 
r.igh power photomicrography. Ibidem, p. 1525 — 1527. 
With 3 figs. — 25) Dodge, C. W., Immersion oil in 
: tlapsible tubes. Journ. for applied mierosc 1901. 
Vol. IV. p. 72-74. No. 12. p. 1567. — 26) Duncan, 
V. M., First steps in photomicrography. 8. London. 
101 pp. With illustr. — 27) Elliot Brothers' miero- 
mtter gauge. Journ. of the R. mierosc. society. P. 5. 
p 624-623. With one lig. - 28) Fi 1 hol, II. Appa- 
rat ä defilement pour preparations niicroscopiqucs. 
Bullet, du museum d'hist. nitur. No. 7. p. 357—360. 
Av.jc 2 lig. — 29) Foot. Katharine and Ella Church 
Strohe 11, A new raethod of focussing in photomiero- 
k'nphv. Zeitschrift für wissensch. Mierosc. Bd. XVI II. 
11.4. S. 421 -426. Mit 1 Taf. und 1 Fig. — 30) For- 
i .ti. W., Photomicrographs on gelatinobromide lilms. 
Knglish Mechanic. Vol. LXXV. p. 203. - 31) Der- 
:dbe. Simple method of staining a large field of view 
»ith the Compound microscope. Proceedings of the 
vottish mierosc. soc. 1901. Vol. III. p.32u.p.79— 82.— 
'oii (iiltsch's drawing stand. Journ. of the R. mierosc. 
veiety. p. 4. p. 488. With one lig. - 33) (iird- 
* ;od. G. P.. Ou stereo-micrography. Ibidem. P. 1. 
p. 12-15. With one lig. - 34) Golden, Katherinc 
K. Photo-micrography with simple apparatus. .Journ. 
for appli.-d mieroscopv. Vol. V. No. 8. p. 1681 bis 
1**3. With 8 figs. -'- 35) Hartwich, C, l'ebcr ein 
Paar Microscopoculare mit Messvorrichtung. Central- 
en, f. Opt. u. Mechanik. Bd. XXIII. S. 11. — 36) 
Hartwig. 0., Ucber eine neue Vorrichtung zum Pho- 



tographien der Ober- und Unterseite wagerecht liegen- 
der kleiner Objecto und über eine mit Hülfe derselben 
angestellte Untersuchung von einzelnen Stadien aus der 
Entwiekclung des Frcscheies. Sitzuugsber. d. Preuss. 
Akad. d. Wissensch, zu Berlin. 5 Ss. Mit 2 Fig. — 
37} llintorbcrgcr, H, Versuch der farbenrichtigen 
Reproduction eines doppelfarbigeu mieroscopisehen Prä- 
parates nach zwei mit den gewöhnlichen Hülfsraittelu 
der Microphotographie hergestellten Aufnahmen. 8. Ca- 
mera obscura. 1901. IL 24. 3 Ss. Mit einer Taf. 
— 38) Hubbert, W. R., Ink for writing on glass. 
Journ. for appl. mierosc. Vol. V. No. 3. p. 1680. — 
39) Jones, L., A method. of cleaning slides. Ibidem. 
Vol. V. No. 5. p. 1781. — 40) lves. F. E., Photo- 
mierographie deviee Journ. Franklin Institute. Vol. 
CL1V. p. 371—376. With 3 ligs. — 41) Derselbe, 
Photograph of Pleurosigma angulatum. Jouru. of the 
It. mierosc. society. P. 5. p. 529. With one pl. 
(Bei 2375facber Vergrüsserung). — 42) Derselbe, 
Eine photomicrographische Vorrichtung. Mit 2 Fig. 
(Yntralztg. f. Opt. u. Mech. Jahrg. XXIV. No. 1. S. 
3—5. — 43) Kirkbride, Mary B., A new eabinet for 
mieroscopie slides. designed by the late T. S. Kirkbride 
of Philadelphia. American journ. of the medic. science. 
Vol. CXX1II. Ni». 5. No. 362. p. 869-872. With 
2 ligs. — 44) Knipp, C. T.. Sclbsttbütiger Tbermore- 
gnlator. Zeitschr. f. Instrumentenk. 1901. Bd. XXI. 
H. 6. S. 184. — 45) Köhler, A., Messband zum Ein- 
stelleu der Projectionsoeulare. Zeitschr. f. wissensch. 
Mierosc. Bd. XVIII. II. 3. S. 273-279. Mit 8 Holz- 
schnitten. — 46) K oh n, R., Ueber microscopischen Elec- 
trioitatsnachweis. Zeitschr. f. wisserisch. Mierosc. Bd. 

XVIII. IL 4. S. 427-430. — 47) Kraus, R., Ueber 
eine neue regulirbare Vorrichtung für den heizbaren 
Objecttisch. Centralbl. f. Bacteriol. Bd. XXXII. No. 6. 
S 467-469. Mit einer Fig. - 48) L. B. E., A simple 
vertical pbotomicrographic caraera. Journ. for applied 
microscop. Vol. V. No. 7. p. 1889. — 49) Lee, 
Bolles A., L'eclairage et l'emploi du condensateur dans 
la micrographie histologique. La cellule. 1901. T. 

XIX. H. 2. p. 403-433. — 50) Leggett, F. W., 
Glass-rod substnge. Journ. of the R. mierosc. society. 
P. 2. p. 240. — 51) Mac- de Lepinay, .1., Pro- 
jeetions stereoscopiques. Journ. de physiol. T. 1. No. 4. 
p. 311. — 52) M'Clung, Laboratory photography. 
High-power photomicrography. Journ. for applied mi- 
croscopy. 1901. Vol. IV. 'p. 305. - 53) Mc Gre- 
gor-Robertson, J., Ehrlich'» eye-piece for the difle- 
rential count of red aud white corpuscles in stained 
films. (ilasgow. med. Journ. 1901. Vol. LV. No. 5. 
p. 339. — 54) Meissner, P., Apparat zur Einbettung 
in Paraffin. Zeitschr. f. wissensch. Mierosc. Bd. XVIII, 
H. 3. S. 286—2*8. Mit 1 Holzschn. (Bei Carl Zeiss 
in Jena.) — 55) Messter, E., Beweglicher Objecttiscb, 
genannt Kreuztisch. Zeitschr. f. angew. Mierosc. 1901. 
Bd. VII. II. 9. S. 230. - 56) Mcsstcrs attachable 
meehanical stagc. Journ. of Hie R. mierosc. societv. 
P. 5. p. 613. With one fig. - 57) Metealf, May- 
nard M., An electrical lamp for microscope illumina- 
tion. Science. Vol. XV. p. 937 939. — 58) Mol I , 
W. J.. Apparat zur scharfen Einstellung des Projec- 
tions-Microscopes aus einiger Entfernung. Zeitschr. f. 
Instrumentenk. Bd. XXII. II. 1. S. 28. — 59) 
Müller. W., Ueber einen Apparat zur Photographie 
mit auffallendem Lichte von oben und von unten. 
Zeitschr. f. wissenseh. Mierosc Bd. XIX. H. 1. S. 44 
bis 56. Mit 7 Fig. — 60) Nelson, E. M.. New me- 
thods in microscope work. Journ. of the R. mierosc. 
society. P. 2. p. 112-147. With 2 ligs. - 61) 
Poll, IL, Eine neue cleelrisehe Microseopirlampe. 
Zeitschr. f. wissensch. Microscop. 1901. Bd. XVIII. 
II. 4. S. 413-417. Mit einer Fig. - 62) Porsild, 
P., I'eber einen neuen doppelgelenkigen Tubushalter. 
Ebenda». Bd. XIX. II. 1. S. 41-44. (s. S. 46.) - 
63) Rauber, A., Ein Krystallodrom. Ebendas. Bd. 



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48 



KRAUSB, FIlSTOLOUlK. 



XVIII. II. 4. S. 418—420. Mit einer Fig. — 64) 
Rcgaud, C, Nouvcau bain-dc-paraftine ä cbauffage et 
rügulatioo elcctriques. Journ. de I'anat. AnmSc XXXVU1. 
No. 2. p. 193-214. Avcc l! (ig. — 65) Rcighard, 
J., Form of vertical caraera aud its uses. .lonrn. for 
applied microscopy. Vol. V. p. 1782— 1790. With 
7 rigs. — 66) Richardson, F. L., Colour photomicro- 
graphy. Ibidem. 1901. Vol. IV. p. 1489-1492. 
With 8 figs. — 67) Ross, Lens for dark-ground Illu- 
mination. Journ. of tbc R. microsc. society. P. 2. 
p. 237. — 68) Sabin, F. R., Modelling and rccon- 
struction method. Johns Hopkins hosp. reports. 1901. 
Vol. IX. p. 925. — 69) Schaffer, J., Ein neuer glä- 
serner Farbtrog für Serieuschnitte. Zeitscbr. f. Wissen- 
schaft!. Microsc. Bd. XIII. H. 3. S. 297—300. Mit 
einer Fig. — 70) Schcffer, W., Beiträge zur Micro- 
photographie. Kbendas. Bd. XVIII. H. 4. S. 401 bis 
412. Mit 6 Fig. Bd. XIX. H. 8. S. 289-294. Mit 
3 Fig. — 71) Schulz, Fr. N., Eine automatische Pi- 
pette zum raschen Abmessen. Beiträge z. ehem. Phy- 
siol. u. Pathol. Bd. III. H. 1 bis 3. S. 161—162. 
Mit 2 Fig. — 72) Seibert's large polarising apparatus. 
Journ. of the R. microsc. society. P. 1. p. 104—105. 
With 2 figs. — 78) Seibert's apparatus for vertical 
photomicrography. Ibidem, p. 106—107. With one 
flg. — 74) Sloiiaker, J. R., An attachment to the 
Minot microtome, for cutting sections of one micron 
thickness. Journ. for applied microscopv. Vol. V. 
p. 1994—1996. With 4 figs. — 75) Solger, B.. Be- 
schreibung einer Gefrierplattc für freihändiges Schnei- 
den. Zeitscbr. f. wissensch. Microsc. Bd. XIX. H. 3. 
S. 294-296. Mit einer Fig. — 76) Sparrow. F. W., 
Principles of simple photography. 8. London. 130 pp. 
With illustr. — 77) Starlinger, J., Neues Reichcrt- 
sches Scbliltenmicrotom zum Schneideu unter Wasser. 
Zeitschr. f. Instrumcntenk. Bd. XXII. H. 1. S. 31. 

— 78) Derselbe. Eine Neuerung am Reichert'scben 
Schlittenmicrotom. Zeitschr. f. wissensch. Microscopie. 
Bd. XIX. H. 2. S. 145—147. Mit einer Fig. — 79) 
Stccti, R. H., Electrothermal paraftiu bath. British 
med. journal. 1901. Vol. II. p. 1733—1734. With 
one lig. — SO) Stoddart, W. H. B., Liquid air as a 
freezing medium in the laboratorv. Laucet. Mav. 
p. 1385-13S6. With 2 figs. - 81) Stringer^ focussing 
attachments to focussing cameras. Knowledge, 1901. 
p. 285. With one fig. — 82) Tino Tamm es, Eine 
electrische Microscopirlampe. Zeitschr. f. wissensch. 
Microsc. Bd. XVIII. U. 3. S. 280— 285. Mit 1 Holzschn. 

— 88) Wall, E. J.. Diotionary of photography. 8 th. 
edit. 8. London. 656 pp. — 84) Wedel es, Gray- 
sons gratings. Journ. of the R. microsc. society. P. 3. 
p. 385. ((irayson in Melbourne führt ungewöhnlich 
feine Micrometertheilungeu mit sehr scharfen Diamaut- 
splittern aus: sie sind aber nicht im Handel). — 85) 
Wendt, G. von. Kine Methode der Herstellung micro- 
scopischer Präparate, welche für microphotographische 
Zwecke geeignet siud. Zeitschr. f. wissensch. Microsc. 
Bd. XVIll. II. 3. S. 293-295. - 86) Derselbe. 
Eine ausgezeichnete Beleuchtungsquelle für microsco- 
pische Zwecke. Ebendas. Bd. XVIII. H. 4. S. 417 
bis 418. — 87) Derselbe, En metod for framstäl lande 
af für mikrofotograti särskild cgnade histologiska pre- 
parat. Finska läkarcsällsk. handl. Bd. LXIII. S. 530. 
88) Wood. R. W.. Prisms and plates for showing di- 
chromatism. Naturc. Vol. LXXVI. p. 31. — 89) Zeiss' 
centriug apparatus for microscope objeetives when used 
as condeiisors. Journ. of the R. microsc. society. P. 5. 
p. 615. With onu fig. 

Eine neue electrische Microscopirlampe für 
durchfallendes Licht hat Coli (61) construirt. Sie be- 
steht ans einem parabolischen Hohlspiegel und Glas- 
birnc mit Glühlicht, lässt sieb leicht reguliren und ist 



besonders auch für sehr starke Vergrosserungin ge- 
eignet. 

Bei der Verwendung stärkerer lmniersionssystenn 
muss man sich in Acht nehmen, das microscopische 
Präparat zu quetschen. Eine Anordnung, die auf 
einer gezahnten Sperrvorrichtung beruht, ist von 
Bourguet(13) hergestellt worden. Sie kann an jedem 
grösseren Microscop angebracht werden. 

Meissner (54) beschreibt einen vor Jahren von 
ihm construirten Apparat, der eine bequeme Hand- 
habung gestattet und zur Einbettung in Paraffin 
dient. Statt der Wasserleitung wird eiu mit Wasser 
gefülltes Standgcfäss für die Zuleitung von kaltem 
Wasser zur Abkühlung benutzt und mit Hülfe einer 
Klemmschraube kann dieselbe Wassermenge mehrmaU 
benutzt werden. Anstatt selbstverfertigter Papier- 
kästchen sind zur Einbettung die kleinen beim Con- 
ditor käuflichen zu empfehlen. — Auch Regaud (64) 
hat einen neuen Paraffinofen construirt, der auf 
electrischem Wege geheizt wird. Zu den bekannten 
Vorzügen der Elcctricität vor der Gasheizung kommt 
nach R. noch der billigere Preis, wenigstens in Lyon, 
für 24 Stunden nur 12-22 Centimes. 

Microtome. — An dem von Starlinger (77, 
78) empfohlenen Schlittenmicroto m kann die Thätig- 
keit der Hände ganz ausgeschaltet werden, insofern die 
Hebung des Objectes durch den Apparat automatisch 
erfolgt. S. meint, man könne auch eine Benutzung des 
Fusses nach Art der Nähmaschinen eintreten lassen 
oder die Bewegung durch Electricität bewirken. Ein- 
facher wäre es (Ref.), den Druck einer Wasserleitung 
als Triebkraft zu benutzen. 

Ein Gcfricr-Microtom, das mit flüssiger Kohlen- 
säure gekühlt wird, bat Bardecn (Beriebt f. 1901. 
S. 42) construirt. Stoddart (80) zieht comprimirte 
Luit vor. 

Wegen der grossen und in den Laboratorien fast 
täglich wachsenden Zahl microscopischer Präparate, hat 
Kirkbride (43) ein namentlich für Polikliniken ge- 
eignetes System der Anordnung ausgedacht. Es 
beruht auf Anwendung verschiedenfarbiger Karten, um 
die Art der pathologischen Veränderungen zu kenn- 
zeichnen. Sehr nützlich dürfte die Vorschrift sein, das* 
Jeder, der ein Präparat zeitweise aus der Sammhing 
entleiht, dafür eiuen datirten Leihzettel an dieselbe 
Stelle zu legen bat. 

c) IJntersuchun^svcrfahren, Härten, Farben, 
Einbetten u. s. w. 

1) Aronson, U., Leber die Anwendung des Gallem 
zur Färbung des Centralnerveiisvsterns. Centralbl. f. 
Pathol. Bd. XIII. No. 13. S. 518-520. - 2) Becker, 
C, Kine neue elective Axeucylinderfärbung. Verhandl. 
d. Gesellsch. Deutscher Naturforscher u. Aerzte auf d. 
73. Versamnil. Hamburg. 1901. Th. IL 2. Hälfte. 
S. 269—272. — 3) Bielsehowski, M., Die Silber- 
imprägnation der Axencv linder. Nourol. Centralbl. 
Bd. XXI. No. 13. S. 579-584. - 4) Burk hol der. 
.1. F., Proparation of bone sections. Journ. for appl. 
microsc. Vol. V. No. 5. p. 1781. — 5) Burr, R. H., 
Modilication of cosin and methylenblue contrast-staining 



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Krause, Histoi.ooik. 



45» 



¥idi tccbnique. Ibidem. V.,!. V. No. 2. p. 1G37. — 
fij Cagnetto, G.. Sulla reazioue del guaiaco in pre- 
s*nza di alcune varietä di Icucociti. Arcbivio mcdico. 
Vol. XXVI. F. 2. p. 211. — 7) Cathcart, C. W., 
Demonstratiou of Ratnsay Sraith's method of rapidly 
prtparing bistological speeimens. Transact. of the 
med. -cbirurg. socicty of Edinburgh. 11)01 — 1902. 
Vol. XI. p. 80. — 8) Cava Ii.'-, M., Coloratiou des 
wupes provenant de pieces impregnees par le Chromate 
d'argent. Coraptes rcnd. de la soc. de biolog. T. LIV. 
So. 16. p. 536—537. — 9) Cernczzi, A, Sulla 
Morazione delle fibre elastiche. Gazzetta med- Lomb. 
4. p. 441— 442. — 10) Chamot, E. M., Micro-cheraieal 
analysis. Journ. for applied microsc. Vol. V. No. 2. 
p. 1649. No. 4. p. 1738. No. 6. p. 1850. No. 7. 
p. 1S95. — 11} Cicchanowski, S. Weigert's Mark- 
sobeidenmetbode als Gallencapillarcnfärbung. Anat. 
Adz. Bd. XXI. No. 15. S. 426—430. — 12) Chile- 
sotti, E., Une coloration eleetive des cylindres d'axe. 
i'armin aqueux chlorhydrique.) Zcitschr. f. wissensch. 
Microsc. Bd. XIX. II. 2. S. 161-176. - 13) Der- 
selbe, Eine Carminfärbung der Axeoeylinder, welche 
bei jeder Behandlungsmethode gelingt. (Urancarmin- 
.'ärburig nach Schmaus moditicirt.) Centralbl. f. Pathol. 
Bd. XIII. No. 6 u. 7. S. 193—197. — 14) Colc. 
I. J., A method for injecting small vcssels. Jouru. for 
applied microsc. 1901. Vol. IV. No. 5. p. 1282. — 
15} Diederichs, K.. Picrocarmin-Lösungen. Zcitschr. 
f. angewandte Microscopie. 1901. Bd. VII. S. 30-33. 

— 16) Derselbe, Microscopische Technik des Ceütral- 
nmensystems. Ebendaselbst. Bd. VIII. H. 9. S. 225 
bis 236. — 17) Dogirl, A. S., Die Technik der Fiir- 
buug des Nervensystems mit Methylenblau. 8. St. 
Petersburg. 48 Ss. — 18) Dominici, M., Sur une 
i!n -thode de techuique histologique appropriec ä l'ctude 
du svstemc hematopoictique. Compt. rend. de la soc. 
<!e biolog. T. LIV. No. 7. p. 221- 223. — 19) Du- 
l<reuil, G., Recherches sur quelques nouveaux pro- 
odes de coloration des elt'mcnts elastiques derives de 
la methode do Weigert. Bibliogr. anatom. T. XL 
Y. 2. p. 112 -118. 20) Ebbinghaus. iL, Eine 
ti.-ue Methode zur Färbung von Hornsnbstanzen. Cen- 
tralbl. f. Path. Bd. XIII. No. II. S. 422-425. - 
21) Ehrlich, I'., K. Krause, M. Mosse, II, Rosin 
und C. Weigert, Eneyklopädie der microscopischen 
Technik, mit besonderer Berücksichtigung der Färbe- 

i hrc. 1903. 8. Berlin. Bd. I. S. I VI u. S. 1-704. 
M t 51 Fig. Bd. IL S. 705-1400 Mit 83 Fig. - 
22: Fenizia, C, Note di ternica miernscopica. Riv. 
i"al. d. scienze nat. Anno XXII. No. I e 2. p. 14— 18. 

— 23) Fischer, B., l'eber Chemismus und Technik 
'i-r Weigcrt'schcn ElastinfHrbung. Virehow's Archiv. 
Bd. CLXX. H. 2. S. 285-305. - 24) Derselbe. 
I kr die Fettfärbung mit Sudan III und Scharlach-R. 
' titnlbl. f. I'athol. u. pathol. Anat. No. 23. S. »4.4. 

— 25) Derselbe, Ueber den Werth der Elastin- 
'.rbung für die histologische Diagnostik. Münchener 
m-d Wochenschr. Jahrg. XL1X. No 43. S. 1785- 1786. 
Mit 4 Fig. — 26) Flint. ,J. M., Method for demon- 
••t/atitjg the fratnework ol organs. Johns Hopkins hos- 
pital bulletin. p. 48-52. With one fig. -- 27) D.-r- 
-••ibe. A new method for the dernon-tration of the 
Framework of organs. Ibidem. Vol. XIII. No. 1.41— 132. 
p. 48. — 28) Goldhorn, L. B., Staining mast-cclls 
and the chromatin of malaria parasiles. Ibidem. 
V I. XML p. 112 — 115. With 5 ligs. — 29) Golo- 
Tin t. E., Sur le fixage du Neutralroth. Zcitschr. f. 
mensch. Microscop. Bd. XIX. iL 2. S. 176-18:,. 

30) Hardcstv, Irving, Neurological technique. 
\ London. XII and 183 pp. With 4 ligs. — 31) 
Harri». H. F.. A method of staining elastie tissuc. 
/.rits.hr. f. wisseiiseh. Microsc. Bd. XVIII. II. 3. 
S 290 -'291. — 31a) Hatai. S. Staining nervelihrillac 
f neurones in electric lobes. Journ. oi the Cinoiunati 
s eiet, f. natur. history. 1901. Vol. XX. p. 1. — 
Jihr«<shcnctU der KtsamaUui Mi-Jicid. 190J. BJ. 1. 



32) Herxheim er, G.. L'eber FettfarbstoiTc. Deutsche 
med Wochenschr. 1901. Bd. XXVII. No. 36. S. 607. 
-• 33) Ho (mann. F. B., Ueber die Färbung des elas- 
tischen Bindegewebes durch protrahirte vitale Methylen- 
blaubehandlung. Arch. für Anat. Anat. Abth. IL 3 
u. 4. S. 115-116. Mit 2 Fig. — 34) Houser, (f. 
L., General raethods for the study of the nervous system. 
Journ. for appl. microsc. 1901. Vol. IV. No. 12. 
p. 1557. — 35) Ito, Zur vitalen Färbung des Blutes. 
Allgem. med. Centraizeit. 1901. No. 101. S. 1185 
bis 118G. — 36) Kacs. Tb., Neue Beobachtungen bei 
der Weigertfärbung. .Münchener med. Wochenschr. 
S. 919-922. Mit 4 Fig. — 37) Kaplan, L., Nerven - 
färbungen. (Neurokeratin, Markscheide, Axencylindcr.) 
Ein Beitrag zur Kcnntniss des Nervensystems. Arch. I. 
Psycbiatr. Bd. XXXV. H. 3. S. 825— S69. Mit einer 
Taf. - 38) Koester, Ueber den Werth der Elastin- 
färbung für die histologische Diagnostik. Münchener 
med. Wochenschr. Jahrg. XL. No. 43. S. 1785 bis 
1786. Mit 4 Fig. - 39) Kol tue r, W. und IL Wolf. 
Ueber eiue einfache Methode zur Herstellung von dünnen 
Paraffinschnitten ohne Reagenseinwirkung. Zcitschr. f. 
wissensch. Microscop. Bd. XIX. IL 2. S. 118—150. 
— 40) Koz lowski, B., Ueber das Conscrvircn und 
Färben von microscopischen Präparaten der Harnsedi 
mente. Virehow's Archiv. Bd. CLXIX. H. 1. S. 161 
bis 162. — 41) Kuntze. W., Einige Bemerkungen 
über die Färbung der Geisscln. besonders über das 
Verfahren von van Errocugcm. Centralbl. f. Baktcriol. 
Bd. XXXII. No. 7. S. 555—560. Mit einer. Fig. — 
42) Landois, L.. Zur Geschichte der Metallimpräg- 
uationen, insbesondere meines Antheils an der Erfindung 
der Behandlung der Gewebe mit chromsaurem Queck- 
silber. Arch. f. microscop. Anat. Bd. LXI. H. 1. 
S. 123—131. — 42a) Laveran, A.. Techuique puur 
l'fctude des Ilagelles de l'hcmatozoaire du paludismc et 
des hematozoaires similnires des oiseaux. Comptes rend. 
de la soc. de biolog. T. LIV. No. 6. p. 177 — 180. 
Avcc une fig. — 43) Leavitt, R. G., A simple washing 
deviee. Jouni. for applied microsc. 1»01. Vol. IV. 
No. 5. p. 1297. — 44) Le noble et Dominici, Sur 
un nouveau proo'-dc de lixation du sang. Compt. rend. 
de la soc. de biol. T. LIV. No. 7. p. 223 225. — 
45) Liepmauu. L'eber eine neue Methode der Fett- 
nekrosenfärbung. Deutsche med. Wochenschr. Bd. 
X XV 1 1 1 . No. 23. S. 173- 174. 46) Löwenthal, 
N., Leber eine neue alcoliolische Carminlosung. Zeitseht, 
f. wissensch. Microscopie. Bd. XIX. II. I. S. 56 los 
60. — 47) Luzzato. A. M., Leber Ergebnisse der 
Nerveii/.ellenfiirbung in unlixirtem Zustande. Berliner 
klin. Wochenschr. No. 52- S. 1212. (Im Ganzen 
scheinen sich die Ganglienzellen gegen Farbstoffe im 
frischer» wie im gehärteten Zustande zu verhallen.) — 
48) Malcolm, J., luflueuee of stain solvent oii proto- 
pla-mic staining. I'roceedings of theScottish microscop. 
society. 1901. Vol. III. p. 76 -78. — 49) Marino, 
Sur une noiivelle methode de coloration des olcmcrils 
tigures du sang, hematies, leucocytes eosinophiles, pseudo- 
eosinophilos, neutropbiles lyniphocytes, Mastzellen et 
plaquettes. Compt rend. de 1h s>»c. de biolog. T. LIV. 
No. 14. p. 457- 458 No. 20. p. 653- -654. 50) 
Mav, IL und L. Grünwald. Leber Blul färbungen. 
Centralbl. f. innere Mediein. Bd. .Will. No. 11. 
S. 265. ■- 51) Michaelis, L . Zur Theorie der Ent- 
färbung. Deutsche med. Wochenschrift. 1901. Bd. 
XXVII. No. 44. S. 759. -- 52) Derselbe, Einführung 
tu die Farbstoffehemie liir Histologen. 8. Berlin. VIII 
u. 156 Ss. - 53) Milroy, T. IL, Protoplasmie staining. 
Proceedings o( the Scottish microsc. societv. 1901. 
Vol. 111. p. 73—75. — 54) Motitagard. L., Tech- 
nique de la coloration de* leueoeytes These de Lyon. 
1901. - 551 Morel et Doleris, Modilications ,i la 
methode de coloration par le nielange triacide d'Elirhch. 
Com|>t. rend. de la soc. de biolog. T. LIV. No. 31. 
P . 1255- 1256. - 56) Mosse, M., Leber das f.rbe- 

4 



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50 



Krause, Histoi.ooik. 



risehe Verhalten der thierischen Zelle gegenüber Farb- 
gemischen. Berliner klin. Wochenschr. Bd. XXXIX. 
No. 49. S. 114S— 1149. — 57) Derselbe, Kresylecht 
violet. Journ. for applied microscopy. 1901. Vol. IV. 
p. 1492-1494. - 58) MottaCoco, A., Beitrag zum 
Studium der Färbbarkcit lebender Zcllclemcnte. Ueber 
da-s functionelle Verhalten der Wimperepithelien des 
Frosches gegen Methvlenblau. Centralbl. f. Patholog. 
No. 15. S. 604. — 59) Nelson, E. M., New roethods 
in microscope work. Jouru. of the R. microsc. soc. 2. 
p. 142 — 147. With 2 figs. — 60) New two-speed fine 
adjustement. Ibid. P. 3. p. 254—357. With onc fig. — 
61) Osborn, II. L., Staining axis-cyliuders of fresh 
spinal cord. Journ. for applied microscopv. Vol. V. 
p. 1987. With one fig. (Drittcl-Alcohol, '6 Stunden 
Brütofen, wässerige Lösung von Acid-viotett.) C2) 
Pappenheim, A., Eine neue, chemisch - clective Doppel - 
färbung für PIastnnze41cu. Monatshefte f. pract. Der- 
matologie. 1901. Bd. XXXIII. No. 2. S. 79. - 63) 
Pearl, R., Notes on techniquo. Journ. for appl. 
microscop. Vol. V. No. 4. p. 1736. — 64) Pearl. 
U. and L.W. Wold, Notes on technique. Ibid. Vol. V. 
No. 1. p. 1613. — 65) Perkins. II. F., Double 
mounting for whole objeets. Ibid. Vol. V. p. 1926. 
With oiie (ig. — 66) Petroue, A., Techica per i 
nuovi reperti del sangue e prirae applicazioni eliniehe. 
Comunicaz. d. XI e cougre.sso med. internat. Pisa. 1901. 
8 pp. — 67) Pitfield, R. L., The use of simple micro- 
scopical methods by the general praotitiotier. Medic. 
news. Vol. LXXXI. No. 11. p. 496. - 68)Plecnik. 
.1., Tetrachlorkohlenstoff als Durehgangsmedium bei der 
Kinhcttung osmirter Objecto. Zcitschr. f. Wissenschaft!. 
Microscop. Bd. XIII. B. 3. S. 328-329. — 69) Po- 
lano. Zur Technik der Darstellung von Lvmphbahnen. 
Deutsche med. Wochenschr. Bd. XXVIII. No. 27. 
S. 482— 4^3. (Campher in Aether gelöst mit Preussi- 
schem Blau oder Aleanna.) — 70) Pranter, V., Zur 
Färbung der elaslisebeu Fasern. Centralbl. f. Patliol. 
Bd. XIÜ. No. 8 u. 9. S. 292-299. 71) Der- 

selbe, Zur Paraflinteehnik. Zeitschr. f. wissensehaftl. 
Microsc Bd. XIII. H 3. S. 329-333. (Tetrachlor- 
kohlenstoff.) — 72) Rawitz. B„ Notiz zur histolo- 
gischen Färbetechnik. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. H. IS 
ii. 19. S. 554 —555. (Coeralein, polychromes Methylen- 
blau; letzteres- ist nur relativ haltbar). — 73) Raw- 
lins, B. L.. A few remarks on the technic of blood pre- 
parations. Journ. for appl. microsc. 1901. Vi.l. IV. 
No. 11. p. 1324. 1902. Vol. V. Nr. 1. p 1610. — 
74) Reich, F . Ccbcr eine neue Methode der Herste! hing 
feinster histologischer Präparate, insbesondere aus dem 
tiebiete des Nervensystems mittels Sehüttcl- be/.w. 
Schnittcentrifugiruug. Neurol. Centralbl. Jahrg. XXI. 
Nu. 14. S 647 649. -- 75) Reuter, K., Pn-paratioti 
of pure Remanowski-Nocht stain. Journ. ol the K. microsc. 
s»ciety. P. 1. p. 112. — 76; Robertson, \\. F.. 
Platinum method for the central uervous system. 
I'roreed. of the Soottish microsc. soeiciy. p. | •>•> 123, 
With one pl. — 77) Ruffini. A.. l.'n uietodo di rea- 
zione. al clururo d'oro per lc tibre e le espansioni ner- 
vöse periferiche. A t Ii d. accad. dei hVtocritici di Siena. 
Vol. XIII No. 1 « 2. 4 pp. •- 78) Hyehlinski, 
K. i T. Lapinski, Deux contributions ä la technique 
de la coloration des libres nerveuses. Krakau. 1901. 
T. XXXX. p. 2«:; 2*4. (Polnisch.) — 79) Schaffer, 
.1.. Versuche mit Entkalkungsflüssigkeiten. Zeitschr. f. 
Wissenschaft!. Microsc Bd. XIII. H. 3. S. 308 32$. 
( Am besten scheint 5 proc. Salpetersäure zu wirken.) 

80) .Schneider, »>., IVber den Ersatz von Glas 
durch Gelatine. Ebendas. Bd. XV1I1. II 3. S. 2S8 
bis 290. (Empfiehlt mit Formol geprobte (ielaliue.) — 
.'s 1: Sc h oe ii ema u n , A., Färbung und Aufbewahrung 
von Schnittseriell auf Papiemnterlago. Ebendaselbst. 
Bd. XIX. H. 2. S. 150-161. — 82; Derselbe. 
Nachtrag zu meinein Aufsatz über Färbung und Auf- 
l-ewahrung von Seriellschnitten auf Papicrunterlage. 



Ebendas. Bd. XIII II. 3. S. 333 - 336. - 83) S c h r ö 1 1 e r , 
H. von, Kurze Mittheilung über eine neue Färbung? 
methode des Ccntralnerveosystcms. Neurol. Centralbl. 
Bd. XXI. No. 8. S. 338. — 84) Derselbe, Leber 
eine neue Methode der Markscheidenlärbung. Centralbl. 
f. Pathol. Bd. XIII. No. 8 u. 9. S. 299 300. - 85) 
Derselbe, Kurze Mittheilung über eine neue Färbungs- 
methodo des Ccntralnervensvstems. Neurol. Centralbl 
Bd. XXI. No. 8. S. 338-340. (Alizarin. Gallein.) - 
86) Schürhoft, Natriumsilicat als Einbcttungsmittel 
für microscopische Dauerpräparatc. Centralbl. f. Bae- 
teriol. Bd. VIII. No. 3. S. 80. - 87) Schwalbe, 
E., Technische Bemerkung zurCarminfarbung desCentral- 
nervensvstems. Centralbl. f. allgem. Pathol. Bd. XII. 
No. 21.* S. 881. — 88) Derselbe. Dasselbe. Neurol. 
Centralbl. Jahrg. XXI. No. 13. S. 591 -592. — 89; 
Derselbe, Die Wirkung des Toluylendiamins auf die 
Blutkörperchen der Säugethiere. Centralbl. f. allgem. 
Pathol. Bd. XIII. No. 11. S. 427. (Bericht f. 1901. S. 45.) 
— 90) Scott, G . Formalm or other thing vapour folk.wed 
bv absolute alkohol as n wet method for blood film.s. 
Centralbl. f. Baeteriol. Bd. XXXI. No. 2. S. 54'- 
91) Slonaker. F. R., A convenient method for wasbing. 
stainiug and dehydraling small speeimens. Journ. for 
appl. microscop. Vol. V. No. 2. p, 1645. — 92} 
Strasser, H.. Die Nachbehandlung der Seriensehnitte 
auf Papierunterlagen. Zeitschr. f. wissenseh. Microsc. 
Bd. XIII. II. 3. S. 337 -345. — 98) Streeter. E. C, 
Marblc blocks for celloidin tissues. Vol. V. p. 1970. — 
94) Tiraboschi, C, Metodi per la colorazione. diffe 
renziale dclle neurofibrille di Apäthv. Bollet. di soeieta 
zoo). Dal. 1901. Anno X. Vol. II. F. 3 e 6. p. 189 
bis 212. — 95) Tschemischeff . S., Anfertigung micro 
scopischcr Präparate des Nervensystems nach der Me- 
thode von Dr. E. Stepanoff. Neurol. (entralblatt. 
Bd. XXI. No. 3. S. 130. — 96) In na. P. (i.. Einiges 
über unsere Färberecepte. Monatsh. f. pract. Dermalöl. 
Bd. XXXIV. No. 9. S. 437. — 971 Derselbe. Neue 
Untersuchungen über Kollagcntärbting. Ebendaselbst. 
Bd. XXXIV. No. 8. p. 359-400. - 9S; Derselbe. 
Eine Modifikation der PappcuheimVIieu Färbuug auf 
Granoplasma. Ebendas. Bd. XXXV. No 2. S. 76. — 
99) Derselbe, Die Färbung des Spongioplasmas und 
der Schaumzellen. Ebendas. 1903. Bd. XXXVI. No. 1. 
S. 1—5. — 100) van Wijhe, .). \V , Eenc nieuw- 
Methodc ter Demonstratio van kraakbeenige Mikr« 
Skeletten. Verg. d. K. Akad. van Wetenschappen te 
Amsterdam. 1901 1902. Deel X. p. 834-837. 
101; V ignol o- Lu tat i, C, Experimentelle Beiträge zur 
Patholugic der glatten Museulatur der Haut. Arch. f. 
Dermatol 1901. Bd. LVII. II 3. S. 323 361. Mit 
2 Taf. — 102) Wolff. Elise. Beobachtungen bei der 
Färbung der elastischen Fasern mit OrceVo. Centralbl. 
f Pathol. Bd. XIII. No. 13. S. 513-51S. 103) 
Wright, .1. II., Ilapid method of making permanent 
preparations of fro/.en section*. Journ. for applied 
microscopy. Vol. V. p. 1670 -1671. -- 104) Zangger, 
II., Histologisoh-fatbeteclinisehe Erfahrungen im Allge- 
meinen und speeiell über die Möglichkeit einer morpho- 
logischen Darstellung der ZeK-N.mose (vitale Färbung). 
8. Inaug. Diss. Zürich. 1901-1902. 34 Ss. 1051 
Derselbe, Dasselbe. Vierteljahrssehr. d. naturforseh. 
lies. Usch, in Zürich Bd. XVII II. 1 u. 2. S. 43 — 72. 
-- 106) Zosin, P., Die Färbung de> Nervensystems 
mit Mageritaroth. Neurolog. Centralblatt. Jahrg". XXI. 
No. 5. S. 207. 

Das Bindegewebsgerüst verschiedener Organe 
stellte Klint (26) am besten durch Maecratiori in einer 
Mischung dar, die ans 10 pCt. Eisessig. 30 pCt. Chloro- 
form und CO pCt. absolutem Alcohol bestand. 

In Formol gehärtete Stücke 15-si, Wright (103) 
gefrieren und behandelt die Schnitte mit Wasser, be- 
deckt sie mit Cigarrenpapier, das in 95 proc. Alcohol 



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Krause, Histolouie. 



51 



^»gefeuchtet ist, wäscht mit absolutem Alcohol aus, 
uiid überdeckt mit sehr dünner Lösung von Celloidin. 
Dann 95 proc. Alcobol, Wasser, Färben, 95proc. Alcohol, 
absoluter Alcohol, Origanumöl, Canadabatsam. 

Metalle. — lu seiner Geschichte der Metall- 
iraprägnatiouen schreibt Laudois (42) die Einführung 
des Silbercbromates Golgi (1873) zu. hebt aber 
htrvor, dass er und Sommer sehen im Jahre vorher 
die Durchtränkung der Gewebe mit Sublimat uud nach- 
folgendem Einlegen in Kaliumbichromat auf Ccstodcu 
angewendet habe. Es färbten sich in den Proglottiden 
vin Bothriocephalus latus Gebilde schwarz mittelst 
Querksilbercbromat, die damals als einem plasmatischcn 
Itcfasssystem angehörend gedeutet wurden, während sie 
nach Blochmanu (1895) muttipolarc Ganglienzellen 
darstellen, und Sommer-Landois'sche Zellen genannt 
werden. 

Die von Löwit 1875 angegebene Methode, der 
Ooldbehand l u ng Einlegen in Ameisensäure voran- 
gehen zu lassen, bat Ruffini (77) modifuirt. Die zu- 
erst augewendete Ameisensäure soll 20 — 25 pCt. stark 
»ein und 10 — 30 Minuten lang angewendet werden, für 
quergestreifte Muskeln oder Hautstücke. Darauf folgt 
Entlegen in 1 proc. Goldlösung (Cloruro d'oro flavum) 
30— 30 Minuten lang und dann 24 stündiges Einlegen 
m Dunkeln in die angegebene Ameisensäure. Schliess- 
lich (Jlycerin oder Paraffin. Die Temperatur sollte 
20 T. nicht übersteigen, die Präparate haben sich seit 
gehalten. 

Tinctionen. — Ausser Oxyphilie unterscheidet 
M'>sse (50) eine Basophilie höhereu oder gerin- 
geren Grades. Das Mcthylgrün im Triacid zeigt nur 
die erstere au, das Methyleublau, das polychrome Me- 
thylenblau und das Safranin auch die Basophilie ge- 
ringeren Grades. In den Zellenkcmcn erweist sich das 
Kernkurperchen als basophil geringeren Grades, das 
Nuclein oder Chromatin als basophil höhereu Grades. 
Der Kernsaft und das Protoplasma sind oxyphil. In 
der Eizelle ist das Oiromatin ncHtrophil, wenigstens 
nicht basophil, das Protoplasma der Ganglienzellen zum 
Tbeil basophil, nämlich in deren Körnchen, theils in 
deren Zwischensubstanz oxyphil. — Die Elemente 
Dotters haben keinen einheitlichen Character; 
m verändern sich mit Zunahme der Keife. 

Für einige Farbstoffmischungen, deren Her- 
stellung im Original nachzusehen ist, schlägt Fischer 
i'S) besondere Namen vor, z. B. Safrauelin, Fuchselin, 
'■eutiauavioleltcliri, wodurch Beziehungen zum elasti- 
-rhen Gewebe ausgedrückt werden sollen. Uebrigeus 
i>t dies Fuchselin nicht ganz identisch mit Cresofuchsin 
d« Resorcinfuchsiu (Ber. f. 1900, S. 48). 

Leishraan (Ber. f. 1901, S. 52) legt Gewicht auf 
" rgfältiges Auswaschen von Blutpräparaten, welche mit 
Methylenblau und Eosin, die in chemisch reinem Me- 
•hylalcohol gelöst sind, gefärbt sind, mit dcstillirtem 
Wasser. — Goldhorn (Ber. f. 1901, S. 44) setzt 
[- (hiumearbonat zu der Metbylcnblaulösuug. 

Einen grossen Unterschied für die Darstellung seiner 
CirmiDlösung rindet Chilesotti (12) zwischen der 
Auwendung des destillirtcn uud des Brunnen- 



wassers, nur das letztere ist brauchbar. Die 
Aieucylindcr der Nervenfasern färben sich durchaus 
glcichmässig roth, ohne dass Nervcnfibrillen im Axen- 
cyliuder sichtbar werden, wohl aber zeigt sich ein farb- 
loser, periaiialer Raum. 

Eine neue Carminlösung empfiehlt Löwen - 
thal (46) mit Natronpicrocarmin herzustellen. Man 
fällt die wässerige Lösung durch Chlorwasserstoffsäure, 
löst den Niederschlag bei gewöhnlicher Temperatur in 
angesäuertem A leohol auf und erhält eine Carminlösung, 
die ohue Ncutralisirung sofort zu gebrauchen ist. Sie 
muss eine halbe Stunde lang oder selbst bis 24 Stunden 
lang einwirken. 

Das Muchacraatein vou P. Mayer schlägt Harris 
(31) vor, als Elasthämatein zu bezeichnen. Man 
färbt mit Hämatoxylin und Aluminiumchlorid, dann 
folgt 1 proc. Salpetersäure, in Alcohol gelöst, darauf 
reiner Alcohol und die gewöhnliche Einbettung. 

Tinctionen elastischer Faseru. E* ist schon 
mehrfach hervorgehoben worden, dass die Kenntniss der 
elastischen Fasern verloren zu geben drohte; bekannt- 
lich wurden sie mitunter für marklose Nervenfasern ge- 
halten. So glänzend die elastischen Fasern an Präpa- 
raten, die mit Alkalien behandelt sind, zufolge ihres 
hohen Lichtbrcchungsvcrmögcus erscheinen, so sehr 
treten ihre Differenzen von den umgebenden Geweben 
für den Lichtsinn des Beobachters zurück, sobald die 
Gewebe in stark lichtbrechende Substanzen wie gewöhn- 
lich eingebettet werden. Jetzt hat sich das Blatt ge- 
wendet, uud zahlreiche Beobachter widmen sich dem 
Studium der elastischen Fasern, seit man sie färbeu 
kann, was wohl zuerst Waldeycr mit Methyl violett 
gelungen ist. 

Mit Tino ii in färbte Cernezzi (91 die elastischen 
Fasern in folgender Weise. Man mischt 100 g der 
wässerigen 2 proc, Thioninlösung mit ebensoviel 2 proc. 
Resorciulösung, erwärmt, setzt 30 com Eisenchlorid- 
lösung hinzu, ftltrirt, löst in 96proc. Alcohol in der 
Wärme, riltrirt, setzt soviel 96 proc. Alcohol zu, dass 
man 200 cem Flüssigkeit erhält, denen nach dem Er- 
kalten 4 cem Chlorwasserstoffsäure zugesetzt werden. 

Die elastischen Fasern tingiren sich nach Dubreuil 
(18) schwarzblau mit Fuchsin, hellblau mit Methylvio- 
lett, Methylenblau, Toluidinblau, roth mit Safranin oder 
Acridinroth, braun mit Oicein, gelb mit Tropeolin. 
Voraufgelu n l isst D. suecessive Behandlung mit 30proe. 
Eiseiichloriillösung und dann mit einer 2 pruc. Resorciu- 
lösung, beide in Wasser gelöst. 

Wahrend früher ausser dem oben erwähuteu Mc- 
thylviolett nur das Goldchlorid als Tinctmusmittel für 
elastische Fasern bekannt war, konnte Michaelis 
(Bericht f. 1901. S. 44. No. 68) eine ganze Reihe von 
solchen aufzählen. 

Färbemittel Farben ton 

Fuchsin uud Resorcin .... blauscbwarz. 

Thionin und Resorcin .... graugrün. 

Cresylviolett RR und Resorcin . grau. 

Safranin uud Resorciu .... roth. 

Dimethylsatranin und Resorciu . rothviolett. 

Methylviolett und Resorcin . . grün. 

4* 



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52 



Krause, Histolooib. 



Färbemittel Farbenton 

Fuchsin und Orcotn rothviolctt. 

Fuchsin und Pyrogallo) . . . duokclroth. 
Paratoluidiu und Resorcin . . braunschwarz. 
Anilin und Resorcin .... grau. 
Dimethylanilin und Resorcin. . blauschwarz. 
Das Oreein nach Tänzer und das Cresofuchsin von 
Röt big (Bericht ♦. 1900, S. 48) sind bekannt. 

Mit der Wc ige r fachen Nerven färb un gs - M c- 
thode erhielt Ciechanowski (11) unter leichten 
Modificationen der letzteren in der Leber die Gallen - 
capillaren; die Kerne und das Fibrin wurden tief- 
schwarz oder grauschwarz tingirt. 

Für die Darstellung glatter Muskelfasern fand 
Vignolo-Lutati (101) die Combinatiou von Pierin- 
säure mit Säurefuchsin am geeignetsten. 

Zur Conservirung von Harnscdimcntcn empfiehlt 
Kozlowski (40) die von Farrant angegebene Flüssig- 
keit. Gleiche Theile Glycerin. destillirtes Wasser und 
coucentrirte wässerige Lösung arseniger Säure werden 
gemischt und dann bleibt die Mischung mit einem 
gleichen Volumtheil von festem Gummi arabicum drei 
Wochen lang stehen. Nach dem langdauernderi Fil- 
triren .sieht die Losung gelblich aus wie Ricinusöl. 

III. Elementare Gewebsbestandtheile, Zellen. 

1) A (brecht, Ueber troptige Entmischung von 
Zellen. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. Suppl. S. 207-210. 

2) Dcrselhe, Artefacte zur Cytologie. Kbendas. 
S. 211— 213. (Discussion: Virehow, Fürst.) — 8) 
Almkvist, J,. Ueber die Emigrationsfähigkcit der 
Lvmphoevton. Virehow's Archiv Bd. CLXIX. H. 1. 
S.' 17 — 28. Mit 1 Taf. 4) Anglas, J , Nouvelles 
Observation* sur les metamorphoses internes. Archive» 
d'anatomie mieroscopique. T. V. F. 1. p. 78-121. 
Avec nne pl. — . r >) Ap.ithy, S. von, Embryonalzellcn, 
Neurofibrillen. Verhandl. d. V. internat. Zoologcn-Con- 
gresses zu Berlin, S. 728. Mit 2 Taf. (Discussion : 
R. Hesse, r. Chun.) — 6) Arnold, J., Leber Fett- 
umsatz und Fettwandernng, Fettinliltrati'-n und Fett- 
d.-generntion, Phagr>evtose. Metathese und Svnthe>e. 
Virohow's Archiv. Bd. <X.X1. II. 2. S. 197-226. 
Mit 1 Taf. - 7} Berlcse. A., Sülle eonerezioni cri- 
stalline ri>iiteiiiite negli organi in dissoluzione e helle 
s">1aii/.<: alhuminoidi in via 'Ii digestieiie nellc iitnfe 
delle in-ftti im UU liei. AiJ.it. Anzeiger. Bd. XXI. 
N... 2. 8.33-4*. -- S) Bottazzi. F.. Sull.' proprictä 
i'Mnotiehe delle menihrane viventi. (V.mpt. rend. d. 
.*.. nuigr'^ internat. d. phvsi>.logie. 1901. Areh. ital. 
d. biol,. tf i.-. T. XXXVI. " F. I. p. 157- 160. - !») 
Derselbe. Sülle proprictä lisiehe e fi>i«>logirhe di al- 
cune menihrane fatte di cellule viventi. Speritneiitale. 
Annol.VI. F l. p. 178— 180. — 1(1} Bouin. I*. et M., 
Boitin, Keduetion chromatique che/ les Myriapodes. 
» Y.mpt. rend. de la sess. de 1'av.oc. des aiiatomistr» fratie. 
a Montpellier, p. 74—78. — 1 1) Br.veri, T. Ueber 
mehrpolig«' Mitosen als Mittel zur Analyse des Zellkerns. 
S, Würzburg. — 12} Derselbe, dasselbe. Verhandl. 
d. phy.t.-medic, Gesellsch. zu Wiirzburg. 24 Ss. — 
Uli l'haine. .1.. Constitution de la mati-'-re vivante. 
Bulletin de la socicte seientifique «f Arcachon. 1901. 
Bordeaux. 54 pp. Avec 41 fig. — Iii <V-nte. \., 
et C. Vaney, Sur des .'misstons wueleaires observ-cs 
ehe/, les l're.t.izoaires. Compt. rend. de l'aead. de Paris. 

T. ex XXV. No. 2«. p. i:!i"»—i :?*;<;. — l.v r u - n. t. l.. 

* 'rganes agglutinants et ..rganes ciliophag'vyt.-iir«'s. Areh. 
de zoolog. « xp- rimerit. T. X. N-». 1. p. 71t-- 97. Avec 
■ i (ig. — 1». Dang.-ard. P. \.. Le. eary.-.phx >; tue des 



eugleniens. Le botauiste. S. VIII 8 pp. (Bacterieti 
im Kern der Euglcna.) — 17) Derselbe, La teleo- 
mitose chez l'Amoeba Gleicheuii Dujard. Compt. rend. 
de l'acad. de Paris. T. CXXXV. No. 24. p. 1126— 1128. 

— 18) Le Dantec, F., L'uuite dans l'etre vivant. 
Essai d'une biologie chimique. 8. Paris. — 19) 
Dubois, R., Sur la dialyse cellulaire appliquöc comme 
procede de recherche de l'action des zymases dans Fin- 
terieur des ttssues. Compt. rend. de la soc. de biolog. 
1901. No. 5. p. 126. — 20) Fei n bei g, L., Ueber 
den Bau der Hefezellcu und über ihre Unterscheidung 
xon einzelligen thierischen Organismen. Berichte d. 
deutschen botanischen Gesellsch. Bd. XX. H. 9. S. 1 — 12. 
Mit 1 Taf. — 21) Foä, P., Sur la produetion cellulaire 
dans 1'iuflammation et dans d'autres processus analogucs, 
specialcment en cc qui coneerne les Plasmacellules. 
Areh. ital. de biolog. T. XXXVIII. p. 205-210. - 
22) Frassi, A., Contributo alla conoscenza dclle cellule 
eosiuofile. Clinica moderna. Anno VIII. No. 14. 
p. 162— 1 »55. — 28) Fried mann , H., Ueber die Chromo- 
somen als Träger der Vererbungssubstanz. Biolog. 
Centralbl. Bd. XXII. No. 24. S. 778— 780. 24) 
Galeotti. G.. Sugli innesti fra tessuti aniroali. Ri- 
vista dei lavori italiani dal 1896. Monit. zool. Ital. 
Anno XIII. No. 4. p. 73 — 78. — 25) Derselbe. 
Sulla perraeabilitä delle roembrane animali. Spcri- 
mentale. 1901. Anno LV. F. 5 e 6. p. 815—834. 

26) Gallardo, A., Interpretacion dinämica de la di- 
visiön eelular. Tesis. 8. Buenos Aires. 101 pp. — 

27) Gerassimow, J. J.. Die Abhängigkeit der Grösse 
der Zelle von der Menge ihrer Kernraasse. Zeitschr 
f. allgcm. Physiol. Bd. 1. II. 8 u. 4. S. 220-258. 
Mit 2 Fig. — 28) Giardina. A., Intorno ai eangia- 
menti di forma e di posizione del nuclco cellulare. 
Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 17 u. 18. S. 829—357. 
Con 8 tig. — 29) Uayward, J. W., Protoplasm: its 
origin. varioties. and funetions. 8. London. 52 pp. 

— 80) Heideuhain. M., Weitere Beiträge zur Be- 
leuchtung des genetischen Verhältnisses zwischen molc- 
cularcr und histologischer Structur. Anat. Anzeiger. 
Bd. XXI. No. 14. S. 391 398. Mit I Fig. - 31) 
Hcrrera, A. L., Note sur l'imitation du protoplasme. 
Bulletin de la socieU) zoologirjue de France. T. XXVII. 
No. 4. p. 144 — 149. — 32) Derselbe, Sur les mouve- 
meuts et la strueture de l'albuminc combinee avec 
l acide phosphorique anhvdre. Ibidem. T. XX\ r II. 
No. 4. p. 158—160. No. 5 p. 161. Avec une fig. -- 
38.' Derselbe, Suite des reeherches sur l'imitatiot. du 
prut-plasma. Ibidem. T. XXVII. No. 6 et 7. p. 201— 2015. 
A\ee 2 tig. 84) Hcrtwig, R., Ueber Correlation 
von Zelle und Kenigr-issc und ihre Bedeutung für die 
gesehlecInliehe-Differenzining der Zelle. Biolog. Centralbl. 
Bd. XXIII. No. 2. S. 49-62. — 85) Derselbe, 
Protozoen und Zellthe-rie. Verhandl. d. Gesellsch 
Deut>eher Naturforscher u. Aerzte auf der 78. Versannnl. 
it. Hamburg 'U*>l. Tl.. II. 1. H.Ufte. S. 271- 273. 
36) Höher. H., Physieali.scln- Chemie der Zelle und 
der tiewebe. 8. Leipzig. XII u. 344 Ss. Mit 21 Fig. 

37) Holmgren, F., Studien iiber Cuiicularbildun- 
ge». U»:ber Cutieularbildungen bei ("hnetoderma niti- 
dulum L-.ven. Anal. Anzeiger. Bd. XXII. No 1. S. 14 
bis 20. Mit 5 Fig. 38) .lennings, H. S.. Artificial 
imit.itions of protöplasmie aelivities and methods of 
ilenionstrating them. Journ. for applied micr. Vol. V. 
No. I. p 1597. — 39) .lolly, .1, Sur les mouvements 
des Ix mplioev tes. Compt. rend. de la soc. de biolog. 
T. LIV. Nu.' 20. p. 661 664. — 40) Derselbe. 
L'evolution des eellules sanguiues eomparee ä l'txolu 
tion et a la differeneiation des eellules epitheliales. 
Ibid. T, LIV. No. 32. p. 1295 1297. — 41) Der- 
selbe. Sur la duree des phases de la division indireetc. 
II. id. T. LIV. No. 33. p. 13:iS-i:t40. — 42) Der- 
selbe, lnfluenee de la chaleur sur la duree de la di- 
visi-.n cellulaire. Ibid. T. LIV. No. 34. p. 1396— 1398. 
•- 43; Joseph, IL. Beiträge zur Flimmerzellen- uud 



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Krause, Histoloqie. 



Centrosomfrage. Arbeiten des zoolog. Instituts in Wien. 
Bd. XIV. H. 1. S. 1-80. Mit 3 Taf. u. 8 Holzschn. 
— 44) Klemensiewicz, R„ Weitere Beitrüge zur 
Kenntnis» des Baues und der Function der Wander- 
zcllen, Phagocyten und Eiterzellen. Microscopische und 
experimentelle Untersuchungen an Batrachiern. Bei- 
träge zur pathol. Anat Bd. XXXII. H. 3. S. 351 bis 
434. Mit 3 Taf. — 45) Derselbe, Ueber Amitose und 
Mitose. Untersuchungen au Wanderzellen, Eiterzellen 
und frei lebenden, amöboiden Zellen. Ebeudas. 1903. 
Bd. XXXIII. H. 1 u. 2. S. 51-97. Mit 2 Taf. - 46) 
Kölsch, K., Untersuchungen über die Zerflicssungs- 
erscheinungen der eiliaten Infusorien, nebst Bemer- 
kungen über Protoplasmastructur, Protoplasmabewe- 
guogen und Vitalfärbungen. Zoologische Jahrb. Abth. 
für Anat. Bd. XVI. H. 2. S. 273-422. Mit 3 Taf. 
und 5 Fig. — 47) Koltzoff, N., Sur la reorganisa- 
tion des eorpusculcs centraux. Compt. rend. de la soc. 
de biolog. 1903. T. LV. No. 3. p. 135—137. — 48) 
Koutehouk, K. A., Contribution ä l'etude des cellu- 
!<••> biriucleaires. Arch. des sciences biologiques de l'in- 
•.tit. de med. experim. de St. Pctersb. T. IX. Nr». 1. 
p. 74^83. — 49) Kraemcr, H., On the continuitv 
f protoplasm. Science. Vol. XV. No. 383. p. 695 bis 
— 50) Derselbe, On the continuity of proto- 
plasm. Proceed. of the American philosophic. soeietv of 
Philadelphia. Vol. XXXX1. No. 169. p. 174 180. 
With 2 pls. — 51) Krompechcr, K., Ueber Zell- 
teilung. Centralblatt für Pathol. Bd. XIII. No. 8 
und 9. S. 273-292. Mit 2 Taf. und 27 Fig. - 52) 
Kulwiec, K., L'organisme eousiderc comine une so- 
riete des cellules. 8. Warschau. 1901. T. XX. p. 549 
bis 552, p. 569—573. - 53) Labbe. M. et L. Lortat - 
Jacob, Du rölc des leueoeytes dans l'nbsorptiou de 
l'iodc et de» composes iodi 4 s. Compt. rend. de la soc. 
it biolog. T. 1.1 V. No. 23. p. 830-832. - 54) La 
caperc. G., Le macrophagc. Etüde histologique et 
physiologique de la cellule lympho-conjonetive. These. 
>\ Paris. 1G4 pp. Avcc 2 pl. et tig. — 55) Ledue, 
i;., Cytogenese exptrimentale. Compt. rendu de la 
30 me session de l'assoeiation des anatomistes franeais 
pour l'avancement des sciences ä Ajaccio en 1901. 
P.II. p. 644-646. Avec une tig. — 56) Lee, Polles 
A., Nouvelles rechcrchcs sur le Ncbenkern et la re- 
gression du fuseau caryocinetique. La Cellule. T. XX. 
¥. 1. p. 178 217. Avec une pl. — 57) Liek, E., 
Ueber den Einfluss der arteriellen Hyperämie auf die 
Regeneration. Inaug.-Diss. 8. Berlin. 31 Ss. — 58) 
Littauer, M., Ueber dcu Regcnerationsmodus der 
Leucocyten. lnaug.-Diss. 8. Leipzig. 31 Ss. — 59) 
loew, 0., Zur Theorie der primären Protoplasma- 
Kuergic. Biol. Ccntralbl. Bd. XXII. No. 23. S. 733 
bis 786 (Chemisch). — 60) Lu barsch, 0., Ueber 
f'tthaltige Pigmente. Centralblatt f. Pathol. Bd. XIII. 
No. 22. S. 881-883. — 61) Mandoul, IL, Sur la 
cause des colorations changeantes des teguments. Compt. 
r-nd. de l acad. de Paris. T. CXXXV. No. 3. p. 65 
bis 66. — 62) Mcves, F.. Ueber die Frage, ob die 
• '«ntrosornen Boveri's als allgemeine und dauernde 
/.Tllorgane aufzufassen sind. Anat. Anzeiger. I5d. XXI. 
Suppl. S. 152- 158. — 63) Morgan, T. IL, Regene- 
ration of the appendages of the hermiterab and crav- 
t»h. Ebenda». 1901. Bd. XX. No. 23 u. 24. S. 598 
bis 605. With 17 figs. — 64) Ncmilov. A., Zur 
Frage der amitotischen Thcilung der Zellen. Tiavaux 
de la soc. imp. des naturalistes de St. Petersbourg. 
T. XXXII. No. 6. p. 241—250. — 65) Paul, W., 
Der colloidale Zustand und die Vorgänge in der le- 
bendigen Substanz. Naturwissenschaftliche Rundschau. 
Jahrgang XVII. No. 25. S. 313 bis 316. No. 26. 
S. 325 bis 327. No. 27. S. 337 bis 339. — 
*">€) Prenant, A., Notes eytologiques. 6. Formations 
particulieres dans le tissu coujonetif iuterstitiel du 
wusele vesieal du Brochet. 7. Contribution \ lYtnde. 
de la ciliation. Striation et eiliation de la paitie ad- 



h/rente du Myxidium Lieberkühui. Arch. d'anat. microsc. 
T. V. F. 2. p. 191-212. Avec une pl. et 7 flg. — 
67) Prowazek, S., Fibrillärc Zellstructuren. Natur- 
wissensch. Woeheusebr. Bd. XVIII. S. 91. Mit 2 Fig. 
— 68) Reinke, ,1., Ueber kernlose Zellen. Verhandl. 
d. Gesellsch. Deutscher Naturforscher u. Acrzte a. d. 
73. Versammlung in üaraburg. 1901. Th. II. 1. Hälfte. 
S. 237—239. — 69) Rbumbler, L., Der Aggregrat- 
zustand und die physikalischen Besonderheiten des 
lebenden Zellinhaltcs. 1. Theil. Zeitschr. f. allgem. 
Pbysiol. Bd. I. IL 8 u. 4. S. 279-388. Mit einer 
Taf. u. 29 Fig. — 70) Schi mke witsch, Ueber directe 
Tbeilung unter künstlichen Bedingungen. Biologisches 
Ceutralbl. Bd. XXII. No. 19. S. 605-608. — 71) 
Stef auowsk a, Mlle. M., Modiricatious mieroscopiques 
du protoplasme vivant dans l'anesthesie. Compt. rend. 
de la soc. de biologie. No. 17. p. 545—547. Avec 
4 flg. — 72) Stauffacher, Ii., Einiges über Zell- und 
Kernstructuren. 1903. Zeitschr. f. wissenseh. Zool. 
Bd. LXXIII. H. 3. S. 368-376. Mit einer Taf. u. 
4 Fig. — 73) Stolz, A., Ueber das Verhalten des 
Nentralroths im lebendigen Protoplasma. Zeitschr. f. 
allgem. Physiol. Bd. I. H. 3 u. 4. — 74) Tellyes- 
niezkv, K., Zur Kritik der Kernstructuren. Archiv f. 
microsc. Anat. Bd. LX. IL 4. S. 681-706. — 75) 
Tur. .1., Sur la regeneratien. 8. Warschau. 1901. 
T. XX. p. 552- 556. — 76) Unna, P. (}., Ueber 
spontanen und künstlichen Transport von Zcllsubstanzen 
und über Kochsalz als mierochemisches Rcageus. Monatsh. 
f. praet. Dcrmat. 1901. Bd. XXXIII. S. 342 -352. 
77) Vignon, P., Recherches de Cytologie generale sur 
les e.pitheliums. Arch. de zoolog. experim. T. IX. 
No. 3 et 4. p. 691—715. — 78) Weismann, A., 
Versuche über Regeneration bei Tritonen. Anat. An- 
zeiger. Bd. XXII. No. 20 u. 21. S. 425—431. Mit 
3 Fig. 79) Wigert, V. und IL Ekberg, Ueber 
binuenzelligc Cauälchenbildungeii gewisser Epithelzellen 
der Frosehnieren. Ebeudas. Bd. XXII. No. 17 u. 18. 
S. 364-368. Mit 6 Fig. — 80) Zacharias, E., Ueber 
Kinoplasma. Verhandl. d. liescllseh. deutscher Natur- 
forseher ii. Acrzte auf der 73. Versamml. in Hamburg 
1901. Th. I. l.niilfte. S. 244-246. — 81} Ziegler, 
H. E., Nochmals über die Zellthcilung. Verhandl. d. 
Deutschen zool. (iescllsch. a. d. 12. Jahresversamml. in 
(iiessen. S. 126. 

Zellen. Albrecht (1) wünscht eine Verbin- 
dung der microscopischen Morphologie mit der 
physiologischen Physik und Chemie herzustellen. Wabcn- 
strueturen können im Zellprotoplasma durch tropfige 
Entmischung hervorgebracht werden. Längere Zeit mit 
oder ohne indifferente Flüssigkeiten bei Kürpertempe- 
ratur aufbewahrte Organe zeigen zahlreiche feine und 
gröbere Figuren von Myelin, so dass eine mit Fett 
leicht zu verwechselnde Substanz aus den Proteiden der 
Zelle postmortal abgespalten werden kann, dies ist die 
sogenannte Fetthilduug aus Eiweiss. Die Myelintropfen 
färben sieh durch Osmium dunkelsehwarzgrau, lösen 
sieh nur schwer in Aether, und die Myeliiidegcneratioii 
ist als eine Vorstufe der feltigen Degeneration aufzu- 
fassen. Das Myelin ist, wie es seheint, Lecithin. — In 
einem /.weiten Aufsatz bespricht Albrecht (2) die 
Artcfacte in der Cytologie. Die Tropfen der 
trupfig entmischten Zellen quellen stark in Aether auf; 
auch an frischen Zellen bewirkt Aether eine Zerfiilluug 
in sehr grosse derartige Tropfen. In der Diseussion 
wies Virchow (2) auf die gleichartigen Erscheinungen 
an Dottcrkugelu des Hühnereies hin und hob die prin- 
eipielle Bedeutung dieser Erscheinungen he* .uders hervor. 



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54 



Kit A USB, HlSTOLOOIB. 



Zu der alten Lehre Virehow's über die Ent- 
stehung von Loucocyten aus Bindegewebs- 
zelleu int Marchand (Beiträge z. pathol. Anatomie. 
1889) bereits vor 12 Jahren zurückgekehrt. Obgleich 
Ahnkvist (3) diese Ansicht bestätigt, schreibt A. da- 
neben aber den Lymphocyten, sowie den uuiuucleären 
und multinucleären Leucocyten eine active Emigrations- 
fähigkeit zu. 

Joseph (43) leitet mit Lenhossek die Basal- 
körperchen der Cilien der Flimmerepithelzcllcu 
aus den« Centrosom ab. Der sog. Cuticularsaum hat 
nichts mit Cilien zu thun, man nennt ihn besser Deck- 
platte, die aus dem Eetoplasma hervorgeht. Die 
Diplosomen sind mit griisstcr Wahrscheinlichkeit, ja 
Gewissheit als Ccntralkürper aufzufassen. 

Nach Behandlung von Hc feze 1 len mit Methylen- 
blau-Kosin erhielt Feinberg (20) rothgefärbte Kerrie, 
die keinen Nucleolus enthalten. Eine helle ungclärbte 
Zone zwischen dem Kern oder sog. Kernpunkt und 
dem blautingirteii Protoplasma fehlt in der Hefezelle, 
existiert aber in Amöben, in Ganglienzellen des Gangliou 
semilunare vom Menschen, in Pflanzeiizellen wie die der 
Bohne. Dies Verhalten kann zur Unterscheidung und 
zum Nachweis dienen, dass Gebilde, die in Geschwülsten 
des menschlichen Körpers vorkommen, nicht etwa Hele- 
zt-l len sind. Die Präparate wurden von Ei 1 hard Sc hu I ze 
in Berlin controlirt. 

Kerne. — Die Reagcntien, welche Kernstrue- 
turen darstellen, halt Te l ly esu iezky (74) für 
l'älluugstnittel, da im lebenden Kern nichts von ersteren 
zu sehen sei. Diese .St nie tu reu sind selbst 
Fäl lu n gser.se h e i n u n gen. Von dem feinen eonti- 
nuirlichen Kaden, den Balbiaui bei Chironomus auf- 
fand, leitet auch keine Brücke zu dem bekannten 
Kernfadenwerk hinüber. T. beabsichtigt, dieser all- 
gemeinen Critik eine nähere Untersuchung der ruhenden 
Kerne folgen zu lassen. 

Eyersheimer (s. .S. 63, No. 6j. der unter 
Minot's Anleitung arbeitete, ist der Meinung, das» die 
Kerne in verschiedenen Geweben sowohl in ihrem 
Bau, als in ihren chemischen Eigenschaften Differenzen 
zeigen. Wenn die quergestreifte Muskelfaser wächst, 
so wandert das Chromatin der Muskelkerne in die 
anisotropen '^erstreiten. Die Kerne wandern nach den 
Centren grosserer protoplastnatischer (oytoplasmatie) 
Thätigkeit hin. 

Iii thrombotischen Massen sah Nordinanu (s. 
S. .*i7. No. 'J 1 Wies cii Zeilen, die phagocytiirc Eigen- 
schaften be>a»eu, und bei Eudoearditis wie bei Lepra 
und Tubereulose eine Art von Sehutzorgan für den 
Olganismus darzustellen seheinen. 

A ni i tot i sehe K e r n t h e i I u u g. — Wenn eine 
Zi lie unter ungünstige Verhältnisse geräth, wie sie z. B. 
für de KeiiuMcheitien mit Lithiumehlorid injieirter 
Hühnereier eintreten, so reagiren die Zellen nach 
S e Ii i in k e w i t s e h 1 TU), ehe sie der Degeneration auheiin- 
fallen, durch erhöhten Stoffwechsel, welcher den L'eber- 
gang zur direeten amitotischen Kerntheilung zur 
folge hat. Letzter- tritt bei verstärkter Ernährung, 
bei Regeneration, bei den ersten Phasen der Anästhesie, 



beim Beginn der Degeneration, bei der Abkühlung, bei 
der Einwirkung künstlicher Umgebung auf. Alle diese 
Fälle erklärt S. für bedingt durch erhöhten (nicht etwa 
durch verkümmerten) Stoflwechsel. 

Regeneration. — Wunden an den Ohren von 
Kaninchen heilen nach Lick (57) rascher bei gleich- 
seitiger Sympathieus Durchschneidung am Halse, wodurch 
arterielle Hyperämie bedingt wird. Diese ist als ein 
die Heilung förderndes Agens anzusehen. 

IV. Epithelien und Integumentbildungen. 

1) Adachi, B., Hautpigment beim Menschen und 
bei den Affen. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 1. 
S. IG — 18. — 2) Balmanno Squire, A. J., An ex 
ample of universal hirsuteness. Lancet. March, p. SS7 
bis 888. Witb 2 rigs. — 8) Do e ring, P., l'eber die 
angeborene Haarlosigkeit des Menschen. (Alopecia con- 
genita.) 1901. Inaug.-Diss. 8. Erlangen. 38 Ss. 
Mit einer Fig. — 4) D'Evand, Intorno alla genesi d-l 
pigmento epidermico. Atti della R. acead. med -chirurg. 
di Napoli. — 5) Holmgren, E., Ueber die Tro- 
phospongien der Darmepithelzellen, nebst einer Be- 
merkung in Betreff einer von Pro). Browicz neulich 
publieirten Abhandlung über die Leberzellen. Anat. 
Anzeiger. Bd. XXI. No. 16 u. 17. S. 477—484. Mit 
4 Fig. — 6) Kidd,W., Diagrams illustrating the arran 
gement of the hair on the frontal region of man. Joum. 
of anat. Vol. XXXVI, P. 3. p. XXX XXXII. With 
one pl. — 7) Kromayer, E., Neue biologische Be- 
ziehungen zwischen Epithel und Bindegewebe. Desmo- 
plasie. Areh. f. Dermatol. Bd. LX1I. H. 2 u. 3. 
S. 299 328. Mit 9 Taf. u. 3 Fig. — 8) Labbe, A., 
Sur la continuite librillairc des cellules epitheliales et 
des rausetes chez les Xebalia. Compt. rend. de l'aead. 
de Paris. T. CXXXV. No. 18. p. 750—752. — 9) 
Loeb, L., Ueber das Waehsthnm des Epithels. Areh. 
f. Entwickelungsmeelianik. Bd. XIII. H 4. S. 487 
bis 50«. Mit einer Taf. - 10) Macleod, J. M. II., 
Recent Observation* on the human Stratum corneuni. 
Journ. of anat. P. 4. p. LVI — LIX. — 11) Maier. 
H., Ueber den feineren Bau der Wimperorganapparate 
der lufusorien. Areh. f. Protistcnkunde, 1903. Bd. II. 
H. 1. S. 73-179. Mit 2 Taf. - 12) Marshall. F. 
II.. Exhibition of microscopic preparations of mammalian 
hairs. Report of the 71 th. meeting <>i the British asso- 
eiation f. the advancement of scienee at Glasgow in 
1901. p. 692. - 13) Derselbe, On hair in the 
Kquidae. Proceed. of the R. societv of Edinburgh. 
Vol. XXIII. p. 375— 390. With 6 pls. — 14) Mascha, 
E„ Ueber den Bau der .Schwungfeder. Zool. Anzeiger. 
Bd. XXVI. No. «89. S. 142-144. - 15) Matsuura, 
U., Die Diekeuschwankungen des Kopfhaares des ge- 
sunden und kranken Menschen. Areh. f. Dermatol. 
Bd. EXIL IL 2 u. 3. S. 273-298. Mit einer Fig. 

IG) Merk, L., Experimentelles zur Biologie der 
menschlichen Haut. III. Mittheilung: Vom biologischen 
Bilde bei der Resorption. Sitzungsber. d. Ak.td. rl. 
Wissenseh. zu Wien. Math.-naturw. Klasse. Bd. CIX. 
II. 9-10. Abth. 3 S. 715-747. Mit 2 Taf. — 17) 
Derselbe, L'eber Lebensvorgänge in der menschlichen 
Epidermis. Verhandl. d. Gesollscb. Deutscher Naturf. 
n. Aerzte auf der 73. V. rsamml. in Hamburg. 1901. 
Med. Abth. Th. II. 2. Hälfte. S. 448-450. — 18) 
Derselbe, Dasselbe. Die medicinische Woehe. Jahrg. 
1901. No. -18. S. 507 -508. — 19) Pcttit, A. et 
J. Girard, Actum de quelques substanecs sur I'epi- 
thelium du revetement de plexus chorioides du Systeme 
nerveuj eentr:il. Compt. rend. de la soc. de biolog. 
T. LIV. No. 20. p. 699-700. — 20) Pinkus. F., 
Ueber einen bisher unbekannten Nebenapparat am Haar- 
systetn des Mensehen. Haarsebeiben. Dermatol. Zeit- 



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Kkalsk, Histologie. 



56 



«fhriit. Bd. IX. II. 4. S. 465— 169. Mit 3 Fig. - 
21, Regaud, Sur los phcnomenes de secretiou de 
L'-'pitbOlium seminal. Bibliographie auatomique. T. XI. 
Y. 4 p. 294- 315. (Polemik gegen Loisel, ibidem. 
F. 3 p. 16t» — 196.) — 22) Saint Uilairo, C. Ueber 
Aia Bau des Darmcpithels bei Amphiuma. Anat. Anzeiger 
Bd. XXII. Xo. 23. S. 449-493. Mit 6 Fig. - 23) 
Schumacher, S. von. Zur Biologie des Flimmer- 
rpithcls. Silzungsber. d. k. Akad. d. Wiascnseh. zu 
Wien. Math.-naturw. Klasse. 1901. S. 195—224. 
Mit einer Tafel. (Bericht f. 1901. S. 49.) — 24) 
Studnicka, F. K., Die Analogien der Protoplasma- 
Körungen der Epithel- und Chordazellen mit Biudc- 
^»tbsfasern. Sitzungsbcr. d. k. Böhm. Gesellseh. d. 
Wissenscb. zu Prag. 9 Ss. Mit einer Taf. — 25) Der- 
selbe, l'eber das Epithel der Mundhöhle von Chimaera 
monstrosa. Mit besonderer Berücksichtigung der Lymph- 
bshtieu desselbeu. Bibliograph, atiatom. T. XI. F. 3. 
•>. 217-233. Avec 5 (ig. — 26) Derselbe. Ueber 
SUcbclzcllen und sternförmige Zellen bei Kpithelien. 
Sititiogsber. d. k. Böhm, (tesellsch. d. Wissensch, zu 
l'ng. 9 S>. Mit 2 Taf. — 27) Veneziani, A. Con- 
trihuto allo studio del rambio dei capelli nell' uorno. 
(iijrn. di malattte veneree ecc. 1901. Milano. F. 5. 
.'.1 }>p. Con fig. 28) Vignon, F.. Rceherches de 

i-vtolojfie generale sur les cpitheliums. Archives de 
:■>»!. eip.;r. Annce 1901. T. IX. No. 3 et 4. p. 371 
^ 715. Avec. 11 pl. — 29) Walter, II. F.. On trans- 
Mry epithelial struetures assoeiated with the mamrnary 
.ipparatus in man. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 6. 
S. 97-111. With 14 figs. 30; Werner, R, Ex- 

perimentelle Epithelstudien. Ueber Waebsthum, Ite- 
;-r.'.ration, Amitosen- und Riescnzellcnbildimg des 
Kpithels. Beitr. /. klinischen Chirur. Bd. XXXIV. 
S. I-h4. Mit 9 Taf. u. 9 Fig. 

Platten epithel. — Ueber die Hornschieht der 
menschlichen Epidermis hat Maclcod (10) neue Unter- 
suchungen angestellt. Das Kcratohyalin wird vom 
/.dlenprotoplasraa producirt, aus dem ersteren entstellt 
'las Kleidin und schliesslich Fett. Letzteres findet sich 
auch für sich allein in den Hornzellen; diese werden 
ijreb Keratindonieri zusammengeklebt. Die Kerati- 
>ation besteht in einer Transformation von inter- 
•jjithelialen Fasern und wahrscheinlich des äusseren 
Theiles des inti accllulärcu Spttngiopla.sma in Keratin. 
Für diese Leistung besitzen die genannten Fasern eine 
laen innewohnende Kraft. Die Körnchen, welche auf 
nacerirteri und tingirten Hornzellen sieh finden, sind 
»atirscheinlich verhornte Stacheln. 

Flimm crepithe). — An Fröschen stellte 
v Schumacher (23) Experimente mit dem Flimmer- 
'j ithel der Racbciiseblcimhaut an, das in den dorsalen 
1.;. rapbranm eines anderen Frosches eingebracht wurde. 
Hibei ergab sich Folgendes: 

1. Flimmerepithel kann, in den Dorsallymphsaok 
•:.rics Frosches eingeführt, ohne mit benachbarten <ie- 
» ; :ben zu verwachsen, mehrere Wochen (5 Wochen) 
überleben und seine Fliramerf.ihigkeit im vollen L'm- 
lauge bewahren. •- 2. Wird Raehensehleiinhaut eines 
FkhcIics in den Rückcnlymphsack eines anderen ein- 
geführt, so lösen sich Epithelzellgruppen von der 
Schleimhaut ab, die sich entweder zu abgerundeten 
/«■licomplexen. Flimmerballen, umlagern, deren Flimmer- 
taarc nach aussen gerichtet sind und die vermöge des 
'Mienschlages lebhaft rotirend weiterleben können, 
."Irr • 3. die losgelösten Zellgruppen lagern sieh 



derart, dass aie eine allseitig geschlossene Hohlkugel 
mit gegen das Lumen gewendeten Flimmerhaarcn bilden, 
Flimraercyste. Der Inhalt der Flimmercysteu wird durch 
den Cilienschlag in steter Rotation erhalten, wobei die 
Cyste selbst ihren Ort nicht verändert. — 4. Es lösen 
sich auch einzelne Flimraerzcllen ab, die, sobald sie 
frei geworden sind, in den meisten Fällen Kugelgestalt 
annehmen und durch die Cilienbewegung, sowie die 
Flimmerballen, in rotirende Bewegung versetzt werden. 
Das Bestreben, Kugelform anzunehmen, zeigt auch jede 
einzelne Zelle eines aus wenig Zellen bestehenden 
Flimmerballens, wodurch letzterer eine maulbeerförmige 
Gestalt annimmt. — 5. Die Schleirazellen (Becherzellen) 
der Raehensehleiinhaut des Frosches sind keine umge- 
wandelten Flimmerzellen. Sie treten als jüngste Formen 
in den tieferen Schichten des Epithels auf und rücken 
allmälig, das Protoplasma der Flimmcrzellen verdrängend, 
gegen die freie Schleimhautoberflache vor. C. Indem 
die Schleimzellen platzen, können sie den ihuen vor- 
gelagerten Antheil einer Fliinmerzelle vom übrigen 
Zellenleib losreissen. Diese losgetrennten, mit Flimmer- 
saum versehenen Zellenfragmentc nehmen Kugelform an 
und leben als Flimmcrkörperchen im Rachenschleim 
weiter, meist rotirende Bewegungen vermöge des Cilien- 
sehlages ausführend. Die Fliramerkörpercheu kennen 
kernhaltig oder kernlos sein, und es genügt eine äusserst 
geringe Protoplasmamenge, um den Cilienschlag zu 
unterhalten. Auch an Flimmerballen und Flimraer- 
eysten liudet eine Abstossung von Flimmerkörperchen 
in ähnlieber Weise statt. 

Fuchs (s. S. f!5, No. 50) unterscheidet echte 
Flimmcrzellen von solchen, deren Glien sich 
nicht bewegen und die als Wimperzel len abgetrennt 
werden sollen. Nur die Cilien der Flimmcrzellen be- 
sitzen Basalkörperchen, von denen die Bewegung der 
Cilien abhängig sein soll. Die Fortsätze der Wimper- 
zellen im Epcndym des Ccntralcanales des Rücken- 
markes, sowie im Vas epididymidis der Maus sind nicht 
beweglich, die Zellen haben Centralkörper:ben, aber 
keine Basalkörperchen und ihre Wimpern sollen nicht 
als Härchen, sondern der ganze Apparat als Hygro- 
phoron bezeichnet werden, weil F. glaubt, dass die 
Wimpern austretendes Seeret passiv zur Zellenobcrfläche 
hinleiten. Ben da möchte eher an sensible Functionen 
denken; v Lenhosst-k will die beweglichen Cilien 
Kinoeilien, die unbeweglichen Stereocilien nennen. 

Haare. Die Anordnung des Haarwuchses 

an der Stirn hat Kidd (»".; einem besonderen Studium 
bei 70 Kindern, vom Neugeborenen bis zum sechsten 
Lebensjahre unterzogen und die Ilaiiptformcn auch ab- 
gebildet. K. meint, die Verschiedenheiten bedeuteten 
eine Vererbung erworbener Eigenschaften, je nach der 
Art, wie nämlich die Vorfahren jener Kinder sieh ge- 
kämmt bal>en. Bei AfT- n verhalten sich die Haarströme 
ganz anders. 

Einen Fall von fast absoluter Haarlosigkeit bei 
einem 6jährigen Mädchen hat Doering (3) beschrieben. 
Das Merkwürdige ist, dass die Talgdrüsen in ähnlichen 
Fällen z. U. denen von Schede und Zi»>gler voll- 
kommen normal entwickelt waren. — Balmanno 



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5G 



Krause, Histolooik. 



S.)uirc (2) bildet eine Frau aus Birma und deren Sohn 
ab: beide waren über das ganze Gesicht sehr stark 
behaart. Sie selbst und ihr Vater hatten keine Backen- 
zähne, sie selbst nur die 8 Schneidezähne. 

V. Bindesubstanz. 

a) Bindegewebe, elastisches Gewebe, Fett- 
gewebe. 

I) Almkvist. .)., Weiteres zur Plasiuazclleiifrage. 
Antwort an A. Pappenheim. Monatshelte f. praet. Der- 
matol. Bd. XXXIV. No. G. S. «.»81 -'SS. -- 2) An- 
thony, lt.. Du role de la compression et de son prin- 
zipal mode dans la genese des tendons. Compt. rend. 
de la soe. de hioh.g. T. L1V. No (5 p. ISO--1S2. 

."}'' Auerbach. M., Das braune Fettgewebe bei 
schweizerischen und deutschen Nagern und liiscctivoreii. 
Archiv fnrinicro.se. Anat. Bd LX. II 2. 8. 2i>l -333. 
Mit 2 Taf. u Tabellen. — 4) Babor, J. F, Zur Histo- 
genese der Bindesuhstanzcn bei Weichthieren. Verband I. 
d. 5. Internat. Zoologen - Congressos. Berliu. 1001. 
S. 7% -SOS. 5) Bösfllini, I'. I... Sutle plasma- 
zellen. Bnlletino d. scicti/e medichc di Bologna. I'JOI. 
Anno LXX11I. Vol. I F. 2. p. 45—47. — Ii) 
Ferc, Ch. et K. Papin, Note sur lY-tat crible des 
apoiievroses eliez les degeneres. Joum. de l'anat. 
Aniiee XXX VIII. No. II. p. 57b" 571». Avec. f. tig. 
7) II . l'eber orcöinophiks Bindegewebe. 8. Wien. 
Mit Tal. — 8} Himmel, J M, Die Plasmazellen. 
Monatsh. f. prakt. Dermal..!. Bd. XXXIV. No. 11. 
8. 543. - i>) Hofmann. F. B., L'eber di.- Färbung 
des elastischen Bindegewebes durch protr.iliirte vitale 
MethvIcnblaul.eh.Didluug. Archiv dir Anat. Anal. Abth. 

H. 3.' u. 4. S. 115 1 HJ Mit 2 Fig. 10; Katsu- 
lada. F., Zur Kenntnis.s der regressiven Veränderungen 
der elastischen Fasern in der Haut. Beiträge z. pathol. 
Anat. Bd. XXXI. II 2. S. 2% 311. Mit einer Tat'. 

11) Lcvaditi, Ii., Contribution ä lY-tnde des Mast- 
Zellen et de Ii MasUelienleucocyto.se. 8. Th.se. Paris. 
— 12; l.evy. O.. Leber Versuche zur Frage von der 
funi'tioiK lWii Anpassung des Bindegewebes. Anat. An- 
zeiger. Bd. XXI. Suppl. 8. 58 (13. (Piscussiou : 
Bous, Waldeyer, Roux). — 13) Mall, Franklin P., 
The developnii tit of the connective tissues from the 
«•onn.'ctive tissue svncytiuni. American joutn. of anat. 
V.d. 1. No. 3. p. 32!) -3(1«. Willi 18 ligs. 14) 
Maximow. A., Kxperimentellc Untersuchungen über 
die entzündliche Neubildung von Bindegewebe. Bei- 
träge /. p.nli- l. Au.itomie. V. Suppl. — 15) Michaelis, 
Ii., IVb, r Mastzellen. Münchener med. Wochetischr. 
Jahrg. XXXXIX. No. 6. 8.225- 22*1. - 16) Pappe ti- 
li e i Hi , A., Iti .Sachen der Plasma/eilen. Monatshelte f. 
prakt. Dermatol. Bd. UV. No. Ü. S. 2*11-2»«;. — 
17' Derselbe, Weitere kritische Ausführungen zum 
gegenwärtigen Stand der Plasmazelten-Frage Vireliow's 
Archiv. Bd. CLXIX. II. 3. S. 372-428. — 18) 
Pekeltiaring, C. A., Le tissu conjonetif chez 
l'huitre. Petrus Camper, Deel I. All. 2. S. 22S— 2.%. 
P.Ii Schlesinger, II, l'eber Plasmazellen und 

Leu yteti. Archiv f. Anat. Physiol. Abth. H. 5 u. C>. 

S. 552—557. — 20; Derselbe, l'eber Plasmazellen 
und Lvmph.'cvten. Virehow's Archiv. Bd. CLXIX. 
II. 3. 8. 42S 444. - 21) Schreiber, L, Leber ein 

I. ' -meines i »blert zum Studium der Mastzelleu (Clas- 
tuatoey teil). M'.iuchener med. Wochetischr. Bd. XLIX. 
N". 50. S. 207»; -2077. — 22; Teuf fei. F.. Zur Knt- 
wiekehitig der elastischen Fasern in der Lunge des 
l-Vtus und des Neugeborenen. Archiv f. Anat. Anat. 
Abth. IL 5 u. «. "S. 377 S'J2. Mit 3 F.g. Knt- 
»iekeluti^se. .schiebt lieh.: — 23) l.'nna. P. G., Die 
Altnkxist'seheii Plasmazellen. Monatshefte f. j» r \k t , 
Perniat-I. IM. XX XIV. No. i\. 8. 2!»7-«O0. 21; 



Zaehariades, P. A., Sur le gonflement des tendons 
dans l'eau distilb'e. Compt. rend. de la soc. de biolog. 
T. LIV. No. 4. p. 121-123. 

Kxpcritncntc mit Sehnenresection beim Ka- 
ninchen, die Lcvy (12) über die Krage von der fuuetio- 
ncllen Anpassung de» Bindegewebes anstellte, führten 
zu der Annahme einer hoben Bedeutung der Function 
für die Ausbildung von Bindegewebsfasern und Biude- 
gewebsstrueturen. In der Discuision wies Waldeyer (12! 
auf eine Fehlerquelle hin, Roux consUtirte. dass beim 
Fehlen von Zugwirkung (der Mm. gastroenemii und 
soleus) die Bildung von Bindegewebe sieh verzögert 
und in verschiedenen Riehtungen erfolgt, und stellte 
zugleich weitere Versuche in Aussicht. 

Pla.smazel len. — Die Plasmazellen habcu zu mehr- 
fachen Discus-sionen Anlass gegeben. Schlesinger (2<>) 
versieht unter diesem Ausdruck die in der normalen 
Darmsch leiinhaut bekanntlich vorhandenen zahl- 
reichen grossen und kleinen Leueoeyten. Letztere können 
nämlich durch Aufnahme vom Plasma verändert und 
hierdurch zu Plasuiazclleu werden. Pap pe n h e i m ( 1 7 i 
hingegen leitet alle im G ran u 1 a t i on sge w c be anzu- 
treffenden Leueoeyten von Bindegewebszellen ab. mit 
Ausnahme der itmltiiiucleären Formen derselben, die 
nach P. häinatogener Abkunft sind, l'ebrigen.s rechnet 
8. die Plasmazellen von Waldeyer zu den Mastzellen 
und deutet die Plasmazellen von Marnchalko r.um 
grossen Theil als in ihrer Form veränderte grosse und 
kleine Leueoeyten. 

Die Mastzollen von Khrlich, die Clasmatocy ton 
von Kail vi er und die Polvbtaston von Maximow (14) 
erklärt Schreiber (21) für identisch. Die Unter- 
schiede in Betreu* des K.'.rnchetigehaltes resultiien aus 
der verschiedenen Behandlungsmethode. 

Unter den Mastzellen, deren Kornchen sich intensiv 
mit basophilen Farbstoffen wie Methylviolett, Thionin, 
Toluidinblau. Kresylviolett, Methylenazur färben, 
unterscheidet Michaelis (15) B i n d ege w ebs m a s t - 
Zellen und B I u t m as t z c I len , die keineswegs ideutisch 
sind. Die Körnchen der Blutmastzellen sind in Wasser 
löslich und gehen bei Kinbettung in Celloidin oder 
Paraftin leicht zu Grunde. Aber auch im Bindegewebe 
giebt es histogene Bindegewebsmastzelleti mit leicht 
zerstörbaren Köruchen. 

Das braune Fettgewebe der Nager hat 
Auerbach (3) zum Gegenstand seiner Untersuchungen 
gewählt. Ks wurde eine möglichst grosse Zahl von 
Thieren untersucht und zwar 26 verschiedene Gattungen 
mit 102 Thieren. Ks fand sieh nun, dass folgende 
Säugethiere Aulagen von braunem Fett an allen typischen 
Stellen des Körpers besitzen, nämlich Mus decuinanus, 
Mus rattus, Mus musculus, Arvkola agrestis, Myoxus 
muscardinus, Myoxus nitela, Lepus timidus, Aretoim s 
marmota, Kricetus frumentarius, Krinaceus europacus, 
Talpa europaea. Vespertilio tnystacinus. Nicht an allen 
typischen Stellen, aber doch au einigen lindet sich 
braunes Fett bei Sriurus vulgaris, Lepus cunieulus. 
Cavia Cobava. Gar kein braunes Fett fand sich bei 
M. l. s trmis und Felis domestica. — Aus diesen l'nter- 
■ uchuug. n gehl h. iv>r, dnss das Vorhandensein v- u 



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Kraüsb, Histolooib. 



57 



braunem Fett nicht in bestimmter Beziehung zum 
Wiutersehlafe steht, indem dasselbe bei einigen Wiutcr- 
schläfern fehlt, dagegen aber bei viele» Niebtwintcr- 
»cbläfern wohl entwickelt ist. Das braune Fett braucht 
nach dem Winterschlafe nicht, wie Carlier (1893) 
anhebt, sich bis auf einige fibröse Stränge zu redu- 
v ircn. sondern es kann in grosser Ausdehnung bestehen 
bleiben. Bei der Ratte, der Haselmaus und dem Murmel- 
thier ist ein deutlicher Uebergang von braunem in 
»ersses Fett zu constatircu. — Ks ist nicht unbedingt 
tiV'tbwendig, das» den Winterschläfern (Murrneltbier, 
(»art^uschläfer) wahrend der Dauer des Schlafes 
Nahrung gereicht wird. Die Thiere können auch ohne 
•h:ii- den Winter überdauern. — Von untersuchten 
Kmbrvonen waren folgende im Besitz eines sogenannten 
l'nmitivorgancs, nämlich: Ratteu-, Maulwurf-, Kaninchen- 
und KaUenembryouen. — Der microseopische Bau ist 
(•i allen untersuchten Thieren ein ausserordentlich 
' .:ihei»lii'hcr. Die Zellen unterscheiden sich bei den 
verschiedenen Individuen hauptsächlich nur durch ihre 
'irösse. Die Zellen besitzen keine Zellenmenihra». Die 
üilrlung der Fetttröpfehc» hängt jedenfalls mit den 
/.ellengranula zusammen. — 

See ro tische Fettmassen im Panereas färbte 
l.iepmaun (s. oben S. 49. No. 45) blaugrün mit Hfima- 
: ivlin oder I.itliioncarmin und Kupferaeetat. 

Elastische Fasern. — Die Muskelzüge des 
-nus und Vorboles des Froscbherzeus sind nach Hof- 
fiäini (9) von einem dichten Netzwerk elastischer 
Fasern umsponnen. Dieselben färben sich bei der 
viulen Tinetion mit Mcthy leublau und konnten mit 
Nervenfasern verwechselt werden, ausserdem 
•-itigiren sie sich mit Orcein u. s. w. Sie umspinnen 
'licht jene Muskelbündel des Vorhofes u. s. w. Wie 
!rai>r S. Mayer warnt daher U. vor dem gewöhnlichen 
Verfahr..'», ohne Weiteres jede mit Methylenblau sich 
t ngirende feine Faser für nervös zu halten. 

b) Knochen, Knorpel, Gelenke. 

1) Askanazy, M., Ucbcr das basophile Proto- 
plasma der Osteoblasten. Ostcoelasten und anderer Ge- 
webszellen. Ccntralbl. f. allgem. Pathol. Bd. XIII. 
N". 10. S. 3G9— 878. — 2) Bcretta, A., ha molti- 
plicaiione ccllulare uel midollo delle ossa del Riccio 
'iurante Tiberna/ione. Monit. zoolog. Italiauo. Anno 
Uli. No. 8. p. 212-215. - 3) Biedermann, W., 
Leber die Bedeutung von Crystallisationsprocessen bei 
irr Bildung der Skelete wirbelloser Thiere, namentlich 
i'r Molluskenschalen. Zeitschr. f. allgem. Physiolog. 
Bd. 1 II. 2. S. 154-208. Mit 4 Taf. — 4) <ire- 
io». J. J., Contribution ä l'etude des manques de 
substance osscuse du eräne. Arch. des scienees biolog. 
•1? l'instit. imper. des naturalistes de St. IVtersbourg. 
T IX. No. 2. p. 213-250. - 5) Hesse. F., Zur 
Kenntniss der Granula der Zellen des Knochenmarkes, 
b'i der Leucocvten. Virchow's Archiv. Bd. CI,XVIl. 
H 2. S. 231-296. Mit einer Taf. — ß) I.efas. K., 
"'ir 1a reparation du cartilage articulaire. Arch. de 
pjH*-c. eiperim. No. 3. p. 378—38«. Avec 4 tig. — 
".' Horawitz, F., Zur Kenntniss der Knorpelkapseln 
und Cbondriubalten des hyalinen Knorpels. S. Jena. 
- Derselbe, Dasselbe. Arch. f. microsc. Anat. 
B'I. LX. H. 1. S. 6fi— 99. Mit einer Taf. — 9) 
Nürdmann, 0., Hin Beitrag zur phagozytären Bolle 
d'r Riesenzellen. Inaug.-Diss. 8. Böttingen. 1901. 



21 Ss. — 10) Pacchioni, D., Untersuchungen über die 
normale Ossilication des Kuorpels. Jahrb. d. Kinder - 
heilk. Bd. LVI. F. 3. Bd. V. II. 3. S. 327-340. 
Mit einer Taf. — 11) Pensa, A., Üsservazioni sulla 
struttura delle cellule cartilaginosc. Bollet. di soc. 
med. chir. di Pavia. 1901. No. 3 e 4. p. 199- 205. 
Con una tav. — 12) Ren au t, J., Histologie et Cyto- 
logie des cellules osseuses. Dcveloppemeut et carac- 
tires generaux des libres osseuses. Compt. reud. de 
la sessiou de l'associat. des anatomi*tes franc. ä Mont- 
pellier, p. 216—229. Avec 5 fig. — 13) Retzius, 
Ii., Zur Kenntniss der Riesenzellen und der Stützsub- 
stanz des Knochenmarkes. Biolog. Untersuch. Bd. X. 
S. 37—44. Mit 2 Taf. — 14) Saccrdotti, C. e <i. 
Frattin, Sulla struttura degli osteoblasti. Anat. An- 
zeiger. Bd. XXII. No. !. p. 21—25. Con una lig. 
— 15) Schaffer, J., Ueber neuere Untersuchungs- 
raethoden des Knochen- und Zahngewebes und Ergeb- 
nisse derselben. Centralbl. f. Pbysiol. II. 20. — 16) 
Schwarz, E., Zur Cytogenese der Zellen des Knochen- 
markes. Wieucr klin. Wochenschr. 1901. No. 42. 
S. 4fi— 57. — 17) Srdinko, 0. V., Beitrag zur Histo- 
logie und Histogenie des Knorpels. Anat. Anzeiger. 
Bd. XXII. No. 20 und 21. S. 437-44«. 18) Der- 
selbe. Studie über die Histologie und Histogencsis des 
Knorpels. Verl», d. Böhmischen Akad. zu Prag. 20 pp. 
Mit einer Taf. u. 2 Fig. (Czcehisch). — 19) Volpino, 
<i . Del pericoudrio c di altrc membrane fibröse, luter- 
nat. Monatsschr. f. Anat. Bd. XX. II. 1 bis 3. S. 91 
bis 100. Mit einer Taf. — 20) Zoppi, A., Del tra- 
pianto della cartilagine interepifisaria. Deila sostitu- 
zione della cartilagine iulcrepilisaria con cartilagine ar- 
trodiale d'incrostazionc. Archivio medico. Vol. XXIV. 
F. 4. p. 419-424. Co» 2 tav. 

Auf experimentellem Wege fand Beretta (2), dass 
im Knochenmark vom Igel (Eriuaceus europaeus) 
während des Winterschlafes eine bedeutende mitotische 
Zcllenvermehrung .stattfindet. Auch »ach Schwarz (IG) 
geschieht die Proliferatiou der Knoehenmarkselemcnte 
auf dem Wege der Mitose. Jede Zellenart, nämlich 
l.yrnphocyten, Specialzelle», granulirte Zelle», nimmt 
an derselben ihren relativen Antheil. Jede Zellen- 
art des Markes hat ihre eigene Generation. Es 
giebt im Knochenmark kein Nacheinander von Zell- 
stadien, sondern nur ein Nebeneinander von Zellarten, 
Eine Reifung von Lymphocyten zu granulirten Zellen 
besteht nicht. 

Mit Hülfe verschiedener Färbungen unterscheidet 
Morawitz (8) im jugendlichen K uorpelgewcbe eine 
albumoidc und eine chromatophile Substanz. Hin 
chemischer, von innen nach aussen innerhalb der Knorpel- 
kapsel fortschreitender Process liefert beim Erreichen 
der Kapsel Ch on d rinbal len . die mit der Knorpel- 
kapsel zu identificiren sind. 

VI. Ernährungsflüssigkeiten und deren 
Bahnen. 

a) Blut, Lymphe, Chylus. 

1} Almkvist, .)., Ueber die Emigrationsfähigkeit 
der Lymphocyten. Virchow's Archiv. Bd. CLXIX. H. 1. 
S. 17— 2S. — 2) Aschheiin. S., Zur Kenntniss der 
Erythrocytenbildung. 8. Kreiburg. ■- 3) Derselbe, 
■ dasselbe. Arch. für microsc. Anat. Bd LX. II. 2. 
S. 261-290. - 4) Audibert, V.. De IVssaimago des 
grantilauWs eosinophiles. C.-mpt. rend. de la soc. de 
bi„|..o. T. MV. No. 32. p. 1321 -1325. 5) Derselbe. 



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Krause, Histolouib. 



Keile du leucocyto eosinophile «laus l'ccouomic. Ibidem. 
T. UV. No. 36. p. 1502— 1503. (Krün. biol. de Mar- 
seille.) — 6) Bainbridge, F. A., Ou the relatiou ol 
metabolism to lymph formatiou. British med. jouru. 
No. 2176. p. 776—777. — 7) Biondi. C, Contributo 
allo studio del metodo biologico per la diagnosi speci- 
fic» dcl sangue umano. Sperimeutale. 1901. Anno LV. 

F. 5 e 6. p. 720— 758. — S; Breuer, R., Zur Technik 
der Leucocvtenzähluttg. Berliner klin. Wochcnschr. 
Jahrg. XXXl'X. No. 41. S. 953-955. — 9) Boccardi, 
(!., .Sulla evoluzione degli eritroblasti. Atti dell' accad. 
med. -Chirurg. Napoletaua. Auuo LVI. No. 1. p. 12. 
No. 2. — 10) Buffa, E., Resistenza dei globuh rossi 
del sangue. L'n nuovo metodo di determinarla. 1901. 
Arcbivio medieo. Vol. XXV. F. 2. p. 187 — 199. Con 
uua tav. — 11) Butza, ü., Uu nouveau moyen pra- 
tique pour distinguer Ie sang de rtiomme avec celui 
des aniraaux. Compt. rend. de la soci- de biologic. T. MV. 
No. 12. p. 406-408. - 12) Derselbe, Dasselbe. Bullet, 
de la soe. des scienees de Bucarest. Antue XI. No. 3. 
p. 316 — 318. — 13) Cagnetto, G., Sulla reazione del 
guaiaco in presenza di aleutie varietä dei leueo- 
citi. Archivio medieo. Vol. XXVI. F. 2. p. 211— 228. 

- 14) Cesaris - Dt ine 1. A., Usservazioni istologiclie 
sul sangue. Compt. rend. du 5e cougres ioternat. d. 
pbysiol. 1901. Arcb. ital. d. biologic. T. XXXVI. F. 1. 
p. 165—166. — 15) Couvrcur, F. Sur le sang des 
mollusqucs gastcropodos m.irins. Comptes rend. de la 
soc. de biolog. T. UV. No. 31. p. 1251-1252. — 
16) Dekhuyzen, Over bloedeellen. Tijdsehr. d. Neder- 
land. dierkond. vereeniging. I). 7. All. 2. p. 37—38. 
-- 17) Einhorn. M. et G. I,. Lnporte, Eine ueue 
Metbode, die Blutkörperchenzahl nach Trockenpräparaten 
aiinäheriid zu bestimmen. Fortsclir. d. Mcdtcin. Bd- XX. 
No. 13. S. 417. -- 18) Dieselben, A new method 
of approximately estimating the ruimber of blood- 
corpuseies from stained speeimens. Medieal news. 
p. 741 744. With one (ig. — 19) Kugel, C. S.. 
Der gegenwärtige Stand der Blutlehre. Klinisches 
Jahrbuch. Bd. IX. 16 S-. — 20} Frassi, A., Cou- 
tributo alla conoscenza delle cellule eosiriofilo. Cli- 
nica moderna. Anno VIII. No. 14. p. 162 -165. — 

21) Gardini, I'. L., Rieerche sulla resistenza dcl Ic 
emazie del feto umano a diversi periodi di sviluppo. 
Arch. ital. di ginecol. Anno V. No. 1. p. 47 -49. - 

22) Derselbe, Dasselbe. Annali di ostetrieia. Anno 
XXIV. No. 1. p. 128-134. - 23) Bedon, F., Sur 
la translusion du saun law apres höiuorragie et les 
modifications de forme des globules rouges suivant les 
milicuv. Compt. rend. de la session de f-as-ociat. des 
anatom. Irane. ä Montpellier, p. 90 91. — 24) Heinz. 
B.. Der Cebergaug der embryonalen kernhaltigen rothen 
Blutkörperchen in kernlose Krytbrocvten. Virehow's 
Archiv. Bd. CLXVtlI. II. 3. s" 504 512. Mit einer 
Fig, 25; II esst-, F.. Zur Keuntniss der Granula 
der Zelb'ii des Knochenmarkes bc/w. der Leucocvten. 
Kbendas. Bd. C1.XVI1. II. 2. S. 231— 296. Mit l" Taf. 

— 26} lltrschteld, II., Zur Blutplaf.ehenfrajjt. Anat. 
Anzeiger. 1901. Bd. XX. N». 23 u. 24. S. 605 bis 
607. - 27) Janosik. .1. L<> dcveloppement des glo- 
bales sanguins ehe/ les amniutrs. Bibliographie anat. 
T- X. F. 4. p. 273—282. Avec niie pl. 28) .lawein, 

G. . Erwiderung auf die Bemerkungen von l'rof. H. Gra- 
witz zu meinem Artikel: Leber die basophilen Körnchen 
in den rothen Blutkörperchen. Berl. klin. Woehensehr. 
Jahrg. XXXIX. No. 9. 8. 201-202. — 29) Jolly. 
.1., Sur la division itidirecte des prutohemoblastes (ery- 
thmblastcs) dans le sang du Triton (Molge). Compt. 
r- nd. de la soc ; öt<- de biolog. T. UV. No. 2. p. 6s -70. 
Avec 8 fig. — 30) Derselbe. Sur Ii division indireete 
,),<» globuk-s sanguins observOe a l'etat vivant. Compt. 
rend. de la session de lassociat. des auatomistes frane. 
ä Montpellier, p. 79- 82. • 31) Derselbe. Intluenoes 
nn'-eaiisques moditiatit- le plan de s. gnieiita'.iun des gl»- 
bub's nanguins ii.-iid.u.t la divisi.o, iudirrele. Ibidem. 



p. 83—85. Avec uue (ig. — 32) Derselbe, Sur les 
mouveinenU des leueocytes. Compt. rend. de la Sur. 
de biolog. No. 20. p. "661—664. — 33) Derselbe. 
Sur les tormes dites regressives des leueocytes du sang, 
ä propos d'uue commuuicatiou. Ibidem. T. LIV. No. 30. 
p. 1192 1193. — 34) Derselbe, Sur quelques points 
de l'etude des globules blaues dans la leucemie. A 
propos de la lixatioii du sang. Archives de medec 
experim. Annee XIV. No. 1. p. 73 — 100. Avec une pl. 

— 35) Jovanc, A., Ancora sui corpuscoli rossi del 
sangue dei bambini, colorabili cou 1'azzurr.» di metilene. 
Fediatria. Anno X. No. 1. p. 23 -28. — 36) Kcmp. 
G. T. e Mademoiselle II. Calhoun, La numeratiori des 
plaquettes du sang et la relatiou des .plaquettes et 
des leueocytes avec- la coagulation. Compt. rend. d. 
5 c cougres internat. d. physich 1901. (Ber. 1. 1901. 
S. 52 ) — 37) Kobert, H. F., Das Wirbelthierblut in 
mierocristallographischer Hinsicht. 8. Stuttgart. 1901. 
118 Ss. Mit 26 Fig. - 38; Le noble et M. Do minie i. 
Methode pour fixer preparations du sang. Compt. rend. 
de la societc de biolog. T. UV. No. 7. p. 223 — 225. 

— 39) Lcvaditi, C, Le leueocyte et ses grariulatiot.s. 
8. I'.iris. 159pp. — 40) Manen, (i. e G. Ca tt eri u a. 
Intorno al c-mportamento della resistenza dei globuli 
rossi nucleati del sangue conservato a lungo fuuri dell" 
organismo. Archivio di farmaeol. sperim- Anno I. 
Vol. 1. F. 2. p. 80-86 No. 3. p. 107 129 - 
41) Dieselben, Da-sHho. Atti del ist it. Vencto di 
sei.ii/.e. I'.MH l'JOj. T. LXI. Disp. 3. p. 203 219. 

— 42)Malthes. M . Weitere Beobachtungen übei den 
Austritt des Hämoglobins aus siiblimatgehärtcteii Blut- 
körperchen. Münchener med. Woehcnsdir. Bd. XL1X. 
No. 17. S. 698 700. Mit 4 Fig. - 43) Maurel. F.. 
Identite dVvolutinn des divers lyniph«»cyt<*s ev.staut 
dans le eanal thoracique a l'etat normal. Compt. rend. 
de la soe. de biol. T. UV. No. 22. p. 740 742. 
No. 23. p. 817 820. — 44) Mduertz. J.. Beiträge 
zur vergleichenden Morphologie der farblosen Blutzöllen. 
Virehow's Archiv. Bd. CLXV1I1. H. 3. S. 353-398. 
Mit einer Taf. — 45) Mczincscu, D., Contribtitions 
ä la morpbologie eompan'e des leueocytes. Arcb. de 
medie. experim. Annee XIV. No. 5. p. 562 -575. 
Avec une pl. — 46} Mirto, D., Sul valore del metodo 
biologico per la diagnosi specific» del sangue nel'e van. 
coutingeuze della pratica medico-legale. Kiforma medica. 
Anno XVII. No. 222. p. 855-858. No. 223. p. 866 
bis 870. — 47; MoI-mi, C. e G. Gaspariiii, Hieerelie 
lisico-chimicbe del sangue nel digiuno. Resistenza delle 
emazie — crioscopia — eondueihilita elettrica. trazzetta d. 
ospedali. Anno XXlll. No. 45. p. 439. — 48) Meussu. 
(i., Recherehes sur l'origine de la lymphe do la circu- 
lation lymphatique peripberique. 1901. Archives Ital. 
de biol. T. XXXVI. F. 1. p. 88-89. - 49) Dcr- 
selbe, Dasselbe. Compt. rend. du 5e congres inter- 
uational de Physiologie. li^JI. — 5U) Negri, A., t)sser 
vazioni sulla sostan/.i eidorabile col rosso neutro nelle 
ematie dei vertebrati. Memorie d. R istit. Lombardei di 
scienze. Vol. XXXV. F. 8. p. 145. F. 10. p. 445— 448. 
51) Nuttall, G. II. F.. The new biological test for blood 
in relation to zoulo^ieal Classification. I'roceediiigs ol 
the R. soctetv of London. 1901. Vol. LXIX No. 453. 
p. 15t)- 153. — 52: Derselbe, Dasselbe. Natur-. 
Vol. LXV. No. 1677. p. 166. — 53) On weh and. 
C. D., De leueoevtenformule van het bloed bij Inlän- 
ders en bi,i Kuropeanen in de tr<ipen. Geneeskundig 
Tijdsehr. voor Ne<lerlaudseb ludir. Deel XXXX11. Art. 3. 
S. 211 223. — 54) l'appettbeim, A.. Aussehbipfen 
von Blutplättchen aus dem Innern der rotheu Blut- 
scheiben. 1901. Münchener med. Wochenschrift. 
Bd. XLVI1. No. 24. S. 1—4. — 55) Derselbe. 
Weitere kritische Ausführungen zum gegenwärtigen 
Stand der Flasm.izellenfrage. Virehow's Archiv. Bd. 
CI.XIX. IL 3. S. 374 428. — 56, Derselbe, Fär- 
berisches zur Kenntuiss <le, sogenannten Chromat in - 
k-rns Kernpunkt.- von l'r. tist.-n. Berliner klinis.-be 



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Kraus«, 

Worheoschr. Jahrg. XXXIX. No. 47. S. 10i»5 10%. 

— 57) Pctrono, A.. Gli uMimi reperti sul sangue. 

l'.»01. Compt. rend. du 5c congres internat. «I. phv- 

jiologi« en 1901 Arch. italienn. de biol. T. XXXVI. 

F l. p. 126—127. — 58) Derselbe. Sur le sang. 

R'stime et conelusions des travaux publica jusqu'ä ce 
j„ur. 1901. Ibidem. F. 8. p. 365— 379. — 59) Der- 

^Ibe, Studi uHcriori sulla reazioue ferrica del globulo 
r-'«o. Atti di accad. med. chir. di Pavia. AnnoLVI. 
S-\ 1. p. 6. — 60) Pieraccini, G., Granulazioni 

...dotile ed eosinofile. SperimenUle. Anno LVI. F. 5 
r 6. p. 641— 654. Con uua tav. — 61) Puehberger, 
<!.. Bemerkungen zur vitalen Färbung der Blutplättchen 
d»s Menschen mit Brillantcresvlblau. Virchow's Areh. 
ItJ. CLXXI. H. 2. S. 181 — 196. Mit l Taf. — 62) 
r)>-rselt»c, Bemerkungen zu einer neuen Methode der 
Yitalfirbung der Blutplättchen des Menschen. Allg. 
Wiener med. Zeitung. Jahrg. XLVII. No. 40. S. 420. 

- 63) Kosin, H. u. E. Bibergeil, Ergebnisse vitaler 
P.iutfärbung. Deutsche med. Wochenschr. Bd. XXVIII. 
XV,. 3. S. 41—43. No. 4. S. 63—66. — 64) .Sachs. 
Ii. IVber den Austritt des Hämoglobins aus sublimat- 
^»härteten Blutkörperchen. Münchcner med. Wchschr. 
Ul XLVII. 2 Ss. 189—190. - 65) Sch lesi t, «er. 
A. Leber Plasmazellcn und Leucocvten. Virchow's 
A.vhir. Bd. CLXIX. II. 3. S. 428-444.— 66) Der- 
•t-I be. Dasselbe. Archiv für Auatomie, Phvsiul. Abth. 
H. 5 u. 6. S. 552-556. — 67) Schmidt. I\ Zur 
Frqjte der Entstehung der basophilen Körner in den 
• 'hon Blutkörperchen. Deutsche med. Wnchenschriit 
-ibrg XXVIII. No. 44. — 68) Schwul he, E , Noch- 
□ uls zur Blutplättchenfrage. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. 
N« « u. 8. S. 203—204. — 69) Stassano, H. et F. 
K ilon, Nouvelles contributions ä la physiologie des 

oevtes. Comptes rend. de l'academie de Paris. 
L CXXXV. No. 6. p. 322 -325. — 70) Dieselben, 
-ur la diapedese des leueocytes charges de leeithine et 
Mir l'absorption de la leeithine par l'endothelium vas- 
■■lihire. Ibidem. T. CXXXIV. No. 7. p. 430-432. — 
,1 Dieselben, Contribution ä la connaissance de Pac- 
!i, n de la leeithine sur les hematies. Compt. rend. de la 
■•'•.•i<V de biolog. No. 5. p. 150 -152. — 72) Die- 

- Iben, Sur l'absorption de la leeithine par les bema- 
tie>. Ibidem, p. 158. — 73) Dieselben, Contribu- 
ti, n i !a connaissance de l'action de la leeithine sur 

s leueocytes. Ibidem. No. 6. p. 167—169. — 74) 
Dieselben, Sur la leueocytose produite dans le peri- 
t in» par les injections de la leeithine. Ibidem, p 169 
Ms 170. — 75) Stewart, Cr. N., A contribution to 

ur knowledge of the action of saponin on the blood 
r rpuseles and pus corpuscles. Journ. of experim. med. 
V I. VI. No. 3. p. 257. - 76) Strauch. C, Die 
--'je biologischo Blutscrumreaction, insbesondere bei 
Mithrrpoiden Affen und bei Menschen. Zeitschrift für 
Ethnologie. Jahrg. XXXIV. II. 6. S. 467-471. — 
" Tirehetti, C, Di un uuovo motodo per diöeren- 
•'iire il sangue umano da quello di altri atiimali. (Ja 
''t:a degli osped. 1901. Vol. XXII. No. 6. p. 631. 

- "SJ Tarotzi, G., Sulla provenienza dei lencoeiti 
i' r 'la iperleueoeitosi. Studio speritnentale sulla leueo- 

i >i. II Morgagni. Anno XXXXIV. No. 10. p. 616 
1 ii >"35. — 79) Tire Iii. V., Altcrations du sang par 
fruid. Arch. ital. di biologie. T. XXXVII. F. 3. 
f 429 - 445. — 80) Derselbe, Azione del freddo sul 
>iiigiie. Compt. rend. du 5e congres internat. de phy- 
: ^e. 1901. Arch. italienn. de biolog. T. XXXVI. 
l. p. 188 — 189.— 81> Viola, 0., Le resistent dei 
vvbuli rossi alle soluzioni di cloruro sodico e i fatt<?ri 
[rncipali che le influiscono. II Morgagni. Anno XXXXIV 
■ v ' 12 p. 725—753. — 82) Willebrand, E. A. v., 
'•r- universell färgningsmetod für blodpreparat med 

••it. och nch methvlenblätt. Finska Läkaresällsk. 
:J-»ndtiDgar. Bd. XLVI. p. 542. — 83) Derselbe. 
i>Viselbe. Deutsche med. Wochenschr. Bd. XXVII. 
v :,7 - 84) Wlassow, K., u. E. Sepp. IVber den 



Histologie. 69 

Kern und die amöboide Bewegung der Blutplättchen. 
Centralbl. f. Path. Bd XIII. No. 12. S. 465-470. 

— 85) Wolff, A., Heber die Bedeutung der Lymphoid- 
zelle bei der normalen Blutbildung und bei der Leuc- 
ämie. Zeitschr. f. klin. Mediein. Bd. XXXXV. H. 5 
u. 6. S. 1— 33. Mit einer Taf. (Bericht f. 1901. S. 53.) 

— 86) Zirolla. G., II corpuscolo di Poggi negli or- 
gani ematopoietici dei feti prematuri. Arehivio roedieo. 
Vol. XXVI. No. 19. p. 385-394. 

Den gegenwärtigen Zustand der Lehre vorn Blut 
schildert Engel (19) und giebt von der Terminolo- 
gie der Blutkörperchen folgende Ucbersicht Man 
• kann kernlose und kernhaltige rothe Blutkorperehen 
antreffen. Die kernlosen unterscheiden sich durch Form 
und Grösse von einander. Mau unterscheidet solche 
von normaler Grösse (normale Erythrocyten oder N<,r- 
mocyten) von kleineren Formen (Microcyten), ferner un- 
regclmässige Formen (Poicilooyten) und grosse Zellen 
(Macrocyten). Sind die rothen Blutkörperchen hämo- 
globinarm, so nennt man sie chlorotisch; nehmen sie 
beim Färben ausser dem Protoplasmafarbstoff noch den 
verwendeten Kernfarbstoff an, so werden sie polychro- 
matisch genannt im Gegensatz zu den gewöhnliehen 
rothen Blutkörperchen, die nur den rothen Protoplasma- 
farbstofT annehmen und als orthochromatisch bezeichnet 
werden. Kernhaltige rothe Blutkörperehen findet man 
nur beim Embryo und im pathologischen Blut Sie 
kommen ebenfalls in mehreren Formen vor, die sieb 
theils durch ihre Grösse, theils durch ihre Färbbarkeit 
sowie durch das Verhältnis» des Kernes zum Proto- 
plasma von einander unterscheiden. Die kernhaltigen 
rothen von der Grösse der normalen Erythrocyten wer- 
den Normoblasten genannt, die grossen Formen werden, 
wenn sie grosskemig sind und ein mehr oder weniger poly- 
chroinatisehes Protoplasma besitzen, als Megah.bl.isten 
bezeichnet, während diejenigen grossen kugeligen For- 
men, welche einen kleinen Kern und reichliches ortho- 
chromatisches Protoplasma haben, Mctroeyten genannt 
werden Endlich giebt es sowohl im embryonalen, als 
auch im anämischen Blute rothe Blutkörperchen, die 
in ihrem Protoplasma mit Kernfarbstoflen darstellbare 
Granula besitzen. Als isotonisoh ist eine Chlornatrium- 
lösung von 0,45 pCt., nicht etwa die physiologische 
Kochsalzlösung zu bezeichnen. 

Rothe Blutkörperchen. — Schon Lccuwcn- 
hoek (1719) hatte nach Weiden reich s. oben 
S. 20. No. 246), der in Schwalbe's Institut in 
Strassburg arbeitete, die rothen Blutkörperchen der 
Säugethiere mit wassergeiüllteti Bläschen verglichen, in 
die man mit dem Finger eine Falte hiueingedriiekt hat 
W. hält diese Blutkörperchen für glockenförmig, ohne 
den von Dekhuyzen (16) für Pctromyxon eingeführten 
Ausdruck C Ii ro mo k ra t erc n adoptiren zu wollen. 
Die betreffenden Glocken haben ziemlich dicke Wan- 
dungen im frischen ohne Zusatz untersuchten Blut der 
Fingerspitze, sie besitzen eine Kuppe und dieser gegen- 
über einen kreisförmigen abgerundeten Hand mit einer 
Höhle, etwa wie eine Gastrula. Aehnliche Formen er- 
hält man dauernd durch 1 proe. Ueberosminrnsäure oder 
cneentrirte Kochsalz-Sublimatlösiing Ebenso erhalt 
man Gloekenform, wenn man Abkühlung d,-s Blutes 



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60 



Kbaüsr, Histologie. 



vermeidet und die in isotonischem Gleichgewicht stehende 
0,fi5 proc. Cblornatriumlösung zusetzt. Die angeblich 
indifferente 0,75 proc. physiologische Kochsalzlösung, 
deren Gebrauch sich auffallender Weiss seit Oeccnuien 
in histologischen Laboratorien fortschleppt (Ref.), ist 
durchaus nicht indifferent, schon Aenderungen von 
0,1 pCt. (Hamburger) rufen erhebliche Formverände- 
rungen an den Blutkörperchen hervor. Hamburger 
hatte sogar 0,9 pCt. empfohlen. Aufs Entschiedenste 
tritt W. für die Existenz einer Umhüllungsmembran, 
die als sog. Schatten isolirt und mit Eisenhämatoxylin 
tingirt werden kann, an den roten Blutkörperchen ein, . 
und der Annahme eines Stroma mit eingelagertem 
Hämoglobin entgegen. In den Schatten, namentlich 
an ihrem Rande findet sich übrigens nach Chrom- 
säurezusatz je ein kleines gelbes Körperchen, das 
einen Rest von Hämoglobin darstcllt- 

Die von Lavdowsky sogenannten Nucleoide, 
nämlich kernähnliche Körperchen im Inneren der rothen 
Blutkörperchen, die seit C. Krause (1841) bekannt 
sind, färbte I'appenheim (54) mit Carbol-Eosin und 
wässerigem Chiuablau oder Capriblau. Das Nucleoid 
kann an die Oberfläche des Blutkörperchens gelangen, 
es wird als länglichellipsoidisches Körperchen ausge- 
stossen und dann zu einem rundlichen Blutplättchen. 
Im Centruin des Blutkörperchens bleibt eine ungefärbte 
Höhle zurück. Dagegen lässt sich durch Tinctions- 
mittel die Concavität des rothen Blutkörperchens als 
eine morphologisch abgegrenzte Besonderheit darstellen. 
Letztere Körperchen erscheinen bei der angegebenen 
Methode tiefblau gefärbt, als rosarothe Zellen mit einem 
blauen Kern. 

Rothe Blutkörperchen, die durch 0,25 pCt. Sub- 
limatlösung abgetödtet waren, sah Sachs (04) nicht 
nur durch Pancreatin, sondern auch durch das eigene 
normale Serum gelöst werden. Das chemisch gebundene 
ljuecksilbersalz hindert den Austritt des Hämoglobin. 

Rothe Blutkörperchen vom Frosch und Kaninchen 
verwandelte Matth es (42) durch verschiedene Lösungs- 
mittel z.B. Pancreatin in Schatten. Letztere nehmen 
aber, wenn sie mit verdünnter Chlorwasserstoflsäure 
behandelt werden, binnen 24 Stunden das Hämoglobin 
aus der darüber stehenden Flüssigkeit, die dabei wasser- 
klar wird, wiederum auf, oder doch wenigstens ein roth- 
gcfiirbtcs Spaltungsproduet des Hämoglobins. 

Die Ergebnisse vitaler Blutfärbung bei Ge- 
sundeu stellten Rosiu und Bibergeil (f!3) folgender- 
maasseu zusammen: 

1) Die chromophoreu Zonen und die plötzlich ein- 
tretende Lcucocytentiuctwm, die Nucleoli der Lympho- 
zyten und die basophilen Körnelungen in den Krythro- 
cyten am Gesunden bei der Methlenblaufärbung. — 
'2) Die kugelige Farbstoffaufnahme bei Ncutralroth und 
Toluidtnblau. — 3) Die krampfhaft amöboiden Be- 
wegungen der Leucoeytcn und starke Körnehetibewegung 
vor der Färbung bei Eosin und anderen sauren Farb- 
stoffen. — 4) Die eigenartige Veränderlichkeit der Farb- 
stoffcomponenten des Fosin-Methy lenblau an den weissen 
Blutkörperchen und die difTercnzirte Färbung der Blut- 
plättchen dabei. — 51 Die rothen Kenik..rperchen in 



den blauen Kernen der Lymphocyten bei Pyronin- 
Metlnlgrün als Charaeteristicum dieser Zellgattung, uud 
die leine Structur ihres Protoplasma. Ferner das amphi- 
bole Stadium der Kernfärbung; der absterbende Kern 
besitzt eine Vorliebe für das Pyronin, der abgestorbene 
für das Methylgrüu. — 6) Das rothe Chromatingcrüst 
aller blauen Kerne bei der Mageutaroth-Mcthylgrüi,- 
färbuug. 

Die Entstehung rother Blutkörperchen aus 
solchen, die kernhaltig sind, hat Aschheim (») unter 
ausführlicher Berücksichtigung der Literatur bei der er- 
wachsenen Maus untersucht. Für Phagocyten wird der 
geschmackvolle Ausdruck „Fresszellei." eingeführt. Der 
Kern der kernhaltigen Blutkörperchen zerfällt innerbald 
der blutbildenden Organe intracellulär, die Kernbrö'kt.1 
verlassen zum Theil das Blutkörperchen und linden 
sich auch in den Fresszellen. Freie Kerne, die auvs.-r- 
halb der Blutkörperchen vorkommen, gebeu zu Grunde, 
l ebrigens will A. eine iutraeelluläre vollständige Kern- 
aullösung nicht ganz in Abrede nehmen. 

Die Anzahl der rothen und weissen Blut 
körperchen empfehlen Kinhorti und Laportc (IT 1 , 
an getrockneten und gefärbten Blutpräparaten zu be- 
stimmen; sie erhielten bei Controlversuchen nit frischtet 
Blut ziemlich gut übereinstimmende Resultate. Beim 
Verdacht auf innere Blutungen kanu man mit dieser 
rasch arbeitenden Methode alle Stunde oder alle hall) 1 
Stunden die Blutkörperchen zählen. 

Als Coipusinli di Poggi bezeichnet ZirolU 
($<>) bei Anämie vorkommende rothe Blutkörperchen, 
die sich in frischem Zustande mit Methylenblau färben. 
Sie linden sich constant in den blutbildenden Organen 
von nicht ausgetrageuem Fölus fies Menschen und ver- 
schiedener Säugethicre. Z. hält diese Körpercheu für 
junge, noch nicht reif gewordene rothe Blutkörperchen. 

Eine eigene Theorie der Blutbildung hat Wo 1 1 f 
(85; aufgestellt. Aus der indifferenten Lymphoidzelle 
kann die Weiterentwickelung nach drei verschiedenen 
Richtungen vor sich gehen. Es bilden sich daraus ent- 
weder grosse und kleine Lymphocyteu oder rothe Blut 
körperchen oder drittens Myelocyten mit basophilen, 
nachher mit ncutrophileu Körnchen. Daraus gehen 
multinucleäre Leucocyten hervor, die wiederum tn>t 
basophilen und nachher mit neutrophilen Körnchen aus- 
gestattet sind, und schliesslich PseudolymphocyUn. 
Diese höchst verwickelte Angelegenheit sucht W. durch 
einen formellen Stammbaum zu erläutern uud giebt 
farbige Abbildungen der betreffenden Stadien, unter 
denen auch freischwimmende Mastzcllen sich befinden, 
die in 0,5—1,33 pCt. auftreten. 

Blutplättchen. — Ueber die Ergebnisse der 
Nachprüfung der von Levaditi (39) angegebenen Me 
thode zur Darstellung der Blutplättchen durch Färbui.g 
mittels Brillantcresylblau hat Puchberger (fi'Ij be- 
richtet. Man findet damit beim gesunden Menschen die 
Blutplättchen theils als runde, thcils als eckige homo- 
gene K'"rpcrclieu, denen eine lebhafte amöboide Bewe- 
gung eigen ist. Zumeist enthalten sie dunkle Granula 
im Centrum oder unregeltnässig vertheilt. Nach einigen 
Minuten sieht man eine compacte, stark blau ge 



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Krausk, Histologie. 



61 



färbte Masse halbmondförmig von dem kuglig 
zurückbleibenden hyalinen llauptkörper sich abtrennen. 
— Auch bei myelogener Leucämic haben sich diese Ge- 
bilde mit den gleichen Eigenschaften gefunden. 

Eioem Blutplättchen kann man nach Schwalbe 
68) nicht ansehen, ob es von rothen Blutkörperchen 
oder von Lymphkörperchen herstammt, da auch die 
mteren meist farblos sind und kein Hämoglobin ent- 
halten. Blutplättchen mit Innenkörper oder Kern haben 
dieselbe Herkunft. Mau könnte als Blutplättchen 
scheibenförmige Gebilde, etwa von 0.002 —0,003 mm 
Durchmesser, und alle kleineren als Hämoconien be- 
zeichnen, aber Blutplättchen sowohl als Hämoconien 
sind nach Arnold Derivate der rothen Blutkörper- 
chen. 

Weisse Blutkörperchen. — In Betreff der 
Körnchen iu Leucocyten u. s. w. ist Hesse (25) 
zu folgenden Resultaten gekommen. Soweit sich die 
Lehre Ehrlich's von der Specifität der Leucocyten- 
granula und die darauf sich gründende Classification 
der granulirten Leucocyten auf die Farbenanalysc be- 
ruft, ist sie nicht beweiskräftig. Gegen eine Spe- 
zifität der Granula innerhalb eines Zellenleibes sprechen 
die zahlreichen Befunde von verschieden reagirenden, in 
ihrer morphologischen Stellung aber gleichartigen Gra- 
nula innerhalb eines Zellenleibes, während andererseits 
da* Vorkommen zahlreicher Uebergänge, was Grösse und 
Karbennuauce betrifft, einen Uebergang der einen Leuco- 
cylenart. im Sinne der F.hrlich'schen Eintheilung. zu 
Anderen Arten wahrscheinlich macht. Die Abhängigkeit 
d. ; r microscopiscben Reaction vieler Grauula von be- 
>iimmtcn experimentellen oder pathologischen Vor- 
zügen, denen die Leucocyten ausgesetzt waren, sowie 
■ias Verhalten der Granula bei Zellenthcilungsvorgängcn 
sprechen dafür, dass es sich hier um Functionsäusse- 
r:ngen bandelt. Es existiren Momente, die sowohl gegen 
die Annahme einer einfachen Phagocytose wie gegen 
■ine Auffassung der Körnchen als Fällungsgranula oder 
■vs einfache Secretgranula sprechen. Da es somit auf 
«Tind der Uebergänge nicht möglich erscheint, auf 
lu-m verschiedenen farhcnanalytischcn Verhalten der 
'trsnula eine Classification der Leucocyten aufzubauen, 
wird man vielmehr dazu gedrängt, an einer einheit- 
lichen Auffassung der granulirten Leucocyten festzu- 
löten, hierbei aber eiue ausserordentliche Labilität und 
1 iijhivsiirigsfHhigkeit, sowie Mannigfaltigkeit der Func- 
on der Leucocyten und insbesondere der Granula an- 
«nehmen. Wird auch für alle Leucocytengranula der 
Nachweis kaum zu führen sein, dass sie nicht einfache 
Nrretionsproductc sind, so ergiebt sich nach Allem in 
i^reflf der Auffassung der Lcucocy tcugranula die grössere 
Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie Strueturbcslandlheilc 
der Zellen sind, und dass den Granula eiue weit- 
ende Bedeutung für Resorption, Assimilation, Seere- 
h'.'Q zuzusprechen ist. 

I)ic weissen Blutkörperchen, welche eosinophile 
K'.rncbcD enthalten, entstehen nach Woodbridge 
Bricht f. 1901. S. 53) aus einer kernsafthaltigeii 
>abnUnz innerhalb der mcthylcnophilen Zellen mit 
sleinen Körnchen. Letztere sind Jugendformen, die 



Zellen mit eosinophilen Körnchen entsprechen dem 
reifen Stadium. 

Seine Untersuchungen über farblose Blutzcllen 
fasstc Mein er tz (44) folgendermaassen zusammen. 
1) Im Zellenteibe der farblosen Blutzellen des Menschen, 
aller Säugethiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und 
vieler Fische sowie auch einer Anzahl niederer Thicr- 
arten sind Gebilde zu finden, die, von verschiedener 
Grösse, meist die Gestalt vou Körnchen, aber auch (wie 
bei Vögeln, Reptilien, z. Tb. auch bei Fischen) öfters 
die Form von Stäbchen haben, bei einer Fischart, der 
Schleie, in ganz einziger Form und Grösse vorkommen 
und dabei scharf hervortretende Affinitäten zu be- 
stimmten Gruppcu ron Farbstoffen zeigen. — 2) Nicht 
überall lässt sich die Trennung der Zellen, die diese 
erwähnten Gebilde besitzen, von den Zellen, die sie 
nicht enthalten, scharf durchführen. Es kommen Ueber- 
gänge vor, wolche die Einreibung in die eine oder die 
andere Classe willkürlich machen. — 8) Es giebt unter 
den Fischen und unter den niederen Thieren Arten, in 
denen die Granula, wie die erwähnten Gebilde genannt 
zu werden pflegen, nicht nachweisbar sind, während sie 
bei ganz nahe stehenden Arten sich finden. — 4) Fast 
constant bei allen untersuchten Thicrspecies kommt 
eine Art von Zellen vor, die einen rundeu Kern uud 
einen schmalen, granulationslosen, basophilen, nicht 
ganz homogenen Zellenleib besitzen, Zellen, die beim 
Menschen Lymphocyten genannt werden würden. — 
5) Aus der Verschiedenartigkeit der Erscheinung der 
Granula ergiebt sieb, dass sie nicht die Träger einer 
speeifiseben einheitlichen Function, eben so wenig wie 
Productc einer bestimmten einheitlichen Zellentliätigkeit 
sein können, sondern dass sie in jeder Form, iu der sie 
auftreten, besonders beurtheilt werden müssen. 

b) befasse, Lymphknötchen, seröse Räume. 

1) Benda, C. Ueber den Bau der Vena dorsalis 
pt:nis des Menschen. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. Er- 
gänzungsheft. S. 220—225. — 2) Bcrgh, R. S., Bei- 
träge zur vergleichenden Histologie. III. Ueber die 
(iefässwandung bei Arthropoden. Anatom. Hefte. Bd. 
XIX. H. 2. S. 348- 3StI. Mit 3 Taf. — 3) Bond i, 
J., Leber den Bau der Nabclgelä.sse. Monatsschr. f. 
Geburtshülfe. Bd. XVI. Ii. 3. S. 205-274. — 4) 
Delamare, G., Recherche* sur les ccllulcs granulcuses 
et les hematics du ganglion Ivmphatiquu. .lourn. de 
l'anat. Armee XXXVI. No. 5*. p. 54'J— 554. Avcc 
unc pl. — 5) Derselbe, Rcchcrches sur rticmatophagic 
du ganglion lymphatique normal. Compt. rend. de la 
soc. de biolog. No. 15. p. 8. 4*2 4S:t. t>) Do- 
ininici, H„ Lc ganglion lymphatique. Oeuvre inedico- 
chirurgieal No. 30. 8. Monographies cliniques. Paris. 
40 pp. Avcc fig. - 7) Fleury. S., Recherches sur 
la strueture des ganglious lymphatiques de l'Oie. Ar- 
chives d'anatomie microscopique. T. V. F. 1. p. 38 
bis 77 Avcc une pl. et 2 tig. — 8) Franca, C. et 
Athias, Les Plasmazellcn dans les vaisseaux de 
IVeorce cerebrale, dans la paralyse generale et la ma- 
ladie du sommeil. Compt. rend. de la soc. de biolog. 
T. LIV. N». fi. p. lt>2 — 134. — 9) ll. rtzler, A. E., 
The morphogciiesis of the Stigmata and stoinata oecur- 
ring in peritoneal and vascular endothelium. Trans- 
aetions of the mieroscopical society. XXIV th aunual 
rnceting at Denver in Aug. 1901. Vol. XXIII. p. 63 
bis 82. With 2 pls. - 10) Juvara, E., Contribulu.» 



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62 



Kral* sb, Histologie. 



ä IVtude des epanchements sanguins dans les gaiucs 
synoviales lendineuses. Kcv. dir Chirurgie. Antike XXII. 
f. XXV. p. 688—703. Avec 6 fig. — 11) Kohn, A., 
Cbromafllue Zillen; chroniaffiuc Organe: Paraganglien. 
Prager med. Wnchenschr. Jahrg. XXVII. No. 27. 

5. 325— 829. — 12) Letulle.M. et Nattan -Larrier. 
Identification de certains elements constitutifs du 
tbyraus. Lc corspuscule de Hassall. Compt. rend. de 
la soe. de biolog. No. 15. p. 485- 486. — 13) Die- 
selben, Dasselbe. Ibidem. No. 19. p. 619- «520. — 14) 
Lewis, T., The structure and functions of the haemo- 
Ivmpb gland and spieen. Internat. Mouatsschr. f. Anat. 
Bd. XX. H. 1-3. S. 1—56. Mit 2 Taf. — 15) Mac 
Call um, W.U., Die Beziehung der Lymphgefässo zum 
Bindegewebe. Archiv f. Anat. Anat.' Abth. H. 5 u. 

6. >'. 273—290. Mit 7 Fig. — 16) Mayer, S., Die 
Muscularisirung der capillaren Blutgefässe. Anatom. 
Anzeiger. Bd. XXI. No. 16-17. S. 442—455. — 
17) Morandi, E. e P. Sisto, Contributo allo studio 
dellc ghiandole emulinfatiehe nell' uomo cd in aleuui 
mamtniferi. Atti d. R. accad. d. scienze di Torino. 
1901. Vol. XXXVI. Disp. 10. p. 384—390. Con 
una tav. (S. unter No. 27.) - 18) Dieselben, Sülle 
variazioni della struttura tipica delle linfu-glandule. 
Giorn. d. accad. di medic. di Torino. Anno LXIII. 
Vol. VI. F. 5. p. 6. — 19) Parsons, F. G., On the 
blood-vessels of maramals in rclation to those of man. 
Lancet. Vol. CLXI1. No. 4097. p. 651—653. 
With 5 figs. — 20) Policard, A., -Constitution 
lympbomyeloidc du stroma conjonetif du testicule 
des jeunes Rajides. Comptes rend. de l'aead. de 
Paris. T. CXXXIV. No. 5. p. 297—299. — 

21) Poulain, A., Etüde de la graissc dans le ganglion 
lymphatique normal et pathologique. S. These. Paris. — 

22) Retterer, E., Structure et fonetions des ganglious 
lymphati'[ues dans lYspece humaiue. Compt. rend. 
de la soo. de biolog. T. LIV. No. 4. p. 103-107. - 

23) Derselbe, Structure et fonetions des gariglions 
lymphatiques des oiseaux. Ibidem. No. II. p. 349 
i 352. — 24) Derselbe, Rceherches experimentales 
sur les gariglions lymphatiques pour montrer ■ ) u'i Is 
fabriquent, outre le plasma et les globules blaues, des 
globules rüuges qui sont empörtes par le courant 
lymphatique. Comptes rend. de la 3rae session de 
l'ass. des aualom. frane. ä Lyon en 1901. p. 1 — 20. — 
25) Riehter, J., Vergleichende Cntersuchungeu über 
den microseopisehen Bau der Lymphdrüsen von Pferd, 
Rind, Schwein und Hund. Archiv f. microse. Anat., 
Hd. L.X., H. 3. S. 469-514. Mit 2 Taf. — 26 Sabin, 
Florenee R,, Oti the origin of the lymphatic system 
Crom the veins and the development of the lymph 
hearts and thoracic duet in the pig. Amerioau 
journ. of an.it. Vol. I. No. 3. p. «67— 390. With 
12 ü>;s. — 27) Sisto, P. e K. Morandi, Contrbuto 
allo studio del reticolo dell linfoglandule 1901. Atti 
dcl R. accad. d. scienze di Torino. Vol. XXXVI. p. 94 
<S- oben No. 17). 28) Suehard. E . Observation* 
nouvelles sur la structure des veines. Archive* d'ana- 
tomic microscop. T. V. F. 1. p. 1 — 16. Avec une 
pl. — 29) Derselbe. Structure du bulbe du coeur du 
tronc artcriel et des vaisscaux qui partout de ce tronc 
chez quelques Batracieus. Ibidem. T. V. F. 3. p. 457 
ä 484. A\ec 2 pl. — 30) Thome, R., Beitrage zur 
microseopisehen Anatomie der Lymphknoten. 1. Das 
Reticulum <!er Lvmphknoten. Jenaisehe Zeit sehr, f. 
Naturwissenschaften. Bd. XXXVII. H. 1. S. 133 
bis 186. Mit einer Taf. — 31) Vialleton, L., Carac- 
ti-res lymphatiques de certains veines chez quelques 
•Squales. Compt. rend. de la societe de biolog. T. LIV. 
No. 8. p. 249- 251. — 32) Derselbe, Sur la relation 
qui etiste entre la structure des gangltons et la presenee 
des valvules dans les tronc» Ivmphatiques. Ibidem. 
T. LIV. No. 37. p. 1516 — 1518. — 33) Vialleton. 
L. et U. Flcury, Struettire des ganglious lymphatiques 



de l'oie. p. 1014—1015. — 34) Weidenreich, F.. 
Die Blutlytnphdhisen und ihre Beziehung zu Milz und 
Lymphdrüsen. Anat. Anzeiger. Bd. XXL Sappl. S. 47 
bis 56. Mit 3 Fig. (Discussion: Heilv. Kollmann. Hellv. 
Stieda, Weidenreich. Helly.) — 35) Widal, Ravaut, 
et Dopter, Sur l'evolution et le rote phagocytairc de 
la cellule endotheliale dans les epanchements des 
sereuses. Compt. rend. de la soc. de biolog. Paris. 
T. LIV. No. 26. p. 1005- 1008. - 36) Wiesel. J.. 
Chrouiaflinc Zellen in Gefässwäudcn. Centralbl. f. 
Physiologie. Bd. XVI. No. 1. S. 2-3. 

Blutgefässe. -- In der V. portae, die Suchard 
(28) beim Menschen, dem Hunde, Kaninchen, der Ratto 
uud dem Huhne untersuchte, ist das Endothel des Ge- 
lasses verlängert und im Wesentlichen quer zur Langsaie 
der glatten Muskelfasern der Gefisswand gestellt. Dies 
ist als Ausdruck eines Gesetzes der Orientirung 
der Elemente zu betrachten, welches wahrscheinlich 
für das venöse und arterielle Gefdsssystem überhaupt 
Geltung hat. 

Sternförmige Zellen, die in der Adveutitia von 
Capi 1 largefiissen vorkommen, erklärt Mayer (16) 
für glatte Muskelfascrzellen und scheint die von Beale 
(.1864) als Nerveufasern gedeuteter! elastischen Fasern 
dieser Adveutitia noch für nervös zu halten. Auch 
die Sternzellen der Leber gehören den Capillargefiiss- 
wandungen an. Schon Rouget (1874) hatte das Vor- 
kommen glatter Muskelfasern au Capillargefässen be 
schrieben. Nach M. dar! man uicht jede verzweigte 
Zelle iu den Geweben ohne Weiteres als ciue Gauglieu- 
zelle oder Bindegewebszelle deuten, da es sich aueb 
um sternförmige glatte Muskelfasern handeln kann. 

Chromaffiuc Zellen sah Wiesel (36) au den 
Gefasswandungen des Retroperitonaealrauraes, namentlich 
in der Tunica adventicia der Aorta abdominalis, auch 
an den grösseren Arterien in der Niere und an anderen 
Stellen. Sie sind kranzlürmig um das Lumen herum 
angeordnet. Mit Nervenfasern scheinen sie nicht iu 
Beziehung zu stehen. 

Lymphräume.. Nach Mall (Bericht f. 1901 
S. 541 oxistirt ein perilobularer Lymphraum um jedes 
Leberlappchen, den man durch Injeetion von Leim mit 
gelösten Farbstoffen, worin un lösliche Körnchen anderer 
Farbstoffe aufgeschwemmt sind, iu die V. portae, A. he- 
patica <>'icr eine V. hepatica darstellen kann. Von 
diesen Lymphriiumeu entgehen die Lymphgefäße und 
gehen zu pertvascularen Lymphräumen. Auch wem; 
mau in die Gallengänge lnjectiouen macht, füllen sich 
die Lymphriiumc. Welcher Druckgrad erforderlich ist, 
um solche Füllungen zu erreichen, hat M. nicht ange 
geben. 

Lymphdrüsen. Deu feineren Bau der Lympho- 
glaudulae an den verschiedensten Körperstellen hat 
Richter (25} systematisch beim Pferde. Rinde, Schweine 
und Hunde untersucht und manche Verschiedenheiten 
im Detail gefunden. Sic beziehen sich thcils auf die 
Lymphdrüsen derselben Körpcrregion bei verschiedenen 
Thieren, theils sind sie allgemeingültig für die betreffende 
Species. Diese Details sind im Original nachzusehen: 
allein das Verzeichnis* derselben umfasst 63 Nummern. 



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K K A (TSE, 

Eine Paukenhoblentonsille erwähnt Anton 
ißer. f. 1901. S. 32). An 35 Neugeborenen oder Fötus 
wurde das lymphatische Gewebe in der Tuba auditiva 
studirl. es fanden sieh in einigen Fällen während des 
ersten Lebensjahres kugelige, geschlossene Lymphknot- 
ebeo, die Disse (Heymann, Lehrb. d. Laryngol. 1896. 
Bd. II. S. 1) geschildert hat. Waldeyer (18S4) be- 
schrieb einen lymphatischen To n st 1 1 arri n g. 

In de« Lymphdrüsen derVögel findet Fleury 
(7 1 deutliche Lymphknötcben. die von Lympbsinus um- 
£«*ben werden. Diese führen Lymphe, comraunieiren 
uicht mit Blutgefässen, und enthalten bei den Säugern, 
nicht .iber bei den Vögeln, reticulärcs Bindegewebe. 

Blutlymphdrüsen. Mit den Lymphdrüsen und 
der Milz stellt Lewis (14) in Cardifl eine Anzahl von 
hämolymphatischen Drüsen, Hämaldrüsen und 
iccessorischen Milzen zusammen, die sämmtlich ihrer 
Siructur nach eine contitmirliche Reihe bilden. Am 
meisten differenzirt ist die Milz, ihre Pulpa ist homolog 
<i-n Sinus der genannten Drüsen und ihre Pulpa fast 
m. z wie letztere Sinus gebaut. Hin deutliches Endothel 
grenzt diese Sinus von dem Gewebe der lymphatischen 
Knötchen der Milz ab, und das betreffende Endothel ist 
•Jarchaus mit demjenigen der typischen llämaldrüvu 
vergleichbar. Die Verglsiehung wird durch eine Anzahl 
vhr schöner Abbildungen erläutert. 

An der Existenz von B lu t ly mph dr üse u beim 
Schafe hat W'eidenreich (34) keinen Zweifel, wäh- 
rend Kelly in der Discussion die Bli tfüllung der Sinus 
der Innenseite der Drüscnhülle für Extravasate er- 
klärt. Nach Stieda existirt eine grosse l'ebcrein- 
•timinung /.wischen dem Bau der Blutlymphdrüsi ii und 
i-mjenigeii der Milz; in der rotlieii Pulpa der letzteren 
-\i-tirt eine intermediäre Blutbahn zwischen Arterien 
itcl Venen, was Kollmann auch für Amphibien und 
Kx'he bestätigte, bei denen die Verhältnisse der ge- 
raunten Blutbahn besonders deutlich sind. Wcidcn- 
:?u'h (s. oben S. 20, No. 247) bildet auch Präp.v 
r-.te von Helly neben Zeichnungen des I.ct/teien ab, 
ü » zu zeigen, duss auf ein angebliches Passiren von 
Blutkörperchen und Lymphkorperehrn durch die Ca- 
j' H irwandu'.geii hindurch nicht geschlossen Werden 
f.-ime. worauf Helly (s. oben S. 17. No. 107) mit 
:inr wiederholten Abbildung antwortete. Di«; Differenzen 
• >'•:,■ ii aus verschiedener Eocus- Einstellung beim Photo. 
xUphiren erklärbar zu sein (Ref.). 

Seröse Käume. Unter Leitung von H. Virchow 
j'M Kops eh untersuchte Hcrtzler (9) die Stomata 
- r 1 Stigmata de.s Peritonaenm mit Hülfe von Experi- 
menten. In der auf eine (ilasplatte gestrichenen peri- 
: mealflüssigkeit entstanden mit .Silbernitrat Figuren, die 
"Mid.stens viel Aehnlichkeit mit den genannten Oefl- 
vai g.-n haben. Da nach H. den Chemikern kein Silber- 
•lüjuminat bekannt ist, wir<l es sich wahrscheinlich um 
i'klnrsilber handeln (es verschwinden jedoch die scliwarzen 
'«.tnzlitiicti der Zellen durch Salpetersäure, Ref.), viel- 
leicht mit Beimischung von Albumin (wahrscheinlich 
1-iudelt es sich um eiu Silbcroxydalbiiminat, Ref. '. Jeden 
•*Us sind nacl) H. alle die sog. Stomata und Stigmata 
nichts weiter als Kunstproducte. 



ISTOLOüIE. 68 

VII. Muskelgewebe, electrische Organe. 

1} Anthony, R., Du röle de la compression et 
de son principal modo dans la genese des tendons. 
Compt. rend. de la soc. de biolog. No. f.. p. 180-182. 

— 2) Derselbe. Adaptation des muselcs a la com- 
pression difförents degres et »ouveaux cxemples. Ibid. 
No. 9. p. 256— 266. — 3) Apäthy, S., M. Heiden- 
hain's und meine Auffassung der contractilen und lei- 
tenden Substanz und über die Grenzen der Sichtbar- 
keit. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 2. S. 61— 80. — 
4) Beu da, C, Leber den feineren Bau der glatten 
Muskelfasern des Menschen. Ebenda«. Bd. XXI. Suppl. 
S. 214-220. (Discussion: Barfurth.) — 5) Eycleshy- 
mer, A. C, Nuclear ehanges in the striated muscle 
cell of Neeturus. Ebendas. Bd. XXI. No. 14. S. 379 
bis 385. Mit 3 Fig. — 6; Derselbe, Dasselbe. Ame- 
rican journ. of auat. Vol. I. No. 4. p. 512—513. — 
7) Forster, Laura. Note on foetal muscle-spindles. 
.lourn. of physiol. Vol. XXVIII. No. 3. p. 201—203. 

— 8) Godlewsky, E. jun.. Die Entwiekelung des 
Skelett- und Herzmuskelgewebes der Säugethiere. 
Archiv f microsc. Anat. Bd LX. H. 1. S. 111-156. 
Mit 3 Taf. 9) Derselbe, Ueber die Entwiekelung 
des quergestreiften Muskelgewebes. Verhandlungen des 
5. internal. Zoologen -Concresses. Berlin. 1901. S. 648 
bis 049. (Discussion: J. Vosseier, E. Godlewski, H. E. 
Ziegler) — 10) Derselbe, Dasselbe. Bulletin. 
Internat, de l'acad. des scienees de Cracovie. 1901. 
S. 353 - 358. Mit 2 Taf. (Polnisch.) - 11) Heiden- 
hain, M., Das Protoplasma und die contractilen Fi- 
bnllärstrueturcu. Anat. Anzeiger. IM. XXI. No. 21 
und 22. S. <!09- f.40. — 12) Heiderich. F.. (Hatte 
Muskelfasern im ruhenden und thätigen Zustande. 
Auatom. Hefte. Abth. I. H. 62. Bd. XIX. H. 2. S. 449 
bis 478. Mit 7 Fig. - 13) Heile mann, IL. Da» Ver- 
halten der Muskelgefässe während der Conlraction. 
Archiv f. Anat. Anat. Abth. H. 1 u. 2. S. 45—53. 

14) Marceau, F.. Note sur les modilieations de 
strueture «lu'. prouve la tibrille striee cardiaque des 
mainmi'vres pendant la eontraction. Bibliographie anat. 
T. X. F. 4. p 1*3-191. Aver 7 litt. — 15} Marti- 
iiutti, C Anomalie di strnttura della tibra musco- 
lare striata. Compt. rend. de f>e congres iuternat. de 
physiol. cn 1901. Ardi. it.nl. de biol. T. XXXVI. F. 1. 
p. 115. -- 16) Derselbe, Su alcune partieolaritä di 
strnttura della libra muscolare striata in rapporto 
colla diagii'j>i di acroun-galia. Annali <ii freniatria. 
Vol. XII. p. 22. C,u 2 tav. — 17) Ma/iarski, S„ 
Sur les oiganes du mouvenient et les elcments cou- 
tractilev Warschau. 1901. T. XX. p. 465—469. (Pol- 
nisch.} — IS) Prenant, A., Notes cytologiques. 
VI. Formation p.irtieuliore dans le tissu i-onjonctif iu- 
lestinal du muscle vSieal du Brodlet. Archive d'anat. 
micr...-.e. T. V. F. 2. p. 190 -212. Avee une pl. - 

19) Derselbe. Sur des erps particulier.s situcs dans 
le tissu coiijonetif d'un muscle lisse. Cornpt. rend. de 
la soc. de bi.ilog. T. I.IV. No. 23. \>. 809 • - 810. — 

20) Ruf Ii ni, A., Cd c.i-o di atroiia muscolare neu- 
ropatica cume pre/.inso coutributo per la cotioseenza 
della struttura e della sosUnza altiviv ncll.i contra- 
zioi.e dellc libre im Scolari stritte. Commun. sc. di R. 
accademia dei (isioeritici di Siena. 1901. 2 pp. • 21) 
Schäfer, E. A., The mitmte strueture of the muscle- 
libril. Anatom. Anzeiger. Bd. XXI. No. Di und 17. 
S. 174 -477. Mit 4 Fig. 22} .Sehaper, V, Heber 
rontractile Fibrillen in den glatten Muskelfasern des 
Mesenterium der l'rodelen. Ebendas. 15<1, XXII. No. 4 
und 5. S. 65 82. Mit 2 Tat. und 6 Fig. — 23) Ve- 
ratti . E., Sulla tine strnttura della ribra muscolare 
striata. lUndic. d. istit. Lombard, d. scienze. Vol. XXXV. 
F. C. p. 279 >.'S3. C.n tig. - 24) Der-clbe. Ri- 
eerche stilla fme struttur.i dell.i tibi i muscolare stri- 
ata. Mem. del R. ist. Lombardo «Ii scienze. Vol. XIX. 
F. 6. p. 87 -132. Con 4 tav. - 25} Derselbe, Sur 



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G4 



Kuause. Histoi.ooik. 



Iii tino stnieture des tibres inuseulaires. Arch. ital. de 
biologic. T. XXXVII. F. S. p. 449 454. Avec 4 fig. 

— 2fi) Villard, Note sur l'etude de» tibres muscu- 
laircs lisses, eu particulicr par dcux nouvelles metho- 
des de eoloratiou. Gazette med. de Nantes. 22 fevr. 

— 27) Weiss, 0., Lc musele dans la scrie auimale. 
P. I. Disposition et architecture des muscles. F. II. 
Histologie des muscles. Coutraction inusculaire. Revue 
geuer. des scieuces pures et applü-uees. 1901. 
No. 23. p. 1067 - 1075. No. 24. p. 1113-1127. 
Avec 43 tig. 

Quergestreifte Muskelfasern. -- Seine Unter- 
suebuDget» über die histologische Structur der quer- 
gestreiften Muskelfaser» hat Heidenhain (11, s. a. 
oben, S. 52. No. 30) fortgesetzt und auf den Längs- 
schnitt, wie früher auf den Querschnitt derselben aus- 
gedehnt. An die Stelle der sog. biologischen Theorie 
histologischer Klementartbeile ist einfach eine Molccular- 
theoric zu setzen. Die Lagerung der Molecüle in der 
quergestreiften Muskelsubstanz cutspricht den Richtungen 
der möglichen maximalen Spannungen und möglicher 
Weise ist es die Spannung selbst, »eiche richtend auf 
die Lagerung der Molecüle wirkt. — Gegen Apithy 
hebt Heidenhain hervor, dass es ein von der Apertur 
des benutzten Objectivsystems abhängiges Minimum 
giebt, unter welchem die Verschiedenheit der Dimension 
nicht mehr wahrgenommen wird. Dieses Minimum be- 
stimmte II. unter gegebenen Umstünden auf 0,000*2 mm. 
Fs kann also z. 11. wohl noch feinere Muskellibrillen 
geben, solche erscheinen aber dennoch in einer Dicke 
von 0.0002 mm. 

Die Stadien der Coutraction quergestreifter 
Muskelfasern verfolgte Marceau (14) an der Herz- 
museulatur des Schafe*. M. unterscheidet ein inter- 
mediäres Stadium, in welchem die anisotropen Streifen 
der Fibrillen queroval erscheinen. Dann folgt ein 
Stadium der Inversion oder der vollständigen Um- 
kehrung, so dass die hellen und dunklen Querbänder 
ihren Ort vertauschen. M. konnte übrigens die Q u er- 
lin ie, welche jedes helle Querband der Länge nach 
halbirt. nicht auffinden, dafür unterscheidet M. in den 
dunkeln Querbändern eine anisotrope Substanz und eine 
Flüssigkeit, die sieh durch Oarmiu oder lläinatoxylin 
färben lässt und daher als chromatische Substanz be- 
zeichnet wird. 

Die Muskellibrillen der F I ü gc I nm s k e I n von In- 
secten empliehlt Schiller ;21) als ein • besonders 
günstiges »>bject; sie zeigen die Querliuicn au Gold- 
präparatcu, ferner Foren in deu dunkeln <,'uerstreifeu. 
Dei der dniractiori wandert nicht etwa die anisotrope 
Substanz nach der Querlinie hin. sondern die isotrope 
Substanz dringt in jene Foren der anisotropen ein. 

Die Arbeit von An glas (s. oben S. 52, No. 4) 
beschäftigt sieh zunächst mit den histologischen Ver- 
änderungen der quergestreiften Muskelfasern bei den 
Larven von II y m e n o p t e re u , die als Histolysc be- 
zeichnet werden können. Zahlreiche in der Nachbar- 
schaft auftretende Leucocy teil bewiiken entweder eine 
Verdauung par distanee. oder aber eine innere Seer.-t i-'ii 
in die betreßeiide Körperhöhle hinein, welch.« die 
Muskelmasse umgiebt. 



Glatte Muskelfasern. In den glatten Muskel- 
fasern des Mesenterium von Salaraandra atra, maculosa, 
Triton cristatus, Ncctums uud Acantbias vulgaris fand 
Scbaper (22; Muskelfibrillcn auf, die etwa 0,001 mm 
dick sind. Die Muskelfasern sind segmeutirt; 
einen Unterschied zwischen Greuxfibrillen und Binncn- 
fibrillen erkennt S. nicht an. - - Ben da (4) unter- 
scheidet feinere Muskelfibrillen, welche die ganze 
Muskelfaser zusammensetzen und coutractil sind, von 
gröberen, an der Peripherie der letztereu vertheilten 
Fibrillen, denen nur elastische Functionen zukommen 
und die eine speeifisebe StuUsubstauz der glatten 
Muskelfasern der Wirbclthiere darstellen sollen. Heiden- 
hain hatte die feineren Muskelfibrillen als Binnen- 
fibrillen, die gröberen als Grenzfibrillen bezeichnet: B. 
zieht vor, die letzteren als Myoglia zu benennen. — 
In der V. dorsalis penis fand Benda (4) vor- 
springende Wülste der lutima, die aus glatten Muskel- 
fasern, elastischen Fasern und etwas Bindegewebe be- 
stehen; sie sollen mit der Frectiou etwas zu tbuu haben. 

VHX Nervengewebe. 

;i) Structur der Ganglien, Nerven und der 
Ccntralorgane. 

1) Abadie. Les localisations fonctioncllcs de la 
eapsulc interne. 8. These. Bordeaux. — 2) Acquisto. 
V., Intorno ad alcune particolaritä di struttura dell" 
oliva bulbare di uomo. 11 Fisani. 1901. Vol. XXII. 
F. 2. p. 130 — 145. — 3) Amabili no, R., Sulla via pi- 
ramido leintiiseale. Ibidem. Anno XX. F. 1. p. ?',• 
bis 84. Coli uua tav. — 4) Anderson, H. K., The 
naturc of the lesions which hinder the development <«f 
ncrve-cclls and tbeir proecsses. Journ. of physioi. 
Vol. XXVIII. No. 6. p. 499-513. With cne hg. 
5) Angelucci, A., I centri cortieili della visione eil 
loro meccanismo di funzione. Rendie. del 13. congresvi 
internaz. di med. a Parigi in 1900. Palermo. 1901- 
"54 pp. — «) Anglade. Les diverses esp>-ces de ccl- 
lules nevrogliques dans la moelle du catman. Compt. 
rend. de la soeietc de biolog. 1903. T. LV. No. 3. 
p. III — 113. — 7) Apäthy, S. v., Die drei verschie- 
denen Formen von LicbUell'en bei nirudinecn. Mit De- 
monstrationen von Nonrolibrillcnpräparatcn nach der 
Hämaleintnethode und der Nachvergoldungsmethode 
Verband!, des 5. internat. Z"ologeueongre.sscs. Berlin. 
1901. S. 707 — 72*. fDiseussion: C. Chun , S. 
v Apithy, R. Hesse, A. Forel, S. v. Apäthy.) — Sj 
llarpi, U.. Intorno all 1 origine dei nervi del pL-ss* 
brachiale nel cavallo. 1901. Giom. d'ippologia. No. 7 
e 8. ]i. 9. — 9) Bäsch, K., Die Innervation der 
Milchdrüse. Vcrbandl. d. Ges. Deutscher Naturforscher 
u. Aerzte auf der 73. Versamml. in Hamburg. 1901. 
Tb. II. 2. Hälfte S. 25«. — 10} Beri, V., Einiges 
über die Beziehungen der Seilbahnen zu dem vorderen 
Zweihiigcl des Kaninchen. Arbeit, a. d. Neurol. Instit. 
d. Wiener Universität. II 8. S. 30S-313. - 11) 
Berliner, K.. Die Hofmann'schen Kerne (Koelliker) im 
Rückenmark): des Hühnchens. Anat. Anzeiger. Bd. 
XXI. No. 10 u 11. S. 273-278. Mit einer Taf. - 
12) Bethe, A., Zur Frage von der autogenen Nerven 
regeneration. Neurol. Centralbl. 1903. Jahrg. XXII. 
No. 2. S. «0-02. - 13) Bianchini. Contributo allo 
studio delle degencrazi oui aseendenti nellc lesioni tras- 
versc del midollo. Cliuica moderna. 1901. Anno II. 
No. 22 p. 417- 420. 1 I ) Riedl. A. u. .1. Wiesel. 
IVber die fnuctionclle Bedeutung der Nebenorganc de, 
Svmpathieus (Zuckerkand^ und der rhromaftinen Zellen 
Fllügers Archiv. Bd. LXXXXI. IL 9 u. 10. S. 434 



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Krause, Histologie. 



fi5 



bis 461. Mit 9 Taf. — 15) Bocbeuek, A.. La strue- 
ture interne de la cellule nerveuse du gastropode Helix 
poraatia. Krakau. 1901. Avec 2 pl. et 18 fig. (Pol- 
nisch.) — 16) Bocke, J., Over den bouw der Licht- 
füllen, de nourofibrillcn der gangliencellen en de innerva- 
tic der dwargestreepte spieren bij Amphioxus lanceola- 
tus. Verhl. d. Konigl. Aead. van Wetenschapen te 
Amsterdam, p. 405-412. Met l pl. — 17) Bonri- 
amour et Pina teile, Note sur l'organe parasympa- 
tbique de Zuckcrkandl. Bibliographie anat. T. XI. 
F. 2 p. 127—136. Avec 2 pl. — 18) Bonne. C, 
Le Systeme nerveui et ses rcserves ä longuc ecbeance. 
1901. Province medicale. — 19) Bottazzi, F., Unter- 
suchungen über das viscerale Nervensystem der deca- 
pvden Crustaceeo. Zeitschr. f. Biol. Bd. XL1II. H. S 
u. 4. S. 341 -371. Mit 7 Fig. — 20) Derselbe, 
Untersuchungen über das viscerale Nervensystem der 
Maehier. Ebendaselbst. Bd. XLIII. S. 372-442. 
Mit 2 Taf. u. 13 Fig. — 21) Derselbe, L'innervazione 
viscerale nci Crostacei e negli Elasmobranchi. Speri- 
mtutale. Aono LV1. F. 3. p. 455-457. - 22) 
Boucbaud, Dcstruction du pole sphenoi'dal et de la 
region de l'hippocampe dana les deux hämispheres. 
Revue neurol. No. 3. 119 — 131. Avec une fig. — 
23) Boutan, L., Sur le ceotre nerveui qui innerve la 
Peripherie du manteau chez le Pecten. Compt. rend. 
de facad. de Paris. T. CXXXV. No. 15. p. 587 bis 
5S9. — 24) Breukink, A., Zum Aufbau des Kanincben- 
riickenmarks. Mitth. I. Monatsschr. f. Psychiatrie. Bd. 
XII. H. 2. S. 123-124. 25) Bruce. A., A con- 
tributiou to the motor nuclei in tbc spinal cord of man. 
Traasact. of the mcdic.-cbtrurg. society of Edinburgh. 
Vol. XXI. 1901-1902. p. »6-30. With 2 pls. and 
figs. — 26) De Buck, D., Localisations nuclcaires de 
la moelle epiniere. Belgique m6dicale. T. IX. No. 30 
et 31. — 27) De Buck et De Moor. Un detail de la 
cellule nerveuse. Ibidem. 1901. No. 29. Avec rig. 
28) Burckhardt, R., Jules Soury, Le Systeme ner- 
veui central, strueture et fonetions. Histoire critique 
des tbeories et des doctrines. Zeitschr. f. Psychologie 
der Sinnesorgane. 1901. Bd. XXVII. 4 Ss. — 29) 
Cajal, S. Ramön y, P., Algunas refleiiones sobre la 
doetrina de la evolueiön organica de los corpusculos 
piramidales del cerebr". Boletino de la soeied. Espan. 
d. bist, natur. p. 179—190. — 30) Derselbe, Die 
Endigung des äusseren Lcmniseus oder die secundäre 
aou<itisehe Nervenbahn. Deutsche med. Wochensehr. 
Jahrg. XXVIII. No. 16. S. 275-278. Mit 2 Fig.— 
31) Derselbe, Preparations de Systeme nerveux cen- 
tral. Compt. rend. de l'associat. des anatomistes fram;. 
i Montpellier, p. 274-278. - 32) Carueci, V., In- 
torno alla struttura delle cellule nervöse. 8. Camerino. 
1901. 8 pp. — 33) Catois, E. M., Recherche« sur 
l'histolopie et l'anatomie microscopique de l'encephale 
chez les Poissons. 1901. Bullet, scientif. de la France 
et de la Belgique. T. XXXVI. p. 1— 167. Avec 
10 pl. — 34) Ceni, C. e G. Pastrovich, Adaptation 
de h cellule nerveuse ä l'hvperactivite fonctionelle. 
Arch. italiennes de biol. T. XXXVII F. 2. p. 298 
bis 302. — 35) Coenen. H., Das Trigeminusganglion 
de-» Oraug. Archiv f. microsc. Anat. Bd. LX. H. 3. 
5. 514-516. — 36) Crisopolli. C. A.. II centro 
corticale della visione. Annal. di nevrol. Napoli. 
Anno XX. F. 2. p. 181—243. — 37) Dendy, A. r 
On a pair of eiliated grooves in tbe brain of tho 
Amraoeoete, apparently serviug to promote the cjrcu- 
Urion of the fluid in the brain-eavitv. Zootng. An- 
ieiger. Bd. XXV. No. 675. S. 511-519. With 6 figs. 
- 38) Devaux, A. et P. Merkten, La neurono- 
phagie. Presse medic. No. 31. p. 365-367. — 39) 
Honaegio, A., Sugli apparati flbrillari cndoccllulari 
di conduzionc nei centri nervosi dei vertebrati superiori. 
Rivista sperim. d. freniatr. Vol. XXVIII. F. 1. p. 108 
bis 109. — 40) Donaldson, H. H., On the number 
ind size of tbe spinal ganglion cells and double root 
Jahresbericht der «est« tuten Medlcin, IWJ. BJ. I. 



fibers in white rats of different ages. American journ. 
of anat. Vol. I. No. 4. p. 519. (Die Anzahl der 
Zellen in den Spinalganglien ist bei neugeborenen und 
bei erwachsenen Ratten dieselbe.) — 41) Dorello. P., 
Osservazioni sopra lo sviluppo del corpo calloso e sui 
rapporti che esso assume colle varie formazioui dell' 
arco marginale nel ccrvcllo del maiale e di altri 
Mammiferi. Atti d'Accad. Lincei. Cl. di scienzc fis. 
matem. Anno CCXCIX. Vol. XL F. 2. p. 58-63. 

— 42) Dubois. R., Sur les centres nerveux du setis 
de l'orientation. Compt. rend. de la soc. de biolog. 
T. LIV. No. 25. p. 936— 937. — 43) Dunn. Elizabeth 
Hopkins, i »n the number and on the relation hetween 
diameter and distribution of the nerve fibers innervating 
the leg of the frog, Rana virescens brachycepbala Cope. 
Journ. of comparat. neurol. Vot. XII. No. 4. p. 297 
bis 354. With 2 figs. — 44) Feinberg. B. J., Leber 
den Bau der Ganglienzelle und über die Unterscheidung 
ihres Kerns von dem Kern der einzelligen thicrischen 
Organismen. Monatssehr. f. Psvchiatr. u. Neurol. Bd. XI. 
H. 6. S. 401—406. Mit einer Taf. — 45) Fragnito. 
0 , Le developpement de la cellule nerveuse dans la 
raoelle epiuiere du poulet. Bibltogr. anatom. T. XL 
F. 3. p. 241—260. Avec 3 pl. — 46) Derselbe, 
Per la genesi della ccllula nervosa. Anat. Anzeiger. 
Bd. XXII. No. 14 u. 15. S. 292-297. — 47) Der- 
selbe, Lo sviluppo della cellula nervosa nel raidollo 
spinale di pollo. Annal. di nevrologia. Napoli. Auno XX. 
F. 3. p. 349-366. Con 3 tav. (Ber. f. 1901. S. 57.) 

— 48) Frankel, M., Die Nerven der Samenblasen. 
Zeitschr. f. Morphol. u. Antbropol. Bd. V. IL 2. 
S. 346—350. — 49) Fran k I- Hoch wart. L. v., Zur 
Kenntniss der Anatomie des Gehirnes der Blindmaus 
(Spalax tvphlu-«). Arbeit, a. d. ueurol. Instit. d. Wiener 
Univers. IL 8. S. 190—220. Mit 12 Fig. — 50) Fuchs, 
H.. Leber das Ependvm. Anat. Anzeiger. Bd. XXJ. 
Suppl. S. 226—235. Mit 4 Fig. (Discussion •. Bcnda. 
v. Leubossck.) — 51) Derselbe, Ueber die Spiual- 
ganglienzcllon und Vorderhomganglienzcllen eiuiger 
Säuger. Anatom. Hefte. Bd. XXI. H. 1. S. 97—120. 
Mit 2 Fig. — 52) Fürst, C. M., Ringe, Ringrcihen, 
Fiiden und Knäuel in den Kopf- und Spinalganglien- 
zcllen beim Lachse. Ebendaselbst. Bd. XIX. H. 2. 
S. 387—420. Mit 2 Taf. — 53) Galtcmaerts, 
Les centres corticaux de la vision apres l'enucleation 
ou Tatrophie du globe oculaire. Bullet, de l'acad. R. 
de medec. de Belgique. T. XVI. No. 4. p. 267—315. 
Avec 2 Gg. — 54) Gallewsky, M., Histologische und 
klinische Untersuchungen über die Pyramidenbahn und 
das Babinski'sche Phänomen im Säuglingsaltcr. S. 
Inaug.-Diss. Breslau. 35 Ss. — 55) Gasser. H., The 
circulatiou in the nervous system. Plattville Wisconsin, 
journ. of tbe publ. 1901. 156 pp. — 56) Gatta, R., 
Ulteriore coDtributo sul decorso delle vie sensitive 
nella midolla spinale. Arcb. internaz. med. e Chirurg. 
Anno XVIII. F. II. p. 245-254. Con fig. - 57) 
Geeraerd, R., Les Variation» fonctionnclles des cellules 
nerveuses corticales chez le cobaye etudiecs par la 
methode de Nissl. Annales de la societc dos sc. med. 
et nat. de Bruxelles. 1901. 40 pp. Avec une pl. - 
58) Gentes, L., Strueture du feuillet juxta- nerveux de 
la portion glandulaire de Phypophysc. Compt. rend. de 
la soc. de hiolog. 1903. T. LV. No. 4. p. 100—102. 

— 59) fientes, L. et Aubaret, Connexions de la 
voie optique avec le 3e ventricule. Ibidem. T. LIV. 
No. 31. p. 1283—1284. — 60) liiannettasio, N. e 
A. Pugliese. Coutribution a la physiologie des voies 
motriees dans la moelle epiniere du chien. Arch. 
Ital. de biolog. T. XXXVII. F. 1. p. 116-122. - 
61) r.uerriui, G„ Action de la fatigue sur la linc 
strueture des cellules nerveuses de la moelle epiniere. 
Ibidem. T XXXVII. F. 2. p. 247 - 251. —62) Hardest y. 
J., The neuroglia of the spinal cord of the elephant etc. 
American journ. of anat. Vol. II. No. 1. p. 81 — 104. 
With 4 figs. — 63) Hatai, Shiriki.se.hi. Etferent neurons 

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Krause, Histologie. 



in electric lobes of Torpedo occidentalis. Journ. of 
the soeietv of natural bistory at Cincinnati. 1901. 
Vol. XX. 'p. 1 — 12. With onc pl. — 64) Derselbe, 
Preüminary note on the presence of a new group of 
neurones in the dorsal roots of the spinal nerves of the 
white rat. Biologie«! bulletin of the marine biological 
laboratory. Vol. III. No. 8. p. 140-142. — 65) Der- 
selbe , Observation* on the developing neurones of the 
cerebral cortei of foetal cats. Jour. of corapar. neurol. 
Vol. XII. No. 2. p. 199 — 204. — 66) Derselbe, 
Number and size of tho spinal ganglion cells and dorsal 
root tibers in the white rat at difterent ages. Ibidem. 
Vol. XII. No. 2. p. 107—124.— 67) Hatscbek, R., 
Ein vergleichend-anatomischer Beitrag zur Keuntnissder 
Haubcnfaserung und zur Frage dos centralen Trigeminus- 
verlaufes. Arbeit, a. d. neurol. lust. zu Wien. H. 9. 
S. 279-299. Mit 10 Fig. — 68) Held, H., Ueber den 
Bau der grauen und weissen Substanz. Archiv, f. Anat. 
Anat. Abth. H. 5 u. 6. S. 189-224. Mit 3 Taf. u. 
5 Fig. — 69) Derselbe, A note on the significance 
ot the size of nerve Hb res in lishes. Journ. of conipai.it. 
neurol. 1908. Vol. XII. No. 4. p. 329-384. — 
70) Herrick, C. .1., An illustratiou of the value of 
the functional system of neurones as a morpbologieal 
unit in the nervous svstem. American journ. of aoatomv. 
Vol. I. No. 4. p. 517. - 71) Hitzig. E„ Alte uu'd 
neue Untersuchungen über das Gehirn. III. Archiv f. 
Psychiatr. Bd. XXXV. H. 3. S. 585-611. Mit 26. Fig. 
— IV. Bd. XXXVI. H. 1. S. 1 — 90. - 72) Holrngrcn, E., 
Weiteres über das Trophospongium der Nervenzellen 
und der Drtisenzellen des Salamander Pancreas. Archiv 
für microsc. Anat. Bd. LX. Ii. 4. S. 669— 680. Mit 
1 Taf. und 3 Fig. — 78) Derselbe, Einige Worte zu 
der Mittheilung von Kopsen: Die Darstellung des 
Rinnennetzes in spinalen Ganglienzellen und anderen 
Körperzellen mittels Osmiumsäure. Anat. Anzeiger. 
Bd. XXII. No. 17 u. 18. S. 374-381. Mit 2 Fig. — 
74) II über, G. C, The neuruglia of the optic nerve 
and retiua of certain vertebrates. American journal of 
anatomy. Vol I. No. 4. p. 519. — 75) Ja worow.sk i, M., 
Apparato reticolare von Golgi in Spinalganglienzellen 
der niederen Wirbelthiere. Anzeiger d. k. Akad. d. 
Wissenseh. zu Krakau. Math.-naturw. Bl. No. 7. S. 403 
bis 413. — 76) Johns ton, J. B., An atterapt to dehne 
the primitive funktional divisions of the central nervous 
svstem. Journ. of eompar. neurol. Vol. XII. Nu. 1. 
p*. 87— 106. With 2 ligs. — 77) Derselbe. The brain 
of I'etromyzon. Ibidem. Vol. XII. No. 1. p. 1-106. 
With 8 pls. a. 2 tigs. — 78) Joseph, H , Untersuchungen 
über die Stutzsubstanzen des Nervensystems, nebst Er- 
örterungen über deren histogenetisehennd phylogenetische 
Bedeutung. Arbeiten d. zoolng. Instituts in Wien. 
Bd. XIII. n. 3. S. 335-400. Mit 4 Taf. und 2 Fig. — 
79; Kasem-Beck, Zur Abwehr. (Betr. Herzinncrvation 
der Säugetiere.) Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No 10 ui 
II. S. 316 — 319. (Gegen von Schumacher, No. 158.) 

80) Kassianow, N.. Studien über das Nervensystem 
der I.uecrnaridfii nebst sonstigen histologischen Be- 
obachtungen über diese Gruppe. 8. Heidelberg. 1901. 
Mit 4 Taf. und 11 Fig. (Bor. f. 1901. S. 58). — 

81) Kilvington, B., A. preüminary rommunication on 
the ehanges in nerve cells alter poisoning with the 
venom of the Australian Tiger-Snake i Hoplocephalus 
Curtiis). .lourn. of I'hysiol. Vol. XXV11I. No. 6. p. 426 
bis 430. With 9 tigs. 82) Koelliker. A. von. 
Weitere Beobachtungen über die Ilofmann'schen Kerne 
am Mark der Vögel. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 3 
u. 4. S. 81- 84. Mit 1 Taf. — 83) Kohn stamm, 0.. 
Der Nukleus .s.ilivatorius chordae tvmpani i' nervi 
intermedii-. Kbcndas. Bd. XXI. No. 12 u. 13. S. 362 
bis 363. — 84} Derselbe. Ueber die oberflächlichen 
Xervenkerne im Marke der Vogel und Hcptilien. Zeit- 
sehr. für wissensch. Zoologie. Bd. LXXII. H. 1. S. 126 
bis 177. Mit 5 Taf. — 85) Kolster. K.. Om forändringar 
i kärnans utseende hos nervccller, med. tilläg of E. 



Holmgren. Hygiea. 1901. Bd. 1. No. 10. S. 479— 484. 
-- 86) Kopscb, F.. Die Darstellung des Binnennetzes 
in spinalen Ganglienzellen und anderen Körperzellen 
mittels Osmiumsäure. Sitzungsber. d. K. Preuss. Akad. 
d. Wissensch. Phys.-mathern. Cl. No. XL. S. 1 — 7. 
Mit einer Fig. — 87) Kronthal, I'., Von der Nerven- 
zelle und der Zelle im Allgemeinen. 8. Jena. III 
und 274 Ss. Mit 9 Taf. und 27 Fig. - 88) Der- 
selbe. Zum Kapitel: Leucocyt und Nervenzelle, 
Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 20 u. 21. S. 448 
bis 454. — 89) Kühn, A.. Weiterer Beitrag zur 
Konntniss des Nervenverlaufcs in der Rückenhaut 
von Rana fusca. 8. Rostock. 1901. Mit 13 Fig. — 
90)Lachi, P., Intorno ai nuclei di Hofmann-Koelliker 
o lobi accc&sori del midollo spinale degli uccelli. Anat. 
Anzeiger. Bd. XXI. No. 1. S. 7— 8. — 91) Le Mon- 
ny er, E , Contribution ä l'etude de la cellule nerveuse. 
8. These. 1901. Paris. (Ber. f. 1901. S. 59.) — 
92) Loisel. G., Terminaisous nerveuses et dlerocnts 
glanduläres de l'epitbelium seminifere. Compt. rend. 
de la soc. de biolog. No. 11. p. 347-348. — 93) 
Lo Monaco, D. e 0. Marroni, L'azione dei solventi 
delle sostanze grasse sulla cellula nervosa. Arcbivio 
d. farmacol. sperimentale. Vol. I. • F. 1. p. 14 — 27. 
Con una tav. — 94) Lubouschine, Contribution a 
IV-tude de» fibres endogenes du cordon an tero- lateral 
de la moelle cervicale. 1901. Lc NeVraxe. T. III. 
F. 2. p. 123—141. Avee. 8 fig. — 95) Lugaro, E.. 
Sulla legge di Waller. Rivista di patolologia nerrosa. 
1901. Vol. VI. F. 5. p. 193-208. — 96) Mack, 
H. von, Das Centrainervensystem von Sipunculus 
nudus L. Baucbstrang. Arbeiten d. zoolog. Instituts 
in Wien. Bd. XU1. II. 8. S. 237-384. Mit 5 Taf. 
u. 17 Fig. — 97) Magini, G., Sopra una nuova so- 
stauza nuclcarc delle cellule nervöse. 8. Montepulci- 
ano. 1901. 16 pp. — 98) Magnus, R., Die Bedeutung 
des Ganglions bei Ciona intestinalis. Mittheil. a. d. 
zool. Stat. in Neapel. Bd. XV. S. 483 - 486. Mit 
einer Fig. — 99) Maja no, N., Ueber Ursprung und 
Verlauf des Nervus oculomotorius im Mittelhirn. Monats- 
schrift f. Psychiatr. 1903. Bd. XIII. H. 1. S. 1—24. 
Mit 2 Fig. H. 2. S. 139—151 — 100) Manoudlian. 
Y., Des Icsions des ganglions eerebro-spinaui dans la 
vieillcs.se. Compt. rend. de la soc. de biolog. 1903. 
T. LV. No. 8. p. 115. — 101) Marburg, O., Die 
absteigenden Hinterstrangbabueu. Centralblatt f. Phy- 
siologie. H. 1. S. I. — 102) Derselbe. Dasselbe. 
Centralbl. f. Phvsiol. Verhandl. d. morphol.-physiol. 
Gesellscb. in Wien. 1901 — 1902. Bd. XVI. No. 1. 
55. 30—31.— 103) Derselbe. Dasselbe. (Absteigende 
Fasern der lateralen Hinterstrangspartie, dorsale und 
ventrale Ueberwanderungszone, Fasciculus longitudinalis 
septi. Fasciculus septomarginalis lumbo-sacralis.) Jahrb. 
f. Psychiatr. Bd. XXII. S. 243—280. Mit 6 Fig. — 
101) Derselbe, Bemerkungen über die Körnerschicht 
im Bulbus olfactorius des Meerschweinchens. Arb a. 
d. neurol. Instit. d. Univers, zu Wien. H. 8. S. 233 
bis 238. Mit 2 Fig.- 105) Marie, P.. et G. Guillain, 
Lc faisceau pyramidal direct et le faisceau cn croissant. 
Semainc midie. 1908. Annee XXUI. No. 3. p. 17 
bis 22. Avec 28 flg. - 106) Dieselben, Sur les 
eonnexions des p/doucules oerebclleux superieurs chez 
1'homme. Compt. rend. de la soc. de biolog. 1903. 
T. LV. No. 1. p. 37-38. — 107) Marina. A., Im- 
portanza del ganglio ciliare coiue centro periferico per 
lo slintere delT iride. Gazctta di ospedali. Anno XXII. 
No. 135. p. 1415. — 108) Marinesco, A. Recherches 
cxpönmentalus sur les localisations motrices spinales. 
Revue fuurolog. No. 12. p. 578 — 591. Avec 10 fig. 
— 109; Derselbe. Sur uue forme particuliere de 
r- action des cellules radieulaires apres la rupturo des 
nerts pöripheriques. Ibidem. No. 8. p. 324 — 326. 
Avee 8 tig. — 110) Marinesco. G., Sur la presenco des 
coipuscules acidophiles paranuclcolaiies dans les cellules 
du locus niger et du locus coeruleus. Comptes rend. 



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Kr a usb, Hi8tolooib. 



H7 



de l'acad. de Paris. T. LXXXV. No. 22. p. 1O0O. 
- III) Derselbe, Sur la preaence de granulations 
i.iyneutrophiles dans les cellules Derveuses. Corapt. 
rend. de la soc. de biolog. T. LIV. No. 32. p. 1289 
bis 1291. — 112) Martinotti, C, Sur un noyau de 
eellales cerebrales semblables aui granules du cervelct. 
Anat. Anzeiger. Bd. XXII No. 2 u. 3. S. 33-39. 
Mit2Taf. u. 1 Fig. — 113) Martin ot ti , C, c V.Tirelli, 
La microphotographie appliquee ä IV-tude de la struc- 
turc de la cellule des ganglions spinaul dans l'ina- 
nition. Archive« ital. de biologio. T. XXXV. F. 8. 
p. 390—406. Avec une pl. — 114) Mencl, E., 
Einige Bemerkungen lur Histologie des elcctrischen 
Lappeos bei Torpedo marroorata. Aich. f. microsc. 
Aoat. Bd. LX. B. 1. S. 181—189. Mit einer Taf. 
u. 4 Fig. — ll. r O Mills, C. K, Neurofibrillar 
theorv. Proceed. of the society for oatur. science of 
Philadelphia. Vol. LIV. P. 1. p. 118-114. - 
116) Mi not. C. Sedgwick, On the morphology of the 
pineal region based upon its development in Acantbias. 
Science. 1901. Vol. XIV. No. 35ß. p. 626—627. 
Ber. f. 1901. S. 58.) — 117) Mirto, D., La mielioizza- 
zione del nervo ottico come segno di vita eitrauterina 
protratta nei neonati prematuri ed a termine. II Pisani. 
Vol. XXIII. F. 1. p. 5 -81. Con tav. - 118) Mott, 
K.Walker, Vier Vorlesungen aus der allgemeinen Patho- 
logie des Nervensystems geb. vor d. R. College of Phy- 
sicians of London Juni 1900. L'cbers. von Wallach. 
8. Wiesbaden. VI u. 112 Ss. Mit 59 Fig. ^Betrifft 
Hie Neurontheorie u. s. w.) — 119) Müller, E.. Gicht 
rs eine autogenetische Regeneration der Nervenfasern? 
Kin Beitrag mr Lehre vom Neuron. Neurolog. Centralbl. 
Jahrg. XXI. No. 23. S. 1090—1098. Mit 2 Fig. — 
ISO) Müozer, A., Zur Krage der autogenen Nerven- 
regeneration. Neurol. Centralbl. Jahrg. XXII. 1908. 
No. 2. S. 62— 64. - 121) Münzer, B-, und H.Wiener. 
Das Zwischen- und Mittelhirn des Kaninchens und die 
Beziehungen dieser Theile zum übrigen Centralnerven- 
«ystem, mit besonderer Berücksichtigung der Pyramiden- 
bahn und Schleife. Monatsschr. f. Psvchiatr. Bd. XII. 
Suppl. S. 241-279. Mit8Taf. - 122) M ura wieff. W., 
Die feineren Veränderungen durchschnittener Nerven- 
fasern im peripheren Abschnitt. Beitrage z. pathol. 
Anat. 1901. Bd. XXIX. n. 1. S. 103-116. Mit 
einer Taf. — 123) Myers, Burton D., Beitrag zur 
Ketintniss des Chiasmas der Commissuren am Boden 
<iti dritten Ventrikels. Archiv f. Anat. Anat. Abth. 
H. 5 u. 6. S. 347—376. Mit 15 Fig. — 124) Nemi- 
loff, A.. Zur Frage der Nerven des Darmcanales bei 
den Amphibien. Travaux de la soetft« impe>. des 
naturalistcs de St. Petersbourg. T. XXXII. T. 2. 
p. 59 —88. p. 93—96. Aveo 3 pl. (Russisch.) — 
125) Xissl. F., Die Neuronenlehre und ihre Anhänger. 
Ein Beitrag zur Lösung des Problems der Beziehungen 
»wischen Nervenzelle. Faser und Grau. 8. 1903. Jena. 
VI u. 478 Ss. Mit 2 Taf. - 126) Derselbe. Ueber 
einige Beziehungen zwischen der Glia und dem Gefäss- 
Apparat. Arch. f. Psych. Bd. XXXVI. H l. S. 80— 89. 
•- 127) Nose, Sysuta, Zur Structur der Dura mater 
••erebri des Menseben. Arb. a. d. Neurolog. Institut d. 
Uirers. zu Wien. H. 8. S. 67. Mit 6 Fig. - 128) 
obersteiner, H., Die Variationen in der Lagerung der 
Pvramidenbahnen. Ebendas. II. 9. S. 417-427. Mit 
5 Figr — 129) Obersteiner. H.. und E. Hedlich. 
Zur Kenntnis» des Stratum (Fascieulus) subeallosum 
Fascieulus nuclei caudati) und des Fascieulus fronto- 
•ccipitalis (reticulirtes eortico caudales Bündel). Ebendas. 
Heft 8. S. 286. Mit 5 Fig. - 130) Olmer, D , Sur 
'■es granulations dites oxyneulrophiles d % la cellule ner- 
teu»e. Compt. rend. de la soc. de biol. T. LIV. 
SV 36. p. 1506-1507 (Reim. biol. Montpellier). — 
131) Derselbe, Rccherches sur les granulations de la 
Tllule nerveusc. 8. These de Lyon 1901. (Ber. f. 
1901. S. 59 ) — 132) Ottolenghi. D.. Sui nervi del 
midollo dell« ossa. Atti dell' Acead. di sc. d. Torino. 



1901. Vol. XXXVI. Disp. 15. p. 611-618. Con 
una tav. — 133) Panizza. M., Corapendio di morfologia 
e tisiologia comparata del sistema nervoso. Roma. 8. P. I. 

— 134) Pasiui, A., Ricerche sui nervi della dura madre 
cerebrale. Cliuica medica. 1901. Anuo XXXX. No. 10. 
p. 610—613. — 135) Derselbe, Dasselbe. Meraorie 
del istit. anat. patol. della R. univ. di Pavia, p. 610—612. 

— 136) Pelseneer, P., Les cavites cerebrales des 
Mollusques pulmoncs. Verbandl. des 5. internal. Zoo- 
logen-Congresses. Berlin. 1901. p. 776. — 187} 
Piltz, J., Sur les voies centrales des nerfs ocolomoteurs. 
Gaz. lekar. Warschau. 1901. T. XXI. p. 993-1005. 
(Polnisch.) — 138) Probat, M , Ueber Pachymeningitis 
cervicalis hypertrophica und über Pachymeningitis hae- 
morrhagica bei chronisch fortschreitenden Verblödungs- 
processen in der Jugend. Archiv für Psvchiatr. Bd. 
XXXVI. H. 1. S. I— 31. Mit2Taf. — 139) Derselbe. 
Experimentolle Untersuchungen über die Anatomie und 
Physiologie der Leitungsbahnen des Gehirnstammes. Ar- 
chiv für Anat. Anat Abth. Suppl. S. 147-254. Mit3Taf.- 
140) Pugnat, A„ La biologie de la cellule nerveuse 
et la theorie des neurones. These de Geneve. 1901 
bis 1902. 8. Nancy. 59. pp. Avec 4 fig. — 141) 
Purpura, F., Contributo allo studio della rigenerazioue 
dei nervi periferici in alcuni mammiferi. Heudic. d. 
R. istituto Lomb. di scienze. Vol. XXXIV. F. 6. 
p. 415-419. — 142) Pusateri, E., Contributo allo 
studio della sclerosi cerebrale atrolica con osservasioni 
sull'origioc del tapetum e del fasnio peri-olivarc di 
Bechterew. II. Pisani. 1901. Vol. XXII. F. 2. p. 28. 
Con 2 tav. - 148) Radi. E., Ueber speeifische Struc- 
turen der nervösen Ccntralorgane. Zeitschr. f. wissenseh. 
Zool. Bd. LXXII. H. 1. S. 81-99. Mit 8 Taf. — 
144) Retzius, G., Zur Keontoiss der oberflächlichen 
ventralen Nervenzellen im Lendenmark der Vögel. 
Biolog. Untersuchung. Bd. X. S. 21—24. — 145) Riolo, 
G.. Sulla terminazione del prolungamento nervoso dei 
granuli del cervelletto. 11. Pisani. 1901. Vol. XXII. F. 2. 
p. 58— 64. - 146) Rock wel I, A.D., Tbe neurou theory; 
its relation to physical and psychical methods of 
treatment. Medic. röeord. Vol. LXil. No. 24. p. 983 
bis 985. — 147) Romano. A., A proposito di una 
nuova sostanza nel nucleo delle cellule nervöse elett- 
riche. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 16 u. 17. S. 
461—467. — 148) Roncoroni, L., Le fibre amieli- 
nich« pericellulari e peridendritiche nella corteccia cere- 
brale. Riforma medica. Anno XVIII. No. 121. p. 543 
bis 546. No. 122. p. 554—558. — 149) Derselbe. 
Sui rapporti tra le cellule nervöse e le libre araieliniche. 
Archivio d'psichiat. 1901. Vol. XXII. F. 6. p. 559 bis 
572. Con una tav. - 150) Rutishauscr, F., Experi- 
menteller Beitrag zur Stabkranzfaserung im Frontalbim 
des Affen. S.Zürich. Mit 6 Taf. — 151) Saccone,G., 
Sulla localizzazioue corticale del ceutro dell* odorato c 
del gusto. Aunali di medic. navale. Anno VIII. Vol. I. 
F. 3. p. 261-275. Con 2 tav. — 152) Scaffidi. V., 
Sulla questiooe della presenza di fibre efferenti nelle 
radici posteriori. Policlinico. Vol. IX. F. 8. p. 372 
bis 884. — 153) Schach crl, M., Zur Rückenmarks- 
anr.tomie der Plagiostomen (My liobati*). Arbeit, a. d. 
neurol. Institut d. Univ. zu Wien. H. 9. S. 405 -416. 
Mit 4 Fig. — 154) Derselbe. Ueber Clarke's posterior 
vesicular columns. Ebendas. S. 314—895. Mit einer 
Taf. u. 3 Fig. — 155) Seheuck, F., Die Bedeutung der 
Neuronenlehre für die allgemeine Nervenphysiologie. 
Würzburger Abhandl. a. d. Gcsnmmtgeb. der prakt. 
Medicin. Bd. II. H. 7. 26 Ss. - 15'') Schütz, H., Ueber 
die Beziehungen des unteren Lfingsbündels zur Schleife 
und über ein neues motorisches Stabkranzsystem. Neu- 
rolog. Centralbl. Jahrg. XXI. No. 19. S. 885-890. — 
157) Schumacher. S. von, Zur Frage der Herz- 
Innervation bei den Säugetieren. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. 
NO 1. S. 1—7. Mit einer Fig. — 15S) Derselbe. 
Erwiederung. Ebendas. Bd. XXI. No. 15 S. 430-431. 
(Gegen Kascro-Bcck, No. 79.) 159) Seiuti, M., Sopn 

5' 



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68 



Krause, Hibtolooib. 



nlcune particolaritä di stmttura delle cellule dei gangli 
spinali delT uomo. Annal. di nevrologia. Napoli. 
Anno XX. F. 3. p. 368—870. Con una tav. — 
160) Simpson, Sutherland, Seeoudary degeneration 
following unilateral lesions of the cerebral motor 
cortex. Internat. Monatsschr. für Anal. Bd. XIX. 
H. 7-9. S. 304-334. Mit 2 Tai. und 5 Fig. — 
lfil) Smith, G. Elliot, On a peculiarity of the cere- 
bral commissures iu certain Marsupialia, not bitberto 
recognised as a distinctive feature of tbe Diprotodontia. 
Zoolog. Anzeiger. Bd. XXV. No. 678. S. 581—589. 
Witb 5 figs. — 162) Derselbe, Dasselbe. Proceed. 
of the R. socictv of London. Vol. LXX. No. 462. 
p. 226-231. Witt» 5 figs. - 163) Solger, B., Ueber 
die intraccllolären Fäden der Ganglien/eilen des elec- 
trischen Lappens vom Torpedo. Morphol. Jahrb. Bd. 
XXXI. H l. S. 104—115. Mit 1 Taf. — 164) Souk- 
hanoff, S.. r&scau endocellulaire de Golgi dans les 
Clements nerveux des ganglions spinaux. Revue neurolog. 
1901. No. 24. p. 1228—1282. Avec 8 fig. — 165) 
Soukhanoff. S. et F. Czarniecki, Sur l'£tat des 
prolongements protoplasmiques des cellules uerveuses 
de la moelle epinierc cbez les Vertebres superieurs. 
Le Ne>raxe. Vol. IV. F. 1. p. 77- 89. Avcc 6 tlg. — 
166) Dieselben, Sur l'aspect des prolongements pro- 
toplasmiques des cellules nerveuses des eornes antc- 
rieurc et posterieure de la moelle Epiniere chez des 
eufauts nouveau-nes (methode chromo - argentique). 
Nouv. icouogrnphie de la Salpetriere. Annee XV. No. 6. 
p. 530—539. Avec 8 lig. — 167) Spencer, W. K. ? 
Zur Morphologie des Centrainervensystems der Phyllo- 
poden, nebst Bemerkungen über deren Frontalorgane. 
Zeitschrift für wisseuschaftl. Zool. Bd. LXX1. H. 8. 
S. 503-524. Mit 1 Taf. und 7 Fig. - 168) Stefani, 
U., Si l'atropinisation de l'oeil entmine des modilica- 
tions dans les cellules du ganglion ciliaire. Arch. ital. 
de biologic. T. XXXVII. F. 1. p. 155-156. (Dies ist 
nicht der Fall. Unterbrechung des Abflusses von Ener- 
gie aus den Neuronen ändert letztere nur langsam.) 
-■- 169) Stefanowska, M. Mademoiselle. Sur les ap- 
pendices piriformes des cellules nerveuses cerebrales. 
Compt. rend. de 5e cengres internat. de pbvsiologie. 
1901. Arch. italienn. di biol. T. XXXVI. F.'l. p. 90. 
— 170) Dieselbe, Les terminaisons n'elles des cel- 
lules nerveuses et leur signification dans les proces 
psyehiques. Morphologie et physiologie des appeudices 
py'riformes. 1901. Kosmos. T. XXVI. p. 244 — 250. 
Avec une pl. (Polnisch.) — 171) Dieselbe, Sur les 
resultats des travaux recents sur Tbistophysiologi'; de 
la cellule uerveuse. 1. Appendiccs pvriformes. War- 
schau. T. XXI. p. 204 bis 207. (Polnisch.) - 172) 
Stein d ler, A., Zur Kenntnis* des hinteren Mark- 
segels. Arbeiten aus dem neurolog. Instit. d<r Univers, 
zu Wien. H. 8. S. 93—102. — 173) Sterzi, G., 
Sviluppo delle tneniugi midollari dei mammiferi e loco 
continuazione con le guaine dei nervi. Archiv. Italiano 
di anat. 1901. Vol. I. F. 1. p. 173-195. Con una 
tav. — 174) Tarasewitsch. .1.. Zum Studium der 
mit dem Thalamus opticus und Nucleus lenticularis in 
Zusammenhang stehenden Faserzüge. Arbeiten aus dem 
neurol. Institut der Univers, zu Wien. U. 9. S. 251 
bis 273. Mit 2 Taf. und 5 Fig. — 175) Tscherraak, 
Neueres über die Gliederung der Hirnrinde. Münchener 
med. Wochenschr. Jahrg. XXXXIX. No. 36. S. 1518 
bis 1520, — 176) Turner, J., Some new features in 
the intimate strueture of tbe human cerebral cortex. 
Journ. of mental seience. Vol. XLIX. No. 204. p. 1 
bis 18. With one pl. and one lig. — 177) Vallce, 
11., Sur les K-sious seniles des ganglions nerveux du 
chien. Comptes rend. de la soc. de biolog. 1903. 
T. LV. No. 3. p. 127-128. — 178) van Biervliet. 
.1., Recherohes sur les localisations radiculaires dos 
tibres motrice» du larynx. Le Nevraxe. Vol. III. F. 3. 
p. 295—306. Avec 3 lig. — 179) van Gebuchten. 
A., Recherches sur les voies sensitives centrales. La 



voie centrale des noyaax des cordons posterieurs ou 
voie centrale medullo-thalamique. Ibid. 1901. T. IV. 
F. 1. p. 3-44. Avec 34 fig. - 180) Derselbe, 
Recherches sur la termiuaison centrale des nerfs sen- 
sibles peripheriques. V. La racine posterieure du 
huitiöme nerf cervical et du premier nerf dorsal. Ibid. 
T. IV. F. 1. p. 55 75. Avec 26 fig. — 181) Der- 
selbe, Les voies ascendantes du cordon lateral de la 
moelle epiuiere et leurs rapports avec le faisceau rubro- 
spinal. 1901. Ibid. T. III. F. 2. p. 159—200. Avec 
46 ßg. — 182) Derselbe, Recherches sur les voies 
sensitives centrales. La voie centrale di trijumeau. 
Ibid. T. III. F. 3. p. 237-261. Avec 17 fig. — 183) 
Vincenzi, L., Sulla mancanza di cellule monopolari 
ncl midollo allungato. Anatom. Anzeiger. Bd. XXII. 
No. 25. S. 557—567. Con 8 fig. — 184) Derselbe. 
Sulla presenza di fibre incrociate nel nervo ipoglosso. 
Kbendas. Bd. XXII. No. 25. S. 567-568. Con una fig. 

— 185) Vogt. H., Ueber Neurofibrillen. Archiv für 
Psychiatr. Bd. XXXVI. Versammlung mitteldeutscher 
Psychiater. S. 4—6. (Discussion: Embden.) — 186) 
Derselbe, Neurobiologische Arbeiten. Serie I. Bei- 
träge zur Uimfaserlehre. Denkschriften der med.-natur- 
wissensch. Ges. zu Jena. Bd. IX. 145 Ss. Mit 175 Taf. 

— 187) Derselbe. Zur Geschichte und Literatur der 
Neurofibrillen. Centralblatt für allgem. Patbolog. Bd. 
XIII. No. 4. S. 124-159. - 188) Wallenberg, 
A., Eine centrifugal leitende directe Verbindung der 
frontalen Vorderhirnbasis mit der Oblongata bei der 
Ente. Anatom. Anzeiger. Bd. XXII. No. 14 und 15. 
S. 289—292. Mit 8 Fig. — 189) Derselbe, Der Ur- 
sprung des Tractus isthmo-striatus (oder bulbo-striatus) 
der Taube. Neur. Centralbl. 1908. Jahrg. XXII. No. 3. 
S. 98-101. Mit 5 Fig. — 190) Weber, L. W., Der 
heutige Stand der Neurugliafrage. Centralbl. f. allgem. 
Pathol. 1903. Bd. XIV. No. 1. S. 7-33. — 191) 
Zuckerkandl, E.. Beitrag zur Anatomie der Riech- 
strahlung von Dasypus villosus. Arbeiten a. d. neurol. 
Institut der Uuivcrsit. zu Wien. H. 9. S. 300—821. 
Mit 7 Fig. 

Neurone. — Von den viel umstrittenen Anasto- 
mosen zwischen benachbarten Ganglienzellen 
bildet Mencl (114) eine Reibe von Fällen ab aus dem 
electrischen Lappen von Torpedo marmorata, aus der 
Medulla oblongata des Menschen, aus dem Rückenmark 
desselben und von Acipcnser. M. hält sie für den 
Rest unvollendeter Theilung von je zwei Ganglien- 
zellen. 

Die Dendriten deutet Krontbal (87) als eine 
Protoplasmamasse, die längs der Neurofibrillen, welche 
den Körper der Ganglienzellc durchziehen, vorfliesst. 
Die Fibrillen sind und bleiben etwas Fremdartiges für 
die Zelle und sind mit ihr nicht organisch verbunden. 
Gegen die Silberchroraatmethode von Golgi spricht sich 
K. in energischer Weise aus, tadelt die auffällige Be- 
vorzugung derselben in Lehrbüchern und erklärt, sie 
verdecke alle Structureu; man wisse weder, weshalb sie 
färbt noch was sie färbt. Man solle ihr nur glauben, 
wenn die Thatsaehco aut andere Art schon bewiesen 
sind. — In Betreff der Entstehung peripherer Nerven- 
fasern liisst K. die letzteren nicht von Ganglienzellen 
als Neunten auswachseu, sondern sie bilden sich an 
Ort und Stelle und auch die Neuriten sind auf einen 
Reiz hin vorgeflossenes Protoplasma. 

Ausser Neuroelectrosomen beschreibt Ro- 
mano (147; in den Ganglienzellen des Lobus elec- 
tricus vom Zitterrochen auch Perichromatin, eine 



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Krause, Histologir. 



69 



nroe Substanz im Kern, welche nur hier vorkommt, 
nicht aber in den Kernen anderer Ganglienzellen: in 
solchen sind schon sechs andere Substanzen gefunden, 
nämlich Chromatin, Lioin, Pyrenin, Amphipyreoiti, Lan- 
Umn und der Kerusaft. — In dou Ganglienzellen des 
eleotrischen Lappens von Torpedo unterscheidet Solger 
(163) an Eisenhämatoxylinpräparaten hellere intrazellu- 
läre Saftcanälcbeu und granulirte geschlängelt« intra- 
okulare Fäden. Letztere ragen mitunter aus dem 
Zellenkörpcr hinaus in den pcricellulären Raum; diese 
Kaden sind als Niederschläge innerhalb der Saftcanäl- 
cben aufzufassen. 

In einer langen, gegen M. Heidenhain (s. oben 
S. 63) gerichteten Discussion nimmt Apäthy (s. oben 
No. 8) die Entdeckung einer neuen Art von Zellorganen, 
nämlich der Neurofibrillen« für sich in Anspruch 
[bisher hatte man ihre Bekanntschaft meistens Max 
Schul tze zugeschrieben. Ref.). A. giebt auch eine 
neue Definition des Ausdrucks Protoplasma, worunter 
die Substanz verstanden werden soll, welche „den Körper 
des vollkommen ausgehungerten und undifferenzirten 
Protoblasten bildet*. Endlich unterscheidet A. die 
beiden Begriffe des microscopisch Siebtbaren und micros- 
eopiseb Unterschcidbaren (vergl. oben Heidenhain, 
S. 64) und bezieht die bekannte Formel von Heim- 
holt» nicht mit Unrecht auf die Unterscheidbarkeits- 
grenze. Die feinsten Neurofibrillen, die A. sah, waren 
0.00005 mm dick. 

Spinalganglicn. — In langdauernder Einwir- 
kung von 2proc. Ueberosmiumsäure erkannte Kopseh 
(86) ein ausgezeichnetes Mittel, um in Spinalganglien 
ron Kaninchen ein schwarzgefärbtes B i nnen netz dar- 
lustellen, welches ganz dem von Golgi (Ber. f. 1898. 
S. G7) mit Silberchromat erhaltencu Apparate retico- 
lare interno entspricht. Das Netz umgiebt den Kern, 
lässt die periphere Zone der Ganglienzelie frei und ist 
jedenfalls kein System von Saftcanälcbeu. K. sah dass 
»Ibc bei Lepus cuniculus, Columba domestica, Gallus 
domesticus. Anas boschas, Emys curopaea, Rana tem- 
poraria, auch iu den Epithelzellen der Speicheldrüsen 
Tom Kaninchen. 

Seine Saf tcanäl eben im Körper der Gan- 
glienzellen hält Holmgren (72) für identisch mit 
dem Apparato reticolare interno von Golgi, dessen 
Silberchromatmethode hierfür nicht ausreicht H. nennt 
i<n Apparat Trophospongium. — Holmgren (73) 
hat seine Polemik dann noch weiter fortgesetzt uud 
fahrt lort, zu behaupten, dass von den Zellen der 
Kapselmembran der Ganglienzelie feine Fäden, die 
Trophospongien genannt werden, in das Innere der 
Zelle eindringen; seeuudär werden sie verflüssigt und 
»t)s ihnen entstehen helle Netze von Saftcanälcbeu. 

Das Ganglion semilunarc s. Gasscri enthält 
beim Orang-utan nach Coenen (35) vier verschiedene 
Arten von Ganglienzellen, die sich hauptsächlich durch 
ihre (irösse unterscheiden. Es entspricht vermöge des 
rum Theil wenig differenzirten Körpers seiner Zellen 
nvehr den menschlichen Spinalganglien. 

Nervenfasern. — Die Zusammensetzung der 



Nervenfasern aus einem Neurokcratinnetz und einem 
Axencylinder, dessen perifibrilläre Substanz sich mit 
Antbraccn-Eisengallustintc intensiv färbt, so dass der 
Axencylinder ganz gleicbmässig blau erscheint, bat 
Kaplan (s. oben S. 49. No. 37) dargethao. Das 
Neurokeratinnetz kann man mit Müller'seher Flüssig- 
keit, Formol, Kaliumpermanganat. Säurefuchsin roth 
gefärbt darstellen. Jene perifibrilläre Substanz ist 
aber nicht überall die gleiche, sie hat eine andere Be- 
schaffenheit in der markhaltigen Nervenfaser, eine an- 
dere in der Ganglienzelle und in marklosen Nerven- 
fasern. Jedenfalls repräsentirt eine Nervenfaser mit an- 
geschlossener Ganglienzelle eine zusammengehörige Ein- 
heit. Der Axencylinder entwickelt sich zusammen mit 
dem Nervcmnark uicht als einseitig auswachsender 
Theil einer Ganglienzelie, sondern aus einer kettenför- 
migen Zelleucolonie. Die Zellen dieser Colouie haben 
aber ihre Individualität fast vollständig verloren und, 
wenigstens beim Erwachsenen, ihre functiouclle und 
öconomische ( nutritive?) Selbstständigkeit ganz und 
gar eingebüsst. 

Sala (Bericht f. 1901. S. 60) erklärt, er habe in 
den doppeltcoutourirten Nervenfasern kein Neurokeratin- 
netz, sondern einen Complex von unter einander ana- 
stomosirenden Fäden beschrieben, die eine Fortsetzung 
der Horntrichter bilden (sich microchemisch wie diese 
verhalten, Ref.) uud einen complicirteu Myeliustütz- 
apparat ausmachen. — Die Unterschiede zwischen 
letzterem und dem Neurokcratinnetz herauszufinden, 
wird Jedem zu überlassen sein. 

Rückenmark. Als Ilel weg'sches Bündel 
bezeichnet Probst (138) einen prismatischen Faserzug, 
der an der lateralen Grenze des Vorderstranges gegen 
den Seitenstrang gelegen ist, seine couvexe Oberfläche 
gegen die angrenzende Pia matcr und seine scharfe 
Kaute gegen die graue Vordersäule hin kehrt; sein 
Querschnitt ist nahezu dreieckig. Er reicht von der 
Mitte des Ccrvicalthcilcs des Rückenmarkes bis an die 
laterale Seite der unteren Olive, steht mit letzterer 
aber nicht im Zusammenhang. Sein Ursprung und 
Ende, sowie seine Functionen sind unbekannt. (Vergl. 
Ber. f. 1894. S. 27. No. 74.) 

Eine genaue Beschreibung und Zählung der 
Riesenganglienzellen im Rückenmark von Ca- 
tastomus und Coregonus hat Johns ton (Bericht f. 1901. 
S. 58) bei Embryonen von 2 cm Lauge unter Rück- 
sichtnahme auf deren topographische Anordnung ge- 
geben. Bei den erwachsenen Fischen scheinen sie zu 
verschwinden. 

Oberflächliche Nervenkerne am Lumbosacralmark 
der Sauropsiden bezeichnet v. Koelliker (82) als 
Hofmann'sche Kerne, obgleich sie Gaskel I (Journ. 
of physiol. 1888. Vol. X. p. 191) bei Vögeln und 
Crocodilcn) sowie schoo früher (Journ. of physiol. 1885. 
Vol. VII. p. XXIX) beim Huhn. Crocodil und Alligator 
gefunden hatte Es sind grössere und kleinere Gauglien- 
zellengruppen, die auswendig am Seitenstrange des 
Lendenmarkes sitzen ; sie sind besonders bei Embryonen 
deutlich. Den Säugern fehlen sie, bei Amphibien und 
Fischen sind die Verhältnisse noch nicht klar zu über- 



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70 



Kr a usb, Histologie. 



sehet). Vielleicht handelt es sich um Ursprungskerne 
motorischer Nervenfasern, die aber dem sympathischen 
System angehören. Lachi (90) recurrirt auf seine 
frühere Abhandlung (Atti d. Soc. Toscaua di sc. natural. 
1889), in welcher die Nervenkerne am Kückenmark der 
Vogel beschrieben und als Lob i acecssorii bezeichnet 
worden sind. Diese accessorischen Kerne am 
Kückenmark hat Berliner (11) bei Hatteria punc- 
tata aufgefunden, wie sie auch früher von Ussow bei 
Knochenfischen und von Burckhardt bei Protoptcrus 
gesehen worden sind. 

Gehirn. — In der Neuroglia studirte Nissl 
(126) die Gliazellen. Sie stammen vom Ectoderro, sind 
nicht nervös und sind mit der Fähigkeit begabt, Glia- 
lascrn auszuscheiden. Die (iliazcllc hat einen proto- 
plasmatischcn Zellen körper, der Zellenfortsätze aus- 
senden, aber ausserdem, zumeist an Kanten des Zellen- 
körpers, filiafasern abscheiden kann. Neben den Blut- 
gefässen finden sich Reihen oder Haufen von an- 
scheinend freien Kernen, die thatsächlich solche von 
Gliazellen sind; ebenso weuig existireu in den Gefäss- 
scheidcu wandernde Lymphkörperchen uud die peri- 
cellulären und perivasculären Räume sind durch 
Schrumpfung entstandene Kunstproductc. Die Glia- 
zellen können mit Alcohol und Methylenblau, auch mit 
Eisenhämatoxylin gefärbt werden. N. beschreibt schliess- 
lich Wucherungsproecsse der Neuroglia, die durch ein- 
fache Durchschneidung einer Stelle der grauen Rinden- 
substanz, 48 Stunden nach der Verletzung, auftreten. 
Die ausgeschiedenen Gliafasern ziehen vielfach direct 
gegen die Oberfläche der Blutgefässe, schlagen in deren 
unmittelbarer Nähe aber eine andere Richtung ein, um 
an der Bildung der Gelassscheidewand tbeilzunehmeu 
und sich unter den Fasern der gliöscn Gefässscbcide 
zu verlieren. 

Beim Kauincbcu, beim Hunde, bei der Katze, 
weniger deutlich beim Menschen fand Marti notti (112) 
einen kleinzelligen Kern, der, wie der Name sagt, 
aus kleinen Zellen besteht. An Stlberehromat- Präpa- 
raten ist er cbeo mit freiem Auge sichtbar. Er liegt 
zwischen dem Soptum lucidum und dem Vorderhorn 
des Seitenventrikcls iu ein Bündel weisser Nervenfasern 
eingebettet. Die Zellen sind etwa so gross wie die 
Körner des Cercbellum. Der Kern ist rundlich-eiförmig, 
ziemlich scharf begrenzt und gehört der grauen Sub- 
stanz an der Innenfläche des .Seitenventrikels an. 

Smith (101} beschreibt bei Beute I th ieren einen 
Fasciculus aberrans der veutralen Grosshirucom- 
missur, welcher durch die Capsula externa des Linsen- 
kernes zur Grosshiruriude geht. Nur die Diprotodonten 
besitzen dieses Bündel, nicht aber die Monotremata, 
Polyprotodontia und Eutheria, in welche vier Gruppen 
die Mammalia einzuteilen sind. 

Eine specielle Schilderung des Gehirnes von 
Petromyzon hut John st on (77) gegeben und einen 
Versuch daran geknüpft, primäre functionelle Ab- 
theiluugeu im nervösen Centraiorgan herauszufinden. 

Kleinhirn. — Eine R«coristructiuti des Nucleus 
deutatus cerebclli mit der Wachsplattenmelhode hat 
Fowlcr (Bericht f. 1901. S. 27} ausgeführt. 



Wirbellose. — Die Lehre von den speeifischen 
Energien der Nervenfasern u. s. w. scheint Rädl (143) 
an der Structur nervöser Centraiorgane von 
Wirbellosen studiren zu wollen. Daa optische Cen- 
trum sämrntlicher Organismen ist ein in seinen Eigen- 
schaften als einheitliches Ganzes erkennbarer Theil <Je9 
nervösen Centralorganes, welcher einerseits mit dem 
peripheren Sehapparat, andererseits mit anderen Theilen 
der nervösen Ceutralorgane durch Nervenfasern zu- 
sammenhängt und aus mehreren Ganglien zusammen- 
gesetzt ist, welche nebst ihren specielleu und je nach 
dem Organisationstypus veränderlichen Eigenschaften 
immer eine ausgesprochene Stratification ihrer nervösen 
Substanz zeigen, wenn sie nur einen hinlänglich hoben 
Entwickelungsgrad erreichen. — Das Geruchscen- 
trum ist ein räumlich wie structurell selbstständiger 
The>l der nervösen Centraiorgane, welcher einerseits 
mit dem peripheren Sinnesorgane, andererseits mit 
anderen Theilen des Centrainervensystems durch Nerven- 
fasern in Verbindung steht und in seinem nervösen 
Geflecht dichtere Knäuel desselben in einer oder in 
mehreren mehr oder weniger concentriseben Schichten 
enthält. Diese Knäuel der Wirbellosen entsprechen den 
Glotneriili olfactorii der Säuger. 

Gehirnncrvcn. — Den N. i utermedius (Wris- 
bergi) lässt Kohnstamm (83) sich in die Chorda 
tympani und das Ganglion submaxillare fortsetzen und 
hält ihn für einen Speichelnerv, auch für einen mo- 
toiisch-sensibeln Hirnnerv der Trigeminus Vagusgruppe. 
Er entspringt von einem Nucleus sali vatorius, der 
vermuthlich säramtlichc Speicheldrüsen versorgt. Die 
Parotisfasern entspringen mutbmaasslirh aus einer cau- 
dalcu Fortsetzung dieses Nucleus, sie verlaufen iu der 
Bahn des N. glossopharyugeus und sind im Ganglion 
oticum unterbrochen. Die Zellen des Nucleus saliva- 
torius sind ziemlich weit zerstreut, vom frontalen Ende 
des Nucleus motorius n. trigemini bis zum caudalen 
Ende des Facialiskcrues; sie zeigen den Typus von 
motorischen Zellen der Vordersäulen des Rückenmarkes. 
Ebensolche Ganglienzellen enthält der Nucleus ambi- 
guus, der zum System des N. vagus gehört; seine 
Nervenfasern gehen zu visceralen Organen und stehen 
vielleicht der Magcnsccretion vor. 

Den N. depressor des Herzeus betrachtet 
v. Schuhmacher (157) als beiderseitigen sensiblen 
Nerven der Aorta und die Nn. accelerantes dexter 
und sinistor als Nerven des rechten und linken Herz- 
vetitrikels. — Kasein- Beck (79) dagegen scheint be- 
streiten zu wollen, dass der N. depressor als sensibler 
Gefiissnerv der Aorta anzusehen sei: auch verzweigen 
sich auf der Veutrikeloberfläche gemischte Nerven, die 
aus sympathischen Fasern und solchen des N. depressor 
zusammengesetzt sind. 

b) Nervenendigungen. 

1) Aggozzotti. A.. Sulla terrainazione nervosa 

motrice uei muscoli striati degli insctti. Atti d. R. 
accad. d. scienzc di Torino. Vol. XXXVII. p. 724— 73*2. 
CVn una tav. — 2} Berger, E„ et R. Locwy. Sur les 
nerfs trophi.iiifs dt: lu eoiix'c. Compt. rend. de la soc. 



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KRAÜ8B, HlSTOLOOIB. 



71 



d« biolog. T. LIV. No. 21. p. 688-691. — 3) Botezat, 
£., L'ebcr die epidermoidalen Tastapparatc in der 
Schnauze des Maulwurfs und anderer Säugelhiere mit 
besonderer Berücksichtigung derselben für die Physio- 
logie der Haare. Archiv f. microsc. Anatomie. 1903. 
Bd. LXI. H. 4. S. 730-764. Mit 2 Taf. — 4) Caj al, 
v Ramön, S., Tnabajos del laboratorio de investigaziones 
'biologicas de la univers. de Madrid. 1901 — 1902. T. I. 
Revista triraestral microgräf. T. VI. — 5) Calamida, U., 
Tcrminazioni nervöse nelle rancose dei seni nasali. 
Aoatom. Anzeiger. Bd. XXI. No. 16 u. 17. S. 455 — 461. 
Mit 4 Fig. — 6) Cavalie, Terminaisons nerveuses 
dans le testicule chez le lapin et chez le poulet et 
dans l'epididyme chez le lapin. Compt. rend. de la 
soc. de biolog. T. LIV. No. 9. p. 298-800. — 7) Der- 
selbe. Sur les terminaisons nerveuses motrices et sen- 
sitives dans les muscles stries, chez la torpide (torpedo 
marroorata). Ibidem. No. 31. p. 1279—1280. 
3) Carazzaoi, E., Sur l'innervation motrTce des vais- 
>eaux du cerveau et de la moelle. Arch. ital. de biol. 
T. XXXVIII. F. 1. p. 17-30. (Physiologisch.) — 
9; Ceccberelli, G., Sülle piastre motrici e sulle Fibrille 
ultraterminali nei muscoli della lingua di Rana escu- 
lenta. Monitore zool. Italiano. Anno XIII. No. 9. 
p. 246—247. — 10) Creratin, F., Sulle terminazioni 
nervöse nelle papille linguali e cutanee degli uccelli. 
Rendic. d. R. accad. d'scieuze dell' istit. di Bologna. 
1901-1902. Vol. VI. F. 3. p. 90-100. Cou una tav. 
— II) Dogiel, A.S., Das periphere Nervensystem des 
Ampbioxus (Branchiostoma lauceolatum). Anat. Hefte. 
Bd. XXI. H. 1. S. 175—218. Mit 18 Taf. — 12) 
Gentes, L., Note sur les terminaisons nerveuses des 
tlots de Langerhans du pancröas. Coraptes rendus 
de la soc. de biolog. T. LIV. No. 6. p. 202—208. — 
13) Derselbe, Note sur les nerfs et les terminaisons 
nerveuses de l'uterus. Ibidem. T. LIV. No. 12. p. 425 
bis 427. — 14) Grabower. H., Ueber Nervenendigungen 
im menschlichen Muskel. Arch. für microsc. Anat. 
Bd. LX. H. 1. S. 1—16. Mit 3 Taf. — 15) Hcrubel, 
M. A., Sur certains elements peritoneaux du phas- 
colosome. Bulletin de la societe zoologique de France. 
No. 3. p. 105—114. Avec 4 Fig. — IG) Hofmann, 
F. B., Das intracardiale Nervensystem des Frosches. 
Archiv f. Anat. Anat. Abth. H. 1 u. 2. S. 54—114. 
Mit 4Taf. — 17) Holmgren, E., Einige Worte zu der 
Mittheilung von Kopsch: „Die Darstellung des Binnen- 
uetzes in spinalen Ganglienzellen und anderen Körper- 
teilen mittels Osmiumsäure". Anat. Anzeiger. Bd. XXII. 
No. 17—18. S. 374—381. Mit 2 Fig. — 18) Der- 
selbe, Weiteres über das Trophospongium der Nerven- 
zellen und der Drüsenzellen des Salamander- Pancreas. 
Arch. f. microsc. Anat. Bd. LX. H. 4. S. 669 - 680. 
Mit einer Taf. und 3 Fig. — 19) Huber, G. C, 
Neuromuskulär spindles in the intercostal mus- 
cles of the cat. American journ. of anat. Vol. I. 
No. 4. p. 520 -521. — 20) Hunter, W., On the 
presence of nerve-tibres in the cerebral vessels. 
Journ. of physiol. 1901. Vol. XXVI. No. 6. p. 465 bis 
4€9. With 2 figs. — 21) Kytmanof, K. A., Ueber 
'iie Nervenendigungen in den Lymphgerdssen bei 
den Säugern. Le physiologiste russe. Vol. II. No. 
31—85. p. 226—227 (Bericht f. 1901. S. 65). — 
22) Levinsobn, G.. Ueber das Verhalten der Nerven- 
endigungen in den äusseren Augenmuskeln des Menschen. 
Archiv f. Opbthalmol. 1901. Bd. LIII. H. 2. S. 295 
bis 305. Mit einer Taf. — 23) Derselbe, Dasselbe. 
Bericht über die 29. Versamml. der ophthalmol. (Je- 
wrllsch. zu Heidelberg. 1901. S. 255— 256. — 24) Loisel, 
0., Terminaisons nerveuses et elements glandulaires de 
Irpithelium seruioifere. Compt. rend. de la soc. de 
biolog. T. LIV. No. 11. p. 346-348. - 25) Majochi, 
latorno alle terminazioni dei nervi nei peli dell 1 uomo 
e d'alcuni mammiferi. Rcndiconti dell' accademia 
«ientif. di istitnto di Bologna. Anno LXXII. Vol. I. 



F. 11. p. 553-554. — 26) Motta Coco, A. c S. 
Distefauo, Contributo allo studio delle terminazioni 
nervöse nei muscoli bianchi. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. 
No. 22. S. 457-466. Mit 3 Kig. — 27) Ottolenghi, 
D., Sur les nerfs de la moelle des os. Arch. italicnnes 
de biologic. T. XXXVII. F. 1. p. 73—80. — 28) 
Pcrroncito, A., Sur la termiuaison des nerfs dans les 
libres musculaires striees. 1901. Arch. italicnnes de 
biol. T. XXXVI F. 2. p. 245-254. Avec f.g. - 
29) Derselbe, Studi ulteriori sulla terminnzione dei 
nervi nei muscoli a fibre striate. Rendic. del istituto 
Lombardo di scienze. Vol. XXXV. F. 16. p. 677 
bis 685. (Ber. f. 1901. S. 63.) — 30} Picconi, G., 
Sul rapporto dei corpuscoli di Pacini moditicati eogli 
organi muscolo-teudinei di Golgi e su di uno speciale 
modo di aggruppamento dei medesimi nei perimisio 
dell' uomo e dcllo seoiattolo. 1901. Atti dell' accad. 
dei fisioeritici in Siena. Anno CCX. Vol. XIII. No. 7 
e 8. p. 229-230. — 31) Hohnstein, R.. Unter- 
suchungen zum Nachweis des Vorhandenseins von Nerven 
an den Blutgefässen der grossen Nerveucentren. 8. Jnaug.- 
Diss. Leipzig. 36 Ss. — 32)Rossi, H., Sur les lilamcnts 
nerveui, fibrilles uerveuses ultraterminales, dans les 
plaque» motrices de Lacerta agilis. Le Nevraxe. Vol. III. 
F. 3. p.841-346. Avec tine pl. — 83) Rubaschkin, 
W., Ueber die Beziehungen des Nervus trigeminus zur 
Riechschleimhaut. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 19. 
S. 407 -415. Mit 4 lig. - 84) Ruffini, A., Süll' 
apparato nervoso di Timofeew ed apparato ultraterminale 
nei corpuscoli del Meissner della cute umana. Biblio- 
graphie anatomique. T. XI. F. 4. p. 267 — 281. Avec 
6 fig. — 35) Rulfiui. A. e G. Picconi, Sulla fine 
anatomia dei fusi neuro-muscolari nell' uomo neonate. 
Atti dell' accad. dei fisioeritici in Siena. 1901. Anno CCX. 
Vol. XIII. No. 7 e 8. p. 227-229. - 36) Sfameni, A., 
Recherches anatomiques sur l'existence des nerfs et sur 
leur mode de se terminer dans le perioste, dans le 
perichondre et dans les tissus qui reuforcent les arti- 
culations. Arch. ital. de biologie. T. XXXVIII. F. I. 
p. 48—101. Avec 2 pl. — 37) Sfameni, P., Con- 
tributo alla conoscenza delle tcrraiuazione nervöse negli 
organi geuitali esterui e nei capezzolo della femmina. 
Archiv Italiano di ginecol. 1901. Anno IV. No. 2. 
p. 134- 136. — 38) Derselbe, Sul modo di terminare 
dei nervi nei genitali esterni della femmina, con speciale 
riguardo al significato anatomico e funzionale dei corpus- 
coli nervosi terrainali. Monitore zool. Italiano. Anno XIII. 
No. 11. p. 288—297. — 39) TretjaUff. I)., Zur 
Frage der Nerven der Haut. Zeitschr. f. Zoolog. 
Bd. LXXI. H. 4. S. 625-643. Mit 2 Taf. — 40) Van 
Biervliet, J., Recherches sur les localisations radi- 
culaires des libres motrices du larvnx. Le Nevraxe. 
T. III. F. 3. p. 295-306. Avec 3 lig. - 41) Weiss. G., 
Les plaquos terminales motrices sont clles iiidepcndantes 
les unes des autres? Compt. rend. de la soc. de biolog. 
T. LIV. No. 8. p. 236—289. — 42) Wolff, M., U«ber 
die Ehrlicb'scho Metliylcnblaufärbung und über Lage 
und Bau einiger peripherer Nervenendigungen. Archiv 
für Anat. Anat. Abth. H. 3 u. 4. S. 155-188. Mit 
einer Taf. 

Motorische Endplatten. -- Hubcr (19) hält 
au der intrasarcoleminalen Lage der motorischen End- 
platten gegenüber von Sihler (Bericht f. 1901. S. 64) 
fest. Lebende Muskelfasern wurden mit Methylenblau 
gefärbt, ferner der Muskel mit Sublimat gehärtet, mit 
Anilinblau-Fuchsin gefärbt, wobei das Sarcolcm blau, 
die Muskclsubstaiiz roth wird. — In Bezug auf die 
Lage der motorischen Eudplatten schlägt Negro (Be- 
richt f. 1901. S. 63) einen Vermittelungsweg ein. Die 
Endplatte liegt bei Reptilien und Amphibien zwar 
ausserhalb des Sarcolem, die blassen Terminalfascrn 



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72 



Krause, Histologie:. 



gelangen aber unter das letztere. Wie sie das an- 
fangen, bleibt dahin gestellt. 

In den rothen Muskeln des Kaninchens fanden 
Motta-Coco und Distefauo (26) die motorischen 
Endplatten; in den weissen Muskeln aber sollen andere 
Formen, nämlich Kndbüscbel (a pannoehio) vorkommen, 
von welcher Differenz die früheren Untersuchungen be- 
kanntlich nichts ergeben haben (Ref }. 

Die motorischen Endplatten in den Augenmuskeln 
des Menschen, die seit 1863 nicht untersucht worden 
waren, hat Levinsobn (22) hauptsächlich bei einem 
Hingerichteten mit Goldchlorid dargestellt. Das Binde- 
gewebe dieser Muskeln erschwert die Untersuchung 
cinigermaassen. so dass leicht Kunstproducte entsteheu. 

Die motorischen Eudpluttcn in menschlichen Kehl- 
kopfmuskeln untersuchte Grabower (14) mit Gold- 
chlorid, da die andern Methoden, wie Methylenblau 
und Hämatoxylin keine brauchbaren Resultate ergaben. 

Bei Ampbioxus lanecolatus beschreibt Dogic 1 (1 1) 
motorische Endkegel an den quergestreiften 
Muskelfasern, die höher oder niedriger sein können. 

Die Innervation der Zunge des Frosches 
erklärt Ceceherelli (9) für verschieden an der Basis 
und au der Spitze. An ersterer finden sich an den 
Muskelfasern die gewöhnlichen motorischen Endplatten; 
in der Zungenspitze nehmen letztere eine trauben- 
förmige Gestalt an, auch gehen von solchen Gebilden 
ultraterraiuale Nervenfasern weiter und in ein 
Netzwerk blasser Fasern über, welches mit weiten 
Maschen das Bindegewebe der Zungenspitze durchsetzt. 
.Muskelknospen kamen nicht zur Beobachtung. 

In Betreff des i n tracardi al en Nervensystems 
des Frosches kam Hofmann (16) zu dem Resultat, 
dass zwar jede Nervenfaser eine grosse Menge von 
Muskelzellen des Heraens zu innerviren vermag, dass 
aber andrerseits die Möglichkeit einer Beeinflussung 
einer Muskelzcllc durch mehrere Nervenfasern nicht in 
Abrede zu stellen ist. Es wurde Impragnirung mit 
Silberchromat benutzt. 

Die M uskelknospe n der Katze bringt II u her (19) 
in Zusammenhang mit den Respirationsbewegungen. Kr 
hält sie für sensibel und ziihlte, ohae das Alter der 
untersuchten Katze anzugeben, in den Intercostalräuiuen 
einer Seite die Muskel knospen. In jeder der oberen 
fi lntercostalränme wurden je 60—100 gezahlt, im II. 
28, im 12. nur IM Stück. Sie scheinen gleiehmässig 
auf die äusseren und inneren Intercostalrauskelu ver- 
theilt zu sein. 

Terminale Körpcrcheu. — Die sensibeln Nerven- 
endigungen im Seh weinsrüssel hat Tretjakof f 
mit Methylenblau und Aromoniumruolybdäuat au 3- -4 
Monate alten Schweinen untersucht. Im Bindegewebe 
unterhalb der Papillen oder in ihrer Basis fanden sieh 
eylindrische Endkolben. Sie bestehen aus einer 
Hülle, einem Innenkolben mit axialer Terminalfaser, die 
mit einer doppelteontourirteu Nervenfaser zusammen- 
hangt: der erstere soll noch von einer zweiten Variolen, 
viel feineren Nervenfaser umsponneu werden, die in der 
Abbildung jedoch mehr einem Netz elastischer Fasern 
gleicht, die T. au dieser Stelle offenbar unbekannt sind. 



Die einzelnen Endkolben sind entweder au eiuander ge- 
schmiegt oder in grösserer oder geringerer Entfernung 
von einander angeordnet; in den Papillen siud sie stets 
mit ihrem peripheren Ende nach der Oberfläche hin ge- 
richtet. Häutig sind sie zu Gruppen vereinigt und mehr 
oder weniger umgebogen, auch wohl verzweigt. Solche 
Gruppen bestehen aus je zwei oder drei peripherwärU 
gerichteten und eiuem um dieselbe gebogenen Eud- 
kolben. Besonders complicirte Gruppen siud im unteren 
Thcil des Rüssels unterhalb der Nasenöffnungen ange- 
häuft. — Ausserdem schildert T. die sog. intraepitheli- 
alen Nervenfasern, von denen, eine besondere Art mit 
grossen Varicositäten, Dornen und feinen raricöseu Aest- 
chen besetzt ist, die sehr an Kunstproducte erinnern. 
Andere blasse Nervenfasern endigen nicht etwa in sog. 
Tastzellen der Epidermis oder der äusseren Wurzel - 
scheide der Haarbälgc, sondern in sog. Tastscheiben, die 
den Zellen anliegen, uud mit periccIluUircn Netzen. 

Innerhalb der Epidermis des Rüssels vom Maul- 
wurf findet Botezat(H) vou Nervenendigungen sowohl 
Endbäumchcn, Tastmenisken, einfache intraepitheliale 
Nervenendigungen, als besondere Tastorgane, wie sie 
von Eimer (1870) beschrieben wurden, mit Axialfasern 
und Raudfasern, sowie in der Cutis Tastbaarc, einmal 
auch ein Vater'sches Lamcllenkörpercheu. das jedoch 
mehr einem <iuerdurcbscbnittencn Eudkolben ähnlich 
sieht. 

In der Clitoris und in den Labia minora des 
Weibes fand Sfaraeni (37, 38 - s.a. Bericht f. 1901. 
S. 64. No. 32) ausser kleineren Lamelleukörperchen auch 
Endkolben und Genitalnerveukörperchcn , deren 
innerer Bau erörtert wird. — In der Milchdrüse der 
Kuh und des Schafes entdeckte S. eylindrische End- 
kolben au dem grossen Ausfübruugsgange. 

Nervenendigung im Epithel. — Mit Silber- 
chromat stellte Calamida (5) sehr feine Nervenfasern 
in der Schleimhaut der Nebenhöhlen der Nase, 
namentlich im Sinus maxillaris des Hundes dar. Sie 
verzweigen sich dicht unter dem Epithel, bildeu Netze, 
dringen zwischen die Cylinderepitbelzellen ciu und en 
digen mit kleinen Endkuöpfchen. 

Blasse iutraepitheliale Nerveufasern glaubt Botezat 
(Bericht f. 1901. S. 63. No. 1) in der Schnauze des 
Hundes mit Methylenblau gefärbt zu haben. Sie en- 
digen inuerhalb der Epithelialzellen des Stratum ger- 
minativum, das B. als Stratum granulosum bezeichnet, 
mit seitlich ansitzeuden Endkuöpfchen. 

Endiguug von Knochen nerven.- Im Knochen- 
mark vom Menschen, Hund, Schaf, Kaninchen, Meer- 
schweinchen und Huhn stellte Ottolcnghi (27) mit 
Silberchromat oder Methylenblau zahlreiche doppeltcou- 
te'urirte und blasse Nervenfasern dar. Sie verlaufen mit 
den Blutgefässen, endigen an denselben und zwar in 
der Museularis der grösseren Gelasse mit kleinen Knd- 
knopfen, die auf den glatten Muskelzelleu liegen ; auch 
an den Capillaren konnten Nervenfasern nachgewiesen 
werden, sc-wie Plexusbildungen um die Gefässe über- 
haupt. In der M;irksubs(:inz als solcher waren dagegen 
keine Nervenendigungen nachzuweisen. Sternförmige 



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Krause, Histologie. 



73 



und pyramidenförmige Bindegewebszellen zeigte darin 
die Silbercbromatmetbodo. 

Der Dura matcr cncephali schreibt Pasini (S. 67. 
X. 135) eigene und Gefässnerven zu: die letzteren reichen 
mi den Arterien bis zu ihren capillaren Enden. Die eige 
uen .Nervenfasern sind doppeltcontourirt und zahlreich, 
Me verlaufen theils in Bündeln, tbeils einzeln und ge- 
wunden, geben seitliche Aeste ab und endigen sämmt- 
lioh in einem feineu nervo-.cn Net«. 

Die Endausbreitung der Nerven im Darm- 
canal von Amphibien studirte Ncmiloff (s. oben 
64. No. 124) mit ÜQIfe der vitalen Methylenblau- 
Injection. Vor der Verwechselung von Ganglienzellen 
mit Bindegewebszellen, welche sich an den Blutgefässen 
und auch an glatten Muskelfasern befinden, ist zu war- 
nen. Die Nervenfasern färben sich nach zwei Stunden 
intensiv blau an Darmstückchen, die einfach aus dem 
Darm ausgeschnitten worden sind. 

IX. Drüsen. 

1) Ancel, F., Sur les premirres differenciations 
cellulaires dans la glaude hermaphrodile d'Llelix po- 
matia. Bibliogr. anat. T. XI. K. 1. p. 17. — 2) 
Bordas, L., Ulandes mandibulaires et glandes labiales 
de Cossus ligniperda Fabr. Cornptes rendus de la 
soc. de biolog. T. L1V. No. 32. p. 1813. — 3) 
Derselbe, Les glandes salivaires de la nymphe de 
Sphinx convolvuli L. Ibidem. T. LV. No. 3. p. 141 
bis 143. — 4) Braus, H.. Secrctkanälchen und Deck- 
leisten. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 17 u. 18. 
>. 368-373. Mit 4 Fig. — 5) Cavalie et Beylot, 
Xature de la glande albuminipare de l'escargot. Compt. 
reod. de la soc. de biolog. No. 9. p. 296—297. — 6) 
< biarini. P . Ricerche sulla struttura degli organi 
fosforcscenti dei presci. Ricerche di fisiol. dedic. al 
prof. Luijfi Luciani nel 25. anno del suo insegnamento. 
Mifano 1900. p. 381—402. Cou tav. — 7) Flint, 
J. M.. The duets of the human submaxillary gland. 
American journal of anatomy. Vol. I. No. 3. p. 269 
bis 295. With 9 llgs. — 8) Derselbe, The develop- 
raent of the reticulated basement membrane in the sub- 
raaiillary gland. Ibidem. Vol. II. No. 1. p. 1 — 13. 
Witb 9 "fifrs. — 9) Goodrich, E. S., On the strueture 
ff the exeretory organs of Amphioxus. Quart. Journ. 
of microscopic. science. Vol. XXXXV. F. 4. p. 498 
bis 501. With one pl. and one fig. — 10) Ho Im- 
gren, N., Uebcr die Excretionsorgane des Apion rla- 
vipes und Dacvtcs niger. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. 
Xo. 11 u. 12. ' S. 225—239. — 11) Jordan, H., Die 
Functionen der sogen. Leber bei Astacus fluviatilis. 
Verhandl. d. Deutsch, zool. Gcscllsch. auf d. 12. Jahres- 
versamml. zu Giessen. S. 183—192. — 12) Jouvenel, 
F. F., Recherches sur quelques details de strueture des 
zhndes salivaires tcroissants de Giaunuzzi, grains de 
v-rretion). 8. Lille. Avec une pl. ■•- 13) Kolossow, 
A., Zur Anatomie und Physiologie der Drüsenepithel- 
irlien. Auat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 8. S. 226 
tri* 237. — 14) Lange, Ueber den Bau und die 
Function der Speicheldrüsen bei den Gastropnden. 8. 
Rostock. Mit einer Taf — 15) Derselbe, Dasselbe. 
Anat. Hefte. Bd. XIX. H. 1. S. 85 158. Mit einer 
Taf. — 16) Launoy, Des phenomenes nuclcaires dans 
Ii secreliou. Compt. rend. de la soc. de biolog. No. 7. 
p 225-226. — 17) Ledermann, R., Leber die Fett- 
vfcretioo der Schweissdrüsen an den Hinterpfoten der 
Katze. Archiv f. Dermatologie. Bd. LVUI. H. 
1 u. 2. S. 159—164. Mit einer Taf. — 18} Livini, 
F. A proposito di una nuova classilicazionc delle ghi- 
andolc proposta dal prof. G. Paladino. Monitore zookg. 
italiano. Anno XIII. No. 2. p. 41-47. Cou 2 lig. 



— 19) Derselbe, A proposito di una classifieazione 
delle ghiaudole. Replica al Prof. G. Paladino. Mo- 
nitore zoolog. Italiano. Anno Xlll. No. 6. p. 129 
bis 136. — 20) Derselbe, Dasselbe. Boll, 
dell'accad. medic. fisica fiorentina. 1901. — 21) 
Derselbe. Dasselbe. Sporimentale. 1901. Anno 
LVI. F. 1. p. 178. 22) Lunghetti, ß., Sulla 
fine auatomia e sullo sviluppo della ghiaudola uro- 
pigetica. Anatom. Anzeiger. Bd. XXII. No. 4 u. 5. 
S. 91— 94. — 23) Monti, Rina e A.Monti, Lo ghiau- 
dole gastriche delle marmottc durante il le largo inver- 
nale e l'altivilä estiva. Ricerche del laborat. di anat. 
normale della R. univ. di Roma. Vol. IX. F. 2. 
p. 149—173. Con 2 tav. - 24) Noll, A.. Das Ver- 
halten der Drüsengranula bei der Secretion der Schleim- 
zellc und die Bedeutung der Gianuzzrschen Halbmonde. 
Arch. f. Anat. Phvsiol. Abth. Suppl.-Bd. I. Hälfte. 
S. 166-202. Mit l'Tnf. - 25) Derselbe, Ueber die 
Bedeutung der Gianuzzrschen Halbmonde. Anatora. 
Anzeiger. Bd. XXI. No. 5. S. 139-142. - 26) Or- 
landi, S., Contribuzionc alle studio della struttura e 
delio sviluppo della glandula uropigetica degli uccolli. 
Boll. d. zool. mus. di anat. comparata. Genova. No. 114. 
11 pp. Con 2 tav. — 27) Ottolcnghi. D., Ricerche 
sperimcnlali sul trapianto della ghiandola salivarc sotto- 
masccllarc. Giorn. di Accad. med. Torino. Anno LXV. 
No. 3. p. 178-188. Con fig. (Ber. f. 1901. S. 66). 
-— 28) Derselbe, Contributo all' istologia della ghian- 
dola mainmnria funzionante. Napoli. Arch. Ital. di 
ginecol. 1901. Auno IV. No. 5. p. 397—402. — 
29) Paladino, G., In difesa della nuova classifieazione 
delle glandolc da nie proposta. Osservazioni alle cou- 
siderazioni del dott. F. Livini. Monitore zool. Italiano. 
Anno XIII. No. 4. p. 79-83. - 80) Derselbe, A 
proposito di una classifieazione delle ghiaudole. Risposta 
alla replica del Dott. Livini. Ibid. Anno XIII. No. 7. 
p. 190—195. — 31) Porta, A , Ricerche sull apparato 
di secrezionc e sul secreto dellaCoecieiella septempunetata 
L. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. 9 e 10. p. 177 
bis 193. Con una tav. — 32) Saint-Hilairc, C, 
Ueber die Structur der Speicheldrüsen einiger Mollusken. 
Verhandl. d. 5. interna*.. Zoologen-Congresses zu Berlin. 
1901. S. 767 -773. - 33) Seal ia, R.. Modificazioni 
istologiehe della tiroide dopo l'esCirpazione dell'ovaja. 
Archivio Italiano di ginecol. 1901. Anno IV. No. 6. 
p. 496-501. — 34) Sc haefer, F., Ueber die Schenkel- 
drüsen der Eidechsen. Arch. f. Naturgeschichte. Jahr- 
gang LXV III. Bd. I. Hl. S. 27-64. Mit 2 Taf. 

— 35) Silvestri, F., Sülle ghiandolc cefaliche o 
anteriori del Pacbyiulus communis Savi. Laborat. di 
scuolc super, agricol. di Portici. 8. 2 pp. — 36) 
Ssobolew, L \V., Zur normalen und pathologischen 
Morphologie der inneren Secrction der Bauchspeichel- 
drüse. Virchow's Archiv. Bd. CLXVIII. H. 1. S. 91 
bis 128. Mit 2 Taf. - 37) Stieda, L„ Das Vor- 
kommen freier Talgdrüsen am menschlichen Körper. 8. 
Stuttgart. Mit Taf. — 38) Todaro. F., Sur les orgaues 
exereteurs des Salpidcs. Arch. italiennes de biolog. 
T. XXXVIII. p. 33-48. — 3'J) Dtrselbe, S-pra gli 
organi escretori delle Salpidi. Atti dell'accad. dei Lineei. 
Cl. Iis., matem. e nat. Anno CCXC1X. Vol. XI. F. 10. 
p. 405-417. Con (ig. — 40) Wigcrt V. und II. Ein- 
berg. Ueber biuncnzelligc Kanälcheribildtiiigen gewisser 
Epitbelzellen der Froschniercn. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. 
No. 17 u. 18 S. 364—368. Mit 6 Fig. — 41) Witt, 
Lydia de, Morphology of the pyloric glands as shown 
by reconstruetion. American journal of anatomy. Vol. 1. 
No. 4. p. 514. 

Die übliche Eintheilung der Drüsen in tubu- 
löse und alveoläre will Peiser (siehe oben «S. 48. 
No. 178) nicht gelten lassen. weil so viele MisrhiWme» 
vorkommen. I*. behandelte die Drilvn des Verdauimgs- 
apparates vorn Menschen mit reiner Chlorwasserstoff- 



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74 



Kraüsb, Histologie. 



säure 1—4 Tage, dann mit Wasser, Hämatoiylin, Al- 
cohol, Xylol und Balsam. Nur die Fundusdrüsen des 
Magens und die serösen Zungendrüsen sind tubulös; 
die Gl. labiales, submaxillaris zum Tbeil, die Gl. sub- 
lingual, duodenales und pyloricae sieben der tubu- 
lüsen Grundform, dagegen die Gl. parotis, der seröse 
Theil der Gl. submaxillaris und das Panereas der al- 
veolären Grundform naher. F\. der im Institut von 
Stöhr in Würzburg arbeitete, legt Gewicht darauf, 
dass man die äussere Form der Drüsenelemcnte, nicht 
die ihrer Hohlräume vorzugsweise beachten solle. 

Paladino (Bericht für 1901. S. 66) hatte die 
Drüsen in archiblastisehc, parablastisehe, wozu die 
Lymphdrüsen und hämatopoietischen Drüsen gehören, 
und in gemischte Drüsen eingetheilt; die letzteren 
werden nur von der Thymus repr.isentirt. Dieselbe hat 
ebensowohl archiblastischeu als parablastischen Ur- 
sprung. Die archiblastischeu Drüsen sind entweder ein- 
gestülpte, nämlich tubul'ise Drüsen, acinöse Drüsen, 
oder solche mit geschlossenen Follikeln, die entweder 
platzen (im Ovarium), oder dies nicht thuu, wie in der 
Gl. thyreoidea und der Hypophysis. Oder sie sind vor- 
springend <a tipo sporgeute). wohin P. die Darrozotteu 
und die Villi synoviales rechnet. Oder endlich, sio 
stellen Uebergäugo dar; solche sind die Gelenkcapseln, 
die Sehleimhaut der .Sinus maxillaris, frontalis u. s. w. 
Li vini (18) fand nun in der Trachea von Laccrta 
viridis und muralis Vorsprüuge des sceeruiiendcn ge- 
schichteten Epithels, bei Anguis fragilis dagegen flache 
Einsenkungen des letzteren. Die Bervorrngungen be- 
trachtet L. als Drüsen a tipo sporgente, bestreitet 
aber, dass man Lymphdrüsen und Thymus als Drüsen 
bezeichnen dürfe, womit die Eiutbeilung nach Pala- 
dino hinfällig wird. — Uebrigens fährt Livini (19) 
iu seinen Auseinandersetzungen mit Paladino (Be- 
richt für 1901. S. 66) über die zweck massigste Ein- 
theilung der Drüsen fart. 

Sccre t ran äl eben. — Die Sccretionscanälchen 
zwischen den Drüsempithelialzellen will Kolossow 
(13) als Wa.ssercanäle bezeichnen; die Zellen bangen 
nicht durch eine Kittsubstauz, sondern dureh proto- 
plasmatische Verbindungen zusammen, zwischen denen 
spaltlönnige. für gewöhnlich unsichtbare Gänge sich be- 
linden. Iu diese sickert aus den Blutgefässen das Blut- 
serum hinein, dehnt sie zu jenen Wassereanälcn ans 
und verdünnt das in den Spalträumen befindliche 
Drüsensccret. Indessen gilt dies vorzugsweise für die 
eigentlichen Schlei. n/.ellen. Dass Halbmonde, die aus 
steiet freie n Schleim/eilen bestehen, vorkommen, be- 
zweifelt K. und hr»It die sternförmigen Zellen an der 
Membrana pr<tj>ria für rausculös. 

l eber S -i retcanälchen und Deckleisten handeltBrau s 
;4). sowie über die Critcrien. nach welchen man in zweifel- 
h; il ten Fällen ihre Lage bestimmen könne, sich dabei mit 
Zi m in orman n (Bericht f. 1 SLIK. S. 75) auseinander setzeud. 

Seeretcauälcheti in Nierenepithclzellen von 
Unna e>culeuta beobaeht. ten Wigert und Ekberg 
(40;, die unter Leitung von Holmgren arbeiteten, bei 
Winterfrischen. Die Caiiälchen sind als binnenzellige 
Serrelcapi Haren aufzufassen. 



Ueber die Granula in den ZellcDschleim-secer- 
nirenden Speicheldrüsen hat Noll (24) eine aus- 
gedehnte Abhandlung veröffentlicht. Untersuchungen 
an der überlebenden Drüse ergaben, dass die nach der 
Methode von Altmann hergestellten Präparate keines- 
wegs als naturgetreue Abbilder der lebenden Zelle be- 
trachtet werden können. Nebenbei erörtert N. die Be- 
deutung der Halbmonde iu den Schleimdrüsen, und 
schliefst sich der Ansicht von Hebold (1879) und 
St öbr (1884) an, dass sie Schleimzellen darstellen, die 
ihr Secret abgegeben haben. Hit der Ansicht v. Eb- 
ne r's (1872), wonach die Halbmonde Zellen eigener 
Art darstellen sollen, und die so vielfachen Beifall ge- 
funden hat, kountc N. sich nicht befreunden. Doch 
mögen in den serösen Drüsen auch andere Halbmonde 
vorkommen, die N. als v. Ebn ersehe Halbmonde zu 
bezeichnen und von denHalbmoudenGianuzsi's und den 
Pflüger'schen Halbmonden scharf zu trennen vorschlagt. 

Den Bau der G I. su bmaxi I laris schildert Flint 
(7) nach sehr genauen Untersuchungen beim Menseben. 
Es sind ursprünglich drei Hauptäste des Ductus sub- 
maxillaris vorhanden, welche sich schliesslich in ca. 
1500 Speichelgängc theileu. Die Acini bezeichnet F. 
als Alveolarampullen; nach Injection und Corrosion 
zeigen sie eine Einschnürung au der Übergangsstelle 
in die Speichelgängc; ihre Gestalt ist eiförmig, doppelt so 
dick als der zugehörige Speichelgaog. au welchem 3 6, 
durchschnittlich 4 Aciui sitzen. F. giebt auch eine Lite- 
raturübersicht und erläutert durch zahlreiche Abbildun- 
gen den feineren Bau der menschlichen Submaxillardrüse. 

Fräulciu Lydia de Witt (41) hat die Pylorus- 
drüsen dos Menschen und verschiedener Säugcthiere 
reconstruirt und modcllirt. Sie zeigen bedeutende Diffe- 
renzen und Fräulein de Witt verspricht sich nicht mit 
Unrecht erheblich genauere Resultate als die bisherigen 
von der Reconstruction anderweitiger Drüsen. 

Winterschlaforgan. — An verschiedenen Nagern 
machte von Hansemann (Bericht f. 1901. S. 66) Be- 
obachtungen über das Winterschlaforgau. Seinem Bau 
nach unterscheidet es sich cnicroscopiscb vom Fett- 
gewebe, geht niemals in letzteres über, dient aber seiner 
physiologischen Thätigkeit naeh als Fettreservoir, wie 
auch allgemein angenommen wird (vergl. S. 57). 

Bei der Milchsecret ion verhält sich die Mamma 
des Meerschweinchens nach Limon (Bericht f. 1901. 
S. 66) wie eine seröse Drüse. Der Kern der Ürüsen- 
epithelien Iheilt sich amitotisch und degenerirt, was auf 
eine functionelle Abnutzung hinzudeuten scheint. Die 
Amito.se tritt häufig in der Drüse auf, ist aber keines- 
wegs eine Degeneratiouserscheinung und bewirkt nicht 
etwa den Tod der betreffenden Zelle. Das Zellenproto- 
plasma liefert das Sccretionsproduct durch Vermittlung 
von ergoplastisehen Fasern, die in der Basalregion der 
Zelle gelegen und gegen deren freie Oberfläche hin ge- 
richtet sind. Sie färben sich intensiv mit Hämatoiylin, 
Safranin. Toluidiublau und Toluidinriolett. 

Wahrscheinlich bestehen die in den Schweiss- 
drüsen der Pfoten der Katze enthaltenen Fetttröpfchen 
nach Ledermann (17) aus Oleinsäure, vielleicht mit 
Beimischung von Cholestearin. 



Entwickelungsgeschichte 



bearbeitet von 
Prof. Dr. J. SOBOTTA in Würzburg. 



L Lehrbücher, Technik, Allgemeines. 

1) Bollcs Lee, A. et F. Hennegny, Traitc des 
n -thodes teehniques de l\njatomie microseopique, histo- 
lügie. embryologie et Zoologie, gr. 8. 3. edit. 553 Ss. 
— 2) Born, P., Compendium der Anatomie. Ein Re- 
petitorium der Anatomie, Histologie und Entwicklungs- 
geschichte, gr. 8. Frei bürg i. B. 364 Ss. — 3) 
Debierre. Ch., L'Embryologie cn quelques legons. 8. 
Paris. 199 pp. 144 Fi«. — 4) Heisler. J. C-, A 
text-book of embryology. Kdit. 2. London. 196 Fig. — 
ö) Hertwig, O., Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte 
des Mensrhen und der Wirbeltbiere. 7. umgearb. und 
trw. Aufl. gr. 8. Jena. 676 Ss. 582 Fig. — 6) 
Karschelt, E. und K. Heider, Lehrbuch der ver- 
liebenden Entwicklungsgeschichte der wirbellosen 
Thiere. AI Ig. Theil. gr. 8. Jena. Lief. 1. Aufl. 1 
u. 2. 318 Fig. 538 Ss. — 7) Loisel, G., Revue 
.intiuelle d'embrvologic. Rev. geueral des sc. pures et 
ippliques. 1901.' No. 24. S. 1128-1140. - 8) Tur, 
J.. Sur l'application d'une methode graphique aux 
rteberches embrvologiques. Bibliogr. anat. T. X. F. 2. 
p. 128-180. 2* Fig. — 9) Weber. A, Une melbode 
cte reconstruetion graphique d'epaisseurs et quelques- 
unes des ses applications ä l'embryologie. Ibidem. 
T. XI. F. 1. p. 43^55. 14 Fig. — 10) Zicglcr, 
U. E-, Lehrbuch der vergleichenden Entwieklungs- 
Kcschicht« der niederen Wirbeltbiere, in systematischer 
itahenfolge und mit Berücksichtigung der experimentellen 
Embryologie bearbeitet. Jena. gr. 8. 366 Ss. I Taf. 
u. 327 Fig. 

II. Generationslehre. 

A. Allgeraeines. 

1) Ariola, V., La natura della partetiogenesi nelT 
Arbaeia pustulosa. Atti Soc. Ligust. Sc. nat. c geogr. 
Anno XU. F. 3. 12 pp. 1 Taf. — 2) Derselbe, 
Dasselbe. Boll, e Mus. Zool. e AnaL comp. Univ. 
«renova. No. III. (1901.) 12 Ss. — 3) Beard, J., 
The determinatioD of Sex in Animal development. 
Anat. Ani. Bd. XX. No. 22. p. 556-561. — 4) 
derselbe, Dasselbe. Zool. Jahrb. Abth. f. Anat. u. 
Ontog. d. Thierc. Bd. XVI. H. 4. S. 703—764. 1 Taf. 
u 3 Fig. — 5) Derselbe, Hereditv and the epjcycle 
'.'f tbe germ-cells. Biol. Centralbl. Bd. XXII. Xo. 11. 
p. 321-328. 1 Fig. — 6) Derselbe, The Germ-Cells. 
I'. I. Kaja batis. Zool. Jahrb. Abtb. f. Anat. und 
<»niög. d. Thicre. Bd. XVI. H. 4. p. 615—702. 2 Taf. 
u- .1 Fig. — 7) Blaauw, F. E., Ueber die Zucht und 
Entwickelung der Eiderente (Somateria mollissima) uud 
der Weharalle (Ocydromus australis). Ber. über die 
Verh. d. 5. Intern! Zool. Congr. Berlin 1901. S. 507 
!< : .s 511. 8) Bürger, 0., Ein Fall von lateralem 



Hermaphroditismus bei Palinurus frontalis. Zeitschr. f. 
Zool. Bd. LXXI. H. 4. S. 702—707. 4 Fig. — 9) 
Buller, A. H. It., Is Chemotaxis a Factor in the 
Fertilisation of the Eggs of AnimaW? Quart, journ. of 
Micro*«-. Sc. N. Ser. No. 181. (Vol. XLVI. F. 1.) 
p. 145-176. 3 Fig. — 10) Bryce, Tb. H.. Artiticial 
Parthenogenesis and Fertilisation : A Review. Quart, 
journal of m. sc. Vol. XLVI. P. 3. p. 479—507. — 
1 1) Ch o I od ko v s k v , N., lieber den Hennaphroditismus 
bei Chernus- Artet»! Zool. Anz. Bd. XXV. No. 676. 
S. 521-522. 8 Fig. - 12) Delage, Y., Sur le mode 
d'aetion de l'acide dans la Parthenogenese expürimentale. 
Compt. rend. Acad. Sc. Paris. T. CXXXV. No. 16. 
p. 605—608. — 13) Derselbe, Les theories de la 
f«5condation. Ber. über die Vcrh. d. 5. Internat. Zool.- 
Congr. Berlin 1901. S. 121-140. — 14) Fricid- 
mann, H.. Zur Physiologie der Vererbung. Biolog. 
Centralbl. Bd. XXII. No. 24. S. 773-778. — 15) 
Derselbe, (Jeher die Chromosomen als Trager der Ver- 
erbungssubstanz. Ebenda*. Bd. XXII. No. 24. S. 778 
bis 780. — 16) Foges, A., Zur Lehre von den secun- 
dären Gcschlechtscharaeteren. Arch. f. die gcs. Phvsiol. 
Bd. XC1II. H. 1/2. p. 39-58. - 17) Hacek er. V., 
Ueber das Schicksal der elterlichen und grosselterlichen 
Kernantheilc. Morphol. Beiträge zum Ausbau der Ver- 
erbungslehre. Jeuaische Zeitschr. f. Naturw. Band 
XXXVII. N. F. Bd. XXX. 11. 2. S. 297-400. 
4 Taf. u. 16 Fig. — 18) Heuggc. A., Pseudohcrma- 
phroditismus und secundäre (ieschlechtscharactere, ferner 
3 neue Beobachtungen von Pscudohermaphroditismus 
beim Menschen. Monatsscbr. f. Gcburtsh. u. Gvnäkol. 
Bd. XVII. 1903. H. 1. p. 24 -49. — 19) He'rtwig, 
R., Leber Correlation von Zell- uud Kcrngrosse uud 
ihre Bedeutung für die geschlechtliche DiiTcrcnzirung 
und die Theilung der Zelle. Biolog. Centralbl. Bd. 
XXIII. 1903. No. 2. p. 49-62. -~ 20) Hillairet, 
Sur le dernier terme de la copulation che» les Mammi- 
föres. These de doctorat en med. Bordeaux. — 21) 
Johustoue, A. W., L'anatomie de l'ut<rus des quadru- 
ples demontre la u^cessite de la menstruation chez 
les bipi'des. Rev. de Gvnecol. et de Chir. abd. Aunee 
VI. No. 6. p. 1083-1088. — 22) Kellner, II. U., 
Ein Fall von Hermapbroditismus. Deutsche inedie. 
Wochenschr. Jahrg. XXVIII. No. 1. p. 11 — 12. 7 Fig. 

— 23) Kopse h. F.. Die künstliche Befruchtung der 
Eier von Cristiceps argeutatus. Sitzungsber. d. Gesellseh. 
Naturf. Freunde. Berlin. No. 2. S. 33 — 56. — 24) 
Leger, L. et 0. Duboscq, Les Clements sexuals et 
la fOcoudation chez les Pterotephalu». Compt. Rend. 
Sc. Paris. T. CXXXIV. No. 20. p. 1148-1149. 
25) Lenhossek. Mo.. Das Problem der guM.*hlechts- 
bestiramenden Ursachen. Jena. 8. 190M. 9l> .Ss. 2 Fig. 

— 26) Lcsbre et Forgeot. N"tc sur un eis d'h-'rma- 
phrodismc glaudulaire altern-r et tubulaire bilatrr.il. 



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76 



80B0TTA, ENTmCKKLüNaSGKSCRlCHTE 



Compt. rend. Soc. Biol. Paris. T. LIV. No. 10. p. 312 
bis 318. — 27) Loeb, Ii , Ueber die Einwände des 
Herrn Ariola gegen meine Versuche über künstliche 
Parthenogenese. Arrh. f. Entwicklungsmecb. Bd. XIV. 
H. 1/2. p. 288-289. — 28; Derselbe, Ueber Methoden 
und Fehlerquellen der Versuche über künstliche Par- 
thenogenese. Ebenrias. Bd. XIII. II. 4. S. 481-486. 
- 29) Mazzarotto, G.. Una vera superfetazione. 
Gazzetta Ospedali. Anno XX1U. No. 54. p. 535 -537. 

— 30) Naegeli, U., Die Geiuinität in ihren erblichen (?) 
Beziehungen. Historische Kritik falscher Angaben. Zehn 
Stammbaum«'. Virehow's Arch. Bd. CLXX. (Folge 16. 
Bd. X.) H. 2. p. 305-362. — 31) Neugebauer, 
F., Sur le pseudohermapliroditisme hereditaire dans une 
meine famille. (Polnisch.) Warschau. Krön. lek. 1901. 
T.XX11. p. 734 -747. 796-804. 835-84«. 873-881. - 
32) Orlandi. S.. Sopra un caso di ermafroditismo uel 
Mugil chelo iiv. Boll. Mus. Zool. et Anat. comp. CL'niv. 
Genova. No. 112. 4 pp. I Fig. — 33) Picran- 
toni. U., L'ovidutto e la emissionc delle uova nci 
Tubificidi (contributo ulla biologia degli oligochati ma- 
rini). Archivio zoolog. Vol. I. F. 1. p. 108—119. 

— 34) Rantmann.il., Pseudohcrmaphroditismus mas- 
culinus externus bei einem Schweine. Arch. f. wiss. 
und pract. Thicrbcilk. Bd. XXIX. 1903. H. 1,2. 
S. 195- 197. 1 Fig. — 35) Roberts, H.. Pelvic 
Viscera showing Pseudoheimaphroditism. Transact. of 
the Obstet. Soc. London. Vol. XLI1I. p. 298-304. 

— 36) Roule, L.. L'hermaphroditisme normal des 
Poissons. Compt. Rend. Acad. Sc. T. CXXXVI. 
No. 26. p. 1355—1357. — 37) Saleri. G., Osscrva- 
zioni sopra Taccoppiamento dei Chirottori nostrani. 
Prob, verb Soc. Toscana Sc. nat. Adru. 7. Luglio. 
1901. Pisa 3 pp. — 3») Schepeus, 0., Observation 
des deuv cas d'hermaphrodisrac coustates chez des su- 
jets de l'espece bovine. Verh. d. Intern. Zool. Congr. 
Berlin, p. 1017. - 39) Simroth, Ueber den Ursprung 
der Wirbelthiere, der Schwämme und der geschlecht- 
lichen Fortpflanzung. Verh. d. Deutsch. Zool. Gesellsch. 
12. Versig. Giessen. S. 152—162. - 40) Sinety, 
R. de, Recherehes sur la biologie et l'anatoraie des 
Phasmes (Parthenogenese). Pretendus ganglions sym- 
patliiques de la 1 e paire. Appareil genital (Sperma- 
togenese). La Cellule. T. XIX. F. I. 1901. p. 117 
bis 278. 3 Taf. — 41) Srdinko, 0., Problem oplo- 
zeni a parthenogenesa. (Das Problem der Befruchtung 
und die Parthenogenese). Casopis lekar. cesh , roc. 
7 Fig. 13 Ss. — 42) St ein brück, H., Ueber die 
Bastardbildung bei Strongylocentrotus lividus j 1 und 

Sphaerechimus granularis Arch. f. Entwicklungs- 

mech. Bd. XIV. II. 12. p. 1- 48. 3 Taf. - 43) 
Stephan, P., A propos de rhcrmaphiodisme de cer- 
tains poissons. Assoe. fran<;. pour l'avanc. des sc. 
Compt. rend. la 30 sess Ajaceio. 1901. P. 2. p. 554 
bis 570. 4 Fig. 44) Derselbe, De rhermaphro- 
disme chez les Vertebres. Annal. de la Soc. des Sc. 
de Marseille. T. XII. F. 2. 1901. p. 23-157. 
1 Taf. u. 8 Fig. — 45) Stolc, A., Versuche, betref- 
fend die Frage, ob sich auf geschlechtlichem Wege die 
durch mechanischen Eingriff oder das Milieu erworbenen 
Eigenschaften vererben. Arch. f. Eutwicklungsmech. 
Bd. XV. II. 4. 1903. S. 038 058. 26 Fig. - 46) 
Taruffi. C. Hermnpbrodismus und Zeugungsuufübig- 
keit. Eine s \ stematischc Darstellung der Missbildungen 
der menschlichen Geschlechtsorgane. Deutsche Ausgabe 
von R. Teusch-T. Berlin. 1903. 417 Ss. m. Fig. -- 
47) Derselbe, Ermafroditismo esterno che comprendc 
rargomento dell' iufemminismo e dell' iuvirilismo. Boll. 
Sc. Med. Amin LXXII. Ser. 8. Vol. I. p. 479-481. 

— 48) Trouessart, E., Existcnce de la Parthenoge- 
nese ehe/. U> Ganasus auris Leydig. de l'orcille du Boeuf 
domesti'jue. Compt. rend. Soc. Biol. Paris. T. LIV. 
No. 23. p. SOC— 809. — 49; Vignier, C, lnfluenee 
de la temperature sur le d.'-veloppement parthenngene- 



tique. Compt. rend. Acad. Sc. Paris. T. CXXV. 
No. 1. p. 60-62. — 50) Wassilieff, A., Ueber 
künstliche Parthenogenesis des Seeigeleies. Biol. Cen- 
tralbl. Bd. XXII. No. 24. p. 758—772. 19 Fig. — 
21) Wedekind, W., Die Parthenogenese und das 
Sexualgesetz. Bericht über die Verh. d. 5. internat. 
Zool. Congress. Berlin. 1901. S. 403—408. — 52) 
Weinberg. W., Neue Beiträge zur Lehre von den 
Zwillingen. Zeitschr. f. Geburtsb. und Gynäk. Bd. 
XLVIII. H. 1. S. 94-110. - 53) Williams, W : . 
C, Prccocious Sexual Development witb Abstracto of 
over one Hundred Authentic cases. British Gynaecol. 
Journ. Vol. XVIII. No. 69. p. 85-114. — 54) 
Wilson, E. B.. Experimental Studios on Eehinoderm. 
Egg- (Parthenogenesis). Bcr. üb. die Verb. d. 5. Inter- 
nat. Zool. Congr. Berlin 1901. S. 506. — 55) Woods, 
F. A., Origin and Migration of Germcells in Squalus 
acanthias. N. S. Vol. XV. p. 582-583. - 56j 
Derselbe, Dasselbe. The Americ. Journ. of Anat. 
Vol. I. No. 8. p. 807—320. 14 Fig. 

Buller (9) behandelt die Frage, ob bei der Be- 
fruchtung der thierischen Eier die Chemotaxis 
eine Rolle spielt. Als Material dienten hauptsäch- 
lich Seeigeleier. Die wesentlichsten Resultate seiner 
Untersuchung sind folgende: 

Die Vereinigung des Spermatozoon mit der gela- 
tinösen Rinde (zona pellucida) des Eies ist Zufalls- 
sache und beruht nicht auf Chemotaxis. Das Durch- 
treten des Spermatozoon durch diese erfolgt gewöhnlich 
in radiärer Richtung. Dieselbe wird durch keine 
chemische Secretion von Seiten des Eies bedingt. Viel- 
leicht kommt eine Stereotaxis in Betracht, jedoch hält 
B. einen rein mechanischen Vorgang für wahrschein- 
licher. 

Die Spe rmatozoen sind wahrscheinlich chemo- 
tactisch unempfindlich. Sie reagireo nicht auf 
tonotactische oder heliotactisebe Reize. Kommen sie 
mit einer Oberfläche in Berührung, welche von ihrem 
Medium abgestossen wird, so heften sie sich an diese 
an und kehren sich gewöhnlich in die entgegengesetzte 
Richtung um. Dieses Verhalten zeigt sich bei allen 
Echinodermeu. 

Die Spermatozoon klebeu sich leicht mittelst der 
Spitzen ihrer eonischeu Köpfe an Glas und andere Ober- 
flächen an. Diese Erscheinung erklärt sowohl das An- 
hefteu an die lebenden Eier als auch die Durchbohrung 
ihrer Gallerthülle. 

Die grosse Zahl der Eier und die noch grössere 
Zahl der Spermatozoen erweist sich zusammen mit der 
Bewegungsfähigkeit der letzteren und der Tbätigkeit 
der Meeresstörungen als vollauf genügend, um die 
männlichen Gesehlechtsproducte mit der Zona pellucida 
des Eies in Berührung zu bringen. B. hält daher auch 
eine c he mo t ac t i seh e Wirkung bei der Befruch- 
tung für ausgeschlossen, zumal die rein mecha- 
nische Erklärung der Befruchtungspbänomeue vollauf 
genügt. 

B. Spermatogenese. 

57) Ballowitz, E., Ueber das regelmässige Vor- 
kommen zweischwänziger Spermien im normalen Sperma 
der Säugethiere. Anat. Anz. Bd. XX. No. 22. S. 5«1 
bis 563. — 58) Brom an. L., Ueber Bau und Ent- 
Wickelung von physiologisch vorkommenden atypischen 



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80B0TTA, EXTW1C 

Spermien. Anat. Hefte. Abth. 1. A. II. GO (Bd. Will, 
II 3). S. 507—548. 11 Taf. — 59) Brom an. J., 
Berichtigung zu meinem Aufsatz: Ueber Bau und Ent- 
wicklung von phvsiologisch vorkommenden atypischen 
Spermien. Anat. 'Hefte. Abth. I. H. 62 (Bd. XIX, 
H. 2). p. 479. — 60) Derselbe, Ueber atypische 
Spermien (speciell beim Menschen) und ihre mögliche 
Bedeutung. Anat. Anz. Bd. XI. No. 18—19. p. 497 
bis 531. 17 Fig. — 61) Holmgren, X., Ueber den 
Bau der Hoden und die Spermatogenese von Silpha 
earioaU. Anat. Anz. Bd. XXII. No. 9—10. S. 194 
bis 206. 10 Fig. — 62) Jansscns, F. A.. La Sperma- 
togenese che« les Tritons. La cellule. T. XIX. F. 1. 
1901. p. 5—116. 3 Taf. — 63) Derselbe, Die Sper- 
matogenese bei den Tritoneu nebst einigen Bemerkungen 
über die Analogie zwischen chemischer uud physica- 
Iischer Thätigkeit in der Zelle. Anat. Auz. Bd. XXI. 
No. 5. p. 129-138. 15 Fig. - 64) Korff, K. v., 
Zur Histogenese der Spermien von Pbulangista 
vulpina. Arcb. f. microsc. Anat. u. Entwickelungs- 
?eseb. Bd. LX. H. 2. S. 232—260. 2 Taf. 4 Fig. — 
65) Loisel, G., La secretion interne du testicule chez 
IVmbryon et chez l'adulte. Compt. rend. Acad. Seiene. 
Pari». T. CXXXV. No. 4. p. 250—252. — 66) Der- 
selbe, Etüde» sur la Spermatogenese chez le moineau 
domestique. (Suite et fin.) Journ. de l'anat. et de la 
{/hvs Annee XXXVIII. No. 2. p. 112 177. 4 Taf. 
u. 11 Fig. — 67) Meves, Fr., Structur und Histo- 
genese der Spermien. Ergebn. der Anat. u. Entwicke- 
lungsgesch. Bd. XI. S. 487-516. — 68) Derselbe, 
Ueber oligopyrene und apyrene Spermien und über ihre 
Entstehung nach Beobachtungen an Paludina und 
Prgaera. Arcb. f. microscop. Anat. Bd. LXI. 84 Ss. 
8'Taf. u. 30 Fig. — 69) Nicbols, Louise, The Sper- 
matogenesis of Onisous ascllus Linn, with especial Re- 
fewnee to the History of tbe Chromatin. Proc. Amcr. 
Pbilos. Soc. beld at Philadelphia. Vol. XLI. No. 168. 
p 77—112. — 70) Pauel, J. et Sinety, R., Sur 
Revolution de l'acrosome dans la spermatide du Noto- 
necte. Compt. Rend. Acad. Sc. T. CXXXV. No. 24. 
p. 1124—1126. — 71) Policard, A., Not« sur la Sper- 
matogenese des reptiles. Le syncytium nourricier de 
.lacerta muralis*. Bibliogr. nat. T. XI. F. 2. p. 137 
bis 144. 2 Fig. — 72) Prowazek. S., Ein Beitrag 
zur Krebsspermatogenese. ZeiUchr. f. Zool. Bd. LXXi. 
H. 3. S. 445-456. 1 Taf. u. 1. Fig. — 78) Re- 
gaud, Cl., Note bistologiquu sur la secretion seroinale 
du moineau doroestique. Compt. rend. Soc. Biol. Paris. 
T. LIV. No. 18. p. 588-586. - 74) Stephan. P., 
Sur le developpement de la cellule de Scrtoli chez les 
Srlaciens. Ibidem. T. LIV. No. 22. p. 773-775. - 
"5) Tonn ig es, C, Beiträge zur Spermatogenese und 
Oogenese der Myriopoden. Zeitschr. f. Zool. Bd. LXXI. 
H. i. p. 288-358. 2 Taf. u. 3 Fig. - 76) Voinov, 
D. N.. La Spermatogenese chez le Cybister Roeselii. 
Compt. Rend. Acad. Sc. Paris. T. CXXXV. No. 3. 
f 201-203. 

Broman'ä (58) Untersuchungen betreffen den Bau 
jnd die Entwickelung von physiologisch vor- 
kommenden atypischen Spermien (Spermato- 
zyt)). B. unterscheidet drei Hauptarten von atypi- 
schen Spermien: 1. Spermien, welche sich nur durch 
ihre Grösse von den normalen unterscheiden, 
ood zwar sind sie entwedor grösser als normale 

Hiesenspermien) oder kleiner (Zwergspermien). 
2 Spermien, welche einen ein fache n Kopf, aber zwei 
oder mehr Schwänze haben. 3. Spermien mit zwei 

:4er mehr Köpfen. Dieselben können sowohl ein- 

vic mehrsebwänzig sein. 

Riesenspei mien wie Zwergspermien beobachtete B. 

im ejaeulirten Sperma zweier gesunder Männer. 



BLUNQSO «SCHICHTE. 77 

Ebenso fand B. Entwickelungsformen von Riesen- und 
Zwergspermien bei Salamander und Haifischen. 

Die gewöhnlichsten atypischen Spermien sind die 
zweischwänzigen; sie finden sich auch beim Menschen 
immer, weun auch in wechselnder Zahl, meist sehr 
spärlich. Die Köpfe können normal gross sein, sind 
aber meist so gross wie die der Riesenspcrmien, ihre 
Form stimmt mit der der normalen meist überein. Die 
beiden Schwanzfäden haben die Liuge der normalen, 
die Spiralhülle kann einfach oder doppelt sein. 

Auch beim Salamander und bei Haifischen sind 
zweischwänzige Spermien nicht selten. Wahrscheinlich 
giebt es auch drei-, vier- und mehrschwänzige Spermien. 
Eine vierschwäniige beobachtete B. im reifen mensch- 
lichen Sperma. 

Zweiköplige Spermien sind viel seltener als zwei- 
schwänzige, finden sich aber ebenfalls im normalen 
menschlichen Sperma. Die beiden Köpfe siud dann 
normal gross und divergiren vorn. Die Spiralhüllc des 
Mittelstücks kauu einfach oder doppelt sein. Der 
Schwanz ist bisweilen einfach, mitunter doppelt. 

Was die Entwickelung der atypischen Spermien 
betrifft, so nimmt B. an, dass dieselben aus Sperma- 
tiden stammen, welche durch abnorm verlaufene 
Mitosen entstanden sind. Durch ungleiche Verkei- 
lung der Chromosomen nach den Spindelpolen der sich 
theilendcn Spermatocyten entstehen Spermatideu, von 
denen eine bedeutend grösser, die andere bedeutend 
kleiner ist als normale. Durch Unterbleiben der Mcta- 
phasen der Theilung entstehen Riesenspermatiden mit 
zwei Central körperpaaren und einem Kern; durch Unter- 
bleiben der Durcbschuürung des Zellleibes Riesen- 
spermatiden mit zwei Centraikörperpaaren und zwei 
Kernen. Treten die Anomalien der Zelltheilung schon 
früher (bei den Sperraatogonien oder Spermatocyten 
I. Orduung) auf, so entstellen mehrpolige Mitosen und 
colossale Riesenspermatiden mit vielen Centralkörper- 
paaren. Daneben scheinen auch Verschmelzungen von 
Spermatiden vorzukommen. So entstehen im ersteren 
Falle Riesenspermieu und ähnlich durch ungleiche Chro- 
matinvertheilung bei der Mitose Zwergspermatiden und 
Zwergspermien ; aus den mehrpoligen Mitosen einköplige 
mehrschwänzige Spermien, bei ausbleibender Zellthei- 
lung zwei- oder mehrköpfige Spermien. 

B. constatirt mit einer Reihe von Vorunteisuchero, 
dass die a typischen Spermien ebenso bewegungs - 
fähig sind wie die normalen und daher sehr wohl zur 
Befruchtung geeignet. Da jedoch die atypischen Sper- 
mien zum Tlieil überzählige Centralkörper (Ccutro- 
somen) haben, so dürften sie eine wesentliche Rolle bei 
der Befruchtung spielen, indem die doppelte oder mehr- 
fache Anzahl von Centrosomen in das F.i gelangt. B. 
hält es lür möglich, dass es auf diesem Wege zur Bil- 
dung von eineiigen Zwillingen kommen kann bei 
Befruchtung eines Kies durch zweischwänzige Sper- 
mien. 

Auch glaubt B. die Thatsache, dass sowohl .Sper- 
mien mit normal grossem Kopf wie solch»; mit abnorm 
kleinem (Zwergspermien) oder abnorm grossem Kopf 
(Riesenspcrmien) zur Befruchtung von Lierti im Stande 



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78 



8 O B 0 T T A , ENT WICKBLÜNOSOBSCHICBTK. 



sind, für die Möglichkeit einer stärkeren oder 
schwächeren Vererbung; der väterlichen Eigenschatten 
verwerthon zu dürfeu, da in einem Falle ebenso viel 
männliches Chromatin in das Ei gelangt wie dasselbe 
weibliches besitzt, in den anderen Fallen mehr Giro, 
tnatin oder weniger. 

v. Korlf ((!4) berichtet über Untersuchungen der 
Histiogenese der Spermien von Phalangista 
vulpina, des australische» Beutelfuchscs. Es fällt 
bei der Spermatogenese dieses Tbiercs in erster Linie 
auf, das.s der Kern, nachdem er sich stark abgeplattet 
und zu einem quer zum Axenfadeti gestellten ovalen 
Körper umgebildet hat, diese Lage nicht nur nicht bei- 
behält, sondern mehrfach ändert, um schliesslich in die 
Längsrichtung zu kommen. 

Bei der Ausbildung der Spermatiden von Pbalan- 
gista zu Spermien, plattet sich zunächst der Kern unter 
starker Keduction seines Volumens zu eiutm <|iter- 
gestcllten ovalen Körper ab. der einen zugespitzten und 
einen ovalen Pol zeigt. Unter Ausbildung einer Längs- 
furche wird der Kopf um seine Qucraxe 90° gedreht 
und kommt so in die Längslagc zur Ate der Spermie. 
Kurz vor Abstossung der Zellsubstanz findet plötzlich 
wieder eine Rückdrehung in die Querlage statt, die 
eine Zeit lang beibehalten wird. Dann erfolgt die 
dritte Drehung in die Liingslage zurück. 

v. K. unterscheidet an der sich entwickelnden 
Spermie von Phalangista einen distalen und einen 
proximalen Ccntralkörper (Centrosoma) Entterer 
wandelt sieh in einen Ccntialkörpcrring und einen 
Knopf (distalen Centralkörperknopl) um. Zwischen 
letzterem und dem proximalen Centraikörper tritt ein 
Verbindungsfadeu auf, wahrend der Ring den Axenfaden 
entlang wandert und die Grenze zwischen Mittel- und 
Hauptstück des Schwanzes bildet. 

Der proximale Centialkörper streckt sich bei Be- 
ginn der Wanderung des Centraikörperringes in der 
Richtung des Axenfadens in die Länge und schnürt sich 
in zwei Knöpfe ab. 

Die Kopikippe entwickelt sich aus einem Bläschen 
des Idiozoms und wird nach Ausbildung der definitiven 
Kopfform abgestossen. Die Schwanzmansehette ent- 
wickelt sich gleich nach der Anlagerung des proximalen 
Centralkörpcrs an den Kern am hinteren Kernpol. Zu- 
nächst setzt sie an der. Seiten rändern des Kornes an. 
später an dem hinteren nach dem Kern zu eingebogenen 
Rande der Kopikappe. Sie wird im Zusammenhang mit 
letzterer abm-.U-s.s-ti. 

I.oisel !»•>«; fisst s.-ine iitiif.ingreicli.-ii l'nter- 
Miehung-ii über die Spermatogenese des Haus- 
Sperlings - siehe auch die Titel im Jahresbericht für 
l'.'OU uri'l DHU i t;.|j;. ni|. iin.irissen ziisammen: Die eigent- 
liche Spermatogenese beginnt beim Sperling, wenn der 
H >!'• eine l. tt.ge v-oi 7 S mm erreicht hat, d. i Mitte 
oder Ende März. Sie dauert den ganzen Sommer über, 
voll/lebt sich aber im Gegensatz zu den Säugcthicrcn 
in Gestalt einzelner deutlich von einander ver- 
schiedener „Sti.sse-*, die wenigstens zum Theil den 
sexuellen Annäherungen entsprechen. 

Im Gegensatz, zu den Säugethiereij entwickelt sich 



jede Spermatozocn-Geueration längs einer zur 
Wand des Hodenkanälchens rechtwinklig oder 
etwas schief stehenden Linie und endigt mit der 
Bildung eines Büschels von Spermatozoon, welches 
80-100 Elemente umfasst. Einmal gebildet bleibt 
jedes Sperma tozoenbüscbel auf seinem Platze im 
Hodenkauälcben, bis ein Congcstionszustand des Organs 
seine Ablösung ins Lumen des Kanälchcus bewirkt, 
wobei durch eine Art Spalte in der Zone der Sperma- 
tiden die reiten Elemente eine Anzahl nicht umge- 
bildeter mit sich reissen. 

Da sich eine grosse Anzahl von Spermalozoeu- 
büschein gleichzeitig lösen, so entsteht daraus an der 
Oberfläche des Epithels der Samcncanälchcn die Bildung 
einer ausgedehnten Wundfläche, welche sieb 
durch eineu Vorgang schliesst. welcher dem der ge- 
wöhnlichen Wund vernarbung vergleichbar ist. Die 
an Ort und Stelle bleibenden Spermatiden dehnen sich 
dann über die Wundfläche aus, theils dureh einen 
passiven Einfall, theils dureh ihre eigenen Bewegungen, 
und die darunter gelegenen Spermatocyten zeigen sehr 
lebhafte mitotische Theilungsvorgängc. 

Diese Regeuerationsvorgänge vollziehen sich ebenso 
wie die Bildung neuer Spermatozoenbüscbel unter dem 
Einfluss der inneren Sccretion des Hodens speciell 
der Sertoli'schen Zellen. 

infolge dieser Erscheinungen kann matt im selben 
Querschnitt des Hodcncanälcbeiis die verschiedene!) 
Zcllformeu linden, welche das Samenepithel darstellen, 
nämlich 1) Keimzellen und Scrtoli'sche Zellen, 2) Spcr- 
matogonien, 8) Spermatocyten, 4) Spermatiden und 
Spermatozoiden. 

Die Keimzellen stellen im erwachseneu Hoden 
die Fortsetzung des Keimepithels des Embryo dar. 
deren Protoplasma alle Frühjahr vollkommen zur Pro- 
liferation eigentlicher Sameubildungszellen umgestaltet 
wird. Während des Sommers bilden ihre Zellleiber ein 
ausgedehntes S\ ncytium oder eine lutereellularsubstanz. 
Sie sind die primitiven Elemente, von denen durch 
Amitose während des Winters, hauptsächlich aber 
während des Frühjahrs die Stammzellen cutstehen; 
erstlich die erste Reihe der eigentlichen satnenbildendeu 
Zellen, die Spermatogoiiien. zweitens auch die Sertoli- 
schen Zellen, typische Drüscnelemeute. 

Während des Sommers theilen sich die Keimzellen 
wenig oder garnieht und dienen nur als Drüscuelemcnte. 
Im Herbst bleiben sie als Reserve erhalten, um die 
Spermatogonien des folgenden Jahres zu bilden. 

Die Spermatogoiiien entstehen durch Wachs- 
thum aus einer der letzten amitotischen Theilungen 
der Keimzellen. Die ersten von ihnen, welche während 
des Winters erscheinen, erreichen ein sehr bedeutendes 
Volumen, denn sie verarbeiten flüssige Substanzen in 
ihrem Innern. Es rändelt sich um die männlichen 
Kor der Autoren, welche man besser Wintcrsper- 
matogonien oder eiartige Spermatogonien 
nennen sollt«-. Die seltenen Theilungen derselben sind 
häutig unvollständig und zeigen Zeichen von Degenera- 
tion In anderen Fällen erstrecken sich diese Theilungen 
nur auf die Kerne und bilden so drei- oder vierkernige 



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SOBOTTA, ENT W1CKKLUN080 ESCH ICHTE . 



79 



Zellen. L. glaubt darin einen Anklang an die Sper- 
matogenese der niederen Vertcbratcn und Evertcbraten 
:u erkennen. 

Die Frühlings- und Sommerspermatogonieu bleiben 
im Gegensatz dazu klein, weil sie sieb sehr activ 
theileu, um die Proliferatiouszone zu bilden, von wo 
aus. jede neue Samenzellen degeneration entsteht. Die 
Vermehrung dieser kleinen Spermatogunien erfolgt durch 
mitotische Theilung, wobei die achromatische Spindel- 
ngur vollständig aus dem Kern zu entstehen scheint. 

Die Spermatocy ten erster Ordnung entstehen 
durch Wachsthum einerder letzten mitotischen Theilungen 
der Spermatogonien. Sie durchlaufen eine lange Ent- 
«ickcluogszeit, in welcher sie an Grösse zunehmen. 
Dieselbe lässt sich in vier Phasen eintbeilen, dein des 
Ueberganges, der Synopse, der Vorbereitung zur Mitose 
und der Theilung. 

Die Spermatocylen zweiter Ordnung dagegen habeu 
ein sebr kurzes Leben; sie theilen sich gleichfalls aut 
dem Wege der Karyokinesc, wie die der ersten Ordnung. 

Die Spermatiden sind ebenso wie die voraus- 
gehenden Zellgenerationen cclluläre Elemente, welche 
sich aus sich selbst zu ernähren im Staude sind. Ihre 
Umwandlung zu Spermatozoiden vollzieht sich 
jedoch unter dem Eiufluss der inneren Secretion 
des Hodens, besonders durch die Action der Sertoli- 
>ch«n Zellen. 

Diese Umbildung zerfällt in zwei Perioden: Die 
erste betrifft hauptsächlich Vorgänge im Protoplasma; 
ls bildet sich zuuächst ein Arehoplastna, ein klares 
Bläschen, welche sich einem der Pole des Kerns anlegt, 
diuc legen sich die Centrosomen an den entgegenge- 
eilten Pol, dem Ansatzpunkt des späteren Schwanz- 
fidens. endlich verflüssigt sich die peripherische Parthie 
des Zellkürpers des Spermatiden und verschwindet. 
Diese erste Periode endet also mit der Bildung eines 
kleinen Körpers, welcher bereits die Hauptanordnung 
des Spermatozoideu zeigt, und den L. Spermatosoma 
ntnot. 

Die zweite Periode folgt der ersten unmittelbar. 

beginnt mit der Orientirung der Spermatosomen 
üa'.er dem Einfluss und mit Beziehung auf eine Scrtoli- 
x?he Zelle und umf&sst physikalische und chemische 
Erscheinungen. Unter die ersteren gehören: Umwand- 
lung des archoptasmaischcD Bläschens in die Kopfarmatur 
des Spermatozoiden, die Umwandlung des Spermatiden- 
keros iu den spiraligen Kopf des Spermatozoiden, das 
Erseheinen einer diffusen chromatischen Substanz um 
die Centrosoroen, welche einen Ueberzug über den 
."'cUanzfaden bildet. Das Resultat dieser physikalischen 
Vorginge ist die Umbildung einer rundlichen Zelle in 
eine geisaelfönnige Bildung geeignet für die Einbohrung 
m das Ei. 

Die chemischen Vorgänge, soweit sie sich unter 
dem Microscop verfolgen lasscu, bestehen hauptsächlich 
in einer Wasserentziehutig des Kernes, gefolgt von der 
Bildung neuen Chromatins. Ihr Resultat ist die Um- 
wandlung einer volllebendon Zelle in ein Element von 
'erlangsamten Leben, welches im Stande ist, lange Zeit aut 
den Moment zu warten, wo es ins Ei einzudringen vermag. 



Die protoplasmatischen Theile der Spermatiden 
welche zur Bildung der Spermatozoiden keine Ver- 
wendung finden, häufen sich im Innern der Samen- 
canälchen zu einer breiten Detrituslage an. innerhalb 
welcher die Spcrmatozoidenschwänze enden. 

Die Sertol i 'sehen Ze 1 1 cn sind hyp^rtrophirte 
Keimzellen; sie stellen eine besonders ausgesprochene 
Form von Zellen dar, weicht: die innere Sekretion des 
Hodens erzeugen. Ihr Auftreten im Frühjahr fällt immer 
mit einem Hervortreten des sekundären Gescbleehts- 
characters des Männchens zusammen. 

Es giebt nach L. im Epithel der Hodcncanälchen 
nicht zwei ursprünglich verschiedene Zellformen, keine 
primäre, sondern eine secundäre zellige Dualität, 
eine temporäre bei den Vögeln, eine permanen te 
bei den Säugethiercn. 

Die Sertoli'schen Zellen stellen periodisch drei 
aufeinander folgende Phasen dar, welche den verschie- 
denen Phasen der Bildung der .Spermatozoiden ent- 
sprechen. Ihre Secretion stellt die innere Secretiou des 
Hodens dar, mit Hülfe welcher die Umbildung der 
Samenzellen erfolgt und nur in diesem Sinne spielen 
nach L. die Sertoli'schen Zellen eine tropltisehe Holle 
bei der Spermatogenese. 

Da die Secretion reichlich ist und hauptsächlich 
auf die Gruppen der darübergclegenen Spcrmatidcu 
einwirkt, so übt sie einen einseitigen Reiz aut diese 
Zolleu aus in Gestalt einer positiven Chemotaxis. 

Der Hode funetionirt nach L. als offene und als 
geschlossHne Drüse. Als erstere erzeugt er ein mor- 
phologisches cytogenes Secret. als letztere ein che- 
misches. Erstere, die Erzeugung von Spermatozoiden, 
vollzieht sich unter dem Eiufluss der letzteren. Die 
chemische Secretiou bringt im Frühjahr eine flüssige, 
eisenhaltige Substanz hervor; betheiligt an ihrer Bildung 
sind 3 Zellformen, die Keimzellen, die Sertoli'schen 
Zellen uud die interstitiellen Zellen. Im Winter, wo 
die Secretion gering ist. erfolgt sie nur von Seiten der 
Keimzellen uud interstitiellen Zellen, während im 
Sommer hauptsächlich die SertoliVhcu Zellen be- 
theiligt sind. 

C. Eibildung, Eireifung, Befruchtung. 

77) Ancel.P.. La reduetion numerique des chro. 
mosomes dans la Spermatogenese d'Helix pomatia. 
Bibliogr. anat. T. XI. F. 2. p. 145—148. — 78) 
Beard, .1., The Germ-Cells of Pristiurus. Anat. Auz. 
Bd. XXI. No. 2. S. fjO— 61. — 7») Derselbe. He- 
redity and the epievcle of the gernwells. Biel. Cen- 
tralbl. Bd. XXII ' No. 13. S. 3J»s 4<lS. 80) 
Bergmann, \V., Untersuchungen lib'T die Eibildung 
bei Anneliden und Oephol>">poden. Zeitsehr. f. Zool. 
Bd. I.XXIII. R. '2. S. 278-301. 8 Taf 81) 
Bonuin, P. et M., Reduction ehromatique chez les 
Mvriapodes. Compt. rend. de l'Assoc. des Anat. Mont- 
pellier, p. 74- 78. — 82) Boveri, Th., Das Problem 
der Befruchtung? gr. 8. Jena. 48 Ss. 19 Fig. — 
83) Bryee. Th. H., The Heterotynical Division in the 
Maluration Phases of the Sexual cells. Rep. 71. Meeting 
of British Assoc. for the Advanr. of Sc. Glasgow. 1901. 
p. G85 — 087. — 84) Biitschli, Ü., Bemerkungen zu 
der Arbeit von A. Giardina: Note sul meccanismo della 
fecondazione c della divisione ecllulan' studiaU prin- 
eipalmeutc in nova di cchitii. Anal. Anz. Bd. XXII. 



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HO 



S 0 n O T T A , Entw rcK elunosqbbchkhte. 



No. 17/18. S. 381 -387. — 85) Czermak, N.. Das 
Centrosoina im Belruchtuiigsmomente bei den Salmo- 
niden. (Vorlauf. Mitiii.) Anat. An/.. Bd. XXII. No. 19. 
S. 393— 400. 5 Fig. — 86) Le Dantee. Fr., La 
maturation de l'oeuf. Rev. gener. des Sc. pures et 
appliqnes. No. «. p. 290— "298. — 87) Ebuer. V. 
von. Ueber Eiweisscrystalle in den Eiern des Rehes. 
Anz. K. Aoad. Wiss. Wien. Math.-naturw. Cl. 1901. 
1. S. 5-«. — 88) Eigeninann. C. H., The History 
of the Eve of the Blind Fish Amblvopsis. Scienec. 
N.S. VoL XV. Nd. 379. p. 523-524. - 89) Fere , 
Ch., Oeuf de poule contenant un autre oeuf. Compt. 
rci.d. soc. Biol. Pari«.. T. L1V. No. 11. S. 348-349. 

— 90) (iiardina, A., Note sul meecanismo della fe- 
condazione e della divisione eellulare studiato 
principalmente in nova di eehini. 1. Sulla divisione 
eellulare. Anat. An/.. Bd. XXI. No. 20. S. 561 
bis 581. 4. Fig. — 91) Derselbe. Dasselbe 
Anal. An/.. Bd. XXII. No. 2—3. S. 40-5$. — 
92) (iold sebmidt, K., Untersuchungen über die Ei- 
reifung, Befruchtung und Zelltheilung bei Polystomum 
integexrimum Rud. Zeitschr. f. Zool. Bd. LXXl. H. 3. 
p. 397-444. 3 Taf. — 93) Harpcr. E. H.. Fertilization 
in the Pigeon's Egg Science. N. S. Vol. XV. No. 379. 
p. 526 -527. — 94) Hartman», M.. Studien am 
thicrischen Ei. 1. Ovarialei und Eireifung von Asterias 
glacialis. Zool. Jahrb. Abth. f. Anat, u. Ontog. Bd. XV. 
H. 4. p. 793 -812. 2 Taf. - 95) llenneguy. S. F., 
Sur la formatiou de Toeuf, la maturation et la fecon- 
dation de l'oocyte chez le Distomum hepaticum. Compt. 
rend. de l'Assne. des Anat. Montpellier, p. 1 '28— 131 
und Compt. rend. Aead. Sc Paris. T. CXXX1V. No. 21. 
p. 1235-1238. — 96) King. Helm D.. Prelirainary 
Notc on the Formation of the First Polar Spindles in 
the Egg of Bufo leutiginosus. Anat. Anzeiger. Bd. XXI. 
No. 15. p. 414—417. — 97) Lebrun, H., La vesieule 
germinative et les globules polaires chez les anoures. 
La Cellule. T. XIX. F. 2. p 311-402. 6 Taf. 
98) Derselbe. La vesieule germinative et les globules 
polaires chez les batraeiens. La Cellule. T. XX. F. I. 
p. 1—99. 4 Taf. — 99) Leger, L.. Note sur le deve- 
loppement des t-lemcnts sexuels et la fecondation chez 
le Stvlorhvnchus longicollis F. St. Archiv de Zool. 
exper.' Note" s et revue. No. 4/5. 10 pp. — 100) Lerat, P., 
La preroiere cine.se de maturation dans l'ovogenese et 
la Spermatogenese du Cvclops strenuus. Note prdimin. 
Anat. Anzeiger. Bd. XXI. No. 15. S. 407— 411. 4 Fig. 

— 101) Limon, M.. Etude histologique et histogenique 
de la glande interstitielle de l'ovaire. Arohiv d'Anat. 
microsc. T. V F 2. p. 155-190. 2 Taf. -- 102; Loeb, J.. 
l'eber Eireifung. natürlichen Tod und Verlängerung des 
Lebens beim unbefruchteten Seesternei (Aster las Forbesii) 
und deren Bedeutung für die Theorie etc. Arc.h f. d. 
ges. Physiol. Bd. \CIII. 11. 1'2. S. 59-7«. — 103) 
Loyez, Marie, Les premiets Stades du developpement 
de la vesieule germinative chez les Reptiles (Siurieos 
et Cheloniens). Bull. Soc. Philom. Paris. Ser. 9. 
T. IV. No. 1. p. C8— 76. 6 Fig. No. 15. p. 456 
.i 462. — 104) Derselbe. Note sur les trausformations 
de la vesieule germinative des reptiles. Compt. rend. 
de l'Assoc. des Anat. Montpellier, p. 10—13. — 
105) Lubosch, W., L'eber die Eireifung der Metazoen. 
insbesondere über die Rolle der Nuclearsubstanz und 
die Erscheinungen der Dotterbildung. Ergcbn. d. Anat. 
u. Entwicklut.Ksgeseh. Bd. XI. S. 709—783. 2. Fig. — 
10»;; Derselbe, l'eber die Xueleolarsiihstan/. des rei- 
fenden Tntr ur;,eies nebst Betrachtungen über das Wesen 
der Eireifung. .lennisehe /eitschr. für Naturw. Bd. 
XXXVII. N F. Bd. XXX. H. 2. p. 217-29«. 5 Taf. 

— 107) Magitii. ii., Sui cambiamenti micro chiniici 
degli spermati'/'n nella f<-ronda/ioue. 8. Montepulciauo. 
20 S*. — U)8) Petrunkcwitsch. A., Die Reifung der 
partheno^erietisehen Eier von Artemia salina. Anal. Anz, 
Bd. XXI. No. 9. p. 25«-263. 4 Fig. - 109) 
Schüehaert. R, L'ovogenese die/, le Thy.sauozoon 



brochi (2 partie). La Cellule. T. XX. F. 1." p. 101 — 177. 
4 Tat'. — 110) Stephan, P., Sur quelques poiuts p 
latifs ä l'evolution de la vesieule germinative des TeleV.- 
stecns. Arch. d'Anat, micr. T. V. F. 1. p. 22—37 
1 Taf. — 111) van der Stricht, 0.. La ponte ovarique 
et l'histogenic du corps jaune. (Eitrait). Bull, de l'Acad. 
R. de Belgique. 1901. 21 pp. 1 Taf. — 112) Der- 
selbe, Les „Pseudochromosomes* dans l'oocyte de 
ehauvesouris. Compt. rend. de l'Assoc. des Anat. MoDt- 
pellier. p. 1 — 6. — 113) Derselbe, Le spermatozoidc 
dans l'oeuf de ehauve souris (V. noctula). Verb. d. anat. 
fiesellseh. 1«. Vers. Halle. S. 163—167. 1 Fig. - 

114) Traina. R.. Sugli innesti di tessuti embrionali 
uell' ovaio e sulla prodnzione delle eisti ovariebe. Arcd. 
d. Sc. med. Vol. XXII. f. 1. p. 13-52. 4 Taf. - 

115) Wini water, H. v.. Nachtrag zu meiner Arbeit 
über d e Oogenese der Säugcthiere. Anat. Anz. Bd. 
XXI. No. 15. S. 401-407. 3 Fig. 

van der Stri cht (1 13) beobachtete das Eindringen 
des Samenfadens in das Ei der Fledermaus. Es 
ergab sich erstlieh, dass der ganze Samenfaden ein- 
dringt, ferner, dass das Eindringen des Samenfadens so- 
wohl am Pole, an dem die Richtungskörper sich bilden, 
erfolgen kann, als auch am entgegengesetzten Pol, wahr- 
scheinlich auch an jeder beliebigen Stelle des Eies. Der 
Schwanz des Samenfadens erhält sich lange Zeit zur 
Seite des zum männlichen Vorkern umgebildeten Kopfes 
Er wird sogar noch zur Zeit der Annäherung der Vor 
kerne und dei ersten Furchungsspindel vollkommen er- 
halten gefunden. 

Es kommt auch im Fledermausei zur Ausbildung 
einer Sperma. Strahlung um ein Spermacent ro 
soma. welches aus dem vorderen Abschnitt des Ver- 
bindungsstückes des Sehwanzfadeos mit dem Kop^ 
entsteht. 

Der Spermalozoenkopf der Fledermaus scheint im 
Ei keine Drehung um 180 " vorzuuehrucn, wie eine 
solche von den meisten Autoren bei der Befruchtung 
anderer Eier beschrieben wird. 

III. Allgemeine Entwickelungsgeschichte. 

A. Furchung, (lastrulation und Keimblntter- 
bildun^ bei den Wirbelthieren. 

1) Ballowitz, F.. L'rmundbilder im Prostoma- 
Stadium des Blastoporus bei der Ringelnatter. Arcb. f. 
Anat. u. Phvs. Anat Abth. H. S,'4. S. 149—154. 
1 Taf. — 2) Bigelow. M. A„ The Early development 
of Lepas. A Study of Cell lineage and Uenn-lavers. 
Bull. Mus. Comp. Zool. Harvard College. Vol. XL No. 2 
S. 61-144. 12 Taf. — 3) Bocke, J., Over de oi.t- 
wikkeling van het enlodcrm, de blaas van Kupffer, het 
mesoderm van den kop en het infundibulurn bij de 
Muraenoiden. Verslag v.iu de gewone vergaderiugen der 
Wis- eu natuurkundige Afdel. K. Akad. van Weten- 
schappen te Amsterdam. 1901 1902. Deel 10. 1902. 
p. 468 - 474. — 4) Bon n evie. Christine, Abnormitäten 
in der Fuivhiing von Asearis luuibricoides. Jenaiscbe 
Zeitschr. f. Naturw. Bd. XXXVII. N. F. Bd. XXX. 
H. I. p. 83—104. — 5) Dran, B.. Reminiscence o< 
holoblastic cleavage in the egg of the Shark. Hetero 
dontus (Cestracion) japonieus. Macleag. Annot. Zool. 
.Japonens. Vol. IV. 1901. P. 1. p. 35—41. 1 Taf. 
— 6; Derjugin. K. M . Beobachtungen über die ersten 
Stadien der Entwiekolung b- i den Eiern von Perca rlu 
vt.itilis unter normalen und künstlichen Bedingungen, 
Trav. Soc. lmp. Natur. St. IVtersbourg. Vol. XXXII. 
Livr. 1. No. 3. Compt. rend p. 125—131. - 7, 



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8 O B O T T A , ENT WICK BLUNQ80 KSCHICHTE. 



81 



Gerhardt, U., Nachtrag zu der Abhandlung „Ueber 
die Keimblätterbildung bei Tropidonotus natrix*. Anat. 
Anx. Bd. XX. No. 22. p. 670-571. - 8) Hatta, S.. 
Ou the relation of tbe Metameric segmentation of Meso- 
biast in Fetromyzon to that in Amphkaus and the 
Higher Crauiota. Annotat. Zool. Japonens. Vol. IV. 
P. 1. 1901. p. 43—47. — 9) Hertwig, 0.. Die Rolle 
des l'rmunds bei dem Aufbau de» Wirbelthierkörpers. 
Ber. über die Verh. d. 5. internat. Zool.-Cotigr. Berlin 1901. 
S. 423. — 10) Derselbe. Strittige Punkte aus der 
Keimblatt lebre der Wirhelthiero. Sitzber. d. K. Preuss. 
Aead.d.Wias. Bd. XXIV. 1901. S. 528-538. - 1 1) 
Hubrecht, A. A. W., Furehung und Keimblattbildung 
bei Tarsius spectrum. Verh.d. K. Akad.Wetetiseh. Amster- 
dam. Sect. 2. Deel 8. No. 6. 115 pp. 12 Taf. — 
12) Derselbe. Keimblattbildung bei Tarsius spectrum. 
Bt über die Verh. d. 5. internat. Zool.-Congr. Berlin. 
1901. S. «51-657. 2 Tat. — 18) Iteda. S., Con- 
iribuüons to the Embryology of Ampbibia: The 
Mode of Blastopore Cl>»sure and the Position of 
tbe Embryonio Bodv. Jouro. Coli. Sc. Imp. Univ. 
T>kyo. Vol. XVII. ' Art. 3. p. 1—90. 4 Taf. — 
14) lsbikawa. C, Ueber das rhythmische Auftreten 
der Furchungslinie bei Atyephira rompressa De Haan. 
Areh. f. Entwickelungsmce'h. Bd XV. H. 3. S. 535 
bis 542. 1 Taf. — 15) King, HD.. The Gastrulation 
:>f the Eggs of Bufo leutiginosus. The Amcric. Natur. 
Vul. XXXVI. No. 427. p. 527-548. 22 figs. - IG) 
Keibel, F., Die Entwicklung des Rehes bis zur An- 
lage des Mesoblasts. Arch. f. Anat u. Phvsiol. Anat. 
Abth. H. 5/6. S.292-314. 2Tafeln. - 17) Kopsch, 
Kr , Art, Ort und Zeit der EuUtchung des Dottersack- 
tntoblasts bei verschiedenen Knochenfischen. Internat. 
Mc/naUscbr. f. Anat. u. Phvsiol. Bd. XX. H. 1,3. 
S. 101-124. 15 Fig. - 18) Derselbe. Ueber die 
Bedeutung des Primitivstreitens beim Hübneretnbryo 
und über die ihm homologen Theile bei den Embryonen 
der niederen Wirbelthiere. Verband!, d. 5. internal. 
Zulegen Congresses. Berlin. S. 1018 -1055. 1 Taf. 
u. 18 Fig. — 19) Derselbe, Zur Abwehr. Anatom. 
Anz. Bd! XXI. Xo. 1. S. 21—27. (Betr. Kntwickelung 
des Hühnchens gegen Mitrophanow.) — 20) Derselbe, 
Bemerkungen zu Mitropbanow's Berichtigungen. Eben- 
da*. Bd. XXVIII. No. 14/15. S. 805 - 308. - 21) 
Kraut strun k , T., Beiträge zur Kntwickelung der Keim- 
Kitter von Lacerta agilis. Anat. Hefte. Abth. 1. 
H 60. (Bd. XVIII. H. 3.) S. 5«! -592. 2 Taf. — 
22) I.ee, Th. ti., Ou the early dcveloptmnt of Spermo- 
phüus trideeim lineatus. Science. N. S. Vol. XV. 
No 379. p. 525. — 23) Lillie. F. R., Diflcrcntation 
without Ckavage in tbe Egg of the Anncllid Chaetopterus 
j:>-iyamentaecus. Arch. f. Kntwickelungsmeeh. Bd. XIV. 
H 3/4. S. 477-499. 2 Taf. — 24) Mitrophano w, 
V . Note sur le developpeineut primitif de caillc (Co- 
burnix communis Bonn). Arch. d'Anat. micr. T. V. 
K. 2. p. 141 — 154. 1 Taf. u. 11 Fig. — 25) Mosz- 
k-'iwski, M., Zur Frage des Urmundschlusses bei 
K. fusca. Arch. f. microsc. Anat. Bd. LX. II. 3. 
> 107-413. 5 Fig. — 26) Nowack. K., Neue Unter- 
v^-hungen über die Bildung der beiden primären Keim- 
blittcr und die Eutstchung des Primitivstreifens beim 
Hubnerembryo. Diss. med. 8. Berlin. 45 Ss. — 27) 
>ibotta, J., Ueber den Uebcrgang des befruchteten 
Ei*.» der Maus aus dem Eileiter in den Lterus. die 
-r-iten Veränderungen des Eies in der Gebärmutter und 
-•eine Beziehungen zur Uteruswand. Sitzungsbcr, der 
phy,.-med. üescllsch. Wiirzburg. 1901. No. 2. S. 23 
>ij 27. -- 28) Derselbe. Die Kntwickelung des Eies 
der Maus am Schlüsse der Furchui)g-.pcriode bis zum 
Auftreten der Amniosfalten. Arch. f. microsc Anat. 
Bd. LXI. H. 2. p. 274—330. 3 Taf. u. 6 Fig. — 29) 
Strahl. H. u. K. (Irundmann, Versuche über das 
WVhstbum der Keimblätter beim Hühnchen. Anat. 
Am. Bd. XXI. No. 23/24. S. 650-657. 4 Fig. - 
3ö; Strahl, U. und T. Krautstrunk, Ueber frühe 
Mmbcricbt der guuntti Vedleio. 1902. B4. I. 



Entwickelungsstadicn von Lacerta vivipara. Auatom. 
Hefte. Abth. 1. II. 60. fBd. XVIII. H. 3.) S. 551 
bis 559. 3 Taf. — 31) Torrey, J. C, The Early 
Development of the Mesoblast in Thalasscina. Anat. 
Anz. Bd. XXI. No. 9. S. 247 -256. 3 Fig. - 32) 
Weber, A., Recherches sur les premieres phases du 
di'veloppement du coeur chez le canard. Bibliogr. auat. 
T. XI. F. 3. p. 197-216. 9 Fig. 

Keibel's (16) Mittheilungen betreffen die erste 
Kntwickelung des Rehes. Bekanntlich hatte 
Bischoff liir dieses Säugethier einen längeren Still- 
stand in der Kntwickelung des Eies während der 
Furchung — allerdings mit Hülfe noch sehr primi- 
tiver Methoden beobachtet. K. fand die Thatsachc von 
Bischoff nicht bestätigt. Vielmehr waren alle im 
October und November, z. Th. auch schon im September 
gefundenen Eier kleine Bläschen. K. glaubt die von 
Bischoff beschriebenen Fälle, dass die Furehungs- 
kugeln uuter Aufgabe der Zollgrenzen zusammenflicssen, 
dahin erklären zu müssen, dass die betreffenden Eier 
überhaupt nicht gefurcht oder während der Furchung 
abgestorben waren. Die Thatsache einer Nachbrunst 
hält K. für sehr unwahrscheinlich. 

K. beobachtete ein Stadium, in dem die Furchuogs- 
höhle auftrat, im Uebrigen wurden nur Eier gesehen, 
welche schon einen Embryonal knöpf zeigten. Die 
Deckschicht des Eies zieht über denselben hinweg. Im 
Embrvonalknopf bildet sich eine Höhlung, welche sich 
später nach aussen hin eröffnet, ferner differenziren 
sich von ihm schon vorher die Entoblastzellen (späteres 
Darm- und Dottcrsackepithel), die bald das ganze Ei 
umwachsen, so dass sie zerstreut an der Innenwand der 
Keimblase liegen. Im Bereiche des Embryonalknopfs 
trennt ein feines structurloses Häutchen die Eutoblast- 
zellen von den übrigen Zellen des Knopfes (Mcmbraua 
hypoblastien). 

Der Hohlraum im Embryonalknopf kommt 
durch eigenartige Anordnung der nicht entoblastischen 
Zellen desselben zu Stande (Ectoblastmesoblastcompler 
von K.). Die Zellen der oberen Wand und die darüber 
liegenden Zellen der Deckschicht weichen auseinander; 
so kommt es zur Eröffnung der Höhle, so dass der Em- 
bryonalschild muldenförmig wird und nach innen zu 
gewölbt ist. Später gleicht sich die Mulde wieder aus 
und der Embryonalschild wird sogar wieder nach aussen 
vorgewölbt. 

Es findet also auch beim Reh eine deutliche ,En- 
typie des Keim leides" statt, ohne dass es aber zu 
einer Eiitwiekelungsersebeiriung kommt, wie man sie in 
der Keimblatterumkehr mancher Nager tiudet. 

Als erste Phase der (i as tru I at io n beim Reb fasst 
K. die Absonderung der Eutöblast/.cllen (Dirm- und 
Dott«:rsackeijt<iblast) von den übrigen Zellen des Em- 
bryonalschildes auf. Ein wochen- bis monatelanger 
Zeitraum der Entwickcluug des Rehes treuut die erste 
Phase der tiastrulation von der zweiten, der Bildung 
von Chorda und Mcsoderm. Obwohl die Eutwickclung 
des Rehcies jetzt so langsam vor sich geht, dass frühere 
Autoren sogar einen Stillstand in der Kntwickelung an- 
nehmen zu müssen glaubten, tiudet mau doch nicht 
selten Karyokitiesen. Dieselben müssen also in dieser 



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82 



SOBOTTA, EnTWICKBLUNQSGESOHICHTB. 



Entwickelungszeit des Rebcics ausserordentlich langsam 
verlaufen. 

Kopse h (17) kommt bei der Untersuchung der 
Kutstehung des Dottersackentoblasts bei ver- 
schiedenen Knochenfischeiern zu folgenden Re- 
sultaten: 

„Die typische Art der Entstehung des Dottersack- 
entoblasts bei Knochenfischen besteht darin, dass eine 
Anzahl von Blastomereu, welche von Atitang der Fur- 
chung an sowohl untereinander, wie mit dem Proto- 
plasma des Dottersackentoblasts zusammenhängen, ihre 
Individualität verlieren und mit einander völlig ver- 
schmelzend, erst ein Syncytium, dann eiu Plasmodium 
bilden.* 

Als Ort der Entstehung des Dottersackentoblasts 
(Dottersyncytium, Pcriblast anderer Autoren) betrachtet 
K. als nachgewiesen: 1. Der Rand der Keimscheibe (so 
bei vielen marineu Teleostieru), 2. Rand und ein Theil 
der Unterfläche der Keimscheibe (Forelle). Als Zeit 
der Entstehung der Schicht fand K. das Ende der 10. 
Furchungstheilung bei Beloue acus, Crenilabrus pavo, 
Gobius minutus, bei Cristiceps argentatns zum kleinen 
Theil auch die 9. Theilung, bei der Forelle die 11. 

Kopsch (18) machte experimentelle Unter- 
suchungen über die Bedeutung des Primitiv- 
streifens des Hühnereies, indem er durch Anbrin- 
gung von Marken auf verschiedenen Entwickelungs- 
stadien des Primitivstreifens die prospcotive Bedeutung 
seiner Theile festzustellen suchte. Die Resultate, zu 
denen K. gelaugt, sind folgende: Der Primitiv- 
st reifen und das seitlich von ihm liegende Zellmate- 
rial ist seiner prospectiven Bedeutung nach Embryo. 
Letzterer wird als solcher erst sichtbar durch die im 
Wesentlichen in eaudaler Richtung fortschreitende 
Differenzirung des Primitivstreifeumaterials. 
Und zwar entsteht aus dem rostralen (vorderen} Eude 
des Primitivstreifens der Kopf des späteren Embryos, 
soweit derselbe Thcilc der Chorda dorsalis enthält. 
Die Theile des embryonalen Kopfes, welche vor der 
Chordaspitze gelegen sind, liegen im Stadium des Pri- 
mitivstreifens vor dem rostralen Ende des Streifens, 
also nicht mehr im Bereiche desselben. 

Der caudale Theil des Primitivstreifetis enthält das 
Material für Rumpf und Schwanz: das am caudalen 
Ende des Streifens gelegene Material enthält die ven- 
tralen Thcilo des postaualeu Kürperabschnitts, welche 
erst nach Erhebung der Sehwanzknospe in ihre ventrale 
Lage gelangen. 

Vor dem Auftreten des Kopffortsatzes ist der Pri- 
mitivstreif der Vögel der ganzen Embryonalanlage und 
dem Randring einer entsprechenden Selachier- und 
Telc.-'stierkeimseheibe homolog. Im Stadium von ein 
oder mehrerer Ursegmenten ist der Hflhnerprimitiv- 
streif homolog dem hinteren unsegmentirteu Kürperende 
und der Waehsthumszone und dem Kandringe der Se- 
lachier und Teleostier. 

K. schliesst daraus, dass das, was auf jüngeren 
Stadien der Entwickelung des Huhns rein descriptiv 
als Primitivstreifen bezeichnet wird, seiner prospectiven 
Bedeutung und seinem morphologischen Werthe nach 



nicht ein und dasselbe Gebilde ist. Gleichwerthige Ge- 
bilde sind nur die jüngeren und älteren Primitivstreifen 
bis zum Auftreten des Kopffortsatzes. Erscheint letz- 
terer, so findet die Bezeichnung Primitivstreifen für 
einen Theil der Embryonalanlage eine bedeutende Be- 
schränkung. 

Krautstrunk (21) liefert Beiträge zur Ent- 
wickelung der Keimblätter von Lacerta 
agilis. K. kommt zu folgenden Resultaten: Im 
Flachcnbilde der Keimscheibe von Lacerta agilis er- 
scheint eine erste Gliederung des Keims im KeimwuUt, 
Area intermedia und Embryonalschild am durchsichtig 
gemachten Keim bereits vor fertiger Ausbildung der 
primären Keimblätter. Diese Gliederung entsteht im 
Keimwulst durch grössere Dicke des Keims, in der 
Area intermedia und im Embryonalschild durch lockere 
beziehungsweise dichtere Fügung des Zellmaterials oder 
durch stärkere oder geringere Schichtung desselben. 

Nach Ausbildung der drei fprimären Keimblätter 
ist die Erscheinung des Embryonalschildes, durch Ver- 
dickung sowohl von Ectoderm wie Entoderm bedingt. 
Der Primitivstreifen stellt sieb bei seinem ersten Auf- 
treten als ein Theil des Embryonalschildes dar und ist 
wesentlich ectodermaler Herkunft. 

Nowack (26) berichtet über Untersuchungen, 
welche er an Hühnereiern über die Entstehung 
des Primitivstreifens und die Bildung der beiden 
primären Keimblätter anstellte. Die frühesten 
Stadien der Eutodermbildung konnte N. nicht beob- 
achten, weil an frisch gelegten Eiern der Keim schon 
„zweiblättrig" ist. In den ersten 7 — 8 Stuuden nach 
der Bebrütung ist die Ausdehuung des Entoderms eine 
individuell sehr Wechsel volle. Infolgedessen ist es 
schwer, vollständige Entwickelungsreiheu zu erhalten. 
Dagegen konnte N. sowohl die Auflassung von Koller, 
wie die von Duval über die Entstehung des Ento- 
derm» bei den Vögein als irrig nachweisen. N. fand 
weder von der Ko 1 1 cr'sehen „Sichel" eine Spur, noch 
auch von der „axialen Platte" Duval's. 

N. nimmt an. dass das Entoderm des Hühnchens 
als eine directe Fortsetzung des hinteren Keimwalls 
nach vorn wächst und zunächst mit freiem Rande 
endet. Das mittlere Keimblatt des Hühnchens stammt 
allein vom Primitivstreifen und ist somit (? Ref.) rein 
ectodermal. Noch bevor der Primitivstreifen im Ober- 
flächenbild erscheint, ist derselbe in Gestalt von Ecto- 
dermwucherungen im Embryonalschild zu erkennen. 

Ref. (28) untersuchte die ersten Entwicke- 
lungsstadicu des Eies der Maus nach der 
Furchung. Das Ei der Maus gelangt im Stadium von 
IG— 32 Zellen, selten früher, in den Uterus. Dort ange- 
langt, zerstreuen sich die aus demselben Ovarium stam- 
menden Eier bald über eine weite Strecke des Uterus 
und kommen wahrscheinlich sofort au ihre definitiven 
Implantationsstellen zu liegen. 

Eine Furehungshohle tritt im Stadium von 
32 Zellen oder schon früher auf, und zwar zunächst in 
Gestalt uuregelmässiger mehrfacher Zelllücken, 
die erst später zu einer einheitlichen Höhle conßuiren. 
Alsdann ist das Ei der Maus eine kugelige, dünnwan- 



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SOBOTTA, ENTWICKELÜNOSOBSCHICHTK. 



83 



«ndigc. auf der einen Seite leicht verdickte Blase, 
die noch frei im Uterusluraeu liegt (5. Tag nach der 
Befruchtung). Mit der Vergrössoruug der Kcimblase, 
welche mehr durch Zunahme der Flüssigkeit als durch 
Vermehrung der Zellen erfolgt, geht eine Einklem- 
mung in das Uteruslumen einher. Die couisch-cy- 
liadrUcbe Keimblase wird von platten Zellen begrenzt 
bis auf ihr mesometrales Ende, wo mehrere Lagen von 
Zöllen in GesUlt einer conischen Verdickung sich 
lindeo, deren innerste sich durch dunklere Färbung des 
Protoplasmas vor den übrigen Elementen der Keimblase 
auszeichnet. 

Indem unter Zugrundegehen des Uteruscpi- 
tbels (s. auch Burckhard, Bcr. f. 1891, S. 77) die 
Keimblase in directe Berührung mit der Utcrusschleim- 
hiut tritt {G.Tag nach der Befruchtung), wachst der roeso- 
mitrale Zell zapfen in die Höhlung der Kcimblase 
vor, um in Gestalt eines Cylindcrs mehr und mehr die 
Keimböhle zu verdrängen. Die einschichtige Lage 
dunklerer Zellen, welche das spätere Dotteren toderm 
liefern, überzieht auch jetzt die Oberfläche des Cylin- 
ders, erstreckt sich aber auch mit einzelnen zerstreuten 
Zellen auf die Innenfläche der platten Zellen, welche 
'Im grössten Umfang der Keimbinse begrenzen. 

Vorübergehend und nicht constant liisst sich in 
der Hauptmasse der Zellen des Eicylinders eine Zwei- 
theilung durch eine ringförmige Einschnürung beob- 
i<hten; jeder der beiden Abschnitte kann ein enges 
Lumen zeigen; constant ist ein solches jedoch nur 
später in dem antimesometral gelegenen Abschuitte. 

Im Folgenden (7. Tag und später} vollziehen sich 
tilgende Veränderungen an der Keimblase der Haus. 
Insbesondere am antimesometralen Pole der Heiniblase 
wandeln sich die platten Begrenzungszcllen zu grossen 
liiesenzel I e n um, welche tbeils die Kcimblase ander 
l'terusscbleimhaut befestigen, thcils wahrscheinlich dazu 
dienen, mütterliche Gcfasse zu arrodiren. Vom 7. Tage 
an liegt nämlich die Keimblase der Maus fast völlig 
von extravasirtem mütterlichen Blut umgeben. DerEi- 
«• linder verdrängt früher oder später den grössten Theil 
der ehemaligen, inzwischen noch stärker vergrüsserten 
Keimhöhle- Der Länge nach wird er von einer massig 
w'itcn Höhle durchsetzt, welche am antimesometralen 
Ende des Cylinders am weitesten ist, sich gegen das 
mcsometrale Ende biu verliert. Die Oberfläche des Ei- 
cylinders überzieht das Dottcrentodcrm in coutiuuir- 
Hcher. einfacher Lage; an den Seitcntheilen des Cylin- 
dcrs ist es hocheylindrisch, auf der Kuppe dagegen 
plattzellig. Es setzt sich in die zerstreut liegenden 
botterentodermzellcu fort, welche der äusseren Keim- 
b!ueuwand und deren Kiesenzellen anliegen. 

Die Hauptmasse des Eicylinders besteht aus hoch- 
i-ylindrischeu Zellen mit altcriiirendcu Kernen im anti- 
Evesoraetralen Theil; dieselben begrenzen das Lumen 
dfs Cylindcrs, das später zum Theil zur Amnioshohle 
»ird. und setzen sich allmählich in unregelmäßig poly- 
gonale Zellen fort, welche das mesometrale Ende des 
Eicylinders bilden und in unregelmässiger Weise über 
das Niveau der ursprünglichen Kcimblase in das ehe- 



malige Uteruslumen vorwachsen. Sie bilden später den 
sog. Träger oder Ectoplacentarcouus. 

Eine eigentümliche Rolle spielt das Dott e re » to - 
derm der Mäusekcimblase insofern, als es rothe Blut- 
körperchen bezw. deren Hämoglobin resorbirt 
und für die Ernährung des Eies nutzbar macht. Das- 
selbe wird selbst in körperlicher Form in Gestalt feiner 
Schollen von den Zellen dieser Schicht aufgenommen. 
Das mütterliche Blut dient also bei der Maus ähnlich 
wie bei vielen andereu Säugetbieren (s. auch u. S. 89). 
als Embryotrophe. In der That fingt auch erst nach 
diesem Zeitpunkt (7.-8. Tag) ein stärkeres Wachsthum 
au, das trotz der kurzen Tragzeit der Maus (20 Tage) 
Anfangs sich sehr laugsam entwickelt. 

lief, fasst die beschriebenen Vorgänge so auf, dass 
sie nur mit der Art der Festsetzung der Kcimblase zu 
thun haben, nicht mit der Keimblätterbildung und 
Gastrulation, welche erst später erfolgt. 

B. Entwickelungsphysiologisches (Entwickc- 
lungsmcchanik). 

30) Bastian. H. Ch., Studics in Heterogenesis. 
I*. 1. 8. London. 1901. 61 pp. — 31) Child, Ch. 
M., Studics on Regulation. 1. Fission and Regulation 
in Stenostoma (Forts.). Arch. f. Entwickelungsmechan. 
Bd. XV. H. 3. S. 355—420. — 32) Le Daraany, 
?., Influcuce de la destruetiou du point d'ossification 
dam les os courts, les os longs et leur epiphyses sur 
le developperaent de ces os ou portions d'os. Bull, de 
la Soc. scientif. et med. do l'Ouest. 1901. Xo. 4. 
p. 301—321. — 33) Driesch, H., Ueber ciu neues 
barmonisch-äquipoteutiellos System und über solche 
Svstetne überhaupt. Arch. f. Eutwickelungsmechanik. 
Bd. XIV. H. 1—2. p. 227-246. 7 Fig. — 34) Der- 
selbe, Studien über das Regulationsvermögen der Or- 
ganismen. 6. Die Restitutionen der Clavellina lepado- 
formis. Ebendas. Bd. XIV. H. 1—2. p. 247—287. 
6 Fig. — 35) Derselbe, Neue Ergänzungen zur Knt- 
wickelungsphysiologie des Eehiniudenkeiros. Ebendas. 
Bd. XV. H. 3. p. 355—420.— 36) Derselbe, Stu- 
dien über das Regulationsvermögeu der Organismen. 7. 
Zwei neue Regulationen bei Tubularia. Ebds. Bd. XIV. 
H. 8—4. S. 532—538. 2 Fig. — 37) Derselbe, 
Neue Antworten und neue Fragen der Entwickelungs- 
phvsiologie. Ergebn. der Anat. u. Kntwickelungsgcsch. 
Bd. XI. S. 784 945. — 38) Derselbe, Kritisches 
und Polemisches. 1. Die Metamorphose der Entwicke- 
lungsphysiolngie. Bd. XXII. No. 5. S. 151 — 159. 
No. 6. S. 181 — 190. — 39) Kathariner, L., Weitere 
Versuche über die Selbstdifferenzirung des Froscbeies. 
Arch. I. Entwickelungsmech. Bd. XIV. H. 1—2. S. 
290—299. 1 Fig. — 40) Reibet, Fr., Bemerkungen 
zu lte-ux' Aufsatz: Das Nichtnöthigsein der Schwer- 
kraft für die Entwicklung des Froscheics. Anat. Anz. 
Bd. XXI. Xu. 20. S. 581—591. — 41) Locb. .1., 
Zusammenstellung der Ergebnisse einiger Arbciteu über 
die Dynamik des thierischen Wachsthunis. Archiv für 
Eiitwickelungsmech. der Org. Bd. XV. II. 4. 1903. 
S. 669— 678. — 42) Maas, 0., Experimentelle Unter- 
suchungen über die Eifurchung. Sitzungsber. der Ges. 
f. Morph, u. Phys. München. Bd. XVIII. H. I. S. 14 
bis 3:i. — 43) Marchesini, Sulla motamorfosi dcgli 
oritrociti. Bollet. d. Soc. Zool. IUI. Anno XI. Str. II. 
Vol. III. p. 1- 28. ITaf. -44) Morgan, T.H., The Dis- 
pensibility of Gravitv in the Development of tbe Foods 
Egg. Anat. Anz. Bd. XXI. Xo. 10-11. p. 313-316. 
— 45i Derselbe, The Relation between Normal and 
Abnormal Development of the Embryo of the Frog, as 
Detcrmincd by Injury to the Volk Portion of the Egg. 

6* 



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84 Sobotta, Entwic 

Arch. f.Entw. Mech. Bd. XV. H.2. S. SU— 326. II Fig. — 
46) Moszkowski, M., Ueber den Einfluss der Schwer- 
kraft auf die Entstehung und Erhaltung der bilateralen 
Symmetrie des Froscheics. Arch. f. micr. Anat. Bd. 
LX. II. 1. S. 17— «5. 4 Fig. u. 6 Schemata. — 47) 
Derselbe, Zur Analysis der Schwerkraftwirkung auf 
die Entwicklung des Froscheies. Arch. f. micr. Anat. 
u. Entw. Bd. LXI. H. 3. p. 348-390. 1 Taf. u. 
1 Schema. — 48) Rabaud, F., Un cas de dedoublc- 
ment observe chez l'embryon. Bibliogr. anat. T. XI. 
F. 1. p. C— 16. 6 Fig. 49) Khumber, L.. Zur 
Mechanik des Gastrulationsvorgauges insbesondere der 
Invagination. Eine cntwickltmgsmechanischo Studie. 
Arch. f. Entwicklungsweg, d. Organ. Bd. XIV. Fl. 3/4. 
p. 401—476. 1 Taf. u. 30 Fig. - 50) Derselbe, 
Ueber embryonale und postembryonale Schalenvcr- 
schmclzungcn bei Foraminiferen in ihrer Analogie zu 
Rieseneiern und Verwachsungszwillingen bei Metazoen. 
Ber. über die Yerh. d. 5. internat. Zool. Cougr. Berlin 
1901. p. 429-432. - 51) Roux, W. Ueber die 
Solbstregulation der Lebewesen. Arch. f. Entwicklungs- 
mech. Bd. XIII. II. 4. S. 610 -650. 52) Der- 
selbe, Bestimmung der Richtung der ersten Furche 
durch die Copulationsriohtung bei Froscheiern auch im 
normalen Zustande; Uemiembryones laterales des 
Frosches. Verb, der Anat. (iesellsch. 16. Vers. Halle 
a. S. p. 255-256. - 53) Derselbe, Das Nicht- 
nöthigscin der Schwerkraft für die Entwicklung des 
Froscheies. Arch. f. Entwicklungsroech. Bd. XIV. II. 1/2. 
S. 300 - 304. — 54) Schapcy, A., Beiträge zur Ana- 
lyse des thierischen Waehstbums. Eine kritische und 
expcrimentello Studie. 1. Tbeil: (Quellen. Modus und 
Localisation 1 des Wachsthums. Arch. f. Entwieklungs- 
meeh. Bd. XIV. S. 307 —400. 11 Taf. 6 Fig. — 
55; Schimkewitsch, W., Experimentelle Untcrsuchuu- 
gen an meroblastischen Kiern. 2. Die Vogel. Zeitschr. 
f. wiss. Zool Bd. LXXIII. II. 2. p. 167-277. 
7 Taf. — 56) Derselbe, Ueber directe Theilung unter 
küusUicheii Bedingungen. Biol. Ccntralbl. Bd. XVII. 
No. 19. p. 605 -608. - 57) Schmitt. F, Ueber die 
Gastrulation der Doppelbildungen der Forelle, mit be- 
sonderer Berücksichtigung der Concrcsccnztheorio. Verb, 
d. Deutsch. Zool. (iesellsch. 12. Jahresvers, in (Hessen. 
S. 64—83. 7 Fig. — 58) Spemann, II., Experimentell 
erzeugte Doppelbildungen. Bericht üb. d. Verl», d. 5. inter- 
nat. Zoolog. Uongr. Berlin. 1901. S. 4G1--46H. — 
59) Derselbe, Entwioklungsphvsiologisthe Studien am 
Triton-Ei. 2. Arch. f. Entwicklungsmech. Bd. XV. 
II. 3. p. 448—534. 5 Taf. u. 65 Fig. — 60) Ste- 
vens, N. M., Kxperimetital Studios on Eggs <>( Echinus 
microtuberculatus. Arch. f. Entwicklungsmeeh. Bd. XV. 
H. 3 1 Taf. p. 421 428. - fil) Teichmann. F., 
Ueber Furchung befruchteter Seeigeleier ohne Beteili- 
gung des Spermakerns, Jenaisch. Zeitschr. f. Naturw. Bd. 
XXXVII. N F. Bd. XXX. II. 1. S. 105— 132. 4 Tal. - 
62} Tur, Jan. Conti ibution« ä IVrnbryologi« compar.'-e 
des oiseaux (Polnisch). Krakau. 19ÖI. W<;zcehswiat. 
T. XX. — 63) Derselbe, .Sur i|uek ( ucs auomalies dans 
l'embryologie du poulet. Ibidem, p. 313 315. — 
64) Derselbe. Sur la reg'-iK-ration. Ibidem, p. 552 
,'i 556. — 65) Derselbe, Sur le p>le morphologique 
d.s fcuillets germinatifs. Ibidem, p. 600 — 603. — 
66; Vignier, C, Inrluencc de la temperature sur Ic 
devcluppement parthenogeiutirjue. Compt. rend Ac. d. 
Sc. Paris. T. III. p. 60-62. — 67) Derselbe. Sur 
la Parthenogenese artifieiellc. Ibidem. T. CXXXV. No. 3. 
p. 197—200. — 68) Weber, A.. Kapports entre la 
tor»ion de l'embryon sur Taxe longitudinal et les 
ph'tiomeues de dissymetrie dans la prodtiction de 
l'umnios che/, les oiseaux. Compt. rend. Soc. Biol. 
T. L1V. No. 2S. p. 1116-1117. - 69) Derselbe, 
Öbservations d'embryons d'oiseaux auamniotes et 
normalement cmformes. Ibid. p. 1117 -IIIS. — 70) 
Ziegler, K., Zur Postgenerationsfrage. Auat. Hefte. 
Abth. 1. Arb. a. anat. Inst. II 61. (Bd. XIX. II. I.) p. 1-57. 



Marchesini (43) brachte herausgeschnittene 
Herzen verschiedener Thiere. deren grosse Ge- 
fasse er zugebunden hatte, unter die Haut anderer 
Species; z. B. Herzen von Fröschen und Vögeln unter 
die Haut kleiner Schweine, Kaninchen, Meerschweinchen 
und Mause oder die Herzen letzterer unter die Haut 
von Uühueru. Nachdem die Fremdkörper dort 1 bis 
24 Stunden geweilt hatten, wurden sie herausgenommen 
und nach Paraffincinbcttung geschnitten. 

M. fand nun, dass schon nach Verweilen von einigen 
Stundcu die rothen Blutkörperchen beider Thiere 
sich gemischt hatten, was wegen der Verschieden- 
heit der Formen z. B. von Vögeln und Säugetiere» 
leicht zu constatiren war. M. glaubt gefuudou zu haben, 
dass eine Neigung besteht, dass die Blutkörperchen des 
Wirthes in das eingeführte Herz und umgekehrt die in 
letzterem eingeschlossen gewesenen Blutkörperchen aus 
demselben herauswandern. 

M. nimmt nun an, dass die rothen Blutkörper- 
chen aus eigener Kraft d i e Musk e 1 wand des 
fremden Herzens durchsetzen, ohne dass ihnen 
etwa vorher I.eucocytcu den Weg gebahnt hätten, im 
Gegentheil sie dringen früher ein als diese. Dann rindet 
eine Umwandlung sowohl der in das fremde Herz ein- 
gedrungenen als auch noch auf dem Wege in der 
Muskulatur befindlichen rothen Blutkörperchen zu 
eosinophilen Leucocytcn statt. 

Bei diesem Vorgange stammen nach M. die eoeino- 
philen Granulationen vom Kern der rothen 
Blutkörperchen nicht aus zerstörteu Erythroeyten. 

(Die Glaubwürdigkeit der merkwürdigen Resultate 
M.'s wird vielleicht dadurch beleuchtet, dass die Citate 
deutscher Autoren im Literaturverzeichniss M.'s nicht 
weniger als 95 Fehler aufweisen! — Ref.) 

Moszkowski (46) machte Untersuchungen über 
den Eiufluss der Schwerkraft auf die Entstehung 
und Erhaltung der bilateralen Symmetrie de* 
Froscheies. M. kommt im Gegensatz zu Roux zu 
folgenden Schlüssen: Das befruchtete Froschei befindet 
sich kurz nach der Befruchtung in physiologischer 
Zwangslage. Die Schwerkraft allein schafft dem Ei 
>cine kurz nach der Befruchtung auftretende Symmetrie- 
ebene und bestimmt damit die Medianebenc des künftigen 
Embryo. 

Das häutige Zusammenfallen der Medianebene mit 
der Ebene der ersten Furchung ist nicht der Ausdruck 
eines „eausalen Geschehens", sondern beide Ebenen werden 
unabhängig von einander, die eine durch die Form, dir 
andere durch Form und Differenzierung des umhüllender. 
Prot.plasmakörpers bestimmt. Die häufige Ueberein- 
stimmutig der beiden Ebenen beim Froschei ist eine 
Folge der bei polar differenzirten Eiern vorhandenen 
te-ten Beziehungen zwischen der Form und der Differen 
zirung des Eies. 

Es ist daher weder von typischen Richtungs- 
beziehungen zwischen den Ebenen der drei 
ersten Furchen und den Hauptrichtungen des 
Embryo, no C h von c i n er Be s t i m m uu g d er c r * t e n 
Furche durch die Copulationsrichtuug der Vor- 
kerne die Rede. 



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8 O B OT T A , ENT W ICK K LUN GSG R8CH ICRTK. 



86 



Die Arbeit, welche die Furcbung zu leisten hat, 
besteht nur in der Zerkleinerung des Materials und der 
Vermehrung der Kerne; in welcher Weise und in welcher 
Rtihenfolge dies geschieht, ist für die „typische* Ent- 
wickelung gleichgiltig. 

Die erstere Theilung wie auch die späteren voll- 
ziehen sich nach dem Her t w i g'scheu Gesetze, dass die 
Läogsaie der Spindel sich in den längsten Durchmesser 
des Zellleibs einstellt. 

Die untere Grenze des grauen Feldes des Frosch- 
fies entspricht der ersten Urmundanlage, das graue Feld 
selbst der Gegend der späteren Kopfanlage. Bei schiefer 
Zwangslage und unter Pressung geht die Entwickelung 
nach genau denselben Gesetzen vor :.ich wie unter 
normalen Verhältnissen. M. verwirft die Unterscheidung 
Rom's zwischen typischer und atypischer Ent- 
wicklung. 

Die Eisubstanz betrachtet M. als völlig isotrop. 
Werden die Beziehungen der beiden ersten Blastoraeren 
iu einander aufgehoben sowohl bei mechanischer Isoli- 
rang als auch bei gänzlicher Zerstörung ihrer sym- 
metrischen Lage zu einander, so entsteht aus jeder 
Blastomerc ein ganzer Embryo von halber Grösse. 

Wird die Symmetrie zwischen den ersten Furchungs- 
tellcu zwar gestört, aber nicht völlig aufgehoben, so 
tntstehen keine Mehrfacbbildungen, sondern nur un- 
symmetrische Missbildungen. 

Gefurchte Eier, die genügend lange Zeit ungünstiger 
Schwerkraftswirkung ausgesetzt werden, erleiden so tief- 
greifende Structurveränderuogen, dass normale Larven 
»us ihnen nicht mehr entstehen können. 

Morgan (45) rotirte Eier von Rana palustris 
im 2.. 4. uud 128. Zellenstadium auf einem Rade 
160— 180 mal in der Minute 8—10 Stunden lang. Die 
Eier setzten dann zwar ihro Entwickelung fort, aber 
unter grosser Verschiedenheit der Form. 

Der unmittelbare Einfluss der Rotation zeigte sieh 
darin, dass mehr Dotter in die weisse Hemi- 
sphäre getrieben wurde, während die Unfähigkeit der 
Kerne, in die weisse Hemisphäre einzudringen, zum Theil 
die abnorme Entwickelung verursachte. Hauptsächlich 
wurde jedoch das Protoplasma der unteren (weissen) 
Eihälfte direct durch die Wirkung der Centrifugalkraft 
geschädigt. 

Die Tbatsache, dass manche Eier Halbembryoncn 
ergaben, wie sie ähnlich Rom durch Tödtung einer 
5er beiden ersten Blastonieren erhielt, erklärt M. durch 
stärkere Schädigung einer Eihälfte und der Unfähigkeit, 
itn Entwickelungsprocess auf die andere Hälfte hin 
fortzusetzen. 

Ganze Embryonen von halber Grösse entwickeln 
sich nach M. dadurch, dass die unentwickelte Seite des 
Eies eine noch grössere Schädigung erfährt, als im 
Falle der Bildung von Halbembryouen. 

Bisweilen entwickelt sich nur der vordere Theil 
"ines Embryo nämlich bei alleiniger Entwickelung der 
dorsalen Blas toporuslippe, wenn die übrigen 
Taeile des Urmundes wegen Schädigung der betreffen- 
den Eiabschnitte nicht zur Entwickelung kommen. 



Secundär kann dann vom Hinterende einer solchen 
Halbbildung eine Art Regeneration ausgehen. 

Gelegentlich kommen dorsale Embryonen d. h. 
dorsale Halbbildungen zur Ausbildung, während ven- 
trale Embryonen nur extreme Fälle von Spina bifida 
mit weit offener Rückcnfläche darstellen. 

Bleibt nur ein kleiner Theil des Eies am Leben, 
so entstehen enorm kleine dorsale und vordere Stücke 
von Embryonen. 

Die Blastoporussspalte richtet sich in ihrer Aus- 
dehnung nicht immer nach der Grenze zwischen schwarz 
und weiss. Bei manchen Embryonen zeigt die Ein- 
stülpung im mittleren Theil der ventralen Lippe eine 
deutlich ausgesprochene Unabhängigkeit, das „Anal- 
grübchen*. Dieses erscheint jedoch nur, wenn ein ge- 
wisser Theil der mehr nach vorn gelegenen Abschnitte 
des Embryos vorhanden ist. 

M. schreibt der Centrifugalkraft nur insofern eine 
specilische Wirkuug zu, als sie gewisse Theile des Eies 
zur Entwickelung unfähig macht. Da die Störung ver- 
schiedene Theile des Eies treffen kann, entstehen auch 
grosse Verschiedenheiten der Form. 

Werden Eier von Rana palustris, welche sich 
mehrmals gefurcht haben, bei einer Temperatur von 
0° gehalten, so wird die weitere Furchung verzögert; 
in extremen Fällen kommt es zu einer ringförmigen 
Einstülpung des Urdarms oberhalb des Acquators mit- 
unter auch wenn die Zellen noch sehr viel grösser sind 
als zur Zeit der normalen Gastrulation. Es zeigt da- 
durch nach M. die Thatsachc, dass der abnorme Embryo, 
obwohl er demselben Entwickclungstypus folgt wie der 
normale, nicht nothwendig sich aus demselben Eimaterial 
aufzubauen braucht wie letzterer. 

Als Hauptergebnis* der Einzclresultate seiner Unter- 
suchungen betrachtet M. das, dass zwar das Ei- 
material tot ipotent sc in kann, das Protoplasma 
jedoch heterotopisch ist, und dass in Fällen ab- 
normer Entwickelung die Entwickelung gemäss den 
Strueturgrundsätzen fortschreitet, nach denen sich auch 
der normale Embryo richtet. 

Schmitt's (57) Vortrag behandelt den Modus 
der Gastrulation der Doppel bilduugen der 
Forelle unter besonderer Berücksichtigung der Con- 
crcsccnztheorie. Sch. lindet, dass Keimscheiben, 
welche Doppelbildungen liefern, nicht grösser sind und 
nicht mehr Keimmaterial haben als normale. Es be- 
ginnt bei Doppelbildungen die Einstülpung des 
En toder ms gleichzeitig au zwei Stellen und es 
verbinden sich in der Symmctrieebene die seitlichen 
Urmundlippen der einen Embryonalanlage inn der der 
anderen. 

Die Embryonalanlagen wachsen am langsamsten 
über den Dotter vorwärts, während die einzelnen 
Strecken des Randwulstes dies um so rascher thun, je 
weiter sie von den Embryonalan tagen entfernt sind. 

Ilandwulstmaterial kommt vom Beginne der 
Embryotialentwiekelung an in den sich nach rückwärts 
verlängernden Embryo hinein und wird hier vor- 
züglich zur Mcsodermbildung verwendet. 

Die ungemein starke Abplattung der Zellen 



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86 



SOBOTTA, ENTWICK El.lTN08QE.SCHfCHTE. 



der Dotterhaut bedingt eine Verschiebung der Embryonen 
in der Richtung von dem ursprünglich animalen nach 
dem ursprünglich vegetativen Pole des Eies. Sic hat 
einen sehr betrachtlichen Antheil an der Umhüllung 
des Dotters. 

Die Stellung der ersten Embryonalaulagen 
bestimmt in allen Fallen die spätere Gestaltung der 
Doppelbildung. Je näher die ersten Embryonal- 
aulagen einander waren, um so früher werden die 
Embryonen, falls dies überhaupt geschieht, zusammen- 
treffen. 

Ist letzteres eingetreten, so verbinden sich die 
Keimblätter des einen Embryo m ; t denen des anderen 
iu der Symmetrieebene; es wächst jeder Embryo als 
Ganzbildung weiter, es werden aber die iuuenständigen 
Seiten der Embryonen, besonders aber die innenständigen 
Mcsodirme schwächer ausgebildet, als die aussen- 
ständigen. 

Seh. führt ferner den Nachweis, dass die Con- 
crescenztheorie nicht im Stande ist, die 
Doppelembryonen zu erklären. 

C. Histogenese und Regeneration. 

71) Abel, M., Beiträge zur Kenntnis.-» der Regene- 
rationsvorgäugo bei den limicolen Oligochäten. Zeit- 
sehr. f. wiss. Zool. Bd. LXX1II. H I. p. 1-74. 3 Taf. 
u. 2 Fig. 72) Derselbe. Dasselbe. Zool. Anz. 
Bd. XV. No. «76. p. 525-530. — 73) Aschheim, 
S.. Zur Kenntniss der Krythrocyteubildung. Arch. für 
micr. Anat. und Entwickelungsgesch. Bd. LX. II. 2- 
S. 261—290. 2 Taf. — 75) Babor. J. Fr.. Zur Histo- 
genese der Biudesubstauzcn bei Weiehthicren. Bericht 
über die Verb, dos 5. internat. Congr. Berlin 1901. 
S. 790- 80:?. — 74) Rarfurth, D.. Regeneration und 
Involution. Ergebn. d. Anat. und Entwickelungsgesch. 
Bd. XI. S. 507—582. — 7«) Barfurth. D. und 
Dragendorff. 0., Versuche über die Regeneration des 
Auges und der Linse beim Hiihnerembrvo. Verh. d. Anat. 
Gesellscb. 16 Vers. Halle a. S. S. 185-195. 13 Fig. 
— 77) Bcard, .1., The Origin and Histogenesis of the 
Thymus in Raja batis. Zool. .lahrb. Abth. f. Anat. 
und Üntog. d. Thier»?. Bd. XVI. H. 1—2. p. 403 bis 
480. 6 Taf. u. « Fig. — 78} Boceardi, G., Sulla 
evoluzionc dcgli eritroblasli. Atti Accad. mcd.-ehir. 
Napoli. Anno LVI. No. 1. 12 pp. -- 79) ßonbeim, 
I'., Ueber die Eutwickeluug der elastischen Fasern in 
di r fötalen Lunge. Jahrb. d. Hamburger StaaUkranken- 
anst. Bd. VII. 1S99-1900. p. 675-684. — 80) 
Cristaili, G., Contributo nlla istogenesi del corpo 
luteo. Aich. Ustetr. c Ginecol. Anno IX. No. 5. 
p. 272—2^. 1 Taf. und Ginnt. Assoeiaz. Napölet. 
Med. e Natur. Anno XII. P. 1. p. 14 --32.^ - 81) 
Dawydoff, C. Ueber die Regeneration der Eichel bei 
den Enteropneusten. Zool. Anz. Bd. XXV. No. «77. 
p. 551 — 556. — 82) Felizet, G. et Branca, A., 
Phci-omcncs de degetn'reseence et de regeneration d.uis 
iV-pilhclium ipididvmaire. t'ompt. rend. Soc. de Biol. 
Paris. T. L1V. No. 27. p. 1059 -1060. - 83) Fischel, 
A.. Weitere Mitteilungen über die Regeneration der 
Linse. Arch. f. L'iitwickelungsnioeh. d. Org. Bd. XV. 
IL 1. S. 1 — 138. 4 Taf. u. 2. Fig. -- 84) Fragnito. 0., 
Le (l-'vcU.pp--ii)eiit de la cellule nerutiv} ilatis la moellc 
.'pinl.'re du poulet. Bibliogr. amt. T. XL F. 3. 
p. 241-260. 3 Taf. — ,s5) Derselbe. Per la genesi 
della ctltula nervosa. Anat. Anz. Bd. XXII. No. 14 
bis 15. S. 292 — 297. — S«) Derselbe. Lo sviluppo 
della cellula nervosa nel midolto spinale di pollo. 
Aunal. di Nevnd. Napoli. Anno XX. F. 3. p. 349—366. 
3 Tat. — 87) Gaufini, l\, Struttura e sviluppo delle 



cellule interstiziali del testiculo. Arcb. ital. di Auat. 
e di Embriol. Vol. I. F. 2.J p. 233-294. 4 Taf. - 
88) Godlewski. E. jun., Die Entwicklung des Skelet- 
und Herzmuskelgewebes der Sängethiere (Polnisch). 
Krakau. Bull. Intern. Acad. 1901. S. 358-858. 2 Taf. 

— 89) Derselbe, Dasselbe. Archiv für microscopische 
Anatomie. Bd. LX. IL 1. S. 111-156. 3 Tafeln. - 
90) Derselbe, L'eber die Entwiekclung des quer- 
gestreiften Muskelgewebes. Bericht über die Verhand- 
lungen des 5. internationalen Zoologcn-Congrcsses. 
Berlin 1901. p. «48—649. — 91) Ilazen. A. P.. 
The regeneration of an Oesophagus in the Anemone. 
Sagartia luciae. Arch. f. Entwickelungsmech. Bd. XIV. 
H. 3-4. p. 592-624. 1 Taf. - 92) Herbst, C. 
Ueber die formativen Beziehungen zwischen Nerven- 
system und Regenerationsproduct. Ber. über die Verh. 
d. 5. intern. Zool. Congr. Berlin. 1901. S. 449—451. 

— 93) Heinz. R., Der Uebcrgang der embryonalen 
kernhaltigen rothen Blutkörperchen in kernlose Erythro- 
evten. V.rchow's Archiv. Bd. GLXVIII. U. 8. S. 504 
bis 512. 1 Fig. — 94) Holmgreen, E., Om regen e- 
rationen. Hygiea. N. F. Bd. 1. 1901. No. 10. p. 321. 

— 95) Hübner, 0., Neue Versuche aus dem Gebiete 
der Regeneration und ihre Beziehungen zu Anpassung*- 
ersebeinungen. Zool. Jahrb. Abth. f. Svst., Geog. etc. 
Bd. XV. IL 5. p. 461-498. 2 Taf. - 9ID Janda, V.. 
Ueber die Regeneration des centralen Nervensystems 
und Mesoblastes bei Rvnchelmis. SiUbcr. der böhna. 
Gesellscb. d. Wiss. 59 Ss. 8 Taf. — 97j Janosik, J , 
Lc developpemcnt des globules sanguins chez les am- 
iiiotes. Bibliogr. anat. T. X. F. 4. p. 273-282 

1 Taf. — 98) Joseph, H.. Untersuchungen über die 
Stützsubstanzen des Nervensystems, nebst Erörterungen 
über deren histogenetischc und phylogenetische Deutung. 
Arb. aus dem Zool. Inst. d. Univ. Wien u. Zool. Stat. 
Triest. T. XIII. H. 3. «6 Ss. 4. Taf. u. 2 Fig. — 
99) Kotzenberg, W., Zur Entwicklung der Ring- 
muskelschicht an den Bronchen der Säugethiere. Arch. 
f. microsc. Anat. und Entw. Bd. LX. H. 3. S. 460 
bis 468. 1 Taf. u. 2 Fig. — 100) Limon, M., Etüde 
histologique et histog^nique de la glande interstitielle 
de l'ovaire. Arch. d. Auat. micr. T. V. F. 2. p. 155 
bis 190. 2 Taf. u. These de doclorat en med. — 101) 
Mal I, F. P.. The devclopment of the Conncctive Tissucs 
from the Connectivc Tissue Svncytium. The Amer. 
.Tourn. of Anat. Vol. I. No. 3. p. 329-366. 18 Fig. — 
102) Morgan, T. H., Further Experiments on the Re- 
generation ol Tubularia. Arch. f. Entwickelungsmech. 
Bd. XIII. H. 4. S. 528-544. 25 Fig. — 103) Der- 
selbe, Regeneration of the appadenges of the Herrait- 
Crab and Cragfisrh. Anat. Anz. Bd. XX. No. 28/24. 
8. 598—605. 17 Fig. — 104) Derselbe. Further 
Experiments on the Regeneration of the Tail of Fishes. 
Arch. f. Eutwickelungsmech. Bd. XIV. II. 3,4. 8.562 
bis 591. 2 Taf. — 105) Morgan, T. H. and Davis. 
S. E„ The Internal Factors in the Regeneration of the 
Tail of the Tadpolo. Arch. f. Eutwickelungsmech. Bd. XV. 
H. 2. S. 314 326. 11 Fig. 106) Motta-Coco. 
A„ Sul potere ostcogenetico della dura madre. Contri- 
buto all' istologia della dura madre cueefalica in aleuni 
vertebrati inferiori. Anat. Anz. Bd. XX1L No. I. 
S. 112 — 118. 13 Fig. — 107) Müller. E., Giebt es 
eine autogenetisehe Degeneration der Nervenfasern? 
Ein Beitrag zur Lehre vom Neuron. Neurol. Centralbl. 
Jahrg. XXL No. 23. S. 1090-1098. 2 Fig. — 108) 
Nusbaum. J., Zur Kenntniss der Heteromorphose bei 
der Regeneration der älteren Forellenembryonen (Salmo 
irideus) Anat. Anz. Bd. XXII. No. 17 18. S. 858 
bis 363. 1 Fig. — 109) Derselbe. Zur Kenntniss 
der Kegcnerationserscheinungen bei den Errchytraeidcn 
(Vorl. Mitth.) Biol. Centralbl. Bd. XXII. No. 10. 
S. 292- 298. — 110) Pacchioni, D., Untersuchungen 
über die normale Ossification des Knorpels. Jahrb. d. 
Kinderhcilk. Bd. LVI. IL 3. S. 327 -340. 1 Taf. 

— III) Pecbles, Floierrce, Further Experiments iu 



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80B0TT A , ENTWICKELUN0S0E8CHICHTR. 



87 



Regeneration and Grafting of Hydroids. Arch. f. Ent- 
wickelungsmech. • Bd. XIV. U. 1/2. S. 49-64. 36 Fig. 

— 112) Przibram, H., Experimentelle Studien über Re- 
generation. (Zweite Mittb.: Crustaceen.) Arcb. f. Ent- 
wiekelungsmech. Bd. XIII. Ii. 4. S. 507—527. 2 Taf. 

— 113) Derselbe, Regeneration. Ergebn. d. Physiol. 
Jahrg. I. Abth. 2. S. 43—119. — 114) Renaut, J., 
Histologie et Cytologie des ccllules nerveuses. Deve- 
loppement et characteres generaux des tibres osseuses. 
Compt. rend. de l'Assoc. des Anat. Montpellier, 
p. 216-229. 5 Fig. — 115) Rowlcy, Hanna Theresa, 
Histological changes in Hydra viridis during Regene- 
ration. Tbe Americ. Natur. Vol. XXXVI. No. 427. 
p. 579—583. — 116) Sacerdotti, C e G. Frattin, 
Sulla struttura degli Osteoblast. Anat. Aus. Bd. XXII. 
No. 1. S. 21—25. 1 Fig. — 117) Sautoro, Ricercho 
sperimentali ed istologisbe sulla rigeucrazione della vc- 
sica urinaria. Giorn. med. Eseroito. Anno XL1X. 1901. 
No. 12. p. 1271—1284. — 118) Schinke witsch, W., 
l'eber den {atavistischen Character der Linsenregcne- 
ration bei Amphibien. Anat. Auz. Bd. XXI. No. 2. 
S 48—50. 3 Fig. und Trav. de la Soc. Imp. Natural. St. 
Petersbourg. Vol. XXXIII. Liv. 1. CR. No. 1. 
Auszug, p. 19—21. — 119) Schultz, E., Aus dem 
ftebiete der Regeneration. 2. Ueber die Regeneration 
der Turbellarien. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. LXXII. 
H. 1. S. 1—30. — 120) Sdrinko, 0. V.. Studie o 
bistologü a histogenesi chrupavky (Studie über die 
Histoli>gie und Histogenesi» des Knorpels). Rozpravy 
Cwke Acad. Rocnik 11. Trida 2. 20 pp. 1 Taf. u. 

2 Fig. — 121) Stevens, N. M., Regeneration in 
Antermularia ramosa. Arch. f. Entwickelungsnieeh. 
Bd. XV. H. 3. S. 421-428. 1 Taf. — 122) Teuffei, 
E., Zur Entwickeluug der elastischen Fasern in der 
Lunge des Foetus und des Neugeborenen. Arch. f. 
Anat. u. Phys. Anat. Abth. H. 5/6. S. 377-392. 

— 123) Winkler. G., Regeneration des Verdauungs- 
apparates von Ryiichehnis limosella Hoffen? Sitzungs- 
bericht K. Böhm. Gesellsch. Wiss. 34 Ss. 2 Taf. — 
124) Zeleng, Ch., A case of Compensetory Regulation 
in tbe Regeneration of Hvdroides dianthus. Arch. f. 
Entwickelungsmech. Bd. XIII. H. 4. S. 597-009. 

3 Fig. 

Kotzen berg (99) untersuchte die Eutwickelung 
in Ringmuskelscbicht der Bronchen und die 
erste Anlage der Lunge bei der Maus. K. kommt zu 
folgenden Ergebnissen: Die Anlage der Lunge ist 
bilateral und erscheint in Gestalt zweier Bläschen, 
welche sich aus der rinnenförmig vorgebuchteten vor- 
deren Schlundrobrwand ausstülpen. Diese Bläschen 
wachsen zunächst zu den primitiven Bronchen aus und 
dann erst erfolgt die Abschuürung der Rinne vom Darm- 
robr und ihre Umwandlung zur Trachea. 

Die glatte Musculatur der Bronchen bildet 
sieb sehr frühzeitig und zwar aus den dem Epithel- 
robr zunächst gelegenen Mescnchymkeruen. 
Letztere «eigen zunächst eine ringförmige Schichtung 
and dabei zahlreiche Mitosen. Einzelne Kerne, die dem 
Epithel zunächst liegen, nehmen dann eine schlanke 
ovale Form an und bilden sich zu Muskelkernen um. 
Eine Abstammung der Muskelfasern vom Epithel hält 
K. für ausgeschlossen. 

Morgan und Davis (105) fanden, dass es zur 
Regeneration des Schwanzes der Kaulquappen 
nöthig ist, dass sowohl der Chordastrang wie der Ncural- 
strang auf der Schnittfläche vorhanden sind. Letzterer 
allein genügt zur Bildung eines neuen Schwanzes nicht. 
Jedoch kann sieh die Chorda, wenn sie auf der Schnitt- 



fläche anfangs fehlt, bis zum Niveau der Schnittfläche 
regeneriren, worauf die Regeneration eines ganzen 
Schwanzes erfolgen kann. 

Schinkewitsch (118) publicirt scino bereits früher 
in russischen Zeitschriften veröffentlichten Anschauungen 
über dcii atavistischen Character der Linscn- 
regeneration bei den Amphibien. Sch. hält die 
Linse der paarigen Augen für eine secundäre Bil- 
dung: ursprünglich sollen auch letztere eine Linse der 
Art gehabt haben, wie sie sich am unpaaren Stirn- 
auge mancher Eidechsen (Hatteria) findet, d. h. eine 
von der primären Augenblase selbst gebildete, 
wie es auch das nach Exstirpation der Amphibienlinse 
auftretende Regenerationsproduct ist. Da bei der Bil- 
dung der secundiiren Augenblasc aus der priraärcu die 
untere Wand eingestülpt wird, so bleibt als Ort der 
Bildung der ursprünglich (retinalen) Linse nur der 
obere Irisrand übrig. 

Wenn es sich also zeigt, dass bei der Regeneration 
der Amphibienlinse die neuo Linse vom oberen Irisrand 
entsteht, so handelt es sich hierbei nach Sch. um das 
Hervortreten einer sehr alten Anlage, der Linse der 
primären Augenblasc. 

Tcuffcl (122) untersuchte die Entwicklung 
der elastischen Fasern in der Lunge des 
Menschen. Als Material dienten menschliehe Em- 
bryonen und Neugeborene (nur das früheste Stadium 
wurde beim Schwein untersucht). T. kommt zu fol- 
genden Ergebnissen: Die elastische Faser entsteht 
aus dem Protoplasma der Zelle, vielleicht unter 
Mitbetheiligung der fertigen fibrillären Substanz, aber 
ohne nachweisbare Theilnahme des Kernes, 

Jede einzelne elastische Faser bildet sich durch 
Zusammenscbluss körnig ausgeschiedener elastischer 
Substanzen ; ähnlich erfolgt das Wachsthum der Fasern 
durch Apposition. 

Die Entwicklung der elastischen Fasern in der 
menschlichen Lunge beginnt im dritten Schwanger- 
schaftsmonat au den Gefässcu; dann folgen der 
Reihe nach bis zum 7. Monat Bronchen, Pleura, Al- 
veolen, interalveoläres Gewebe, Knorpel. Die volle 
fötale Entwicklung wird jedoch erst im 10. Monat er- 
reicht. 

Im extrauterinen Leben erfolgt die Bildung von 
elastischen Fasern in der Lunge ausserordentlich viel 
stärker als im intrauterinen. T. betrachtet als fördernde 
Momente die Athmuug und den unter erhöhtem Druck 
sich vollziehenden Blutkreislauf, was sich besonders 
daraus ergiebt, dass die gleiche Erscheinung auch bei 
vorzeitig geborenen lebensfähigen Kindern zu beob- 
achten ist. 

D. Dottersack, Eihäute, Placenta bei den 
Wirbelthieren. 

125) Bonnet und Kolster, Bemerkungen über 
die vergleichende Histologie der Placenta und die 
Kmbrvotrophe der Säugcthicre. Verb. d. Anat. Gesellsch. 
16. Versamml. Halle a. S. S. 25— 34. — 126) Bidone, 
E., A proposito del tossuto clastico nel cordone ombe- 
licale. (Lettera aperta al dott. Raineri. 1 » Annal. Ostotr. 
e Ginecol. Anno XXIII. No. 12. 1901. S. 1 152 bis 



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88 



8 O B O T T A , ENT W ICK E LÜNGSQ BSC111CHT B. 



1155. — 127) Bondi, J., Ucbcr den Bau der Nabel- 
gefässe. Monatssehr. f. Gcburtsh. u. Gvnäkol. Bd. XVI. 
H. 3. S. -265-274. 1 Taf. — 128) Bucura. C. J. t 
Ueber den physiologischen Verschluss der Nabclarterieu. 
Arch. f. die gcs. Physiol. Bd. XCI. H. 1/2. S. 462 
bis 476. 13 Fig. — 129) Dexter, F., Ou the Vitelline 
Vcin of the Cat. The Americ. Jouru. of Anat. Vol. I. 
No. 3. p. 261-268. 8 Fig. 130) D'Erchia, F., 
Di alcune ricerche chimico-fisichc nelle studio del 
ricarabio inateriale fra raadro e feto. Aunal. Ostetr. o 
Ginecol. Anno XXIV. No. 2. p. 208-235. - 131) 
Derselbe, Lo stralo cellulare del Langhaus ed il 
sineizio dei villi coriali di un giovane uovo uroano 
(Sunto). Arch. ital. Ginecol. Anno IV. No. 5. p. 402 
bis 408. — 132) Fiori, P., Istologia delle trombe 
Falloppione durantc la gestazione del' utero. Arch. 
Ital. Ginecol. Anno V. No. 2. p. 128-129. - 133) 
Poä, C. Sul lo sviluppo extrauterino dell* uovo dei 
Mammifcri (Sunto). Ibidem. Anno IV. No. 4. p. 311 
bis 314. — 134) Franke, II. J. B., Der Uterus von 
Cercocebus cymomolgos in den verschiedenen Lebens- 
perioden, mit einem Anhang über die Theorie des unteren 
Uterussegments bei dem Menschen. Petrus Camper. 
Deel 1. An. 3. p. 326-369. 3 Taf. - 135) Fcironi, 

E. , Note embriologichc ed anatomiehe sull' utero fetale. 
Aun. Ostetr. c Ginecol. Anno XXV. No. 6. p. 631 
bis 684. No. 8. p. 801 869. — 136) Giardini, P. L., 
Ricerche sulla resistenza delle emazie del feto umano 

0 diversi periodi di sviluppo. Ibidem. Anno XXIV. 
No. I. p. 128—134. Dasselbe. Kiassunto. Arch. Ital. 
di Ginecol. Anno V. No. 1. p. 47-49. — 137) 
Hcnneberg, R., Beiträge zur feineren Structur, Ent- 
wicklungsgeschichte und Physiologie der Umbilical- 
gefässe des Menschen. Anat. Hefte. 1. Arb. aus anat. 
Anst. H. 63. Bd. XIX. II 3. p. 523-568. 2 Taf. 
138) Jenkinson, J. V„ Observations on the histolopy 
and physiology of the Placenta of the Mouse. Tijdschr. 
Noderl. Dierk. Vcreenig. Ser. 2; D. 7. Afl. 3/4. p. 
124—198. 3 Taf. — 139) Iwanoff, N., Ueber das 
elastische Gewebe des Uterus während der Gravidität. 
Virchow's Archiv. Bd. CLX1X. II. 2. S. 248—262. 

1 Taf. — 140) Kolster, R., Weitere Beiträge zur 
Kenntniss der Embrvotrophe bei lndeciduaten. Anat. 
Hefte. Abth. 1. H. 64/65. S. 231-322. 6 Taf. — 
141) Lee, Th. G., Demonstration of the Placentation 
of Spermophilus. Science. N. S. Vol. XV. No. 879. 
p. 525—526. - 142) Majocchi, A., Su alcuni punti 
controversi nclla anatomia della «ravidanza tubarica. 
Annal. Ostetr. e Ginecol. Anno XXIII. 1901. No. 12. 
p. 1093-1121. I Taf. — 143) Marchand, Demon- 
stration eines eigenthüm liehen eylindrisehen Ganges, 
welcher das Chorion-Mesoderm des Lies No. 1 in der 
Gegend der Haftstelle des nur sehr mangelhaft erhalte- 
neu Kmbrvos durchsetzt. Verhdlg- d. Anat. Gcseilsch. 16. 
Vers. Halle a. S. S. 249. - 144) Paladino. K., 
Contribuzioni alla conoscenza sulla struttura e funzione 
della vescicola ombclicale uHI' uomo e nei mammifcri. 
Arch. ital. Ginecol. Anno IV. No. 2. p. 127—134. 

- 145) Paladino, G-, Per la genesi de^li spazii inter- 
villosi e del loro primo contenuto nclla donna L'ltr. 
studii. Rend. R. Acc. d. Sc Fis e Nat. di Napoli. 

F. 8/11. 11 pp. - 146) Pfeiffer, B.. Zur Kenntnis 
des histologischen Baues und der Rückbildung der Nabel- 
gi (iissf- und des Ductus Botalli. Arch. f. pathol. Anat. 
(Virchow). Bd. CLXVII (Folge 16. Bd. VII). H. 2. 
S- 210-231. — 147) Raineri, G., A proposito della 
mia pubblicazione: Sul tessuto elastico negli annessi 
fctali a varie epoche della gravidarza. (Lettera aperta 
a Dr. Bidone ) Ann. Ostetr e Ginecol. Anno XXIV. 
Ny. 1 p. 135 -136. - 148) Derselbe, II tessuto 
negli annessi fetaü a varie epuche della gravidauza. 
Arch ital Ginecol. Anno IV No. 6- p 507. — 149) 
Res i ii k , A. J., Bijdrage tot de Kenuis der Plaeeutatie 
van Erinaceus europaeus. Tiidschr. der Nederlandschc 
Dierk Vereenig Ser. 2. Deel 7. p. 199-232. 1 Taf. 



Auszug ebendas. p. 233—248. — 150) Rosner. A-, 
Sur la genese de la grossesse gemellaire monochoriale. 
(Polnisch.) Krakau. Rospr. Acad. B. 1901. p. 544 — 600- 
— 151) Schaper, A.. Ueber die Fähigkeit des fertigen 
Dottersackepitbcls, geformte Dotterelcmeute in sich auf- 
zunehmen. Anat. Anz. Bd. XXII. No. 7 8. p. 129— 142 
2 Taf. — 152) Schauinsland, H., Beiträge zur Kennt- 
niss des Amnions ; seine outo- und phylogenetische Ent- 
wickelung. Verh. d. Deutsch. Natur), u. Acrztc 73- 
Vers. Hamburg 1901. Th. 2. H. 1. p. 266 -271. — 
153) Derselbe, Die Entwiekelung der Eihäute dt?r 
Reptilien und der Vogel. Handbuch der vergl. und 
experiment. Entwickclungslehre d. Wirbeltbicre. Bd. I. 
Cup. 7. S. 177-234. Fig. 82-118. - 154) Silber- 
stein, A., Die Herkunft des Fruchtwassers im mensch- 
lichen Ei (Geklönte Preisschrift Berlin 1901). Archiv 
f. Gynäkol. Bd. LXVI. H. 3. S. 1-16. - 155) 
Spompaui. G., Sopra il modo di occlusiono della 
vescicola ombelicale e sopra il presunto organo pla- 
centoide degli uccelli. Riv. 8 pp. — 156) Strahl. H., 
Uteri gravidi des Orang Utang. Anat. Anz. Bd. XXII. 
No. 7 8. S. 170-175. — 157) Derselbe, Zur Kennt- 
niss des Placentarsvncytiums. Ebendas. Bd. XXI. 
No. 23,24 S. 641—644. 158) Strahl, U.. u. 
B Henneberg, Ueber Rückbildungscrscbeinungen am 
graviden Sängethierutcrus. Ebendas. Bd. XXI. No. 23, 24. 
S. 664 — 650. — 159) Taussig, F., Ueber einen cystisch 
und syncytial veränderten Allantoisgang in einem eiu- 
monatlichen Abortivei. Ebendas. Bd. XX 11 No. 4/5- 
S. 86-90. 3 Fig. - 160) Trovati, G , Sulla placenta 
umana- Arch. ital. Ginec. Anno IV. No. 4. p. 274--310. 
Mit Fig. — 161) Ziegenspeck, R., Ueber Fötal-Kreis- 
lauf. München, gr. 8". 15 Ss. 7 Fig. — 162) Vir- 
chow, H., Ueber die physicaliseh zu erklärenden Er- 
scheinungen, welche am Dotter des Hühnereies bei der 
microscopischen Untersuchung sichtbar werden. Sitzber. 
d. Kgl. preuss. Acad. Wiss. Berlin. No. 37. S. 977-981. 

Die Publication von Henncbcrg (187): „Beiträge 
zur feineren Structur, Entwicklungsgeschichte und 
Physiologie der Umbilicalgefasse des Menschen" gebort 
nur theilweise in dieses Referat. Bei l'/ 4 cm langen 
Embryonen besteht die Wand des extraabdom i- 
nellen Theiles der Arteria umbilicalis ausserdem 
Endothel aus 1—2 Reihen ringförmiger Muskelfasern- 
Bei weiterem Wachsthum tritt zunächst eine Vermehrung 
der Ringmusculatur ein. Bei 6'/ 4 cm langen Embryonen 
tritt elastisches Gewebe auf. Längsmusculatur (unter 
dem Endothel und ausserhalb oder zwischen der Ring- 
musculatur gelegen) tritt bei 8 i; 2 cm langen Embryonen 
auf. Vom Stadium von 25 cm Länge findet eine reich- 
lichere Vermehrung der inneren Längsmusculatur, des 
in ihr gelegenen plastischen und Bindegewebes statt. 

Der i n traabdo m i n c lle Theil der Arteria umbi- 
licalis jüngerer Embryonen zeigt nach aussen vom Endo- 
thel mehrere Ringmuskellagen, nach aussrn davon eine 
aus embryonalem Bindegewebe gebildete dicke Hülle, 
die durch Auftreten von Bindegewebe und elastischem 
Gewebe im proximalen Theile zur Adventitia wird, wäh- 
rend sie gegen den Nabel hin diese Veränderungen 
nicht erfährt. Bei 8,5 cm langen Embryonen tritt die 
Elastioa interna auf, bei etwas älteren (11.5 cm) die 
innere Längsmusculatur. Der fertige Bau wird dadurch 
erreicht, dass bei 20 cm langen Embryonen eine Zu- 
nahme der Musculatur auftritt und eine Auflösung der 
Elastica interna in längs verlaufende Fasern, zwischen 
denen es zur Entwicklung von Längsmusculatur kommt. 

Bei den jüngeren der von H. untersuchten Embry- 



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8 O B 0 T T A , ENTWICK KLUNG80BSCHICHTB. 



ooto war die Wand der Vena umbilicalis wesentlich 
schwächer als die der Arteria umbilicalis und bestand 
nur in« Endothel und Musculatur. Elastisches Gewebe 
uad zwar die Elastica interna tritt erst bei Embryonen 
v. .ti 9,5 cm auf. Später treten Veränderungen im Wc- 
rit liehen dadurch ein, dass die Muskelbündel uud die 
Elastica interna dicker werden. Im intraabdominclleu 
Theil der Vene tritt elastisches Gewebe bei 9,5 cm 
LiDgen Embryonen auf, bei 34 cm langen Embryonen 
ist d-r definitive Zustand erreicht 

Kolster (140) untersuchte die Embryotrophe 
der Indeciduaten. Als Material dienten Tragsäcke 
v.rn Rind, Schaf, Stute, Schwein. Reh und Rothhirsch. 
K. kommt zu folgenden Schlussfolgcrungcn: 

Die Uterusschleimhaut der Indeciduaten 
erreicht erst kurz vor Auftreten der ersten Brunst 
die Möglichkeit, in den Uterus eintretende Keimblasen 
:mt den uöthigeu Ernährungsstoffen zu verseben. Die 
Schleimhaut zeigt dauu eine kernreiche subepithe- 
iiale Schicht, stark gescblängelte Drüsenschläuche, 
stark entwickeltes Capillar- und zum Theil auch Lymph- 
sefässneti und reichliche Auswanderung von Leuco- 
cyten. 

Die erste wie alle folgeudeu Brunstperioden sind 
von miliaren Schleirahautblutungen begleitet. 
Kit den Zerfallsproducten der rothen Blut- 
lellen dieser beladen sich die Leucocyten, welche 
nun tbeilweise Eisenreaction geben oder Pigment führen. 
Wenn Befruchtung erfolgt ist, verliert das bis da- 
bin flimmernde Epithel des Uterus seine Wimperhaarc 
uüd bildet sich in ein secernirendes Epithel um. 
Das Secret üt feinkörnig und mit Fett gemischt. Die 
aus den erweiterten Lympbbahnen transsudirendc 
Flüssigkeit löst wahrscheinlich das eisenhaltige Pigment 
der Leucocyten, so dass sowohl das OberAächeuepithel, 
als auch dessen Secrctschicht Eisenreaction giebt. 
Esorm ist auch die Durchwanderung fetthaltiger Leuco- 
cyten durch das Epithel. 

Das abgefurchte Ei wächst, im Uterus ange- 
langt, sehr rasch, obwohl es längere Zeit noch völlig 
frei und ohne Verbindung mit der Uteruswand liegt. 
F.« kann das also nur auf Kosten der im Cavucn uteri 
^gesammelten Nährstoffe geschehen, die aus dem Se- 
:rtt der Epithelzellen, Fett, Leucocyten uud Resteu 
mütterlicher rother Blutkörperchen bestehen. 

Zu diesen Nährstoffen gesellen sich später, nament- 
lich wenn die Fruchtblase mit der mütterlichen Schleim- 
haut verwachsen ist, noch weitere Zcrfallsproductc 
ier vorher stark gewucherten Utcrindrüsen, wodurch 
mcjc starke Rcduction der Drüsenschläuche gegen Ende 
dc-r Gravidität bedingt wird. Ebenso treten fortdauernd 
r>ithe Blutkörpereben aus dem mütterlichen Körper in 
di« Embryotrophe und ergänzen deren Eisengehalt. 

Sind die speeifischen mütterlichen Ernährungs- 
'-Tganc, die Karun kein, ausgebildet, so erfolgt müttcr- 
• icherseits in erhöhtem Maasse Abgabe von Secret, Leu- 
cycyten, Fett, rothen Blutkörperchen und vermehrte 
Annahme dieser Theile durch die fötalen Chorion- 
rütt« ii. 

Gegen Ende der Tragzeit ist der grösste Theil der 



stark gewucheiten Drüsenschläuche verbraucht: die 
stark erweiterten Schlauchreste secerniren aber noch 
fort. Die schon bei der ersten Brunst auftretende 
Bindegewebsschicbt dient bei Thieren mit Uterus- 
karunkeln als Materialdepot für deren bindegewebige 
Grundlage, besteht aber auch, wenn auch weniger ent- 
wickelt, an karunkclfrcien Stellen bis gegen Ende der 
Gravidität. 

Die vom mütterlichen Organismus dem Keime zu- 
gefiihrten Nährstoffe sind stets in den fötalen Hüllen 
nachweisbar und spielen während der ganzen Dauer 
der Gravidität eine erhebliche Rolle. Einzelne Stoffe, 
wie das Eisen, welches im mütterlichen Blutplasma 
nicht vorhanden ist und daher durch einfache Osmose 
dem embryonalen Körper nicht zugeführt werden kann, 
gelaogen nur auf diesem Wege in den Totalen Körper. 

Silberstein (154) kommt durch genaue Beob- 
achtung eines Falles oligohydramnisehcr und poly- 
hydramnischer Zwillinge zu dem Resultat, das» das 
Fruchtwasser wesentlich ein Product des kind- 
lichen Organismus ist, und zwar der Nieren des 
Fötus. Da in den beiden beobachteten Fällen der cino 
Fötus weniger, der andere stärker urinirte, glaubt S. 
aus diesen pathologischen Fällen auch auf das nor- 
male Verhalten seh Ii essen zu dürfen und erklärt mit 
Gusse row das Fruchtwasser des Fötus für Harn. 

IV. Specielle Entwicklungsgeschichte 
der Wirbelthiere. 

A. Entwickelung des Wirbelthierkopfes 
• (cxcl. Zahnentwickelung). 

1) Addario, C, Ueber die Matrix des Glaskörpers 
im menschlichen und thierischen Auge. Anat. Anzeig. 
Bd. XXI. No. 1. S. 9. — 2) Derselbe, Sulla strut- 
tura del vitreo embrionalc c de neonati, sulla matrice 
del vitreo e sull' originc della zonula. Anual. Ottalm. 
Pavia. Anno XXX (1901). F. 10-11. p. 721-739. 
Anno XXXI (1902). F. 3, 4 e 5. p. 141-154. F. 6 -7. 
p. 281-322. 9 Taf. - 3) Alexander, C, Ueber 
Entwickelung und Bau der Pars inferior labyrinthi der 
höheren Säugethiere. Ein Beitrag zur Morphologie des 
Ohrlabyrinths. Denkschr. der K. Acad. der Wissensch. 
Wien. Math. nat. Kl. Bd. LXV. S. 429—482. 9 Taf. 
und 4 Fig. — 4) Derselbe, Zur Frage des post- 
erabryonalen Wachsthums des menschlichen Ohrlaby- 
rinthes. Anat. Hefte. Abth. 1. H. 63. (Bd. XIX. H. 3.) 
p. 569-578. 1 Taf. - ö) Berliner, K., Die Ent- 
wickeluug des Geruchsorgans der Selachier. Archiv f. 
micr. Anat. Bd. LX. II. 3. p. 380—406. 1 Taf. und 
7 Fig. — • G) Bianchi, S., Sulla divisione dell° osso 
parietale e sul suo sviluppo. Atti Accad. Fisioerit. 
Siena. Ser. 4. Vol. XIII. 1901. 7-8. S. 236. - 7) 
Buchs, G., Ueber den Ursprung des Kopfskeletts bei 
Necturus. Gegenbaur's Morph. Jahrbuch. Bd. XXIX. 
H. 4. S. 3S2— 613. 3 Taf. — 8) Cirincione, G„ 
Embriologia doli 1 occhio dei vertebrati. II. Sullo svi- 
luppo delT Occhio dei rettili. 4. Palermo. 1901. 27 Ss. 
10 Taf. — 9) Cohn, Fr, Zur Entwicklungsgeschichte 
des Geruchsorgans des Hühnchens. Archiv für micr. 
Anat. Bd. LXI. II. 2. p. 133-150. I Taf. u. 5 Fig. 
— 10) Deuis, P., Sur le developpement de la vesi- 
cule auditive de vespertilio murinus. Compt. reud. de 
l'assüe. des anat. Montpellier, p. 158-167. 4 Fig. — 
11) Derselbe, Recherches sur le developpement de 
l'orcille interne chez les Mamniifi res (Vespertilio mu- 
rinus). Archiv de Biol. T. Will. F. 3. p. 377-493. 



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90 



8 OB OTT A , Entwickklungsgeschichtr. 



7 Taf. — 12) Dorello, P., Osscrvazioni sopra lo svi- 
tuppo del corpo calloso e sui rapporti che esso assegue 
colle varic formazioni dell' arco marginale nel cervello 
dcl majale e di altri Mammeferi. Atti Accad. Line. 
Rctidic. Cl. Sc. Iis. mat. e Dat. Anno 299. Ser. 5. 
Vol. XI. F. 2. Ser. 2. p. 58—63. — 18) Derselbe, 
Sopra lo sviluppo dei solchi e delle circonvoluzini nel 
cervello dcl maialc. Rie. fatti nel Labor, di Anatom, 
di Roma etc. Vol. VIII. F. S — 4. p. 211— 247. l.Taf. 

— 14) Detter, Tue development of the Paraphysis 
in the Common Fowl. Amcric. Journ. of Anat. Vol. II. 
No. 1. p. 13-25. 9 Fig. - 15) Edgoworth, F. II., 
On the development of the Head Muscles in Newt. 
.louro. of Anat. and Phvsiol. Vol. XXXVI. N. S. 
Vol. XVI. P. 3 p. 209 'bis 252. Mit 51 Fig. — 

16) Frassetto, F., Contributo alla tcoria dei quattro 
centn di ossitieazione nelf osso parietale dell' uomo o 
dei Primati. Boll, dei Musei di Zool. ad Auat. comp. d. 
R. Univ. di Torino. Vol. XVII. No. 423. 1 Fig. ~ 

17) Froriep, A., Einige Bemerkungen zur Kopffrage. 
Anat. Anz. Bd. XXI. No. 18/19. S. 545—553. — 

18) Derselbe, Zur Entwickclungsgcschichtc des Wirbel- 
thierkopfes. Verhandl. d. Anat, Gesellsch. Halle a. S. 
IG. Versamml. S. 34-4«. — 19) Gaupp, E.« Ueber 
die Ala temporalis des Säugethierschädcls und die 
Regio orbitalis einiger anderer Wirbelthierschädcl. Anat. 
Hefte. H. Gl. (Bd. XIX. H. 1.) S. 155-230. 15 Fig. 

— 20) Giglio-Tos, E., Sui primordi dello sviluppo 
del nervo aeustico-t'aciale nell' uomo. Anat. Anzeiger. 
Bd. XXI. No. 8. S. 209-225. 4 Fig. — 21) Der- 
selbe, Süll' origine embrionale del nervo trigemino 
neir uomo. Ebeudas. Bd. XXI. No. 3/4. S. 85 bis 
105. 4 Fig. — 22) Goldstein. K.. Beiträge zur Ent- 
wiekelungsgesehichte des menschlichen Gehirns. 1. Die 
erste Eutwickclung der grossen Hirncommissuren und 
die .Verwachsung"' von Thalamus uud Striatum. Vorl. 
Mitth. Ebenda». Bd. XXII. No. 19. S. 415 -417. 

— 23) Herzog, IL, Ueber die Entwickelung der Binnen 
musculatur des Auges. Arch. f. niicrosc. Anat. u. Bntw. 
Bd. LX. H. 4. S. 517—586. 4 Taf. u 6 Fig. -- 24) 
Hinsberg. V., Die Entwicklung der Nasenhöhle bei 
Amphibien. Theil 3. Gymnophionen. Ebendas. Bd. LX. 
IL 3. S. 369-385. 1 Taf. — 25) Kol tz off, N. K., 
Entwickelungsgeschichte des Kopfes von Petromyzon 
Planen. Bull. Soc. Imp. des Natur, de Moscou. Annee 
1901. No. 3/4. p. 259—589. 7 Taf. u. 3 Fig. — 26) 
Lamb, A. B., De Development of the Ev-muscles in 
Acanthias. Tufto Coli. Stud. No. 7. p. <>75— 292. 

9 Fig. und The Araeric. journ. of Anat. Vol. I. No. 2. 
p. 185-202. 9 Fig. - 27) Lenhossek, M. t„ Die 
Entwickelung des Glaskörpers. 4. Leipzig. 1908. 106 Ss. 
2 Taf. mit Fig. — 28) Hanno, A., Sopra il modo ondc 
si perfora e scompare la meinbrana faringea negli em- 
brioni di pollo. Studi Sassaresi. Anno IL Ser. 2. F. 1. 

10 pp. — 29} Mi not, Ch. S.. On the morpbology of 
the pineal region based upon its development in Acan- 
thias. Science. N. S. Vol. XIV. No. 356. 1901. 
p. 026- -627. — 30) Mirto. D., La mielinizzazionc del 
nervo ottico come segno di vita extrauterina protratta 
nci neonati premati cd a termiue. Pisani. Vol. XXIll. 
F. 1. p. 5 — 31. 1 Taf. 31) Mousarrat, K. and 
W. B. Warrington, Case of arrested development of 
the ccrebcllum and its peduncle with spina bifida and 
other dcvelopmentcl pcculiarities in the cord. Brit. 
med. Journ. No. 2178. p. 943—944. — 32) Nuss- 
bauui. M., Urnlagerungen der Augenmuskeln an er- 
wachsenen und embryonalen Haussäugethieren UDd dem 
Menschen. Verhandl. d. Anat. Gcsellsch. 16. Vers. 
Balle a. S. S. 253—255. — 33) Noaek, Die Ent- 
wickelung des Schadeis von Egerns Przewalskii. Zool. 
Anz. Bd. XXV. No. GG4. S. 164—172. — 34) Pce, 
P. von, Recherehes sur l'origine du corps vitr<\ Arch. 
de Bio). T. XIX. F. 12. p. 317-385. 2 Taf. — 
35) Peter, K. Zur Bildung des primitiven Gaumens 
bei Mensch und Snigethieren. Anat. Anz. Bd. XX. 



No. 22. S. 545-552. 4 Fig. — 36) Derselbe, Ad- 
läge und Homologie der Nascnmuscbeln. Verhandl. d. 
Anat. Gesellsch. 16. Vers. Halle a. S. S. 150—151 
und Arch. f. raicrosp. Anat. Bd. LX. H. 2. S. 339. 
1 Taf. u. 9 Fig. — 37) Pitrorno.M., Sulla formazion* 
della cavitä premandibolari in Gongylus ocel latus. 
Nota I. Studi Sassaresi. Anno IL Ser. 2. F. 1. 12 pp. 
M. Fig. — 38) Pu sater i, E., Contributo allo studio 
della sclerosi cerebrale atrofica osservazioni sull' origiue 
del tapetum e dcl fascio periolivare di Becbterew. 
Pisaui. Vol. XXII. 1901. F. 2. 2 Taf. 28 pp. - 
39) Ranke, J., Die doppelten Zwischenkiefer des 
Mcuschcn. SiUungsbcr. d. Bavr. Acad. d. Wissensch. 
S. 497-503. Mit Fig. — 40) Derselbe, Ueber den 
Zwischenkiefer. Corrcspondenzbl. d. deutschen Gesell- 
schaft f. Anthropol., Ethnol. u. Urgescb. Jahrg. 82. 
No. 10. S. 96— 108. — 41) Salvi, G., Sopra la regione 
iponsaria e la cavitä premandibolari di alcuni Saurii. 
Studi Sassaresi. Anno I. Ser. 2. F. 2. p. 131—137. 
M. Fig. — 42) Derselbe, Sur l'origine, les rapports 
et la sigoification des cavites premandibulaires et des 
fossettes laterales de l'hvpophyse chez les Sauriens. 
Bibliogr. anat. T. XX. * F. 2. p. 131—137. 8 Fig. 

— 43) Derselbe, L'origine ed il significato delle 
fossette laterali dell' ipofisi e della cavitä premandibo- 
lari negli embrioni di alcuni Sauri. Arch. ital. di Anat. 
e di Embriol. Vol. 1. F. 2. p. 197-232. - 44) 
Sato,T., Vergleichende Untersuchungen über die Bogen 
gäuge des Labyrinths beim neugeborenen und beim er- 
wachsenen Menschen. Zeitschrift für Ohrenheilkunde. 
Bd. XLII. 1903. H. 2. S. 137 - 156. 1 Tafel. - 

45) Sparopani, Alcuuc ricerche sulT origine e la 
natura del vitreo. Monit. zool. ital. Anuo XII. N*o. 6. — 

46) Staurenghi, C, Ueber die Theorie der Ein- 
Schiebung der Ossa pracintcrparietalia zwischen die 
Ossa interparietalia des Menschen. Verh. der Gesellscb. 
deutsch. Naturf. u. Aerzte. 73. Versig. Hamburg. 
Th. 2. H. 2. Med. Abtheil. S. 529-533. - 47) 
Strasscr, H.. Sur le developpement des cavites nasales 
et du squelette du nez. Arcb. d. Sc. phvs. et nator. 
Geneve. 1901. No. 12. p. 609—622. — 48) Sud- 
ler, M. S., The Development of the Nose and of tbe 
Pharj-nx and its Derivatives in Man. The Americ. 
journ. of Anat. Vol. I. No. 4. p. ^91— 416. 13 Fig. 

— 49) Swinnerton, H. IL, A Contribution to the 
Morphology of the Teleostean Head Skeleton, band upon 
Study of tbe Devcloping Skull of the Three-spined 
Stickelblack (Gosterostcus aculcatus). Quart, journ. or 
micr. sc. N. Ser. Vol. XLV. P. 4. p. 503-593. 
4 Taf. u. 5 Fig. — 50) Szili jun. A.. Beitrag zur 
Keuntniss der Anatomie und Entwicklungsgeschichte 
der hinteren Irisschichten mit besonderer Berücksichti- 
gung des Sphincter pupillae des Menschen, v. Gracfe's 
Arch. f. Ophthalm. Bd. Uli. H. 2. S. 459. — 51) 
Tandler, J., Ueber die Entwickelung der Kopfarterieu 
der Säuger. Centralbl. f. Physiol. Bd. XV. No. 23. 
S. 709—710. — 52) Williams, St. R., Changes ac- 
companying the migration of the eye and Observation* 
on ihc tractus opticus and tectum opticum in Pleuro- 
nectes americanus. Bull. Mus. of Comp. Zool, Hanard. 
Vol. XL. Vol. 1. 57 pp. 5 Taf. — 53) Zavrel, J., 
Untersuchungen über die Entwicklung der Stirnaugen 
(Stemmata) von Vespa. Sitzber. d. Boehm. Gesellsch. 
d. Wiss 36 Ss. 3 Tar. u. 5 Fig. — 54) Ztngerle. 
H., Ueber Störungen der Anlage des Centrainerven- 
systems, auf Grundlage der Untersuchung von Gebirn- 
Rückcnmarks-Missbilduugen. Arcb. f. Entwickluugs- 
mech. Bd. XIV. H. 1.2. p. 65-226. 11 Taf. 

Eine Reihe von Untersuchern beschäftigen sich mit 
der in letzter Zeit viel erörterten Frage nach der Ge- 
nese des Glaskörpers. In erster Linie kommt ein 
Vertreter der Transsndationstheorie in Frage. Spam- 
pani's (45) Untersuchungen schliessen sich an die 



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8 ob ott a, Entwicklungsgeschichte. 



91 



Veröffentlichungen von Tornato la und Carini (siehe 
die Berichte von 1898 und 1900) an. Als Untcr- 
jiuchungsobjccte dienten hauptsächlich Embryonen, aber 
iich Augen erwachsener Thiere von Vögeln, Reptilien, 
rieben, hauptsächlich aber Säugetbiercn. Von letzte- 
ren wurden Rind, Schaf, Hund, Katze, Meerschwein, 
Maus. Ratte, Sumpfmaus (Hyppudcus palustris), Maul- 
wurf und swei Fledcrmausnrten untersucht. Sp. findet, 
da»s bei Säugethiereu wie bei Vögeln kein Meso- 
derm zwischen dem distalen Theil der pri- 
mären Augenblase und der Linsenanlage sich 
findet und dass daher die Möglichkeit der Bctheili- 
Itung von in die secundäre Augenblase eingestülpten 
Xesodermzelleu an der Bildung des Glaskör- 
pers ausgeschlossen ist. Der Glaskörper tritt 
später auf. als die mesodermalen Elemente (Gefdsse) in 
die secundäre Augenblase durch die Choriodealspalte 
eindringen ; er erscheint von ganz verschiedenem Aus- 
seben je nach der Behandlung, der das Object unter- 
worfen wurde. Sp. glaubt daher, dass viele der be- 
schriebenen Glaskörperstructureu Kunstpro- 
duete sind, und annehmen zu müssen, wie dies zuerst 
Kessler gethan hat, dass der Glaskörper ein Produet 
der embryonalen Gelasse ist und daher eine secundäre 
Gevebsbildung, eine Intercellularsubstanz, ein 
<ierä.sstranssudat. Die Theorie von Tornatola kann 
Sp. schon deswegen nicht anerkennen, weil zwischen 
•ilaskörptT und Elementen der Netzhaut keinerlei Zu- 
sammenhang besteht, im uegentheil es findet sich nach 
>p. zwischen beiden stets eine scharfe Grenze, eine 
ff iric Membran oder Schicht von verdichteter Glaskör- 
persubstanz (wobl die Hyaloidea, Ref.) ebenso zwischen 
'ilaskörpcr and Linse. 

Perner berichtet Addario (1) kurz (die ausführ- 
liche Veröffentlichung ist nicht zugänglich) über die 
Matrix des Glaskörpers im menschlichen und 
thierischen Auge: 

Unmittelbar vor der Ora serrata zeigt das nicht 
pigmentirte Epithel des Orbiculus eiliaris des 
rrwachsenen menschlichen Auges eine besondere ab- 
ziehende Anordnung. Jede Zelle zeigt einen cylin- 
drischen Körper und einen spindelförmigen Aus- 
läufer der Art, dass die Ausläufer benachbarter Zellen 
sieb dachzicgelförmig decken. Die Ausläufer siud an 
^r Basis fast so breit wie die Zelle selbst, sind aber 
zwei- bis dreimal so lang als die Zelle, feinstreifig und 
«fcdcn spitz. Diese Ausläufer der Zellen der Pars ei- 
liaris retinae täuschen eine dem Epithel aufliegende 
'ilisroerabran vor. 

Im embryonalen Auge lässt sich zeigen, dass die 
Spitzen dieser zelligen Ausläufer in Fasern sich auf- 
lösen, welche sich im Balkenwerk des Glaskörpers ver- 
lieren. 

A. scblie.sst daraus, dass das unmittelbar vor der 
*>n serrata liegende Ciliarepithel das fibrilläre 
Balkenwerk des Glasköpors liefert und auch ver- 
mehrt, dass es also die wahre Matrix des Glaskörpers 
darstellt, durch deren Tbätigkeit ein langsames aber 
Andauerndes Wachsthum des Glaskörpers stattfindet. 



A. tritt also für eine retinale und zwar rein reti- 
nale Abkunft des Glaskörpergewebes ein. 

von Pee's (34) Untersuchungen liegen in Gestalt 
einer umfangreichen Publication vor. Sie beziehen sieh 
im Wesentlichen auf die Entwicklung des Glas- 
körpers der Säugetbicre und zwar wurden als Ob- 
ject Schafembryonen (nur in den frühesten Stadien 
solche von Kaninchen) gewählt, van P. glaubt iu den 
jüngsten und ältesten der von ihm untersuchten Ent- 
wicklungsstadien zwei Arien von Elementen im Glas- 
körper unterscheiden zu müssen, solche epithelialen 
und solche mesodermalen Ursprungs. 

Erstere stammen anfangs in gleicher Weise von 
der Retina und von der Linse ab. Sic werden von 
zahlreichen lichtbrecheiiden radiär angeordneten Käser- 
eben dargestellt, welche von den Enden conischcr Aus- 
läufer der Epithelzelleu der Liuse und der Retina ent- 
springen. Indem sich diese Fasern theilen und kreuzen, 
entsteht ein Abschnitt des Glaskörpers, welchen v. P. 
als den epithel ialen Glaskörper bezeichnet. Seine 
Elemente zeichnen sich auch später noch durch eine 
typisch radiäre Anordnung aus. 

Andrerseits konnto von P. in dem jüngsten der von 
ihm untersuchten Embryonen die Anwesenheit fibril- 
lärer Elemente nachweisen, welche in Gestalt einer 
von spindelförmigen Zollen durchsetzten Mem- 
bran erschien und im ganzen Umfang der Augenblaseu 
mit dem extraoeularcu Mcsodcrm in Zusammenhang 
stand. Es handelt sich hier nach von P. um die An- 
lage des mesodermalen Glaskörperantbeils. 

Im Laufe der weiteren Eutwickclung werden die- 
jenigen Fasern, welche von der Linse stammen, immer 
kürzer, immer spärlicher, uud schliesslich ver- 
schwinden sie völlig und zwar zur gleichen Zeit, 
wo auf der Linsenobertläche die Linsenkapscl erscheint. 

Andrerseits dehnen sieh die Faseru retinaler 
Abkunft im Maasse, wie sich die von der Linse 
stammenden Fasern verkürzen, weiter aus und erstrecken 
sich bald von der Retina bis zur Nachbarschaft der 
Liuse. Um diese Zeit stellen sie kurze Zeit für sich 
allein den ganzen Glaskörper dar, da die Anfangs vor- 
handenen mesodermalen Elemente sich nicht so rasch 
entwickeln wie die epithelialen Fascru; vielleicht be- 
linden sich Anfangs auch nur sehr wenige mcsodermalc 
Zellen in der Höhlung der secundären Augcnblase und 
dringen erst im Laufe der Entwicklung weitere ein. 

Später jedoch, wenu mcsodermalc Zellen iu grosser 
Menge iu die Höhlung der Augcnblase eingedrungen 
sind, bildet sich von ihnen aus ein Filzwerk feiner 
Fasern, welches mit der oben erwähnteu Laraelle den 
mesodermalen Glaskörper darstellt. Letzterer setzt sich 
im Wesentlichen aus Elementen zusammen, welche zu 
deu Wänden der Augcnblase concentrisch liegen und 
folglich die Fasern epithelialen Ursprungs im rechten 
Winkel kreuzen. Im Laufe der Entwicklung wird der 
raesodermalc Anthcil des Glaskörpers immer bedeutender 
und stellt für sich allein einen beträchtlichen Tbeil 
des ganzen Glaskörpers dar, da mit dem Wachsthum 
des Auges und der Retina die retinalen Fasern des 
Glaskörpers auseinandergezogen und relativ spärlicher 



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92 



SOBOTT A , ENTWICK Rl.UNOSGESCHICHTR 



werden, indem die neu erzeugten Zellen der sich aus- 
bildenden Netzhaut, die nervösen Zellen derselben, nicht 
mehr die Fähigkeit besitzen, Glaskörperfasern zu bilden- 
v. I\ nimmt an, dass die Glaskörperfasern retinalen 
Ursprungs den Stützelcmenten der Netzhaut ihre Ent- 
stehung verdanken, also frühzeitig differeucirte Ver- 
längerungen der Müller'sehen Fasern in dem Glas- 
körperraum darstellen. 

Die faserfünnigen Fortsätze der Linse linden sich 
nicht bloss an deren Hiutcrfläche, sondern auch auf der 
Vorderfläehe und an der tieferen Lage des benachbarten 
Ketoderms überhaupt, v. P. betrachtet sie den Aus- 
läufern vieler eetodennaler Zellen als homolog. 

Die grosse Masse des Glaskörpers, die also aus 
mesodermalen Zellen besteht, hat den Charaeter des 
lockeren Bindegewebes und besteht aus verzweigten 
und anastomosirenden Zellen mit zahlreichen Fasern. 

Noch wesentlich anders lauten die Resultate der 
neuesten Veröffentlichung über den Ursprung des Glas- 
körpers. 

Lcnhossck (27) behandelt in einer ausführlichen 
Publication die Eutwickeluug des Glaskörpers bei 
den Säugethieren. Als Material dienten eine grosse 
Anzahl Embryonen von Kaninchen vom 10.— 17. Tage 
nach der Begattung, daneben wurden insbesondere für 
die späteren Stadien der Glaskörpcrbildung Katzen-, 
Rinds- und Mousehenembryouen benutzt. 

L. glaubt die Thatsache, dass über die Natur der 
Glaskörper die Ansichten noch immer so getheilt sind, 
darauf zurückriihreu zu müssen, dass die entwiekelungs- 
geschiehtliehe Seite nicht genügend beachtet worden ist. 

Das Resultat der Arbeit von L. gipfelt darin, 
dass der Glaskörper cctodermalen Ursprungs 
ist. Stellt sich also L. in Bezug auf die Abstammung 
vom äussern Keimblatt auf die Seite von Tornato la, 
Rabl, Fischöl und Addario, so leitet er doch im 
Gegensatz zu diesen den Glaskörper nicht von der Re- 
tina ab sondern von der Linse. L. vertritt damit also 
eine vollständig neue Anschauung über die Histiogeuese 
des Glaskörpers, unabhängig von van Pce (s. oben), 
so dass sich im Wesentlichen jetzt 3 Ansichten gegen- 
überstellen (wenn man von der Ansicht, dass der Glas- 
körper überhaupt nur ein beeret sei. absieht): 1. die 
ältere Anschauung, dass der Glaskörper mesodermalen 
Ursprungs ist. 2. die neuere, dass er retinaler Abkunft 
und 3. die Anschauung von L., dass er von der Linsen- 
anlage aus entsteht. Dazu kommt 4. die Annahme von 
vau Pce, dass der Glaskörper ectodermnler und meso- 
dermaler Abkunft sei. 

Was die Einzelheiten der Untersuchungen von L. 
betrifft, so verlegt L. die ersten Anfänge der Glas- 
körperbildung beim Kaninchen auf ein sehr 
frühes Stadium (10. Tag), wo sich die Linsen- 
anlage er-t als eine einfache Verdickung des 
Ectuderms über der Augenblase darstellt. Eine An- 
zahl der Zellen dieser Linsenplatte laufen an ihrer 
Basis in einen Kegel aus, Basnikegel oder Linsen- 
k egel genannt. Aus diesem Kegel werden, wenn die 
Umbildung zur Linsengrube erfolgt, durch Auswachsen 
feine Käsern, di<- sich bereits zu verästeln beginnen 



(11. Tag) und zwar in regelmässig typischer Weis« 
kaudelaberartig. So wird von Anfang an die spätere 
Architcctur des Glasköpers, die keine willkürliche ist. 
vorgezeichnet. 

Die ersten aus den Basalkcgeln der Linsenzellen 
ausgewachsenen Fibrillen nennt L. Meriodional- 
fibrillcn, weil sie die hintere Linsenfläche in senk- 
rechten concentrischen Zügen umkreisen. Sie behalten 
auch spater ihre Lagerung dicht an der Hinterflache 
der Linse bei und bilden, mit einander und mit neu 
entstehenden Fibrillen sich verfilzend, die vordere 
Grenzschicht des Glaskörpers, welche somit der am 
frühesten angelegte Theil des Glaskörpers ist. An diesen 
Theil apponiren sich gleichsam die späteren Schichten 
des Glaskörpers iu der Richtung von der Linse zur 
Netzhaut. 

Hintere Linscnflachc und erste Mcridionalfasern 
des Glaskörpers begrenzen den Perilcnticularraum, eine 
Spalte zwischeu Linse und Glaskörper, welche ursprüng- 
lich dio Gefässe der tuuica vasculosa lentis enthält. 
Erst später dringen diese Gelasse in das Glaskörper- 
gewebe selbst ein. 

Von den ersten Meridionalfosern des Glaskörpers 
ziehen zahlreiche gerade und starre Radiürfasern 
gegen die Netzhaut hin, denen L. die wichtigste 
Rolle in mechanischer Beziehung zuschreibt. Recht- 
winkelig kreuzen sich mit ihuen die Meridional- und 
Latitudinallibrillen. Aus den Radiärfibrillen wachsen 
senkrecht wiederum secundare Meridionalfibrillen hervor, 
die wieder durch senkrechte Aesto neue Radiär fibri llen 
erzeugen. 

Alle Radiärfibrillen inseriren sich hinten an 
der Netzhaut iu eine cuticulare Bildung derselben, die 
spätere Hyaloidea. Zu den Meridional- und Radiär- 
librillen gesellen sich ringförmig in sich zurückkehrende 
Fasern besonders in der Rindenschicht und dem schmalen 
vorderen Isthmus, die Latitudinallibrillen. Sie entstehen 
nach L. wahrscheinlich ebenfalls aus den Radiärfasern. 
Dazu gesellt sich als vierte Kategorie von Linsenfasen) 
die Zahl der regellosen kleineu Aestchen an den regel- 
mässigen Fasern, durch welche eine innige Verfilzung 
des Gla-skörperfaserwerks entsteht. 

Die Bildung von G las körperge webe konnte L., 
wenn auch nur andeutungsweise, auch auf der vorderen 
Linsen fläche nachweisen, die aber bei der Ein- 
wucherung von Mesenchym zwischen Linse und Ectoderni 
wieder verschwindet. 

Bald nach der ersten Anlage des Glaskörper- 
gitterwerks löst sich dasselbe unter Verschwinden 
der Basalkegel von der Linse, seiuem Mutter- 
boden, völlig los, die weitere Entwickclung der 
Fasern erfolgt dann selbstständig von einem kern- 
losen Protoplasma aus. Von nun an liegt der Glas- 
körper — von der Linse völlig getrennt — der Ober 
fläche der Netzhaut durch Insertion seiner Fibrillen an 
deren Cuticula innig an. 

Allmählich durch Vermehrung der Fibrillen ent- 
stehen gewisse Verdiehtungszonen im Glaskörper, so 
die vordere Grenzschicht gegen die Linse hin, die äussere 
Rindenzone an der Netzhaut; am ausgesprochensten 



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SO BOT TA , ENTWICKELUNOSG «SCHICHTE. 



kann man jedoch nach L. die Erscheinung der Ver- 
dichtung am Isthmus, d. h. dem schmalen ringförmigen 
Spaltraum zwischen dem Linscnaequator und dem Rand- 
theil des Augenbechers beobachten*). 

L. hält die Fasern der Zonula eiliaris (Zinna) 
für grundverschieden vom Glaskörper uud hat 
keinerlei genetischen Zusammenhang zwischeu beiden 
entdecken können. L. vermuthet vielmehr, dass die 
Zonulafascrn sich in ganz selbststäudiger Weise unab- 
hängig vom Glaskörper anlegen und aus den Zellen der 
Pars eiliaris retinae entstehen. 

Die Linsenkapsel entsteht nach L. zweifelsohne 
aus einer cuticularen Ausscheiduug der Zellen 
des Linsenbläschens. Die Hyaloidea ist ihrer Ent- 
stehung nach eine cuticularo Bildung des Glaskörpers, 
au welche auf der einen Seite die Müller'schen Radiär- 
faseru, auf der anderen die Glaskörperlibrillcn iuseriren. 
Sie biegt auch, wie L. in Uebercinstimmung mit Retzius 
angiebt, an ihrem vorderen Ende nicht in die vordere 
Grenzschicht des Glaskörpers um, sondern setzt sich 
direct in die Glashaut der Pars eiliaris retinae fort. 

Die Zellen, welche sich im embryoualen Glaskörper 
finden, hält L. nicht für Leucocyten, sondern für Ueber- 
reste der liesenchymlage, welche schon vor Bildung 
der Linse zwischen dieser und der coneaven Fläche der 
Augenblase sich befand. Wie und ob später noch 
Zellen in den Glaskörper gelangen, konnte L. nicht 
entscheiden. 

Cirincione (8) behandelt in seiner zweiten Mo- 
nographie über die Embryologie des Wirbelthier- 
auges die Kntwickelung des Rcptilienauges. 
Ü3S Material bestand in Embryonen von Lacerta agilis, 
viridis, muralis, vivipara, Anguis fragilis, Gecco com- 
munis, Tropidonotus natrix. Gougylus ocellatus, Coro- 
orlla laevis, Vipera borus u. a. Es wurden also Eidechsen 
und Schlangen, keine Crocodile uud Schildkröten 
untersucht. 

Zunächst bespricht C. die äusseren Entwick- 
lungsvorgänge des Auges: 

Das Neurairohr der Reptilien beschreibt in seinem 
vorderen Abschnitt drei ilauptcurven, die Kopf-, Nacken- 
und Halskrümmung, von denen die ersterc nicht nur 
sehr frühzeitig auftritt, sondern auch sehr ausgebildet 
i<t. Die Au gen blasen erscheinen schon vor Schluss 
des Neuralcanals deutlich differencirt, d. h. bevor das 
Vorderhirn sich als besonderer Abschnitt abzutrennen 
btginnt. Sic erscheinen in Gestalt zweier weiter seit- 
licher Ausbuchtungen des äussersten Endes des letzteren 
und verdienen den Namen A ugen tri ch t er. Der 
Hohlraum der Augeublase ist couisch. 

Auch in den /olgenden Stadien, wenn die Trennung 
in vordere und mittlere Hirnblase erfolgt, ist die Augen- 
anlage noch der vorwiegende Abschnitt des vorderen 
Theiles des Neurairohrs; jedoch geht die «mische 
Form unter fortschreitender Abschuiirung vom Neural- 
röhr in eine ovale über, doch ist die Basis noch am 
breitesten. 

*) Nicht alle Zellen der Liusenaulage haben solche 
Kegel. L. unterscheidet daher vitreoformative uud ge- 
wöhnliche Lirisenzellen. 



93 

In einem dritten Entwicklungsstadium vollziehen 
sich hauptsächlich Forin Veränderungen an den Augen- 
blasen. Die Augenanlagen stellen nicht mehr den vor- 
dersten Theil des Gehirns dar, sondern sind vom Pros- 
enccphalon noch vom überwachsen; sie gehen jetzt 
allmählich in die Form der primären Augcnblascn 
über. Ihre Gestalt wird die eines seitlieh comprimirten 
Bläschens, welches am Gehirn mittelst eines stiel- 
förmigen kurzen nervösen Canals hängt. In einer 
Verlängerung liegt ein rundlicher Auswuchs der 
Augenblase, deren Ränder leicht nach aussen umge- 
bogen sind. 

Die Abtrennung der Augenblasen vom Vorderhirn- 
bläscheu erfolgt also durch eine Längsfurchc, welche in 
der dorsalen Wand der Basis des Augentrichters liegt 
und allmählich die Basis des Trichters eiuschnürl und 
zum Bläschen umwandelt. 

Im folgenden Stadium stellen die Augenanlagen 
bilaterale bläschenförmige Anhänge des Ge- 
hirns dar, mit dem sie nur noch durch ihre Stiele im 
Zusammenhang stehen. Die Augenblase selbst zeigt 
wenig Veränderungen; nur ist der rundliche Auswuchs 
weniger deutlich und der obere Abschnitt des Bläschens 
zeigt ein stärkeres Wachsthum gegenüber den anderen. 
Es bahnt sich jetzt der Einstülpungsprocess an, welcher 
die primäre Augenblase in die secun däre verwandelt. 
Dieser Vorgang erfolgt von nun an rapid durch Wach - 
thum der Ränder der Blase. Da aber der obere 
Abschnitt der Blase schneller wächst, so erhält sie eine 
Form wie ein Löffel, desseu Rücken stark gegen seinen 
Griff gekrümmt ist. 

Die Augeublase der Reptilien erfährt bei ihrer Enl- 
wickcluug eine zweifache Drehung erst nach hinten 
und oben und dann nach oben und gegen die Mediau- 
ebene. Auf diese Weise kommen schliesslich die 
Augenachsen in horizontale Richtung wie beim er- 
wachsenen Thier. 

Das Wachs thum des A ugen blase n ran des ist 
ein circuläres; an der Basis dagegen, wo der Rand 
fehlt, wird der Abschluss durch Verwachsung der be- 
nachbarten Ränder bewirkt; jedoch lassen sie, bevor 
sie verschmelzen, einen Raum zwischeu sich, der" immer 
mehr linear wird, die fötale Augenspalte. Damit ist 
die erste Anlage des Auges vollendet uud in 
allen seinen Hauptbestandteilen angelegt, indem auch 
die Linse in der Einstülpung des distalen Blattes er- 
scheint. Letzteres erfährt eine beträchtliche Verdickung, 
während das proximale sich verdünn l. 

Die fülgeuden Veränderungen, die an der Augeu- 
blase zu beobachten sind, sind grösstenteils von denen 
des Gehirns abhängig. Bald nach Kinstülpung des 
distalen Blattes, p 1 a t tc t sich die A ugen b läse noch mehr 
ab, su dass sie Schüsse lform erhält. Der untere 
Rand der Blase verläugert sich und überschreitet dabei 
die Ebene des Augenstiels ein wenig, so Jie Grenze 
zwischen Augenblase und Augenstiel anzeigend. 

Die beiden Ret in alb lütter legen sich fest auf- 
einander und die Höhlang der primären AugenMase ver- 
schwindet damit. Zur Zeit, wo die Augcnspaltc sich 
schliesst, nimmt dieselbe vollständige Kugelgestalt 



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94 



Sobotta, Entwich ri.unosokscüichte. 



an. Die Stellung der Augenblaseu tum Gehirn und 
zum Embryonalkörper ist um diese Zeit bereits die 
dauernde; sie stehen in fast unmittelbarer Verbindung 
mit der unteren, äusseren Oberfläche des Vorderhirns 
und des Lobus olfactorius, und die Insertion des Tractus 
opticus erfolgt unmittelbar vor dem Läppchen, welches 
die Hypophyse bildet. Die Augenblascn verharren iu 
der horizontalen Lage, neigen sich aber leicht gegen die 
Etnbryonalachsc, so dass sie im Winkel von etwa 60 0 
zu dieser stehen, später nähern sich die Augenachsen 
mehr der Sagittalebene. 

Es folgen dann die Resultate der histologi- 
schen Untersuchung der Augenentwickelung 
der Reptilien seitens C. : Im Gegensatz zu der drei- 
schichtigen Gehirnwaud sind die Elemente der Augen- 
anlago der Reptilien in zwei Lagen angeordnet, doch 
ist das Protoplasma der Zellen stark verlängert, so dass 
die Wandstärke die Weite des Bläschens noch übertrifft. 
Vom inneren Umfang des Epithels findet sich ein Saum 
feiner protoplasmatiscber Fortsätze gebildet, die frei ins 
Iuncre des Bläschens ragen. 

Wenn die E i n s t ü I pu n g der primären Augcnbtase 
beginnt, ist eine deutliche Trennung der proxi- 
malen (d. i. medialen) und distalen (d. i. lateraleu) 
Wand erkennbar. Erstere besitzt wenig Protoplasma, 
das eigentlich nur von der streifigen hyalinen Zone an 
der Innenwand der primären Augenblase gebildet wird, 
letztere steht im unmittelbaren Contact mit der Epi- 
dermis und unterscheidet sich von der proximalen durch 
abweichende Form der Kerne und reichliches Proto- 
plasma. 

Im weitereu Verlauf der Entwickelung kommt es 
zu einer fortschreitenden Verdünnung des proximalen 
Blattes, welche mit Ausnahme des Randes der sceun- 
dären Augenblase schliesslich einschichtig wird. Dies 
vollzieht sieh während des Auftretens der Linsen- 
anlage, wobei zugleich die Höhlung der primären 
Augenbla.se auf einen feinen Spalt reducirt wird, der 
erst an der Basis des Opticusstielcs sich erweitert und 
in den Opticuseana) fortsetzt. 

Die erste Anlage der Lins en bi Idung erscheint 
in liestc.lt einer Kpidcr m i s ver di ck u n g, welche im 
Wesentlichen durch zwei Reihen dicht zusammen ge- 
drängter Kerne bedingt wird, von denen die tiefste 
Lage ganz regelmässig angeordnet ist. C. hält die 
Linsenaulagc für die „Einstülpung" der Augenblase 
nicht für verantwortlich insofern, als ob etwa die 
Linse, um sieh Platz zu schaffen, die Spitze der Augen- 
anlagc zurückdrängt. Vielmehr erfolgt keine wirkliehe 
Einstülpung, da ja auch zwischen dem planconvexen 
Discus, den die Linse darstellt, und der coneaven 
Aussenrtäclie der distalen Augeublascnwand ein deut- 
licher Zwischenraum bleibt. Die Abplattung und fol- 
gende Einbuchtung der lateralen Augenblasenwand 
wird nach V. vielmehr durch Hie Vermehrung der Ele- 
mente dieser Schicht namentlich an den Rändern er- 
zeugt. 

Im Folgenden legt sich die coneaveonvexe Linsen- 
anläge der distalen Angeuhlasenwand dicht an, hängt 
aber mit dem Ectodcrm noch so zusammen, dass die 



tieferen Korne der Anlage ohne Weiteres in dieses über- 
gehen. Gleichzeitig erscheint iu der Lioseuan läge eine 
Grube, welche sich aber schnell schliesst, so dass ein 
Linsen sack eben entsteht. Die Zellen seiner Wand 
verlängern sich dann auf Kosten der Höhlung zu Fasern, 
welche mit ihren Enden keinen regelmässigen Abschluß 
bilden, sondern in Fäden auslauten, welche frei in dio 
Höhlung ragen. Letztere.'' wird grösstentheils nicht 
ausgefüllt und enthält stark mit Hämatoxylin färbbare 
Körnchen, welohe wie Kemtrümraer aussehen. Zar 
Zeit, wo die Linse die Gestalt einer am äusseren Pol 
offenen Blase erlaugt hat, tritt jetzt rapides Wachs 
thum ein. Die Oeffnuug schliesst sich jedoch 
sehr langsam und ebenso erfolgt die Ablösung von 
der Epidermis sehr langsam. 

Nach vollendeter Ablösung von der Epidermis hat 
das Linsenbläschen eine ovale Form mit nach aussei 
völlig glatter Fläche. Seiue Wand ist gleichmäßig 
dick. Es liegt der distalen Augenblascnwand bis auf 
einen Spalt an der der dorsomedialeu Fläche dicht an. 
Zwischen beiden beobachtet man an der hinteren Linsen- 
fläche eine Zone hyaliner Substanz mit einzelnen abge- 
platteten Zellen, welche an der vorderen Fläche fehlt. 
Im Gegensatz zu Rabl beschreibt C. die Wand des 
Linsenbläscbens als zweischichtig. Erst wenn das 
Auswachsen der Zellen der proximalen Hälfte der Linse 
zu Fasern erfolgt, ist dieser Theil einschichtig, während 
in der vorderen oder distalen Hälfte die Zweischichtig- 
keit bestehen bleibt und Karyokinesen zeigt. Die 
weitere Vermehrung von Fasern erfolgt von einer 
circulären Zone verlängerter Elemente aus. welche sich 
nach C. — im Gegensatz zu Rabl - bei allen Reptilien 
findet und bis nach der Geburt Sitz eines activen Pre- 
liferationsprocesses ist. 

Da der feine hyaline Streifen mit einzelneu 
Kernen an der Hinterfläche der Linse anfangs fehlt und 
C. seinen Zusammenhang mit dem periocularen Mcso- 
derm nachweisen konnte, so hält C. denselben für 
mesodermalcr Abstammung, ebenso wie eine ähnliche 
Zone vor der Linse, welche nach deren völliger Ab- 
lösung vom Ectodcrm sichtbar wird. 

Während sich die Höhlung der seeuudären Augen- 
blase vergrössert, entfernt sieh der hyaline Streifen von 
der Hinterfläche der Linse und steht in deutlichem Zu- 
sammenhang mit dem umgebenden Mesoderm. C. 
bringt diese Bildung in Zusammenhang mit der 
Entstehung des Glaskörpers, den C. vom Meso- 
derm ableitet, während die Linscncapscl unabhängig 
dav'>ü von den Linsen fasern selbst gebildet wird. Auch 
die Zonula Zinnii leitet C. vom Mesoderm her. 
welches von den Rändern der secundären Augenblase 
gegen den Linsenäquator zieht. 

In dem durch die Augenspalte eingestülpten Meso- 
derm bildet sich ein Gefässcanal aus, der umgeben von 
feinen Fasern den ganzen Strang zusammensetzt. Durch 
weitere Umbildungen wie l'igmentablagerungen entsteht 
aus diesem Strange der Fächer der Eidechsen etc. Durch 
Verdichtung der G laskörperfaseru entsteht eine 
Membrana hyaloidea, unter welcher man Cellulae 
subhy aloideae findet 



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SOBOTTA, ENTW1CKELUNQSGRS0HICHTB. 



95 



Das Mesodcrm in der Höhlung der secundären 
Augenblase Termehrt sich auch nach Scbluss der 
Augenspalte noch und seine Gefässe hängen am Rande 
der Sebnervenpapille mit den periocularen Gefässen zu- 
sammen. Mitunter erhält sich ein solches am unteren 
Pupillenrande auch beim Erwachsenen und lässt als- 
dann die Homologie mit den Vasa centralia retinae der 
Sauge thiere erkennen. 

Wahrend die Ränder der secundären Augenblase 
durch ihr Vorwachsen die scheinbare Invagination er- 
zeugen, bleibt der Opticus von der Bildung der secun- 
dären Augenblase ganz unberührt uud erhält nie die 
Gestalt einer Röhre, so dass er auch niemals wie bei 
den Säugetbieren ein Gefäss einschließen kann. 

Die vor einigen Jahren iu Fluss gekommene Frage 
nach der Existenz und Entwicklung des Dilatator 
pupillae, sowie die Frage nach der Entstehungsweise 
der innern Augenmuskeln überhaupt hat auch in diesem 
Jahre eine ganze Reihe von Autoren beschäftigt. Die 
meisten derselben sind dabei sowohl in Bezug auf die 
Auffassung des Dilatator pupillae wie über die Eut- 
stchongsweise der innern Augenmuskeln zu nahezu 
gleichen Resultaten gekommen (siehe auch den vorjähr. 
Bericht). 

Ausser mit der Entwicklung des Sphincter 
und Dilatator pupillae beschäftigt sich Herzog (23) 
auch mit der des Ciliarmuskels. Die Untersuchungen 
wurden bei Embryonen, jungen Exemplaren, wie auch 
erwachsenen Thieren, der Maus, Ratte, Forelle, Triton, 
Salamandra, Frosch, Hühnchen, Kaninchen, Mensch (nur 
Embryonen) vorgenommen. Die Resultate H.'s bestätigen 
in gewissem Grade die Befunde Szili's u. A. (s. u.). 
In Bezug auf den Sphincter pupillae fand H., dass bei 
Embryonen der untersuchten Thierc mit bereits aus- 
gebildeter Linse vom Hohlraum der secundären Augcn- 
blise nur noch am Pupillarrand ein spaltförmiger Rest 
zwischen Pigmentblatt und Sinnesblatt übrig ist, den 
H. als Ringspalt (= Ringsinus Szili's) bezeichnet. An 
der vorderen inneren Wand des Spaltes entwickelt sich 
eine solide Epithelwucherung in der in einfacher Schicht 
ineinander übergehenden Zelllage beider Retinablätter. 
Als ein auf dem Querschnitt kolbenförmiges Gebilde 
löst sich diese Wucherung vom Pigmcntblatt ab, bleibt 
iber mit der inneren Begrenzung des Ringspaltcs in 
Zusammenhang. Sie geht also nach H. nicht, wie Szili 
»ogiebt, bloss von der inneren Lamelle des secundären 
Augenbechers aus. Bei der Umbildung der Epithel- 
zellen zu Muskclzellen des Sphincter gehen auch eigen- 
artige Veränderungen an den Kernen vor sich. Letztere 
»indeln sich nicht sofort in die stäbchenförmigen oder 
glatten Muskelzellcn um, sondern durchlaufen ein 
Stadium, das II. poicilomorphes nennt, indem zackige 
-'irn förmige, bisquitähnliche Kernformen auftreten. Bei 
der Ratte sind schon am vierten Tage nach dem Wurfe 
wohlausgebildcte Muskelfasern vorhanden. Die Sphinctcr- 
anlage stellt bei Mäusen und Hatten eine vollständig 
insammenbängende Schicht ohne Septen dar. während 
Wm Menschen bindegewebige Septen schon bei 24 cm 
langen Embryonen auftreten. Beim Hühnchen bildet 
die Sphincte ran läge quergestreifte Muse ulatur; 



sie ist dort wie bei Amphibien sehr stark pigmentirt. 
Einen Dilatator pupillae fand H. bei Kaninchen von 
14 Tagen und bei menschlichen Embryonen von 7 bis 
8 Monaten wohl ausgebildet. Die ursprünglich senk- 
recht zur Fläche der Iris angeordneten pigmentirten 
Epithelzellen stellen sich so, dass ihre vordere Kuppe 
dem Pupillarrand zugekehrt, die hintere abgekehrt ist. 
Vom vorderen Ende geht dann ein breiter sich all- 
mählich verjüngender Protoplasmafortsatz in der Richtung 
nach dem Pupillarrande zu aus. Die Fortsätze der 
einzelnen Zellen verschmelzen miteinander und bilden 
eine continuirliche Muskellagc. Auch im Bereiche des 
Spbincters entsenden diese Zellen Fortsätze, welche sich 
zwischen die Spbincterzellen einschieben, beziehungs- 
weise um dessen Aussen rand herumschlagen. Im (legen- 
satz zum Sphincter und Dilatator entsteht der Ciliar- 
muskcl nach H. aus dem Meseuchy mgcwcbo 
(embryonalen Bindegewebe). Bei Maus und Hatte ist 
die ganze secundäre Augcnblaso von indifferentem 
Meseuchymgewebc umgeben. Aus diesem Gewebe ent- 
wickelt sieb in der Gegend der Cornea und späteren 
Sclera fibrilläres Bindegewebe, im Irisstroma reticuläres 
Bindegewebe, an der Sclera bei Maus und Ratte eine 
continuirlich das hintere Augapfelsegmcnt umgebende 
nahezu gefässfreie Muskclhaut. Maus und Ratte haben 
überhaupt keine Aderbaut, sondern die mittlere Augen- 
haut ist dünn und musculös und stellt die direete Fort- 
setzung des Ciliarmuskels nach hinten dar. Aus dem 
hinteren Abschnitt des die secundäre Augenblasc um- 
gebenden Mesenchyms entwickelt sich bei den ver- 
schiedenen Thieren in sehr verschiedener Weise glatte 
Musculatur. Beim Frosch ist der Ciliarmuskcl zwar 
sehr gut entwickelt, reicht aber doch nur bis zur 
Gegend des Aequators. Beim Menschen (Embryo von 
6—7 Monaten) ist die mittlere Augenbaut nur vorn im 
Bereiche des Ciliarmuskels musculüs, nach hinten zu 
geht sie in fibrilläres Bindegewebe über, während nach 
aussen von diesem sich rudimentäre Muskclzellen finden. 

Diesen Mittheilungen gegenüber fügt Herzog nach- 
tragsweise bei, dass die Uvea der Ratte und dt-r Maus 
doch nicht nahezu gefässfrei ist, sondern recht 
zahlreiche Gcfässo enthält, eine Thatsache. die übrigens 
unschwer festzustellen ist (Ref.) II. fand die Gefässe 
sowohl bei der Angenspiegeluntersuehung wio bei In- 
jection mit Berliner Blau. Grössere Stämme linden sich 
an der Grenze von Uvea und Sclera, ein doppeltes 
Capillarnetz, ein inneres feineres und äusseres gröberes 
in der sonst aus Muskelgewebe bestehenden Uvea selbst. 
II. mein!, der Befund bleibe uhuc Einfluss auf die That- 
sache, dass die mittlere Augenhaut der Thierc eine 
Muskelhaut darstellt, aber es konnte auch wohl mit 
demselben Recht gesagt werden, eine Geläashaut mit 
viel Muskeln (Ref.). 

Szili jun. (50) berichtet über ausführliche Unter- 
suchungen der hinteren Irisschichten, insbesondere 
mit Rücksicht auf die Musculatur der Iris und ihre 
Entwickelung. Als Material dienten Bulbi von 15 
menschlichen Embryonen von 10 cm Länge an und 
solche neugeborener Kinder. Die Resultate, zu denen 
S. kam, sind im wesentlichen folgende und zwar erst- 



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96 



SOBOTT A , ENTWICKKLÜNOSOBSCHICHTE. 



lieh in Betreff der Genese der Pars cpiblastica iridis: 
Das Irisepitbel. welches der Umschlagsstelle des Augen- 
bechers entspricht, ist (wie der ganze Augenbecher) 
von Anfang an doppelblättrig und liefert nicht nur 
das sog. Irispigment, also das Irisepithel, sondern auch 
die lrismuseulatur. Die ursprünglich dünnere innere 
Lamelle des Irisepithels wird während der Entwickeluug 
dicker (retinales Blatt), die äussere Pigmentblatt) da- 
gegen verdünnt sich. Als Ringsinus der embryonalen 
Iris bezeichnet S. den an der Umlegungsstelle der 
secundären Augeublase bis zum Ende des siebenten 
Embryonalmonats sich findenden Hohlraum, der dadurch 
entsteht, dass sich das diu Umschlagsstclle bildende 
innere retinale Blatt sieh über die Umschlagsstclle ein 
wenig hinaus entwickelt. Die Bildung von Cilinrfort- 
sätzen beschränkt sich im embryonalen Leben nicht 
auf das Gebiet des Ciliarkörpers, sondern erstreckt 
sich auch auf den Bereich der Iris; das ist aber nur 
bis zum Finde des fünften Monats der Fall. Die Ciliar- 
fortsetze weichen daun wahrscheinlich gleichzeitig mit 
der Ora serrata zurück. Die innere Lamelle der Pars 
cpiblastica iridis ist Anfangs fast völlig pigmentfrei: 
erst allmählich tritt in diesem Blatt das Pigment auf, 
so dass Mitte des fünften Monats etwa die Hälfte pig- 
mentirt ist: gegen Kiide des Embryonallebens erreicht 
das Pigment die (fegend der Ciliarfortsätze, obwohl die 
letzteren selbst beim Neugeborenen noch nicht ganz 
pigmentirt sind. In Betreff der Eutwickclung des 
Sphincter pupillae kommt S. zu dem Sehluss, dass 
derselbe ein epithelialer Muskel ist, welcher sich 
etwa am Anfange des vierten Embryonalmonats aus 
der Umlegungsstelle der beiden Kpithelblätter der 
sog. secundären Augenblase entwickelt. Anfangs 
macht sich die Sphineteraulage nur in (iestalt eines 
Haufens unregelmässig gelagerter Kerne bemerkbar, 
woraus bald ein lamcllenartiger Fortsatz wird, der 
bald die Structur glatter Muskelfasern erkennen lässt 
und von Anfang an wenig Pigment enthält. Später 
verschwinden auch die wenigen in der Anlage ur- 
sprünglich vorhandenen Pi^mentkörnchen. Noch beim 
Neugeborenen findet sieh der M. sphincter pupillae in 
innigem Zusammenhang mit dem Irisepithel; selbst 
beim Erwnrhsenen trennen nur wenige Bittdegewebs- 
biind'.l beide Theile an der Stelle des letzten Zusammen- 
hangs. Die ersten trennenden Bindegev.ebstheile lassen 
sieh sch.-n Ende de-, fünfte» Embryonulmonats er- 
kennen. Indem am Anfang des sechsten Monats zapfen - 
lärmige Bindejrewebsziigi; durch die Anlage hiudurch- 
wucher», geht eine Abiheilung des Muskels in zwei bis 
drei cniiccntrisehe Bündel vor sieh. Auch der Mus- 
culus dilit. u.ji pupillae ist nach S. ein epithelialer 
Muskel und zwar entwickelt er sich aus einer direeten 
Umbildung der vorderen Kpithellugc der Iris im 
s : ebenteii Embry onalmotiat. Schon vorher {im sechsten 
Monat) sind die Zellkerne dieser Lage etwas gegen das 
innere Blatt gedrängt. Die kernlosen Vorderen Ab 
schnitte der Zellen verschmelzen nun zu einer einheit- 
lichen Lage, in welcher sich Fibrillen differeneiren 
unter gleichzeitiger weiterer Abtlachung der Kerne. 
Schon beim Neugeborenen ist der Dilatator deutlich 



entwickelt. Die sog. Speichenbündel entwickeln sich 
gleichzeitig mit dem Dilatalor aus dem gleichen Mutter- 
boden wie dieser, nämlich aus den als „ Pigmentfort - 
sätze* früher schon bekannten Vorsprüngen des Epi- 
thels, wobei der Michel'sche Pigmctitspom die stärksten 
Bündel, die sog. Ansatzfasern, liefert. Schliesslich 
thcilt S. die Resultate seiner Untersuchungen in Bezug 
auf die hinteren lrisschiehtcn der Erwachsenen 
mit: Die hiutere irisbckleidung bildet eine Schicht 
hoher Epithelzellcn. welche wie durch eiue Cuticular- 
mcmbian scharf begrenzt erscheint und deren Kerne 
dem Augeninuern näher liegen. Diese Schicht ent- 
spricht der retinalen Lamelle der embryonalen Iris. 
Die innere Epithel läge der Iris schlägt sich am Pupillar- 
raud in die dem äussern Blatt der embryonalen Iris 
entsprechende Zelllage um, welche an dieser Stelle 
ihren epithelialen Character zeitlebens bewahrt. Un- 
gefähr in dem der Mitte des Sphincter pupillae ent- 
sprechenden Irisabscbnitt setzen sich die an Höhe stetig 
abnehmenden Zellen der vorderen Epithellage sowohl 
in die zweite (vordere) Lage wie in die sog. Bruch- 
Henle'sehe Grenzmembran fort. Beide Theile gehören 
entwickelungsgeschichtlich zusammen; die contractilen 
Theile der Zellen sind als Bruch'sehe Membran nach 
vorn gelagert, während die nach hinten gelegenen 
Theile der Zelleu mit ihreu Kernen zum hinteren Epi- 
thelüberzug der Iris beitragen. Der Dilatator pupillae 
stellt eine einfache Schicht von Musculatur dar, welche 
den Raum zwischen Irisstroma und hinterem Iris- 
epithel continuirlich ausfüllt. An ganz vereinzelten 
Stellen bleiben einzelue Epithelzellen der vorderen 
Lage in Gestalt grösserer polygonaler Zellen zurück, 
welche nicht umgewandelte Elemente der Lage dar- 
stellen; jedoch werden dieselben stets von Muskel- 
tibrillen überlagert. Sowohl am ciliaren wie pupillaret. 
Ende zeigt der Dilatator das gleiche Verhalten, d. h. 
die kernhaltigen Theile der ihn bildenden Epithelteltcn 
werden höher und die Bruch'sehe Membran wird ent- 
sprechend niedriger. Sie fasert sich am Pupillarraude 
iu die zum Sphincter ziehenden Spcichenbüudel auf, 
ähulieh am ciliaren, zu compacten, im Bindegewebe 
des Ciliarkörpers liegenden Bündeln, welche thcils zum 
Ligamentum pectinatum, thcils zum Ciliarmuskel ziehen. 

Giglio-Tos (21) untersuchte den embryonalen 
Ursprung des Nervus trigemiuus beim Menschen. 
Als Untersuchungsmaterial diente ein menschlicher 
Embryo von ca. 17 Tagen Alter. Die Resultate, zu 
denen G. kommt, lassen sich in Folgendem kurz zu- 
sammenfassen: Das definitive (hsser'sche Ganglion des 
Trigeminus ist eine sehr complicirte Bildung, weiche 
aus einer Gruppe von Vornerven und Vorganglicu des 
branehialeri Nervensystems entsteht. 

Der Ursprung der Trigemiuusanlage entspricht an- 
fänglich nicht dem Hinterhirn, sondern der mittleren 
Hirnblase; der Ursprung des Trigeminusganglions aus 
dem Hinterhirn ist vielmehr secundär und durch eine 
nachträgliche Umlagerung bedingt, welche seine primi- 
tive Wurzel erfährt. 

Das definitive Gasser'sche Ganglion ent- 
steht aus d e r Verschmelzung von drei p r i in i ■ 



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S O B O T T A , ENTWICK ELÜNQSGBSCHIOHTK. 



97 



titen Neuraiganglien, von drei mesoceph al i - 
scben (epibrancbialen) Proganglicn und drei 
brancbialen Yornerven 

Die drei primitiven neuralen Vorganglien ver- 
schmelzen miteinander und bilden das neurale Pro- 
fUiglion des Trigcmiuus (ophthalmisches neurales Vor- 
ganglion -f- neurales maxillares -f neurales mandibulares 
Proganglion). Die entsprechenden drei branchialcn 
Vomerren bilden durch ihre Verschmelzung die Tri- 
geminusplatte, bestehend aus dem ophtbalmischen, 
maiillaren und mandibularen brauchialen Vornerven. 

Die drei mcsocepbalischen Proganglien epibranchialer 
Natur (ophthalmisches, maxillares und mandibulares) 
«Düprechen den Oasen der drei Trigeminuszweige. 

Die Structur, welche das Gasser'schc Ganglion des 
Menschen auf früher Entwicklungsstufe darstellt, ent- 
spricht vollkommen der Anordnung und Structur, 
welche der Trigeminus beim Neunauge auf vorge- 
schrittener Entwickelungsstufe darstellt. 

Mit der Kopfentwickelung von Pctromyzon 
und zwar mit Rücksicht auf die Frage derMetamerie 
des Wirbelthicrkopfes beschäftigt sich Koltzoff 
Hb) in einer sehr sorgfältigen und ausführlichen Arbeit. 
Die wichtigsten Ergebnisse der umfangreichen Arbeit 
sin«! folgende: 

Man kann bei der Eotwickelutig von Pctromyzon 
iwei Typen der Mesodermanlage erkennen. Im 
vordereu Abschnitte des Kopfes bildet sich das Meso- 
derm in Gestalt mehr oder weniger deutlicher Falten 
der lateralen Abschnitte des Urdarmdaches. 
Die Höhlung dieser Falten communicirt mit der Höh- 
lung des Urdarms. In der hinteren Region dagegen 
liegt ursprünglich die „Dorsal platte" ohne deutliche 
Grenze dem ventralen Entoderm auf. Später sondett 
sie sich in Gestalt compacter Zellmassen sowohl vom 
letzteren als auch von der Chorda. Eine mit dem Ur- 
darm communicirende Höhlung fehlt hier. Beide Typen 
gehen jedoch in der Zwischenzone allmählich inein- 
ander über. 

Die Reihe derSomite, in welche das Mesoderm 
im vorderen Körperabschnitt des Neunauges zer- 
fällt, fand K. identisch mit der von van Wijhe fest- 
gestellten Somitenreihe der Selaehier. Und zwar sondert 
steh als Erstes bei der Entwicklung der Vertebraten 
das, welches das erste vollkommen entwickelte giebt; 
■-rirn Neuneugc das 4., bei Acanthias das 7. Das vierte 
der prämandibulare Somit sondert sich vom Urdarm 
>piWr ab als alle übrigen. Aehnlich den nachfolgenden 
tbeilt es sich in Myotom und Sclcrotom, doch fehlen 
ihm die zugehörigen Seiteuplatten. 

Aus dem Myotom des ersten Somit» ent- 
wickelt sich der grösste Thcil der Augenmuskeln, 
die Oculomotoriusmusoulatur. Es ist ein un- 
zweifelhaftes Mesoderrasegment und zwar ein echtes 
Somit, weil es dem dorsalen Mesoderm angehört. Auch 
das zweite Somit von Petromyzon behält ziemlich lange 
*ine Communication mit dem Urdarm. Nach seiner 
Abtrennung von diesem und vom ventralen Mesoderm 
des Mandibularbogens zerfällt es in ein Sclcrotom, welches 
die Anlage der Gaumenleiste bildet, und in ein Myotom, 

Jthr*ib«netit der guiinniUi Medieio. l»0ä. Bd. I. 



das den vom N. trochlearis versorgten M. obliquus 
superior s. posterior bildet. 

Das dritte Somit von Petromyzon zerfällt 
frühzeitig in mesen chy matöse Zellen, die i. Th. 
Sclerotom bilden, z. Tb. die vom Abducens vor- 
sorgte Musculatur. Das Myotom des vierten So- 
mits (das vordere metaotische Myotom) zerfällt in einen 
inneren und einen äusseren Abschnitt, zwischen denen 
die Glosso-pharyngeus-Anlage liegt. Der äussere Ab- 
schnitt entsendet zwei Fortsätze nach vorn : einen supra- 
otischen und einen subotischen. Aus letzterem ent- 
wickelt sich der Musculus obliquus capitis ante- 
rior inferior, während aus den supraotischen Fort- 
sätzen des ersten Myotoms und einiger ihm nachfolgender 
metaotischen Myotonie sich der Obliquus capitis auterior 
superior bildet. Die inneren Abschnitte des ersten und 
zweiten metaotischen Myotoms verschwinden. 

Fast alle übrigen Myotonie theilcn sich mehr 
weniger deutlich in innere und äussere Abschnitte. 
Erstere liegen nach innen und unten von den Ganglien 
und erscheinen in phylogenetischer wie ontogeuetischer 
Hinsicht als die ursprünglichen, während die äusseren 
Abschnitte, welche die Ganglien von aussen bedecken, 
beim Amphiosus fehlen und als secundäre anzusehen 
sind. 

Die subbranchiale Musculatur entwickelt sich 
aus den ventralen Abschnitten mehrerer Myotome, 
welche nach rückwärts von der ursprünglichen Grenze 
des branchialen Apparats vom zehnten Myotom an ab- 
wärts liegen. Die primäre Segmentirung der sub- 
branchialen Musculatur verschwindet; als gemeinsame 
Anlage verlängert sie sich stark nach vom, um sich 
später den knorpeligen Branchialbögen anzupassen und 
secundär zu segmeutireu. 

Die Somitenreihe von Petromyzon fällt mit der 
Soraitcnreiho des Amphioxus zusammen. Die präroandi- 
bulartn erscheinen bei diesem iu Gestalt von Kopf- 
böhlen, die mandibularen bilden die vorderen voll- 
kommen entwickelten Myotome, die sich — anders wie 
bei den Cranioten — von den entwickelten hinteren 
nicht unterscheiden. 

Die acht Visceralsäcke von Petromyzon 
liegen zwischen dem Mandibularbogen und dem ventralen 
Forlsatz des zehnten Somiten, acht Intersomitalräumen 
entsprechend. Dem Fehlen einer topographischen Corre- 
spondenz zwischen den Somiten und Visceralsäcken 
spricht K. eine phylogenetische Bedeutung ab. 

K. glaubt Petromyzon und die Gnatho- 
stomeen von einer gemeinsamen Form mit acht 
Kiemenspalten (Octotrcma) ableiten zu müssen. Bei 
den tieferstehenden Ahnenformen war die Zahl der 
Kiemenspalten eiue grössere, wie sie sich bei den Muxi- 
noidco und Acramcru erhalten hat. 

Die vom Gehirnrobr abstammenden Nerven - 
anlagen vermischen sieb frühzeitig mit Zellen, welche 
sich von der oberflächlichen Schicht des Ecto- 
derms trennen; es entsteht so eine Masse vereinzelter 
Zellen, das Mesectoderm. Nur ein Theil der letzteren 
Zellen betheiligt sich an der Bildung der Nerven und 
Ganglien, ein anderer Theil verwandelt sich in Binde- 

7 



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98 



Sobotta, Entwicklungsgeschichte. 



gewebe. Dem Mesectodcrm gesellen sich auch einige 
mcsodermale Zellen hinzu, so dass es später nicht mög- 
lich ist, zwischen den mesenehymatösen, mesentodcrmalen 
uud mcscctodermalen Zellen zu unterscheiden. 

Die Anlage eines vollständigen segmentalen Ganglions 
besteht aus 3Tbeilen: dem medialen mesenehymatösen 
Abschnitt (einem Theil der Nervenleiste) und zwei ecto- 
dermalen Piacoden, einer lateralen und einer epibrao- 
cbialen. In der Region der cranialen Gauglien ver- 
einigen sich diese Anlagen; die Spinalganglien jedoch 
entstehen nur aus den medialen Abschnitten: die ihnen 
entsprechenden lateralen Piacoden bilden zusammen mit 
der sie verbindenden longitudinalen Commissur den 
Itamus lateralis vagi, die epibranchialeo Piacoden auf 
gleiche Weise den Ramus brancbio-intestinalis vagi. 

In jedem Intersomitalraum von Petromyzon findet 
sich je ein segmentales dorsales Xerveuganglion : im 
ersten Intersomitalraum das erste Trigeminusganglion, 
im zweiten das zweite des Trigeminus, dann Acustico- 
Facialis, Glossopharyngeus, Vagus, Spinalis I (Vagus- 
anhang), Spinalis II u. s. w. 

Der Nerv des ersten lutersomitalraumes, der Tri- 
geminus 1, ist insofern unvollständig, als sein Ganglion 
der entsprechenden epibranchialen Piacode entbehrt. 
Auch fehlt ein besonderer für die Innervation des Nerven 
bestimmter Visceralbogcn. 

Der Trigeminus II hat ebenfalls keine besondere 
cpibranchiale Piacode. K. glaubt den Grund hierfür 
im Fehlen einer Visceralspalte vor dem vom Nerven in- 
nervirten Mandibularbogen zu finden. 

Den Acustico facialis, der den Hyoidbogen in- 
nervirt, betrachtet K. als einen vollständigen Nerven 
des dritten Intersomitalraums; seine laterale Piacode 
spaltet sich von der Hörblase ab, seine epibranchiale 
liegt über dem ersten Visceralsack. 

Der Glossopharyngeus ist der Nerv des vierten 
Intersomitalraums und des ersten Branchialbogens; er 
besteht nur aus dem medialen Abschnitt und der epi- 
branchialen Piacode. 

Der Vagus ist ein zusammengesetzter Nervcncum- 
plex. welcher sich auf zahlreiche Segmente bezieht. 
Wahrend sein medialer Abschnitt dem fünften Inter- 
somitalraum entspricht, sammelt er eine ganze Reihe 
lateraler Placodeu, die im Glossopharyngcusgcbiet be- 
ginnend sich längs des ganzen Körpers hinziehend, den 
R. lateralis p. vagi bilden. Die epibranchialen Piacoden 
der zweiten und nachfolgenden Visceralbogcn setzen den 
R. brancbio-intestinalis zusammen. Als Vagusanhang 
tritt auf späteren Entwiekelungsstadien der sieh aus- 
schliesslich aus dem medialen Abschnitt entwickelnde 
erste Spinalnerv in den Bestand des Vagus ein. Auch 
die nachfolgenden Spiualganglien behalten den Zu- 
sammenhang mit den cutsprechenden epibranchialen 
und lateralen Abschnitten durch Verbindungsaste mit 
dem R. lateralis und branchiointestinalis vagi. 

Fragen über den Ursprung der ventralen Nerven 
und die Art des Zusammenhangs zwischen Muskel und 
Nervenzellen hält K. mit Hülfe der heutigen Unter- 
suc-hungsmethoden für nicht bestimmt lösbar. 

Als ventrale Nerven der ersten drei Myotonie sind 



Oculomotorius, Trochlearis und Abducens aufzufassen; 
viertes und fünftes Myotom erhalten keine besonderen 
ventralen Nerven, auch der des sechsten legt sich nur 
an, um wieder zu verschwinden, während der des sie- 
benten sich zeitlebens als vorderer ventraler Spinalnerv 
erhält. 

K. hält den Boden der Hypophyse für das 
Vorderende der Hirnaie. Im verlängerten Mark 
von Ammocoetes lassen sich 5—6 unmittelbar in die 
Reihe der Myelomeren des Rückenmarks sich fortsetzende 
Myelomereu erkennen. Zwischen Myelomeren und So- 
miten besteht eine vollkommene topographische Corre- 
spondenz und eine numerische zwischen Encepbalomereo 
und Somitcn. Die Austrittsstellen der dorsalen Gehirn- 
Nervenwurzeln sind annähernd regelmassig über die En- 
cephalomeren vertheilt. 

Es besteht bei Petromyzon keine bestimmte Grenze 
zwischen Kopf und Rumpf, da das nur bei denjenigen 
Formen möglich ist. wo ein knorpliger oder knöcherner 
Schädel eiistirt, der mittels Gelenkes mit der Wirbel- 
säule zusammenhängt. 

Peter (86) berichtet über Untersuchungen, die 
Anlage und Homologie der Muscheln des Men- 
schen und der Säugethiere betreffend. Als 
terial dienten Embryonen vom Kaninchen und Menschen. 
P. kommt zu dem Resultat, dass man bei Sauropsiden 
und Säugern folgende Muscheln zu unterscheiden habe: 
1. Muscheln, welche aus indifferentem, in die Nasenhöhle 
einbezogenem Epithel entstehen. Hierhin gehört die 
Concha vestibuli der Vögel. 2. Muscheln, welche vom 
Sinusepithel entspringen. Diese zerfallen in zwei Unter- 
abteilungen: solche, welche von der lateraleu Wand 
ausgehen (conchae laterales), und solche, welche von der 
medialen Wand ihren Ursprung nehmen (conchae me- 
diales). Zu den letzteren gehören die Ethmoturbinali» 
der Säuger, die concha media, superior und suprema 
des Menschen. 

Die von der lateralen Wand ausgehenden Muscheln 
zerfallen wieder in zwei Unterabtheilungen: 1. die den 
vorderen Theil einnehmenden conchae laterales ante- 
riores und 2. die den hinteren Bezirk einnehmenden 
conchae laterales posteriores = conchae obtectac der 
Säuger. Zu den conchae laterales anteriores gehörcu 
das Maxilloturbinalc der Säuger, die concha media der 
Vögel, die (einzige) Muschel der Saurier und Schlangen, 
die untere Muschel der Crocodile (ventral); das Naso- 
turbinale der Säuger (— dem agger nasi des Menschen), 
die obere Muschel der Vögel (und Crocodile?)- 

B. Organentwickelung. 

52) Adloff, P., Zur Frage nach der Entstehung 
der heutigen Säugethierzahnform. Zeitschr. f. Morph, u. 
Anthrcp. Bd. V. H. 2. S. 357—382. 1 Taf. u. 5 Fig. 
— 53) Albarran et L. Bernard, Regeneration de la 
capsule du rein apres decapsulation de Torgane. Conipt. 
read. Soe. Bi«>l. Paris. T. L1V. No. 22. p. 756 bis 
757. — 54) Ancel, P., Sur les premiercs phases du 
developpement de la glande genitale et du canal herm- 
aphrodite chez „Helix pomatia*. Bibliogr. aoat. T. X. 
F. p. ICO— 1G2. — 55) Ascoli, C, II meccanismo 
di formazione della mueosa gastrica umana. Arch- di 
Sc. med. Vol. XXV. F. 3. p. 257-395. 3 Taf. - 



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Soboit A , Entwickeldnosobrchichti. 



99 



56} Baum an d, M., Note sur Icj premiers Stades du dcve- 
loppemeoU de l'appareil pulmonaire che* la couleuvre 
(Tropidonotus natrix). Bibliogr. anat. X. X. F. 5. p. 304 
bi»8U. 6 Fig. — 57) Bayer. H., Zur Entwick- 
lungsgeschichte der Gebärmutter. Deutsch. Archiv für 
kl.o Med. Bd. LXXUI. S. 422-487. (Festschr. für 

A. Kussmaul.) 2 Taf. n. 2 Curven. — 58) Beck- 
vitb, C. J., The Early History of the Lateral Line 
and Auditory An lag es of Amia. Science. N. S. Vol. 
XV. No. 380. p. 575. 59) Boeke, J., Over de 
ontvikkeling van bet entoderm, de blaas von Kupffer, 
h«t mesoderm van den kop en het infundibulum bij de 
Muraenoiden. Kgl. Akad. Wct. Amsterdam. Versig. 
wis. en natuurkuud. A(d. D. 10. p. 468—474. — 60) 
Derselbe, Ueber die ersten Entwickelungsstadien der 
Cborda dorsalis. Petrus Camper. Deel I. Afl. 4. 
p. 568—586. 1 Taf. u. 7 Fig. — 61) Bressiau, E., 
Beiträge xur Entwicklungsgeschichte der Mamroarorgane 
bei den Beutelthieren. Zeitschr. f. Morph, u. Anthrop. 
Bd. IV. H. 2. S. 261-317. 2 Taf. m. 14 Fig. — 
62) Broman, J., Ueber die Entwickelung des Zwerch- 
fells beim Menschen. Verh. d. anatom. Ges. 16. Vers. 
Halle a. S. S. 9—17. 16 Fig. — 63) Brugscb, Tb. 
u. E. Unger, Die Entwickelung des Ventriculus tertni- 
ualis beim Menseben. Arch. f. microsc. Anat. Bd. LXI. 
H. 2. S. 220-232. 8 Fig. — 64) Mac Call um, J. 

B. . Notes on the Wolffian Body of Higher Mammals. 
The Americ. Journ. of Anat. Vol. I. No. 3. p. 245 
bis 260. 17 Fig. — 65) Coggi, A., Nouvelles re- 
cberrhes sur le developpement des ampoules de Loren- 
ziui. Arcb. Ital. de Biol. Vol. XXXVIII. p. 321 bis 
333. — 66) Derselbe, Sviluppo degli organi di seoso 
laterale delle ampolle di Lorenzini e loro nervi rispet- 
li»i in Torpedo. Archivio zool. Vol. 1. F. 1. p. 59 
bis 107. 2 Taf. - 67) Derselbe, Nuove ricerche 
sullo sviluppo delle ampolle di Lorenzini. Nota 1. 
Atti Accad. Line. Bend. Cl. fis.-mat. e nat. Anno 299. 
Ser. 5. Vol. XI. F. 7. Sera. 1. p. 289-297. Nota 2. 
Ibid. F. 8. p. 338—340. - 68) Desgrcz. A. et 
Aly-Zaky, De l'influence des lecithines sur le deve 
loppement du squelette et du tissu nerveux. Compt. 
reod. Soc. Biol. Paris. T. LIV. No. 16. p. 501 -504. 
Compt. Bend. Ac. Sc. Paris. T. CXXXIV. No. 20. 
p. 1166—1 168. — 69) Dürst, J. M., Sur le dcveloppe- 
meot des cornes che» les Cavicorues. Bull, du Museum 
d'Hist. nat. No. 8. p. 197 203. 5 Fig. - 70) Fal- 
cooc, C, Sopra aleuni particolaritä di sviluppo del 
midollo spinale. Note di embriogenia comparata. Arch. 
Ital. di Anat. e di Embriol. Vol. I. F. 1. p. 97 bis 
1119. 4 Taf. —71) Favaro. G, Ricerche sulla mor- 
fologia e sullo sviluppo dei muscoli gracili del dorso 
(muscoli supra-carinales) dei Teleostei. Ibid. Vol. I. 
V. 3. p. 448 - 490. 3 Taf. - 72) Fische I, A.. Ent- 
wirkehmg und Organdifferenzirung. Arch. f. Entwicke- 
lungsmech. Bd. XV. H. 4. 1903. p. 679—750 — 
78) Flint, J. M., The Development of the Retieulated 
Banment Membrane in the Submaxillary Gland. Amer. 
Journ. of Anat. Vol. II. No. 1. p. 1—18. 9 Fig. 
— 74) Forster, L.. Note on foetal musolespindels. 
The Journ. of Phys. Vol. XXVIII. No. 3. p. 201 bis 
208. — 75) Giannelli, L., Sullo sviluppo del pan- 
cre&s e delle gliandole intraparietali del tubo digestive 
negli Anfibi modeli (gen. Triton), con qualche accenno 
»Ho sviluppo del fegato e dei polmoni.J Arch. di Anat. 
di Embriol. Vol. I. F. 8. p. 393-447. 4 Taf. 

<$) Giglio Tos, E., Sugli organi brancbiali e laterali 
di senso nell' uomo nei primordi del suo sviluppo. 
Progr. medico. Anno I. No. 5 — 6. 20 pp. m. Fig. 
Dasselbe. Montt Zool. Ital. Anno XIII. No. 5. p. 105 
bi» 119. 4 Fig. — 77) Glas, E., Zur Frage derMilz- 
«ot»iekeluog. Anat. An». Bd. XXI. No. 14. p. 399 
b« 400. — 78) Gregory, jun. E. H., Beitrage zur 
EDtvickelungsgescbichte der Knochenfische. Anat. Hefte. 
H. 64-65. I. 151—280. 9 Taf. u. 11 Fig. - 79) 
Groschuff, K., Notiz zu der Arbeit Schreincr's über 



die Eotwickelung der Amniotenniere. Anat. Anz. Bd. 
XXI. No. 12-13. p. 367—868. - 80) Hammar, 
J. A., Das Schicksal der zweiten Schlundspalte beim 
Menschen. Zur vergleichenden Embryologie und Mor- 
phologie der Gaumentonsille. Anat. Anz. Bd. XXII. 
No. 9—10. p. 221—224. 2 Fig. — 81) Derselbe, 
Studien über die Entwickelung des Vorderdarms und 
einiger angrenzender Organe. 2. Abth. Das Schicksal 
der zweiten Schlundspalte. Zur vergleichenden Embryo- 
logie und Morphologie der Tonsille. Arch. f. microsc. 
Auat. u. Entwickeluugsgesch. Bd. LXI. H. 3. p. 404 
bis 458. 2 Taf. — 82) Derselbe, Bidrag tili balsens 
utvecklingshistoria. Förcdrag hallet vid nordiska natur- 
forskare och läkaremotct in Helsingfors. (Zur Bildungs- 
geschichte des Halses mit deutschem Referat.) Upsala. 
Läkareför. Förhandl. N. F. Bd. VII. p. 528-534. 

— 83) Hatai, S., On the Presence in human Embryos 
of a Intercapsutar Gland corresponding to the so callcd 
Hibernating Gland of lower Mammals. Anatom. Anz. 
Bd. XXI. No. 14. S. 369—373. 3 Fig. - 84) Helly. 
K., Bemerkungen zum Aufsatz Völker's: Beiträge zur 
Entwickelung des Pancreas bei den Amnioten. Arch. 
f. microsc. Anat. Bd. LX. H. 1. p. 174—176. — 
85) Herring, P. T., Comparativc Anatomy and Em- 
briologv of the Malpighian Bodies. Proc. Scott. Micr. 
Soc. Vol. III. p. 109-113. — 86) Hildebraudt, 
W., Die erste Leberentwickelung beim Vogel. Anatom. 
Hefte. II. 64—65. S. 73—120. 57 Fig. 87) 
Hit ton, W. A., The Morphologie and Development of 
Intestinal Folds and Villi in Vertebrates. The Ameri- 
can Journal of Anat. Vol. I. No. 4. p. 459 — 504. 
2 Taf. u. 87 Fig. — 88) nis, W., Die Bildung der 
Somatopleura und der Gefasse beim Hühnchen. Anat. 
Anz. Bd. XXI. No. 10-11. S. 319-320. - 89) 
Hoffmann, C. K., Zur Entwickelungsgcschicbte des 
Sympathicus. 2. Die Entwickelungsgeschichte des Sym- 
pathicus bei den Urodelen. Verh. K. Akad. Wetensch. 
Amsterdam. Sect. 2. Deel 8. No. 3. 101 Ss. 4 Taf. 
u. 1 Fig. — 90) Johnston, J. B., The Homology of 
the Selachian Ampullae. A Note on A 1 Iis recent Paper 
on Mustelis laevis. Anat. Anz. Bd. XXI. No. 10 — 11. 
p. 308—818. — 91) Keith, A., Inflation of the Nasal 
C.iii al in the Skulls of Adult Gorillas and Chimpanzees 
and the relative Development of the Sinus Maxillaris 
and Inferior Meatus in Mau and Apes. Journ. of Anat. 
Vol. XXXVI. N. Ser. Vol. XVI. P. 4. p. XLXVI1I. 
bis L. (Proc. of the Anat. Soc. Great Britaiu and Ire- 
land.) — 92) Keith, A. and Jones Wood, A Note 
on the Development of the Fundus of the Human Sto- 
macb. Journ. of anat. and phvs. Vol. XXXVI. N. 
Ser. Vol. XVI. P. 3. p. XXXIV-XXXVIII. 
(Proc. Anat. Soc. Great Britain and Ireland.) — 
93) Kerr, J. G., The Development of Lepidosircn 
paradoxa. P. 3. Development of the Skin and its 
Derivates. Quart, journ. of m. sc. N. S. Vol. XI.VI. 
P. 3. p. 417—459. 4 Taf. u. 2 Fig. — 94) Kerr, 
G., The Origin of the Paired Limbs Vertebrates. Rep. 
71. Meet. of the British Assoc. for the Advane. of 
Sc. (ilasgow. 1901. p. 693-695. — 95) Kose, W., 
Ueber das Vorkommen einer „Caroiisdrüsc" und der 
„chromaffinen" Zellen bei Vögeln. Nebst Bemerkungen 
über die Kiemenspaltendcrivate. Anat. Anz. Bd. XXII. 
No. 7/8. S. 102 -170. — 96) Lewin, M., Ueber 
die Entwicklung des Schnabels von Endyptcs chryso- 
rome. Jenaisohe Zeitsehr. f. Naturw. Bd. XXX VII. 
N. F. Bd. XXX. H. 1. S. 41—82. 2 Taf. u. ft Fig. 

— 97) Lewis, W. H., The Development of the Arm 
in Man. The Americ. Journ. of Anat. Vol. 1. No. 2. 
p. 145-202. 2 Taf. - 98) Lewis, F. T-, The Deve- 
lopment of the Vena cava inferior. Ibid. Vol. I. No. 8. 
p. 229-244. 2 Taf. u. 2 Fig. — 99) Livini, F., 
Organi del sistema timo tiroideo nclla Salamandriua 
perspicillata. Richcrche anatomiche ed crabriologiehe. 
Arch. Ital. di Anat. e di Embriol. Vol. I. F. 1. p. 896. 
7 Taf. u. 5 Fig. — 100) Lunghetti, B., Sulla fine 

7' 



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100 



SOBOTTA, ENT WIOK BLUN G8GE8CKI CHTE. 



anatomia c sullo sviluppo della ghiandola uropoetica. 
Anat. Auz. Bd. XXII. No. 4/5. S. 91-94. — 101) 
Loisel, G., Sur )cs fonctions du corps de Wolff chez 
Fembryon d'oiseau. Compt. rcud. d. Soc. Biol. Paris. 
T. LIV. No. 26. p. 956-959. 1 Fig. — 102) 
Mann ich, II., Beiträge zur Entwicklung der Wirbel- 
saule von Endvptes chrvsocome. Jenaische Zeitschr. f. 
Naturw. Bd. XXXV1L N. F. Bd. XXX. II. 1. S. 1 
bis 40. 1 Taf. uud Diss. phil. Leipzig. - 103) Mar- 
kowski, J., Ueber die Varietäten der Ossifieation des 
menschlichen Brustbeins und über deren morphologische 
Bedeutung. T'oln. Archiv f. biol. u. med. Wissensch. 
Bd. I. H. 3. S. 375—510. 3 Taf. — 104) Mehnert, 
E., Demonstration von einer Serie von Ratitcnbecken 
als Beleg für mechanische Umgestaltung in der Onto- 
genie und phylogenetische Beziehung zum Beckengürtel 
der Dinosaurier. Verhandl. d. anat. Gesellsch. 16. Vers. 
Halle a. S. S. 249-253. — 105) Merkel, Fr., Be- 
merkungen zum Beekonwachslhum. Anat. Hefte. Abth. 1. 
H. 64/65. S. 121-150. 4 Taf. — 10«) Morgen- 
stern, M., Einige strittige Fragen aus der Histologie 
und Entwicklungsgeschichte der Zähne. Veih. deutsch. 
Naturf. u. Aerzte. 73. Vers. Hamburg. Theil 2. H. 2. 
Med. Abth. S. 484— 487. - 107) Moroff, Th., Leber 
die Entwicketung der Kiemen bei Knochenfischen. Arch. 
f. microsc. Anat. Bd. LX. H. 3. S. 428 459. 2 Taf. 

— 108) Moser, Fanny, Beiträge zur vergleichenden 
KntwickeluugsgeschicbtederWirbelthierlunge( Amphibien, 
Reptilien, Vögel, Säuger). Ebenda». Bd. LX. H. 4. 
S. 587—668. 4 Taf. u. 3 Fig. — 109) Mc. Murricb, 
J. P., The Phylogeny of Long Flexor Museies. The 
Amer. Journ. of Anat. Vol. 1. No. 4. p. 511—512. 

— 110) Nusbaum, J. und J. Machowski, Die 
Bildung der conccntrischcn Kürperehen und die phago- 
cytotischen Vorgänge bei der Involution der Amphibien- 
thymus nebst einigen Bemerkungen über die Kiemen - 
reste und Epithelkörper der Amphibien. Anat. Anz. 
Bd. XXI. No. 3/4. S. 110 -127. 5 Fig. — 111) 
Orrü. E., Sullo sviluppo della milza. Momt. zool. 
Ital. Anno XIII. No. 9. p. 227—234 112) Par- 
sons, F. G.. On the Arrangement of tlie Brauches of 
the Mamraalian Aortic. Arch. Journ. of Anat. Vol. XXXVI. 
N. Ser. Vol. XVI. P. 4. p. 389-399. 13 Fig. - 
113) Paterson, A. M., Development of the sternum 
and Shoulder girdlc in mammals. British med. journ. 
No. 2176. p. 777. — 114) Pestalozza, E , Contri- 
buto allo studio della formazione dell' iraene. Annal. 
Ostetr. c Ginecol. Anno XXJII. 1901. No. 8. p. 841 
bis 850. ~ 115) Piper, IL, Die Entwickelung von 
Leber, Pancreas, Schwimmblase und Milz bei Amia calva. 
Verl). Anat. Ges. 16. Vers. Halle a. S. S. 18—25. 9 Fig. — 
116) Derselbe, Die Entwickelung von Magen. Duode- 
num, Schwimmblase, Leber. Pancreas und Milz bei 
Amia calva. Arch. f. Anat. u. Pins. Anat.-Abth. 
Suppl-Bd. S. 1 78. 4 Taf. — 117)' Derselbe. Die 
Entwickelung von Leber. Pancreas und Milz bei den 
Vortebraten. Historisch-kritische Studie. Diss. med. 
8. Freiburg i. Br. 95 Ss. - 118) Prenant, A. et 
Saint Remy, G., Sur Revolution des formations brau- 
ehialcs chez les Couleuvrcs. (Vmpt. rend. Acad. Sc. 
Paris. T. CXXX1V. No. 10. p. 614-616. - 119) 
Dieselben, Sur Revolution des formations bratichiales 
chez le Lezard et l'Ürvet. Compt. rend. Acad. Sc. 
Paris. T. CXXV. No. 1. p. 62 — 63. - 120) Reese. 
A. M., Structure and Development of the Thyroid Gland 
in Petromvzon. Proc. of the Acad. of Nat. Sc. of Phi- 
ladelphia. * Vol. LIV. P- 1. p. 85—112. 4 Taf. — 
121) Retterer, Ed . Structure et evolution de lYbauche 
squelettog'-ne des membres des mammif.res Compt. 
rend. Soc. Biol. Paris. T. LIV. N>. 29. p. 1149 
bis 1153. — 122) Derselbe, Ebauchc squeletlog.'n«- 
des membres et developpement des articiilations. (Suite 
et tin). Journ. de l'Anat. et de la Phvs. Armee 
XXXVI11 No. 6. p. 580-623. - \>>V. Derselbe, 
Morphologie de la charpente -quclet!' £• ne des membres 



des maramiferes. Compt. rend. Soc. Biol. T. LIV. 
No. 28. p. 1118—1121. - 124) Robinson, A.. Tbc 
Earlv Etages ot the Development of the Pericardium. 
The 'Journ. of Anat. and Phvs. Vol. XXXVII. N. Ser. 
Vol. XVII. P. 1. p. 1-17. 2 Taf. u. 2 Fig. - 125) 
Sabin, F. R , Oir the Origin of the Lymphatic System 
from the Veins and the Development of the Lympb 
Hearts and Thoracic Duct in the Pig. The Americ. 
Journ. of Anat. Vol. I. No. 8. p. 367—390. 12 Fig. 
— 126) Sabrazes et Muratct, Examen du sang du 
coeur d'un foetus humaiu ä la onzieme semaiue de la 
vie intra-uterinc. Compt. reud. Soc. Biol. Pari». T. 
CLIV. No. 10. p. 327—328. - 127) Schreiner. 
K. E., Leber die Entwickelung der Amnioteoniere. 
Zeitschr. f. Zool. Bd. LXXI. H. 1. S. 1-188. 8 Taf. 
u. 34 Fig. — 128) Derselbe, Erwiderung an Herrn 
K. Grosehuff. Anat. Anzeiger. Bd. XXII. No. I. 
S. 31—32 {in Sachen der Entwicklung der Amnioteu- 
niere). — 129) Selenka, E.. a) Referat über Walk- 
hoff s Untersuchungen betr. Kinnbildung beim Menschen 
und bei den Affen, b) Die Embryonalformeu des Men- 
schen und der Affen. Vcrh. deutsch. Naturf. u. Aerzte. 
73. Vers. Hamburg. Th. 2. H. 2. S. 273. - ISO) 
Sick, C, Die Entwickelung der Knochen der unteren 
Extremität, dargestellt in Röntgenbildern. (.Archiv und 
Atlas der normalen und pathologischen Anatomie io 
typischen Röntgenbildern* Fortschritte auf dem Gebiete 
der Röntgenstrahlen. Ergzbd. IX ) 58 Röntgenbilder 
auf 9 Taf. 4. Hamburg. 9 Ss. — 131) Sobotta.J.. 
Ueber die Entwiekeluug des Blutes, des Herzens und 
der grossen Gelässstämme der Salmoniden nebst Mit- 
theilungen über die Ausbildung der Uerzform. Anat. 
Hefte. Abth. 1. Arb. a. anal. Inst. H. 63. (Bd. XIX. 
H. 3.) S. 579-688. 10 Taf. — 132) Spangaro, S., 
Ueber die histologischen Veränderungen des Hodeu>, 
Nebenhodens und Samenleiters von Geburt an bis zum 
Greisenalter, mit besonderer Berücksichtigung der Ho- 
denatrophie, des elastischen Gewebes und des Vor- 
kommens von Krystallen im Hoden Anat. Hefte. Ab- 
theil. 1. H. 60. (Bd. XVIII. H. 8.) S. 593-771. 

2 Taf. — 133) Soulie, A., Sur les premiers Stades 
du developpement de la capsule surrenale chez le per- 
ruchc ondule. Compt. rend. Soc. Biol. Paris. T. LIV. 
No. 26. p. 959— 960. - 184) Derselbe, Sur lade- 
veloppement de la capsule surrenale du 7o au 15c 
jour. Ibidem, p. 960—961. — 185) Stcrzi. G.. 
Ricerehe intorno al la anatomia comparata ed all' onto- 
genesi della meniogi: Cousideraz. sulla filogenesi. 
Part« prima-, i Meningi raidollari. Atti-Istit. Veneto Sc. 
Lett. ed Arti. Anno accad. 1900-1901. T. LX. 
I*. 2. 1901. 1. Taf. ■■- 136) Derselbe. Rechcrches 
sur l'anatomie coroparee et sur f Ontogenese des mcDinges 
Arch. ital.de Biol. Vol. XXXVII. F. 2. p. 257-269. - 
137) Derselbe, Sviluppo delle meningi midollari dei 
rnammiferi e loro continuazione con le guaine dei nervi. 
Arch. ital. di Anat. et di Embriol. Vol. 1. F. 1 p. 173 
bis 195. 1 Taf. — 138) Sy mington, J.. On tb* 
Temporary Fissures of the Human Cerebral Hemispheres. 
with Observation* on the Development of the Uippo- 
campal Fissure and Hippocampal Formation. Rep. "1. 
Meet. of Brit. Assoc. for tbc Advanc. of Sc Glasgow. 
1901. p. 798. -•• 139) Tecqmenne. Ch., Sur le dc- 
veloppetnent du pancreas ventral chez lacerta muralis- 
Anat. Anzeiger. Bd. XXL No. 10 u. 11. p. 278-292 

3 Fig. — 140) Thilo. 0.. Die Umbildungen am 
Knochengerüste der Schollen. Zool. Anzeiger. Bd. XXV. 
No. 669. p. 305-320. 19 Fig. — 141) Tourneu i. 
F , Note sur developpement de la paroi primitive du 
thorax chez le lapin. Comp. Rend. Assoc. Anat. Mont- 
pellier, p. 168-174. 3 Fig. — 142) Unger, E. und 
Th. Brugsch, Zur Kenntniss der Fovea und Fistula 
sacroeoccygea s. caudalis uud der Entwickelung des 
Ligamentum caudale beim Menschen. Archiv für inicr. 
Auat. Bd. LXI. H. 2. S. 151-219. 2 Taf. u. 2 Fig. 

143) Valenti. C... Sopra le prime fasi di sviluppo 



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SOBOTTA , ENT WICKBLUNÖSGESOHICHTE. 



101 



dtlla muscolatura degli arti. 2. Ricerchc embriologiche 
in larve di Amblystoma (Axolotl, Arti caudali). Sem. 
Acead. Sc. Lstol. Bologna. Ser. 5. T. IX. 14 pp. 1 Taf. 

— U4) Vialleton, L., Sur le dcveloppcment des 
muscles rouges chez quelques telcosteens. Compt. reod. 
de l'Assoc. des Anat. Montp. p. 47—53. 2 Fig. — 
145) Völker, 0., Ueber die Entwicklung des Dia- 
phragmas beim Ziesel (Spermophilus citillus). Bibliogr. 
anatom. T. X. F. 4. p. 240-259. 2 Taf. — 146) 
Vriese, B. de, Recberches sur Revolution des vaisseaux 
saoguins des membres chez l'homme. Arch. de Biol. 
T. XVUI. F. 4. p. 665—730. 4 Taf. - 147) Weber, 
A., Rechercbes sur le drveloppeinent du foic chez le 
canard. Bibliogr. anat. T. XI. F. 1. p. 21—30. 5 Fig. 

— 148) Wiesel, J., Beitrage zur Anatomie und Ent- 
wicklung der menschlichen Nebenniere. Anat. Hefte. 
Abth. 1. H. G3. (Bd. XIX. H. 3.) S. 481—522. 4 Taf. 

— 149) Wilms, Die Eutwickelung der Knochen der 
oberen Extremität, dargest. io Röntgenbildern. Archiv 
und Atlas der normalen und pathologischen Anatomie 
in typischen Röntgenbildern. Fortschritte auf dem Ge- 
biete der Röntgenstrahlen. Ergz. Bd. 9. 4. Hamburg. 
15 Ss. 34 Röntgenbilder auf 7 Taf. — 150) Zucker- 
kandl, E., Die Epithel körperchen von Didelphys azara, 
nebst Bemerkungen über die Epithelkörperchen des 
Mensche... Anat. Helte, H. 61. Bd. XIX II. 1. S. 59 
bis 84. 2 Taf. und 4 Fig. 

Gianelli (75) berichtet über die Eutwickelung 
des Pancreas und der wandständigen Drüsen 
des Digestionstractus der Urodelen (Triton) und fügt 
tinige Angaben über die Entwickelung der Leber und 
der Lungen bei. Der dorsal von der Lelx-r gelegene 
Darracanal des erwachsenen Triton zeigt zwei Krüm- 
mungen, eine cranialwärts coneave und eine caudal- 
wärts coueave; im Bereiche der erstcren liegt grössten- 
teils das Pancreas. Es stellt einen mittleren Körper 
mit zwei Ausläufern dar, einen vorderen und einen bili- 
aren. Letzterer entspricht dem Grunde der cranialen 
Curvatur. während der vordere Ausläufer in Beziehung 
zur Leber steht, von der das Pancreas hier nur durch 
spärliches Bindegewebe abgegrenzt ist. G. nennt den 
:m Bereiche der Leber gelegenen Theil des Pancreas 
Pancreas interhepatieum. Dasselbe ergiesst sein Sccre- 
tionsproduet in den Ductus hepatoeysticus; ein kleiner 
Portsatz dieses Panercaathcils erstreckt sich bis an 
einen kleinen Lappen der Leber und auf die Dorsal- 
fläche der Gallenblase. 

Der Haupttheil des in der cranialen Darrnschlingc 
gelegenen Pancreas besitzt einen direct in den Darm 
mündenden Ausführungsgang. Er schickt auf seinem 
Weg zwei Fortsätze aus, von denen der eine sich gegen 
die Milz erstreckt, der andere eine kurze Strecke der 
forsalen Darmcurvatur entlang. 

Langerbans'schc Zellinseln finden sich nicht in dem 
benachbarten Theil des Pancreas. 

Pancreas, wandständige Drüsen des Verdau- 
uegstractus, Leber und Lungen entwickeln sich auf 
Kosten abgegrenzter Haufen von Dotterzellcn, 
welche den Darm hauptsächlich veutral umgeben; die- 
selben differenziren sich allmählich zu den epithelialen 
Zellen der Anlagen der genannten Organe. 

Die Differenzirung der primitiven Dotterzellen in 
die speciellen Epithelzellen der betreffenden Organe er- 
folgt im Körper der Larve allmählich von cranial nach 
catidal, und somit erreichen auch die erwähnten Organe 



ihre Gestalt und specielle Anordnung wie beim er- 
wachsenen Thier im selben Sinne. 

Die primitive Lungenanlagc wird im frühesten 
von (i. beobachteten Stadium von einer dorsoventraleu 
Spalte gebildet, welche sich vom Darmlumen iu die ven- 
trale Dotterzellenwand desselben erstreckt (dorsal von 
der Herzanlag«) und sieh an ihrem caudalen Endo gabelt, 
um sich nach rechts uud links von der Mittellinie fort- 
zusetzen. Im folgenden Stadium wachsen sie von vorn 
nach hinten aus und erlangen dann die Gestalt echter 
Röhren, welche zwar von noch dotierhaltigen, aber doch 
schon eubischen Zellen begrenzt werden. Durch Ein- 
wachsen von Mescnebym erfahren die Röhren ihre völlige 
Isolation vom Darmrohr. 

G. fasst die Lungcnanlage von Triton nicht 
als Ausstülpung, sondern als Differenzirung 
einer Gruppe von Dotterzellcn auf. 

Die Leberanlagc stellt sich in den frühesten 
von G. beobachteten Stadien ebenfalls als ein Theil 
der ventral vom Darmlumen gelegenen Dotter- 
zellcn dar. Nur im vorderen Körperabschnitt der Larve 
wird er durch die Herzanlage von der Darmwand ge- 
trennt. In diesen Abschnitt dringen Acste des Sinus 
venosus ein, welche eine Auflösung der Anlage in Zell- 
stränge bewirkeu, während in den hiuteren Abschnitt 
sich ein Fortsatz des Darmlumens, die Anlage des 
Ductus hepaticus erstreckt. Im folgenden Stadium ist 
ein grosser Theil der Leberanlage in Zellkctten aufge- 
löst, zwischen denen sich auch einige Spalten erkennen 
lassen; gleichzeitig beginnt die Ablösung von der Darm- 
wand an diesem Leberabschnitt, nicht aber im hinteren, 
auf Kosten dessen sich die beiden (linke und rechte) 
ventralen Pancrcasan I ageu entwickeln. 

Im dritten von G. beobachteten Kntwickelungs- 
stadium trennt sich die schon an ihrer dorsalen Fläche 
vom Darm abgelöste Leberanlage auch von der 
rechten Pancreasan läge, nicht aber von der lin- 
ken, mit der die Lcberaulage zeitlebens Beziehungen 
behält. 

Die Gallenblase lässt sich schon im dritten 
von G. untersuchten Stadien erkennen; sie entsteht 
auf Kosten eines kleinen Dotterzellenbezirks der ersten 
Leberanlagc. Ihr Gang mündet in den duetus hepaticus, 
so den duetus hepato-eystieus (eholedochus) bildend. 
Derselbe mündet zunächst in die linke Seite des Darmes, 
später aber nach Beginn der Ausbildung der Darm- 
krümmungen in die dorsale Wand. 

Die Dotterzellcn der Leberanlage, die schon 
auf frühen Stadien durch geringere Grösse auffallen, 
verlieren allmählich mehr und mehr ihre Dotterkörner, 
so dass sie schon im sechsten der von G. untersuchten 
Stadien echte Lcberzellen darstellen. Das gleiche gilt 
vom Epithel der Gänge. 

Das Pancreas von Triton entsteht aus drei ge- 
sonderten Anlagen, einer dorsalen und zwei 
ventralen. Am frühesten tritt die dorsale Anlage 
auf. Sie wird im frühesten der von G. untersuchten 
Stadien durch einen pe-lsterartigeu Vorsprung der 
Dotterzellen an der dorsalen Darmwand dargestellt, in 
welches sich das enge Darmlumen fortsetzt. Im dritten 



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102 



80BOTTA, EUTWICKHLÜllQSGESCHICHTB. 



von G. beschriebenen Entwickelungsstadium stellt sich 
die dorsale Pancreasanlage als selbstständig dar, ohne 
Zusammenhang von seinem Ausgangspunkt. 

Erst im sechsten Entwickelungsstadium beobachtete 
G. eine Verschmelzung des cranialen Endes der dorsalen 
Aulagn und der rechten ventralen Pancreasanlage dorsal 
von der Vena portae. Im letzten der von G. unter- 
suchten Stadien vollzieht sich die Verschmelzung der 
liuken ventralen und dorsalen Anlage ventral von der 
Vena portae. 

Die Dotterzellen des dorsalen Pancreas 
zeigen sich schon von den frühesten Entwickelungs- 
Stadien an kleiner als die Darmepithclien. Zwischen 
den Zellen dieser Anlage erscheinen im dritten Ent- 
wickelungsstadium unregelmäßige Spalten, von denen 
einige schon im vierteu Stadium den Eindruck von 
wahren Tubuluslumina machen, um welche die noch 
immer dotterhaltigen Zellen eine eubisebe Form an- 
nehmen. Im fünften Stadium erhält das dorsale Pancrcas 
eine deutlich tubuläre Anordnung, hauptsächlich in der 
Peripherie. Im sechsten und siebenten Stadium können 
die dorsalen Pancreaszellen als vollkommen diflerenzirt 
angesehen werden, indem sie auch ihren Dotter fast 
ganz verlieren. Doch erhalten sich Gruppen dotter- 
haltiger Zellen im Centrum noch in den folgenden 
Stadien in Zusammeubaug mit den Tubuli, verlieren 
aber schliesslich auch die Dotterkörner und lassen 
zwischen sich Blutgefässquerschnitte erkennen. 

Letztere fasst G. als die embryonalen Langer- 
hans'schen Zellhaufen auf als nicht zu Drüsen- 
gewebe differenzirte Theile des dorsalen Pancreas. Da 
die gleiche Erscheinung an den ventralen Anlagen 
nicht zu beobachten ist, so kommen in diesen auch 
keine Langerhans'schen Inseln vor und finden sich 
auch beim erwachsenen Thier nur in dem Pancreas- 
abschnitt, welcher in der cranial-concaven D&rmschlinge 
eingeschlossen ist und von der dorsalen Anlage 
stammt. 

Wenn sich die letztere Krümmung ausgebildet hat, 
mündet der Ausfübrungsgang des dorsalen Pancreas in 
den Darm. 

Die ventralen Pancreas anlagen entwickeln 
sich im dritten Stadium vom hinteren Ende der primi- 
tiven Leberanlage aus, in welche sich das Lumen des 
Darmes hineinerstreckt. Sie entstehen daher aus zwei 
soliden Auhäufungen von Dotterxcllen, welche cranial- 
wärts von einander getrennt sind, am caudaleu Ende 
aber verschmelzen, wo sie sich ohne irgend welche 
Grenzlinie in diu Masse der Dotterzellen des Darmes 
fortsetzen. 

Im vierten der von G. beobachteten Entwickelungs- 
stadieu sind die beiden ventralen Anlagen nur in der 
Mitte ihres Verlaufes vereint, so dass sie nicht bloss am 
cranialen, sondern auch am caudaleu Ende von einander 
unabhängig erscheinen. Am letzteren sieht man jetzt 
nur noch die linke ventrale Anlage mit den Dotter- 
zellen des Darmes in Verbindung. In die beiden An- 
lagen wächst zu einer gewissen Zeit (im vierten Stadium 
in die linke, im fünften in die rechte) das Lumen des 
duetus hepatoeysticus (.choledoehus) hinein, während 



im Innern die unregelmässigen Spaltbildungen auf- 
treten. 

Im sechsten Entwickelungsstadium hat sich die 
linke vcutrale Anlage vollständig vom Darm getrennt; 
im folgenden Stadium können die ventralen Pancreas- 
anlagcn bereits als fertig differenzirt angesehen werdeu, 
indem Tubuli von cylindrisch-cubischen, z. Th. noch 
dotterhaltigen Zellen umgeben sind. 

Die Ausführungsgänge der beideu ven- 
tralen Anlagen vereinigen sich zu einem einzigen 
Gang, der sich in den duetus hepatoeysticus kurz vor 
seiner Mündung iu den Darm ergiesst. 

Die rechte ventrale Pancreasanlage wachst dorsal 
über die Vena portae und verschmilzt im seebstcu 
Stadium mit dem dorsalen Pancreas. Erst später ver- 
schmilzt die linke ventrale Anlage mit der dorsalen. 

Das ganze craniale Ende des ausgebildeten Pancreas^ 
welche sein Secret in den duetus hepatoeysticus er- 
giesst, stammt von den ventralen Anlagen. 

Die Drüsen der Wand des Verdauungs- 
tractus erscheinen im dritten der von G. beobachteten 
Entwickelungsstadien in Gestalt enger scharf begrenzter 
Spalten, welche in die mehrfach geschichteten Dotter- 
zellen eindringen und vielfach im folgenden Stadium 
an ihren blinden Enden umgebogen erscheinen. Die 
Zellen nehmen, obwohl noch dotterbaltig, eubisebe 
Form an, und Mesenchym dringt zwischen die Spalten ein. 

Im siebenten Entwickelungsstadium erscheinen sie 
vollkommen differenzirt in Gestalt einfacher nicht ver- 
zweigter alveolärer Drüsen, welche vom Grunde aus 
später weitere Tbeilungen erfahren. 

Gregory's (78) Beiträge zur Entwicklung der 
Knochenfische sind an den Eiern verschiedener Sal- 
moniden und von Esox gewonnen und erstreckt sich 
auf Entwicklungsvorgänge im Gebiete des Kupfmeso- 
derms, auf die Entwicklung des Herzens und 
der Hypophyse. 

G. konnte bei den untersuchten Knochcnfiscbarten 
mit Sicherheit nur eine Gliederung im Kopfmeso- 
derm der postotischen Region nachweisen und 
zwar bestehen uur zwei Mesodermsegmentc mit 
epithelialem Bau und gemeinsamer Höhlung. Oralwärts 
gehen sie continuirlich in das ungegliederte praeotisebe 
zu beiden Seiten der Chorda gelegene Kopfmesoderm 
über, welehes sich bis in die Region der Augenblasen 
erstreckt. 

Das unsegmentirte praeotisebe Mesoderm ist vor 
der Chorda durch den „Verbindungsstrang", eine 
die Medianlinie überquerende Zellmasse, zu eiuer un- 
paaren Platt« verbunden. Diesen Strang hält G. für 
ein Product des primären Entoderms und erscheint 
auf frühen Entwicklungsstadien als directe Fort- 
setzung der Chorda. Reste desselben lassen sich 
noch lange Zeit zwischen Chorda und Infundibulum 
nachweisen. 

Die Ko pf höhlen der Tcleosteer entwickeln sich 
in dem vorderen flügclartig nach vorn sich erstrecken- 
den Kopfmesoderm in variabler Zahl, um nach kurzer 
Zeit zu verschwinden. Sie liefern dabei theils Me- 



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SOBOTTA, KNT W1C K BLUN080 B8CHICH TH. 



103 



stoebrm, theils vielleicht Musculatur (Augen- 
muskeln). 

Was die Herkunft de« proximalen Mcaoderms 
der Teleosteer betrifft, so führt G. dasselbe auf den 
praeoralen Darm zurück, der sich nicht in secun- 
dires Entoderm und Mesoderra auflöst, sondern lediglich 
in letzteres. Die Kopfböhlen der Teleosteer sind aber 
im Vergleich zu anderen Wirbclthieren durchaus rudi- 
mentär, so dass die epitheliale Anordnung ihrer Wand 
erst secundär zu Tage tritt. 

Was die Entwicklung des Herzens betrifft, so 
entsteht dasselbe aus einer iu dif feren ton Zel Insasse, 
welche weder Entoderm noch Mesoderra ist 
noch auch eine Mischung von Zellen beider Keimblätter, 
so dass die Salmoniden ond Esoeideu, auf welche G. 
seine Untersuchungen stützt, eine Sonderstellung in Bezug 
auf die Abstammung des Herzendotbels einnehmen 
würden. 

Was die Entwicklung der Hypophyse anlangt, 
so fand G., dass dieselbe aus drei Theilen sich zu- 
sammensetzt, nämlich erstlich aus dem cerebralen, 
zweitens aus einem ento dermalen und drittens 
aus einem ectodermalen. Der eutodermale Theil 
tritt zuerst auf und ist unpaar, während der ectoder- 
nule Theil paarig eutsteht und zwar in Gestalt dorsaler 
bohler Ausstülpungen einer doppelblättrigen Ectodcrin- 
tasche. Bis unmittelbar vor dem Durchbruch des 
Mondes bewahren entodermale und ectodermule Anlage 
ihre Selbständigkeit. Spater werden sie in Bezug auf 
Form und Ausseben ihrer Zellen einander immer ähn- 
lieber und verschmelzen schliesslich zu einem einheit- 
lichen Gebilde. 

Hildebrandt (86) untersuchte die Leberent- 
wiekung der Vögel an Embryonen des Huhns, der 
EDte, der Taube und des Wellensittichs. Bei Huhn und 
Ente zeigt sich die erste Anlage der Leber in Gestalt 
einer Falte des Entoderms am vorderem Umfang 
des Dannnabels: jedoch wechselt die Lage dieser Falte 
zur Umschlagstelle des Darms auf den Dotter so sehr, 
dass sie sowohl ganz vom geschlossenen Darmrohr als 
aoeh tbeilweise vom Dotterentoderm — dann also paarig 
— ihren Ursprung nehmen kann. 

Eine Gliederung in cranialen und caudalen 
Theil der Anlage entsteht durch Auswachsen der Falte 
nach beiden Richtungen hin. Ersterer wächst zu einem 
hohlen, der ventralen Darmwand parallelen Gange aus, 
während der caudale Tbeil, der paarig entstehen kann 
(wenn er vom Dotterentoderm seinen Ursprung nimmt), 
aus einem seiner grössten Länge nach transversal ge- 
stellten Gebilde besteht, welches in einen spater in 
zwei manchmal auch in drei cranial wart« und seitlich 
gerichtete Zapfen sich fortsetzt. Gleiche Verschieden- 
heiten zeigt der Rest der Leberfalte, welcher cranialen 
und caudalen Abschnitt der Leberanlage verbindet. 
Ebenso wechselnd sind die Grössenverbättnisse zwischen 
cranialen und caudalen Tbeil der Lcberanlage des Huhns 
and der Ente. 

Seine weiteren Untersuchungen bei der Taube und 
dem Sittich fasst H. mit den Ergebnissen der Vor- 
Bateracher folgendermaassen zusammen: Nahe dem 



cranialen Umfang des Darmnabels bildet sich die Leber- 
falte. Ihre besondere Form ist davon abhängig, wie- 
weit der Darm zur Zeit ihres Auftretens schon ge- 
schlossen ist. Es kommen zwei extreme Typen vor: 
1) Die Leberanlage geht von dem bereits geschlossenen 
Darm aus; 2) sie nimmt vou dem auf dem Dotter aus- 
gebreiteten Entoderm ihren Ursprung; im letzteren Falle 
erscheint sie paarig. Zwischen beiden Extremen kommen 
alle denkbaren Uebergangsformen vor. Durch Aus- 
wachsen der Falte nach den entsprechenden Richtungen 
entsteht der craniale und caudale Theil der Leber- 
anlage und zwar liegt der erstere dorsal, der letztere 
ventral von den grossen Venen. Ersterer wächst zu 
einem der ventralen Darmwand parallelen Zapfen aus, 
letzterer zu einem transversalen die ventrale Wand der 
grossen Gcfässe begrenzenden Gebilde. 

Das Verhältniss zwischen der epithelialen Masse 
und den Hohlräumen der Leberanlage ist bei den ein- 
zelnen Species ein sehr verschiedenes. Die Differenzen 
des Anschauungen seiner Voruntersucher erklärt H. so, 
dass fast jeder eine abweichende Form der Leberanlage 
gefunden hat, während II. selbst alle Uebergangsstadien 
zwischen den extrem verschiedenen Formen beobachtet 
hat und so seine eigenen Befunde mit denen der Vor- 
untersuchcr in Einklang bringen konnte. 

Graham Kcrr (93) setzt seine Untersuchungen 
über die Entwicklung des südamerikanischen Dipn- 
eusten (Lungenfisch) Lepidosiren paradoxa fort 
(siehe den vorigen Bericht S. 71) und zwar betreffen 
seine diesmaligen Mittheilungen die Entwicklung der 
Haut und ihrer Derivate (Epidermis, Mundhöhle, 
Zähne, Hypophyse, Centralnervcnsystcm, Gehirn des er- 
wachsenen Thieres, Entwicklung der hauptsächlichen 
Bildungeu des Gcbirus und die Sinnesorgane). 

Wir beschränken uns hier auf die Angabe der 
hauptsächlichsten Resultate der interessanten Mit- 
theilungen K.'s, des ersten Untersuchers der Ent- 
wicklung von Lepidosiren. 

Gewisse Epidermiszellen bilden schwanzahnliche 
Fortsätze, welche in eine subepidermoidale Schicht ein- 
dringen, iu welche sieh auch Fortsätze der Mescnchym- 
zeilen erstrecken. 

Die f laschenformigen Hautdrüsen entstehen 
als solide Verdickungen der tieferen Lage der Epi- 
dermis, in denen sich erst später ein Lumen ausbildet. 

Das Haftorgan entwickelt sich aus einer Ver- 
dickung der tieferen Lage der Epidermis, über welcher 
die oberflächlichen Lagen degeneriren und verschwinden 
und zwar hauptsächlich durch Fhagocytcnthätigkeit. 
Die Chromatophoren der Uaut sind mcsodermalcn Ur- 
sprungs. 

Es findet keine luvagination von Ectoderm 
zur Bildung einer eigentlichen Mundöffnung statt, 
Das Epithel der Mundhöhle entwickelt sich vielmehr 
iu situ von der Aussenlage des soliden Vordertheils der 
dotterhaltigen Darraanlagc. 

Die Zahnplatten von Lepidosiren sind zu keiner 
Zeit durch einzelne getrennte Zähnchen dargestellt wi* 
bei Coratodus. Die Zahnkernc erscheinen schon, wetiu 
die Mnndregion noch eines Lumens entbehrt; sie ent- 



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104 



80BOTTA, ENTWICKRLÜNG80B8CH10HTB. 



wickeln sich nach dem Typus der Placoide. Es kommt 
zur Ausbildung eines typischen Schmelzorgans, und 
eine Lage, die aus einer besonderen Art von Schmelz 
besteht, ist das erste der überhaupt auftretenden Hart- 
gebilde der Zahnanlage. 

Das Dentin entsteht aus einer Metamorphose der 
peripherischen Tbeile der Zcllsubstaoz der Odontoblasten. 

Das Gehirn der erwachsenen Lepidosiren 
ähnelt vollständig dem von Protopterus und zeigt nur 
in Kleinigkeiten Abweichungen. Der 4. und 6. Hirn- 
nerv sind vorhanden, jedoch ausserordentlich dünn. 
Thalameucephalon und Mesencephalon grenzen sich erst 
relativ spät von einander ab. Die Grosshirnhemisphären 
entwickeln »ich in Gestalt zweier getrennter seitlicher 
Ausbuchtungen der Wand des Thalamtncephalon. 

Die Plexus chorioidei der Scitcrivcntrikel sind 
von Anfang an gleichmässig paarig angelegt : der Plexus 
des dritten Ventrikels nimmt von ihnen seinen Ursprung 
und ist ebenfalls paarig. Ein Velutn in der Mittellinie 
existirt nicht. 

Das Pinoalorgan (Zirbel) ist einfach, ohne An- 
deutung einer Abtrennung eines Tbeils als „Parietal- 
organ". Dagegen zeigt sich eine wohlentwickclte Para- 
pbyse in einer Gestalt, welche vollkommen der der 
urodelen Amphibien gleicht Sie ist eiu Product des 
Thalamencephalon, nicht des secundären Vorderhirus. 

Der Punkt des erwachsenen Gehirns, welcher dem 
vorderen Ende des Bodens der Anlage des Nerven- 
systems entspricht, liegt gerade am vorderen Ende des 
Thalamencephalon gerade unter der Wurzel der Para- 
physe. 

Die Augenanlagen gleichen denen von Nase und 
Ohr und sind Anfangs solid; die Höhlung der Augen- 
blase erfolgt erst secundär bevor der Hirnventrikel 
auftritt. 

Auch die Linse entsteht als solide Anlage aus der 
tieferen Lage des Ectoderms, ihre Höhlung entsteht erst 
spater. 

Bei der Histogcnese der Retina geht die Bil- 
dung der Oclkugcln der der Stäbchen vorher. Jede 
Oelkugel erstreckt sich mit dem umgebenden Protoplasma 
inGestalt eines taschen förmigen Fortsatzes auf dicAusscn- 
fläche der Limitans externa. Das Stäbchen selbst bildet 
sich aus dem Protoplasma der Spitze des taschenför- 
migeu Fortsatzes. 

Die motorischen Nerven von Lepidosiren sind 
schon angelegt, wenn Neurairohr und Myotom uoch eng 
an einander liegen. Wenn die Eutwiekelung gegen das 
Myotom fortschreitet und das Myotom sich vom Rücken- 
mark entfernt, wächst der Nervenstamm aus, nimmt an 
Dicke zu und wird in das mesenchymale Protoplasma 
eingehüllt. 

In den frühesten der von K. beobachteten Stadien 
hängt der motorische Nervenstamin ununterbrochen mit 
dem Protoplasma der um diese Zeit einfachen epitheli- 
alen Muskelzelle zusammen. 

Piper (IIS) untersuchte die Entwicklung von 
Magen, Duodenum, Schwimmblase, Leber, 
Pancreas und Milz bei Amia calva. Die Mit- 
theilungen P.'s sind eigentlich die ersten Angaben aus 



der Organentwickelung dieses Knochenganoiden, einer 
nur noch in wenigen Formen erhaltenen Fischfamilie. 

P. fasst seine eingehenden mit Hülfe vou Platten- 
modellen hergestellten Untersuchungen folgendermaassen 
zusammen: Der Eutodermtractus von Amia läuft schon 
zur Zeit der ersteu Anlage der Leber uicht mehr ge- 
streckt in cranio-caudaler Richtung, sondern biegt in 
seinen mittleren, dem Magen und Duodenum ent- 
sprechenden Abschnitten, aus der bilateral-syratne- 
trisehen Lage in die linke Körperhälftc ab und kehrt 
weiter caudalwärts in die mediane Lage zurück, so dass 
der mittlere Darmabschnitt einen nach links 
convexen Bogen bildet. Die craniale Darmbucht 
reicht bis zum distalen Ende der Magenanlage; ihre 
Wände sind im Gebiete der Kiemenanlage mit einander 
verklebt, so dass der Darm hier des Lumens entbehrt, 
während die Magenanlage hohl ist. Vom distalen Magen- 
ende an ist der Danntractus zum Dotter hin offen. Die 
in cranio-caudaler Richtung fortschreitende Darmuabt 
hat daher die Leberanlage noch nicht passirt 

Letztere erscheint Anfangs als dorsalwärts ausge- 
buebtete Falte des Thciles des Dottcrcntoderms, wel- 
cher cranial von der OefTuung des Magens zum Dotter 
liegt und sich aus der Wand der vorderen Darmbucht 
cranialwärts umschlägt. Die Darmuabt schreitet vom 
cranialen Ende dieser Palte aus fort; die Stelle stellt 
also den cranialen Umfang des Dotterganges dar. Die 
Darmnaht ist in Folge dessen über Kiemendarm, Oeso- 
phagus uud Magcnanlage in cranio-caudaler Richtung 
fortgeschritten, hat dann die dorso-cranialc Watid des 
primären Leberdivertikels anderer Wirbeltbiere erreicht, 
ohne aber auf dessen ventrale Wand überzugehen. Die 
primäre L«beranlage hat die Gestalt einer dorsal 
ausgebuchteten Falte des Dottcrentoderms, da sie an 
ihrer ventralen Wand gleichsam aufgeschlitzt ist. Eine 
dorsale Furche lässt anscheinend noch die ursprüngliche 
Tronnuug in rechte und linke Unterabteilung er- 
kennen. 

Vom cranialen Ende der von P. zuerst gefundenen 
Leberanlage schreitet die Darmnaht caudalwärts fort, 
wobei zunächst die Lebcrfaltc zu einem Divertikel um- 
gebildet wird, das der bei anderen Wirbelthicren be- 
kannten primären Leberausstülpung homolog ist. Von 
der ventralen Wand des Leberdivertikels geht die Darm- 
naht direct auf die ventrale Darmwand über, cnmio- 
caudalwarts fortschreitend, bis sie mit der Naht zu- 
sammentrifft, welche die caudale Darmbucht in umge- 
kehrter Richtung allmählich vergrössert. 

Tubuli, welche frühzeitig aus der Wand des pri- 
mären Leberdivertikels hervorsprossen, bilden unter aus- 
gedehnter weiterer Sprossen- und Anastomosenbildungcu 
dos Netzwerk der Leber; in den Maschen liegen die 
Lebercapillareu, deren Stammgefässe in früheren Sta- 
dien vom Dotter her am lateralen Leberrand in die 
Drüse eintreten. Die Leberanlage wird durch circuläre 
Einschnürung ihres Darmansatzes gestielt Die Inser- 
tion des aus dem Stiele entstehenden Ductus cbole- 
doebus wird durch (ortschreitende Abscbnürung caudal- 
wärts verlagert. Aus dem Ductus choledochus sprosst 
nach links die Gallenblase. — Anfangs münden die 



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SOBOTTA, ENTWICKELDN08GE80HICHTB. 



Ductus hepatici einzeln in den Gang, später erst gemein- 
sam and zugleich mit dem Ductus cysticus. 

Das Pancreas entsteht bei Amia aus drei An- 
lagen, einer dorsalen direct vom Dottercntoderm (cau- 
dalwärts vou der Loberaolago ausgehenden) und zwei 
ventralen vom Epithel des Ductus choledochus aus. In 
den frühesten von P. beobachteten Stadien waren die 
beiden ventralen Anlagen am ventralen Umfang des 
liaileogangs mit einander verbunden und wuchsen nach 
caudalwärts aus, bis sie mit der in cntgegengeseUter 
Richtung wachsenden dorsalen Anlage am rechten 
Darmumfang zu einer einheitlichen Drüse verschmelzen. 
Daon wird auch die dorsale Wand des Gallcngangca 
\om Pancrcasgewebe umwachsen, so dass der Gang von 
Ürosenscbläuchen völlig eingehüllt ist Auch wachsen 
die Paacreastubuli den Pfortaderästen entlang tief ins 
Lebergewebe hinein, bleiben aber unabhängig von 
diesem. Als definitiver Ausführungsgaug fuuetionirt der 
der rechten ventralen Anlage, anfangs in den Gallen- 
gang mündend, später aber durch Umwandlung des 
Müodungsstückcs des letzteren ins Duodenum in eine 
cys tische Erweiterung. 

Die Schwimmblase von Amia legt sich in Ge- 
stalt einer dorsal wärt« ausgestülpten langen Epithel- 
falte der dorsalen Oesophagus- und Magenwand an, 
schnürt sich in craniocaudaler Richtung von ihrem 
Futterboden ab und wächst zu einem weiten Sack aus, 
der mit dem Oesophagus durch einen kurzen Läugs- 
vhlitz communicirt. 

Die Milz erscheint in ihrer ersten Anlage als ver- 
dickter Mescnchymherd in der Wand der Vena sub- 
iiitestiualis, einem Gefäss, zu dem die Milz von Amia 
dauernd sehr enge Beziehungen behält, indem es sich 
im Gebiete der Milz in varicöse Einzelgefässe auflöst 
uod durch feine Zweige mit den lacunären Bluträumen 
derselben in Verbindung steht. In diesen liegen dicht- 
geballte Haufen vou Blutkörperchen, von denen verein- 
zelte Zellen in den Blutstrom übertreten. 

Der Magen von Amia nimmt allmählich S-för- 
migc Krümmung au, und zwar ist die erste Convcxttät 
raudalwärts, die zweite cranialwärts gerichtet. Im 
letzten S-förmigen Schenkel liegt die Pylorusklappo. 
Diese Pormveränderung des Magens ist so zu erklären, 
dass, indem man Cardia und Pylorus als fixe Punkte 
^trachtet, der proximale Magenabscbnitt eine Senkung 
caudalwärts, der distale eiuo Hebung cranialwärts cr- 
fürt 

Ferner erfolgen topographische Verlagerungen des 
Hägens von Amia nach zwei Riebtungen hin= 1. Py- 
I rmtheil des Magens, Leber und Duodenum liegen Au- 
fings durch die grosse Dottermasse an die linke Hälfte 
der dorsalen Coelomwand gedrückt, schieben sich aber 
*Umählicb gegen den inneren Rand der linken und 
k piter der ventralen und rechten Coelomwand vor. 
Diese Verlagerung erfolgt mit Zunahme der Grösse der 
letesünalorgane und Abnahme der Dotterraassc. 2. Am 
Duodenum erfolgt eine Axcndrehung von 180° nach 
bis. Dadurch wird die anfanglich ventrale Duodcnal- 
»aod zur dorsalen und der zuerst ventrale Pancreas- 
tiieil wird der dorsalen Wand angelagert. Eine gleiche 



scheinbare Verschiebung erfährt dio Einmündungsstelle 
des Gallengangs. Auch Gallenblase und Ductus ora- 
phalomesentericus machen die Drehung mit, so dass des 
letzteren Einmündung in den Darm gegen Ende seines 
Bestehens fast dorsalwärts gerichtet ist. 

Retterer (122) fasst seine Untersuchungen über 
die Skclcttan I age und die Entwicklung der Ge- 
lenke der Säugethiere folgendermaassen zusammen : 

In der Achse der sich entwickelnden Gliedmaasseu 
der Säugethiere findet sich ein Ge websstrang, der 
aus gemeinsamem Protoplasma mit zahlreichen dicht 
gedrängten Kernen besteht. Er verdankt seinen Ur- 
sprung der mitotischen Theilung von Zellen, 
deren Protoplasma keine Abgrenzung um die Kerne 
zeigt. Dieses Gewebe dient verschiedenen Tbeilen des 
Skelettes zum Ursprung (Knorpel, Synovial- und Ge- 
lenkhöhlen. K. bezeichnet es daher als seeletogeues 
Gewebe. Es ist uach Ansicht von K. das gleiche Ge- 
webe, von welchem die Mandeln. Lymphdrüsen etc. ihren 
Ursprung nehmen. 

Das sceletogenc Gewebe erscheint in Gestalt eines 
rundlichen Stranges, der am Oberarm einfach ist, 
am Unterarm in Gestalt einer dorsovctitral abgeplatte- 
ten Lamelle, an der Hand bereits in strahlen- 
förmiger Anordnung, entsprechend den späteren 
knorpeligen Fingen) erscheint. 

Bis zum Handgelenk ist es unmöglich, die Diffe- 
renzen des Stranges bei den einzelnen Säugcthiereu zu 
erkennen; vorn Handgelenk an dagegen wechselt die 
Zahl der Einger je uach der Art. Bei den Pentadactylen 
ist die Skelcttanlage des Handgelenks im dorso-ven- 
tralen Sinne abgeplattet, so dass der grösste Durch- 
messer transversal liegt. Bei den Tetradactylen, Di- 
dactylen und namentlich Monodactylen bemerkt man 
eine Verminderung des transversalen Durchmessers der 
Handwurzel und eine Vergrößerung seines dorso- 
ventralen. 

Während bei den Pentadactylen sich die Skelett- 
strahlen in frontaler Ebene anordnen, sieht man die 
lateralen Finger der Tetradactylen und Didactylcn eine 
hintere oder ventrale Anordnung gegenüber den me- 
dialen Fingern einnehmen; zugleich zeigen sie ein ge- 
ringeres Wachsthum als die letzteren. 

Bei den Monodactylen liegt die Skelcttanlage in 
einer hinteren Ebene und geht niemals über das Niveau 
des künftigen unteren oder distalen Endes des ersten 
Metacarpalknochens hinaus. 

Bei der Eutwickelung der Extrcmitätenenden lässt 
weder das knorpelige noch das knücherne Skelett Ent- 
wickelungsstadien der entfernteren Vorfahren erkennen, 
vielmehr übertragen sich bei der normalen Eutwicke- 
lung die Verhältnisse der Eltern direct durch Vererbung 
auf die Nachkommen. 

Bei den Säugethicren mit freistehenden 
Fingern sind die letzten Phalangen niemals, in 
keinem Entwickelungsstadium in der membranösen 
Ausbreitung der primitiven Gcwcbsptattu enthalten. 
Die Annahme einer Schwimmhaut, die bis zu dem 
Fingerende bei diesen Säugethicren reicht, ist nach K. 



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10T» 



80B0TTA, BNTWICKBLÜNGSOISCIIICHTR. 



daher ebenso phantastisch, wie die angebliche Atro- 
phie der Haut zwischeu den Fingern. 

Vielmehr überschreitet in dieser Säugethiergruppe 
die Interroetacarpalmembran nicht das Niveau der 
Basis der ersteu Phalange. Der Rest des Fiugerskeletts 
entwickelt sich von Knospen des skeletogenen Gewebes 
aus, das auf die Metacarpalknochen folgt. 

Ebenso verhalten sich mutatis mutaudis die un- 
teren (hinteren) Gliedmaassen in ihrer Entwickelung. 

Ueber die Entwickelung der Gelenke berichtet 
R. folgendermaassen: In gewisser Entfernung von 
einander erscheinen in der Skelettanlage der Extremi- 
täten knorpelige Knötchen. Sie sind ursprünglich durch 
das gleiche skeletogene Gewebe, aus dem sie hervor- 
gegangen sind, von einander getrennt. In der Folge 
erfährt der grösstc Theil dieser intermediären Ab- 
schnitte, wenn auch sehr laugsam, dieselbe knorpelige 
Umwandlung. Aber bevor dieser Process seiner Vollen- 
dung entgegeu geht, bevor die knorpeligen Skelett- 
stücke zu verknöchern beginnen, entwickelt sich ein 
kleiner Theil des skeletogenen Gewebes, das zwischen 
den aufeinanderfolgenden Segmenten liegt, auf andere 
Weise. Au der Stelle, wo zwei Skelettstücke zusammeu- 
stossen, erfahrt das skeletogene Gewebe eine schleimige, 
reticulär-biudegewebige oder fibröse Umwandlung. An 
der Stelle der späteren Gelenkspalte wird das reticu- 
läre Bindegewebe schleimig und verflüssigt sich schliess- 
lich. Um die Gelenkspalte herum vascularisirt sich das 
Gewebe und erhält sich in Gestalt der Synovialmem- 
bran. Endlich, in der Umgebung der Gelenkenden, er- 
zeugt das skeletogene Gewebe collagene Fasern und 
bildet die Gelenkkapsel und die Gelenkbänder. 

Robinson (124) macht Mittheilungen über die 
ersten Stadien der Pericardentwickelung und 
kommt zu folgenden Resultaten : 

Bei den Amphibien geschieht die Bildung des 
Pericards durch Verschmelzung der vorderen Theile der 
lateraleu Hälften des Cocloms in der Mittellinie unter 
dem vorderen Theil des Vorderdarms. Es besteht eine 
Zeit lang ein ventrales Mesocardium bei den Am- 
phibien. 

Bei den Vögeln entsteht das Pericard nach der 
Ausbildung der Kopffaltc des Amtiios durch Ver- 
wachsen der Seitcnthcilc des Coeloms in dem veütralen 
Bereich des Vorderdarms und ihre Verschmelzung in der 
Mittellinie. Die Hcrzaulageu der Vögel liegen dem dor- 
salen Theil der Verschmclzungslioie entlang. Es be- 
steht gleichfalls eine Zeit lang ein ventrales Meso- 
cardium. 

Bei den Säugcthieren findet sich das pericar- 
diale Mesodcrm im Bereiche des pcricardialen Ab- 
schnitts der Area embryonalis, und zwar schon voll- 
ständig in splanchnisehes und somatisches Blatt ge- 
trennt, bevor die Kopffalte des Amnios auftritt. Es 
besteht also eine einfache Pericardialhöhle, welche sich 
von ciuer Seite zur anderen entlang der vorderen Be- 
grenzung der Area embryonalis ausdehnt. 

Wenn sich die Kopffalte des Amnios bildet, dehnt 
sich die Pericardialhöhle unter den ventralen Theil des 
Vorderdarms aus, wobei sie ein U-förmigcs Rohr bildet, 



welches mit dem Haupttheil des Coeloms in Verbin- 
dung steht. 

Die Herzanlage bildet sich im visceralen Blatt 
des pericardialeo Mesoderms, und zwar in der dorsalen 
Wand der Pericardialhöhle durch ein dorsales Meso- 
cardium an die ventrale Wand des Vorderdarma ange- 
heftet. Niemals aber — zu keiner Zeit — ist die Herz- 
anlage der Säugetbiere durch ein ventrales Mesocar- 
dium an die ventrale Wand der Pericardialhöhle be- 
festigt. 

Schreiner (127) berichtet in einer sehr ausführ- 
lichen Arbeit über die Entwickelung der Aranioten- 
nicre. Die Veröffentlichung beschäftigt sich im Wesent- 
lichen mit der Entwickelung der Nachniere, berück- 
sichtigt aber auch sehr eingehend die Verhältnisse dtr 
Urnieren entwickelung. Wir konuen hier nur auf die 
Besprechung der Resultate eingehen: Soweit sie dtt 
Entwickelung der Sauropsidenniere betrifft, fand Scb.. 
dass bei jungen Vogel embryonen die Urwirbel mit 
dem Coelomepithel durch die aus zwei Zelllagen, einer 
dorsolateralen und ventromedialen, gebildete Dicht- 
segmentirtc „Mittelplatte" verbunden sind. Die 
dorsolaterale verbindet laterale L'rwirbcllaraelle und 
parietale Seitenplatte, die ventromediale die gleichseitig« 
Urwirbellamelle mit der visceralen Seitenplatte. Später 
isolirt sich die Mittelplatte sowohl vom Urwirbel dorsal- 
wärts wie vom Coelomepithel ventralwärts. Die dorsalen 
Zellen weichen auseinander und nehmen die Gestalt 
junger Biudegcwebszellcn an, die ventralen aber behalten 
ihr epitheliales Aussehen bei und bilden einen Zellstrang 
an der medialen Seite des Wo 1 ff «eben Ganges, der 
durch Theilung seiner Elemente schnell wächst und 
den Urnierencanälchen den Ursprung giebt und zwar 
so, dass nicht alle Canälchen auf einmal entstehen, 
sondern mehrere Generationen von Canälcben gebildet 
werden. Die jungen Generationen entstehen im wesent- 
lichen aus den dorsalen Zellen des Stranges, den Sehr, 
nephrogenes Gewebe nennt, und treten mit dorsal« 
Ausstülpungen des Wolf fachen Ganges in Verbindung. 
Aus seiner hintersten Partbie bildet sich noch vor Aus- 
bildung von Nierencanälchen an dieser Stelle der 
Nierengan g. 

Sehr, nennt das Gewebe, aus dem der Nierengang 
entsteht, metanephrogenes Gewebe. Es zerfällt in 
eine Innen- und Anssenzone. Nur erstere bildet den 
Nierengang, letztere dagegen das Bindegewebe der 
Niere. Dem metanephrogenen Gewebe stellt Sehr das 
mesonephrogene Gewebe gegenüber, welches vom raeU- 
nephrogenen dadurch abgegrenzt wird, dass das un- 
mittelbar cranial wärts vor dem Nierengang gelegene 
nephrogene Gewebe selbst sowohl wie die hier bereiu 
gebildeten Canälchen degeneriren. Aus den Zellen der 
Innenzone des raetanephrogenen Gewebes geben di« 
Harncanälcbcn der Nachniere in ähnlicher Weise hervor 
wie die Urnierencanälchen aus dem mesonephrogenen 
Gewebe. 

Ganz ähnlich verhält «ich die Entwickelung der 
Reptilienniere. Anstelle der Mittelplatte mit ihren 
Canälchcnanlagen fand Scb. jedoch einen aus dicht- 
gedrängten epithelialen Zellen bestehenden unsegmen- 



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SOBOTTA, ESTWICKBLÜNOSOBSCHIOHTB. 



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tirteu Strang an der dorsomedialen Seite des Wolff- 
schen Ganges. Sch. bezeichnet ihn wegen seiner Be- 
ziehungen zur Urniere — er bildet die directe caudale 
Fortsetzung der Urniercncanälchen — als nephro- 
genes Gewebe. Es entstehen aus ihm die Urnieren- 
eanikben der hinteren Segmente, und zwar die hinteren 
Canälchen zuerst 

Die erste Generation der Ganälchenreihen nehmen 
aus der ventralen Part hie des nephrogenen Gewebes 
ihren Ursprung, so dass die ventrale Canälcbenanlage 
die älteste, die dorsale die jüngste darstellt. 

Die Entwickelung der Uarncanälchen geht 
bei Laeerta in ähnlicher Weise vor sich wie bei den 
Vögeln, nur erscheinen sie bei den Reptilien grösser 
und plumper. Bei beiden — bei den Vögeln und 
Reptilien besteht eine grosse Übereinstimmung im 
Bildungsmodus der Canälchen der Urniere und der 
Nachniere: aus den Zellen des nephrogenen Gewebes 
gebt zunächst eine kleine solide Kugel hervor, es ent- 
steht in der Mitte ihrer radiär gestellten Zellen eine 
Höhlung und das so gebildete Bläschen behält seinen 
Zusammenhang mit dem nephrogenen Gewebe einerseits, 
verschmilzt andererseits aber bereits mit dem Sammel- 
gaag. 

Die Mittheilungen von Sehr, über die Entwickelung 
der Nachniere der Säugethiere erstrecken sich 
auf Beobachtungen au Embryonen vom Kaninchen, 
Schwein und Menschen. Es ergab sieb, dass auch die 
Canälchen der Säugethiernierc wie jene der 
Viere der Sauropsiden zweierlei Ursprungs 
sind. Die einen stammen aus dem Nierengang, der 
Ausstülpung des Mesonephrosganges, während die anderen 
aus der Innenzone des metanephrogenen Gewebes 
hervorgehen. 

Aus dem Nierengange nimmt das ableitende 
und sammelnde Canalsystem seinen Ursprung und 
zvar von der Einmiindungsstelle des Ureters in die 
Blase bis zur Einmündung der Schaltstüekc in die 
Sammelröhrchen. 

Aus der Innenzone des metanephrogenen 
Gewebes dagegen geht der harnsecern irende 
Theil des Nierencanalsystems hervor von der 
Eiomündungsstcllc der Schaltstücke in die Sammel- 
röhren bis zu den Glomeruluscapseln. Vielleicht 
nehmen die Sammelröhrchen an derBildung eines geringen 
Ahithnitts der Verbindungsstücke theil. 

Das interstitielle Gewebe der Niere entsteht aus 
der Aussenzone des metanepbrogenen Gewebes. 

Diese beim Kaninchen gewonnenen Resultate fand 
Sehr, beim Schwein und Menseben (soweit das Material 
hierfür ausreichend war) bestätigt. Wie bei den 
Saaropsiden stimmt auch bei den Säugcthieren die Ent- 
wickelung der Canälchen der Nachniere mit der der 
trnierencanälchen überein. 

Wie bei den Vögeln, so gehen auch bei den Säuge- 
tieren aus dem nephrogenen Gewebe der proximalen 
Segmente nur die Urniercncanälchen selbst hervor, 
vibrend aus dem nephrogenen Gewebe der hintersten 
Segmente sowohl die Harncanälcheo wie auch das inter- 
stitielle Gewebe der Niere entsteht. 



Die Harncanälchen der Urniere und Nach- 
niere nehmen aus demselben Gewebe ihren Ur- 
sprung und die ableitenden Harngänge der einen wie 
der andern gehören dem Mesonephrosgange an. In Folge 
dessen stellt die Nacbniere der Amuioten der Urniere 
gegenüber nicht ein neues Organ mit Rücksicht auf das 
Bildungsmaterial dar, sondern nur mit Rücksicht auf 
die Verwendung des Materials und den Ort der Ent- 
stehung. 

Referent (131) berichtet über die Entwicke- 
lung des Blutes, der grossen Gefässe und des 
Herzens bei Salmoniden (hauptsächlich Forelle und 
Regenbogenforelle). 

Die Bcstandthei le des Gefässsystcms der 
Salmoniden entspringen aus zwei Quellen: das 
Blut aus den medialen Enden der Seitenplatten, 
das Gefäss- und Herzendothcl aus dem Sclerotom 
der Urwirbel bezw. deren cranialen Fortsetzungen. 

Die Blutkörperchen entstehen aus den Blut- 
strängen. Es sind das paarige strangartige Bildungen, 
welche im Bereiche des 8. Urwirbelpaarcs beginnen und 
sich allmählich über eine grössere Anzahl von Segmenten 
caudalwärts fortsetzen. Die Anlage der Gebilde ist im 
Stadium von 12— 13 Urwirbeln bei der Forelle erkenn- 
bar, uumittelbar nach Abgrenzung der Seitenplatten von 
den Urwirbeln. Die Blutstranganlage entsteht aus dem 
medialen Theil der primären Seitenplatten und liegt 
Anfangs lateral neben dem Urwirbel. Sie zeigt wie ihr 
Mutterboden keine Segmentirung. Später schieben sich 
die Blutstränge unter die ventrale Fläche der Urwirbel. 
Am 32. oder 33. Urwirbel findet sich das freie hintere 
Ende der Blutstränge. 

Die ursprünglich paarigen Blutstränge ver- 
schmelzen in der Mi ttc I linie , nachdem sie sich 
durch Zellproliferation erheblich vermehrt haben. Sie 
liegen dann median zwischen Chorda dorsalis und dor- 
saler Darmwand. Unmittelbar nach ihrer Verschmelzung 
werden sie allmählich in das Lumen der Cardinalvene 
aufgenommen, wo ihre Elemente zu Blutkörperchen 
reifen und sich noch weiter vermehren. Die Blutstränge 
haben keinerlei directe Beziehungen zu den Urwirbeln 
und auch ihre Verbindung mit der Cardinalvene ist eine 
secundäre Erscheinung. Sie sind eine Eigentümlich- 
keit der Knochenfische. Die Blutbildung der Te- 
leosteer ist also eine rein intraembryonale. 

Eben 90 sind die ersten Gefässanlagcu bei den 
Salmoniden im embryonalen Körper selbst nicht 
auf dem Dotter zu suchen. Ihre Ursprungsstätte ist 
das Sclerotom der Urwirbel. Als erstes Gefäss ent- 
wickelt sich bald mit paarigem, bald unpaarigem Lumen 
die Aorta. Auch das Endothel der die reifenden Blut- 
körperchen enthaltenden Cardinalvenen stammt vom 
Urwirbelsclerotom. Die Anlagen der grossen Gefässe 
sind paarig, nicht aber die des Herzens. 

Das Herz entsteht vom Kopfmesoderm aus (s. oben 
Gregorys. 102) unter dem Kieraendarm in der Gegend 
der Gehörblasen. Es stellt Anfangs ein gerades un- 
regelmässiges Rohr dar, welches sich bald S-förmig 
krümmt. Mit dem cranialen Ende des Herzens tritt die 
Aorta (bezw. die Kiemenarterien), mit dem caudalen 



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108 



8 O B OT T A , ENTWICKBLUXG8GESCHICHTK. 



die Cardialvenen und die Dottervenen. Alsdann 
kommt es zu einer Einschnürung des Herzens, welche 
eine Art Ohre anal und damit Trennung in Ven- 
trikel und Atrium erzeugt. Eine weitere Einschnü- 
rung lässt frühzeitig den Venensinus vom Atrium ab- 
grenzen. Der Ventrikel liegt Anfangs fast genau 
(cranialwärts) vor dem Atrium und etwas rechts. All- 
mählich beginnt jedoch dns Atrium mit seinem vorderen 
Ende den Ventrikel zu uberwachsen. Au letzterem 
trennt sich der Truucus arteriosus ab und es beginnt 
die Entwickelung der schwammigen Husculatur (Zeit 
der Hohe des Dotterkreislaufes). Zwischen Atrium und 
Ventrikel kommt es zur Ausbildung einer Klappe. 

Im weiteren Verlauf der Entwickelung, wenn der 
Dottersack sich zu verkleinern beginnt, verlängert sich 
der Anfangs kurze Truncus arteriosus stark: an 
seinem Ursprung vom Ventrikel kommt es ebenfalls zu 
einer Klapp enbildung. Der conische Ventrikel liegt 
jetzt genau unter dem Atrium, überragt mit seinem 
hinteren Ende dasselbe und das ganze Herz sogar uach 
hinten. Am hinteren oberen Ende des Atriums findet 
sich der von dein Ductus Cuvieri gebildete Vcneusiuus. 

Im ersten, die Hüllen des Rückenmarks behandeln- 
den Theile einer ausgedehnten Publication vonSterzi 
(135) über die vergleichende Anatomie, Pnylo- 
genie und Ontogcnie der Meningen, welche 
grösstentheils nicht in dieses Relerat gehört, behandelt 
St die Entwickelung der Rückenmarkshäute 
der Säugethierc. 

Dieselben entwickeln sich bei allen Säugcthiereu 
in wesentlich gleicher Weise und ebenso wie beim 
Menschen, aber wesentlich anders als bisher ange- 
nommen wurde. Sie stammen vom perimedu lläreu 
Mcseuchym, einem Theile des axialen Mesen- 
chyms, durch die Endorhachis begrenzt. Im weiteren 
Verlaufe der Entwickelung theilt sich das pcrimedulläre 
Mesenchym in die primitive Meninge unddasperi- 
meningcale Gewebe, später tritt der Perimeniu- 
gealraum auf. Die primitive Mcuinge theilt sich auf 
späteren Entwickelungsstadicn in die Dura raater und 
secundare Meuinge, welche von einander durch den 
In terdural räum getrennt werden, und die secun- 
diire Meninge schliesslich differenzirt sich in der 
letzten Zeit des intrauterinen Lebens in Pia mater 
und Arachnoidea unter Auftreten des I n terarach- 
n o i d a I r a u m s. 

Zuerst bildet sich also der Perimcningeal- oder 
Periduralraum, dann entsteht der Intraduralraum, 
welcher die Anlage der Dura mater begrenzt, und zu- 
letzt der Intraarachnoidalrauot, welcher sich rapid ver- 
größert und d;»s Uebergewicht über die beiden anderen 
erhält. 

Von dem ersten Embryonalstadium an sendet die 
Schicht, welche d;is Rückenmark umgiebt, die primitive 
Meninge, ein Septum in die Medullarspalte und 
wird seitlich von den Ligamenta den ticulata durch- 
setzt. 

Zur Bildung des Septums kommt es, indem sich 
die innerste Lage der Mellingen in die Furche falten- 
artig hineinerstreckt. Bis zu einem gewissen Eni- 



wickelungsstadium findet sich zwischen den so gebildeten 
zwei Blättern lockeres Bindegewebe, welches sich dann 
in die äussere Lage der primitiven Meningen und die 
mittlere Lage der secundären Meninge fortsetzt und 
somit dem Intraarachnoidealgewebe entspricht. Später 
erscheint das Septum bloss von der Pia mater gebildet 
zu sein. 

Die Ligamenta denticulata bilden sich durfb 
Anhäufung von Zellen der primitiven Meninge, welche 
sich zu Längsreihen anordnen. Von iiineu gehen Aus- 
läufer aus, welche, um sich an die Endorrhachis an- 
heften zu können, gezwungen sind, die kurzen Zwischen- 
räume zwischen den Ganglien zu benutzen, welche jetzt 
noch seitlich vom Rückenmark im Vertebralcanal liegen. 
Dadurch entsteht die metamerale Anordnung der 
Ligamenta denticulata. 

Das Meseuchym, welches die Nerven wurzeln 
im Perimeningealraum umgiebt, verhält sich zu ihnen 
ebenso wie das pcrimedullHre Mesenchym zum 
Rückenmark. Letzteres bildet die Meningen, erster* 
die Scheiden der Nerven wurzeln, welche sich 
direct in die Meningen fortsetzen und die gleich« 
Structur wie diese haben. Nur bleibt die Ausbildung 
der Nervenscheiden gegenüber den Meningen zurikk 
und erzielt auch beim Erwachsenen nicht den gleichen 
Grad der Differencirung. Insbesondere fehlen die Spalt- 
räume, namentlich der Intraarachnoidealraum an den 
Nervenscheiden fast völlig. 

Wiesel (148) kommt bei seinen Untersuchungen 
iiberdieEntwickelung der menschlichen Neben- 
niere zu wesentlich anderen Resultaten als Aicbel 
(s. Ber. f. 1900, S. 94). W. hält die Marksubstanz 
der menschlichen Nebenniere für durchaus nervös. 
Die Entwickelung der menschlichen Nebenniere zerfallt 
in zwei Stadicu: 1) die Einwanderung sympathischer 
Bildungszellen in das Innere des epithelialen Bestand- 
teils und 2) die Umbildung der eingewanderten Theile 
zu chromaffinen Zellen bezw. Ganglienzellen. 

Die Mark Substanz der menschlichen Nebenniere 
entwickelt sich aus dem Sympathicus der Art, dasa 
zellige Elemente aus den Anlagen der Plexusganglien 
in die epitheliale Substanz der Nebenniere einwandern 
und nach und nach centralwörts in das Organ vor- 
dringen. Innerhalb der Nebenniere formen sich dann 
diese Zellen sympathischer Herkunft zu cbromaüinen 
Zellen um, auch noch im extrauterinen Leben. Die 
Marksubstanz der Nebenniere ist daher weder ein 
drüsiges noch ein epitheliales Organ. 

Die Einwanderung der sympathischen Zellen ist 
stets mit einer Zerklüftung der medialen Nebennieren- 
theile verbunden, wodurch Absprengungen von Ncbcu- 
nierensubstanz erfolgt und zur Bildung accessorischer 
Nebennieren Veranlassung giebt. Dieselben entstehen, 
nicht, wie Aichel annimmt, aus QuercaDälen der Ur- 
niere. Mitunter werden Rindentheile allein abgelöst, 
ohne dass sympathische Elemente nachwachsen. Dann 
entstehen die namentlich in der Gegend der Geschlecbts- 
theile vorkommenden Nebennieren, die nur aus Rinden- 
substanz bestehen. 



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SOBOTTA, EntWICKELDNGSQBSOHIOHTB. 



109 



C. Varia. 

151) Ancel, F., Etüde sur le däveloppement de 
1'afOLifvroso ombilico-prevesicale. Bibliogr. Anat. T. X. 
V.l. p. 138-151. 11 Fig. — 152) Anderson, 
H. K-, The Naturo of the Lesions which hinder the 
Development of Nerve-Cells and tbeir Processcs. Journ. 
ci Pb.rs. Vol. XXVIII. No. 6. p. 499—513. 1 Fig. 

- 153) Blasius, W., Ueber einen Fall von einseitiger 
Geweibbildung bei einer alten Ricke (Cervus caprcolus L. 
¥ ad.) io Folge eines örtlichen Reizes. Ber. über die 
Verhandl. d. 5. Internat. Zool.-Congr. Berlin. 1901. 
S. 464-466. 1 Taf. — 154) Bidone, E., Appendicc 
cuuaeo-musculare sul mento di oeonata: Contribuziouc 
allo studio delle anomalie embrionali al viso. Arch. 
Ortopedia. Anno XV1I1. 1901. F. 4. p. -207—219. 

- 155) Botin et, R., Beiträge zur Embryologie des 
Hundes. (Zweite Fortsetz.) Auat. Hefte. II. 64,65. 
;. 223-499. — 156) Brachot. A.. Recberches sur 
l'oatogenesc des Ampbibiens urodelcs et anoures (Sire- 
ion pisciformis — Raoa temporaria). Arcb. de Biol. 
T. XLX. F. 1/2. p. 1-243. 7 Taf. — 157) Mac 
Bride, E. E., The devclopment of Echinus esculentus. 
Ber. über die Verhandl. d. 5. internat. Zool.-Congr. 
Berlin. 1901. p. 693-697. - 158) Budgett, J. S., 
Od the Anatomy of the Larval Polypterus. Rep. 71 th 
.Veet. of the British Assoc. for the Adv. of Sc. Glasgow. 
1901. p. 692. — 159) Conrado, <i., Kapporti tra la 
tarie parti del corpo fetale ed altre considerazioni in 
ordine all identitä (studio medico-legale ed antropolo- 
gicc;. Giorn. Assoc. Napolet. med. e natural. Anno XII. 
P.2. p. 67— 82. — 160) Cutore, G., Di un embrione 
di pollo con amnios insufficicutamentc sviluppato ed 
rstremo cefalico normale. Mouit. Zool. ital. Anno XIII. 
\c- 4. p. 88-90. 2 Fig. — 161) Damas, D., 
R«hercbes sur le developpement des Molgules. Arch. 
de Biol. T. XVIII. F. 4. p. 599-664. 4 Taf. - 
162: Derjugin, K., Ueber einige Kntwirkelungsstadien 
von Lophius piscatorius L. Trav. Soc. Imp. St. Peters- 
burg. Vol. XXXII. Liv. 4. No. 13. p. 1-31 (russisch), 

32 - 45 (deutsch). 1 Taf. u. 8 Fig. — 168) Dohm, 
A . Studien zur Urgeschichte des Wirbelthierkörpers. 
Ur.th. d. Zool. Station zu Neapel. Bd. XV. S. 555-654. 
7 Taf. — 164) Edwards, Ch. L., The Pbysiological 
Zcro and the Index of Development for the Egg, of 
Domestic Fowe, Gallus domesticus. Anieric. 
Journ. of Physiol. Vol. VI. No. 6. p. 351—397. — 
165) Enderlein, G., Eine ciuseitige Heminuugsbildung 
b»i Telea polyphemus vom ontogenetischen Standpunkt. 
Eid Beitrag zur Kenntniss der Entwicklung der 
Schmetterlinge. Zool. Jahrb. Abth. f. Anat. u. Ontog. 
Bd XVI. H. 4. S. 571-614. 3 Taf. u. 4 Fig. — 
1W) Eyclesbymer, A. C, The formation of the Em- 
brvo of Necturus with Rcmark.s on the Theory of Concres- 
'■:ace. Anat. Anz. Bd. XXI. No. 12/13. S. 341 bis 
353. 81 Fig. — 167) Giardina, A.. (Jrigine dclle 
norite e dellc cellule nutrici nel Dvtiscus. lutern. Mo- 
aatssehr. f. Anat. u. Phys. Bd" XVIII. H. 10/12. 
x 417— 484. 7 Taf. — 168) Guicciardi, G., A pro- 
P'js'.W di un uovo umano dell' et;» circa di quindici 
inonii. Annal. Ostetr. c Ginecol. Anno XXIV. No. 2. 
f. 176-207 . 8 Taf. u. 1 Fig. - 169) Harm, K., 
Ke Entwicklungsgeschichte von Clava squamata. Zeit- 
schrift f. Zool. Bd. LXXIII. H. 1. S. 115—165. 
'Taf.— 170) Hoffmann, R. W., Ueber die Ernährung 
der Embryonen von Nassa mutabilis Lam. Ein Beitrag 
Morphologie und Physiologie des Nucleus und Nu- 
fltolus. Eben das. Bd. LXXII. H. 4. S. 657-720. 
3 Taf. u. 12 Fig. — 171) Kaestner, S., Doppel- 
bildungen an Vogelkeimschciben. 4. Mittbeil. Arch. 
f Anat. u. Phvs. Anat. Abth. H. 3/4. S. 117-148. 
3 Taf. u. 10 Fig. — 172) Kcibel, F., Die Entwicke- 
■mg der äusseren Körperformen der Wirbelthicrembry- 
*r*eo, insbesondere der menschlichen Embryoneu aus 
den ersten zwei Monaten. Handb. d. vergl. u. experiin. 



Entwicklungslehre d. Wirbcltb. Bd. I. Cap. 6. S. 1 
bis 176. 81 Fig. — 173) Derselbe, Einige Mit- 
tbeilungen über die Elitwickelung von Echidna. (Pan- 
creas, Cloake, Canalis neurentericus.) Compt. rend. 
de l'Assoc. des Anat. Montpellier, p. 28-30. — 
174) Keith. A., The Extent to which the Posterior 
Segments of the Body have been Transmnted and 
Suppressed in the Evolution of Man and Allied Pri- 
mates. The Journal of Anat. and Phvsiol. Vol. XXXVII. 
N. Ser. Vol. XVII. P. 1. p. 18-40. 4 Fig. - 175) 
King, H. D., Kxperimeutal Studics on the Formation of 
the Embryo of Bufo lentiginosus. Arch. f. Eutwickc- 
lungsmech. Bd. XIII. H. 4. S. 545 -564. 45 Fig. 

— 176) Low, A., The Anatomy of an early human 
Embrvo. Proc. Auat and Anthropol. Soc. of the Uni- 
versit'y of Abcrdeen. 1900-1902. H. 9—13 3 Taf. 

— 177) Marc band, F.. Einige Beobachtungen an 
jungen menschlichen Eiern. Verb. d. Anat. Gesellsch. 
16. Vers. Halle a. S. S. 172—183. 2 Fig. — 178) 
Marocco.S., Ulteriori richerchc sulla formazionu dclla 
portio e sul segmento muscularc fornico-cervicale. Di- 
monsttazione embrio-anatomica. Bull. Accad. med. 
Roma. Anno XXVII. F. 4/6. p. 414—472. 10 Taf. 
u. 12 Fig. — 179) Mitrophanow, P., Beiträge zur 
Entwickelung der Wasservögel. Zeitsehr. f. wiss. Zool. 
Bd. LXXI. II. 2. S. 189—210. 2 Taf. — 180) Der- 
selbe, Note sur le developpement primitif de la caille 
(Coturnix communis Bonu). Arch. d'anat. microsc. T. 
V. F. 2. S. 141—154. 1 Taf. — 181) Derselbe, 
Wodurch unterscheiden sich die jungen Embryonen des 
Strausses von denen anderer Vögel? Anat. Anz. Bd. XX. 
No. 22. S. 573-574.- 182) Moorchcad, T. G., The 
relative Weights of the Night and Left Sides of the 
Bodv in tbc Foetus. Journ. of Anat. and Phvsiol. 
Vol.' XXXVI. N. Ser. Vol. XVI. P. 4. p. 400-404. 

— 183) Piper. H., Ueber ein im Ziegler'schen Atelier 
hergestelltes Modell eines menschliehen Embrvos von 
6,8 mm Nackenlinie. Anat. Anz. Bd. XXI. NÖ. 18/19. 
p. 531—544. 3 Fig. — 184) Rabaud. E.. Recherches 
embrvologiques sur les cvclocephaliens (Suite). Journ. 
de l'anat. Annee XXXVlil. No. 1. p. 35— 84. Fig. 17 
bis 34. Annee XXXVIU. No. 5. p. 510-548. 9 Fig. 

— 185) Rabl, C, Die Entwickelung des Gesichtes. 
Tafeln zur Entwicklungsgeschichte der äusseren Körper- 
form der Wirbelthiere. H. 1. Das Gesicht der Säuge- 
thiere. 1. 8 Taf. 21 Ss. Fol. Leipzig. — 186) Ricci, 
0., Rivherche sulla metamorfosi dei Murenoidi. Atti 
Soc. Natural, e Matern. Modena. Ser. 4. Vol. IV. 
Anno 35. 35 pp. — 187) Salvia, E., Singula re ano- 
malie de developpement du foie avant l'aspect d'un neo- 
plasme. Rev. de Cbir. No. 10. p. 498 506. 3 Fig. 

— 188) Santi, E., Di un caso di maucata involuzione 
e di infiammazionc del magma reticularis. Arch. Ostetr. 
e Ginecol. Anno VIII. No. 9. p. 524—538. 1 Taf. 

— 189) Schauinsland. H.. Beiträge zur Entwicklungs- 
geschichte und Auatomic der Wirbelthiere Sphenodon, 
Calorrbyucbus und Cbamaeleon. Mit Demonstr. von 
Modellen. Ber. über den 5. Intern. Zool.-Congr. Berlin. 
1901. S. 658— 659. — 190) Scott. W. ß., The Origiu and 
Development of South American Mammals. Science. N. S. 
Vol. XV. No. 377. p. 470-471. — 191) Selys Long- 
eham ps, M. de, Recherches sur le developpement des 
Pharonis. Arch. de Biol. T.XV1II. F.3. p. 495-597. 3 Taf.— 
192) Sewertzoff. A. N., Zur Entwicklungsgeschichte 
des Ceratodus Forsten. Anat. Anz. Bd. XXI. No. 21 
bis 22. p. 593-608. 5 Fig. -- 193) Sfameni, P., 
Sul peso dellc seeondine c del feto a termine e sui 
rapporti reeiproci. Arch. ital. Ginecol. Anno IV. No. ('«. 
p. 501—503. — 194) Stieda, L., 5. Bericht über die 
anatomische, histologische und embryologische Literatur 
Russlands (1900—1902). Ergebn. d. Anat. und Ent- 
wicklungsgesetz Bd. XL S. 583—708. — 195) Swaeu, A. 
et Brächet, A., De la formation dans le bourgeon 
terminal et dans la queue des ernhryons de poissons 
telcosteens. Compt. rend. de V Assoc. d.Anat. Moutpellier. 



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110 



SOBOTTA, ENTWICK BLÜKG80B8CHICHTE. 



139—157. 28 Fig. — 196) Thon, K., Ueber die 
onomie und Entwicklungsgeschichte des Laubfrosches 
fllyla arborca L.). Ber. über die Verh. des 5. internat. 
Zool. Congr. Berlin 1901. S. 660—673. — 197) 
Tornier, G., Ueberzählige Bildungen und die Be- 
deutung der Pathologie für die Biontotecbuik. Bericht 
über die Verh. des 5. internat. Zool. Congr. Berlin 1901. 
S. 467—498. 21 Fig. — 198) Derselbe, Entstehen 
eines Schweiuebiuterfusscs mit fünf Zehen und den 
Begleiterscheinungen. Arch. für Entwicklungsmecb. 
Bd. XV. H. 2. p. 327-353. 13 Fig. — 199) Vial I leton. 
L., Un embryologiste francais oublie, Louis-Sebastien 
de Trcdcrm. Nouveau Montpellier medic.il. T. XIV. — 
200) Wilson, J. T., On the Scelcton of tbe Snout of 
the Mammary Foetus of Mcnotremcs. Proc. Linn. Soc. 
N.-S. Wales. Vol. XXVI. P. 4. p. 717-787. 6 Taf. 
— 201) Waite, E. R.. Development of Galeus an- 
tareticus. Record. Austral. Mus. Vol. iV. p. 175—178. 
1. Fig. — 202) Zi et seh mann, 0., Ueber Rückbildungs- 
vorgänge am Schwänze des Säugcthierembryo mit be- 
sonderer Berücksichtigung der Verhältnisse am Medullär- 
robr. Arch. f. Anat. u. Phys. Anat Abth. H. 5—6. 
S. 225-274. 1. Taf. 

Zietschmann (202) untersuchte an Embryonen 
von Schwein, Maus und Ratte die Rückbildung s- 
erscheinungeu am Schwänze der Säugethier- 
embryonen. Während das Centrainervensystem bei 
Embryonen bis in den eigentlichen Schwanz reicht, ja 
selbst bis über die Grenze der Wirbel hinausgeht, hört 
das Rückenmark beim erwachsenen Thier schon im 
Rumpfe selbst auf. 

Z. kommt nun bei seinen Untersuchungen, welche 
im wesentlichen die Rückbildung des Rücken- 
marksrohres betreffen, zu folgenden Resultaten: Das 
Rückenmark mit gut ausgebildetem Centralcanal löst 
sich am Ende des Schwanzes in früher embryonaler Zeit 
mit der Chorda, und dem Schwanzdarm „im uusegroen- 
tirten Mcsenchymresf (? -Ref.) auf. 

In den späteren Embryonalstadicn vollzieht sich 
am Medullarrohr eine Reduction der Art, dass das Rohr 
collabirt, der Centralcanal obliterirt und die cylin- 
drische vielschichtige Epithellagc abgeplattet und schliess- 
lich einschichtig wird. Sein äusserstes Ende erhält 
sich längere Zeit als blasiges Gebilde oder verdickter 
Zellhaufcti und verfällt erst später der Reduction. 

Der durch Obliteration des Centraleaiials aus dem 
eaudalen Abschnitte des Medullarrohrs entstandene 
Zellstrang, zerfällt dann in einzelne Zcllsäulchen, die 
ab und zu einen centralen Hohlraum enthalten und 
schliesslich während der weiteren Entwicklung all- 
mählich verschwinden. 

Diese Rcduetionsvorgänge des Rückenmarks 
vollziehen sich nicht nur am Schwänze, sondern er- 
strecken sich auch auf das Ende des Rumpfes und 
zwar in caudocranialcr Richtung, so dass schliesslich 
das in seinem Antarigstheile von einer directen Fort- 
setzung des Rückenmarks ausgehöhlte Filum terminale 
übrig bleibt. Dabei rückt der Conus medullaris all- 
mählich aus dem Aussenschwanz in den Rumpf. 

Auch der Seh wanztheil der Corda dorsalis 
versehwindet allmählich theils durch cino in cranio- 
caudalcr Richtung fortschreitende Einlagerung von 
Hyalin messen in die piotoplasniatischeu Chordazellen, 



theils durch Reduction des über die Region der Wirbel 
anlagen hinausgehenden Abschnittes. 

Auch sur Anlage von Spinalganglien kommt es im 
Schwänze der Säugethierembryonen. Dieselben werden 
jedoch zurückgebildet. 

V. Descendenzlehre. 

1) Alsberg, M., Die Abstammung des Menschen 
und die Bedingungen seiner Entwicklung, gr. 8. Cassel. 
248 Ss. 24 Fig. — 2) Dean, B., Biometrie evidenre 
as to the origin of the paired limbs of the vertebrates. 
The Americ. Natur. Vol. XXXVI. No. 431. p. 837 
bis 846. 1 Taf. — 3) Derselbe, Historical evidence 
über dasselbe. Ibidem. No. 430. p. 767—776. - 
41 Emerv, C, Was ist Atavismus? Bericht über die 
Verh. d. 5. Internat. Zool. Congr. Berlin 1901. S. 301 
bis 306. — 5) Fischer, E., Experimentelle Unter 
sucbuDgvn über die Vererbung erworbener Eigenschaften. 
AI Ig. Zeitschr. f. Entom. Bd. VI. 1901. S. 49—51. 
863— 3G5. 377—381. 1 Taf. u. 2 Fig. — 6) Gaskell, 
W. H., The Origin of Vertebrates, deduced from tbe 
Study of Ammocoetes. P. 10. Journ. of Anat. and 
Phys. Vol. XXXVI. N. S. Vol. XVI. P. 2. p. 164 
bis 208. 13 Fig. — 7) Gadow, H., Tbe Origin of tbe 
Mammalia. Zeitschr. f. Morphol. u. Antbrop. Bd. IV. 
H. 2. S. 315—364. 18 Fig. — 8) Keller, C, Dk> 
Abstammung der älteren Hausthiere. Phylogenetische 
Studien über die zoolog. Herkunft der in prähisto 
rischer Zeit erworbenen Ilaustbierarlen, nebst Unter- 
suchungen über die Verbreitungswege der einzelnem 
zahmen Rassen. Lex. 8. Zürich. 232 Ss. Mit Fig. — 
9) Klaatsch, II., Ueber die Ausprägung der speci- 
fisch menschlichen Merkmale in unserer Vorfahrenreih«. 
Correspondenzbl. der deutsch. Gesellscb. f. Anthropol.. 
Ethnol. und Urgesch. Jahrg. XXXII. 1901. No. 10. 
S. 102—107. — 10) Kol 1 mann, J., Die Rassenana 
tomie der Hand und die Persistenz der Rassenmerkmale. 
Arch. f. Anthrop. Bd. XXVIII. H. 1/2. S. 91-141. 
1 Taf. u. 10 Fig. — 11) Koken, E.. Paläontologe 
und Descendenzlehre. Vortrag, gr. 8. Jena. 33 Ss. 
6 Fig. — 12) Patten, W., Ou tbe Origin of Verte- 
brates. With special reference to the Structure of tbe 
Ostracoderras. Bericht über die Verh. d. 5. Internat. 
Zoo log. Congr. Berlin 1901. S. 180—192. — 13' 
Stölzle, R., v. Koelliker's Stellung zur Descendenz- 
lehre. Natur und Offenbarung. Bd. XLVII. 1901. 
S. 1-18, 153—169, 226-244. 296-313, 397-414. 
484-498. 540-556, 577—586. — 14) Derselbe. 
Dasselbe. Ein Beitrag zur Geschichte moderner Natur- 
philosophie. 8. Müuster. 172 Ss. 1901. — 15) Tims.. 
H. W. M., On the Succession and Homologie« of the 
Molar and Premolar Teeth in tbe Mammalia. Journ. 
of Anat. Vol. XXXVI. N. S. Vol. XVI. P. 4. p. 321 
bis 343. — 16) Virchow. R., Ueber den prähistorischen 
Menschen und über die Grenzen zwischen Species und 
Varietät. CoiTespondenzbl. d. deutsch. Gesellsch. für 
Authrop., Ethnol. und Urgesch. Jahrg. XXXII. 1901. 
No. 10. p. 83—89. — 17) Voirin, V., Ueber l'olv 
dactvlie bei Ungulaten. Missbildung oder Atavismus. 
Zeitschr. f. Thiermedic. Bd. VI. H. 1. S. 16—37. - 
18) Weismann, A., Vorträge über Descendenztbeorie. 
gr. 8. Jeua. 2 Bände. 456 und 462 Ss. 3 Taf. und 
131 Fig. — 19) Wettstein, R. v., Der Neo-Lamarckis- 
mus und seine Beziehungen zum Darwinismus, gr. 8. 
Jena. 30 Ss. — 20) Wiedersheim , R„ Der Bau des 
Menschen als Zeu^niss für seine Vergangenheit. 8. gänzl. 
umgearb. Aufl. 243. Tübingen. 1 Taf. u. 131 Fig. - 
21) Whitman, CO.. A Biological Farm of the Ex- 
perimental Iuvestigatioti of Heredity, Habits, lustinct» 
and Intelligence. Science. N. S. Vol. XVI. No. 404. 
p. 504 - 510. 



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Physiologische und pathologische Chemie 

bearbeitet von 

Prof. Dr. A. LOEWY und Dr. CARL NKUBEKti in Berlin. 



I. Lehrbücher. Allgemeines. 

1) Laden bürg, A., Vorträge über die Entwicke- 
lungsgeschicbte der Chemie von Lavoisier bis zurGegeu- 
wart. Braunscbweig. — 2) Stange, Alb., Einführung 
in die Geschichte der Chemie. Mit 12 Taf. u. 1 Tab. 
Münster. — 8) Schwanert, H., Hilfsbuch zur Aus- 
führung chemischer Arbeiten. 4. Aufl. Mit 4 Abb. u. 
i färb. Spectraltaf. Braunscbweig. — 4) Ostwald u. 
Luther, Hand- und Hülfsbuch zur Ausführung pbysiro- 
ebemischer Messungen. 2. Aufl. Mit 319 Fig. Leipzig. 

— 3) Hallerbach, W., Formeln, Moleculargewichte 
und procen tische Zusammensetzung chemischer Körper. 
Bonn. — 6) Schmidt, E., Anleitung zur qualitativen 
Analyse. 5. Aufl. Halle. — 7) Wolfram. A., Che- 
misches Practicuro. 1. Th. Analytische üebungen. Mit 
25 Fig. Leipzig. — 8) Seldis, R., Anleitung zur qua- 
litativen chemischen Analyse. Heidelberg. 9) Pech- 
m&Do. H. v., Anleitung zur quantitativen chemischen 
Analyse nach Cl. Zimmermann. 10. Aufl. München. 

— 10) Heuniger, K. A., Chemisch-analytisches Prac- 
ticum. Braunschweig. — 11) Medicus, L., Einleitung 
n die chemische Analyse. 2. Heft. Maassaoalyse. 7. 
u. S. Aufl. Tübingen. — 12) Böttger, W., Grundriss 
4er qualitativen Analyse vom Standpunkte der Lehre 
von den Jones. Mit 10 Fig., 3 Tab. u. 1 Taf. Leipzig. 

— 13a) Lassar-Cohn, Arbeitsmethoden für organisch- 
chemische Laboratorien. 8. Aufl. Spec. Theil: 1. Ab- 
schnitt. Hamburg. ~ 18b) Derselbe, Dasselbe. 
3. Aufl. Spec. Tbeil: 2. Abscb. Mit 2 Fig. Ham- 
burg. — 18c) Derselbe Dasselbe. 8. Aufl. Spec. 
Theil: 3. Abschnitt. Mit 2 Fig. Hamburg. — 14) 
Böttger, H., Lehrbuch der Chemie. Mit 85 Abb. u. 
1 Taf. Braunschweig. — 15) Bryk, E., Kurzes Repe- 
titorium der Chemie. 4. Aufl. Leipzig. — 16) Erd- 
maon, H., Lehrbuch der anorganischen Chemie. 3. Aufl. 
Mit 291 Abb., Tab. u. 6 Taf. Braunscbweig. — 17) 
Hichtor, V. v., Lehrbuch der anorganischen Chemie. 
11. Aufl. Mit 68 Holzscbn. u. 1 Spectraltaf. Bonn. — 
18) Bandbuch der anorganischen Chemie. Hrsgg. von 
Daomer. IV. Bd. Die Fortschritte der anorganischen 
Chemie in den Jahren 1892-1902. (In etwa 5 Lfgu.) 
I Lfg. Stuttgart. — 19) van't Hoff, J. H., 8 Vor- 
lage über pbysiealisebe Chemie. Braunschweig. — 
20; Derselbe, Vorlesungen über theoretische und 
pbysiealisebe Chemie. I. Heft. 2. Aufl. Mit Abb. 
Braunschweig. — 21) Hamburger, H. J., Osmotischer 
Druck und Ionenlehre iu den medicinischen Wissen- 
schaften. 1. Bd. Pbysicalisch-chemiscbe Grundlagen 
uod Methoden. Die Beziehungen zur Physiologie uud 
PiUwIogie des Blutes. Mit 28 Abb. Wiesbaden — 
22) Meyer u. Jacobson, Lehrbuch der organischen 
Chemie. IL Bd. 1. Tbeil. Leipzig. — 23) Oppen- 



heimer, C, Grundriss der organischen Chemie. 3. Aufl. 
Leipzig. — 24) Klein, Jos., Chemie, organischer Tbeil. 
2. Aufl. Leipzig. — 25) Bernthsen, A., Kurzes 
Lehrbuch der organischen Chemie. 8. Aufl. Braun- 
scbweig. — 26) Hoppe-Seyler's, F., Handbuch der 
physiologisch- und pathologisch-chemischen Analyse. 
Bearb. von Thierfelder. 7. Aufl. Mit 18 Fig. u. 1 Taf. 
Berlin. — 27) ßottazzi. P., Physiologische Chemie 
von Boruttau. 1. Bd. Wien. — 28) Wo I f, Ch. G. L., 
A laboratory haodbook of urine analysis and physiolo- 
gical chemistry. London. — 29) Michaelis, L., Ein- 
führung in die Parbstoffchemie für Histologen. Berlin. 
— 80) Kitt, M.. Die Jodzahl der Fette und Wachs- 
arten. Berlin. — 31) Bilbarz, A., Die Lehre vom 
Leben. Mit 22 Abb. Wiesbaden. — 32) Ha I Ii burton , 
W. D., The preseut position of chemical physiology. 
The Lancct. Sept. p. 787. (Uebersicht über die Eut- 
wickelung der physiologischen Chemie. Insbesondere 
geht H. auf die Pawlow'schen und Ehrlich'schen Ar- 
beiten näher ein und bespricht eingehend die Lehre von 
den Immunkörpern.) — 33) Raab. 0., Weitere Unter- 
suchungen über die Wirkung fluorescirender Stoffe. 
Zeitschr. f. Biol. XL1V. 1. S. 16. — 34) Gold- 
berger. H., Die Wirkung von anorganischen Substanzen 
auf Protisten. Ein Beitrag zur Biochemie des Proto- 
plasmas. Ebendaselbst. XLI1I. 3- 4. S. 503. — 35) 
K rafft, F., Uebcr Bildung colloidalcr Hohlkörper aus 
Heptylaminscifon und Wasser 1. Zeitschr. f. physiolog. 
Chemie. 35. S. 364—375. (Entgegen bisherigen An- 
schauungen betrachtet Verf. die Bildung von „Myelin- 
formen" bei Einbringung von Seifentropfen in Wasser 
als Quellungsprocessc an colloidalen Hohlkörpern. Bei 
Natriumseifen nimmt der colloidale Character mit dem 
Wachsen des Anions zu, bei Alkylammoniumsalzen mit 
dem des Kations. Deshalb bringen die Heptylaminsalze 
der höheren Fettsäuren besonders deutlich colloidale 
Membranbildung hervor.) — 86) Krafft. F. und R. 
Funcke. Ueber Bilduug colloidalcr Hohlkörper aus 
Heptylarainseifeu und Wasser. IL Ebendas. 35. S. 376 
bis 385. (Die Hohlkörper, die mit ölsaurem. eruca- 
saurem und bras>idinsaurem Heptylamiu und warmem 
Wasser entstehen, wandeln sich beim Abkühlen in Kri- 
stalle um. Sie färben sich mit Methylenblau, Fuchsin 
und Malachitgrün und bewirken Doppelbrechung und 
Polarisation des Lichts) — 37a) Smith, Walter G., 
On dissociation and the ionic hypothesis, as applied to 
mediciue. The Dublin journ. of med. scienecs. May. 
(l'ebersicbtsartikel über die Lehre von der clectrolyti- 
sehen Dissociation. besonders mit Rücksicht auf die Me- 
dicin.) — 37b) Billard, G. et Diculafe, Sur Tabais- 
sement de la tensiou supcrficiclle des liquides par las 
sels biliaires et les savons. Compt. rend. de la hoc. de 
biol. T. LIV. p. 245. (Die Verfl. zeigen, dass gc- 



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112 



LOBWY UND NBL'BERO, PHYSIOLOGISCHE UND PATHOLOGISCHE CHEMIE. 



sättigte Lösungen von gallensauren Salzen und von Seifen 
ähnliche, die Oberflächenspannung herabsetzende Wir- 
kung haben.) - 38) Moore, B., and \V. U. Parker, 
The osraotie properties of colloidal solutions. Amerie. 
jouru. of physiol. VII. p. 261. — 39) Simon, L. J., 
Sur utt nouvel iudicateur aeidimetrique. Ccmpt. rend. 
de l'acad. T. CXXXV. p. 437. — 40) Schücking, 
Ad., Kine neue microchemische Bestimmung von Haloid- 
salzen. Centraiblatt für innere Medicin. 24. — 
41) Kieger, F., Beitraf zur Bestimmung der Phosphor- 
saure in organischen Substanzen. Zeitscbr. f. physiol. 
Chera. 34. 109 — 113. (Bei Bestimmung des Phosphors 
iu der Milch geben die Methode von Ca Hu» und das 
Schmelzverfahrou mit Soda und Salpeter gleiches Re- 
sultat.) — 42) Xcumann, Albert. Ueber eine einfache 
Methode drr Eisinbestimmutig bei Stoflwechselversuchen. 
Arcb. f. (Anat u.) Physiol. S. 362. (Kurze Mittheilung 
der Methode. Das Kisen wird durch Zinkammonium- 
phospliat gefällt. Nach Lösen in Salzsäure werden 
durch .Jodkaliumzusatz äquivalente Mengen Jod frei ge- 
macht, die nac h Zusatz von Stärkdosung mit '/sao Tu ' 0 " 
sulfatlösung bestimmt werdeu ) — 43) Neuberg, C, 
Zur Methodik der Kjeldabibestimmung. Beitr. z. ehem. 
Physiol. u. Pathol. 11. S. 214— 215. (Zur Bestimmung 
des Stickstoffes in schwer verbrenn liehen Substanzen, 
wie Eiweisskörpern, Faces etc., muss man die Zerstörung 
der organischen Substanz durch Zusatz von Quecksilber- 
oxyd befördern. AnStelle der leicht zersetzlichen Schwefel- 
alkalilösungen, die zur Zerlegung der Amidomercuriver- 
bindungen uöthig sind, empfiehlt N. das beständige und 
billige unterschweflifcsaurc Natron [Hyposullit] im festen 
Zustand). — 44) Caussc, U., Sur le dosage de l'azote or- 
ganique dans les eaux. Compt. rend.de l'acad. T.CXXXIV. 
p. 1520. — 45) Gabritschewski. G.. Ueber eine 
neue Reaction auf einige reducirendc Substanzen des 
Organismus. Beil. klin. Worhensrhr. 21. — 46) 
Scheinberg, Mowsrha, Ueber die Einwirkung von 
Chlor und Brom auf Kenzoesäure. lnang. ■ Disscrt. 
Königsberg. (Auf die Bildung der Haloid-Bcnzoesäure 
ist Temperatur und Alkalimenge von Eiufluss; bei Ab- 
wesenheit von Alkali scheint sich nur die Metasäure zu 
bilden und die Orthosäuren sind stärker sauer, leicht 
loslich.) — 47) Krau ss, Hans, Vergleichende Unter- 
suchungen über die Wirkungen der einfachsten Fett- 
und aromatischen Säuren, ihre Substitutionsproducte 
und Ester. Ein Beitrag zur Frage nach den Beziehungen 
zwischen chemischer Constitution und physiologischer 
Wirkung. Inaug. - Dissert. Erlangen 1901. — 48) 
Schücking, A , Ueber veränderliche osmotische Eigen- 
schaften der Membranen von Secthieren. Arch f. (Anat. 
u.) Physiol. S. 533. — 49) Fredericq. Leon, Sur 
la concriitration molcculaire des Solution* d'albumine 
et des sels. Bull, de l'acad. de nn'-d. de Bclgique. No. 7. 
p. 437. — 50 1 Grandis, V., e P. T. Vignon, Ri- 
cerche sull' elettrolisi deile sostanze proteidi. Lo speri- 
mentab*. Anno LYI. p. 216. — 51) OkarBlom, Max, 
Thierische Säfte und Gewebe in physicalisch chemischer 
Beziehung. 6, Mittheiluug. Die electrische Leitfähigkeit 
und die Gefrierpunkterniedrigung als Indicatoren der 
Eiwcissspaltung. Seandiuav. Arch. f. Phys. Bd. 13. 
\>. 359. -- 52) v. Rhorer, Ladislaus. Ueber die Be- 
stimmung nVs Säurebindungsvcrmögens der Eiweissstoffe. 
Pflüg Arch. f. d. ges. Physiol. Bd. 90. p. 368. — 
53) Ring. M , Eiufluss der Verdauung auf das Drehungs- 
vermögen von Scrumglobulinlösung. Verhandl. d. physi- 
eal.-med. G. s, IlM-haft in Würzburg. Bd. XXXV. No. 1. 

— 54) Heidenhain. Martin. Die Anilinfarben als 
Eiweissfiillungsmittel. Münch, med. Wochenschr. No. 11. 

— 55) Michaelis, L.. und Carl Oppen heim er, 
Ueber Immunität gee.cn Eiweisskörper. Arch. f. Anat. 
u. Physi..). Supplem." S. 336. - 56) Ramsden. W„ 
Some new properties of urea. Journ. of physiol. XXVIII. 

— 57) Krüger. M.. und J. Schmid, Die Entstehung 
der Harnsäure aus freien Purinbasen. Zeitschrift f. 
physiol. Chein. 34. 549—565. (Der Uebergang von 



Hypoianthin in Harnsäure, den Minkowski entdeckt 
hat, beruht auf directer Oxydation, die nach den neuen 
Ermittelungen der Autoren beim Menschen zu 62,3 pCt 
erfolgt. Aden in, das für Menschen und Kaninchen in 
Gegensatz zum Hunde ganz ungiftig ist, passiri zu c». 
3 pCt. den menschlichen Orgauismus untersetzt, füh- 
rend. 41 pCt. zu Harnsäure werden. Xanthin sah- x t. 
die Autoren beim Menschen etwa zu 10 pCt. zu Harn- 
säure werden, während 1 pCt. als basische Purine aus- 
geschieden werden. Guanin bewirkt — viel laugsamer 
als die zuvor genannten Puriukörper — eine geringe 
Zunahme der Harnsäureausscheidung.) — 58) Neu- 
berg. C, und F. Blumentbai, Ueber die Bildung 
von Iso-valeraldehyd und Aceton aus Gelatine. Beitr. 
z. ehem. Physiol. u. Pathol. II. 238-250. - 59 
Oyler, Arnold, Ueber die Entstehung von Aceton au> 
crystallisirtem Ovalbumin. Festschr. f. v. Levden, 
Berlin. (Bl umenlhal und Neuberg [S. 58] hatten zu- 
erst aus Gelatine Aceton gewonnen. 0. wandte ihr Ver- 
fahren auf k rista 1 1 isirtes Ovalbumin an. Er konüe 
auch aus diesem Aceton erhalten.) — 60) Zickler. 
Hans. Ueber die klinische Verwendbarkeit der StockVh-i. 
Aceton reaction. Prag, medicin. Wochenschr. 10. - 
61) Czapek, F., Untersuchungen über die Stickstoff- 
gewinnung und Eiweissbildung der Schimmelpilze. III. 
Die Verarbeitung von Nitro und Hydrazinderivateo u 
von aromatischen Stickstoffverbindungen. Schtusslx- 
trachtungen. Beiträge z. ehem. Physiol. u. Patbol. III. 

- 62) Hofmeister, F., L'eher den Bau des Eiweis- 
molecüls. Naturwissenschaft!. Rundschau. 529. (Vor 
trag, gehalten auf der Versaraml. dtsch. Naturf. uui 
A ernte. 1902. Karlsbad. — 63) Schulz. Fr. N.. uud 
R. Zsigmondy, Die Goldzahl und ihre Verwertbar- 
keit zur Characterisirung von Eiweissstoffen. Beiira^ 
zur ehem. Phys. u. Pathol. II. — 64) Rostosli. 
Ueber den Werth der Pracipitive als Unterscheidung* 
mittel für Eiweisskörper. Münch, med. Wochenschr. 
18. — 65) Wahlgren, V., Ueber Glycocboleinsiur- 4 
Zeitscbr. f. physiol. Chem. 36. — 66) von Zeyntk. 
Richard, Ueber den blaueu Farbstoff aus den Flüssen 
von Crenilabrus pavo. II. Zeitscbr. f. physiol. Chen. 
Bd. 86. S. 50S. — 67) Obermaycr. F., u. E. Pick. 
Biologisch-chemische Studien über das Eiklar. Wien 
klin. Rundsch. Bd. 16. S. 277. (Die Verff. ver- 
mochten das Globulin des Eiereiweisses weiter zu zerlege 
in Ovimucin, Dys-, Pseudo- und Eiglobulin. Sic uutrr- 
suchten, ob diese bei Injection in den Thierkörper Im 
munkörper bilden. Sie geben an, dass die auftretetxl- 
Präcipitinreaction nicht haftet an den Eiweisskörpern 
selbst, vielmehr an einem nicht eiweissartigen EiweUv 
körper. Die Präcipitinreaction soll danach zur Be 
Stimmung von Eiweisskörpern nicht verwerthbar sein. - 
68) Schmidt. C. 11. L.. Zur Kenntniss der Jodirungs- 
produkte der Albuminstoffe I. Zeitscbr. f. physio! 
Chem. Bd. 35. S. 386—395. Die Oxydirbarktit der 
Proteine durch Jod giebt sich durch Bildung von Jod- 
wasserstoff zu erkennen, auch Jodsäure wird ge- 
bildet. Die dabei abgespaltene Menge von Amid- 
N ist direct der Concentration der angewendeten 
.lodlösung proportional. -- 69) Derselbe, Das- 
selbe. II. Ebendas. Bd. 36. — 70) Ehrenfcll 
R . Ueber die Einwirkung von nascirendem Chlor au: 
Proteinstoffe. Ebendas. Bd. 34. S. 566. - 71)FuU- 
E., Ueber die Verbindungen von Eiweisskörpern mit 
Metaphosphorsäure. Beitr. z. chem. Phvsiol. u. Pathol. 
II. S.- 155—168. - 72a) Habermann. J. u. Ehret.- 
leid. R.. Ueber die Einwirkung von verdünnter Sal- 
petersäure auf Casein und die Bildung von Oiyglutar- 
säure. Zeitsehr. f. physiol. Chemie. Bd. 35. S- 231- 
— 72b: Taylor, Alon/.o Englebert. Ueber Eiwciss- 
spaltung durch Bakterien. Ebendas. Bd. 36. S. 487-492. 
31/10. [8 •■«>.] Path. Lab. California Univ. (Zur Entschei- 
dung der Frage, ob Bacterien-Proteine in die gleichen Spal- 
tungsprodd. zerlegen wie Mineralsäuren oder ungeforrate 
Fermente, hat Verf. auf grossen Mengen Casein wochenlang 



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LOKWT UND NBUBERG, PHYSIOLOGISCHE UND PATHOLOGISCH« CHEMIE. 



113 



Reincultyrcn von Bacterium coli commun. u. Proteus 
vulgaris gezüchtet. Ersteres erzeugt nur Albumoscn, 
ktxteres aeben Indol und Skatol minimale Mengen von 
Diaminosäure, wahrscheinlich Lysin und Histidin. — 73) 
Fischer, Emil, Notizen. „I. Bildung von a-Pyrolidin- 
carbonsäure bei der Hvdrolvse des Caseins durch Al- 
kali.* Ebendas. Bd. '85. ' S. 227-280. (Pyrolidin- 
rarbonsäure ist bisher nur durch saure Hydrolyse von 
Eiwtisskörpern erhalten. Zwar ist die Frage, ob sie 
liti primäres Spaltungsproduct darstellt, wegen ihrer 
Bildung bei fermentativer Spaltung zu bejahen, doch 
i«t hierfür ihre Bildung durch Alkalispaltung ein neuer 
Beweis. Beim Kochen von 200 g Casein mit 1 l NaOH 
von lOpCt. erhält man nach der Estermethode 3 g r- 
u. 0,7 g active Pyrolidincarbonsäure.) „II. Quantita- 
tive Bestimmung von Glycocoll". (Diese kann unter 
d»n Spaltproducten in Form von HCI-Glycoeollester er- 
folge», von dem man ca. 78,5 pCt. der theoretischen 
Menge isoliren »kann.) — 74) Steudcl, H., Zur Kennt- 
nis« der Spaltung von Eiwcisskörpern. Ebenda». Bd. 35. 
>. 540-544. (Bei der Einwirkung von überhitztem 
Wasserdampf auf Casein konnte Verf. nur Asparagins. 
isoliren, bei der Einwirk, von Barytwasser konnte unter 
d?n Diaminosäuren nur r-Lysin nachgewiesen werden. 
Drmnaeb erzeugt die Barytspaltung, ähnlich Kutsch er's 
Erfahrung bei der Analyse von Thymus, Spaltproducte 
in andrem Verhältniss als saure Hydrolyse.) — 75) 
Lawrow, Maria u. Salaskin, S., Ueber Niederschlag- 
bildung in Albumoselösungcn durch Labwirkung des 
Magenfermentes. Ebenda«. Bd. 36. — 76) Fischer, 
L.. Levene und Aders, Ueber die Hydrolyse des 
Leims. Ebendas. Bd. 35. S. 70—79. (Nach' der mit 
so vielem Erfolge angewandten neuen Methode von K. 
Fischer, die auf Ktystallisation und fractionirter 
Destillation der Aminosäureestcr beruht, haben die ge- 
nannten drei Autoren folgende Producte aus Leim ist»- 
inU Glycocoll (16.5 pCt.), I-Pvrrolidincarbonsiiurc (5,2 
p<7t.). I-Leucin (2,1 pCt), d-Gl'utaminsäurc (0,88 pCt.), 
kleine Mengen von d-Phenylalanin und Asparaginsäure. 
Die optisch-inactiven Aminosäuren waren stets durch 
die optisch-inactive Form verunreinigt, die durch par- 
tielle Raceraisirung bei der Verarbeitung entstanden 
war. Auch die Anwesenheit von Aminovaleriansäurc 
und Aminobuttersäure machten die Autoren wahrschein- 
lich.) — 77) Bondi,S., Studien über den Seidenleim. 
Ebendas. Bd. 34. S. 481. — 78) Fischer, E. und 
A. Skita, Ucbcr das Fibroin und den Leim der Seide. 
Kberidas. Bd. 85. S. 221-226. (Seiden fibroin 
iwfert bei der Hydrolyse vorwiegend Monoaminosäuren 
und zwar Glycocoll, Alanin und Serin und nur 1 pCt. 
Diaminosäuren (Arginin). Seidenleira, d. i. der in 
heissem H 2 0 lösliche Theil der Seide, ergiebt bei der 
Spaltung reichlich Diaminosäuren (Arginin, Lysin), aber 
nur spärlich die gewöhnlichen Monoaminosäuren (Gly- 
cin, Alanin, Tyrocin. Seri n lässt sich in relativ erheb- 
licher Menge nach dem Esterverfahren isoliren. — 79) 
Bauer. R., Ueber die Einwirkung gespannter Wasser- 
ümpfe auf Keratin. Ebeudas. Bd. 35. S. 343. — 
SO) Fischer, Emil und Theodor Dörpinghaus, Hy- 
drolyse vou Horn. Ebendas. Bd. 36. — 81) Sieg- 
fried. M., U**ber Antipcptou. Ebendas. Bd. 35. S. 
IM— 191, (Vcrf.'s Eisenmethode der Peptondarstellung 
ergiebt aus Wittepepton 2 Antipeptone. Antipcpton a 
' icH 17 O s N3 giebt weder die Reaetion von Mi Hon noch 
die von Molisch, aber starke Biuretprobe. Die spec. 
Drehung beträgt -18,5—19,7«. Die Hydrolyse liefert 
A^paraginsäure, Lysin u. Lysatinin. Antipepton-/? 
1 ,iH|»N,Oj gleicht in den Reactionen völlig der a- Verb. 
V = —21,5—23,4°. Die Hydrolyse ergiebt Glutamin- 
-äare und Lysin. — 82) Etard, A. et A. Vila, M/:- 
'•anisme de synthc.se d'une leucine isomere. Compt. 
rrud. de l'acad. T. CXXXIV. p. 122. (Die Verff. 
untersuchten den Aufbau des Leucins, das durch 
nnhese aus dem (unreinen) optisch aclivem Amyl- 
alcohol des Handels erhalten wird. Es erwies sich 
J«Wt»r>efat der feiuoMton Mediein. 1902. Bd. I. 



als verschieden von dem im Thierkörper oder sonst durch 
Spaltung höher constituirter Körper entstehenden. Es 
besitzt zwei asymmetrische Kohlenstoffatome. — 83) 
Siegfried, M., Zur Frage der Existenz des Lysatinin's. 
Zeitschr. f. physiol. Chemie. Bd. 35. S. 192—195. 
(Hcdin's Vermuthung, dass Lysatinin ein moloculares 
Gemenge von Lysiu und Arginin sei, bezweifelt Verf., 
da aus einem künstlichen Gemisch nicht das charaetc- 
ristische AgNO a = Doppelsalz erhalten wird. Synthe- 
tisch, etwa durch Reduction von Histididin lässt sich 
Lysatinin nicht darstellen.) — 84) Herzog, R. 0., 
Ueber den Nachweis von Lvsin und Ornithin. Ebendas. 
Bd. 34. S. 525—527. (Das von E. Fischer in der 
letzten Zeit oft beuutzte Verfahren, Aminosäuren durch 
Kuppelung mit Phenylcyanat und folgender Wasserab- 
spaltung in die characteristischcn Phenylhydantoine 
überzuführen, hat Verf. auf die in der Uebcrscbrift ge- 
nannten Diaminosäuren übertragen. Selbstverständlich 
reagirco beide mit 2mol. Phenylisocyanat. Lysinhy- 
dantoin schmilzt bei 183 — 184°, die Ornithinverbindung 
bei 191 — 192°. — 85) Schulze, E. und E. Winter- 
stein, Beiträge zur Kenntniss einiger aus Pflanzen dar- 
gestellten Aminosäuren. Ebendas. Bd. 35. S. 299 
bis 314. (Aus etiolirten Keimpflanzen von Lupinusarten 
erhielten die Verff. Aminovaleriansäurc, Leucin u. Phe- 
nylalanin, die mit den entsprechenden Caseinspaltpro- 
dueteu zweifellos identisch sind. Nur Tyrosin zeigt 
einen etwas höheren Drehungswerth (an = — 16,1 °), 
da das Product aus Casein vermutblich Racemkörper 
enthält.) — 86) Dieselben, Ueber die Trennung des 
Phenylalanins von anderen Aminosäuren. Ebendas. 
B<1. 35. S. 210. — 87) Hausmann, W., Zur Kennt- 
niss des Abrins. Beitr. z. ehem. Physiol. u. Pathol. 
II. S. 134—142. (Abrin lässt sich nach der von M. 
Jacoby für Ricin angegebenen Methode (Behandlung 
mit sehr wirksamem Trypsin und nachfolgender Aus- 
salzung) frei von Eiwcisskörpern erhalten, ohne dass 
die speeifischen Abrin Wirkungen dabei eine Einbusse 
erfahre).; d. b. die Giftigkeit und Agglutinationswirkung 
auf Blutkörperchen sind ungeändert. Von den Eigen- 
schaften des reinen Abrins ist zu bemerken, dass es 
mit Antinbrinblutsenim (Jequiritol) einen Niederschlag 
erzeugt und dass — zum Unterschied von dem sonst 
sehr ähnlichen Ricin — sein Agglutiuationsverraögen 
gegen Pepsin mindestens so widerstandsfähig wie scino 
Giftwirkung ist.) — 88) Huiskamp, W , Ueber die 
Elcetrolvse der Salze des Nuclcohistons und Histons. 
Zeitschr. f. physiol. Chem. Bd. 34. S. 32—54. (Bei 
der Electrolyse von Nucleohistonnatrium scheidet sich 
an der Anode freies Nucleohiston ab, während die 
Flüssigkeit an der Kathode alkalisch wird, ein Beweis, 
dass Nucleohiston in der Lösung als Jon vorhanden 
ist. Bei der Electrolyse von Histon wird dio Reaetion 
an der Anode sauer und Histon scheidet sich unver- 
ändert an der Kathode ab. Aus diesem Verhalten er- 
giebt sich für das Histon der Character einer Base, 
'während Nucleohiston eine ausgesprochene Base ist; 
die Salze beider Verbindungen sind in wässeriger Lö- 
sung electrolytisch gespalten. Als Jonenroaction ist 
auch die Bildung des unlöslichen Niederschlags aufzu- 
fassen, der aus Nucleohistonnatrium und Histonchlorid 
neben Chlornatrium entsteht.) — 89) Mon6yy, Andre, 
Contribution chimique a lY'tude de la degeuerescence 
amyloide. Journ. de physiol. et de path. gener. T. IV. 
p. 877. — 90) Zdarek", E. und R. von Zeynek. Zur 
Frage über den Eisengehalt des Sarkomraclanins vom 
Menschen. Ebendas. Bd. 86. (Mörner's Eisenbefund 
in menschlichen Sarkomen konnten Verff. bestätigen u. 
gleichzeitig darthun, dass dieses Fe in fester, or- 
ganischer Bindung vorhanden ist. Dieses Ergcbniss 
spricht zu Gunsten der Annahme, dass die Sarcom- 
melaninc aus der Farbstoffcomponente des Hämo- 
globins, dem Hämatin, nicht aber aus dem Eiweiss- 
rest entstehen, wie bisher augenonuneu wurde.) — 
91) Zumbusch, Leo v., Beiträge zur Characterisirung 

8 



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114 



1,0EWY UND NBUBERO, PnYBIOLOüISCHB UND PATHOLOÜISCHB CHEMIE. 



des Sarcommelanins vom Menschen. Zeitscbr. f. physiol. 
Chetn. 3G. 511-24. 81/10. (11/9.) Wien. Lab. f. 
med. Chem. (Die Abstammung der thierischen Fig. 
mcnte aus Proteinen ist vielfach vermuthet, doch nie 
exaet bewiesen; um spcciell eine Verwandtschaft des 
Sarcommelanins mit dem Hämoglobin zu prüfen, hat 
Verf. die Bindungsweise des S in beide» Substanzen 
untersucht. Bei der Hydrolyse von «36.7 g Oxyhamo- 
globiu mit 2 1 rauchender HCl hat Verf. kein Cystin 
erhalten, sondern gefunden, dass der S in dieser Sub- 
stanx in weitgehend oxydirter Form vorhanden ist. 
Ein ähnliches Resultat ergab die analoge Spaltung von 
25,4 g Lebcrmelaoiu. Der auffallende Mangel einer 
Cystingruppc in den beiden schwefelhaltigen Substanzen 
lässt einen Zusammenhang zwischen beiden als denkbar 
erscheinen, derart, dass ein fermentativer Process den 
Blutfarbslofl in Melanin verwandelt.) — 92) Hei mann, 
Daniel, Beiträge zur Kenntniss der Melanine. Vorläufige 
Mittheilung. Centralbl. f. innere Med. Xo. 41. -- 93) 
Herzog. R. 0., Studien über Chlorophvllassimilation. 
Zeitscbr. f. physiol. Chem. 35. S. 459— 46*4. (FricdeUs 
Angaben, dass Presssaft von Spinatblättern und Pulver 
derselben im Lichte C0 2 -As.siinilation zeigen, fand Verf. 
nicht bestätigt. Wie schon früher Engel man n, glaubt 
er daher, dass die Fähigkeit zur O-Production mit der 
Structur der Chlorophyllkörpcr zu Grunde geht.) — 
94} Ponard. E. et H. Labbe, Sur une matieie albu- 
minoide extraite du grain de mais. Compt. rend. de 
Uacad. T. CXXXV. p. 744 — 95) Neuberg. C. und 
F. Hermann, Zur Kenntniss des Pseudoneuritis. Beitr. 
z. ehem. Physiol. u. Pathol. II. 201—213. — 9«) 
Bourquelot, Em. et H. Herisscy, Sur la glucoside 
uouveau „l'aucnbinc" rotire des graincs d'aueuba japo- 
nica L. Compt. rend. de la soc. de biol. T. CIV. 
p. 695. — 97) Dieselben, Dasselbe. Compt. rend. 
de l'academie. T. CXXX1V. p. 1441. (Aus den Samen 
von Aucuba japouica stellten die Verff. ein Glueosid 
dar, indem sie den daneben in die Auszüge über- 
gehenden Rohrzucker vergohrcu. Das Aucubin dreht, 
wie viele Glucoside links, es wird durch Emulsin zerlegt, 
es ist stickstofffrei, reducirt nicht Fehling. Es kann 
hydrolytisch in einen reducirenden Zucker gespalten 
werden, der sieh als Dextrose ergab, in einen durch- 
dringend riechenden und in einen braunen, in Wasser 
unlöslichen Körper.) — 98) Rom, K., Sur quelques 
derives de la glycamine. Ibidem. T. CXXXIV. p. 291. 
(R. theilt eine Anzahl Derivate der aus Zucker zu ge- 
winnenden Base: Glueamiue mit; nämlich Cnprogtuca- 
min, ferner das Picrat, Chlorplatinat, das Chlorhydrat 
des Pentaeetylglucamins, das Hexacetylglycamiu, 'las 
Benzolglucainin ; Glucaminharnstoff. Glucamitiphcuy 1- 
harnstofT. Wegen der Darstellung sei auf das Original 
verwiesen.) — 99) Derselbe, Sur une nouvelle ba»e 
derivee du galactose. Ibidem. T. CXXXV. p. «91. 
(R. fand, dass, wie aus Glueose auch aus Galaetose 
durch Reduction des Oxims sieh eine Base gewint.en 
lässt, die er (ialacumin nennt. Sie hat ähnliche" 

Eigenschaften wie das Glucamin und su-lit das Ainino- 
•i 5 

l-Hcxanpentol^« dar. Es ist crystallinisch, in Wasser 

und frischem Alcohol löslich, schmilzt bei 139° und 
entspricht der Formel C 6 H, s XO-„ ist stark basisch Vcrt. 
bat eine ganze Reihe von Salzen mit anorganischen 
und organischen Basen dargestellt.) — 100) Neuberg. 
C. und II. Wo IM, Ucber den Nachweis von Chitosamin. 
Ber. d. deutsch, ehem. Gesellsch. 34. 3*40 -384»;. — 
101) Stetidel, II, Eine neue Methode zum Nachweis 
von Glucosaniin und ihre Anwendung auf die Spaltuugs- 
produet-* der Murine. Zeitscbr. f. phvsiul. <Vtt>. 34. 
35.1 3S4 . -■ 102; Xeubcrg. C, Ucber Kohlehydrat- 
gruppen im Albumin aus Eigelb. B«-r. <l de.itsi-heu 
ehem. Gesellsch. 34. 39«3— 39ß7. : Unter den Spal- 
tuugsproducteu des bisher wenig untei su- lit- ti Kigelb- 
albuinius mit Bromwasserstoff^uire fand der Autor 
nach der Methode v»u Neub.-rg und Wulff Chitos- 



am in. Daneben wurde noch oine neue Substanz aus 
der Kohlehydratreihc beobachtet, die zur Reihe der d- 
Zuckersäure gehört; sie ist sicher verschieden von 
Langsteiu's Kohlehydratsäure aus Serumalbumin.) — 
103) Neuberg, C. und W. Neimann, Synthese der 
Euxaothinsaure. Centralbl. f. d. med. Wissensch. 32. 
(Mit Hülfe der Acetobromglueuronsäure konnten die 
Verff. die Euxanthinsäure darstellen, wahrend bisher 
gepaarte Glycurousäureu ausserhalb des Thierkörpers 
nicht dargestellt waren. Die ausführliche Mittheilung der 
Versuche folgt.) — 104) Neuberg. C. und H. Wölfl, 
L'eber eine neue Oxaminosäure. Ebendas. 32. (Die 
Vcrfl. konnten durch Anlagerung von Blausäure an 
Chitosamiu eine neue. Oxaminosäure, ein Homologon 
des Isoserins darstellen. Nähere Mittheilungen sollen 
folgen.) — 105) Salkowski, E. und C. Neuberg, 
Die Verwandlung von d-Glucuronsäure in I-Xylose. 
Z. itschr. f. phys. Chem. Bd. 3«. — 106) Patein, G. 
et E. Pafan, De l'emploi du ni träte acide de mercury 
dans Tanalyses des liquides stieres. Compt. rend. de Ii 
soc. de biol. p. 160. (Die Verff. vertheidigen die Be 
handluug zuckerhaltiger Flüssigkeiten zum Zwecke ihrer 
Polarisation mit saurem Quecksilbernitrat. Dieses hat 
keinen Eiufluss aut den vorhandenen Zucker, wenn man 
in der Kalte operirt und einen Ueberschuss an Alkali 
vermeidet. Besonders bei Bestimmung von Traubeoxucker 
muss mau auf neutrale Reaction achten; Mala-, Milch-. 
Fruchtzucker sind weniger empfindlich. — 107) Neu- 
berg, C. Ueber die Isolirung von Ketosen. Ber. d. 
deuUchen chem. Ges. 35. 959—966. — 108) Wohl- 
gerauth, Julius. Beitrag zur Kenntniss der Physiologie 
der Zuckcrarteu. Festschr. f. v. Leyden II. Berlin. 
(Bemerkungen über die Umwandlungen von Aldose in 
Ketosen im Rcagensglas uud die Möglichkeit für den 
Körper die gleiche Arbeit zu leisten. Besouders 
geht W. auf die drei Galactosen ein, die r-, I- 
und die r-Galactose, deren Entstehung und Ueber- 
führung in einander durch Oxydatious- und Rcductions- 
processe, die hier verhältnissmässig leicht gelingt.) — 
109) Neuberg, C. uud J. Wohlgemutb, Ueber die 
Darstellung von r- und l-Galactose. Zeitschrift für 
phys. Chem. 3«. S. 219—22«. (Die für eiuige Fragen 
der Kohlehydratphysiologie wichtigen Hexosen der 1 
uud i-Reihe sind ausserordentlich schwer bisher zu- 
gänglich; die entsprechenden 2 GalactoseD kann man 
in einfacher Weise vom Dulcit aus darstellen. Durch 
Oxydation desselben mit Wasserstoflsuperoxyd und 
FeSt) 4 erhält man r-Galactose, die als Hydrazon iso- 
lirt wird, und durch partielle Vcrgährung derselben 
die l-Galactose.) — 110) Oshima. K-, lieber Hefe- 
gummi und Invertin. Ebendas. Bd. 36. S. 42. — 111) 
Tollens, B.. Bestimmung der Pentosen u. Pentosane. 
Ebendas. Bd. 36. S. 239—243. (Für diesen Zweck 
empfiehlt Verf. Innehaltung der in seinem Labor, von 
K rober ausgearbeiteten Methodik, Jdamit die auf con- 
ventionellen Annahmen beruhenden Daten stets ver- 
gleichbar sind. Formeln zur Berechnung sind iu einer 
Tabelle zusammengestellt.) — 112) Neuberg, C. 
Ueber die Constitution der Pancreasproteid-Pcntose. 
Berieht der deutschen ehem. Ges. Bd. 35. S. 146" 
bis 1473. -- 113) Salkowski, E.. Ueber das Ver- 
halten des Arabans zu Fehling'schcr Lösung. Zeitschr. 
für phys. Chem. Bd. 35. S. 240. — 114) Neu ber g. 
C. und .1. Wubleemuth, Ueber d-Arabinose, d-Ara- 
bou.säure uud die quantitative Bestimmung von 
Arabinose. Kbendas. Bd. 35 S. 31—40. (Die Wohl- 
sehe Abbaumethode liefert nur 8 pCt. synthetische 
Arabin.tse; isolirt mau letztere zunächst als Diphe- 
uylhydrazon. so kann m.in die Ausbeute auf 35 pCt. 
steinern, ebenso die Ausbeute an d Arabonsäure, wenn 
die li.ihl'jsung des Zuckers direct oxydir'. wird. Das er- 
wähnt- Diphenylliydrazou ist die schwerlöslichste Ära 
hiii'iscvcrbinduug. die existirt, und daher vortreff- 
lieh zu ihrer Isolirung, namentlich auch zur 
Trennung von anderen Zuckern geeignet.) — 



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Lob w y und Nkubero, Physiologische und pathologische Chemie. 



115 



1 15a) Pflüger, E., Die qualitative Analyse des Gly- 
kogens. Pflüger's Archiv f. d. ges. Physiol. Bd. 90. 
S. 5-23. Vorläufige Mittheiluog. (Wie P. angiebt, wird 
•tlyfogen, das ohne Anwendung des Brücke'scheu Re- 
agens, speciell ohne Verwendung von Mineralsäuren aus 
Organen dargestellt wird, durch Erhitzen mit starker 
Kalilauge nicht zersetzt im Gegensatz zu dem nach 
Brücke-Külz gereinigteu, das schon durrh dünne Laugen 
in 4er Wärme zerstört wird. — Löst man glycogen- 
baltigcs Fleisch durch Kochen mit 80 proc. Lauge, so 
erhält man gleichviel Glycogen, gleichgültig oh man 
emt oder 24 Stunden gekocht hat. Also auch das 
iihtv'gen in den Organen ist durch starke Lauge nicht 
zersetz bar. Das bis jetzt als Glycogen Angesehene ist 
danach wohl als Zersetzungsproduet. als „ Pseudo- 
gliomen* anzusehen.) — 115b) Derselbe, Ueber den 
«ilycogengehalt der Thiere im Hungerzustande. (Nebst 
Beitrag zu einer neuen Methode der Glycogen- Analvse.) 
Ebendas. Bd. 91. S. 119. — 116) Derselbe. Leber 
das Verhalten des Glvcogens in siedender Kalilauge. 
Ebendas. Bd. 92. S.'Sl. — 117) Salkowski. E., 
Quantitative Bestimmung des Glvcogens. (Vorläufige 
Mittbcilui.g.) Zeitschr. t. physiol. Chemie. 36. S. 257 
Ms 260) (Zur Behebung der Schwierigkeiten der üb- 
lichen <l!ycogetihestimmungsmcthoden wird frische Leber 
mit absolutem Alcohol und Aetber extrahirt. Dadurch 
wird sie in ein feines Pulver verwandelt, aus dessen 
leicht herzustellender alkalischer Losung dann das Gly- 
cogen gefällt wird. Die Bestimmung des letzteren ge- 
schieht in Folge des Aschengehalts am besten nach 
Verzuckerung; um Fehler durch Kohlehydratabspaltung 
aus beigemengten Eiweisskörpern und Nucleoproteiden 
iu vermeide», nimmt man die Hydrolyse des Glycogetis 
durch Fermente [Speichel Diasta.se] vor, vielleicht ist 
auch die Autodigestion tu diesem Zweck gut brauch- 
bar.; — IIS) Pflüger. E. Zur Geschichte der Gly- 
ci>genana!yse. (Eine Verwahrung gegen Prof. E. Sal- 
kowski.) Pflüger's Arch. f. d. ges. Physiol. Bd. 93. 
? 1. (Polemisches.) — 1 18a) Derselbe. Dr. Georg 
Lebhiu's Entdeckeransprüche, betr. die Glycogenanalysc 
werden widerlegt. Ebendas. S. 20. (Gleichfalls pole- 
misch.) — 119) Derselbe, Ueber die Einwirkung ver- 
dünnter Kalilauge auf Glycogen bei 100°. Ebendas. 
Bd. 93. S. 77. (In Fortsetzung seiner früheren Ver- 
suche hat P. unter Beobachtung aller Cautelen neue 
l'i.tersuchungen über den Einfluss dünner Kalilauge auf 
ii!ycogen ausgeführt. Es wurde dabei die Verwendung 
V D Säuren vermieden. — Das Kochen verändert den 
Köb lehy dratgehalt von Glycogenlüsung so gut wie 
irar nicht, doch wird ein kleiner Theil der Glvcogens 
.ilcoböl löslich [Dcxtrinbildung?]. — Ks ist jedoch die 
Benutzung starker Kalilauge vorzuziehen.) — 120) 
Derselbe, Vorschriften zur Ausführung einer quanti- 
tati»en Glycogenanalysc Ebendas. Bd. 9S. S. 168. 
- 121) Schreiber, K., Fettzcrsetzung durch Micro- 
"Tsauismen. Arch. f. Hygiene. Bd. 41. S. 828. (Steriles 
ftutterfett wurde für zwei Monate im Boden vergraben, 
d^nn aus der Mitte und von der Oberfläche der Butter- 
cyltnder Culturen auf Fleischwassergelatine gemacht, 
auch die Fettsäuremengen der Butter bestimmt. — Ge- 
wisse Bodenbacterien, hesonders der Bac. fluorescens. 
vermögen danach bei tiegenwart von Nährmaterial und 
Sauerstoff, am besten bei Zugabc von kohlensaurem 
Kalk zwecks Bindung der entstehenden Säuren. Butter- 
tot zu spalten und weiter zu zersetzen. Am besten 
Eichicht das, wenn das Fett sich in emulgirter Form 
befindet. Auch einige Schimmelpilze zersetzen Fett 
selbst bei saurer React iou des Nährbodens.) — 122) 
Ritter. E . lieber die Methoden, die zur Abscheidung 
der Cholesterine aus den Fetten und zu ihrer quanti- 
tativen Bestimmung verwendbar sind. Zeitschr. f. 
physiol. Chemie. Bd. 34. S. 430. - 123) Derselbe. 
Beiträge zu r Kenntniss des Sitosterins. Ebendas. Bd. 34. 
s - 4SI. — 124) Derselbe, Nachtrag zu: Ueber die 
Methoden, die zur Abscheidung der Cholesterinen aus 



den Fetten und zu ihrer quantitativen Bestimmung ver- 
wendbar siud. Ebendas. 35. S. 550—551. (Unwesent- 
liche Berichtigungen!) — 125) Guth, Ferdinand, Ueber 
synthetisch dargestellte einfache und gemischte Glycerin- 
ester fetter Säuren. Zeitschr. f. Biol. Bd. 44. S. 78. 
— 126) Magnus- Levy, A., Ueber den Aufbau der 
hohen Fettsäuren aus Zucker. Arch. f. (Anat. u.) 
Physiol. S. 365. (Im Anschluss an seinen Befund, 
dass bei der Autolyse der Leber neben Wasserstoff und 
Kohlensäure reichlich Buttersäure entsteht, bespricht 
M.L. die Processe, die dabei stattfinden und die, wie 
zur Buttersäure, auch zur Bildung höherer Fettsäuren 
führen können. Er möchte eine Coudensation nach Art 
der PerkinsVhcn Synthese annehmen und zeigt die 
Möglichkeit, dass auf diesem W'cgc aus Kohlehydrat 
höhere Fettsäure entstehe.) — 127) Borri, L.. Contri- 
buto alla couoscenza del processo di saponifieazione dei 
cadaveri. Lo speriment. Anno LVI. p. 84. (Nach 
dem Vorgänge früherer Autoren hat B. von Sehnen und 
Aponeurosen befreite Stücke des Biceps brachii in Kalk- 
wasser versenkt und dreieinhalb Jahre darin belassen: 
dann wurden sie chemisch und microscopisch unter- 
sucht. Zunächst überzeugte sich B., dass das Material 
baeterienfrei war. Der flüssige Autheil enthielt 
Verbindungen von Kalk mit niederen Fettsäuren, der 
feste höhere Kalkseifen, und zwar zu 2,14 pCt. des 
Gewichtes der ursprünglichen Muskelmasse. Auch raicro- 
chemisch war Fett nachzuweisen, sodass B. für die Fett- 
wachsbildung zu dem Ergebuiss kommt, dass hier unter 
Ausschluss der Thätigkeit von Microorganismen Fett 
aus Eiweiss entsteht.) 

Durch Untersuchungen von Raab und später von 
Jakobson war gezeigt worden, dass gewisse chemi- 
sche Körper durch Erzeugung von Fluorescenz beson- 
ders giltig zu wirken vermögen. Raab (33) thcilt 
neue Versuche mit, die wieder mit Pararaaecien in der 
feuchten Kammer angestellt sind. Er benutzte als 
fluoreseirende Körper Chiuolinreth, Eosin und salzsaures 
Haematin, als nicht fluorescirendes, Licht nur absor- 
bireudes Crystallviolett, Fuchsin. Die Versuche bestä- 
tigten die älteren Erfahrungen. Jedoch zeigte sich, dass 
die Fluorescenz an sich nicht das schädliche Agens 
ist: denn bei dem für Paramecien unschädlichen Aes- 
culin wirkte auch die durch Sonnenbcleuchtung hervor- 
gerufene Fluorescenz nicht schädlich. Die Fluorescenz 
steigert also nur giftige Eigenschaften erheblich. 

Ueber den Einfluss der Fluorescenz auf Warm- 
blüter hat Verf. dann Versuche an zahlreichen Mäusen, 
auch an einigen Meerschweinchen. Tauben, Hühnern 
ausgeführt, indem Eosin-, Chinin-, Monomethylphosphin-, 
Haematinlösunget: injicirt wurden. Etwas für Fluo- 
reseenzwirkung sieher Sprechendos ergab sich nicht. 
Bemerkenswerth sind nur Nekrosen, die an den Ohren 
von Mäusen zu Stande kommen, die nach Eosininjce- 
tion dem Lichte ausgesetzt wurden. 

tioldberger (34) hat seine Untersuchungen an einer 
Reihe von Ciliaten (Paramaecicn, Colpidium, Colpoda, 
Vorlieellen) ausgeführt. Er beobachtete ihr morpholo- 
gisches Verhalten und ihre Bewegungsfähigkeit in einer 
grossen Zahl verschieden concentrirter, anorganischer 
Lösungen microscopisch bei Vergrösserungen zwischen 
71 und 610 linear. Er fand dabei, dass das Proto- 
plasma der Protisten sich einer Reihe von Salzlösungen, 
sowie auch destillirtem Wasser gegenüber ganz anders 
verhält, als das der höheren Thiere. Die Protisten er- 
wiesen sich in weitem Umfange vom osmotischen Druck 

6* 



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116 



Lobwt UND Neühkrg, Phtsiolooischb cnd pathologischb Chb.mjk 



der Lösung unabhängig. Selbst im dcsti Hirten Wasser 
lebten sie viele Tage. Die Wirkungen, die seitens der 
anorganischen Substanzen gefunden wurden, beruhten 
auf chemischen Vorgängen, wobei selbst einander nahe 
stehende Protistenartcn verschieden reagircu können, 
so dass ihr Protoplasma chemisch verschieden zu sein 
scheint. Thcilweise rühren die Rcactinnen der Ciliaten 
auf Mineralsubstanzen von dereu Ionen her, besonders 
von K-, OH-, O-Ionen, theilweise jedoch von den nicht 
dissoeiirten Verbindungen. Letzteres ist besonders bei 
den Calciumsalzen der Fall. Eiuigc Calciumvcrbindun- 
gen wirkeu giftig, andere sind unschädlich. 

Im Speciellen erwiesen sich reine Chlornatrium- 
lösungen als giftig, um so weniger, je weniger Concen- 
trin sie sind. Chlorcalcium- und Chlorkaliumzusatz 
steigerte, im Gegensatze zu den höheren Thieren, die 
Giftigkeit. Schwefelsaures und salpetcrsaures Calcium 
sind den Protisten zuträglich, vielleicht ein Anpassungs- 
vermögen an Stoffe, mit denen sie in der Natur häufig 
in Berührung kommen. Bringt man Protisten aus 
giftigen Lösungen wieder in unschädliche, so können 
sie sich erholen; jedoch ist diese Fähigkeit bei den 
einzelnen Protistenarteu ganz verschieden. Im Allge- 
meinen gehen mit der Beeinflussung der Lebensthatig- 
keit der Protisten morphologische Veränderungen ein- 
her, die zeitlich nach den functionellen Störungen zur 
Beobachtung kommen. Manche .Substanzen, z. B. Ka- 
lium, erzeugen ganz bestimmte Veränderungen, diese 
sind bei den Alkalien und Säuren am ausgeprägtesten 
und characteristisch von einander geschieden; bei cr- 
steren findet ein Platzen des Protoplasmas und Ent- 
leeren von Protoplasmainhalt statt, bei letzteren än- 
dert sich die Form der Protisten uicht, doch der Leib 
wird duukel gekörnt und scharf contourirt. Anpassuugs- 
vorgätigc an die Lösungen wurden nur in engen Grenzen 
bei einigen der Protisten beobachtet. 

Moore und Parker (38) bestreiten den osmotischen 
Druck colloider Körper durch direetc Druckmessung 
an colloiden Membranen. — Seifen gehören zu deu 
colloiden Substanzen, die bei 50- 70° nicht diffuudiren. 
Sie bilden bei niedrigeren Temperaluren Gallerten und 
weiterhin scheiden sie sich aus den Lösungen in Köru- 
ohenforra ab. — Colloide Stoffe bilden nach den Verff. 
a ggr?g'rte Lösungeu, d. h. Lösungen, in denen je nach 
den äusseren Bedingungen mehr oder weniger Molecüle 
siel) zu Aggregaten vereinigen. Bei Seifen sind 20—60 
Molecüle vereinigt. — Auch die Eiweissc bilden Aggre- 
gate verschiedener Art, z. B. Scrumalbumin anders als 
Eicralbumin. Alkali spaltet erstere in 4 bis 5 Theile. 
Gerade die Differenz der Aggregatbildung soll die ver- 
schiedenen Eiweissc unterscheiden. 

Die Molecülaggregate verhalten sich anders lebenden 
Membranen gegenüber als todten: durch erstere passireu 
sie leichter, so auch durch die Capillarwände. Dass 
dennoch die Lymphe weniger Eiweiss enthält als Serum 
erkläre sich durch einen Eiweissverbrauch durch die 
Körper /.eilen. — Für die Nieren nehmen die Verff. nicht 
die Filtration als treibende Kraft an. 

Wie Simon (39) angiebt, besteht bei Verbrennung 
von Weinsäure bei Gegenwart von sehwefelsaurtm Kali 



ein Product der Formel C7H7OS, das mit Eisensalzeo 
eine crystallisirendc Verbindung giebt. Sie ist in neu- 
traler Lösung braunrot, wechselt jedoch bei Säure- oder 
Alkalisalx die Farbe derart, dass sie als Indicator be- 
nutzt werden kann. Sie giebt dabei Farbenumschläge, 
die man sonst erhält, wenn man nacheinander Helian- 
thin und Phenolphthalein benutzt. Durch Säure tritt 
eine violettrothe, durch Alkali ein blassbrauneFarbe auf. 

Scbücking's (40) Verfahren beruht auf der Tbat- 
sache, dass Kalisalze die Löslicbkeit des Metbylenblaues 
herabsetzen. Sch. fand, dass diese hemmende Wirkung 
am stärksten ist bei den Jodiden, weniger bei itxt 
ßromiden, am geringsten bei den Chloriden. Sie tritt 
besonders bei niedriger Temperatur hervor. Sch. sucht 
zunächst eine Salzlösung auf, die eben noch die Lösung 
einer bestimmten Menge Methylenblaues verhindert. Mi: 
dieser Normalsalzlösung wird nun die untere Grenze 
des Salzgehaltes des zu bestimmenden Objects festge- 
stellt, auf das das Methylenblau gebracht wird. Der 
obere Grenzwerth des Salzgehaltes wird erkannt durch 
Acnderuug der Temperatur, deren Einfluss empirisch 
festgestellt ist. — Genauere Mittheilungen sollen folgen. 

Causse (44) verfährt zur Bestimmung des orga- 
nischen Stickstoffes in Wässern folgendermaassen. Er 
fügt zu je 1 1 Wasser 25 cem gesättigtes Barytwasser. 
Nach 24 Stunden wird der Niederschlag gewaschen und 
mit Sodalösung auf dem Wasserbade zweimal behandelt. 
Die vereinigten Filtrate werden mit Schwefelsäure an- 
gesäuert, eingedampft, der Trockenrückstand mit concen- 
trirtcr Schwefelsäure verbrannt, mit Lauge versetzt, das 
Ammoniak abdestillirt. — Im Khonewasser fand er, je 
uach den Jahreszeiten, 0,08—0,08 mg organischen Stick- 
stoff pro Liter Wasser. 

Gabritschewski (45) prüfte, welche Substanzen 
Jodsäure zu reduciren vermögen. Er fand Reductil » 
(Bläuung von Stärke) durch: Pepton, Harnsäure. Harn, 
Alloxantin, Allosan, Pyrokatechin, Hydrochinon, Gua- 
jacol, Hydroiylamin, Hydrazin, Schwefelwasserstoff, 
Natriumhyposulfit, Thioessigsäure, Mercaptan. Ganz 
schwach ist das positive Ergebniss bei verdünntem 
Hühnereiweiss, verdünutem Pferdeserum, Ptyalin. Tryp- 
sin, Papain. Keine Reduction gaben: Die Uexosen. 
Glycogen, Diastase, Invcrtiu, Harnstoff, X&nthin, Kreatin. 
Guanin, Coffein. Tyrosin, Hippursäure, Glycocoll, Codein. 
Resorcin, Salicylsäure; schwefelsaures Eisenoxydnl, For- 
raaldehyd, ßcnzoe.Salicy laldheyd. — Zur.ßestimmung der 
reducirenden Substanzen des Harns braucht Verf. 4 bis 
5 cem Harn und 1 cem von gleichen Theiten 4 proc. 
.lodsiiurelösung und 1 proc. Stärke, die übereinander 
geschichtet werden. Die Reaction ist eine sehr empfind- 
liehe. Besonders intensiv war sie bei Fällen von 
Tuberculose und Leucämie, weniger bei Chlorose, Ne- 
phritis, Magenearcinorn, negativ war sie bei einem Fall 
von Diabetes und Peritonitis! Letzteres spricht dafür. 
da.Ns bei Diabetes und Peritonitis besondere Bedingungen 
(«..stehen müssen, die das Zustandekommen der Jod- 
reactiori hindern. Es fand sich auf, dass eine Reihe von 
Substanzen, wie AeeUssigsäure, Acetylacetou, Cyanessig- 
saureester, Malonsäurecster; ferner ^-Oxybuttcrsiure, 
Hippursäure, Malonsäurc, Milchsäure, Phenol, Antipyriti 



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Loewt und Neubero, Physiologische und pathologische Cbemie. 



117 



die Reactioo nicht zu Stande kommen lassen. Besonders 
wichtig ist die Acetessigsäure. 

G. weist darauf hin, dass Ruhemann vor kurzem 
Tirrirung des Harns mit Jodlösung unter Verwendung 
von Schwefelkohlenstoff als Indicator zur Harnsänre- 
bestimmung vorgeschlagen bat. Dieses Verfahren kann 
kein zuverlässiges Resultat geben, wenn der Harn eine 
jodbindende Substanz (Antipyrin, Acetessigsäure) ent- 
halt. Der Harnsäuregehalt Fällt dann zu hoch aus. 

Krauss (47) verglich die Natriumsalze der Essig- 
saure, Glycolsäure, Benzoe- und Salicylsäure, der Brom- 
essig- und Brombezoesäure, die Amidoessigsäure, den 
Ber.zoe- und Essigsäurcätbylestcr auf ihre physiologische 
Wirkung. Zunächst bestimmte er die isotonischen Vcr- 
hiltnisse an Pflanzenzellen (Tradeccartiz) und rothen 
Blutzellen, soweit die Salze in neutrale Lösung zu 
bringen sind. Alle erwiesen sich bei Lösung in gleicher 
molecularer Conccntration als isotonisch. — Nur Benzoe- 
sänreätbylester erwies sich als specirisch giftig für die 
rothen Blutzellen. — Femer wurde ihre Wirkung auf 
Infusorien (Opaliua ranarum aus dem Enddarm des 
Frosches) und Bacterien untersucht. Essigsaures und 
glyeolsaures Natrium schädigten das Infusor nicht, stark 
giftig war bromessigsaures Natrium. Benzoe- und 
salierlsaures Natrium wirken langsam schädigend. 
Schneller als diese die untersuchten beiden Ester, ebenso 
der Amidobenzoesäureester, dagegen ncutralisirtes Natrium 
imidobenzoicum nur langsam. Derselbe Unterschied 
ii* hier zeigt sich auch gegenüber Bacterien zwischen 
den Salzen der aliphatischen und der aromatischen 
Reihe. 

Auf Frösche, Mäuse und Kaninchen wirkt essig- 
>»up-s Natrium nur durch allgemeinen Schwitz: giftiger 
ist das glycolsaure Natrium, ebenso ist das salicylsäure 
giftiger als das benzoesaure, beide sind wirksamer als 
du essigsaure. Die aliphatischen Salze machen Be- 
täubung, die aromatischen gesteigerte Reflexcrregbarkeit. 
Letztere bringen bei directer Berührung die Musculatur 
£ti wachsartiger Degeneration. — Im allgemeinen steigt 
also die Giftigkeit, wenn ein H des Methyls durch OH 
T»tzt wird; wenn die aliphatische Säure durch aro- 
matische ersetzt werden, und wen» statt der Salze die 
iiuren der Ester benutzt werden. — Eine eigentüm- 
liche Stellung nimmt das bromejsigsaure Natrium ein, 
d« chemisch wenig reactionsfabig ist, und doch er- 
heblich giftig ist, es macht schnelle intensive Muskel- 
starre. 

Schuck ing's (48) Versuche sind an Aplysien, 
x-im Theil auch an Lynucalyceen angestellt. Er setzt 
sie theils in destillirtcs Wasser, theils in Scewasscr und 
bestimmte ihre Gewichtsveränderung. In einigen Ver- 
gehen wurde der Darmcanal uud die Kiemen abge- 
bunden, um festzustellen, ob auch die äussere Be- 
deckung einen Stoffaustausch vermittle. Es zeigte sich, 
düs Kiemen und Darm für den osmotischen Stoffver- 
iebr nicht erforderlich sind. — Die durch die Haut 
»bildenden osmotischen Vorgänge lassen sich nur durch 
"tische Contractionen oder Lähmungen der Hautmuskeln, 
wie man solche durch Nicotin, Stryehnin, Cocain, erstere 
weh Ezstirpation des Pedalganglions erzeugen kann. 



verändern. Die Thätigkeit der Hautmuskulatur hatte 
solchen Einfluss auf die Durcbgängigkeit der Haut- 
membran für Flüssigkeiten, dass die Wirkung des 
osmotischen Druckes dadurch vernichtet wurde, und der 
Stoffaustausch dem gewöhnlichen osmotischen Verhalten 
entgegengesetzt verlaufen kann. Verf. möchte auf Grund 
dieses Befundes den osmotischen Druck durch Energien 
erklären, die zwischen Thcilcn der Membran und den 
beiderseitigen Lösungen bestehen. Die Energie, die dem 
osmotischen Ueberdruck das Gleichgewicht hält, ist in 
der trennenden Membran zu suchen. 

Fred^ricq's (49) Versuche betreffen die Frage, 
ob Salze, die nebeu Eiweiss iu Lösung sind, im Ge- 
saramtvolum der Flüssigkeit in Lösung sind oder allein 
im Lösungsw.isser. — Zu dem Zweck bestimmte er den 
Gefrierpunkt von Lösungen, die neben Salzen noch 
Eiweiss gelöst enthielten, und wo das Salz im selben 
Verhältniss in Wasser gelöst war. Er fand, dass wenn 
Salz neben Eiweiss gelöst wurde, der Gefrierpunkt sich 
so einstellte, dass das Salz nicht in dem Gesammt- 
volum gelöst erschien, sondern in einem klcinereu Volum, 
und zwar entsprach die Volumdifferenz gerade dem Raum, 
den die Eiweissmolecüle einnahmen. Es lösten sich die 
Salze also aus iu dem Raum, der vom Lösuugswasscr 
eingenommen wurde. 

Grandis und Vignon (50) untersuchten die 
Wirkung starker electrischer Ströme auf Eiweisslösungeu 
und suchten dabei die vom positiven und negativen 
Pole sich bildenden Productc gesondert zu bestimmen. 
Die Lösungen befanden sich — durch Dialyse von 
Salzen befreit — in einem Pergamentschlauch, der in 
einem weiteren gleichfalls mit der jeweiligen Lösung 
gefüllten Glas sich befand. In jedes Gefäss tauchte 
eine pl.itinirte Platinelectrode. Alt Strom diente der 
von der städtischen Lichtceutralc gelieferte von •_>•><) Volt 
Spaunung unter Einschaltung von Widerständen. Zu- 
gleich konnte die Temperatur der Lösungen bestimmt 
werden. Die Verff. stellten die physikalischen und 
chemischen Aenderungcii fest. Sie benutzten Serum- 
und Eieralbumin, Serumglobulin, Casein, Vitellin. Zu- 
nächst bestimmten sie ausser den Temperaturen an den 
beiden Polen das clcctroly tische Vcrhalteu. — Die 
Temperatur war am positiveu Pole nur allgemein 
höher als am negativen, nur das Serumglobulin zeigt 
während der ersten Stunden des Stromdurchganges, 
das bis zu vielen Tagen dauerte, das umgekehrte Ver- 
halten. Daher sind die Temperaturdiffereiize» bei dieser 
Grenze bis zu I / 2 °, während sie bei (Jen übrigen Eiweiss- 
stoffen bis zu 8° stiegen. Beim Serumalbumin beginnt 
nach 35 Stunden die Temperatur am positiven Pole zu 
sinken, um unter die des negativen allmählich herunter- 
zugehen. Der Verlauf der Temperaturen an den beiden 
Polen geht überhaupt nicht immer parallel, gemeinsam 
ist beiden jedoch ein al I mähliches Steigen während 
der Durchströmung. Es dürften sich in verschiedenen 
Perioden der Durchströmung verschiedene Stoffe bilden. 
— Während Lösungen sonst bessere Leiter der Electri- 
cität sind bei höheren Temperaturen als bei niedrigeren, 
war es bei den Eiweisslösungeu umgekehrt, sie 
leiteten besser bei niedriger Temperatur, schlechter 



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118 



LOEWY UND N KU BERG, PllYSlOLOOlSCHK UND PATHOLOGISCHE CHEMIE. 



bei höheren, trotzdem das Lösungsmittel bei dieser 
besser leitete. — Die Leitfähigkeit wechselte wahrend 
der Dauer der Durchströmung. Wie Galeotti für 
absterbende Gewebe fand, dass ihre Leitfähigkeit all- 
mählich abnahm, icigte »ich auch hier eine allmähliche 
Abnahme der Leitfähigkeit, die auf chemische Ver- 
änderungen der Eiweissc bezogen werden muss. Diese 
sind ähnlich den durch Verdauungsfermente er- 
zeugten. 

Nach einer Durchströmung von 76—80 Stunden 
war es an beiden Polen zur tbeilweisen Ausscheidung 
einer festen Hasse gekommen: Albumin und Globulin 
hatten saure Reaction am positiven, alkalische am 
negativen Pole, das Casein war neutral am positiveo, 
sauer am negativen, das Vitellin hatte stark saure 
Producte am positiven, schwach saure am negativen 
Pole geliefert. — Die VerÖ. geben dann tabellarisch 
das chemische Verhalten des abgeschiedenen und gelöst 
gebliebenen Theiles an beiden Polen an, indem sie 
mittels der Farbe und Fällungsreactiou prüften, wobei 
sie die Unsicherheit hervorheben, festzustellen, wieviel 
von der ursprünglichen Substanz noch vorhanden ist. 
Darum ist die Fällung durch Ammonsulfat und die 
Kiuretreaction nicht zu verwerthen. 

Während das Scruinciwciss noch durch Hitze 
coagulabel ist, ist das beim Eiereiweiss nicht mehr der 
Fall. Die Zerfallproducte, die die Lieb-erraann'sche 
Reaction geben, sammelten sich weniger am negativen 
Pol an: die Pchliug reducirendeu sammelten sich beim 
Eiereiweiss im unlöslichen Theil am negativen Pol, 
heim .Serumalbumin im löslichen und unlöslichen des- 
selben Poles. Die Müller' sehe Reaction wurde bei 
ersterem von den am negativen Pol belind liehen Stoffen 
gegeben, bei letzterem an beiden Polen. — Bei Globulin 
fanden sich reducirende Stoffe in dorn gelösteu Autheil 
au beiden Polen und die Reduction war viel erheblicher 
als beim Albumin. — Beim Vitellin löst sich 1er am 
positiven Pole sich ausscheidende Teil in Kalilauge und 
wird durch Essigsäure gefällt, während beim Casein der 
gleiche Anthcil sich in Essigsäure löst. — Die gelöst 
bleibenden Antbc-ile des Vi te I lins an beiden Polen werden 
durch Ammonsulfat nicht gefällt, wohl aber die des 
Cascins. - Die Verff. betrachten auf Giund des Vor- 
stehenden, wie einiger weiterer Ergebnisse, die am 
positiven Pol entstehenden Producte als durch Oxydation, 
die am negativen Pole als durch Keduction b/.w. Hydrolyse 
entstanden. Besonders die letzteren entsprachen den 
Ferracntationsproducten des Eiwcisses; so der besonders 
gelöst bleibende Theil des Vitellins am negativen Pole 
den echten Peptonen, da er durch Ammonsulfat nicht 
ausfallt, doch durch Tanret's Reagens unter Kälte 
und dabei keine Biurctreaetion mehr giebt. Vielleicht 
spalten nicht alle Eiweissc Pepton ab. die eineCONH,- 
Gruppe besitzen, die nach Schiff nothwendig für das 
Zustandekommen der Bturetreaction ist. 

Oker-Blora (51) untersuchte, wie sich die eiec- 
trische Leitliihigkeit unter Gefrierpunkt von Eiweiss- 
lösungcn und Blutserum verhalten, wenn diese der 
spaltenden Wirkung von Verdauungscuzymen ausgesetzt 
werden. Verf. bespricht zunächst die m Betracht 



kommenden physicalisch • chemischen Gesichtspunkte, 
bringt einige Versuche, in deucn die electrische Leit- 
fähigkeit am frischen und an dem durch Kochen eut- 
eiwelssteu Serum bestimmt wurde, um den sie herab- 
setzenden Eiufluss der Serumeiwcisskörper zu zeigeo 
und bringt dann ausführlieb den Gaug der Leitfähigkeit 
und des Gefrierpunktes während der Verdauung mit 
Pancreassaft und Magensaft. Er beuutzte dabei die von 
Pawlow hergestellten natürlichen Vcrdauungssä'te 

Peptisehe und tryptische Verdauung verhalten sich 
verschieden. Bei letzterer bleibt die Leitfähigkeit zu- 
nächst eine Zeit lang annähernd con staut, um daun 
ununterbrochen bis zu einer bestimmten Grenze zu 
steigen. Der Gefrierpunkt erniedrigt sieh zuoäcb-it 
schneller, später langsamer als die Leitfähigkeit. Be- 
rechnet man aus der Erniedrigung des Gefrierpunktes 
die Zahlen der Molen, die abgespalten werden, so er- 
geben sich 50—75 aus einem Eiweissmolecül. Bacte 
helle Zersetzung war dabei nicht vollkommen ausge- 
schlossen, trotz Tymol- und Fluornatriumzusatz. — 

Bei der peptischeu Verdauung nimmt die electriscbe 
Leitfähigkeit dauernd ab, was auf eine Bindung der 
entstehenden Spaltproducte durch die Salzsäure zu be- 
ziehen ist. Die Abnahme geht bis zu einer bestimmten 
Grenze vor sich, die nicht vom Fehlen freier Salzsäure 
abhängig zu seiu scheint. Der Gefrierpunkt zeigt ein 
schwankendes Verhalten und giebt kein deutliches Bild 
der vor sich gehenden Spaltuug. 

Die Arbeit v. Khorer's (52) zeichnet sich durch 
eingeheude Besprechung der physicalisch-cbemischen 
Grundlagen der neueren Methuden, die der Bestimmung 
der Säurebindung durch Eiweisskörper dienen, aus. D.v 
bei befasst sie sich ausführlich und kritisch mit Ar- 
beiten von Cohnheim und Krieger und v. Erb, die 
sich in gleicher Richtung bewegten und sucht eine Reihe 
von theoretischen Mängeln dieser klarzulegen. Besonders 
wird die Cohnheim-Kriegei'sehe Fällungsmethode mit 
phosphorwolfrainsaurcm Kalk besprochen uud als un- 
geeignet verworfen. Nimmt man andere Eiweiss- 
yälluugsmiitel, z. B. pikrinsaureu Kalk, Jodquecksilber- 
kalium, so zeigt sich gegenüber C. uud K., dass die 
durch Fällung (estgestellten Werthe des Säurebindungs- 
vermögens unabhängig sind von der Natur des Fällung«- 
mittels, ferner unabhängig von einem etwaigen l'eber- 
schtiss an dem Ei weiss zugefügter Säure. Die Fällung»- 
niethoden sind auch darum geeignet zur Säurcbindungs 
bestimmung, weil sie einfach sind und viel genauer als 
die physiealisch-chemischen Methoden. — Die Fällung 
der Eiweisskörper durch Alkaloidreagentier: geschieht 
nur aus saurer Lösung: das erklärt sich durch ihren 
sehwach basischen Charakter. — Zum Schluss wendet 
sich 11. gegen die Anschauung, die Eiweisskörper seiet* 
sog. P send" säuren und Pseudobasen, indem er zeigt 
dass ihre Eigenschaften denen dieser gar nicht ent- 
sprechen. Er zeigt vielmehr, dass sie sich analog den 
sog. amphotereu Etcctrolytcn Bredi^g's verhalten. 

Riug's (53) Versuche bilden eine Erweiterung 
analoger Untersuchungen von Gürber am Serumalbumin. 
H. sucht auf polarimetrischem Wege festzustellen, ob 
die Vcrdauungspiöducte des Serumglobulins, die durch 



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Lokwy ukd Neubbko, Physiologische und pathologische Chemih. ll'J 



Pepsinsalzsiure, durch Trypsin odor durch combinirte 
Behandlung mit beiden Permenten sich bilden, identisch 
sind. Er benutzte sog. Pseudoglobulin, dessen Dar- 
stellung er eingehend beschreibt. Zunächst orientirte 
fr »ich über den Einfluss, den Säure und Alkalizusatz 
allein auf das Drehungsvermögen des Globulins aus- 
üben. Er fand, dass dadurch eine Zunahme des 
Drebungsvermögens erfolgt. Dasselbe ist der Pal I, und 
mr in noch höherem Maasse, durch die Pepsinwirkung. 
Folgt dieser Trypsiovcrdauung, so nimmt die Drehung 
wieder ab. — Durch Trypsin allein wird Globulin 
überhaupt nicht verdaut, ja GlobulinzusaU hindert die 
Verdauung von Pibriu und Albumin durch Trypsin. 
Lässt man Globulin zuerst durch Pepsin verdauen, so 
kommt diese hemmende Wirkung auf die Trypsiover- 
vcrdauuüg nicht zur Geltung. 

Heiden hain 's (54) Versuche sind mit sauren 
Anilinfarben, und zwar den sulfosauren. angestellt. Kr 
zeigt, dass die Parbsäuren ein EiweisfällungsmittH sind 
« dass sie Serumalburain oderCasein in lüproc. Essig- 
säure lösen. Setzt er einen eine Farbsäure enthaltenden 
Farbstoff von stärker saurem Charaeter hinzu, so wird 
die Farbsäure frei und es fällt Ei weiss, im Ton des 
Farbsalzes gefärbt, aus. Diese farbige Pällung erfolgt 
auch noch bei äusserster Verdünnung. Besonders eignen 
sich von bekannteren Parbstoffen für diese Versuche: 
Bordeaux-R, Ponceau 2 K und 3 R, Ponecau 5 R und 
« R und Chromotrop 2 R, l B u. a. — Es wächst die 
Fällungskraft mit der Zahl der ins Parhstofftnolecül 
eintretenden sauren Gruppen. — Verf. bespricht dann 
Versuche, die für eine chemische Verbindung des Ei- 
»eisses mit der Parbsaure sprechen, Bemerkenswerlh 
sind die Pälle, wo die freie Parbsaure eine andere 
Farbe hat als ihre Salze, was besonders bei den amido- 
uosulfosauren Verbindungen der Pall ist. Hier kann 
man die Biodung von Eiweiss und P arbsäure siebt- 
bar machen durch das Entjtehcu der Farbreaetiou. 

Aeholiehes wie mit sauren lässt sich mit basischen 
Farbstoffen erzielen, jedoch rauss die Base schon eine 
ziemlich kräftige sein, auch sind die Versuche weniger 
durchsichtig als die mit den sauren Parbstoffen. 

Wenn mau einem Thierc unter Vermeidung des 
Magendarmcaoals einen körperfremden Eiweissstoff ein- 
verleibt, so kommt es zur Bildung eines speeitischen 
Antikörpers; das Blutserum eines solchen Thieres liefert 
mit einer Lösung des benutzten Eiweisses einen Nieder- 
schlag, ein Präcipitiv. Mit dem Zustandekommen und 
der Art dieses Präcipitivs beschäftigt sich die Arbeit 
<on Michaelis und Oppeuhei mer (55). Nach einer 
historischen Uebersicht berichten sie über Versuche, 
durch die ermittelt werden sollte, ob sich Antikörper 
iuch gegen de naturir te Eiweisse bilden, wenn solche 
m den Körper eingeführt werden. Zunächst benutzten 
sie durch Pepsin und Trypsin verdaute Eiweisse. Sie 
fuden, dass durch Pepsin verdautes Eiweiss keinen 
Antikörper zu erzeugen vermag und dass andererseits 
die Präcipitirbarkeit von Eiweiss durch seinen ADti- 
kirper aufgehoben wird, wenn das Eiweiss durch Pepsiu- 
vtrdauung verändert war. Das ist selbst der Fall, 
wenn die Verdauung eine so kurze war, dass noch 



reichliche Coagulation durch Hitze erfolgte. — Trypsin- 
verdaute Eiweisse verhalten sich ebenso, jedoch muss 
die Verdauung sehr lange und mit grossen Trypsin- 
# mengen durchgeführt werden, und die Abnahme der 
Präcipitirbarkeit geht hier der Abnahme der Coagulir- 
barkeit parallel. — Die Verff. nehmen danach an, dass 
das Präcipitiv erzeugende Agens eine mit einer specin* 
sehen Bindefähigkeit begabte Gruppe des Eiweissmole- 
cüles darstellt, die durch Pepsin leicht, durch Trypsin 
schwerer zerstört wird. 

Durch kurze Behandlung mit Alcohol verlieren die 
Serumeiweisse nicht ihre Fällbarkeit durch Antiserum, 
sie ist erst nach 4— 8 wöchiger Behandlung mit Alcohol 
verschwunden. Natriutnalbuminat aus Riuderscrum 
wurde nicht gerillt. — Mit Albuniosen (Witte-Pepton) 
konnten keine Präeipitien erzeugt werden. 

Bctiutztcu die Verff. sehr grosse Mengen körper- 
fremden Kiweisses, so gelang es ihnen, auch bei Zu- 
führung per os eine Präeipitation zu erzeugen. Sic 
nahmen Riuderscrum, das sie Kaninchen mittels Sehlund- 
soude beibrachten. — Die Vcrff. weisen darauf hin, dass 
die Präcipitie nichts mit - (Gerinnungs-) Permentcu zu 
thun haben, sie werden bei der Nicderschlagsbildung 
quantitativ verbraucht und folgen den Gesetzen, die für 
die Bindung von Toxin und Antitoxin gelten. Am 
ehesten wird ihr Verhalten durch Ehrlich"» Seiten- 
kettentheorie erläutert. 

In Gegenwart von Harnstoff lösungen treten, wie 
Ramsdcu (5f>) fand, die Umwandlungen von Kivteiss 
in Aeid- und Alkalialbuminat, die Verdauung durch 
Pepsin und Trypsin schneller aus einer Jodlösung ein 
als sonst. Auch Bindegewebe löst sich in 1- lOproc. 
Harnstoff lösungeu schnell, die Muskelfasern behalten 
dagegen ihre Structur bei. -- Coagu lirbares Eiweiss 
wird in Harnstoff ungcriimbar: gerinut jedoch wieder 
nach Entfernung desselben. — Da diese Wirkungen 
auch in sauren Eiwei-sslösungen eintreten, hängen sie 
nicht von der basischen Natur des Harnstoffes ab. Wie 
Harnstoff wirken auch Aramoncyauat und RhoJan- 
ammonium. — Harnstoff bildet mit Palmitinsäure eine 
crystallisirende, leicht zerfallende Verbindung. Sie 
schmilzt bei 184", wobei Petttröpfchen neben Biuret und 
Ammoniak sich bilden. 

Prühcr haben die Kliniker eine Bildung von Aceton 
aus Eiweiss angenommen; die Unmöglichkeit aber, alle 
Pälle von Acetonurie mit dieser Annahme /.u ver- 
einen, führten Gctluiuydcn, Magu us - Lc v y, 
Schwarz und Waldvogel zu der Anschauung, dass 
ausschliesslich das Fett die physiologische Quelle 
des Acetons sei. Abgesehen von klinischen Bedenken 
sind ernste chemische Einwendungen gegen diese letzte 
Annahme zu erheben, da der von den Autoren an- 
genommene Abbau der höheren Fettsäure zu 
Buttersäure und deren l'ebergaiig über ,5-Uxy- 
bu ttcrs'iure in Aee (essigsaure und Aceton weder 
durch das Thierexperiment uoeb durch die chemische 
Erfahrung be>lätigt wird. 

Unter diesen Umständen ist es nicht ohne Inter- 
esse, dass es Neuberg und B 1 u m e n t h a I (öS) ge- 
lungen ist. aus Eiweisskörpern, z. B. Gelatine, durch 



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120 



Lob w y und Nbubbro, Physiologische und pathologische Chbmie. 



Wasserstoffsuperoxyd in schwach saurer Lösung bei 
Gegenwart eines Sauerstoffüberträgers Aceton darzu- 
stellen. Nachdem Orgler ein gleiches Verhalten des 
kristallisirten Ovalbumins bestätigt hat, gelangen N. 
und B. zu der Ansicht, dass sich an der physiologischen 
Acctonbildung alle drei grossen Klassen unseres Nähr- 
materials, Proteinstoffe, Fette und Kohlehydrate, be- 
theiligen: denn auch letztere sind durch mehrere 
Rcactioneu mit dem Aceton verknüpft. 

Neben dem Aceton haben die Autoren bei der er- 
wähnten Oxydationsmethode eine Aldehyd aufgefunden 

und als Isovalcraldehyd £[| 3 CH— CH, . CHO ge- 
kennzeichnet. Letzterer wie das Aceton selbst ent- 

CH 

stehen vielleicht aus dem Leucin q£/ CH— CH 2 — CH 

(NH 2 )-C00H. 

Zickler (60) hat die Empfindlichkeit der Stock- 
schen Reaction auf Aceton (Benutzung von Hydroxyt- 
aminchlorhydrat, Natronlauge, PyridiD) in ihrer An- 
wendung auf den Harn nachgeprüft. Zunächst fand er, 
dass sie an sich weniger empfindlich ist als die Legal- 
sehe und Lieben'schc, insofern sie erst bei 1 mg Aceton 
in wässriger Lösung positiv ist, 0,8 mg bei Legal, 
0,01 mg bei Lieben. — Im Harn ist ihre Empfindlich- 
noch erbeblich beschränkter, hier werden erst 0,02 g 
durch sie angezeigt. Kino ganze Reihe von Harnen, 
die eine positive Legal'sche Probe ergaben, zeigten 
nach Stock's Verfahren kein Aceton an. Da sie auch 
nicht so einfach ist, wie die bisher gebräuchlichen 
Proben, hält sie Z. für die Untersuchung des Harns 
für unbrauchbar. 

Als Fortsetzung früherer Untersuchungen (S. 1068) 
berichtet Czapek (61), dass: a) Nitrate (KN0 S ) für 
Aspergillus niger eine gute, Nitromethan eine 
massige Stickstoffquelle darstellen. — b) Hydrazine 
verhalten sich verschieden: die aliphatischen (Methyl- 
hydrazin) sind gut, die aromatischen (Phenylhydrazin) 
nicht verwerthbar. — c) Oiime vou Aldehyden und 
Ketonen werden nicht assimilirt. — d) N- baltige 
Benzolderivate zeigen ein sehr verschiedenes Ver- 
halten. Anilin ist im Gegensatz zu seinen Homologen 
eine Stickstoffquelle, ebenso die 3 Amiuophenole, von 
denen die m -Verbindung am werthlosesten ist. Aus- 
nutzbar ist ferner Benzylamin, 2 . 4-Diaminophenol, bei 
Zuckerzufuhr auch o-Aminobenzaldehyd und die 8 Amino- 
benzoesäuren. Treffliche Stickstoffqucllen bilden die 
Ammoniumsalzc hydroaroinatischer Verbindungen (China- 
säure), was vielleicht mit ihrem Uebergang in Kohle- 
hydrato durch Ringaufspaltung in Verbindung steht. 
Bei gleichzeitiger Zuckerzufuhr sind die Aintnonium- 
salze zahlreicher aromatischer Säuren verwerthbar. — 
e) Hcterocyklische Stickstoffverbindungen 
sind nur selten als Stickstoffquelle brauchbar. Auf- 
fallenderweise macht das nicotinsaure Natrium eine 
Ausnahme: es handelt sich hier vermutblich utu Ring- 
aufspaltuug, wie auch bei der Verwerthuug des lsatins, 
das einen Pyrrolriitg enthält. — f) Cyan- undSulfo- 
cy au v erbiud uugen verhalten sich verschieden, indem 
Rhodannatrium merklichen, Nitroprussidnatrium und 
Ferricyaukalium geringen Näbrwerth haben. 



Aas der Gesammtheit des Beobachtungsmaterials 
ergiebt sich, dass die aliphatischen «- Amino- 
säuren für den Aspergillus die geeignete Stickstoff- 
quelle bilden; es ergiebt sich hieraus die biologische 
Bedeutung der Atomgruppirung — CHj'NHj. Das 
zeigen deutlich die aromatischen Amine, denen sie fehlt. 
Als Kohlenstoffquelle treten die Aminosäuren 
hinter den Kohlehydraten zurück, unter denen die 
Hexosen und ihre Derivate die erste Rolle einnehmen. 
Der berühmte Satz von W. Pfeffer (1872) von der 
Eiweissregeneration aus Asparagin und Kohlehydraten 
ist daher von allgemeiner Bedeutung. 

Hofmeister (62) gebt aus von der Anschauung 
Liebig's von der Einheit oder mindestens nahen Ver- 
wandtschaft aller Proteine, die in den letzten Decetmien 
durch Erforschung der Spaltungsproducte beseitigt ist. 
Zu den einfachsten Bruchstücken des Eiweissmolecüls 
gelangt man in schonendster Weise durch Anwendung 
der Hülfsmittel, deren sich der lebende Organismus 
selbst bedient, der Fermente. Ihrer Thätigkeit am 
nächsten kommt die spaltende Wirkung siedender 
Mine raisäuren; doch wirken diese auf einige Spalt- 
producta wieder condensirend. Deshalb ist es möglich, 
dass mit einer neuen Methodik künftig neue Abbau- 
produete zu Tage treten, doch ist zu beachten, dass 
ciuige Complexe bei verschiedenem Spaltungsmodus in 
verschiedener Form auftreten; z. B. kann die Tyrosin- 
gruppe als Bromanil, Oxyphenyläthylamin oder Indol 
erscheinen. 

Die bisher erhaltenen Spaltproducte sind im Fol- 
genden zusammengestellt, wobei die nicht durch reine 
Hydrolyse gewonneneu iu ( ] gesetzt sind: 

L Kerne der Fettreihe. Guanidin. Einbasische 
Monoaminosäuren (Glycocoll, Alanio, Amiuobuttersäure, 
Aminovaleriansäure, Leucin). Zweibasische Monoamino- 
säuren (Asparaginsäure, Glutaminsäure). Diaminosäuren 
(Ornithin, Lysin, Histidin). Tbioarainosäure (Cysteiu). 
N-haltige Kohlehydrate (Cbitosamin, Kohlehydratsäure). 

IL Aromatische Kerne: Phenylalanin. Tyrosin). 

III. Ueterocycl ischc Kerne: Pyrrolreihe (Pyr- 
rolidincarbonsäure). Indolreihe ([Indol, Scatol, Scatol- 
carbonsäure, Scatolessigsäure]. S. von der Formel 
C,oHt«Nj0 2 , (Tryptophan). Pyridinreihe (Pyridin). 

Ks ist biologisch bemerkenswert!), dass die im Ei- 
weiss enthaltenen Substanzen den verschiedensten 
Gruppen angehören, von denen sich alle Stoffwechsel- 
produete ableiten lassen; ferner, dass fast alle sicher 
primären Spaltproducte N-haltig sind, und alle Amino- 
säuren der «Reihe angehören, woraus die physiologische 
Bedeutung der glycocollähnlichen Atomgruppirung 
-Ol NH..COOH zu folgern ist. 

Obgleich man zur Zeit keineswegs im Stande ist, 
Protein Stoffe quantitativ aufzuteilen, so lässt sich doch 
sicher behaupten, dass weder alle Spaltproducte am 
Aufbau eines Kiweisskörpers bctheiligt sind, noch dass 
in verschiedeneu Proteinen die Menge der einzelnen 
Bausteine irgend wie constant ist. Zu diesem Schlüsse 
zwingen nicht nur die Resultate, die E. Fischer's 
Estermethode für die Aminosäuren und Kossel's Ver- 
fahren für die ausgesprochen basischen Autheile giebt, 



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Lok wy usn Neübkro, Physiologische und pathologisch« Chemik. 



121 



«ondern auch Untersuchungen über die Bindungsweisc 
fiüiclner Kiemente, wie sie ohne Rücksicht auf die 
Natur der tu Grunde liegenden Kerne für die Bindungs- 
formen von N und S vorliegen. 

Da das Eiweissmolecül allem Anschein nach zu 2 /* 
b;» 3 ,'« aus A minosäuren besteht, bedingen diese vor- 
wiegend seinen Character; zu der Ueberzeugung, dass 
M,-h diese aber in sehr wechselnden Mengenverhältnissen 
Eiweissaufbau bethciligen, führen auch Betrachtungen 
über das Molecu largew ich t. Dasselbe ist bisher zu 
ca. 15000 bis 17 000 ermittelt; beachtet man, dass das 
Durehschnittsmolecularge wicht der voraufgebend auf- 
Kezäblten Substanzen 135 ist, so ergiebt sich ein Gehalt 
des EiveissmolccüU von ca. 125 Kernen. Da die Zahl 
der Spaltuugsprnductc kaum über das Doppelte der 
eUigen, d. h. nicht über 80—40 wachsen wird, lehrt 
eine einlache Rechnung, dass in dem Riescnwolecül 
einige Kerne mehrfach vorkommen müssen. 

Nach dieser Betrachtung erscheint das Eiweiss- 
molecül als ein Mosaik bild, zusammengesetzt aus 
ca. 125 verschieden gestalteten bunteu Steinen. Diese 
•einfache Annahme ergiebt für die Aneinanderlagerung 
bereits eine erdrückende Anzahl von Combinationen, 
deren Mannigfaltigkeit bei Berücksichtigung der Stereo- 
Homerie aoeh grösser wird. Doch sprechen physiologi- 
sche Erfahrungen für die Existenz einer nur beschränkten 
Anzahl von Proteincombinationcn; die Verknüpfung 
der Aminosäuren untereinander erfolgt, wie che- 
muche und biologische Betrachtungen wahrscheinlich 
dachen, durch Iminogruppen, etwa nach dem 
Schema: 

-XH.CH.C0-NH.CH.C0~NH.CH.CO-NH.CH.C0- . 
l l l I 

CA CHj.C,H 4 (OH) CH,.COOH C 3 H,,.CH 2 .N 2 
Leuciii) (Tyrosin) (Asparaginsäure) (Lysin) 

Colloidalc Goldlsgg. werden, wie Schulz und 
Ziigraondy (63) angeben, durch Zusatz eines Electro- 
'yten gefällt, wobei die rothe Farbe ähnlich wie bei 
Lacmus in Blau umschlägt. Colloide können die 
Fällung der colloidalen Goldlsg. verhindern, doch ist 
ihre sebützeude Wirkung nur relativ und eine Function 
4er Coocentration sowie des gegenseitigen Mengenver- 
hältnisses von colloidaler Goldlsg., Electrolyten, und 
Collotd. Diejenige Anzahl von Milligramm 
Colloid, welche gerade nicht mehr ausreicht, 
eine Goldlösung vor dem Parbenumschlag zu 
bewahren, den 1 cem NaCl-Lösung von 10 pCt. 
bewirkt, beisst Goldzahl. Die Herstellung einer 
eigneten colloidalen Goldlsg. geschieht folgender- 
Hussen: in 120 cem H 2 0, das durch Dest. unter An- 
vndung eines Silberkühlers erhalten ist, werden 2,5 cem 
einer Lösg. von 6 g HAuCI« -f- 3 a<j. in 1000 cem 
HjO tiud 3—3,5 cem 0,18-n. K 2 CO s Lsg. gefügt. Zu der 
»edeodenFI. setzt man 3— 5 cem Formaldehydlsg., die 
''3 ecm käufliebes Formalin in 100 cem H 2 0 enthält. 

Mit dieser Lsg. ergaben sich folgende Goldzahlen : 
üobulio 0,02 -0,05; Ovomucoid 0,04—0,08; crystaili- 
aru-j Ovalbumin 2-8; Merck's Albumin 0,01-0,03; 
'niebes Eierklar 0,08—0,15. 

Das crystallirte Ovalbumin, dessen Präexistenz im 



frischen Eierklar die Verff. annehmen, hat demnach eine 
abnorm hohe Goldzahl. Bemerkenswerth ist, dass die 
Alkalialbuminate aller Proteine des Eierklars, ein- 
schliesslich des crystallisirtcn Oralbumins, annähernd 
die gleiche Goldzahl zeigen. 

Rostocki (64) stellte durch fractionirte Fällung 
Eu- und Pseudoglobulin sowie Albumin aus Pferdeblut- 
serum her und injicirte diese Kaninchen intraperitoneal. 
Jedes Serum von Kaninchen, das eine dieser Sub- 
stanzen injicirt erhalten hatte, wirkte präcipitirend auf 
jeden der genannten Eiweisskörper. Danach würden 
die Präcipitine als Unterscheidungsmerkmal für die ver- 
schiedenen Eiweisskörper der gleichen Thierart nicht 
brauchbar sein. — Wurde Kaninchen Bence Jones 1 scher 
Eiweisskörper vom Menschen injicirt, so wurde mit deren 
Serum dieser, aber auch menschliches Serum und dessen 
Eiweisse gefällt, jedoch nur menschliche. Die 
Präcipitenreaction lässt also Eiweisse verschiedener 
Herkunft von einander scheiden. — Die Präcipitat- 
bildung wird übrigens durch alkalische Reaction ge- 
bindert, durch saure begünstigt; ferner ist die Gegen- 
wart von Salzen uöthig; wirksames, aber dialysirtes 
Serum mit der betreffenden salzfreien Eiweisslösung 
giebt kein Präcipitat. 

Frische Galle vom Rind wird von Wahlgren (65) 
zum Syrup verdampft und mit Alcohol extrahirt; der 
Trockenrückstand des A. -Auszugs wird in H 2 0 gelöst und 
mit Bleiacctat ausgefällt. Der Bleind. wird durch Soda 
jn die Na- Salze verwandelt, diese eingedampft und mit 
A. extrahirt. Der schwerl. Antheil giebt, in H 2 0 gelöst, 
mit überschüssigem BaCI 2 , eine Fällung, die in viel 
heissem H 2 0 Isl. ist. Durch HCl wird daraus die neue 
Gallensäurc ausgefällt, die noch einmal über das Ba- 
und Na-Salz gereinigt wird. Die freie Säure, die Glyco- 
choleinsäure, hat die Formel C 27 H 45 N0 6 oder C^H^NOg, 
je nachdem man für die Clioleiusäurecomponente die 
Formel von Latschi noff oder Lassar-Cohn annimmt. 
Sie löst sich selbst in sd. H 2 0 schwer, crystallisirt in 
dicken Prismen von last rein bitterem Geschmack und 
vom F. 175—176°. Giebt die Pettenkoffer'scbe Probe; 
ihre Alkalisalze werden durch Erdalkalien, aber auch 
durch Neutralsalze, wie NaCl, Na-Acetat oder NajSO« 
gefällt. Hierdurch ist sie scharf von der Glycocbol- 
säure unterschieden, ebenso durch die Fällbarkeit ihrer 
reiuen Alkalisalzlsg. durch Essigsäure. Durch Spaltung 
mit Barytw.' oder besser mit HCl zerfällt die Glycocho- 
leinsäure in Glycoeoll und Choleiusäure, welch 
letztere höchstwahrscheinlich mit der von Latschinoff 
(Ber. Dtsch. ehem. Ges. 18) identisch ist. 

Die Glycocholeinsäure selbst ist vermuthlich mit 
der Cholonsäurc von Mu 1 der (Liebig's Ann. 70) identisch, 
aber verschieden von der gleichnamigen S. Strecker's 
(Liebig's Aun. 65). Letztere ist ein L'mwandlungsprod. 
der Glycoeholsäure, aus der sie beim Kochen mit H 2 0 
entsteht, und ist daher besser als Paraglycocholsäure 
zu bezeichnen. — 

Im Frühjahr nimmt der sonst unscheinbar gefärbte 
Crenilabrus pavo ein intensiv blaues Hochzeitskleid an : 
der Farbstoff, der sieh sogar in Iris, Fleisch und 



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122 



LOBWY UND NEÜBERQ, PHYSIOLOGISCHE UND PATHOLOGISCH« CHEMIE. 



Knochen bemerkbar macht, lässt sich nur bei Darstlg. 
aus den Flösset! cinigermaassen rein erhalten. Zunächst 
werden von v. Zeyuck (66) mit Aether und Aceton 
aus diesen andere Substanzen entfernt und dann durch 
kurze Extraction mit dest. W. der Farbstoff ausgesogen. 
Zur blauen Fl. wurden 10 pCt. Ainmoniumsulfat ge- 
setzt und zum Filtrat des dadurch bedingten geringen 
Nd. weitere 5 pCt. Die dadurch hervorgerufene Fällung 
wurde durch Dialyse von anhaftendem (NH 4 )^S0 4 be- 
freit; beim Verdunsten des Dialysierrückstandes hinter- 
bleibt der Farbstofl in durchsichtigen, spröden Laraellen, 
deren Wasserlöslichkeit allmählich abnimmt. Der Farb- 
stoff hat den Character eine* Eiweisskörpers; er ist frei 
von P, Fe und Cu und hat die Zus. : C = 50,09 pCt., 
H = 6,8-2 pCt,, N = 14,85 pCt., S -= 0,02 pCt., 0 = 
27,62 pCt. Er giebt die meisten Eiweissprobeu, die 
Bk. von Mi 1 Ion ist negativ. HNO s erzeugt eine ver- 
gängliche Rothviolettfärbung. Beim Kochen mit HCl 
entfärbt sich die Lsg. zunächst, und dann tritt eine in- 
tensiv indigoblauo Färbung ein. die stärker als die Ur- 
farbe ist und ein dem Indigocannin entsprechendes 
Spectruin ergiebt. Andere Crcnilabrusarten scheinen 
den gleichen Farbstoff zu besitzen, während Labrus 
turdus einen schwarzblauen Farbstoff von anderen 
Eigenschaften enthält. 

Mit dem früher angegebenen Verfahren hat Schmidt 
(69) Caseiu, crystallisirtes Üvalbumiu und Albumiu aus 
Eigelb jodirt und als Reaetiousprodd. stets: CO,, HJ, 
Jodammonium, Jodoform, Araciseusäure, Essigsäure, ein 
jodhaltiges Phenol? {p-JodbrenzcatechinV; und inter- 
mediär auch jodsuurcs Ammonium beobachtet. Die Bildg. 
dieser Stoffe, die bei Bluttemperatur beginnt, und deren 
Monge mit steigender Temperatur zunimmt, glaubt Verf. 
auf eine Oxydation des Tyrosiumoleciils beziehen zu 
sollen; denn die relativen Mengen stehen ungefähr im 
Einklang mit den durch die folgenden Gleichungen aus- 
gedrückten Beziehungen, wobei angenommen wird, dass 
Tyrosin primär in Jodbrcuzcatechin und Alanin zerfällt, 
die danu durch Jod und Alkali weiter /.erlegt werden: 
a) C«H 4 OH . CH, . CI1(NH 2 ) . COUll + 11,0 + 2 J = 
C e H 3 (0H),.I + CH 3 . CH(NH,) . COOU -»• HJ 
ß) fiCHj . CH(NI1 S ) . COOH + «J + 9H,0 = 
NU« . JO, + 5 NH 4 J + 6 CH, . CH(OH) . COOH 
r) 2CU- . CH . OH . COOH + 12 J + 2H,0 = 

2 CO, + 9HJ + CHJ, + 11 . COUH 4 CH, . COOH. 

Ehrenteid (70) hat das von ihm in Gemeinschaft 
mit Hab er man n für das Casetn angewendete Ver- 
fahren auf eine Reihe auderer Proteinkörper ausgedehnt. 
Die erhaltenen Rohprodukte wurden mit Wasser ange- 
rieben, mehrere Stunden im Wa.sserbade erhitzt, nach 
dem Erkalten verdünnte Salzsäure hinzugesetzt, abfil- 
trirt und dieses Verfahren so oft wiederholt, bis das 
Product ganz aschefrei war. Die Elementaraualysc 
ergab in die>cn Körpern wechselnde Mengen Chlor, 
nämlich im Mittel beim Eicralbumin fi.51 pCt-, Serum- 
albumin 8.95 pCt.. Vitellin 10 pCt., Legurain 6.93 pCt.. 
Kleber 4,>»1 pCt.. Casein 13.58 pCt. Sie ergab ferner, 
dass bei der Chlorirung eine Abspaltung von C, 11, N 
und eine Aufnahme von 0. also Oxydation stattgefunden 
hat. Die Chh.rirungspr.iducte erwiesen sieh samit«tlie«i 



als schwefelfrei im Widerspruch mit den Beobachtungen 
Panzer's, welcher in seinem Chlorcaseiu 0,23 pCt. 
Schwefel gefunden hat. 

In den Filtraten von den Chloreiwcisskörpern fand 
Verf. weder Schwefelsäure noch SulfongTuppen. Am 
moniak scheint bei der Chlorirung durch nascirendea 
Chlor nicht abgespalten zu werden. 

Aus crystallisirtem Ovalbumin und Serumalbumia 
erhielt Fuld (71) durch Fällung mit Metaphosphor 
säure Verbindungen mit constantem Phosphorgehali; 
annähernd das gleiche Resultat liefert Caseiu, während 
die gegen Säuren stark empfindlichen Eiweisskörper 
(Globulin, Edestin. Hämoglobin) keine constanlen Ver- 
bindungen eingehen. Da in den Proteinphosphaten du 
Verhältnis» N : C das gleiche wie im nativen Kiwei«- 
körper ist. stellen dieselben einfach metaphosphorsaare 
Salze dar. Als solche werdeu sie durch Trypsin. Pepsin 
und auch schon durch Wasserdampf unter Abspaltung 
von Phosphorsäurc zerlegt. Durch das Verhalten 7u 
siedendem Wasser sind die künstlichen Metapbospbate 
scharf von den natürlichen Phosphoreiweissverbindungen 
(Nucleinen) zu unterscheiden. — 

Casein löst sich bei in bestimmter Weise geleiteter 
Erhitzung in verdünnter Salpetersäure vollständig in 
einer hellgelben Flüssigkeit. Durch Ausschütteln mit 
Aether und Abdestilliren des ätherischen Auszugs bei*, 
freiwilliger Verdunstung — wird das Abdestilliren in 
weit getrieben, so tritt Zersetzung ein unter stürmischer 
Entwickelung von rothbraunen Dämpfen von Untcrsal- 
petersäure — konnten Habermann uud Ehrenfeld 
(72) reichliche Mengen von Oxalsäure und kleine Mengen 
von Oxyglutarsäure erhalten, welch' letztere als Zink- 
salz gewounen und als solches durch die Analyse iden- 
tificirt werden konnte. Die Glutarsäure stammt ohne 
Zweifel aus dem Atomencomplex, welcher bei der Zer- 
setzung mit Salzsäure Glutaminsäure liefert. Ausser 
der Oxyglutarsäure war noch die Bildung klein« - 
Mengen von Leucinsäure und Benzoesäure wahrschein- 
lich, jedoch konnten beide nicht isolirt werden. — 

In coneeutrirten Lösungen von Witte- Pepton er- 
zeugt Magensaft einen Niederschlag, und zwar sind 
alle Fractionen dieses „Peptons* zur Bildung des Nie- 
derschlags befähigt. Da die durch Fällung entstehen- 
den Substanzen im Wesentlichen den Character von 
Albumosen besitzen, so bandelt es sich hier nicht um 
eine Rückverwaudlung in „Eiwciss*. Die neuen Pro- 
ducta werdeu von Pepsin wie Trypsin angegriffen, wo- 
bei Leucin und Tyrosin erhalten sind. 

Da neuerdings Pawlow und Pazaschtschuk 
(Vortrag auf dem Congrcss Nordischer Naturforscher 
und Acrzte in Heisingfora) in Lab- und Pepsinwirkung 
nur verschiedene Äusserungen eiu und desselben Fer- 
ments erblicken, machen Maria Lawrow und S. Sa- 
laskili (75) den Vorschlag, künftig Albumosen nach ihrer 
Herkunft als Pepsin - oder Labalbumosen zu unter- 
scheiden. Letztere liegen nun in den beobachteten 
Niedersehbigen vor. die früher als Plasteine be- 
zeichnet sind. Wahrscheinlich entstehen die Labalbu- 
mosen durch chemische Synthese unter Bedingungen, 
die der Pepsin Wirkung gerade entgegensetzt sind. 



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Loewy und Kruberg, Physiolooi.schb unh pathologische Chemie. 



123 



Bondi (77) ging zur Darstellung von deu Seiden- 
eueons aus, welche aufgeschnitten und vou den Puppen 
befreit wurden. Nach Reinigung mit Wasser, verdünnter 
Saltsäure und wieder mit Wasser wurden die Cocons 
im Rückflusskühler mit Wasser gekocht und so eine 
Seidenleimlösung erhalten, welche filtrirt und einge- 
dampft den Seidenleim in Form von spröden gelb- 
brauoeD Lamellen liefert, der nun noch einem umständ- 
lichen Reinigungsverfahren unterworfen wird. Das reine 
Seriein (Seidenlcim) ist in Wasser vollkommen und 
laicht löslich, hat jedoch grosse Neigung, in eine 
»chwer lösliche Modification überzugehen, so schon beim 
blasen Eindampfen uuter Bildung von hautartigen Ab- 
sebeidungen an der Oberfläche. Diese schwer lösliche 
Modification wiederum in die leicht ' lösliche Oberau - 
rubren, gelingt nicht. Eine hervorragende Eigenschaft 
lies Seidenleiras ist die Gelatinirung seiner Lösungen, 
und zwar bildet eine Lösung von 1,5 pCt. noch eine 
feste Gallerte, eine solche von 4 pCt. ist noch gelatinös. 
Diese Eigenschaft geht verloren durch Erhitzung der 
Lösung unter Druck. Das Verhalten des Serieins zu 
Mauren und Alkalien sowie die Ueactionen werden vom 
Verf. genau beschrieben. — Statt des in der Regel an- 
gewendeten umständlichen Verfahrens zur Darstellung 
des Sericins fand Verf. schliesslich ein sehr viel ein- 
facheres in der Ausfallung des Seidenleims aus der 
Losung durch Essigsäure. 

Je 2 g gereinigte Hornspähne wurden von Bauer 
~<J) mit 50 cem Wasser 24 Stunden lang in zuge- 
stfbmolzenen Röhren auf 150° erhitzt. Beim Üeflueu 
der Röhren machte sich ein intensiver Uucbartiger Ge- 
ruch bemerkbar, jedoch gelang der Nachweis von Mer- 
c-iptau (Aetbylsulfid war nicht nachweisbar) mit Hülfe 
der von Rubner angegebenen Reaction — eine gelb- 
retbe Lösung von Isatiu in concentrirter Schwefelsäure 
färbt sich durch Mcrcaptan grasgrün — erst nach 
starkem Abkühlen der Röhren, es bandelte sich also 
vbae Zweifel um das bei Zimmertemperatur gasförmige 
Weihylmercaptan. — Die erhaltene gelbgefärbte Lösung 
wurde analog dem Verfahren, welches Neume ister 
^im Fibrin eingeschlagen hatte, zuerst mit Kochsais 
jesattigt, wodurch ein Niederschlag entstand, das Fil- 
.r;tt dann mit kochsalzgesättigter Salzsäure angesäuert. 
Es wurde so ein Atmidkcratin und eine Atmidkeratose 
"ratspreehend dem Atmidalbuniin und der Atmidalbu- 
mose) erhalten. Bezüglich der Reinigung dieser Nicder- 
^hläge und der Reactiouen muss auf das Original ver- 
tiefen werden: sie entsprechen sehr nahe denen der 
Atmidalburuinc und der Atmidalbumose, nur ist die 
Atmidkeratose nicht völlig durch Chlornatrium + Salz- 
•^ure fallbar, was indessen auch für die Atmidalbumose 
«■nSalkowski bestritten wird. Von Pepsin und Trypsin 
**rdeu die erhaltenen Körper nur schwierig angegriffen, 
tiri* Umwandlung der Atmidkeratose in Deutcroalbu- 
rnkrt* durch Kochen mit 8proc. Schwefelsäure gelang 
'-lebt Tiefergebendc Spaltungsproducte — Pepton, 
L'Ufin, Tyrosin — wurden nicht gefunden. 

Ausser den bisher bekannten Spaltungsproducten 
de< Horns (Leucin, Tyrosin, Asparaginsäure, Glutamin- 
^art, Cystin, Arginin, Lysin) ergab die neue Ester- 



methode Fischer und Dörpinghaus (SO) sechs 
weitere Monoaminosäurcn : Glycocoll, Alauin, d-Amino- 
valeriansäure. d-Pyrrolidiucarbonsäure, Seriu und Phe- 
nylalanin. Dieses Ergebnis» zeigt von Neuem die weite 
Verbreitung von Serin, Pyrrolidincnrbonsäure, und 
Phenylalanin; Acbnliches seheint von der Amiuovalerian- 
suure zu gelten, deren Trennung vom Leucin mühevoll 
und verlustreich ist. 

Zur Untersuchung diente Rinderhorn, das durch 
Trocknen im Toluolbade 12,7 pCt. HjO, nach vorauf- 
gegangenem Auslaugen mit HCl von 5 pCt. 17,3 pCt. 
H 2 0 verlor. Hydrolyse und Veresterung erfolgen in der 
öfters angewandten Weise, doch stört die Gegenwart 
S-haltiger Substanzen die Destillation. Deshalb wird 
das Estergeroisch, das aus 1 kg Horn resultirt, mit 
2 kg Petr. Aeth. geschüttelt, wobei eine Petrolatherlösung 
der gewöhnlichen Ester (A) entsteht, während S-baltige 
Productc mit dem Serinester und einem weiteren Theil 
der Ester als dunkeles Gel (B) ausfallen. Während A 
nur flüchtige Productc (282 g) liefert, hiuterlässt B 
110 g eines tiefschwarzen, schwefelhaltigen Rückstandes 
neben 172 g flüchtigen Estern. Cystin bleibt bei An- 
wendung der Estermetbode in der alkalischen Lauge 
oder im festen Rückstand von B, andere S-haltige Sub- 
stanzen, besonders Schwefelammonium, finden sich in 
den über 110° siedenden Fractionen. Durch wieder- 
holte Destillation wurden folgende Fractionen erhalten. 
1. Bis 40°. Aus derselben schieden sich beim Stehen 
2,5 g G lycinanhydrid ab, wodurch der Glycocoll- 
nachweis besonders erleichtert wurde. — 2. Fraction 
40—55° von A und B zusammen lieferte 9,5 g Amino- 
säuren, aus denen 3 g reines d- Alanin abgeschieden 
wurden. — 3. Fractiou 55—80° ergab aus A und B 
zusammen 72 g Aminosäure durch Auskochen der gepul- 
verten Substanz mit absolutem Alcohol wurde a- Pyrro- 
lidincarbonsäurc erhalten. Der Rückstand' lieferte 
durch die äusserst mühevolle fractiouirte Crystallisation 
neben Leucin (8 g) rechtsdrehende Amino- 
valeriansäure, identisch mit der früher aus Casein 
und jüngst von Schulze und Wiutcrstciti auch aus 
Lupinenkcimliiigen erhaltenen. Die Phenylcyanatverb. 
der mit Barytwasser bei 180° racemisirten Verb, erwies 
sich identisch mit der aus dem synthetischen Product 
von Slimmer (Ber. d. deutschen ehem. Ges. 85. 403. 
C. I. 574); die Aminovalcriansiiure ist deshalb als 
optisch active a- A m i no isovalcrian säure <CH a ) 2 . 
CH . CB(NHj) . COOU zu betrachten. 

4. Fraction 80 -85° lieferte aus A und B durch 
fractiouirte Crystallisation aus heisscm Wasser 70 g 
Leucin, 30.5 g n- Pyrrolidincarbonsäure. (davon 
11 g Racemform) neben kleinen Mengen anderer Amino- 
säuren, insgesainmt 136 g. — 5. Fraction 85 — 110° 
bestand bei A (3 g) aus Leucinester; bei B enthielt 
sie Leucin-, Asparagin- und Serinester, daneben 
noch eine neue Verbindung. Letztere bleibt beim Aus- 
schütteln der wässerigen Esterlösung mit Petr. Aeth. bei 
dem Serinester in der wässerigen Schicht Nach der Ver- 
seifung mit Barytwasser, Ausfällen des Ba und Eiu- 
damplen zur Trockne bleibt eilt Rückstand, aus dem 
beisser Ale. die neue Substanz auszieht, während typisches 



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124 



LOEWY UND NBUBRRQ, PnY8IOLOGlSCHE UND PATHOLOGISCH B CHEMIE. 



Scrin (4,5 g) zurückbleibt und durch Crystallisatiou 
aus ü 2 0 rein erhalten wird. — 6. Fraction 115 -140°. 
A ergab 6 g eines S-haltigen, aber N-frcien Oels, 11 g 
grösstenteils raccmisirtes Phenylalanin neben As- 
paraginsäurc und Glutaminsäure. — 7. Kraction 
110—185°. B. lieferte noch 1,5 g Serin, 4 g Pbenyl- 
alanin, 8 g r-asparaginsaures Baryura, daneben 
(rechtsdrebende) A sparagi n säure und Glut- 
aminsäure. — 8. Fraction 140 — 155°. A enthielt 
Phenylalanin-, (tlutaminsäure und wenig As- 
paraginsäure. der entsprechende Theil von B lieferte 
7 g r-glutaminsaurcs Barr um neben der rechts- 
drehenden Form. — 9. Fraction 155-195° A und 
155— 185° B ergaben neben Phenylalanin und Glutamin- 
säure die bisher nicht als Protcinspaltungsproduct er- 
haltene Pyrrolidoncarbonsäurc (15 g); sie ist 
secundär aus Glutaminsäure entstanden. 

Sieht man vom Tyrosin und Cystin ab, sowie von 
der Thatsache, dass Glutaminsäure nach Hlasiwetz 
und Habermann (Licbig's Ann. 169. 150) besser 
nach Eindampfen des salzsauren Hydrolysirungsprod. 
und Sättigen mit HCt-Gas durch Crystallisation isolirt 
wird, so erhält man mit der Estermetbode 40,02 pCt. 
des getrockneten Horns an Monoamiuosäuren, und zwar: 
0,34 pCt. Glycocoll, 1,20 pCt. Alanin, 5,70 pCt. *-Amiuo- 
isovaleriansäure, 18,30 pCt. Leucin, 3,60 pCt. a-Pyrro- 
lidiucarbousäure, 0,68 pCt. Scrin, 8,00 pCt. Phenyl- 
alanin, 2,50 pC. Asparaginsäure, 3.00 pCt. Glutamin- 
säure, 1.70 pCt. Pyrrolidincarbonsäurc. — 

Die directe Trennung des Phenylalanin von anderen 
Aminosäuren ist bisher aus solchen Flüssigkeiten, welche 
nur weuig davon enthalten, nur schwierig und mit 
grossen Verlusten ausführbar. Schulze und Winter- 
st ein (86) haben nun gefunden, dass Pbenylalauio 
auch aus Lösuugen, welche nur 1 pCt. der Substanz 
enthalten, durch Phosphorwolframsäure in Form einer 
öligen Fällung, die sich später in blätterige Crystalle 
umwandelt, ausgefällt wird und sich aus dieser Fällung 
durch Behandeln mit Aetzbaryt leicht wieder darstellen 
lässt. Es Hess sich so in dem alcohuliscben Auszug 
von ctiolirteii Keimpflanzen von Lupiuus albus und 
Vicia sativa darstellen, ebenso auch aus den Zersetzungs- 
produeten des Conglutms mit Salzsäure; aus 260 g er- 
hieltet» die Verff. 0,8 g, rcrimtthlich entsteht es aber in 
grösserer Menge und ist das Verfahren zur Isolirung 
mit Verlusten verbunden. 

Mont' ry(S9) hat zunächst aus amyloiden Organen 
die Chotidroitinschwefclsäure nach Oddi isolirt und be- 
stimmt, ferner das Eiweiss des Amyloids nach Krawkow. 
Bezüglich de-, ersteren konnte er Oddi 's Angabe, dass 
a sich um chondroitinschwefclsaures Natron handle, 
nicht bestätigen, der Schwefel- und Stickstoffgehalt 
wann höher als erforderlich. Das Eiweiss des Amyloids 
erwies sieh als ein Nucleo- Proteid. Verf. fasst die 
Amykiidbilduug si> auf, dass die Nuclcoproteide zurück- 
gehalten werden und sich mit Chondroitiaschwefelsaure 
zu Amyloid verbinden. 

Hei mann (92) giebt hier nur die Resultate 
seiner Untersuchungen. Die wesentlichsten sind fol- 
gende: Kntgegen den Befunden bei nicht melanotischen 



malignen Tumoren konnte H., entsprechend den An- 
gaben vou Lubarsch, in melanotischen nur ausnahms- 
weise Glycogen nachweisen (zweimal in elf Fällen). 
Das Melanin von vier unter acht Tumoren enthielt 
Eisen und Schwefel, von drei nur Schwefel, von einem 
nur Eisen. Echtes Melanogen ist nur dann im Harn 
als sicher constatirt anzusehen, wenn dieser auf Eisen - 
cbloridzusatz einen schwarzen Niederschlag giebt, der 
sich in Soda mit schwarzer Farbe löst und durch 
Miucralsäuren aus dieser Lösung als schwarzes 
oder braunschwarzes Pulver ausfällt. Trifft letz- 
teres Verhalten nicht zu, so ist kein Melanin vorhan- 
den, während Schwärzung durch Eisenchlorid auch nach 
Rübenfütterung im Harn von Kaninchen beobachtet 
wird. Echtes Melanogen im Harn deutet nicht aus- 
nahmslos auf melanotische Tumoren. — Wie Eisenchlorid 
wirkt auch Barytbydrat fällend auf Melanogen; ebenso 
auch Bromwasser und Chromsäure, diese jedoch nicht 
in allen Fällen. 

Die Blaufärbung von Harnen durch Nitroprussid- 
natrium, Kalilauge und Essigsäure nach Thormählen 
kommt nicht dem Melanogen oder Melanin auf Rech- 
nung: sie kommt auch nicht in allen Melanin- 
formen vor. 

Injicirt man subcutan Melaninlösungen, so werden 
diese durch Reduction entfärbt. An der Rcducrion be- 
theiligt sich hervorragend die Leber, die auch in vitro 
reducirend auf Melanin wirkt. — Aualog dem Melanin 
wird die in der käuflichen Sepia enthaltene Sepiasäurc 
und die Humussäure nach subcutaner und intravenöser 
Injection entfärbt und als Melanogen im Harn ausge- 
schieden. — Per os verabreicht, wird Melanin nicht re- 
sorbirt. — Bei Fröschen subcutan injicirt, geht es un- 
reducirt in den Darm über, während der Harn kein 
Melanin oder Melanogen enthält. 

Ponard und Labbe (94) fanden, dass ein Theil 
der Ki weisskörper des Maiskornes in heissem Amyl- 
alcohol löslich ist und dadurch rein gewonnen werden 
kann. Die Verff. geben das genauere Verfahren an. 
Auch wenn man nach Ritthausen 's Verfahren die 
Eiweisskörper des Mais darstellt, lässt sich der gleiche 
Körper mit Amylakohol gewinnen. Die Verff. nennen 
ihn Maisin; er ist ihnen, abgesehen von Sorgho, 
bisher nicht in anderen Cerealien oder Leguminosen 
begegnet. Er enthält 54,72 C, 7,63 H, 15,90 N, 
0,80 S, 0,06 Asche. Die Formel würde sein = 
C| M H 100 N« 0 51 S. — Er ist iu Wasser und Salz- 
lösungen unlöslich, in Methyl- und Aetbylalcohol, Aceton 
löslich, auch iu höheren Alcoholen. — Der Gebalt des 
Maises an Maisin beträgt 4—4,5 pCt. — 

Der von R. Virchow entdeckte muciuäbn liehe In- 
halt der Ovarialcysten wird als glucosidabnlicbe Sub- 
stanz betrachtet, nachdem es gelungen ist, mit Mineral- 
säuren daraus einen reducirenden Complex abzuspalten. 
L'eber die Natur des letzteren gehen die Meinungen 
völlig auseinander. Panzer hielt sie für eine Aether- 
schwefelsäurc. die der Chondroitinschwcfelsäurc ähnelt, 
während ihr Kohlehydrat weder Chitosamin noch Glu- 
curonsäure sein soll. Schmiedeber g's Schüler Lea- 
thes betrachtet den Kohlehydratcomplex des Pseudo- 



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LOKWY UND NbüDKRG, PHYSIOLOGISCH K UND PATHOLOGISCHE CHEMIB. 125 



raucins als reducirtes Chondrosin und nannte ihn 
J'araroucosin' 1 , doch soll nach seinen Angaben das 
Xerosamio von Chitosamiu verschieden sein. Zängcrle 
schliesslich konnte aus Paramucin nach Friedrich 
Müller 1 « Benzoylirungsverfahren eine Substanz erhalten, 
die nach den crj stenographischen Eigenschaften, die 
jedoch nicht eindeutig sind, für salzsaures Cbitosamin 
gehalten wurde. 

Neuberg und Heymann (95) haben nun die 
betreffenden Widersprüche aufgeklärt. Nach der Me- 
thode von Neu borg und Wolff, die noch erweitert 
wurde, stellten sie fest, dass als einziges Kohlehydrat 
im Paramucin das gewöhnliche Cbitosamin vorhanden 
ist, und dass eine Verbindung wie das von Lcathes 
angenommene „Pararoucosin" d. i. Anbydrochitosamin- 
gulose) nicht existirt. 

Bourquelot und Herissey (96) zeigen, dass 
(ilucosidc im Pflanzenreich ziemlich verbreitet vor- 
kommen. Sie studirten besonders das in der Aucuba 
japonica vorkommende, das sie durch Kochen mit 
Wproc. Alcobol am Rückflusskühler gewannen. Der 
gleichzeitig ausgezogene Rohrzucker wurde mittelst 
Hefe vergoren. — Das rein dargestellte Glycosid stellt 
büschelförmige, farblose Crystalle dar, schmelzend bei 
1S1". Es ist etwas bitter, ist in Wasser und Alcobol 
sehr leicht löslich. Es dreht links (ao = 173,1* in 
3proc. Lösung). Das Aucubin ist stickstofffrei, reducirt 
Dicht Kupfer, wird durch Emulsiu und dünne Schwefel- 
saure (2 pro mille) leicht gespalten zu einer braunen, 
in Wasser unlöslichen Substanz, in einen penetrant 
riechenden Körper und einen reducirenden Zucker, der 
rechts dreht, aber noch nicht crystallisirt erhalten 
wurde. — 

Der Nachweis des Cbitosamins, das als Kohle- 
bydratgruppe in zahlreichen Protei'nstoffen gefunden ist, 
bietet zumeist erhebliche Schwierigkeiten. Neuberg 
u. Wolff (100) haben deshalb ein neues, auch bei Ge- 
genwart anderer Zucker anwendbares Verfahren ausge- 
arbeitet. Dasselbe gründet sich auf die Oxydation des 
Cbitosamins zur Nor-iso-zuckersäure. 

Letztere ist eine Dicarbonsäure der Kohlehydrat- 
reihe; als solche bildet sie ein unlösliches Bleisalz, mit 
dessen Hülfe sie von anderen hydrolytischen Spaltungs- 
produkten der Eiweisskörper (besonders von den 
Aminosäuren) getrennt werden kann. Die aus dem 
Bleisalz freigemachte Norisozuckersäure bildet gut cry- 
»tallisirte Alkaloidsalze, von denen das Cinchonin- 
ülz besonders zum Nachweis geeignet ist. 

Die Methode Steudel's (101) beruht auf der be- 
«oüten Fähigkeit von Aminen mit Phenylcyanat zu 
HirnstoffeD zusammenzutreten. Das Chitosamiu (S. 
braucht trotz der Erörterungen von E. Fischer und 
Lobry de Bruyn den alten Namen „Glucosamin", 
kr leicht zur Verwechslung führt) liefert mit Pheuyl- 
eyanat zunächst gleichfalls ein Harn9toffdcrivat, das 
wenig cbaracteristisch ist. Beim Erwärmen mit Essigsäure 
verliert dasselbe Wasser und liefert nun ein gut cry- 
stallisirendes Anhydrid, das als Imidazoldcrivat be- 
trachtet wird. 



Mit Hülfe dieses Verfahrens, dessen principiellc 
Brauchbarkeit durch Zusatz von Chitosaminchlorhydrat 
zu hydrolysirten Eiweisskörpern und entsprechender 
Verarbeitung geprüft wurde, konnte die reducirende 
Substanz aus hydrolysirten Submaxillarisinucin des 
Rindes nicht isolirt werdeu; aus Paramucin (Ovarial- 
cyste) konnte dagegen eine geringe Menge einer Phenyl- 
eyanatverbindung erhalten werden, deren Schmelzpunkt 
210° mit dem der Chitosaminvcrbindung übereinstimmt. 

Fermentative Abspaltung von Kohlen- 
säure haben Baumann, E. u. H. Salkowski, Nencki 
und Ellinger bei Aminosäuren und aromatischen 
Oxysäuren bei der Einwirkung von Fäulnissbacterien 
beobachtet; bei rein enzymatischen Processen (Auto- 
digestion und Trypsinverdauung) constatirten Lawrow 
und Emerson den gleichen Effect. In allen diesen 
Fällen ist das Product der biochemischen Reaction ein 
Phenol oder Amin. Durch Verwandlung der d-Glueu- 
ronsäure (I.) in 1-Xylose (II.) schufen Salkowski u. 
Neuberg (105) eineu neuen Typus dieser physiologisch 
wichtigen Reaction, da diese hier zu einem Aldehyde 
führt. 

OH H OH OH 

1. COH-C C— C C-COOH 

H OH Ii H 
OH H OH OH 

II. COH— C C — C CH 

H OH H H 

Die Abspaltung von C0 2 aus der Glucuronsäure 
erfolgt durch Fäulnissbacterien, am besten bei mässig 
alkalischer Reaction und iotensiver Fäulniss. Da das 
CO,-abspaltende Bacterium noch nicht in Reincultur 
erhalten ist, wurde eine Mischcultur benutzt, wie sie 
bei der gewöhnlichen Fäulniss von 500 g gehacktem 
Fleisch vorliegt. Die Verss. — bezw. deren Anstellung, 
sowie der Lsolirung der Reactionsproducte muss auf das 
Original verwiesen werden — ergaben z. B. aus 25 g 
Glucuronsäure 1,18 g I-Xylosazon ; wegen der Leichtig- 
keit, mit der Xylose selbst durch Fäulnissbacterien 
weiter zersetzt wird, ist die Abscheidung grösserer Men- 
gen des Zuckers unmöglich. 

Die Ueberführung der d-Glucuronsäurc in 1-Xylosc 
besitzt ein besonderes Interesse, da hierdurch das bio- 
logisch wichtige Problem der Verwandlung von Kohle- 
hydraten der d-Reihe in solche der 1-Reihe zum ersten 
Male glücklich gelöst ist, und zwar auf einem Wege, 
der mit den natürlichen Vorgängen die weitgehendste 
Analogie aufweist. Bemerkenswert!) ist, dass die in den 
NucleoproteVden thierischcr Organe vorhandene Pen tose 
(C. Neuberg, Ber. d. Dtsch. ehem. Ges. 35. 1467; 
C. 1902. I. 1159) gleichfalls l- Xylose ist. — 

Die wichtigste Reaction zum Nachweis von Zucker- 
arten ist die Phenylhydrazinprobe geworden. Bekannt- 
lich geben aber nun Traubenzucker. Lävulose, Mannosc 
und Cbitosamin das gleiche Osazon. so dass zwischen 
diesen Zuckern mit Phenylhydrazin keine Differential- 
diagnose erfolgen kann. 

Dagegen fand Neuberg (107), dass asymmetrisches 

Metbylphcnylhydrazin £[£>N - NH 2 nur mit Keto- 



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126 



Loewy und Nedbkro, Phybiologische und pathologische Chemie. 



zuckern unter Osazonhilduug rcagirt. Es werden die 
entsprechenden Derivate verschiedener Ketosen be- 
schrieben: gerade das physiologisch wichtigste, das 
Mctbylphenylosazon des Fruchtzuckers, besitzt ausge- 
zeichnete characteristi9che Eigenschaften, so dass die 
Erkennung der Lävulose als Methylphenylosazon keine 
Schwierigkeiten bietet. 

Erwähnt sei noch, dass mit Hülfe von Methyl- 
Phenylhydrazin in vielen Fällen auch eioe Trennung 
von Aldosen und Ketosen erreicht werden kann. 

Oshitna(llO) hat Hefegumrai nach dem Verfahren 
von Salkowski dargestellt und die Producte der Hy- 
drolyse desselben aufs Neue untersucht. Ganz überwiegend 
entsteht dabei. wioSalkowski angegeben hatte. Mannose, 
vielleicht auch etwas Glucoso, doch war dieses nicht 
sicher festzustellen. Ausserdem enthält das Gummi 
ein wenig Metliylpcutosan und zwar ein bei der Hydro- 
lyse Fucose bildendes, wenigstens deutet die Bildung 
vou Methylfurfurol und der Schmelzpunkt des in A leohol 
löslichen Hydrazoos darauf hin. 

Da das bisher dargestellte Invertin stets gummi- 
haltig ist, versuchte Verf. auf verschiedenen Wegen eine 
Trennung des Iuvertins von Gummi zu bewirkeu, dies 
gelang noch am besten durch Fällung mit Kupferacetat. 
welches das Invertin in neutraler Lösung fällt, dagegen 
nicht das Gummi, jedoch Hess die Ausbeute sehr zu 
wünschen übrig und auch die Wirksamkeit des Präpa- 
rates hatte entschieden gelitten. Aus äusseren Gründen 
könnt« die Arbeit nicht fortgesetzt werden. — 

Nach Salkowski** Entdeckung der Pentosurie im 
Jahre 1892 beanspruchte die Auffindung furfurollicfern- 
der Substanzen in den Organen grösstes Interesse. Das 
erste besser bekannte Product dieser Art ist Hammar- 
sten's Panereas-nucleoproteid. dessen Kohlehydratgruppe 
gleichfalls von E. Salkowski als Pentose erkannt 
wurde. Welcher der zahlreich möglichen isomeren 
Zucker der Fünfkohlenstoffrdhc aber vorlag, blieb un- 
gewiss, und demgemäss wurde auch die Frage nach 
einem möglichen Zusammenhang zwischen .Harn- - und 
„Organpcntose* nicht entschieden. 

Beide Fragen hat nun Neuberg (1 12) durch Cou- 
stitutionsaut'klärung der Organpcntose gelöst, nachdem 
die der Hampentosc (raeemische Arabinose) schon früher 
erfolgt war. Durch optische Untersuchung wurde zu- 
nächst ermittelt, dass das Peutosazon aus Pancreas 
I-Xylosazon ist. Von den verschiedenen möglichen Iso- 
meren, die das gleiche Osazon geben (Xylosc, I.yxose. 
Ketoxylose und deren Aminen) wurde der Ketozucker 
zunächst duffh den negativen Ausfall der Methylphcrjyl- 
hydrazinreaction von Neuberg ausgeschlossen; zwischen 
den anderen Möglichkeiten entschied die Oxydation mit 
Bromw .-ser de. Diese führte zu einer stickstofffreien 
Pentoiisiiure, die in Form ihres Bruciusalzes isolirt 
wurde; letzteres erwies sich als identisch mit dem 
gleichen Salz der I Xylonsäure. Hierdurch sowij durch 
einige Controlx ersuch« anderer Art wurde die Pancreas- 
pentosc mi t .Sicherheit als 1-Xylose erkannt; .sie ist 
demnach völlig verschieden von der Harnpentose. mit 
der sie auch nicht einmal verwandt ist. 

Salkowski -113) hat früher angegeben , dass 



das Xylan aus der alkalischen Losung durch Feh- 
ling'sche Lösung ausgefällt wird,} das Araban dagep.". 
nicht. Diese Angabc bezog sich auf Araban aus Rüben- 
schnitzeln und Kirschgummi. Die Ausdehnung der Ver- 
suche auf Gummi arabicum, welches reichlich Arabw 
enthält, hat nun gezeigt, dass da-s Araban nicht immer 
unfällbar ist. Bei der Erörterung der Möglichkeiten, 
welche die Differenz in dem Verhalten des Arabatis 
aus Kirschguinmi oder Rübenschnitzeln erklären könnten, 
gelangt S. zu dem Resultat, dass das Araban, wie 
es sich in letzteren Lösungen befindet, mit dem Arabio 
im Gummi arabicum nicht identisch sein kann. OL 
die Riibcitsclitiitzel und Kirschguinmi von vornherein 
ein anderes Araban enthalten oder ein fällbares, au> 
dem erst durch das Kochen mit starker Natronlau^u 
ein unfällbares entsteht, ist vorläufig nicht zu ent- 
scheiden. 

Pflüger (115b) bestimmte den Glycogenbestatii 
bei einem Hunde, der 28 Tage gehungert und dabei 
sein Gewicht von 44 kg auf 33,6 kg vermindert h.vt-\ 
Gesondert wurden untersucht Leber, Muskeln, Kru ch--:i 
mit noch daran haftenden Weichtheilen. Fell, Blut. 
Eingeweide. Die Bestimmung fand, abgesehen vou dir 
Leber, erst einige Stunden nach dem Tode statl. i'.i 
enthielten; die Leber 24.20 g = 4,78 pCt. ihres <h 
wichtes. die Muskeln 20,75 g = 0,158 pCt.. das Pell 
1.4 g = 0,027 pCt., die Eingeweide Spuren, das Btr, 
0.194 g - 0.009 pCt, die Knochen 5,898 g Glycogen. 
Das ganze Thier: 52,5 g. 

P. bestimmte das Glycogen dadurch, dass er c 5 
aus den durch Kalilauge gelösten Organen mit Alcohi 
ausfällte. Wegen der Einzelheiten sei auf das Original 
verwiesen. Erwähnt sei, dass Leber und Muskeln mit 
dem gleichen Gewicht 71,96 prec. Kalilauge 1'/, Stun- 
den zerkocht werden, dass dann die Masse mit Wasser 
auf 500 gebracht wurde und das Filtrat mit dem 
gleichen Volumen Alcohol von 9fi pCt. Tr. gefallt 
wurde. Zusatz von Jodkalium erwies sich nicht als 
nothwendig. — 

Nerking war zu dem Ergebniss gekommen, d;u» 
die Anwendung der Kalilauge bei der Glycogenbestiin 
mutig aufzugeben sei, weil sie die Ausbeute an Glyeo- 
gen in unberechenbarer Weise beeinflusse. Ncrking's 
Versuche zeigten jedoch Widersprüche in sich, weshalb 
PfIüger(lKP noch einmal das Verhalten von Glycogen 
gegen siedende Kalilauge untersuchte. 

Pflüger findet nun, dass rein dargestell- 
tes Glycogen durch starke Kalilauge nicht zersetn 
wird. Ks könnte jedoch immer noch durch die Methode 
der Keindarstellung desselben bei der Analyse vou Or- 
ganen auf Glycogen eine Veränderung mit ihm vor- 
gehen, sodass es durch Kalilauge angegriffen würde. 
Jedoch zeigen weitere Versuche, dass auch bei der 
Orgauanalyse Glycogen nicht in wesentlicher Meng« 
durch starke K alilauge zerstört wird. Dabei macht P. 
die noch weiter zu verfolgende Beobachtung, dass 
dünne (2 proe.'j Kalilauge zuweilen das Glycogen an- 
zugreifen vermag. 

Pfluger (120) fasst hier das Verfahren zur Gly- 
crigenbestimmung, das er für das richtigste hält, auf 



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L-OBWY OND NEU BERG, PhYBIOLOHISK-HR UNI» PATHOLOG18CHB CHEMIE. 



127 



Grund seiner früheren Untersuchungen zusammen in 
bestimmte Vorschriften, deren Begründung in einem 
zxiten Theil der Arbeit enthalten ist. — Ein Referat 
kann die Einzelheiten nicht wiedergeben. Erwähnt sei 
nur, das* das glycogenhaltigc Material (Fleischbrei) mit 
dein gleichen Volumen 60proc. Kalilauge durch längeres, 
tvtistündiges Sieden aufgeschlossen wird, dann mit dem 
gleichen Volumen 96proc. Alcohols gefällt wird. Man 
Sltrirt und wäscht mit einem Gemisch von 1 Volumeu 
15 pCt. Kalilauge und 2 Volumen 96 proc. Alcohols 
nach. — Nach Löseu des Glyeogens mit sterilem, kaltem 
Wasser, säuert man mit Salzsäure an, sodass die Flüssig- 
keit schliesslich ca. 2,2 pCt. Salzsäure enthält. Die 
Glycogenmcnge wird dann durch Ueberführung in Trau- 
benzucker im Wesentlichen nach AI Uhu bestimmt, 
wie P. das früher angegeben. 

Die Versuche Ritters (122) bezichen sich aus- 
schliesslich auf pflanzliches Fett und zwar auf ein 
durch Eitraction aus Weizenkeimen mit Aether er- 
haltenes Oel. Da keine der von verschiedenen Autoren 
angegebenen Vcrfahrungsarten ein befriedigendes Re- 
sultat gab — bezüglich dieser kritischen Nachprüfung 
kann auf das Original verwiesen werden — so bemüht 
sich Verf. ein besseres Verfahren ausfindig zu machen 
und gelangt schliesslich zu folgender Vorschrift: 50 g 
Fett werden in 100 cem Alcohol (Procentgehalt des- 
selben nicht angegeben, vermutlich 95 — 96 pCt. Ref.) 
auf dem Wasserbad gelöst, zur Verseifung Natrium- 
alcobolatlösung, erhalten durch Aurlosen von 8 g Na- 
trium in ICO cem Alcohol absolut., hinzugesetzt, der 
Alcohol verdampft, dann 75 g Kochsalz und soviel 
Wasser hinzugesetzt, dass der Inhalt der Schale sich 
ganz oder zum grünsten Theil autlöst, dann unter 
häufigem Umrühren anfangs auf freiem Feuer, dann auf 
dem Wasserbad zum Trocknen gedampft, gepulvert und 
das Pulver im Soxhlet- Apparat 9 Stunden mit Aether 
eitrahirt, der Aetberauszug. aus dem sich etwas Gly- 
ceriu abscheidet, abdestiilirt, der Rückstand in weuig 
Alcohol gelöst, das Cholesterin durch Wasserzusatz 
ausgefällt und abfiltrirt. Betreffs der Art, wie dasselbe 
»rhliesslich zur Wägung gebracht wird, vergleiche das 
Original. Die Anwendung von Kochsalz ist das wesent- 
lich Neue an dem Verfahren: ohne diesen Zusatz ge- 
lingt die nachlolgende Eitraction mit Aether weit 
schwerer. In einem und demselben Weizenöl fand Verf. 
hn* Kochsalz 6,71—6,70 pCt., während dies bisherige 
Verfahren nach Börner 5,31 pCt. lieferte. Es sei noch 
bemerkt, dass das Cholesterin das von dem thierischen 
Cholesterin wesentlich abweichende Phy tosten« ist. 

Ritter(123) hat das von Burian mit dem Namen 
NtMterin bezeichnete Phytosterin der Weizenkeime 
noer erneuten Untersuchung unterzogen. Burian hat 

dasselbe die Formel C I7 H 4 ,OH-f-H ; 0 angegeben, die 
Analysen R.'s stimmen besser für die Formel 
f .»H u 0ü+i!,O oder C^I^OH+HjO, ebenso die Ana- 
yseD der Ester des Sitosterin. Ebenso wie Burian 
fand R. als Beimischung zum Sitosterin noch einen 
:i?iten ähnlichen Körper: Parasitosteriu. Als span- 
ische Drehung für gelbes Licht fand R. in ätherischer 
Lösung — 26,40, in Chloroformlösung -- 33,91. Weiter- 



hin hat R. zu den schon bekannten Estern des Sito- 
sterins noch einige neue dargestellt, nämlich den 
Zimmtsäureester, sowie den Palmin-. Stearin- und Oel- 
säureester. Bezüglich der Darstellung und Eigenschaften 
muss auf das Original verwiesen werden. Im Gegen- 
satz zu den nach dieser Richtung hin vorliegenden An- 
gaben für das thicrisehc Cholesterin wird das Phyto- 
stcrin auch durch lCstündigcs Erhitzen mit acholischer 
Kalilauge nicht merklich verändert. 

Gutb (125) hat auf verschiedenen Wegen (durch 
Erhitzen von Glyceriden mit Fettsäuren, Einwirkung von 
Natriutasalzcn auf Tribromhydrin. Acetodichlorhydrin, 
Bcnzodichlorhydrin) einfache und gemischte Trigly- 
ceride dargestellt und deren Eigenschaften untersucht, 
durch Bestimmung der Verseifungszahlen, des Schmelz- 
punktes, der Refractometerzahlen, zum Theil durch 
Elementar- Analysen. — Es ist unmöglich, auf die ein- 
zelnen 27 — Präparate einzugehen. Bemerkt sei, 
dass die Schmelzpunkte aller Verbindungen — mit Aus- 
nahme des Stearodipalmitins — höher als die der 
Stimmsäure lagen, entgegen Berthelot'sAngaben. Aber 
die von G. festgestellten Schmelzpunkte liegen auch 
höher als die von anderen Chemikern für dieselben 
Verbindungen gefundenen. Dass die Schmelzpunkte der 
höheren Glyccride durch wiederholtes Schmelzen und 
Erstarrenlassen stark herabgedrückt werden, hat G. 
nicht bestätigen können. Eine bestimmte Gesetzmässig- 
keit Messen die Schmelzpunkte der Mono-, Di- und 
Triglyceride unter sich, sowie auch die Refractometer- 
zahlen nicht erkennen. — Entgegen anderen Angaben 
lassen sich die Butyrine unzersetzt destilliren, die 
Glyceride der Stearin-, Palmitin-, Oelsäure zersetzten sieb 
dagegen selbst bei Destillation unter vermindertem 
Druck. 

Gutb bespricht dann die Erscheinung des doppelten 
Schmelzpunktos der Fette, die Hein tz zuerst beschrieben 
bat. Sic ist nach G. nicht durch die Bildung zweier 
Modifikationen zu erklären, sondern beruht darauf, dass 
der geschmolzen gewesene uud rasch durch Abkühlung 
erstarrte Körper — nur unter diesen Umständen findet 
man den doppelten Schmelzpunkt — eine Art Unter- 
kühlung erlitten hat, wobei er noch nicht in den cry- 
stalliuischen Zustand übergegangen ist. Durch Wärme- 
zufuhr geht er in diesen Zustand wieder über, dabei 
wird Wärme frei, die ihn zum Schmelzen bringt. Diese 
Wärmebildung konnte G. direct nachweisen. 

II. Bestandteile von Luft, Nahrung, 
Körper. — Gährungen. 

1) Grchaut, Nestor, Analyse de neuf echantillons 
d'air reeueilli dans Ics guleries d'une mine de houille. 
Compt. rend. de l'aead. T. CXX.W. p. 726. (G. fand 
in neun Proben der Luft in einer Steinkohleugrube 
einen Gehalt an Kohlensäure zwischen 1.0 und 1,8 pCt., 
an Sauerstoff zwischen 16,1 und 18,0 pCt.. an Grubengas 
zwischen 3.5 und 7.5 pCt. Der höchste Grubengaswerth 
zeigt schon ein explosibles Gasgemenge an. (i. plaidirt 
für die Anlegung von Laboratorien zum Zweck dauernder 
Luftuutersuchung in jedem Kohlenbergwerk.) - 2) 
Hanriot. Sur l'asphvxie par ies gaz des fo.ss.-s d'aisance. 
Compt. rend. d« Facad. T. CXXXIV. p. 4S7. — 3) 
Jean, Ferdinand, Sur le dosagc de Toiyde de carboue 



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128' 



LOB WT UND NeüBKRU, PHYSIOLOGISCHE UNI) 1'ATHi'LOUlSCllE Chemie. 



et de l'acide cnrboui.juc dans lcs airs vicics. Compt. 
rend. de l'acad. T. CXXXV. p. 746. — 4a) Camever, 
W.. jun., Die chemische Zusammensetzung des neu- 
geborenen Menschen. Mit analytischen Beiträgen von 
Dr. Söldner und Dr. Herzog (Zeitschr. f. Biol. XLIII, 
1. S. 1). — 4b) Derselbe, Dasselbe. (Schluss- 
bericht.) Württemberg, medicin. Conesp.-Bl. 14/02. 
Auszug aus vorigem. — 5) Solduer, Die Aschen- 
bestandtheile des neugeborenen Mensehen und der 
Frauenmilch. Mit einer Einleitung von Medicinal- 
rath Dr. Camercr und Schlussbcmerknngen von beiden 
Autoren (Zeitschr. f. Biol. XÜV. 1. S. 61). - 6) 
Wildbolz. U., Ablagerungen von Phosphaten und 
Carbonaten in Haut- und Unterhautgewebe unter den 
klinischen Krscheiuungeu echter Gicht. Corresp.-Bl. 
i. Schweizer Acrzle. 1902. S. 282. (Verf. besehreibt 
einen eigentümlichen Krankheitsfall, bei dem es in 
acuten Schüben, wie bei der dicht, zur Ablagerung von 
Conerementen au den Fingerbeercu. au der Volarseit« 
der Mittel- und Grundphalangen der Finger, unter dem 
linken Olecranon kam. Zum Theil kam es über den 
Concrementen zur Gesehwürsbildung; im Grunde der 
Geschwüre waren kreidige Massen wahrnehmbar. Auch 
an den Zehen kam es zu analogen Ablagerungen; an 
den Ührmuschcln nicht. Die Concremente bestanden 
jedoch nicht aus Harnsäure, sondern aus kohlensauren 
und phosphorsauren Salzen (Kalk). Verf. betont, dass 
nur noch drei dem seinigen ähnliche Fälle in der 
Literatur vorliegen. Inwieweit eine Beziehung zur wirk- 
liehen Gicht besteht, ist noch nicht klar.) — 1) Hon- 
dynski, Salaskin und Zaleski, lieber die Ver- 
teilung des Ammoniaks im Blute und den Organen 
normaler und hungernder Hunde. Zeitschr. f. phvsiol. 
Chem. Bd. 35. S. 246. - 8) Aloy, J., Sur la r'epar- 
tation du calcium et du magnesium dans l'organisme 
du chieu. Compt. rjnd. de la soc de biol. T. LIV. 
p. 604. (A. bestimmte bei gesunden Hunden die Ver- 
teilung von Calcium und Magnesium auf die ver- 
schiedenen tiewebe. Er fand, dass das Magnesium in 
grösserer Menge als der Kalk vorhanden ist in den roten 
Blutzelleu, im Gehirn, in den Muskeln, im Herzen. 
Sonst überwiegt der Kalk, insbesondere im Bindegewebe, 
im Knorpel und natürlich im Knochen. -- 9^ Schultz, 
IL, Weitere Mittheilungen über den Kieselsäuregehalt 
thierischer und menschlicher Gewebe, insbesondere der 
Wbarton'schen Sülze. Pflüger's Arch. f. d. ges. Physiol. 
Bd. 89. S. 112. - 10) Derselbe. Einige Bemerkungen 
über Kieselsäure. Münch, med. Wochensehr. 11. p. 440. 
(Auf Grund verschiedener Beobachtungen schlägt Sch. 
die therapeutische Verwertung der Kieselsäure vor). — 
II) Gautrelet. Jean, Oes formes elcmcntaircs du 
phospbore chez lcs iuvertebres. Compt. rend de l'acad. 
T CXXXIV. p. 180. ('G. hat das Blut und die Schalen 
von Mollusken und Arthropoden daraufhin untersucht, 
ob der in ihnen enthaltene Phosphor in anorganischer 
und in organischer Form vorhanden ist. Zum Zwecke 
des Nachweises des letzter«» wurden die zu untersuchenden 
Substanzen verascht, erstercr beiden ohne dieses be- 
stimmt. G. fand, dass der Phosphor stets in beiderlei 
Form vorhanden ist.: -- 12) Bielfeld, P.. L'eber den 
Eisengehalt der Leber/ollen des Menschen. Beitr. z. 
ehem. Physiol. u. Pathol. II. 251 259. (Auf Grund 
neuer Analysen kommt R. zu dem Schluss, dass der 
Eisengehalt der Leber/eilen von Krauen bedeutend ge- 
ringer als in männlichen Lebern ist; ersterer schwankt 
viel weniger (zwischen 0.05 — 0.09 pCt.) als letzterer 
'/.wischen O.05 und 0,37 pCt.). Bis zum 25. Lebens- 
jahre scheint er am geringste., zu sein: erst von 
dieser Zeit an macht sich der genannte Unter- 
schied zwi-ehen Männern und Frauen bemerkbar. ) — 
13 Czerny, K., Ueher das Vorkommen von Arsen im 
tierischen Organismus. Zeitschr. (. physiol. Chem. 
Bd. 34. S 408. — 14' Her tr and. Gabriel, Sur l'exi- 
stenee de 1'arseuic dans l'urganisme. Compt. rend. de 
iVad. T. CXXXIV. p. 1434. B. hat nach ver- 



besserter Marsb'scher Metode das von Gauticr be 
hauptete normale Vorkommen kleinster Mengen Arsen ie 
in den Geweben nachgeprüft. Er fand ibn, besonders 
in den Hornsuhstanzen und der Haut, bei Kälbern, d'.e 
in der Thierarzneischule gehalten waren, das eine von 
Geburt au: er fand ihn in der Schilddrüse von Walen, 
die bei Spitzbergen gefangen waren. — Ein zufälliges 
Hineingehangen von Arsen in den Körper scheint hier 
ausgeschlossen, auch die Keagentieu waren arsenfrei, 
sodass B. der Anschauung Gautiers beitritt.) ~ 15) 
Derselbe, Sur l'existence de l'arsenic dans la se>ie 
animale. Compt. rend. de l'acad. T. CXXXV. p. 809. 
(Die Untersuchung einer grossen Zahl von Seethiereu. 
von den Seevögeln herab bis zu den Spongien. ergab 
die eonstantc Atiwesenheit von Spuren von Arscnie und 
dies in allen Geweben. Das Arsen soll danach einen 
Fundamen tal bestandtheil des thierischen Protoplasmas 
bildeu.) — 15a) Gautier, A., ä propos de la note d« 
M. G. Bertrand. Ibidem. (Nach Gautier befindet sich 
das Arsen nur in bestimmten Geweben, und zwar vor- 
zugsweise in den ectodermalen. Er fand es auch bei 
chlorophyllhaltigen Land- uud Seealgen und im Meer 
wasser selbst.) — 16) Derselbe, L'arsenic existe 
normnlement chez les animaux et sc localise surtout 
dans leurs organes ectoderraiques. Compt. rend. de l'acad. 
T. CXXX1V. p. 1894. (Gauticr weist die Bedenken, 
die gegen seine Angaben vom Vorkommen von Arsenic im 
Körper erhoben wurden, zurück und weist besonders auf 
die mangelhafte Kenntnis seiner Methode hin, deren seine 
Nachuntersucher sich zum Nachweis des Arsen bedienten. ! 

— 16a) Derselbe, Sur l'arsenic normal des animaux. 
Compt. rend. de la soc. de biol. T. LIV. p. 727. 
(Kritik der Versuche, deren Resultate gegen Gautier's 
Angaben sprechen.) — 17) C i po II ino . Angelo, L' acido 
ossalico nell' organismo. La clin. med. ital. p. 633. 

— 18) Cohu, Rudolf, Zur Frage des Glyeocollvorratbs 
im thierischeu Organismus. Prag, medicin. Wochensehr 
23—24. (Polemisches gegen die das gleiche Thema be- 
handelnden Arbeiten Wieuer's) — 18a) Wiener, 
Hugo, Zur Frage des Glycocollvorrathes im tierischen 
Organismus. Eine Entgegnung au Prof. R. Cohn. 
Prag, medicin. Wochensehr. 24. (Erwiderung auf vor- 
stehenden Artikel.) — 19) Walker Hall, J., The 
relatiou of purin bodies to certain metabolic disorders, 
The Brit. med. journ. p. 1461. — 20) Nicolai er, Ueber 
die Umwandlung des Adenin« im tierischen Organismus. 
Deutsch. Med. Wochensehr. Vereinsbeil. p. 105. (Referat 
über einen Vortrag, betreffend die in Abteilung VI 1 1 
referirte Arbeit.) — 21) Albauese, Manfredi, Sulla 
presenza di mouometilxantina in alcuni vegetali. Arch. 
di farmacol. e teraffeutic. p. 221. — 22> Krüger, M, 
und A. Sch it ton he Im. Die Puriukörper der mensch- 
lichen Fäces. Zeitschr. t. physiol. Chem. Bd. 85. 
S. 153. — 23) Bertrand, Gabriel. Sur l'extractiorj du 
boletol. Compt. rend. de l'acad. T. CXXXIV. p. 124 

■ 24) Panel la, Amilcare. L 1 acido fosfocarnico rlei 
muscoli dopo la morte. Arch. di farmacol. e terapeut. 
p. 323. — 25) Levene, P., Embryochemische Unter- 
suchungen. Zeitschr. f. physiol. Chem. Bd. 35. S. SO. 
(Im Anschluss an seine früheren Untersuchungen üIm.t 
die Veränderungen, welche Fischeier bei der Bebrütung 
erfahren, hat Verf. bebrütete Hühnereier daraufhin 
untersucht, ob in ihnen Moiiaminosäuren enthalten sind. 
Uie Untersuchung, die auf den von E. F.ischer ange- 
gebenen Methoden basirt ist. ergab, dass in den (24 
Stunden und 7 Tage) bebrüteten Eiern Monarai nosiuren 
vorhauden sind und zwar wahrscheinlich ein äquimolecu- 
lare.s Gemisch vot. Monamiuohutter.süure und Monamino- 
valeriansäure.1 -- 26) Green. E.H.. und R.W. Tower. 
Ichtvlepidin in den Schuppen americanischer Fische. 
Ebendas. 35. S. 196 200. (Das von Mörncr in 
verschiedenen Fischsehuppen entdeckte, stark S haltige 
Albuniinoid, das lehthyti pidin, findet Verf. reichlich bei 
ar.iei icaiiis.'hen Teleostiern und beim St'">r. dagegen 
fehlt es bei der Gattung Mola und den Elasmobran- 



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Lob wt und Neubbuo, Physioixjgische und pathologische Chemie. 



129 



cbiero.) — 21) v. Ebner, V., Ueber Ei wcisscrystalle in 
den Eiern des Rehes. Wien, academ. Sitzungsbericht. 
Bd. CX. Äbtb. III. p. 5. — 28) Swale, V., Ueber 
die Eiweisskürpcr der glatten Muskelfasern. Zcitscbr. 
f. pbysiol. Cbcm. 35. 385—392. — 29) Etard, A., 
et A. Vila, Sur la musculaminc, base derivec des 
rausetes. Compt. rend. de l'aead. T. CXXXV. p. 698. 
(Die Verff. entfernten die bekannten, bei der Hydrolyse 
des Fleisches entstandenen Productc und behandelten 
den gewonnenen Syrup mit Benzoylchlorid, nach Ger- 
hardt'» Angabe unter Zugabe von Baryumhydrat- 
crvstallen. Durch Kochen des gewonnenen Benzoyl- 
niederschlages mit alkalischem Wasser erhalt man feine 
Nadeln, die der Formel CjjHjjN^Os entsprechen würden. 
Sie sind in Atcobol löslich. Durch die hydrolytische 
Spaltung wird auf ein Product von der Formol C 8 H 3 |N' 3 
hingewiesen, in dem die drei N-Atome wie drei OH- 
tiruppen [wie im Glycerin] wirken.) — 30) Gauticr, 
Armand. Sur l'existence daus l'albumen de l'oeuf d'oiseau 
dune substance proteique. l'ovofibrinogene, pouvant 
Ic transformer „in vitro", en membranes pseudoorganisees. 
Compt. rend. de la soc. de biol. T. LIV. p. 968. 
(ii.'s Versuche sprechen für die Anwesenheit eines dem 
Fibrinogen ähnlichen, Membranen bildenden Stoffes 
im Eiereiweisa. Ca. P/2 pCt. des trockenen Eiweisses 
vermögen sieb membranartig umzubilden. Eiereiweiss 
vorsichtig getrocknet, pulverisirt und in Wasser gelöst, 
bildet die Membranen, die mit der Zeit an Menge zu- 
nehmen. Bei Schütteln bilden sie sieb schneller; in 
«arem Medium weniger als in alkalischem. Das Ovo- 
tibrinogen scheint in den im Eiereiweiss enthaltenen 
Scheidewänden enthalten zu sein. Es wirkt deshalb nur 
langsam: schneller, wenn man diese durch Schlagen 
xerreisst.) — 31) Hawk, P. B.. and W. J. Gies, On 
the composition and chemical properties of osseo- 
albumoid, with a comparative study of the albumoid 
of cartilage. Amer. journ. of pbysiol. VII. p. 370. 
Die zu Brei verwandelten Knochen wurden mit schwa- 
dern Alkali extrahirt, das Alkali ausgewaschen und 
durch Kochen das Collagen in Leim verwandelt. Bei 
icr Filtration blieb auf dem Filter eine Substanz, die 
dein Elastin nahe steht und Osseoalbumoid genannt 
t rd. Es enthält keiuen Phosphor, doch Schwefel. Auf 
die gleiche Art erhält man aus Knorpel ein Chondro- 
slbumoid, das ähnlich zusammengesetzt ist. Es ent- 
wicht dem von Mörner beschriebenen.) 82) 
K.ebards, A. N. f and W. J. (iies, Chemical studies 
of elastin, roueoid and other proteids in elastic tissue 
i th some notes on ligaments extractives. Ibidem. 
VII. p. 93. — 33) Pantiug, L. C, An iuvestigation 
f the chemical composition of a speeimen of colloid 
arciQoma of the ovary. Guy's hosp. report Vol. LIV. 
■I);e Colloidsubstanz, aus einem Colloidcarcinom des 
vt«riuras stammend, die P. untersuchte, enthielt 
H'.WpCt. Wasser, 8,07 pCL organische Substanz, 1,07 pCt, 
'.»•he, dabei Schwefel und Phosphor, kein Jod. Bc- 
; udere Untersuchung über reducireude Substanz, die 
diraus auf geuau beschriebene Weise dargestellt wurde, 
/i einem bestimmten Ergcbniss führte sie nicht. Verf. 
■>llt die diesbezügliche Literatur zusammen. — 34) 
N.nterstcin, E.. und J. Thöny, Beitrüge zur Kennt- 
der Bestandtheile des Emrneuthaler Käses. Zeitschr. 
* pbysiol. Chemie. 36. S. 28—38. (Neben den schon 
^her im reifen Käse aufgefundenen Mouoaminosäuren 
Üben die Verff. nunmehr NH 8 , die Hcxonbasen, Penta- 
t'tfc) Ieodiarnin. Tetramethylendiamin und wahrschein- 
auch Guanidin aufgefunden. Bei verschiedenen 
kisevtrten ist die Vertheilung des N auf die verschie- 
denen Spaltproducte ungleich.) — 35) Osbome, Th. B., 
ü J. F. Harris, Die Nuclci'n«.äurc des Wcizenembrvos. 
Fridas. 36. 85-133. (Die von den Verff. früher 
<u< Weizen dargestellte .Triticonuclei'n.säure" besitzt 
'** Zusammensetzung C < iU 63 N, 7 P 4 03i ; sie ist der Gtia- 
v 'säure aus P.iDcrcas sehr ähnlich, aber viel schwerer 
HjO löslich. Bei der Spaltung mit Säuren liefert sie 
JtbreAwricU der gciinaUn Medieio. 1902. Bd. I. 



auf 4 Atome Phosphor 1 Molecül Guanin und Adeuin, 
2 Molccüle Uracil, 3 Molecüle Pentose und vielleicht 
Cytosin. Sie ist mit Kossel's IlefenucleVnsäurc 
vermuthlich identisch. Aus frischem Mehl ist sie 
zu 3,5 pCt. erhältlich, aus altem Mehl verschwindet 
sie beim Lagern.) — 36) Koch, W., Zur Kcunt- 
niss des Lecithins. Kepbalins und Cerebrins aus 
Nervensubstanz. Ebendas. 36. S. 134—140. — 

37) Bethc, Albrccht, Ueber einige Educte des Pferde- 
gehirns. Arcb. f. experira. Pathol. Bd. 48. S. 73. — 

38) Rateiii, F., Dosage colorimetrique de la substance 
active des capsules surrvnales. Compt. rend. de la soc. 
de biol. T. LIV. p. 571. (Die Marksubstanz der 
Nebennieren und ihr wässriger Auszug färben sich mit 
Eisenchlorid grün. Auf der Intensität dieser Färbung 
beruht das Verfahren, das Battelli vorschlägt. Der 
wässrige Nebennierenauszug wird mit einer Eisenchlorid- 
losung bekannten Conrentration versetzt und solange 
mit bekannter Mengen Wasser verdünnt, bis die Fär- 
bung nicht mehr wahrnehmbar ist) — 39) Derselbe, 
Preparation de la substance active de« capsules sur- 
rvnales. Ibidem. T. LIV. p. 608. — 40) Derselbe, 
Presence d'adrenaline dans le sang d'animaux normaux. 
Son dosage. Ibidem. T. LIV. p. 1179. — 41) Der- 
selbe, L'adrenaline dans l'organisme des auimaux de*- 
capsul.'s. Ibidem. T. LIV. p. 1180. — 42) Bäte Iii, 
F. et G. B. Boatta, lnflucnce de la fatiguo sur la 
quantite" d'adrenaline existant dans les capsules sur- 
renales. Ibidem. T. LIV. p. 1203. (Die schnelle Er- 
müdung an Addison 'scher Krankheit Leidender lässt auf 
einen Zusammenhang zwischen Ermüdung und Neben- 
niereufunetion schliessen. Battelli und Boatta be- 
stimmten daraufhin an Hunden, die bis zur Erschöpfung 
im Tretrade gelaufen waren, den Adrenalingehalt der 
Nebennieren und fanden ihn gegenüber den normalen 
Wertben erheblich erniedrigt. Die Verff. möchten an- 
nehmen, dass die Nebennieren ihr Adrenalin während 
der Muskelarbeit in den Kreislauf abgeben, wo dessen 
Wirkungen zweckmässig auf die Circulatiou einwirken 
würden.) - 43) Battelli, F., Quantitc d'adrenaline 
existant dans les capsules surrenales de l'bomme. Ibid. 
T. LIV. p. 1205. — 44) Takami ne, J., The isolation 
01* the active principle of the suprarenal gland. Journ. 
of Pbysiol. Vol. XXVII. p. 29. (T. extrahirte die 
Nebennieren von Ochs oder Schaf mit schwach saurem 
Wasser bei 95°. Das filtrirtc Extract eingeengt, durch 
Alcohol gefällt. Das eingeengte Filtrat alkalisch ge- 
macht Die wirksame Substanz „Adrenalin" crystallisirt 
aus. Sie ist kein Alkaloid; ein bitter crystallitiischcr 
Stoff, schwach alkalisch, Eisenchlorid färbt seine Lösungen 
grün, Jod roth. Seine Formel ist: C 10 H iS NO a . — >,'ioo mg 
steigert den Blutdruck bereits erheblich) — 45) Al- 
drich. T. B., Is adrenalin the active principle of the 
suprarenal gland? Amer. journ. of Pbysiol. Vol. VII. 
p. 850. — 46) Tanret, C, Sur deux suercs nouveaux 
retires de la manne, Ic manneotetrosc et lc mannir».»- 
triose. Compt. rend. de Farad. T. CXXXIV. p. 15S6. 
— 47) Neuberg, C. und H. Strauss, Vorkommen 
und Nachweis von Fruchtzucker in den menschlichen 
Körperhaften. Zeitschr. f. pbysiol. Chein. Rd. 3fi. 
S. 227—238. 'Das Methylphcnvlfruetosazon , dessen 
Bildung nach N. liir Lävulose durchaus characteristisch 
ist, gestattet den Nachweis von Lävulose in Harn, 
Ascites-, Ocdemflüssigkeit etc. nach vorheriger Gabe. 
Bemerk'-nswerth ist, dass sich Fruchtzucker ohne vor- 
herige Verabreichung normaler Weise findet, z. B. im 
Pleuraexsudat eines an multiplen Lymphomen leidenden 
Patienten.) — 48) Strauss. II., Ueber das Vorkommen 
von Lävulose in den Körpersäften. Fortschr. d. Med. 
1902. No. 8. - 49) Grund, G., Ueber den Gehalt 
des Organismus an gebundenen Pentosen. Zeitschr. f. 
physiol. Chem. Bd. 35. S. III. — 50) Pflüger. Iv, 
Ueber den Glvcogengehalt der Knorpel der Säugcthiere. 
Pflug.r's Arc'h. f. d. ges. Physiol. Bd. 92. S. 102. 
(Kippenknorpel vom Pferde kochte P. 12 Stunden lau« 

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130 



L.OEWY UND NBÜBBRG. PHY8I0L001SCHE UND PATHOLOGISCHE CHEMIE. 



mit 36 proc. Kalilauge. Das Fil trat wurde mit gleichen 
Theilen Alcoho) (96 pCt. Tr.) gefällt. Der Niederschlag 
mit einer Mischung von 14 proc. Kalilauge und 96 proc. 
Alcohol zu gleichen Theilen auf dem Filter gewaschen, 
mit Salzsäure versetzt, bis deren Gehalt 2,2 pCt. be- 
trug; invertirt. Die gefundene Zuckermenge bestimmt. 
Es fand sich 0,0237 g Zucker auf 100 g Knorpel.) — 
51) Händel, M„ Ein Beitrag zum Glvcogeogcbalt des 
Skeletts. Ehendas. Bd. 92. S. 104. (Nach Pflüger's 
Verfahren hat H. Knochen, Sehnen, Knorpel von Hund 
uud Pferd auf Glycogen untersucht. Er fand beim 
Hunde im Knocheu 0.008 pCt., in den Sehnen 0,03 pCt., 
im Knorpel 0,16 pCt. Glycogen. Beim Binde in den 
Epiphysen 0,017 pCt., in den Diuphysen 0,007 pCt., 
im Fettmark 0,03 pCt., in den Sehnen 0,006 pCt., im 
Nackenband 0,007 pCt., im Knorpel 0.217 pCt. Gly- 
kogen. Alle Theile des Skelettes enthalten demnach 
durch heisse. coneentrirUj Lauge ausziehbares Glycogen. 
Nur in den Knorpeln ist jedoch der Glycogengebalt 
verhältnissmassig gross.; — 52) Butte, L. Recherehes 
eomparatives sur la quantitc de glycogen« et de plyco.se 
contenue dans le foic des animaux ä sang chaud et des 
animaux ä sang froid immediatemeut et un certain 
temps apres la mort. Compt. rend. de la soc. de biol. 
T. LIV. p. 1136. (B. bat an Kröten lebern den Ge- 
halt an Glycogen und an Zucker sogleich nach dein 
Tode und danu in verschieden langer Zeit festgestellt. 
Er fand, dass erstcres ab-, letzteres zunahm, sodass die 
Summe beider annähernd constant blieb. Diese Um- 
wandlung ging sehr schnell vor sich, schneller als bei 
Warmblütern.) — 53) Leik und Winkler, Die Her- 
kunft des Fettes bei Fettmetamorphose des Herz- 
fleisches. Arch. f. experiment. Patbol. und Pharmacol. 
Bd. 48. S. 163. — 54) Weiser, St. und A. Zait- 
schek, Beitrag zur Kenntuiss der chemischen Zu- 
sammensetzung uud Bildung des Gänsefettes. Pflüger's 
Arch. f. d. ges. Physiol. Bd. 93. S. 128. (W. u. Z. 
mästeten je zwei Gänse mit Hais und Besenhirse 
(Sorghum vulgare), deren Fett ganz differentc Zu- 
sammensetzung hat, und untersuchten dann die Be- 
schaffenheit des angesetzten Gänsefettes. Es fand sich 
keine wesentliche Differenz. — Durch Ausnutzungs- 
versnebe zeigen die Verff., dass während der Mast 
wenig Stickstoff, wenig Fett, dagegen sehr reichlich 
Kohlehydrate resorbirt wurden, sodass die Haupt- 
masse des angesetzten Fettes aus diesem stammen muss. 
Das erklärt auch die gleichartige Zusammensetzung des 
angesetzten Fettes.) — 55) Hansen, W., l'eber das 
Vorkommen gemischter Fettsäure (ilveeride im thieri- 
schen Fette. Arch. f. Hyg. Bd. XU1. S. 1. — 56) 
Moreau, .1., Les Oxydases. .lourn. med. de Bruxelle.s. 
No. 9 02. (Zusammenfassender l'chersicht.sartikel üher 
die Gewinnung, Eigenschaften und Wirkung der ver- 
schiedenen Oxydationsfermente.) - 57) Jones, Harry (.'., 
The effeet of certain poisons oti inorganir- ferments. 
Bull, of the Johns Hopkins Ibsp. Vol. XIII. No. 134. 
p. 97. (Ausführliche Besprechung der Beziehungen 
zwischen colloidaleu Metalllösungen und organischen 
Fermenten an der Hand der Arbei'cu vuu Bredig, 
Brcdig und v. Berneck, Bredig und lkeda.) — 5S) 
I.illie, Ralph S.. On the oxidative properties of 
the cell-nucleus. Americ. journ. of Physiol. Vol. VII. 
p. 412. (L. hat die oxydirenden Fähigkeiten des Ge- 
webe* untersucht nach der Rühinauu-Spit/.er'*cheu Me- 
thode der Indophenolsynthc^e. Kr stellte lest, wo in 
den Zellen die Farbstoffbildung besonders intensiv vor 
sich ging. Er fand, dass das in der Umgebung des 
Zellkernes und in ihm am energischsten erlegte; ins- 
besondere gilt dies für die Lcl>cr-Nieren/.el!en und 
rot be« Blutfcllen des Frosches.) — ■>% Ii e ehe, S. P., 
A note on the influence of heat on « nzymes. Ibidem. 
VII. p. 295. (Entgegen Henry und Fozi-rski fand B., 
dass zuvor auf 43 Grad erwärmtes lnvertiu au Wirk- 
samkeit nicht gewinnt.) — GU > Wemland, E., l'eber 
Antifermcnte. I. ZeiUchr. für Biul XLIV. 1. — 61) 



Dersolbc, Dasselbe. II. Zur Frage, weshalb die Wand 
von Magen und Darm während des Lebens durch die 
proteolytischen Fermente nicht angegriffen wird. Ebeo- 
das. XLlV. 1. S. 45. - 62) Fischer, Weruer. l'eber 
einige Enzyme wirbelloser Thiere. Therap. Mouatshu. 
Dec. S. 619. — 63) Jakoby, Martin, Ueber die Be- 
deutung der Fermente für die Pathologie. Centraiblatt 
für allgem. Path. u. patb. Anat. No. 1. (.1. bespricht 
zusammenfassend die pathologischen Proc«sse, bei deren 
Ablauf bis jetzt die Mitwirkung fermentativer Processe 
erwiesen ist. So bei den autolytiscben Vorgängen in der 
Phosphorleber, bei den in carcinomatösen Geschwülsten; 
bei den Lösungsvorgängen der fibrinösen Pneumonie. 
Er erwähnt das Melanin bildende Oiydationsferment. 
Die Fermentnatur der Alexine, der Hämoyline, Bacterio 
lysine hält er nicht für sicher, ebenso wenig die der 
Toxine und Antitoxine. Deren Wirkungsweise entspricht 
in wesentlichen Punkten, nicht der der eigentliche 
Fermente.) — 64) Salkowski, E., Zur Kenntuiss der 
Autodigestion oder Autolyse. Therapie der liegen*. 
April. — 65; Müller, Friedrich. Ueber die Bedeutung 
der Selbstverdauung bei einigen krankhaften Zuständen. 
Verhandl. d. 20. Cougr. f. innere Med. Wiesbaden. — 
66) Schütz, J., Besteht in Punctiousflüssigkeiten Auto- 
lyse. Ceutralbl. f. tun. Med. 47. (S. hat auf die An- 
gabe Umber's hin, dass in Exsudaten ausserhalb de«. 
Orgauismus autolytische Vorgänge ablaufen, ältere nach 
dieser Richtung unternommene Versuche, die ein nega- 
tives Resultat ergeben hatten, wieder aufgenommen. 
Er bestimmte den coagulablen und und Dicht eoagu- 
lnblen Stickstoff in sieben Brust- und Bauchhöhlen- 
giissen sogleich nach der Section und nachdem si« 
längere Zeit im Brutschrank verweilt hatten. Er fand 
keine Differenzen. Verfasser lässt die Möglichkeit 
offen, dass doch vielleicht im Körper bei der Re- 
sorption der Exsudate Autolyse mitspiele.) - 67 
Gessard, C. Tyrosinase et Antityrosinase. Compt. 
rend. de la soc. de biol. T. LIV. p. 551. — 68) Der- 
selbe, Tyrosinase aniraale. Ibid. T. LIV. p. 1304. 
(Bei verschiedenen Wirbellosen ist ein Tyronin zer- 
legendes Ferment (Tyrosinase) festgestellt worden; G. 
hat es auch bei Tinteufischen constatirt in der Tinten- 
drüse. Auch in der Sepia (dem getrockneten Inhalt der 
Tintentasche) ist es zu linden. G. hat dauti durch In- 
jectiou pflauzlicher Tyrosinase auf Kaninchen ein spezi- 
fisches Serum gewonnen, das die Wirkung der pflanz- 
lichen Tyrosinase aufhebt (ein Antiserum also). Dieses 
hat jedoch keine Wirkung auf die thierische 
Tvrosiu.ise). — 69) Derselbe, Antitvrosinase am- 
male. Ibidem. T. LIV. p. 1398. (G. hat Kanin- 
chen animale Tyrosinase injicirt, die er aus der Tinter.- 
driise von Tintenfischen gewonnen und erhielt ein Se- 
rum, das die Wirksamkeit thierischerTyrosinase schwächt*. 
Auf pflanzliche Tyrosinase wirkte es nicht.) — 70i 
De w i tz, J., Untersuchungen über die Verwandlung der 
Insectenlarven. Archiv f. Anat. u. Physiol. S. 327. — 
71) Mendel, Lafayette B., Observations on vege- 
table proteolytic enzymes. with special reference t.j 
papain. The americ. journ. of med. sciences. Vol. CXXIV 
2. p. 310. — 72) Bokorny, Tb., Enthalten die kei- 
menden Samen peptonisirende. oder andere proteoly- 
tische Enzyme. Pflüger's Archiv f. d. ges. Physiologie, 
Bd. 90. S. 94. — 73) Deniges, Sur la presenc« 
d'unc Peroxydase et de produita choliniques dans If 
liquide de la noix de coeo. Compt. rend. de la soc. 
de biol. T. LIV. p. 1711. (D. fand, dass der Saft der 
Coe.eMiuss in verschiedenen Reifungszuständen versch e- 
deue Kohlehydrate enthält-, im Frühjahr ein Gemenge 
von Glucose und Fruetuse, im Winter Saccharose mit 
wenig Invertzucker. Ausserdem enthält sie eine 
Owdase, Ihr Saft wirkt energisch auf Guajac; bei 7S 
bis 79 Grad geht diese Wirkung verloren; dabei ent- 
hält der Saft Protein nur spurweise. Ferner ent- 
hält er neben phosphorhaltigen Bestandtheileu cholin- 
artige. die die Florencc'sehc Reaction geben.) — 74) 



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LOBWT UM> NKÜBKRG, PHYSIOLOGISCHE PNI) PATHOLOGISCH« CHEMIE. 



131 



Croft Hill, A., Syothetic action ou glucosc witl» pan- 
crcatic ferraents. Journ of physiol. Bd. XVIII. (Ebenso 
wie die Hefe Traubenzucker, zum Thcil in höher con- 
stituirten Zucker (wahrscheinlich Maltose) soll verwandeln 
können, so soll auch dem Trypsin die gleiche Fähig- 
keit zukommeu.) — 75) Thomas. Pierre, Sur la se- 
paratio« du galactose et du glucose par le Saccharo- 
mye« Ludwigii. Compt. rend. de l'aiad. T. CXXXIV. 
p. 610. — 76) Herissey, H., Isolement du galactose 
cristallise daus les produits de digestion par la semi- 
nase, des galactanes des albumens cornes. Compt. rend. 
de la soc. de biol. T. LIV. p. 1174. (Bei der fermen- 
utiven Zerlegung der im Leguminoseneiweiss enthal- 
tenen Kohlehydrate fanden Herissey u. Bourquelot 
Mannose, die sie crystallisirt darstellen konnten, und 
schlössen auf die Anwesenheit von Galactose. H. ist es 
nun gelungen, auch letztere crystallisirt darzustellen 
jnd sie u. A. durch die Bildung von Schleimsäure bei 
Urhandtung mit Salpetersäure zu identificircu. Leber 
<hs Verfahren ist das Original etuzusehen.) — 77) Bour- 
'itielot. Em., Sur l'hydrolyse. par les ferments so- 
lubles, des hydrates de carboncs ;i poids mol£culaires 
(ilevr*. Ibid. T. LIV. p. 1140. — 78} Clemm, Walther 
Nie, Zur Frage der Kohlehydratzcrlcgnng durch thic- 
rische und pflanzliche Fermente. Pflüger' s Archiv f. d. 
«es. Phys. Bd. 89. S. 517. - 79) Weinland, E., 
l>ber ausgepreiste Extractc von Ascaris lumbrieoides 
und ihre Wirkung. Zeitschr. f. Biol. Bd. 43. S. 86. 
-80) Ahrens, F.B., Das Gährungsproblem. Stuttgart.- - 
M) Oppenb eimer, Carl, Die Alcoholgährung. Die 
Medicin. Woche. 46/02. (Lebcrsiehtsartikel über die 
Entwicklung der Lehre von dem Fermentbegriff). — 
s 2) Henri, Victor, Influence de la coucentration de 
saccharose sur la vitesse d'invcrsion par la sucrase. 
Compt. rend. de la soc. de biol. T. LIV. p. 610. — 
*3) Derse 1 be, Action du chlorure de sodiutn sur l'inver- 
■« i <>n par la sucrase. Ibidem. T. LIV. p. (»II. (Neutral- 
•alzzusatz verlangsamt die invertirende Wirkung des 
Invrrtins auf Rohrzucker. Wie H. nun findet, wirkt 
Kochsalzzusatz auf die Inversion concentrirter Rohr- 
iiickerlösungcn stärker verlangsamend als auf die 
iiinneren. was IL damit erklärt, das* der gelöste Rohr- 
zucker selbst auch schon verlangsamend auf die Inver- 
sion wirkt. — Die gleiche Menge Salz wirkt mithin 
stärker verlangsamend bei geringerer Kennentmenge als 
hei erheblicherer.) — 84) Derselbe. Influence de la 
pression sur Hn Version du Saccharose par la sucrase. 
■ ompt. rend. de la soc. de biol. T. LIV. (H. licss 
&'hzuekerlösungen unter sonst gleichen Bedingungen 
• inerseits bei Atniospbärendruek. andererseits bei 400, 
»>00 und 800 Atmosphäreudruck vergähren. Er fand 
dem erhöhtcren Drucke eine zwar geringfügige, 
rt'-ch constante Steigerung der Inversion des Rohrzuckers, 
•v bei 600 Atmosphären ein solche von 40 pCt. gegen 
M pCt. bei Atmosphärendruck, bei 800 Atmosphären 
17 pCt. gegen 15 pCt. — 85) Derselbe, Action de 
]:jel'jues sels neutres sur l'inversion du saccbaro.se par 
U sucrase. Comp. rend. de la soc. de biol. T. LIV. 
— 86) Derselbe, Sur la loi de l'action rinvertinc. 
Ihidem. T. LIV. p. 1215. (H. hatte eine mathema- 
tische Formel für den Ablauf der Inversion des Rohr- 
zuckers durch Ferment gefunden, nach der dieser ein 
inderer war als bei der durch Säure bewirkten 
Inversion IL weist darauf hin, dass — worauf 
B denstein zuerst aufmerksam machte — auch eine 
«nVre Formel angenommen werden könnte, um ihn zu 

x; 

Tiläreo, nämlich K 2 , - . , - (a— x), wo in und n 
m (a—x) + in 

Tiusianten sind, a — x die Menge der Saccharose, x die 

■i',-3 Invertzuckers, Y die Fermentmenge.) — 87) Der- 

"Ibe, Theorie generale de l'action de quelques diastases. 

1 cropt. rend. de la soc.de biol. T. LIV. p. 1217.— 

>5' 'Jonnermaun, M., Ucber die Verseifbarkeit eiui- 

r*r Säureamide und Sänreanilide durch Fermente. 

Pfiügcr's Arch. f. d. ges. Physiol. Bd. 89. S. 439. — 



89) Grassbcrgcr, R. und A. Schattcufrou. Leber 
Buttcrsäuregähruug. (IL Abhandlung.) Arcb. f. Hygiene. 
Bd. 42. 

Hanriot (2) analysirte die Gase in ventilirten und 
nicht ventilirten Cloaken, deren Schädlichkeit gewöhn- 
lich auf ihren Gehalt an Schwefelwasserstoff bezogen 
wird. Er fand jedoch, dass dieser so gering ist, dass 
er nicht die Ursache etwa eintretender Vergiftungen sein 
kann. Wahrscheinlich ist er an Ammoniak gebunden 
und würde erst frei werden, wenn der Inhalt ange- 
säuert wird, z. B. dadurch, dass er in die saure Massen 
führenden Canäle entleert wird. — Dagegen war in den 
nicht ventilirten Canälen der Sauerstoffgehalt minimal 
(0—8,8 pCt.), die Kohlensäuremcnge erheblich (9,6 bis 
11 pCt,), so dass dadurch der Tod in kurzer Zeit her- 
beigeführt werden kann. Demnach würde kein Desiuh- 
ciens die Cloakeuluft respirabcl machen, vielmehr nur 
energische Ventilation sich wirksam erweisen. 

Der Apparat vou Jean (3), der die Bestimmung 
von Kohlenoxyd und Kohlensäure in Luft sehr leicht 
gestatten soll, beruht auf der Durchsaugung bestimmter 
Luftmengen durch Chlorpalladium für ersteres (event. 
durch ammooiakalischc Silberlösung zu ersetzen) und 
durch Normal • Lauge, die durch Blau C 4 B violett 
gefärbt ist. Zur Bläuung der Lauge gehört eine be- 
stimmte Menge Kohlensäure. Die Palladiumlösung wird 
durch bestimmte kleine Mengen Kohlenoxyd violett, bei 
grosseren fällt ein schwarzer Niederschlag aus. Die zu 
prüfende Luft geht ausserdem durch eine Schwefclsäure- 
vorlage. Aus der Menge der Luft, die durchging, bis 
die Reagentien die genannten Veränderungen zeigen, 
lässt sich die Menge an Kohlenoxyd und Kohlensäure 
berechnen. 

Canierer (4) hat die chemische Zusammensetzung 
zweier weiterer Neugeborener untersucht, so dass er 
jetzt über sechs (je drei männlichen und weiblichen 
Geschlechts) verfügt. Die neuen Werthe halten sich in 
den Grenzen der früheren. Als Mittelzahlen ergeben sich 
nun folgende: Auf 100 g Leibcssubstauz kommen 71,8 
Wasser (beim Erwachsenen 66), Trockensubstanz 28,2, 
Fett 12,3, Asche 2,7, Eiweiss und Leim 11,7, Extractiv- 
stoffe 1,5. Auf 100 g Trockensubstanz entfallen 
43.8 Fett, 9.4 Asche, 41,5 Eiweiss und Leim, 5,3 Ex- 
tractivstoffe. 

Von der Asche entfallen für 100 g Leibessubstanz 
auf K,0 0,19, Na,0 0,23. CaO 1,01, MgO 0,03. Fe 3 U 3 
0,016. P 2 0 & 0,02, Cl 0,18. Ausserdem finden sich in 
100 g Leibessubstanz 4,5 mg Harnstoff, 7 rag Ammo- 
niak, 0.6 g Lecithin. Verf. berechnet nun mittelst 
dieser Zahlen — und der in Stoffwechselvcrsucheu an 
Säuglingen geiundeneu - den Anwuchs bei natürlicher 
Ernährung und dio Zusammensetzung, die der kindliche 
Körper in späteren Monaten haben muss. Er tindet, 
dass von den zugeführten Aschebcstandthcilcn circa 
50 pCt., von Stickstoff 40 pCt., von Kohlenstoff und 
Wasserstoff jedoch nur 9 pCt. zum Aufbau des Körpers 
verwendet werden. Dadurch wird nach Verf. erklär- 
lich, dass man einen Säugling mit sehr verschiedener 
Nahrung gross ziehen kann, wenn nur darauf Rücksicht 
genommen wird, dass die Verdauungsorgaue die ge- 

9* 



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132 



Loewy und Neu berg, Physiologische uxd pathologische Chemie. 



reichte Kost verarbeiten können. Bezüglich der Aschcn- 
bestandtheilc wird von den Alkalien und vom Chlor nur 
wenig angesetzt (vom K 1 1 pCt., Na 35 pCt., Ct U pCt.), 
fast alles dagegen von deu Erdalkalien, von der Phos- 
phorsäure und vom Eisen. Aus einer kritischen Erör- 
terung der von Rubner-Heubner in ihrem Stofl- 
wechselversuch am Säugling gefundenen Anwuchswerlbe 
schliesst Verf., dass der durchschnittliche Anwuchs bei 
Säuglingen nicht in diesen, für wenige Tage geltenden 
Zahlen zum Ausdruck kommt. — 

Ihre früheren Aschcubestimmungcn gaben Söldner 
und Camerer zu gewissen Zweifeln, besonders mit Be- 
zug auf die Eiscnwertho, Anlass, hatten auch nicht alle 
Bestandteile umfasst. Daher stellte Sö Idner (5) neue 
Untersuchungen an der Asche der früher verarbeiteten 
sechs Kinder an, sowie an der Frauenmilch, die zum 
Theil vom 5.-9. Tage der Lactation, zum Theil aus 
späterer Zeit stammte. Verf. beschreibt zunächst aus- 
führlich sein Verfahren. Eisentheilchen, die beim Zer- 
mahlen abgesplittert waren, wurden mit Hilfe eines 
Stahlmagneten entfernt. Ihre Menge betrug ea. 30 pCt. 
des früher gefundenen Eisenoxyds. Auch die Versuchs- 
methodik früherer Autoreu wird kritisch beleuchtet. Es 
fanden sich pro kg Korpergewicht 26,74 g Asche. 
lOOThcile enthielten unter anderem 7,06 g K 2 0. 7,67 g 
NajO, 38,8 g CaO, 37,66 g P,0 S , 0,83 g F 2 0 3 , 2.02 g 
SO,, 1,43 g MgO; daneben ist noch Mn, Si, AI, Cl be- 
stimmt. 

Die Zusammensetzung der Frauenmilch weicht er- 
heblich von der des ueugeborenen Körpers ab Bemer- 
kenswerth ist, dass im Laufe der Lactation die Aschen- 
menge abnimmt, und zwar auf Kosten der Alkalien und 
des Chlors, während SO a , P 2 0 5 , MgO, CaO annähernd 
coustant bleiben. In den ersten Lebensmonateu dürfte 
der Ansatz von Mineralstoffen ca. 50 pCt. der Zufuhr 
betragen, wobei der von CaO, MgO, P 2 0 5 über, der der 
Alkalien und des Chlors unter diesem Werthe liegen 
würde. — 

Nachdem Biedl und Winterberg gefunden hatten, 
dass die von Ncncki, Pawlow und ihren Schülern 
zur Ammoniakbestimraung angewendete Methode der 
Destillation der betreffenden Flüssigkeiten mit Kalk- 
wasser im Vacuum nicht fehlerfrei ist. war es not- 
wendig, die Angaben der genannten Autoren über den 
Ammoniakgehalt des Organismus einer Nachprüfung zu 
unterwerfen. Dieser Aufgabe haben sich Iloudynski, 
Salaskiu und Zaleski (7) uuterzogen, indem sie da- 
bei nach dem Vorgang Biedl's und Wintcrberg's 
deu Actzkalk durch Magnesia ersetzten. Sie gelangten 
dabei zu (olgenden Hauptergebnissen: 

1. Der NH 3 -Gehalt des arteriellen Blutes ist ein 
sehr constanter, von den Versucbsbedingungen ganz 
unabhängiger; 0.41—0,42 mg in 100 ecm Blut. Im 
Pfortaderhlut war der Animoniakgehalt entsprechend 
den Angaben von Xencki, Pawlow und Zaleski 
stets 3--J Mal grösser afs im arteriellen Blut. Es ist 
danach sehr wahrscheinlich, dass auch die von ihnen 
gefundene Vermehrung des XH v <;<>halts des Arterien- 
blutes bei Hunden mit F.ckVher Vencnfistel in der 
Periode der acuten Intoxicatiou den Thatsachcn entspricht. 



2. Ebenso bestätigt sich die Angabe von Salaskin 
und Zaleski, dass bei Hunden, denen ausser der An- 
lage der Vcnenfistel noch die Leber eistirpirt wird, 
das Krankheitsbild nicht auf die Anhäufung von Am- 
moniak altein. sondern auf Säurein toxicatiou beruht. 

3. Der Umstand, dass bei Anwendung von Kalk- 
wasser anstatt Magnesia im Blut grössere Ammoniak- 
werthe gefunden werden, spricht für das Vorhandensein 
von Körperu, welche leicht NR 3 abgeben. Von diesen 
enthält normaler Weise das Pfortaderblut mehr als das 
Artericnblut. 

4. Der NH 3 -Gehalt in den Orgauen, namentlich im 
Gehirn, ist ein ziemlich constanter: eine Ausnahme 
bilden die Drüsen, deren Thätigkcit von dem Stande 
der Verdauung abhängt: hier ist er wechselnd. 

5. Bei Hunden mit Eck'scher Veneufistel ist der 
NH 3 Gebalt des Gehirns erhöht. 

6. Im Hunger steigt der XHj-Gehalt der Gewebe 
und Organe, ausgenommen das Gehirn, an und zwar 
entsprechend der Dauer des HuDgerzustandes. Der 
Zerfall von Organeiweiss geht also mit NH S -Abspaltung 
nand in Hand. 

Weiterhin nehmen die Vcrff. zu den Ergebnissen, 
zu denen Biedl und Winterberg über das NH 3 im 
Organismus gelangt sind, in ausführlicher Weise Stellung. 
In Bezug auf diese Ausführungen muss auf das Original 
verwiesen werden. 

Schultz (9) bringt zunächst zahlenmässige Belege 
dafür, dass die Fischblase, entsprechend ihrem Gehalt 
an Bindegewebe reich an Kieselsäure ist. 0,7 pCt. der 
Asche des Eingebenden Gewebes war Kieselsäure, und 
1 kg Trockensubstanz enthielt 0,0693 Kieselsäure, nahe- 
zu ebensoviel wie ein Kilo wasserfreier menschlicher 
Sehnen. Bei der Verarbeitung der Fischblasen blieben 
fetzige Membranen ungelöst, sie waren sehr reich au 
Si0 2 ; pro Kilo Trockensubstanz enthielten sie 0,5711g 
Si0 2 . — Weiter untersuchte S. embryonales Binde- 
gewebe in Gestalt Wharton'scher Sülze, die vou 120 
menschlichen Xabelsträngen stammte. Fluor wurde io 
ihr nicht gefunden; der Kiesclsäurcgehalt betrug 
0.59S pCt. der reinen Asche: pro Kilo wasserfreier Sülze 
kamen 0,2436 g Kieselsäure. Neben dieser fanden sich 
0.403 g Eisenoxyd, 0,6929 g Magnesia, 3.2966 g Kalk. 
3,7938 g Phosphorpentoxyd. — Die Asche keines mensch- 
lichen Gewebes ist danach so reich au Kieselsäure wie 
die Warthon'scbe Sutze, uur die Rindersehtie enthielt 
etwas mehr, nämlich 0,66 pCt. der Asche. Pro Kil • 
Trockensubstanz betrachtet steht in seinem Kicselsäure- 
g.halt der Glaskörper über der Wharton'schen Sülze. 
-- Bemerkenswert!» ist weiter, dass mit dem Alter de* 
Individuums der Gehalt gleicher Gewebe an Kieselsäur*" 
abnimmt. So enthält die Sehne eines alten Individuums 
0,04 g. die eines jungen 0.08 g Kieselsäure pro Kilo 
Trockensubstanz, gegenüber 0.24 g im embryonalen 
Bindegewebe. 

Ebenso wie Hödlmosor hat auch Czerny (13) 
die bezüglichen Angaben von Gautior einer sorgfäl- 
tigen Nachprüfung unterzöget), bei welcher die zur An- 
wendung gelangenden Reagentien soweit gereinigt 
wurden, dass sie sich als absolut arsenfrei erwieseu. 



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LOEWY UND NEUBKBü, PhTSIOLOOISCHE UNI) PATHOLOGISCHE CHEMIE. 



Die Organe wurden in Salpetersäure aufbewahrt und 
nach Aufsammlung hinreichenden Materials nach der 
Methode von Gautier verarbeitet. Der Marsh'sche 
Apparat wurde immer mit derselben Menge Zink (35 
bis 40 g) beschickt und der Versuch immer bis zur 
vollkommenen Auflösung des Zinks fortgesetzt, was in 
der Regel 3 Stunden dauerte. Als Resultat ergab sich, 
dass minimalste Spuren von Arsen in der Kegel in den 
untersuchten Organen — Thyreoidea, Leber, Thymus 

- vorkommen, im Widerspruch mit den Angaben 
• tiutier's, nach weichen Arsen in der Thyreoidea, 
nicht aber in der Leber vorkommen soll. Eine physio- 
logische Bedeutung kommt diesen Spuren von Arsen 
nicht zu. 

Ci pol Ii na (17) bestimmte zuerst den Oxalsäure- 
gthM in thierischen und menschlichen Organen nach 
siikowski. Bei beiden fand sich in der Thymus ein 
auflallend hoher Werth; auch die Milz besitzt mehr als 
die übrigen Organe: 18 mg pro Kilo gegen 6 — 11 mg. 
Berechnet man den (iesammtgehalt des Körpers an 
Oxalsäure, so ergiebt sich ein ca. 10 mal höherer Werth 
als der in 24 Stunden mit dem Harn ausgeschiedene. 

- C. liess sodann zur Frage der Entstehung der Oxal- 
säure aus Harnsäure letztere aseptisch mit Leber, Milz, 
Muskelbrei digeriren. Er fand, dass besonders die Milz, 
veuiger Leber und Muskeln fähig sind, Oxalsäure aus 
Harnsäure zu bildeu. — In den vegetabilischen Nahrungs- 
mitteln ist soviel Oxalsäure enthalten, dass man diese 
bei an Oxaluric Leidenden berücksichtigen muss. 

Hall (19) giebt Zusammenstellungen des Gehalts 
an l'urinkörpern in verschiedenen Fleischsorten, Vcgc- 
tabilien und Getränken. Die betreffenden animalischen 
Substanzen wurden 12 — 24 Stunden in saurer Lösung 
gekocht, Eiweiss und Säure entlernt, die Purine durch 
Silberlösung ausgefällt, ihr Stickstoff nach Kjcldahl 
bestimml. Die Vegctabilien und Getränke wurden durch 
'intn Ueberschuss von Kupfcrsulfat und Natriumbisullit 
niedergeschlagen, der Niederschlag mit Schwefelwasser- 
stoff behandelt, dieser entfernt und dann mit Silber- 
lusuog behandelt. — Pro Kilo fanden sieh an Purin- 
ki rpern in Fischen 0,58— 1,16 g (am meisten im Lachs), 
im Hammel-, Schweine-, Kalbfleisch, beim Huhn, Trut- 
Lcnue. Kaninchen etwa ebensoviel; im Rindfleisch 1.14 
Iis 2,06 g; in Rindslebcrn 2.75 g. in Thymus 10,0« g. 

- Auf 1 Kilo Hafermehl kommen 0,53 g Purinkörper, 
auf Erbsenmehl 0,3 g. Bohnen 0,64 g. — In Kartoffeln 
■.ur 0,2 g, Zwiebeln 0,09 g, in Spargelsuppe 0,215 g. — 
Wfiae sind frei von Purinkörpern, im Liter Bier ist 
0,123 — 0,1 55 g enthalten, am meisten in Ale und 
l'orter. 

Verf. bringt sodann Versuche über die Steigerung 
4tr HarnpuriDe durch purinreichc Nahrung. Aus der 
individuell verschiedenen Reaction könnte man Schlüsse 
auf den Purinstoffwecbscl des Individuums überhaupt 
riehen, d. h. auf den Antheil auch des endogenen 
Parins, der der Zersetzung anheimfällt. — 

Die zusammengesetzten Xanthiue geben im Thier- 
»ürper in einfache über, so Coffein und Theobromin, die 
Methylgruppcn abspalten. Da die höheren Xanthinver- 
bindungen aus den einfachen in den Pflanzen aufgebaut 



werden, müssten sich beide nebeneinander in der Pflanze 
finden. Albanese (21) untersuchte unter diesem Ge- 
sichtspunkte den Caffee, Thee. Kolanuss, Guarana, 
Cacao, Paraguay thee auf das Vorkommen von Mono- 
metbylxanthin. — Er fand seine Voraussetzung be- 
stätigt, indem er das Vorhandensein von Mouotnethyl- 
xanthin und zwar von 3-methylxanthin, also jenem, 
das im Harn vom Hunde nach Coffeinzufuhr erscheint, 
feststellen konnte. — Am reichsten daran war der 
Guarana mit 0,05 pCt.. der Paraguaytbrc enthielt nur 
0,015 pCt., ungefähr ebensoviel die Kola; Caffee und 
Thee nur qualitativ nachweisbare Mengen. — Nur im 
Cacao konnte es nicht nachgewiesen werden. Die Durch- 
gangsstufen des Aufbaues und des Abbaues scheinen 
darnach für die complicirten Xanthinc die gleichen zu 
sein. 

Die Fäces wurden von Krüger und Sehitten- 
helm (22) mehrere Stunden mit verdünnter Schwefel- 
säure gekocht, das Filtrat mit Natronlauge alkalisch, 
mit Essigsäure wiederstark sauer gemacht und die Purin- 
körper durch Ktipfersnlfat und Natriumbisulfit siedend 
heiss gefällt. Die gut ausgewaschenen Kupferoxydul- 
verbindungen wurden mit Schwefelwasserstoff zersetzt, 
das Filtrat durch Zusatz von Bleiacetat entfärbt und 
die liltrüte Lösung nochmals mit Bisullit und Kupfer- 
sulfat gefällt. Aus diesem Niederschlag wurden die 
Basen ziemlich rein erhalten. In den Fäces der Ver- 
suchsperson von 42 Tagen fanden sich 2,363 Guanin, 
1,88 Adenin, 0,112 Xanthin und 0,300 Hypoxanthin, 
im Ganzen also 4,655 g oder pro Tag 0,110 Basen. 
Diese Basen enthalten 0,0532 Stickstoff. Die Aus- 
scheidung durch die Fäces ist also dreimal so hoch, 
wie die durch den Harn. Die Zusammensetzung des 
Basougemisches ist eine ganz andere, wie die im Harn, 
wie später genauer mitgetheilt werden soll. Da nach 
den Versuchen von Sch i nd I er Guanin bei der Pancreas- 
fäulniss in Xanthin, Adenin in Hypoxanthin übergeht, 
hier aber gerade Guanin und Adenin die Hauptbestand- 
teile des Basengemisches sind, so geht daraus hervor, 
dass die Darmfäulniss ganz anders verläuft, als die 
ausserhalb des Körpers durch Pancreas eingeleitete. 
Betreffs der zur Trenuung der einzelnen Basen von 
einander angewendeten Methoden vcrgl. das Original. 

Bertrand (23) hat als Boletol das crystallisirbare 
Priucip bezeichnet, das sich in den Champiguons lindet 
und deren Bläuung an der Luft bewirkt, wenn sie zer- 
quetscht werden. Er theiit ein Verfahren mit, um es 
zu extrahiren. Die gauz frischen Pilze werden mit fünf 
Theilen 95 proc. Alcohols auf ein Theil Substanz ge- 
kocht eine halbe Stunde lang, das heisse Filtrat mit 
Bleizucker gefällt. Der braune Niederschlag wird mit 
kaltem. Salzsäure enthaltendem Wasser gewaschen. Das 
Filtrat wird mit Aether geschüttelt, in den das Boletol 
übergeht, und aus dem es crystalliniseh gewonnen wird. 
Allerdings nur zum Theil; ein Theil verbleibt im Blei- 
niederschlag. kann aber auch noch aus diesem gewonnen 
werden. — Es crystallisirt in feinen Nadeln, ist wenig 
in kaltem Wasser, kaltem Alcohol und Aether löslich. 
— Erhitzt man zum Kochen, so wird es leicht löslich, 
Meint aber beim Abkühlen gelöst. Zur Trockene ein- 



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13-1 



Loewy und Neuberg, Physiologische und pathologische Chemie 



gedampft, wird es wieder crystallisirbar. — Nimmt man 
keine frischen Champignons, so mischen sich bei der 
Darstellung fremde Substanzen bei, welche die Crystalli- 
na ung hindern. 

Fanella (24) giebt zunächst eine eingehende 
Uebersicht der über Phosphorfleischsäure bestehenden 
Literatur, beschreibt das von ihm in Anlehnung an 
Balkc und Ide benutzte Verfahren und theilt die Er- 
gebnisse von 10 Versuchen mit, in denen er in den 
Muskeln von iiund und Kaninchen die Menge der 
Phosphorfleischsäure sofort nach dem Tode und iu 
weiteren Zwischenräumen während und nach der Todtcn- 
starre bestimmte. Auf Grund der in Tabellen nieder- 
gelegten Resultate kommt Panella zu folgenden Er- 
gebnissen: Die Phosphorfleischsäure ist ein «instanter 
und normaler Bcstandtbeil der quergestreiften Muskeln. 
Sic findet sich in reichlicherer Menge in den Muskeln 
des Kaninchens als des Hundes. Ihre Menge nimmt 
nach dem Tode ab, parallel mit der sich ausbildenden 
Todtcnstarrc. Nach Ablauf der Todtenstarre nimmt sie 
von neuem zu und steigt dauernd bis zum Beginn der 
Fäulniss. 

v. Ebner (27) fand in den Eiern frischer und 
mittels Formalin gehärteter Ovarien von Rehen stark 
lichtbrechende Crystalle, manchmal in der Nähe des 
Keimbläschens, manchmal tiefer im Dotter, bis zu sechs 
an der Zahl: daneben nicht crystallisirte Körper des- 
selben Lichtbreehuugsverniögens in grösserer Menge. Die 
Crystalle gehören dem regulären System an und zwar 
pentagonal hemiedrischen Formen. Die in frischen Eier- 
stöcken scharfkantigen Crystalle verlieren allmählich 
ihre scharfe Begrenzung. Sie zeigen die Reactionen der 
Eiweisskörper und speciell der Globuline, nicht der 
Vitelline (sie lösen sich nicht in gesättigter Kochsalz- 
lösung). — Die Crystalle zeigen sich nur in fertigen, 
mit Zona pellucida umgebenen Eiern; junge Eier ohne 
Zona und degenerirte fertige Eier lassen keiue erkennen. 

Durch Kxtraction der Magenmuskeln von Gans, 
Schwein und Schaf mit 0,9 pCt. NaCl-Lösung erhielt 
Swale (23) einen Auszug, der gegen Lackmus meist 
alkalisch, gegen Phcnolphtalein aber sauer reagirte. 
Durch Dialyse des Extracts wurde ein Globulin er- 
halten, das leicht veränderlich ist; aus dem Filtrat 
des Globulins coaguirt ohne Säurezusatz bei 56" ein 
Albumin. Ferner enthält die glatte Musculatur noch 
ein NucleoproteVd, für dessen Abscheidung S. früher 
in Gemeinschaft mit Lewis eine Vorschrift gegeben hat. 

Auszüge, die aus glatten Muskeln mit Magnesium- 
sulfat gewonnen sind, zeigen die Erscheinung der 
Spontangcrinnung, doch sind die Bedingungen der 
letzteren noch unbekannt. 

Richards und Gies (3*2) behandelten in der Kälte 
das Nackenbaiid mit halbgesättigtem Kalkwasser; die ver- 
bleibende Substanz wurde mit kochender lOproc. Essig- 
säure, mit 5 proc. Salzsäure versetzt und mit heissem 
Alcohol uud Aether extrahirt. — Das so gewonnene 
Elastin enthielt festgebundenen, uicht durch Alkali ab- 
spaltbaren Schwefel. Durch Kochen mit Mineralsäure 
wurden neben Ammoniak Hexonbasen (Arginin, Lysin, 
Histidin) gewonnen. 



Durch Pepsinsalzsäure entstehen El a* tosen und 
wenig Pepton. Die Verbrennungswärme von 1 g Elasti» 
beträgt 5,93 Cal. - Neben Elastin enthält das Nacken- 
band ein Glycoproteid.einNucleoproteid.bei verschiedenen 
Temperaturen (55—82°) coagulirende Kiweissstofle uud 
Collagen, das mit dem aus Knochen und Sehnen ge- 
wonnenen identisch ist und eine Verbrennungswärme 
von 5,28 Cal. pro Gramm hat. — Endlich sind Kroatin. 
Guanin, Uypoxanthin in ihm enthalten. 

Schafsgehirn wurde von Koch (86) mit Aceton ge- 
waschen und mit heissem Aether extrahirt; aus dem 
Auszug fällt Alcohol das Kephalin. Dasselbe hat die 
Zusammensetzung eines Dioxy - stearyl - monomctbyl- 
lecithins = C 41 H w PN0i 5 . Die Spaltung mit Bant er- 
giebt als basischen Autheil verrauthlich Methyl-oxaethv! 
amin. Das Filtrat vom Kephalin hinterlässt beim Ver 
dunsten Lecithin, das nach Entfernung von Cholesterin 
durch Aceton vermuthlich ein Gemisch der drei mög- 
lichen Formen bildet. Cerebrin wird aus Gehirnsub- 
stanz nach Extraction der vorgenannten Körper mittels 
Aether durch heissen Alcobol ausgezogen. Aus Essig- 
ester crystalltsirt es als microcrystallinisches Pulver 
vom Schmelzpunkt 192*. 

Bethe (37) hat nach der von ihm genau be- 
schriebenen Kupfermethode verschiedene Körper aus der 
Hirnsubstanz der Pferde dargestellt. Ein AmidoCcre- 
brinsäurc-GI\ cosid, dessen Verhalten und Spaltungs- 
produete er beschreibt. Der Zucker, den es enthält, 
ist Galactose, und es scheint die Amidocerebrinsäure 
mit der Stickstoffgruppe am Zucker zu haften, so das* 
nach Sprengung dieser Bindung die Amidogruppe ab 
Ammoniak abgespalten werden kann. Die Formel des 

G.yeosids ist: W N = C t U„0 .(^J^^ 

Ferner das Phrenin, das unregelmässig gefunden wird: 
es würde am ehesten mit Thudichuras Krinosin überein- 
stimmen; weiter Cerebinphosphorsäure, die beim Kochen 
mit Salzsäure iu fünf Körper zerfällt, die noch nicht 
sicher bestimmt sind. Endlich eine Substanz, die nach 
der Analyse mit Stearinsäure übereinstimmt, den-n 
Schmelzpunkt und Crystallisation sie jedoch von dieser 
unterscheiden. 

Battelli's (39) Verfahren, die wirksame Substanz 
aus den Nebennieren darzustellen, beruht darauf. dass 
die Mark snbstanz von Rindemebennieren mit Glaspulver 
verrieben, in desiillirtem Wasser niaecrirt wird. Man 
fällt mit Bleizucker und wäscht den Niederschlag aus. 
Die Waschwässer werden mit Schwefelwasserstoff be- 
handelt und eingeengt. Dann wird mit Alcohol be- 
handelt und mit Sublimat. — Nach erneutem Durch- 
leiten von Schwefelwasserstoff wird mit Ammoniak ganz 
schwach alkalisirt. Die wirksame Substanz (.Adre- 
nalin*) scheidet sich ab, wenn auch nicht vollständig. 
Sie wird in Wasser gelöst, dann mit Alcohol und Aether 
behandelt. — Die Substanz ist hygroscopisch. Wegen 
der quantitativen Einzelheiten muss auf das Original 
verwiesen werden. 

Battelli (40) nahm Hundeblutserum, machte es 
schwach essigsauer, erhitzte es auf 85°. Das Filtrat 
wird im Vaeuum bei ca. 50° auf '/ta eingedampft und 



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Los w y und Neubbro, Physiologische und pathologische Chemie. 



136 



ueatralisirt. Injicirt man dann etwas von der Flüssigkeit in 
die Vene eines Kaninchens, so steigt dessen Blutdruck. 
Diese Wirkung verliert sie schnell in der Sonne, langsam 
in diffusem Liebt. Stark alkaliseh gemacht verliert sie 
überhaupt schnell ihre Wirkung. Das Serum verhält 
sich also genau wie eine Lösung von Adrenalin. Verf. 
scbliesst daraus, dass im thierischen Blute Adrenalin 
enthalten ist. Vergleiche mit einer Adrenalinlösung 
bekannten Gehaltes Hessen seblicssen, dass im Blute 
ca - Viocogoo— Vsooooooo Adrenalin vorhanden sein würde. 

Battelli (41) nahm Hundeu die Nebennieren 
heraus und untersuchte zu verschiedener Zeit, bis kurz 
vor deren Tode Blut und Organe auf die Anwesenheit 
von Adrenalin, dessen Gegenwart er aus der blutdruck- 
Ueigernden Wirkung derselben bei Injectiou in eine Vene 
crschloss. Er fand, dass die Leber solcher Thiere stark 
blutdrucksteigernd wirkt, Sie scheint Adrenalin zurück- 
zuhalten. Erst kurz vor dem Tode geht ein grösserer 
Tbeit ins Blut über. — Der Tod von Thicrcii. denen 
die Nebennieren herausgenommen sind, erfolgt nicht 
aus Mangel an Adrenalin; die Nebenniercu fangen nur 
das durch das Blut ihnen zugeführte Adrenalin auf 
und entgiften so den Körper. 

Um die Adrenalinmcnge beim Menschen festzu- 
stellen, bat Battelli (43) zunächst ermittelt, ob mit 
dem Tode dessen Menge constant bleibt oder abnimmt. 
Er fand, das» nach Eiutritt des Todes die colorimetriscbe 
Bestimmung des Adrenalin unmöglich wird, dagegen 
dieses seine physiologische blutdrucksteigernde Wirkung 
noch beibehält. Will man die Adrenaliumenge so durch 
das physiologische Experiment feststellen, so kann mau 
allerdings auf ca. 20 pCt. Fehlergrenze rechnen. — 
B. fand so bei Untersuchung der Nebennieren von 
7 Personen, dass der Adrenaliugehalt derselbe ist wie bei 
den Tbieren, proportional dem Korpergewicht steigend. 
— In Cacbexieen siDkt seine Menge,